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Testbilder Entwickeln - Porst Happy Fail

Mal wieder eine ganz normale Entwicklung. Außer, dass ich einen 120 Film in der Dose hatte, den ich mit der Porst Happy belichtet hatte, die ich auf einem der letzten Flohmärkte mit genommen hatte. Weil ich ja bei dem Fomapan 200 aus dieser Charge weiß, dass die Filme alle so sehr seltsame Flecken haben, hatte ich den zum Testen verwendet. Ich hatte ja von Anfang an keine allzu großen Erwartungen an dieses Teil. Daher hab ich den Film dann auch einfach in Rodinal gestellt, weil, dann verschwende ich keinen "guten" Entwickler daran ;.)


Habe ja schon ewig keine 120er Filme mehr entwickelt; hatten die schon immer sooo viel türkise Farbe drauf, die man erst runter spülen muss? Ich hab den Film drei mal durchgespült, bevor ich Entwickler eingefüllt habe, trotzdem kam der nachher noch mit einem leichten Blaustich da aus der Dose getropft. Gut, da der Rodinalnachbau vom Foma eh schon wieder gut durchoxidiert und somit braun ist, kann ich mich auch täuschen, aber.

Ich habe mir übrigens im Netz eine alte Jobo-Dose gekauft, aber echt eine richtig alte, nachdem ich diesen Film schon wieder völlig verzweifelt versucht habe, in die Paterson-Spule zu fummeln. 120 ist immer etwas störrisch, weil der so dick ist und der Foma schon etwas überlagert ist mittlerweile, wegen der Flecken habe ich den für nichts mehr benutzt außer Tests. Bin mal gespannt, ob das mit der Jobo-Dose besser geht. Aber das ist eine gaaaanz seltsam-altmodische, bei der das unter Spulen-Element fest mit der Achse verbunden ist und die anderen beiden auf bestimmten Höhen eingehakt werden können. Aber immerhin kann die auch 16mm Film, falls ich da mal Lust zu habe. Was erzähl ich das eigentlich alles hier, das gehört in einen eigenen Eintrag! ;-)


Langer Rede kurzer Sinn: Die Bilder aus der Happy sehen eher unhappy aus! Das erste und die letzten beiden waren OK, bei den anderen hat der Shutter versagt und viel zu lang belichtet. Mit ganz viel digitalen Tricks habe ich nach dem Scannen noch "Bilder" da raus bekommen, aber nein, ich glaube, da muss ich erst mal schauen, ob ich den Verschluss ein bisschen fixen kann. Was ich nicht glaube, weil ja alles aus Plastik ist und man da wahrscheinlich zerstörungsfrei gar nicht dran kommen kann! Naja, aber immerhin ein hübsches Vitrinenstück! ;-) (Auch nicht wirklich, weil dreckig!)

Porst Happy (Diana De Luxe)

Auf dem Hennefer Lutz-Flohmarkt habe ich für ein Appel und ein Ei diese kleine Porst Happy mitgenommen. Eigentlich handelt es sich dabei aber um eine Diana De Luxe, eine der berühmt-berüchtigsten Kameras des frühen Plastikzeitalters! Denn das Ding besteht praktisch komplett draus. Nur die Federn, die die Filmrolle halten, und der Verschluss ist aus (dem billigst-möglichen) Metall. Das liegt daran, dass diese Kameras eigentlich als Promotion-Produkt konzipiert waren, die dann aber so beliebt waren, dass sie auch in den Handel kamen. Für buchstäblich 'n Appel und 'n Ei! Irgendwie, wenn man einen Karton abnahm, in dem ein Gros drin steckte, kostete eine etwa 50ct. OK, das waren Amerikanische Cent von 1958, aber trotzdem. Praktisch nichts.


Von daher: Das Teil ist eigentlich ein Spielzeug. Der Shutter ist so ein selbstaufziehendes Ding, das sich automatisch wieder spannt, wenn man drauf drückt. Der hat nur eine Zeit: 1/50s. Wer was anderes braucht, ist verloren! Es gibt keine Sperre, man kann also doppelt und dreifach belichten, so viel man will. Der Filmtransport ist auch einfach nur am Knöpfchen drehen. Also total rudimentär. Immerhin gibt es neben der offenen Licht"stärke" von f/8 auch noch zwei weitere Blenden von f/11 und f/16, nehme ich an, sodass man ungefähr davon ausgehen kann, dass man bei einem 100er ASA Film von Schatten bis grelles Licht alles aufnehmen kann. (Ich hatte nur einen 200er Foma drin, die Charge, von der ich ja weiß, dass die eh total punktig sind; die 100er Kentmere waren mir zu schade. Der Foma ist nämlich auch noch letztes Jahr abgelaufen, der muss also endlich mal weg, trotz der Löcher in der Emulsion!)

Das Objektiv, wenn man es denn so nennen möchte, besteht aus einer Linse, soweit ich das beurteilen kann, und die ist auch aus Plastik. Joah. 80mm Brennweite. Fokus ist tatsächlich stufenlos einstellbar ab 1,20 Meter oder sowas meine ich. Aber bei einem Grundlichtwert von f/8 kommt man damit trotzdem fast bis bis Unendlich, wenn man es in der Mitte stehen lässt. ;-) Und bei f/16 vielleicht auch gleich den ganzen Bereich! :-D Nee, jetzt übertreibe ich, ich habe da schon bemerkt, dass man damit durchaus arbeiten kann und auch muss. Trotzdem, sagen wir mal so: Zonenfokus raten reicht!


Wie war das Fotografieerlebnis? Rudimentär, lasst es mich so ausdrücken. Also, ich fotografiere ja so ziemlich alles, was mir vor die Füße fällt, also auch dieses Gerät. Aber da ist nun wirklich nicht viel Technik dran. Wetter beurteilen, um die Blende einzustellen, Entfernung raten und einstellen, dann durch den Sucher gucken, um das Motiv zumindest einigermaßen im Frame zu haben, und dann abdrücken. Geht. Kann man machen. Ich mein, dass dieses Ding nach bald 70 Jahren überhaupt noch Bilder gemacht hat, obwohl die definitiv nicht gut behandelt wurde (wie man am Dreck sieht, der trotz Putzen nicht mehr ab ging), spricht schon mal für sie. Selbst die Lichtlecks halten sich in Grenzen, obwohl da keinerlei Dichtungen dran sind. (Das Internet empfiehlt, sie mit Gaffa-Tape abzudichten, wenn man einen Film eingelegt hat. War hier aber unnötig.)


Was dabei raus gekommen ist, als ich den Film schließlich durchs Fomadon R09 gezogen habe, sehen wir in einem weiteren Beitrag, der in nicht allzu ferner Zukunft hier auf diesem Kanal erscheint. Also, schalten sie wieder ein, wenn es heißt: Fotografieren, als wäre es 1958 und man hätte mir eine Spielzeugkamera geschenkt! Und ja, ich kann schon mal verraten, dass so viele "berühmte" Menschen diese Kamera für experimentelle Fotografie verwendet (haben), ist völlig nachvollziehbar. Experimenteller wird es eigentlich nicht mehr! ;-)

Porst compact-reflex OC-M mit Porst Weitwinkel MC 1:2.8 28mm Auto F

Am Tag mit den zwei Flohmärkten begab es sich, dass ich in Troisdorf auf dem Hit-Parkplatz stand und so lange um diese Porst compact-reflex OC-M herum geschlichen bin, diese und jene Probleme gezeigt habe, bis der Typ hinter dem Stand dran war: "Nimm mit! Geht eh sonst in die Tonne!" Ja, da sag ich nicht nein. Also, schon, ich habe ihm versucht, wenigstens noch 'n Euro aufzudrängen, aber er wollte nicht. Gut, OK, dann. Das Teil ist scheinbar ja auch wirklich defekt, aber ich habe gedacht, ich mach sie mal sauber und schau mal rein, vielleicht ist ja doch noch was zu retten. (Alle Fotos hier sind wie immer im Fundzustand, soll heißen: Ich hatte noch nicht das Fensterputzmittel und die Papierrolle geholt! ;-))

Aber erst mal: Was haben wir hier eigentlich? Die Porst compact-reflex OC-M ist die umgelabelte OEM-Version einer Cosina CS-3. Es handelt sich um eine recht feature-reiche SLR aus den späten 1970ern, die bis in die frühen 1980er hinein bei Quelle verkauft wurde (eben unter dem Namen Porst). Cosina ist ja so ein typischer japanischer Auftragshersteller: Die haben damals so ziemlich für jeden was gebaut, der bezahlt hat. Die Qualität ist dabei immer im oberen Mittelfeld - aber durchaus teilweise auch auf dem Niveau der Erstausstatter, deren Know-How ja auch zum Teil Verwendung fand. Cosina hat schließlich auch für Nikon, Canon, Minolta etc. Kameras und Zubehör gebaut. Da durften die sich keine allzu großen Schnitzer leisten.


Und so ist diese Porst/Cosina mit einem damals weit verbreiteten Pentax K-Mount ausgestattet, den es auch heute noch gibt - eine Abwandlung mit Elektronikkontakten benutzt Pentax meines Wissens noch heute für seine DSLRs. (Bauen die mittlerweile eigentlich auch Spiegellose? Also, seit der K-01 hatten die das ja glaube ich wieder aufgegeben, nachdem die nicht so gut angekommen war bei den Pentax-Puristen... Sorry, noch ein Rabbit Hole.) Nicht, dass ich nicht genügend PK-Objektive hätte, aber diese Kamera kam auch gleich mit einem ganz brauchbaren Porst Weitwinkel MC 1:2.8 28mm Auto F Objektiv oben drauf. Weitwinkel sind ja auch immer ganz nett, wenn man sie hat, auch wenn 28mm schon sehr weit sind. Aber kann man durchaus mit arbeiten. Die f/2,8 sind auch OK dafür. In dem Brennweitenbereich findet man ja nichts schnelleres.

Was ich eher interessant finde: Die Kamera hat einen Tuchverschluss, kommt aber trotzdem an die 1/1000s ran, die damals schon durchaus normal war. Viele Tuchverschlüsse gehen nach meiner Erfahrung ja nur bis 1/500s, da ist die eine EV durchaus schön zu haben. Der Verschluss ist elektronisch gesteuert, ohne Batterien (zwei mal SR76, also sollten LR44 passen) läuft hier nichts. Die schnellste Blitz-Synchro ist 1/60s, was damals schon noch OK war, heutzutage aber eher lachhaft. Ich nehme an, der Tuchverschluss kann einfach nicht schneller ablaufen. die langsamste Zeit ist 8s, daneben gibt es aber auch einen Zeitautomatik-Modus: Vorgewählte Blende lässt die Kamera automatisch die passende Zeit bestimmen. Dazu kann man die Filmempfindlichkeit im Bereich von ISO 25 bis 3200 wählen, wozu man den kleinen roten Knopf drücken muss, bevor man am Wahlrad unter dem Zeitrad drehen kann. (Der besagte rote Knopf ist auch zugleich der Anzeiger für die eingestellte Zeit.) Das ist ein erstaunlich großer Bereich, vor allem, weil man diesen noch durch die Belichtungskorrektur von +/-2 EV erweitern könnte, wenn man wollte. Spannend. Die Kamera ist für ihre Zeit also durchaus gut ausgestattet, was die Belichtung angeht. Die Zeiten werden übrigens im Sucher über eine LED-Leiste angezeigt, zudem gibt es ein Fensterchen, durch das man nach unten auf den Blendenring schauen kann, ohne die Augen vom Sucher nehmen zu müssen. (Also, zumindest, nachdem ich da den Dreck der letzten zwei Dekaden raus geputzt hatte.) Praktisch.


Der Rest ist der Zeit entsprechend: Filmtransport ist manuell, aber man könnte einen Winder anbringen, in der Bodenplatte sind Kontakte und ein Schlitzanschluss für die Transportwelle. Und hier ist auch das größte Problem, das ich mit der Kamera habe: Sie tut nichts! Scheinbar ist sie in diesem gespannten Zustand jahrelang von Flohmarkt zu Flohmarkt gezogen, hat im Regen gelegen (wie man an den Roststellen sehen kann) und wahrscheinlich hat sich innen drin irgendwas verhakt. Oder alternativ machen die Batterien keinen guten Kontakt mehr - die, die ich da noch am Stand raus geprokelt habe, sahen schon sehr krustig aus. Obwohl das Batteriefach eigentlich unbeschädigt aussieht, man weiß ja nie, wo die Suppe hin kriecht, die aus diesen Teilen raus kommt. Ich werde es demnächst mal mit frischen Silber-Batterien versuchen, falls ich solche zu einem vernünftigen Preis bekommen sollte, aber ich fürchte, ich muss die Kamera wahrscheinlich eher einmal komplett demontieren, schauen, was da hakt, das dann fixen und dann besteht vielleicht noch Hoffnung. Da das Gehäuse auch schon unter der Belederung Rost zeigt, wäre das wahrscheinlich eh nötig: Alles ab, schleifen, neu grundieren, neu lackieren. Solche radikalen Dinge tue ich ja im Allgemeinen nicht, denn ich versuche, meine Kameras eigentlich im Fundzustand zu konservieren - Patina und so. Aber zur Erhaltung des vorhandenen Materials, glaube ich, ist es hier nötig. Die Rückwand ist besonders schlimm, lässt sich aber zum Glück aushängen, sodass ich die vielleicht erst mal gesondert behandle.


Nach der Grundreinigung sieht das gute Stück aber schon mal fast wieder aus wie eine Kamera. Besonders schmutzig war es im Spiegelkasten, der Spiegel war praktisch völlig blind und die Mattscheibe ist noch immer so lala. Da hat sich so ein feiner Staub in den Mikroprismen abgesetzt und ich glaube auch, das große Spiegelprisma müsste mal geputzt werden, aber da kommt man ja nur dran, wenn man das Top Deck demontiert. So weit bin ich dann doch noch nicht. Ich habe das ganze Gehäuse übrigens auch einmal mit Brennspiritus abgerieben, um den Teer abzubekommen - wenn Raucher wüssten, wie ihre Lungen von innen aussehen... Sag ich ja auch immer, wenn ich PC-Lüfter sauber mache...

Was auf dem Verschlussvorhang übrigens wie Pilzgeflecht aussieht, ging recht einfach mit einem feuchten Tuch ab. Ich glaube, das war tatsächlich nur irgendein Schmutz, denn Pilz habe ich ansonsten nirgends an den üblichen Stellen gesehen. Nur Staub und Zigarettenablagerungen. Wahrscheinlich ist das Nikotin und der Teer so giftig, dass nicht mal der Schimmel was damit zu tun haben wollte! ;-)


Ansonsten das Übliche: Spiegelanschlag und Lichtdichtungen zerfallen zu Bröseln und Matsch. Das ist wie so ein Mumiengrab in den Hollywood-Klischees: Man muss schnell sein, um es noch im originalen Zustand zu sehen, wenn man die Tür öffnet, denn es reicht ein leichter Luftzug und, zack, nur noch Staub. Also, bis auf den Pharao, dessen Fluch man gerade auf sich gezogen hat und der jetzt hinter einem her ist, um das Hirn zu fressen! :-D War doch irgendwie so, oder? Egal. Lichtdichtungen sind jedenfalls die einfachere Übung, da habe ich noch genug von, aber so ein kleines, selbstklebendes Schwämmchen für den Spiegelanschlag habe ich gerade nicht griffbereit. Aber das sind sowieso alles Operationen, die man erst machen würde, wenn man die Kamera irgendwie wiederbelebt bekommen hat.

Wie feucht das arme Teil auf den Flohmärkten gelegen hat, sieht (bzw. sah) man besonders gut an der Tasche, die um den Blitz drum herum war, den der Standbesitzer mir auch noch aufgedrängt hat. "Gehört dazu!" Ja, OK, aber Blitze sind so was, was ich irgendwie nie so richtig gebraucht habe. Übrigens ein Pentax AF240FT. Der sieht nicht mal schlecht aus, aber auch da habe ich noch nicht geschaut, ob der noch ein Lebenszeichen von sich gibt. Ist der wohl mit allen PK-Kameras kompatibel? Ich hab da ja noch diese zwei Chinons... ;-) Die Tasche ließ sich übrigens erstaunlich leicht reinigen. Ich hatte Angst, dass das Kunstleder entweder auf den Fensterreiniger oder auf den Alkohol im Spiritus mit Auflösungserscheinungen reagieren würde. So, wie die war, ging es aber nicht, die hätte ich so nicht ins Haus gelassen, die infiziert mir ja alles.


Fazit: Geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul. Eine wirklich schöne Kamera, die leider schwer misshandelt wurde. Ich hoffe, dass ich sie trotzdem vielleicht noch mal ans Laufen bekomme. Den jetzigen Zustand hat sie jedenfalls nicht verdient! Das arme Ding!

Revuenon-Special 1:2.8 f=135mm (mit Testbildern aus dem Garten)

Deja vu: Ja, ich habe genau dieses Objektiv in einer anderen Ausführung und mit einer anderen Seriennummer schon einmal hier im Blog gehabt. Als ich aber letztens auf dem Flohmarkt in Siegburg war, konnte ich dieses Exemplar nicht einfach so in der Grabbelkiste liegen lassen und habe es für 'n Fünfer mit genommen. Weil: Noch fehlten nur die Deckel, aber es waren noch keine groben Kratzer und Pilze zu sehen. Und ich hab ja so einen Retter-Komplex, ich sollte mal zum Psychologen gehen. The doctor is in oder so.


Jedenfalls, es handelt sich um ein gut erhaltenes Revuenon-Special 1:2.8 f=135mm, das sich auch recht gut reinigen lies: Ein bisschen mit Fensterklar den Tubus und die Linsen gewienert und danach mit etwas Alkohol angerubbelt, wegen der Bakterien und Pilze und was auch immer da alles drauf lebt. Danach war es eigentlich direkt benutzbar. (Die Bilder sind übrigens von vor der Reinigung; wie man sieht, so schmutzig war es eigentlich nicht.) Ich habe es dann auch direkt mal auf den M42-Adapter für die Sony aufgeschraubt und mal geschaut, was diese Version so kann. Im Vergleich zu den Bildern damals, als ich einen Adapter mit Linse benutzen musste, um auf Unendlich zu kommen, kann die spiegellose Alpha 7 das ja problemlos mit einem einfachen Verlängerunsgadapter machen, was grundsätzlich positiv für die Schärfe und Farbechtheit ist. Umgekehrt habe ich ja so meine Probleme mit dem Scharfstellen auf dem kleinen Monitor mit der mäßigen Auflösung, da ist mir ein echter Sucher wirklich lieber, wie ich ihn damals an der D610 hatte. (Ich vermisse die so sehr, dass ich immer wieder bei ehBlöd gucke, ob ich nicht günstig eine bekommen kann. Aber bei der Inflation sind die eher teurer geworden...)

Aber zurück zum Revuenon-Special. Ich weiß noch immer nicht genau, wer das damals hergestellt hat; da hat sich seit dem letzten Review auch wenig dran geändert, denn seitdem hat die KI-Revolution Google kaputt gemacht und man bekommt nur noch halluzinierte Ergebnisse von der Ja-Sage-Maschine geliefert. Danke auch dafür! (Ich finde eine einzige Quelle: Im Fratzenbuch hat jemand auf das Petax-Forum verlinkt, wo behauptet wird, das Teil wäre von Mamiya gebaut worden, was ja durchaus zur Build Quality passen würde.) Statt mich aber auf große oder kleine Namen zu verlassen, hier noch mal meine Eindrücke zu diesem Objektiv:


Solide verarbeitete Festbrennweite im mittleren Tele-Bereich, gut geeignet für Portrait-Arbeiten mit interessantem Bokeh, weit offen etwas weich, bei f/4 durchaus brauchbar, ab f/5.6 scharf. Im Unendlichen etwas weicher und bei weiten Blenden etwas CA, aber nicht schlimm, sondern für Alter, Vergütung und Bauweise angemessen. Billig wie Dreck, also mitnehmen, wenn man es findet. Weil umgelabelter Dritthersteller etwas ungeliebt, was ich bei der Abbildungsleistung etwas ungerecht finde. Hat einen gewissen Retro-Look, der typisch für diese günstigen 1970er-Festbrennweiten ist. Mir gefällt es sehr gut, ist aber auf Grund meiner zunehmenden Fehlsichtigkeit auf der Spiegellosen nur schwer zu fokussieren. Auf einer echten, passenden, dem Zeitalter entsprechenden Film-SLR hervorragend geeignet. Einziges großes Manko: 2,50m Mindestabstand sind schon sehr, sehr viel!

Und hier noch ein paar Bilder, die ich im Garten gemacht habe, nachdem ich es sauber gemacht habe und der Kater es fast vom Tisch gekegelt hat. (Aufmerksame Beobachter werden feststellen, dass das letzte Bild da oben nicht auf dem Tisch entstanden ist, sondern auf diesem Gartenhocker direkt vor der Wand, der da schon immer rum steht. Weil: Katze!)


Hier kann man gut sehen, dass weiter geschlossene Blenden ein insgesamt abgerundeteres Ergebnis liefern: Ab f/8 ist es richtig scharf und tut schon fast in den Augen weh, während es aber noch einen Rest seiner charakteristischen Hintergrundunschärfe beibehält. Offenere Blenden werden langsam immer weicher, bis es bei f/4 die Grenze dessen erreicht, was die meisten Leute mit ihren verwöhnten Augen noch zu akzeptieren bereit sind. Offen bei f/2.8 hat es ein gewissen Glow, der jetzt nicht wirklich störend ist, solange man nicht mit dem Pixel Peeping anfängt. Das Problem liegt aber auch zum Teil an mir, denn fokussieren bei dieser Brennweite auf Entfernung nahe der unteren Skalen-Grenze ist schon bei guten Augen nicht einfach, mit meinen eher unmöglich auf dem kleinen Sucherbild der A7. Schnittbildsucher und Microprismen waren echt eine total gute Erfindung und ich weiß nicht, warum wir sowas heutzutage nicht mehr haben dürfen!


Wie man sieht, ich finde dieses Objektiv einfach gut. Vor allem bei diesem Preispunkt. Auf der Auktionsplattform zahlt man evtl. etwas mehr, wer aber bereit ist, eine halbe Stunde oder zwei in Reinigung und Wartung zu investieren, kann dieses Teil auf jedem gut sortierten Flohmarkt finden. (Ich muss mal nach der "nicht-spezial" Version Ausschau halten und die vergleichen. Der Unterschied ist, soweit ich weiß, dass die nämlich aus Korea kommt - Samyang? -, während das Special laut Gravur japanischen Ursprungs ist - Cosina? Komine? Sun? Tatsächlich Mamiya?) Ich sollte das auf jeden Fall mal mehr benutzen, denn wenn man es anständig fokussiert bekommt, macht es richtig schöne Fotos!

Minolta MD Balgengerät

Da war letztens Trekdinner und der F hat mir schon wieder was aus dem Keller mit gebracht: Dieses hervorragend erhaltene Minolta MD Balgengerät! Wollte ich schon immer mal haben. Also, jetzt nicht unbedingt für Minolta MD, aber das kann man ja adaptieren. Ich habe es dann direkt mal aus der Pappschachtel genommen und ausprobiert. Die Sonne war gerade vorhanden, der Garten war warm, die Dias vom Schwiegervater hatte ich auch letztens erst wieder zusammengeklaubt, als die im Keller den Akku für die PV-Anlage angebracht haben. Beste Voraussetzungen also!


Die Unwissenden unter uns werden sich jetzt fragen: Wozu zum Ficus braucht man ein Balgengerät und was ist das überhaupt. Nun, also, im Allgemeinen verwendet man ein solches, um damit Makro-Aufnahmen zu machen. Also, sehr sehr kleine Teile sehr sehr groß erscheinen zu lassen. Mit gängigen Normal-Objektiven kommt man so ca. auf 50cm an seine Subjekte heran, das ist dann meist sowas wie ein Maßstab von 1 zu 10. Ein 1mm großes Dingsbums wird also auf ein 0,1mm großes Abbild auf der Filmebene (Sensor) projiziert. Normale Makros schaffen vielleicht 1:6 oder 1:4. Teure Makro-Objektive kommen auf 1:1. Das wirkt dann schon riesig, wenn ein Legostein fast das gesamte Bild ausfüllt.

Wem das alles noch nicht reicht oder sich kein teures Makro leisten will, der nimmt einen Makro-Zwischenring: Damit kann man dann näher ran gehen als nur mit dem Objektiv, weil der Abstand zwischen Bildebene und Sensor entsprechend vergrößert wird. Das geht natürlich auf die Lichtwerte, aber im Allgemeinen bewegen sich Dinge, die man makro-fotografieren will, ja nicht. Ein Balgengerät ist im Prinzip auch nichts anderes als ein Makro-Zwischenring, nur dass er eben variable ist und man damit einen entsprechend größeren Brennweitenbereich abdecken kann. Außerdem, wie in diesem Fall, gibt es noch die Möglichkeit, auf der Vorderseite des Objektives einen weiteren Balgen anzuklemmen, der dann in eine Milchglasscheibe mündet, vor der man ein Dia oder ein Negativ platzieren kann. Und, zack, kann man Kopien anfertigen, wenn man das Ding in eine Lilchtquelle (am Besten die Sonne, weil die farblich "neutrales" Licht produziert) hält. Krasse Scheiße! Ja, so wurden früher tatsächlich Kopien angefertigt: Wenn man eine Dia-Show seinen Außendienstmitarbeitern (jetzt nicht unbedingt einem Staubsauger- oder Enzyklopädie-Vertreter, sondern mehr so spezialisiertere Fachbereiche) mitgeben wollte und man brauchte so 24 bis 36 Kopien, dann hat man halt einen ganzen Film voll mit einem Dia fotografiert. Da sich Dias auch nicht bewegen, konnte man dann auch zB den guten, hochauflösenden, aber arsch-langsamen Dokumenten-Film verwenden.


Heutzutage kann man damit einfach und schnell Dias und Negative digitalisieren, wie man hier sehen kann: Sony an den Adapter geschnallt, da den Balgen drauf, vorne ein gutes MD-kompatibles Objektiv drauf, fertig ist die Kopierstation. Mein 55/1,7 MR eignet sich zwar, aber nur bedingt; ich müsste mal suchen, ob ich im Netz oder auf dem Flohmarkt was Passenderes finde. Das hat auf die Entfernung/Vergrößerung schon ein paar Verzerrungen und das Filtergewinde ist recht klein, passt also nur mit Step-Up-Ringen einigermaßen Lichtdicht da dran, und dann musste ich es noch mit Tesa fixieren. Der Strahlengang war dadurch nicht ganz gerade und die Dias schief. Zum Ausprobieren ging es aber trotzdem. Musste ja nicht perfekt sein. Ein paar Beispiele gibt es im "Erweiterten Eintrag".

Fazit: Ein weiteres, extrem praktisches Stück antiker Fototechnik in meiner Sammlung! Danke an F mal wieder. (Ich installiere ihm dafür auf sein altes Notebook ein Mint, damit das nicht weiter mit Win 11 gequält werden muss! ;-)) "Minolta MD Balgengerät" vollständig lesen