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Kanadagänse am Mondorfer Anleger

Heute morgen mal wieder in Mondorf bei der Kundin gewesen, demnach kurz einen Ausflug an den Rhein gemacht. Das ist bei diesen Temperaturen auch gar keine so schlechte Idee, denn es war bereits um 10 Uhr so schwül-warm, dass mein Hirn geschmolzen ist. Zwar ist seit gestern die Lüftung im Auto repariert, aber was hilft die, wenn die Luft außerhalb vom Auto genau so scheiße ist wie die innen? Oder noch schlimmer. Jedenfalls war ich ganz froh, dass da unten am Wasser immer ein leichter Luftzug geht.


Wie man sieht, ich habe mal wieder die üblichen Fotos mit nach Hause gebracht. Das liegt aber auch daran, dass ich die Canon als Belichtungsmesser für die Mamiya verwendet habe, die ich auf dem Flohmarkt letzte Woche eingesammelt habe. (Spoiler: Die habe ich noch gar nicht vorgestellt!) Da ist jedenfalls der Minuspol im Batteriefach wegkorrodiert, ich muss also extern messen. Was schade ist, denn die Belichtungsmessung von dem Teil hätte mich sehr interessiert. Habe aber die Bodenplatte nicht abbekommen. Dafür sind die Lichtdichtungen getauscht und ich hoffe, dass der Film, den ich da drin habe, auch so was wird. Ist ja nicht das erste Mal, dass ich die Belichtungsmessung anderweitig vornehme.


Ich spaziere da jedenfalls so am Rhein entlang, da kommen aus der Hafeneinfahrt ungefähr so ca. 50 Gänse angeschwommen. Und kommen nicht weiter, weil der Christopherus, der heute Dienst hatte, die Weiterfahrt blockiert. Also haben die sich ans Ufer treiben lassen und saßen plötzlich direkt vor mir. Bestes Fotomotiv also. Nicht, dass ich nicht schon haufenweise Kanadagänse im Archiv hätte, aber die haben sich so präsentiert, vor allem mit der Fähre im Hintergrund, da konnte ich schlecht nein sagen! ;-)


Und dann nach Hause. Unterwegs eingekauft und ich hatte Angst, dass auf dem Heimweg die Joghurtbecher schmelzen würden. Jetzt habe ich Kopfschmerzen, weil ich bei 30° wieder die ganze Zeit mit offenem Fenster gefahren bin. Schlimm. Hab aber keinen Bock auf eine halbe Ibu. Ich habe ja noch die Hoffnung, dass das vielleicht nur an dem heraufziehenden Wetter liegt. Obwohl, da ich mich in den kühlen Keller verzogen habe und die Rollos alle unten habe, weiß ich gerade gar nicht, ob das angekündigte Gewitterwetter überhaupt aufzieht. Vielleicht lügt meine Uhr ja! ;-)

Quer durch Bonn zum Trekdinner

Gestern war übrigens Trekdinner. Und zwar waren wir in dem japanischen All-You-Can-Eat hinterm Bahnhof. Da wir wie immer unten am Rhein auf der Beueler Seite geparkt hatten, bedeutet das, dass wir einmal quer durch die Stadt. Unten am Rhein standen auch schon die ersten Autos rum, die wohl zu dem heute stattfindenden Oldtimer-Treffen gehörten. Ganz viele Porsches standen da. Nur vom Feinsten. Wobei mir die alten ja immer besser gefallen haben, wie dieser 356er. Ist ja schon ein paar Jahre her...


Nebenan stand da noch dieser Benz rum. Auch ein altes Schmuckstück. Hier gilt das gleiche wie bei den Porsches: Früher hatten Autos noch mehr Charakter. Und Abgase! ;-) Weil es übrigens kurz vorher noch geschüttet hatte wie aus Eimern, sodass wir noch 'ne halbe Stunde im Auto gesessen haben, bevor wir aussteigen konnten, habe ich nicht riskieren wollen, das Objektiv zu wechseln. Deshalb ist mal wieder alles mit dem 50er gemacht. ;-)


Nebenan stand dann noch ein Trecker und ein MG und überhaupt, den Flohmarkt hatten sie auch schon teilweise aufgebaut. Deswegen dieser Gartenzwerg. Der guckte mich so an. Wegen des Regenschauers war der Rest ja auch abgedeckt, genau so wie dieses Cabrio, sonst regnet es nachher noch rein. Das ist ja ein Auto, für das es gar kein Verdeck zu geben scheint.


Dann rüber über die Brücke und quer über den Suttnerplatz, noch eben beim Asiamarkt vorbei, kurz in den Comicladen, und wo waren wir noch überall? Kann mich nicht erinnern. War übrigens ziemlich voll in der Stadt. Ich bin noch immer diese menschenleeren Straßen aus der Corona-Zeit gewöhnt. Bin noch immer nicht so ganz in der Jetztzeit angekommen. Und hier weiß ja glaube ich jeder, dass ich mit Menschenmengen nicht viel anfangen kann. Anyways, ich nehme an, das hatte auch mit dem türkisch-holländischen Fußballspiel zu tun, das gleichzeitig irgendwo abging. EM und so. Ich kenn' mich voll aus! Ich weiß nur, dass es am Ende Frikandel statt Döner gegeben hat! ;-)


Achja, dann waren wir da noch im Lego-Laden. Die Polaroid ist mir noch immer zu teuer. Schade. Und das Kofferradio ist auch schick, aber noch teurer. Inflation macht auch vor Plastiksteinen nicht Halt. Dann durch den Bahnhof unten durch und Zack, schon waren wir da. Also hinterm Bahnhof. Nicht die schönste Ecke von Bonn. Aber immerhin gibt es hier leckeres Essen. Nur das mit dem Bestellen per Handy hat nicht so anständig funktioniert. Schade. Das Essen war echt gut. ;-)

Egal. So, heute war ich noch auf dem Flohmarkt hinterm Möbelladen. Da habe ich auch wieder zugeschlagen. Muss ich aber noch die Dichtungen austauschen und das Batteriepolkontaktdings wieder anlöten. Aber dann hoffe ich auf eine voll funktionsfähige Mamiya! Yay! ;-)

Hennef Hochkant

Abends, wenn es dunkel wird, und die Stadt sich leert und nur noch die Jugend mit ihren Energydrinks und im Schritt nicht richtig sitzenden Höschen unterwegs ist, kann man hervorragend die dunkle, schmutzige Seite Hennefs erforschen gehen. Die Seite, die einem das Fremdenverkehrsamt nur ungern zeigt. Die Stellen, an denen die Graffiti-Tags kaum auf dem Acrylglasplatten der Parkhausverschalung hält. Wo der Moloch der Bahnunterführung gierig sein Maul aufreißt und die Träume und Hoffnungen der Menschen verschlingt, die hier täglich ein und aus gehen. ¡Vamos!


Unter der fehlenden Anzeigetafel ihrer Existenz hindurch schlängelt man sich die Treppe zum Bahnsteig hinauf und man fragt sich unweigerlich: "Was mache ich hier eigentlich?" Der Lichtblick der Plastik-Kuppel über Dir verheißt bessere Zeiten, doch bei genauerer Betrachtung ist er erfüllt mit dem Abfall und Geröll ungezählter Stürme, bedeckt mit der gleichen glitschigen Schicht aus im sauren Regen vor sich hin vegetierender Flechten wie der Rest des Universums. Verheißungsvolle Türen sind versperrt und der Weg nach oben ist von gleicher Mühseligkeit, wie es der Weg hinab in die Hölle zuvor schon war.

Der Zug ins Nirgendwo steht unerreichbar auf der anderen Seite, auf dem falschen Gleis, und spiegelt gnadenlos das geschlossene Auge des Fotografen wider. Dinge, die man nur im Suff ertragen kann. Die Reste der hastigen Abendmahlzeit verteilen sich unter einer stählernen Bank, deren rostige Quadrate eine unvergängliche Impression auf Deinen Arschbacken hinterlässt. Hennef (Sieg): Du bist angekommen! Hinab in den Schlund, wieder und wieder, ohne Unterlass. Irgendwo her schwingt der blecherne Klang einer verstimmten Steel-Guitar, doch der Spieler bleibt im Verborgenen.


Auf der anderen Seite, irgendwo dort oben in der Freiheit, glaubst Du, ein wenig Licht sehen zu können, glaubst, den tierischen Lenker des Schicksals herumreißen zu können. Doch Karen will den Manager sprechen, knüppelt mit ihren Worten jeden Gedanken nieder. Ihre Ohrstecker tackern wie ihre fiepsige Stimme. Klink. Klink. Klink. Frustriert wendest Du dich ab, vergisst eingewickelt in cyclamat-süßen Noppenfolie kurz die Abgründe dieser schwarzen Seele. Die Erleichterung währt nur kurz. Zurück bleibt das Leergut der Enttäuschung, das am Morgen wohl von zitternden Händen eingesammelt werden wird. Acht Cent; noch 10 oder 11 weitere und es reicht vielleicht für ein paar Scheiben Brot vom Discounter. "Hennef Hochkant" vollständig lesen