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Gevabox (1951) - Innenleben und Ölung

Der Verschluss an dieser Gevabox ist mindestens langsam, wenn nicht sogar ein bisschen asynchron. Wie ich ja bereits gesagt hatte: Wenn man den Auslöser drückt, klappt "hinter" dem Shutter erst mal das ganze Fenster auf (als wäre die Kamera auf B eingestellt), dann löst der eigentliche Verschluss aus, der sich "davor" befinden, und am Ende schließt sich das Fenster wieder. Ein bisschen over-engineered, aber es scheint seine Dienste zu tun - wenn das Öl da drin nicht ausgetrocknet wäre. Deswegen habe ich im Wechselsack als erstes mal den Film entfernt, der da seit Urzeiten drin liegt - der alten DIN-Nummer nach zu urteilen seit den 1950ern!


Dann habe ich mir den Verschluss mal genauer unter die Lupe genommen. Da ich noch immer kein Feinmechanik-Öl habe, habe ich stattdessen mit einem Wattestäbchen ein bisschen vom guten Teslanol da drin verrieben, in der Hoffnung, dass das an die korrekten Stellen kriecht. Das hat neben den Benzinen und anderen Alkanen ja auch ein fettende Wirkung, weil das das Zeugs ist, das eigentlich in die Potis meiner Stereoanlage gehört. Ist wahrscheinlich völlig das Falsche und ich sollte endlich mal ein bisschen nicht kriechendes Feinmenchaniköl ran schaffen, aber. Es ist nun mal das, was ich zur Hand habe.


Und nach dieser Behandlung und mehrfachem Auslösen scheint die ganze Mechanik sich auch etwas gefangen zu haben und jetzt wieder zu funktionieren, wie es gedacht war, damals, 1951! Kaum zu glauben, dass sowas so lange überlebt und dann noch immer (mit etwas Hilfe) wieder zum Leben zu Erwecken ist!

Ansonsten, hier noch ein paar Ansichten vom Innenleben. Sieht jetzt nicht besonders spektakulär aus, aber das war damals ja auch schon keine High Tech. Mehr so untere Consumer-Klasse. Schließlich wollte Gaveart hauptsächlich den Verkauf der eigenen Filme ankurbeln und dafür den Massenmarkt erschließen. Dafür ist das Ding erstaunlich gut verarbeitet. Ich muss mal gucken, ob ich da noch ein bisschen Lichtdichtung anbringe, aber im Großen und Ganzen scheint sie eigentlich dicht zu sein - zumindest, wenn man sie in der Tasche verwendet, sollte kein Licht rein fallen können. Hoffentlich. Wir werden sehen! ;-)


Fazit: Eine meiner leichteren Übungen. Mal sehen, wie lange da dauert, bis das Teslanol verdampft ist und der Verschluss wieder fest steckt! ;-)

Gevabox (1951)

Immer diese Flohmärkte. Schlimm! Schlimm, schlimm! Dieses Mal (also am 3.5. beim Lutz) habe ich mir diese wirklich antike Gevabox mit genommen. Tatsächlich nur, weil die so hübsch aussieht. (Und ich vermute, dass sie funktioniert. Ich mein, was ist an diesen alten Box-Kameras schon dran, was kaputt gehen kann? Der Verschluss, ich weiß. *foreshadowing*)

Meine Augen auf sich gezogen hat dieses Gerät beligischer[1] Machart, soweit ich die Firmengeschichte von Gaveart verstehe, aber eigentlich, weil diese Kamera - im Gegensatz zu so manch anderer Box-Kamera - mit "Features" daher kommt. Während man bei den üblichen Agfa-Boxen einfach mal vielleicht Offenblende (f/11) und eine Stufe abgeblendet (f/16) verwenden kann, kommt diese gleich mit drei verschiedenen Blenden: f/8, f/11 und f/16. Sie hat zwar trotzdem nur eine einzige Verschlusszeit (die ganz vorsichtig mit "etwa 1/50s" im Handbuch angegeben wird, also keine Garantien! ;-)), aber in der Kombination mit den entsprechend unempfindlichen Filmen der damaligen Zeit klingt das nach einer brauchbaren Kombination. Außer, dass man bei diesen Brennweiten, die Mittelformatkameras nun einmal haben, durchaus mit Verwacklern rechnen sollte!


Aber hier kommt ein weiteres Feature ins Spiel: Der Auslöser hat einen Schraubanschluss für einen guten alten Drahtauslöser! Luxus! Das klingt jetzt bösartiger, als ich das tatsächlich meine! Denn im Ernst: Um das Verwackeln beim Auslösen möglichst zu minimieren, ist so ein Drahtauslöser eine total gute Erfindung: Man kann die Kamera entweder auf ein Stativ montieren, dann hat man praktisch null Verwacklung, oder man presst sie ganz feste an den Körper und verreist definitiv nicht, wenn man den recht langen Hub dieses Auslösers schnell durchdrückt. Also definitiv ein Pluspunkt!

Daneben gibt es auch noch eine B-Einstellung für den Verschluss. Wobei das eigentlich gelogen ist: Dreht man das Knöpfchen vorne auf B, bewegt sich der gesamte Verschluss-Mechanismus für die ~1/50s aus dem Weg und es bleibt nur die Klappe übrige, die sich dahinter befindet und die grundsätzlich immer auf geht, wenn man den Auslöser drückt, und sich wieder schließt, wenn man ihn los lässt. Raffiniert!


Aber es gibt noch einen weiteren, deutlichen Unterschied: Andere Box-Kameras sind fest auf irgendwas Hyperfokal-Unendliches eingestellt. Diese nicht: Man kann die Linse drehen und bekommt so die Möglichkeit, richtig zu fokussieren! Wahrscheinlich ist das durch die Blendenöffnung von f/8 auch tatsächlich nötig, denn sonst hätte man wohl kaum den ganzen Entfernungsbereich bis hin zur Portrait-Entfernung abdecken können. Auch wenn das nur ein ganz simpler Einlinser ist, man also eigentlich gar nicht von einem Objektiv sprechen kann, sollte das doch die Qualität (Schärfe) deutlich erhöhen!

Ansonsten gibt es noch einen kleinen Tragegriff oben dran und - wie man auf den Fotos oben sehen kann - eine genähte Kameratsche gleich mit dazu. Ist das Leder? Ist das Kunstleder? Nach 70 Jahren oder mehr macht das kaum noch einen Unterschied, es beginnt zu desintegrieren. So - ist wie meist bei solchen Geräten - die Klappe an der Knickstelle brüchig geworden und nun leider nur noch dabei, aber nicht mehr dran. Ebenso ist der Riemen wohl schon vor langer Zeit verloren gegangen. Ich muss damit mal zu unserem Leder-Menschen unten im Dorf gehen, der auch die Schuhe macht; vielleicht kann der die Klappe wieder annähen und hat passende Lederstreifen, die man als Riemen anbringen kann.


Was macht diese Kamera noch besonders? Der Lademechanismus: Denn während man bei den Agfa-Boxen meist hinten den Filmhalter raus fummeln muss, macht man dies hier seitlich - und mit deutlich weniger Fummelei! Einfach den Knopf an der Seite in die angedeutete Richtung drücken/ziehen/schieben, dann kann man das gute Stück sehr leicht in zwei Teile zerlegen, um den Film zu wechseln.

Apropos, ich weiß nicht, wann diese Kamera das letzte Mal in Einsatz war, aber es befindet sich ein auf Bild 3 vorgespulter Film mit rosa Papierrücken und der alten DIN 4523 B20 darin, 17°/10 DIN, ASA 40 (ich nehme an - wegen des Bruchstrichs -, altes DIN/ASA? Also ungefähr heutiges ISO ASA 80? Das steht übrigens nicht auf dem Film, ich habe das so im Netz gefunden) Keine Ahnung, ob ich die ersten drei Bilder entwickeln soll, oder ob da doch nur Grauschleier bei raus kommt. Ich hab den Film jedenfalls mal in seinem jetzigen Zustand da raus gefummelt und in eine passende 120-Hülse gepackt. Schaumama. ;-)


Und zwar weil ich den Verschluss genauer unter die Lupe nehmen musste. Denn auch, wenn diese Art von Kamera ja praktisch unverwüstich ist, bevor ich damit einen Film belichte und da nachher nur Blödsinn bei raus kommt, möchte ich doch gerne sicherstellen, dass der Verschluss zumindest ungefähr das macht, wozu er designt wurde. Deshalb, im Wechselsack geöffnet, Filmspulen raus gezogen und wieder aufgewickelt. Wir werden sehen. Vielleicht belichte ich den ja auch einfach zu Ende. Was soll schon dabei raus kommen? Nichts?! ;-)

Fazit: Schon wieder ein spannendes Stück Fotografiegeschichte! Ich wusste gar nicht, dass so kurz nach dem Krieg bereits wieder Kameras dieser Art gebaut wurden, vor allem auch noch in internationaler Kooperation (siehe Fußnote 1). Und für die Zeit war das Teil echt gut ausgestattet! Mal sehen, ob sie auch tatsächlich läuft und Fotos macht!

[1] ...oder doch deutscher? Gaveart, damals noch eigentlich ein reiner Chemiekonzern, hat diese 6x9-Box wohl in Wuppertal bei Herrman Wolf bauen lassen, wenn ich das Internet richtig lese.

Schwarz-weiß und analog, Teil 341: Mit der Diginette rund um den Kurpark

Fomapan 200 #15, März 2026
  • Dracora Dignette
  • Entwicklung: Fomadon P Stock #3 20° 6:00 Minuten, Adofix Plus 1+5 #26 (?), 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Es folgen mal wieder ein paar s/w-Fotos. Den Film aus der Dignette habe ich ja schon vor etwas längerer Zeit begonnen hier vorzustellen, es kam nur immer wieder was Neues dazwischen. Also alles wie immer. ;-)

Heute also Kurpark: Da haben wir das Feuertreppenhaus des ehemaligen Kurhauses. (1/50s, f/11.) Eines der wenigen Fotos, bei denen die langsame 1/50s sekunde tatsächlich (fast) funktioniert hat, wie sie soll. So können wir dierekt mal in die Ecken schauen und feststellen: Die Verschierungen sind auch bei f/11 noch da. ;-) Und das Bild ist verwackelt.


Überhaupt, jetzt kommen erst mal die ganzen "defekten" Bilder, die alle irgendwie verwackelt sind, weil die Belichtung mit der langen Zeit nicht so recht will, oder irgendeinen anderen Problezustand darstellen. So sind etwa die Enten am Teich auch noch total unscharf. (1/200s, f5,6.) Wahrscheinlich wieder über den Anschlag hinaus gedreht. Muss ich echt was gegen machen, wenn ich die Kamera noch mal verwenden will. Die Notrufbank hingegen ist einfach nur total wackelig, weil die Zeit nicht stimmt. (1/50s, f/5,6.) Sieht schon ein bisschen nach Kunst aus! ;-) Ebenso die Sittiche, von denen nur noch ein Schmier übrig geblieben ist! (1/50s, f/4.)

Kommen wir also zu Bildern, die mehr Inhalt haben, die was geworden sind. Da hätten wir direkt mal zwei vom ehemaligen Kloster oder was ist das da? (1/200s, f/11.) Ich fasse die beide mal zusammen, denn schließlich zeigen die das gleiche Gebäude, nur aus unterschiedlichen Perspektiven. Und wenn der Verschluss richtig funktioniert, macht diese kleine Kamera erstaunlich gute Bilder. Ja, die Ecken sind ausgefranst, aber das ist bei diesen simplen Objektiven ja normal und in der Retro-Fotografie mit so einer Kompaktkamra ja schon fast ein muss! ;-)


Den Container mit Rüsseltier konnte ich natürlich auch nicht einfach so stehen lassen! (1/200s, f/11.) Auch hier habe ich praktisch nichts an dem Bild auszusetzen. Schön kräftig kontrastreich, was aber auch nur möglich ist, weil ich weit von der Sonne weg fotografiert habe! ;-)

Danach bin ich dann den Berg hoch, zwischen den Häusern ist ein Fußweg, der hoch zur Klinik führt, wo auch diese Laterne und der Basketballkorb stehen. (1/200s, f/11.) (Warum schreibe ich das jedes Mal dazu? Der überwiegende Teil dieses Eintrages ist bei diesen Werten entstanden! ;-)) Hier sieht man, wie der Kontrast nachlässt, je stärker man an die Sonne kommt. Die Linsen "glühen" leicht, wenn ich das mal so sagen darf. Gut, da hätte ich jetzt kompensieren müssen und vielleicht noch stärker abbelnden sollen, aber dann verschwinden die Strukturen im Schatten und das wollte ich nicht!

Der Weg unter den Bäumen zum Wildgehege hingegen sieht wieder brauchbarer aus. (1/200s, f/8.) Und das ist auch gut so, denn wie man sehen kann, habe ich das Wild auch tatsächlich erwischt! Wenn auch weit entfernt und somit entsprechend klein. Ja, die Viecher waren halt weit weg und ich hatte nur Normalbrennweite! ;-)


Wie kräftig die Kontraste raus kommen, kann man an diesem Spanndings vom Zaun sehen. (1/200s, f/11.) Dass ich hier so weit abblenden musste, hat den Vorteil, dass fast alles bis auf den Hintergrund scharf ist, was dem Bild eine gewisse Tiefe gibt. Gefällt mir ja mal wieder sehr gut, aber anderen ist das wahrscheinlich zu abstrakt.

Als nächstes noch zwei verunglückte Bilder: Die Wurzel im Wald (1/50s, f/11.) sieht ebenfalls sehr abstrakt aus, so verwackelt wie sie ist, genau wie das Naturschutzgebietschild mit dem Vogel drauf (1/50s, f/16.). (Ich schreibe übriegns immer die Zeit auf, die ich eingestellt hatte, nicht die, mit der die Kamera dann auch tatsächlich belichtet hat. Weil, die weiß ich ja nicht, die kann ich nur raten. Ich denke, dass die hier schon eher im niedrigen Zentelsekundenbereich liegt.) Witzig sieht das ja aus, aber halt nicht das, was man eigentlich haben will. Aber ein gutes Beispiel dafür, was einen bei 70 Jahre alten Kameras erwartet! ;-)


Apropos alt: Halb so alt wie die Kamera ist dieser historische Benz! (1/200s, f/11.) Gut erhaltenes Stück. Mag ich. In meiner Jugend hatte der Vater ja was ähnliches. Da sieht man, wie alt ich bin. Wundere mich noch immer, dass sowas heutzutage schon "historisch" ist und mit H-Kennzeichen rum fährt!

Gegen Ende des Filmes ging es dann auch wieder zurück in bekanntere Gebiete. So habe ich mal wieder den Drachentöter mit genommen, damit man was zum Vergleichen hat mit all den anderen Drachentötern, die ich immer mit alten Kameras erstelle. (1/200s, f/11.) Da ich wie gesagt nur die Normalbrennweite habe und man auf der Kamera auch nichts anderes anbringen kann, eher klein. Aber ich finde, das Bild hat trotzdem was. Das Haus im Hintergrund stört mcih etwas. Was den Vergleich mit anderen Kameras angeht: Schwierig bei f/11. Da ist eh alles scharf! (Ich kenne nur ein Objektiv, das bei f/11 noch immer nicht wirklich anständige Bilder macht, und das ist dieses ganz schreckliche Hanimex-Weitwinkel! :-D


Zum Schluss noch ein Bild vom Kirchturm durch die noch winterkahlen Bäume hinweg. (1/200s, f/11.) Hübsch, aber nichts, was ich nicht schon 100 Mal gemacht hätte. Aber daher auch gut im Vergleich.

Und ganz am Ende noch der frisch aufgeblühte Azaleen-Busch. (1/200s, f/16.) Das ist die "schnellste" Einstellung, die die Kamera glaube ich kann. Oder geht die bis f/22? Muss ich noch mal nachschauen. Aber das hat hier jedenfalls gerade so ausgereicht, die Blüten einigermaßen gut abzubilden. War sehr hell an jenem Morgen im März!

Das war jedenfalls dieser Film. Was kommt als nächstes? Oh, ich muss dringend mal scannen. Man kommt zu nichts! ;-)

Schwarz-weiß und analog, Teil 340: Mit der Diginette durch Siegburg

Fomapan 200 #15, März 2026
  • Dracora Dignette
  • Entwicklung: Fomadon P Stock #3 20° 6:00 Minuten, Adofix Plus 1+5 #26 (?), 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Ich muss sagen: Mit der kleinen Dignette durch Siegburg zu laufen und ein paar Bilder zu schießen, hat ausgesprochen Spaß gemacht. Aber besonders, weil die Bilder nachher auch so brauchbar aussehen, bin ich doch durchaus erstaunt. Die Kamera befindet sich nun wirklich nicht im besten Zustand, und trotzdem: Was am Ende raus kommt, kann sich sehen lassen.

Als wir an diesem leicht bewölkten Tag in Siegburg waren, haben wir meist unten an der Feuerwehr geparkt und sind dann zu Fuß in die Stadt rauf, vorbei an dem noch immer leer stehenden Gebäude, bei dem ich die Feuerleiter mitgenommen habe. (1/200s, f/8.) Man sieht auch hier wieder die leichten Verzerrungen in den Ecken, die Optik ist halt doch sehr einfach gehalten. Aber im Zentrum macht sie sehr scharfe Fotos, mit denen man durchaus arbeiten kann. Zusammen mit dem kontrastreichen Foma 200 gibt das dem Ganzen so einen leichten Lost-Place-Vibe, obwohl das Haus so lange nun auch wieder nicht leer steht. (Wobei, mittlerweile rechnen wir das glaube ich schon in Jahrzehnten...)

Das ist irgendwie schade, denn das ist ein toller Ausblick, den man da aus den Fenstern auf die Abtei hat. (1/200s, f/16) Hier habe ich mal bewusst mitten ins Licht fotografiert und siehe da: Lensflare! Aber sieht trotzdem ganz spannend aus und in den Mauern haben sich auch erstaunlich viele Details erhalten, was ich von so einer altmodischen Point and Shoot aus den 1950ern eigentlich nicht erwartet hätte.


Wie lange steht eigentlich mittlerweile dieser Container da rum? (1/200s, f/11.) Ich glaube, den habe ich schon so oft mit genommen, der dürfte schon eigentlich gar nicht mehr da stehen. ;-) Das Objektiv mag ja an den Ecken diese verzerrten Wischeffekte produzieren, aber mittig und auch bis an die Ränder ist es ansonsten recht verzerrungsfrei, wie man hier bei den geraden Linien sehen kann. Wenn ich doch die Kamera mal gerade halten könnte. Man möge es mir vergeben, dieser kleine Sucher verträgt sich nur bedingt mit meiner Brillenstärke! ;-)

In der Stadt habe ich dann ein elektrisch unterstütztes Post-Fahrrad entdeckt. (1/200, f/5,6.) Eigentlich waren das ja sogar zwei, aber die beiden Postbediensteten (m/w) waren schnell, die wollten sicher auch in den Feierabend, sodass ich extra noch mal Anlauf nehmen musste! ;-) Das ist zwar jetzt nicht wirklich weit offen, aber auch bei f/5,6 ist die Schärfe eigentlich nicht viel schlechter als weiter oben bei f/8 und f/11. Kann sich sehen lassen.


Richtig weit offen habe ich dann in der alles verkaufenden Drogerie mit dem M im Namen gemacht, als ich dieses Kuhkissen vor die Linse genommen habe. (1/200s, f/3,5.) Erstaunlich, übrigens, dass dieses Bild überhaupt was geworden ist, denn eigentlich sollte das total unterbelichtet sein bei einem 200er Film. Also, so zwei bis drei Stufen. Ich hatte nämlich eigentlich 1/50s gemessen. (Gut, dass ich das nicht gemacht habe, dann wäre es wahrscheinlich wieder total verwackelt worden.) Aber scheint auch so zu gehen. Die Schärfe ist hier nicht so berauschend, was aber eher daran liegt, dass ich teilweise näher dran war als erlaubt. Die Augen habe ich aber ganz gut getroffen. Erstaunlich brauchbar. Nicht überragend, aber doch auf jeden Fall brauchbar.

Apropos unbrauchbar: Habe ich wieder vergessen, am Fokus zu drehen? Oder habe ich wieder zu weit gedreht gehabt? Wie gesagt, der Pinnörkel für den Fokusanschlag fehlt am Objektiv. Deshalb ist die Vespa wahrscheinlich total unscharf geworden. (1/200s, f/8.) Schwamm drüber! ;-)


Das gleiche gilt für das 1984-Schild! Mist! (1/200s, f/8.) Wenn ich die also noch mal häufiger verwenden sollte, insbesondere falls ich den Verschluss doch mal richtig ans Laufen kriegen sollte, dann muss ich da echt drauf achten oder eben einen neuen Pinnörkel anbringen. So geht das ja nicht!

Aber immerhin ist das letzte Bild für heute was geworden: Wir leben in Zeiten, in denen (noch immer) Meerengen blockiert werden und der Spritpreis ins unermessliche steigt, deshalb dieser Text auf diesem Bier-Schild. (1/200s, f/8) Ich fand es witzig und es war mir ein Negativ wert. Und wie man sieht, dieses Mal auch scharf. Also, fast. So gut das auf die Entfernung mit einem externen Schnittbildsucher funktioniert. Auf einem dieser zeitgemäßen briefmarkengroßen Abzüge hätte man das wahrscheinlich nicht gesehen, auf einem 27" 4k-Monitor schon. ;-)

Nächstes Mal: Ein Besuch im Kurpark, um den Film zu füllen! Und dann muss ich dringend mal den Scanner anwerfen, ich habe da noch zwei ungescannte Filme liegen und einen, der noch nicht mal entwickelt ist. Also alles wie immer! :-D

Dritter Versuch: Sigma Zoom 75-300mm Reparatur

29.4.: Apropos brüchiges Plastik: Das letzte Mal, als ich versucht hatte, das Sigma Zoom 75-300mm [Versuch 1] [Versuch 2] von F zu reparieren, sah es eigentlich schon ganz gut aus - außer, dass ich die Schraubpfosten etwas ungleichmäßig und vor allem zu hoch wieder aufgebaut hatte. Das Bajonett saß dementsprechend schief und das ganze Objektiv war darüber hinaus ein bisschen kurzsichtig. Weil ich mal meinen Stapel an zu reparierenden Photographica verkleinern muss, habe ich mir das also geschnappt und ein bisschen mit dem Dremel bearbeitet.


Die Demontage von dem Ding ist ja nicht so schwer, danach habe ich die von mir aufgebauten Pfosten ein bisschen runter geschliffen. Leider ist dabei der eine schon wieder abgebrochen. Aber ich hatte jetzt keine Lust, schon wieder neues Miliput anzurühren, dann einen halben Tag zu warten, bis das ausgehärtet ist, dann wieder zu schleifen und ad infinitum weiter so. Ich hab einfach den Pfosten ebenfalls runter geschliffen und hoffe auf das Beste.


Um die allgemeine Kurzsichtigkeit dieses Objektivs ein bisschen zu korrigieren, habe ich dann beim letztendlichen Fitting auch noch einen der Ringe weg gelassen, die da drin verbaut sind. Das bringt zwar nur minimale Unterschiede, aber ich habe den Eindruck, jetzt passt es besser und macht in die Unendlichkeit fast gute Fotos. Muss ich noch genauer mit der A7 abstimmen.

Der große Nachteil ist allerdings, dass ich jetzt noch mehr Staub zwischen den Linsen habe, und zwar von dem runter gefeilten Milliput. (Zum Glück ist mir ja auch die Versiegelung da raus gefusselt, weil die sich mit ihrem Weichmacher gestritten hatte, sodass ich den Staub genau so gut durch Ein- und Ausfahren da raus bekomme, wie ich ihn auch rein kriege!) Und dass zwei der Schrauben wieder nicht mehr greifen wollten. Klar, auf der einen Seite ist ja auch der Pfosten wieder defekt. Da habe ich jetzt aber auf beiden Seiten ein bisschen Sekundenkleber rein gequetscht. Geht auch. Der hält hoffentlich auch das Gewicht dieses nicht ganz leichten Objektivs aus. Ich bin noch immer der Meinung: Das ist eine Fehlkonstruktion seitens Sigma gewesen. Das Ding ist viel zu schwer, hat viel zu viel Glas verbaut; vor allem, wenn man es auf die volle Zoom-Stufe ausfährt, wird es sehr kopflastig und beansprucht den Bajonettanschluss sehr heftig. Den also nur mit Metallschrauben in Plastik anzubringen, ist ein bisschen mehh... So teuer kann ein Metall-Tubus doch auch wieder nicht sein! Am besten wäre: Ein 3D-Drucker, der mir ein komplett neues Teil bauen könnte, das ich dann austauschen kann. Aber die Maße so genau hin zu bekommen, ist wahrscheinlich unmöglich.


Wie auch immer, das Ding funktioniert jetzt wieder, aber ob ich mich traue, das noch mal wieder mit in die Wildnis zu nehmen, bezweifle ich. Besonders, weil ich mittlerweile ja mehrfachen Ersatz habe: Das 70-210/4 von Minolta ist größtenteils ausreichend, das 100-200/4.5 Minolta ist schön für Portraits, und wenn es wirklich mal sehr langes Tele sein muss, dann nehme ich halt das ATX 80-400.

Jedenfalls, zum Beweis, dass man die ganzen Dreck, der jetzt da drin ist, unter normalen Umständen eher nicht sieht, hier ein paar Garten-Testfotos. Ihr kennt unseren Garten und dessen Chaos mittlerweile besser als ich! ;-)


Sieht doch eigentlich ganz gut aus, oder? Und das ist ja auch der Grund, weshalb ich dieses Objektiv trotz seiner Probleme nicht ganz aufgeben wollte. Es ist optisch nämlich eigentlich ganz in Ordnung! Nicht das schärfste, kein Vergleich zu den beiden oben erwähnten Minoltas, aber trotzdem durchaus befriedigend. Und es ist halt ganz praktisch. Wie gesagt, eigentlich schade drum, dass ich es wohl nicht mehr mit nehmen werde, weil ich Angst habe, dass es wieder "knack" macht und ich die ganze Prozedur wieder von vorne angehen muss! Obwohl, Milliput habe ich ja noch genug im Kühlschrank liegen! (Ich hoffe, das ist noch gut!) ;-)


So, und mit Katzenfotos verabschiede ich mich für heute. Wieder eine erfolgreiche Reparatur. Mehr oder weniger. Man kann halt nicht alles retten. Aber falls wir es tatsächlich jemals zu einem 3D-Drucker bringen sollten, wäre das ein Teil, das ich tatsächlich mal versuchen würde. Wie hoch ist die Auflösung von den Teilen heutzutage? Kann man da so kleine Schraublöcher herstellen? Ich habe da leider nur sehr begrenzte Ahnung von und das Machwerk in Hennef hat ja leider zu gemacht, weil die Miete zu hoch war - jetzt steht der Laden leer, was scheinbar lohnender ist? Seltsame Welt. Die Leute da hätte ich jedenfalls mal nach sowas fragen können, die hatten Ahnung (und mehrere Drucker). Naja, mal sehen...