Skip to content

Bunt, in Farbe und analog, Teil 10: Tomb Raider Meeting 2023 - Kodak Gold

Kodak Gold 200 #4 + #5, Juni 2023
  • Nikon F601, Nikon Series E 50mm 1:1.8, Nikkor AI 200mm 1:4, Nikkor AF 85mm 1:1.8, Nikkor AI 35mm 1:2
  • Entwicklung: Labor (Rossmann)
Nachdem ich vor ein paar Tagen hier die Schwarzweiß-Fotos vom Tomb Raider Meeting vorgestellt habe, kommen heute eine paar bunte, die ich mit der F601 gemacht habe. Wie in alten Tagen! Habe glaube ich mit dieser F601 noch gar keinen bunten Film belichtet. Aber das Gefühl von 1990er-Urlauben in Dänemark war direkt wieder da.

Insgesamt sind es dann zwei Filme geworden, von denen ich hier aber wie immer nur die vorstellen möchte, die keine Personen zeigen. Der Kodak Gold 200 ist vom Material her auch so ziemlich genau die Qualität, die ich damals in den 1990ern verschossen habe. Somit haben die auch das entsprechende Retro-Feeling. (Wobei ich damals meist den noch billigeren Kodak VR verwendet habe, den es aber glaube ich gar nicht mehr gibt.) Ich habe den Eindruck, dass sie einen leichten Stich ins Lilane haben, aber das kann auch an meinem Scan liegen. Ich mache sonst ja hauptsächlich s/w, da bin ich das nicht gewohnt. Die Filme waren jedenfalls mehr oder weniger frisch, das Mindesthaltbarkeitsdatum gerade so abgelaufen, wenn ich mich recht erinnere.

Kommen wir aber zu den Bildern, insbesondere zu Film 1: (Bei allen Bildern fehlen die Belichtungsangaben, denn in der Hitze des Gefechtes hatte ich dafür nicht auch noch Zeit. Außerdem handelt es sich ja hauptsächlich um Schnappschüsse ohne großen künstlerischen Anspruch. ;-))

Das erste Bild zeigt das Kurhaus in Bad Grund. (35mm) Mal wieder habe ich die üblichen Probleme, die Kamera gerade zu halten. Unten links in der Ecke sieht man ein paar Mitglieder unserer Geocaching-Gruppe, sie mögen mir verzeihen, dass sie dann doch mit drin sind. Aber das Sucherbild der F601 ist merklich kleiner als das, was nachher auf dem Film landet. Da die automatischen Abzüge, die man aus dem Labor bekommen hat, ja auch immer ein bisschen ausgeschnitten waren, ist das früher nicht so aufgefallen. Aber meine Scans versuchen immer, möglichst viel der belichteten Fläche einzufangen. Jedenfalls, wie man sieht, das Wetter war eher so naja. Durch den leichten Lila-Stich sieht es allerdings drohender aus, als es tatsächlich war.


Die Steine in der Grubenlore vor der Kirche sind ganz interessant raus gekommen. (35mm.) Würde mich interessieren, welche Blende ich da benutzt habe. Muss ja relativ weit offen gewesen sein. Aber nicht zu sehr. 2,8? Keine Ahnung. Die Kirche ist jedenfalls schön unscharf, so wie ich es gerne habe. Auch hier könnte der Horizont etwas gerader sein, aber aus dieser halb hockenden Position kann man das entschuldigen.

Der Zwerg hinter der Kirche wirkt sehr viel Schärfer, habe ich den Eindruck, was wohl am verwendeten Objektiv liegen wird. (85mm.) Das ist ja eh immer rattenscharf. Auch die Farbwiedergabe erscheint mir etwas besser. Liegt es vielleicht daran, dass auf dem 35er ein Skylight drauf ist, während auf den anderen, also insbesondere auch auf dem 85er, nur ein normales UV-Filter sitzt? Hm. Der Unterschied ist mir früher nicht so aufgefallen. Aber wahrscheinlich liegt es dann doch eher am Objektiv selber, oder? Das ältere AI ist völlig anders vergütet, was man auch gut sehen kann, wenn man es ins Licht hält. Naja, im Endeffekt liegt es wahrscheinlich eh an meiner Nachbearbeitung, was sämtliche Spekulationen ad absurdum führt... ;-)

Genießen wir daher lieber diesen verzierenden Heißluftballon. (85mm.) Den fand ich sehr spannend, wie er da am alten Fachwerk herunter hängt. Im Nachhinein spannender ist es allerdings, mal richtig weit rein zu zoomen in diese 4k Version und festzustellen, wie scharf fas 85er ist. Und dass es auch auf Film erstaunlich wenige Chroma-Fehler hinterlässt. Aber auch wieder nicht zu genau hin schauen, denn oben in der Regenrinne kann man erkennen, wie die automatische Fusselentfernung ein recht großes Störobjekt entfernt hat. Die funktioniert grundsätzlich zwar ganz gut, aber hat dann doch manchmal Probleme, gerade bei Katzenhaaren! ;-) Aber dieser Film kam so schmutzig aus der Entwicklung, dass ich ihn nicht so wie sonst manuell hätte behandeln können, da wäre ich jetzt noch nicht fertig. Ich weiß ja auch nicht, wann die im Labor das letzte Mal den Entwickler gewechselt haben, aber da hatte sich wohl einiges an Dreck drin angesammelt. Vielleicht kommt da auch der Farbstich her: Alte Chemie! (Ich sollte mal testen, wie die Entwicklung bei dem Laden am Markt in Bonn ist; für 6 Euronen machen die Entwicklung und Scan, da lohnt es sich kaum noch, das selber zu machen, zumindest bei den Farbfilmen, die ich eh nicht selber entwickle.)


Die Kirche ist auch wieder schief. (35mm.) Unten an der Ecke kommt U genau in dem Moment um die Ecke, als ich den Auslöser gedrückt habe. Kann man ja nicht mit rechnen. Aber sie ist dann doch so weit weg, der Film so grob und das Objektiv so weitwinklig, dass man sie eh nicht erkennen kann. ;-) Hübsches Bild, jedenfalls, bei dem die Blautöne des Himmels auch einigermaßen stimmig sind. Trotzdem ist die Lila-Grün-Balance auch hier ein bisschen off. Pass auf, am Ende liegt das nur an meinen Monitoren, die ja alle was unterschiedliches anzeigen! Blöder, neumodischer LCD-Kram! :-D

Für ein Farbfoto eignete sich diese Pflanzschale perfekt, schließlich hatte sie einer mit roter Farbe verunstaltet. (35mm.) Da hatte wohl jemand was gegen die Darstellung der weiblichen Nacktheit und hat aus Protest... oder auch nicht! ;-) Sieht jedenfalls faszinierend aus. Rot kriegt der Kodak also schon mal gut hin!

Daran, dass die Rose vorne schon ein ganz kleines bisschen unscharf ist, während die Kelchblätter perfekt sind, entnehme ich, dass ich dieses Bild wohl mal wieder weit offen gemacht habe. (35mm.) Der Wirkung tut es allerdings keinen Abbruch. Die schon leicht an Wassermangel leidende Blume zwischen den Beinen des Bergmann-Denkmals gefällt mir sehr gut. Der Winkel ist allerdings vielleicht nicht spitz genug, da hätte ich noch ein bisschen mehr mit Fluchtpunkten arbeiten sollen. Im leicht unscharfen Granit kann man übrigens wieder haufenweise automatisch retouchierte Flusen sehen. Schlilmm, wie verstaubt der Film zurück kam. Insgesamt ist das Motiv glaube ich fast besser für einen s/w-Film geeignet gewesen.


Eines der schönsten Bilder auf diesem Film ist meiner Meinung nach diese regenbogenfahrradfahrende Katze. (35mm.) Hier sind auch die Fluchtpunkte passender. Leider kommt die kleine Maus auf dem Lenker nicht so richtig raus, der Kontrast zum Hintergrund ist erstaunlich gering. Aber ein hübsches Bild. Gefällt mir. (Wie immer merkt man das daran, dass ich recht wenig dazu schreibe. Hach, ich bin immer viel zu selbstkritisch! ;-))

Bei diesem Blick auf die alten Holzhäuser kann die Serie E mal so richtig scheinen. (50mm.) Ich muss wirklich mal, jetzt da ich das 50/1.8G zurück habe, ein Shoot-Out machen zwischen den verschiedenen 50ern, die ich habe. Ich habe immer den Eindruck, bis auf die Beschichtung, die bei den neueren Objektiven zweifelsfrei besser sein wird, ist das kleine 50/1,8E ein richtig gutes Objektiv. Ich bin von den Bildern, die ich damit gemacht habe, jedenfalls noch nie enttäuscht worden! Immer scharf, immer kontrastreich. Der Kodak macht hier, wo endlich mal ein bisschen Sonne die Szenerie erhellt, übrigens auch einen ganz guten Eindruck.

Einige Besucher der Meetings kann ich übrigens doch online stellen: Die Hunde! Hier den kleinen schwarzen. (85mm.) Schönes Foto, zu dem ich auch wieder recht wenig sagen werde. Etwas schief, wie immer, aber wenn man sich halb auf den Boden legen muss, ist das auch OK.


Am Ende des Filmes sind wir dann auch schon am nächsten Tag angekommen. Da war mein erstes Opfer mal wieder eine Lore, von denen es in Bad Grund ja diverse gibt. (35mm.) Alte Bergwerksstadt halt. Diese hier ist allerdings ziemlich zugewuchert. Hätte noch einen Schritt näher ran gehen können. Hübsche Unschärfe im Hintergrund. f/2 tatsächlich?

Kommen wir dann auch direkt zu Film 2, den ich an diesem verlängerten Wochenende verschossen habe:

Was haben wir da als erstes? Eine Tränke für Kühe. (85mm.) Kann ich ja irgendwie auch nie dran vorbei gehen. ;-) Diese hier ist recht bunt mit der roten Hängerkupplung vorne, den grau-metallenen Tanks, dem hellbraunen Holz, auf dem sie angebracht sind, und der allgemeinen Grünheit drumherum. Fehlt eigentlich nur ein bisschen blauer Himmel, aber so weit kam ich nicht runter.

Ein Blick den Weg runter, den wir gerade hoch gegangen waren, mit den Bäumen an den Rändern, verpasst einem ein leicht romantisch-heimatliches Gefühl. (50mm.) Also zumindest mir. Hübsch. Nicht wirklich was drauf zu sehen, ein typisches touristisches Landschaftsfoto. Immerhin kann man sehen, dass wir auch mal richtig gutes Wetter hatten.


Im Wald hin Kunst herum, die ich natürlich auch mit genommen habe. (50mm.) Ist allerdings sehr grün geworden. Apropos: Der zweite Film scheint in der Grün-Lila-Balance besser abgestimmt zu sein. Ist der vielleicht durch eine andere Maschine gegangen? Scheint mir auch etwas weniger Staub und Flusen zu haben. Wieder bin ich erstaunt von der Abbildungsleistung des 50E: Diese feinen, filigranen Muster an den Rändern dieser Platte sind hervorragend aufgelöst und nur die Grobheit des Films verhindert ein schärferes Bild. Stelle ich ja auch immer wieder an der Digitalen fest, wie klasse das Ding ist!

Je weiter man den Berg hoch kommt, je tiefer man in den Wald eindringt, desto mehr Kunst gibt es übrigens zu entdecken. So auch diesen creepy Roboter. (85mm.) Muss man glaube ich nicht viel mehr zu sagen. Ziemlich gruselig, dieses Gesicht auf dem Metallkörper. Hatte ich das 135mm eigentlich nicht dabei? Das wäre hier wohl besser geeignet gewesen. Mit dem 85er ist das Ding doch recht weit weg. Auch wenn man gut rein zoomen kann, schließlich ist das 85mm mit das beste (Alt-)Glas, das ich besitze! Schlägt auf jeden Fall das 50E, das ich gerade noch so gelobt habe.


Schilder, gerade verbogene und misshandelte Schilder, sind ja auch so eine Leidenschaft von mir. (85mm.) Wenn dann auch noch viele bunte Blätter drumherum hängen, umso besser. Schöne Strukturen, die gerade noch in den Blättern erkennbar sind. Ja, da reicht der Film dann doch nicht mehr aus. Digital hat schon was für sich. Aber den weichen Retro-Look mit Grain kriegt man halt doch nur auf Film!

Die drei Typen am Wasserfall wollten einfach nicht weg gehen, auch nachdem ich sie gewarnt habe, dass sie dann in meinem Blog landen! Selber Schuld! ;-) (50mm.) Viel Wasser ist ja nicht drin, im Wasserfall. Ich habe aber extra eine lange Belichtungszeit gewählt, daran kann ich mich erinnern. Und das sieht man ja auch, das Wasser ist ist recht verschmiert. Die Gesichter meiner drei Mit-Cacher übrigens auch, sodass ich auch nur ein mäßig schlechtes Gewissen habe. Sie selber würden sich wohl noch erkennen, aber ich glaube, die KI-Gesichtserkennung hätte dann doch so ihre Probleme. ;-)

Und dann waren wir auch wieder am Meetinghaus, denn es war Zeit, den Grill anzuwerfen! (50mm.) Hm, lecker, da krieg ich gleich Hunger! Da wir das Futter dieses Mal selber mariniert hatten - also, nicht wir am Grill, sondern Lemon, die kann das -, war es auch gleich noch mal doppelt so lecker. Aber so ein richtig großer Grill hat ja schon was. Da passen gut drei bis vier Tüten Kohle rein. Gut, ist ja auch für 30, 40 Leute gegrillt worden!


Aber nicht nur Grillgut, auch Salate hatten wir mal wieder in diversen Ausführungen. (50mm.) Und nein, ich werde nicht für Cola-Werbung bezahlt! Die stand rein zufällig so! (Wenn ich mir das recht überlege, ich sollte für Cola-Werbung bezahlt werden! :-D)

Und dann war auch schon der letzte Tag und ich wollte den Film noch voll bekommen, statt ihn angefangen mit nach Hause zu schleppen. War bei diesem auch einfacher als bei dem s/w, den ich in der F90x drin hatte. Da habe ich tatsächlich weniger Bilder gemacht, als ich gedacht hätte. Jedenfalls, hier ein Blick nach gegenüber, auf eines der blau gestrichenen Holzhäuser. (85mm.) Wer genau hin schaut, kann einen schlafende Mann finden. ;-)


Am Ende noch zwei Mal Hundis! (Beide 85mm.) Den Schwarzen hatte ich ja oben schon mal. Hier aber seitlich, wie er gerade an irgendwas herum kaut. Der Weiße war mal wieder müde. Die beiden sind ja schon sehr niedlich. Wenn es nur keine müffeligen Hündchen wären! :-D Solange die sich mit sich selber beschäftigen, bin ich ja OK damit, aber ansonsten werde ich immer ganz schnell wieder zu einem Katzenmensch! ;-)

So, das waren dann aber auch endlich alle Bilder vom Meeting dieses Jahr. Jetzt ist ja bald schon wieder Zeit fürs Orga! Man man man, ich bin aber auch irgendwie schwer hinterher. Ich habe auch gerade gar keinen Plan, was als nächstes bei den s/w ansteht. Ich glaube, der 120er, den ich mit der Zeiss Nettar verschossen habe, damals im Juli am Cinedom in Köln.

Bunt, in Farbe und analog, Teil 9: Aachen

Film: Kodak VR 200 (abgelaufen), Kamera: Olympus OM-10, 14. September 2021

Navigation: 7, 8, 9

Es ist zwar gutes Wetter, aber eiskalter Wind weht aus dem Osten. Deshalb - und weil meine Füße vom gestrigen Wandern noch immer weh tun - habe ich mich entschlossen, endlich mal den letzten Teil des Kodak VR zu veröffentlichen, der jetzt schon seit zwei Wochen fehlt.

Wie angekündigt, habe ich das letzte Drittel dieses Films bei unserem jährlichen Ausflug nach Aachen verschossen. Da findet man ja auch immer wieder genügend Motive. Zum Beispiel direkt nach dem Verlassen der Parkgarage die Glasfassade des Gymnasiums gegenüber. (Zuiko 50mm, 1/1000s, f/4.) Die Spiegelung der alten Kirche auf der anderen Straßenseite habe ich im Jahr davor ja schon mit der Zenit in s/w festgehalten, aber in bunt macht sich das auch ganz gut. Leider ist das alte Filmmaterial etwas störrisch was die Farbbalance angeht und das ganze hat einen starken Stich ins Lila bekommen. Nicht wirklich schön. Viel mehr war mit meinen bescheidenen Mitteln aber auch nicht an der Farbe zu machen, und selbst wenn, so will ich doch auch zeigen, was einen mit abgelaufenen Farbfilmen alles an "interessanten" Effekten erwartet.

Auch die Obstauslage hat einen leichten Rotstich, auch wenn ich hier ein bisschen besser gegensteuern konnte. (Zuiko 50mm, 1/125s, f/5,6.) Wenn von sich aus etwas mehr Farbe im Bild ist, habe ich ein bisschen mehr Orientierung, wie es eigentlich aussehen sollte. Insgesamt ist das Bild etwas dunkel geraten, da hätte ich wohl manuell gegensteuern müssen, was bei der OM-10 ja leider nur über die Belichtungskorrektur geht. Andererseits liegt es vielleicht auch am alten Filmmaterial: So richtig empfindlich scheint es mir ja nicht mehr zu sein. Und zu guter Letzt ist das ganze Bild auch noch leicht schief. Nicht mein glorreichster Moment! ;-)


Beim ersten Blick auf den Turm des Aachener Doms beginnt, wie man am Knick oben im Bild sehen kann, ein neuer Filmstreifen. (Zuiko 50mm, 1/125s, f/8.) Obwohl auch dieses Bild leicht rotstichig geworden ist, gefallen mir die Farben hier ganz OK. Außerdem ist es durch und durch scharf, weil ich mit f/8 doch mal eine ziemlich kleine Blende - für meine Verhältnisse - genommen habe. Insgesamt ein typisches Touristenfoto, aber mir gefällt es ganz gut. (Farbfilm ist meiner Meinung nicht immer so geeignet für solche mehr architekturlastigen Fotos. Da habe ich lieber schwarz-weiße Bilder.)

Wo die Farbe hingegen so richtig krass rauskommt und ein s/w-Film definitiv fehl am Platze gewesen wäre, das ist beim darauf folgenden Foto vom Vespa-Lenker. (Zuiko 135mm, ca. 1/250s, f/3,5.) Zudem bin ich mal wieder von der Leistung des 135mm Teles hingerissen. Selbst bei Offenblende sind die Spinnweben am Lenker sehr scharf; nur der grobe Film und der schlechte Scanner lassen sie ein wenig im Rauschen untergehen. Ich habe es allerdings vielleicht auch ein wenig mit der Farbkorrektur übertrieben, denn so grün waren die Fassaden im Hintergrund eigentlich nicht. Wie man sieht, es ist schwer die richtige Balance zu finden, weil der Film so gammelig ist. ;-)

Dann habe ich was ganz Verrücktes gemacht: Einfach mal die gelbe Rosenblüte im Restaurant fotografiert, wo nun wirklich nicht das beste Licht herrschte. (Zuiko 50mm, 1/60s, f/2,8.) Hier kann man sehr schön sehen, wie stark der Film in den dunklen Bereichen rauscht. Ansonsten ein erstaunlich gutes Bild. Hätte glatt noch eine Blende abblenden können, um die Blüte noch etwas schärfer zu bekommen. Wobei sie bei f/2,8 schon erstaunlich scharf ist.


Draußen vor dem Restaurant und ein paar Meter weiter gibt es ein Antiquariat, vor dem immer mal wieder ein paar Ausstellungsstücke stehen. So auch dieser alte Sessel mit einer 1950er Holzkiste. (Zuiko 50mm, 1/1000s, f/1,8.) Bi Offenblende habe ich hier einen sehr schön weichen Hintergrund, vor dem sich diese beiden Objekte hervorragend abheben. Zudem passt hier die seltsame Farblichkeit des abgelaufenen Films sehr gut zum Thema, finde ich. Gefällt mir gut.

Das Gleiche gilt für die bunten Karuessel-Gefährte: Knackig bunte Farben mit leichtem Stich. (Zuiko 50mm, unbekannte Zeit, f/4.) Normalerweise habe ich ja keine Leute in meinen Bildern, aber hier ließ es sich gerade nicht vermeiden, die ging einfach nicht weg mit ihrem Kinderwagen! ;-) Außerdem habe ich so ein bisschen mehr Street Photography Feeling im Bild. Warum die Farbe hier an sich nicht ganz so schlimm ist, weiß ich nicht, aber ich vermute mal, es liegt daran, dass mittlerweile die Sonne weg war und es etwas schattiger und dadurch "blauer" wurde. Leider habe ich die Belichtungszeit nicht aufgeschrieben, war ein Schnappschuss, sonst hätte ich einen Anhaltspunkt, wie "dunkel" es wirklich war und ob die Zeit einen Einfluss auf den Farbstich hat.

Der Gockel auf dem Brunnen wäre besser geworden, wenn er nicht halb vor der Fassade stehen würde. (Zuiko 50mm, unbekannte Zeit, f/4.) Aber irgendwie habe ich den richtigen Winkel nicht gefunden. Hätte es vielleicht mit dem 135er aus größerer Entfernung versuchen sollen? Nächstes Mal. Farblich OK, vielleicht etwas bleich.

Das letzte Hochkantfoto für heute finde ich am Besten: Das Riesenrad mit seinen vielen Gondeln. (Makinon 28mm, ca. 1/500s, f/5,6.) Ziemlich gutes Foto, finde ich, zu dem ich kompositionsseitig wenig zu sagen habe. Im Gegensatz zu vielen anderen Bildern auf diesem Film auch sehr kontrastreich, obwohl der Himmel ja eher einheitlich grau ist.


Ein Überblick über das Riesenrad bietet uns das vorletzte Bild, und zwar mit Vogelschwarm oben drüber. (Makinon 28mm, ca. 1/500s, f/5,6.) In den dunklen Bereichen rauscht es mal wieder sehr, anstatt dass man Details erkennen könnte, was mich doch vermuten lässt, dass man dem Film in diesem überlagerten Zustand mal eine Blendenstufe mehr Licht geben sollte. Trotzdem, insgesamt ein recht schönes Bild, auch wenn es eher zu den Touristenshots gehört. Bleibt die Frage, warum wir eigentlich immer in Aachen sind, wenn das Riesenrad auf- oder abgebaut wird. ;-)

Zuletzt noch ein Rückblick auf den Turm des Doms, eingerahmt zwischen Geranien und Gemäuer. (Makinon 28mm, 1/500s, f/5,6.) Auch dieses Bild gefällt mir ganz gut, sodass ich da wenig zu zu sagen habe. Gegen Ende ist der Film etwas seltsam lila, siehe oberen Rand. Keine Ahnung, was da abgeht; vielleicht nicht genug Entwickler dran gekommen, da saß evtl. die Klammer, die den Film in der Suppe gerade gezogen hat. Keine Ahnung, was die für Maschinen da im Labor benutzen.

Fazit: Spannender Film! Im Gegensatz zu dem abgelaufenen schwarzweißen Ilford Delta von vor einiger Zeit, kann man ihn einigermaßen normal benutzen. Der Delta war ja doch sehr rauschig. Nun weiß ich nicht, ob der grundsätzlich so sein soll. Beim Kodak VR weiß ich ungefähr, wie der aussehen soll, und trotz der langen Lagerung kann man noch erkennen, was er eigentlich tun soll. Für ernsthafte Aufnahmen würde ich ihn allerdings nicht mehr benutzen, dafür sind die Farbverschiebungen dann doch ein bisschen heftig!

Ansonsten: Habe mittlerweile bei C (Grüße an dieser Stelle) noch ein paar weitere abgelaufene Filme eingesammelt, darunter welche vom DM. Den gibt es ja jetzt auch schon bestimmt 10 Jahre nicht mehr. Ich glaube, das war ein Agfa. Bin ich jedenfalls mal drauf gespannt, vor allem, weil ich da zwei Versionen habe: ISO 200 und ISO 400, beide etwa 10 Jahre alt. Außerdem waren da noch ein paar s/w-Filme dabei, auch wieder teure Ilfords - dieses Mal HPs -, die allerdings ungefähr so alt sein dürften wie der Delta damals. Die finde ich ehrlich gesagt ja noch spannender als abgelaufene Farbfilme! ;-)

Weiter geht es beim nächsten Mal jedenfalls in s/w mit Fotos aus dem Uckerather Wald, als ich das 50mm an der Dynax meiner Frau getestet habe, bevor ich die Blende gefixt hatte.

Bunt, in Farbe und analog, Teil 8: Burg Windeck und Siegwasserfall

Film: Kodak VR 200 (abgelaufen), Kamera: Olympus OM-10, 13. September 2021

Navigation: 7, 8, 9

Weiter geht's mit dem abgelaufenen Kodak VR, heute bei einem Besuch auf der Burg Windeck. Bisher hatte ich - in analog - hier ja nur s/w-Filme verschossen, aber jetzt mal ein paar bunte Bilder mit einem gewissen Retro-Charme.

Den Anfang macht die Begrüßungsszene, die jeder Besucher als erstes zu sehen bekommt, wenn er oder sie den Hügel hoch klettert: Der Turm, umrahmt vom Wald, und ein Wanderer, der einfach nicht aus dem Bild verschwinden will, da er gerade die Info-Tafel liest, und den man deshalb einfach in sein Foto integriert. (Zuiko 50mm, 1/500s, f/4.) Hier, im Gegenlicht hinter dem Burgturm, fällt besonders der leichte Gelbstich des Films auf, den die Wolken angenommen haben. Mag mal wieder an meiner Farbkorrektur liegen, aber ganz weg gekriegt habe ich ihn einfach nicht. Die Grüntöne sind hingegen - wie bereits im letzten Artikel bemerkt - durchweg brauchbar.

Das folgende Bild ist eines der besten, die ich glaube ich mit der Kombination aus dem 50mm und der OM-10 je gemacht habe: Die beiden blauen Gesichter-Graffiti vor einem wahrhaft wirren Bokeh. (Zuiko 50mm, 1/1000s, f/1,8.) Offenblende bei diesem Objektiv ist ja immer etwas ganz besonderes, aber in Farbe kommt das Licht- und Schattenspiel der Blätter im Hintergrund noch mal besonders gut rüber, vor allem weil der Film ja sehr grün-Empfindlich zu sein scheint. Zugleich dreht sich der Hintergrund schon fast magisch um sich selbst, zwar nicht, wie man es zB vom Helios 44 gewohnt ist, aber doch schon mit einem gewissen Drall, während mich die Schärfe des Vordergrunds schon wieder in höchsten Tönen ein Loblied auf die Konstrukteure der 1970er und -80er bei Olympus singen lässt. Ich liebe dieses Objektiv und ich würde wirklich gerne mal sehen, was die f/1,4 Version kann.


Die Burg von unten ist dagegen schon fast langweilig. (Makinon 28mm, 1/250s, f/5,6.) Leider biegt sich auch hier wieder der Film am Rand so durch, dass man unschöne Muster beim Scannen erhält. Hm, vielleicht sollte ich es noch mal versuchen, nachdem ich den Film jetzt ein halbes Jahr ausgestreckt im Schuber gelagert habe. Aber ich fürchte, sobald er durch die Scannerlampe warm wird, biegt er sich wieder durch. Das Makinon macht jedenfalls auch in bunt einen recht guten Eindruck, wenn auch weniger bunt als die Zuikos, die zudem auch einen kleinen Ticken schärfer sind. (Was man in den heruntergerechneten Versionen der Bilder ja nie so gut sehen kann. Für die Auflösung meines Scanners ist es aber auf jeden Fall völlig ausreichend, ja sogar ziemlich gut. Wobei ich Farbfilme der Datenmengen wegen ja immer in einer Stufe geringer scanne und nur in 32 Bit Tiefe. Hm, vielleicht kriege ich die Farben deswegen bei diesem alten Film nicht immer so perfekt angepasst, obwohl das bei den frischen Kodak 200 immer gut klappt.)

Auf das Bild danach bin ich auch recht stolz, dass ich es nicht verwackelt habe. Der Türbogen mit dem Licht, das von oben hinein scheint, ist jedenfalls sehr schön gelungen. (Makinon 28mm, 1/15s, f/5,6.) Ja, ich hätte durchaus eine Blende weniger nehmen können, dann wäre ich ziemlich sicher im Bereich des Nichtverwackelns gewesen, aber ich wollte alle Stufen scharf haben. Was ja auch geklappt hat. Auf die geringere Entfernung scheint mit das Objektiv auch etwas schärfer zu sein. Desweiteren bin wie immer über die gute Belichtung der Automatik in der OM-10 erstaunt. Die hat mich bisher selten mal richtig im Stich gelassen. Schönes Foto, jedenfalls, das auf dem alten Film auch richtig gut raus kommt. Neben Grün scheint er Gelb und Braun ja auch sehr zu mögen. Die blaue Siegwanderweg-Wegweiser-Markierung kribbelt allerdings ein bisschen grünlich da unten im relativ schattig belichteten Bereich.

Das Bild von den Fensterbögen habe ich so oder so ähnlich auch schon mehrfach gemacht, sodass es sich gut vergleichen lässt. (Makinon 28mm, 1/250s, f/8.) So weit abgeblendet ist das ganze Bild praktisch überall scharf, auch in den Bergen im Hintergrund. In den dunklen Partien rauscht es etwas, die Schattenzeichnung ist nur noch mäßig, was ich mal auf das Alter der Emulsion schieben möchte. Aber insgesamt hat sie sich in den letzten 20 Jahren trotzdem gut gehalten. Zum Objektiv bleibt zu sagen, dass ich an den Kontrastübergängen kaum Farbfehler wahrnehme. Gut, f/8 sollte die meisten Fehler auch unterdrücken.

Wo wir gerade von Blenden sprechen: Ich nehme ja im Allgemeinen eher kleine bis moderate Blendenzahlen für meine Fotos, aber manchmal muss man auch ins andere Extrem gehen, einfach weil man es kann: Das kleine gelbe Blümchen zappelte halt ein bisschen im Wind und ich musste den Fokus eher raten als einstellen, deswegen bin ich mal bis zum Anschlag gegangen. (Makinon 28mm, 1/60s, f/16.) Das Ergebnis ist erstaunlich scharf! Ich hatte damit gerechnet, dass sich hier durchaus Beugungseffekte bemerkbar machen würden, aber dem ist eigentlich nicht so. Zum Film: Wieder starkes Farbrauschen in den dunklen Schatten der Hintergrundbäume. Das fällt in der großen Fläche sehr auf. Die gelbe Blüte ist recht naturgetreu raus gekommen, die beiden blauen unten sind ebenfalls etwas rauschig, auch wenn der Farbton ziemlich gut ist.


Ein weiteres Bild, auf das ich ziemlich stolz bin, ist das Treppengeländer aus nächster Nähe. (Makinon 28mm, 1/125s, f/4.) Roter, schwarzer und weißer Lack sowie das kleine bisschen rotbrauner Rost kommen gut rüber, und da es wenige zu dunkle Schattenflächen gibt, hält sich auch das Farbrauschen in Grenzen. Insgesamt ein ganz interessantes Detail-Foto mit hübschem Bokeh. Gefällt mir gut.

Am Parkplatz liegen ja schon länger einige alte Räder und Speichen herum, die ich eigentlich auch jedes Mal mitnehme. (Keine Daten, da das ein kurzentschlossenes Foto war und ich im Auto sitzend dann wohl vergessen habe, was aufzuschreiben. Ich nehme aufgrund der Schärfe an, dass es sich um das 50mm Zuiko handelt und ich mindestens f/4 eingestellt hatte, aber wohl nicht viel mehr, wie man an der Unschärfe der Grashalme im Vordergrund und der Holzscheite im Hintergrund sehen kann.) Farblich ist es ein ganz hervorragendes Bild geworden, denn die Sonne stand hier direkt drauf und leuchtete die Szene kräftig aus. Daher auch die guten Kontraste. Zudem ist der Film ja, wie schon mehrfach festgestellt, besonders krass bei grün und braun. Der Rost gefällt mir besonders gut!

Nach der Burg besuchen wir traditionell ja auch immer noch den Siegwasserfall, auf dessen gegenüberliegenden Seite diese Villa steht, die sich gerne im Wasser spiegelt. (Zuiko 50mm, 1/1000s, f/4.) Auch hier fällt der leicht gelbstichige Himmel auf. Dafür ist das Bild insgesamt ganz nett geworden, besonders die verschwommene Spiegelung.


Den alten Jaguar auf dem Dach hatte ich ja auch schon öfter mal hier im Blog, aber dieses Mal eben in bunt. (Zuiko 50mm, 1/250s, f/8.) Wieder hat sich der Film durchgebogen, wieder ist der Himmel etwas gelblich, wieder rauschen die Schattenstellen etwas sehr. Also keine neuen Erkenntnisse.

Zu guter Letzt noch eine Suzuki. (Zuiko 50mm, 1/500s, f/4.) Ziemlich gutes Motiv, aber die Sonne war mittlerweile schon recht weit nach unten gewandert und jetzt kriege ich echte Probleme mit dem Weißabgleich: Das Bild ist doch schon mittelmäßig stark lilastichig. Hätte ich weg gekriegt, aber dann wäre das Motorrad nicht mehr rot gewesen. Schwierig. Hier zeigen sich dann doch die Grenzen des alten Filmmaterials. Ansonsten gute Ausleuchtung, nette Highlights auf dem Chrom der Instrumente am Lenker und der Hintergrund hat gerade noch die richtige Unschärfe für so ein Portrait.

Zwischenfazit: Die größten Probleme habe ich bei dem Film mit dem Durchbiegen unter Wärmeeinwirkung im Scanner. Alles andere kann man irgendwie verwinden.

Nächstes Mal: Aachen im September.

Bunt, in Farbe und analog, Teil 7: Wahnbachtalsperre

Film: Kodak VR 200 (abgelaufen), Kamera: Olympus OM-10, 12. September 2021

Navigation: 7, 8, 9

Was passiert, wenn man nach dem Scannen und Bearbeiten die Bilder nicht an der richtigen Stelle im Datei-System ablegt? Richtig: Man kommt mit der Reihenfolge durcheinander. Deswegen hätte ich fast den falschen Film zuerst hochgeladen. Puh, gerade noch mal gemerkt.

Heute - und die nächsten zwei Male - gibt es also bunte, aber trotzdem analoge Fotos. Warum? Weil ich diesen sehr lange überlagerten Kodak VR testen wollte, den C mir in die Hand gedrück hatte. Damit ich weiß, dass jegliche Fehlbelichtung nachher nicht an der Kamera liegt, ich aber trotzdem noch weiterhin etwas mehr retro unterwegs bin, habe ich mich für die Olympus OM-10 entschieden. Die hat bisher immer gute Bilder geliefert, auch schon mit einem Farbfilm, und darüber hinaus sind die Zuiko-Objektive superb.

Am Anfang haben wir mal wieder ein halbes Foto, sozusagen als Bonus, weil ich den Film so kurz eingespult habe und danach nur einmal durchgezogen hatte. (Zuiko 50mm, 1/60s, f/5,6.) Wie man sieht: Eine halbe Rose. Das Zuiko ist wie immer unglaublich scharf und macht von den Kontrasten her auch einen sehr guten Eindruck, sogar auf diesem alten Film fragwürdiger Empfindlichkeit. Der von mir erwartete Grauschleier ist hier nicht zu sehen, der Film hat sich also recht gut gehalten, die Farben sind knackig, allerdings etwas seltsam. Das mag auch an meinem alten Scanner liegen, aber später kommen auf jeden Fall noch weitere Bilder, die definitiv farbstichig sind. Hier, im vollen Sonnenlicht und unter besten Bedingungen macht der Film jedenfalls schon mal einen guten Eindruck.


Beim zweiten Bild, auf dem wir einen schönen Überblick über die Talsperre haben, habe ich glaube ich etwas überkorrigiert und bin etwas ins Grünliche abgedriftet. (Makinon 28mm, 1/500s, f/5,6.) Aber vielleicht liegt es auch am Objektiv. Was mich immer erstaunt, ist die Schärfe, die auch dieses hin bekommt, obwohl es ja nicht unbedingt das teuerste ist. Die Wolken kommen auch gut raus. Gefällt mir gut.

Hervorragend - bis auf mein übliches Problem mit dem Geradehalten der Kamera - ist das Bild vom Turm im Stausee: Perfekt belichtet, gigantisch-geile Reflexion im Wasser und trotz des fragwürdigen Filmmaterials sehr präzise und knackige Farben. (Zuiko 135mm, 1/500s, f/8.) Ich glaube, das 135mm ist sowieso noch einen ganz kleinen Ticken besser als das 50er. Es macht jedenfalls extra-super Bilder, ich bin jedes Mal erstaunt. Farben sind, wie gesagt, richtig gut - da habe ich wohl genau richtig korrigiert.


Dann mal ein Test bei etwas durchwachsener Beleuchtung: Im Wald lag dieser Zaunpfahl am Boden und glimmerte im Schattenspiel des Blätterdachs. (Makinon 28mm, 1/30s, f/2,8.) Leider habe ich den Fokus ein ganz kleines bisschen versaut, der Stacheldraht im Vordergrund könnte etwas schärfer sein. Aber das ist nun mal so, wenn man Offenblende wählt, selbst bei einem Weitwinkel wie diesem. Farblich ist auch dieses Bild OK, da es eh stark von Grün- und Brauntönen dominiert wird. Wenn man durch die Blätter hindurch lugt, sieht man jedoch ein ziemlich reines Weiß, woran ich mich auch bei der Farbkorrektur orientieren konnte - bei dieser Belichtung wäre der Himmel definitiv nicht mehr blau.

Blau- und Grüntöne gibt es dann auf diesem Bild auf der kleinen Landzunge in die Talsperre hinein genug. (Makinon 28mm, f5,6, unbekannte Belichtungszeit.) Auch hier habe ich mal wieder die Kamera nicht gerade halten können. Es fehlen mir die Hilfslinien auf der Mattscheibe, gerade bei Weitwinkelaufnahmen. Ansonsten ist das Bild ganz gut geworden, finde ich. Die Farben sind wieder etwas grün-blau-lastig, wie bereits beim Überblick von der Sperrmauer oben. Vielleicht liegt es wirklich am Makinon.

Beim Baum im Gegenlicht sieht man dann aber endlich, warum man eigentlich keinen 20 Jahre abgelaufenen Filme mehr verwenden sollte: Das Rauschen in den dunklen Stellen ist schon ziemlich heftig. Der Eindruck wird dadurch verstärkt, dass ich hier den oberen Rand weg geschnitten habe, in dem meine Hand das Gegenlicht weg halten sollte. Ich bräuchte mal einen Gegenlichtblende für dieses Objektiv. Man beachte übrigens das kleine Flugzeug, das ganz zufällig ganz am rechten Rand vorbei fliegt. Ansonsten ist das Bild Sch***. Echt, ich weiß nicht mal mehr, was ich da eigentlich drauf haben wollte, aber es ist wahrscheinlich im Rauschen des Schatten in der Mitte total untergegangen. Schattenzeichnung ist mit diesem Film also nicht mehr hin zu bekommen. Vielleicht, wenn ich ihn eine Blende überbelichten würde, aber dann wären die hellen Farben entsprechend ausgewaschen. Ich denke, der hat seine besten Zeiten einfach hinter sich.


Auf dem Wurzelbild, das darauf folgt, sehen wir den nächsten Grund, warum man keinen 20 Jahre alten Film mehr verwenden will, jedenfalls nicht, wenn man vorhat, ihn nach der Entwicklung zu scannen: Er biegt sich so stark durch, besonders wenn die Scannerlampe ihn richtig warm geleuchtet hat, dass er das Scannerglas berührt und wir "interessante" Interferenzmuster an der Grenzschicht zwischen Glas und Film erhalten. Nicht schön. Gar nicht schön. (Makinon 28mm, 1/1000s, f/2,8.) Außerdem haben wir hier wieder das Problem: Die Kamera hat eher für den Hintergrund belichtet, die Wurzel ist zu dunkel, das Rauschen ist so stark, dass man kaum noch was erkennt, und wenn ich am Gamma drehe, wird es nur noch schlimmer.

Anfang und Ende der geschnittenen Filmstreifen sind auch sehr problematisch, wie man an diesem kleinen Cairn sehen kann, den J aufgeschichtet hatte: Die Enden biegen sich so stark durch, dass man auch hier sehr unschöne Muster bekommt. (Zuiko 50mm, 1/250s, f/4.) Zudem habe ich hier selbst nach mehreren Minuten keine perfekte Farbkorrektur mehr hin bekommen, sodass das Bild insgesamt sehr grün bis grüngelblich wirkt. Das Zuiko hat offenbar an sich mehr bunt im Angebot, was den alten Film etwas überlastet. Schade, denn das Motiv und die Komposition finde ich sehr schön, und ausnahmsweise habe ich sogar mal die Kamera gerade gehalten. ;-)

Das Spinnennetz bei Offenblende war dann mal ein echtes Experiment, was meiner Meinung nach ganz gut gelungen ist. (Zuiko 50mm, 1/60s, f/1,8.) Die perfekte Entfernung für ein geiles Hintergrundbokeh, während die einzelnen Spinnweben richtig scharf und perfekt belichtet raus kommen. Was schon erstaunlich ist, denn ich habe mich völlig auf die Automatik der OM-10 verlassen - zumindest habe ich mir nichts gegenteiliges aufgeschrieben. Der Baumstamm hätte noch ein bisschen weiter nach rechts aus dem Bild raus gekonnt, aber ansonsten: Schön. Farblich auch OK, der Film hat mit braunen und grünen Tönen offenbar die wenigsten Probleme, und ob es in den Schattenpartien jetzt mehr oder weniger Rauscht, ist auch nicht so wichtig.


Warum da im Wald eine Kaffeemühle am Baum hängt, weiß wahrscheinlich auch nur die Person, die sie dort aufgehängt hat. ;-) (Zuiko 50mm, 1/250s, f/4.) Witziges Bild, gute Belichtung, wieder in grün und braun gehalten, daher unproblematisch. Zudem ist es immer hilfreich, wenn etwas Weißes im Bild ist, woran ich mich bei der Farbkorrektur orientieren kann.

Mal was anderes ist dieser riesige, überlebensgroße Marienkäfer auf einem Umspann- oder Pumpenhäuschen. (Zuiko 50mm, 1/500s, f/2,8.) Was das genau für ein Gebäude ist, weiß ich leider auch nicht. Im Nachhinein betrachtet hätte ich hier ruhig eine kleinere Blende nehmen können, Licht war ja offenbar genug vorhanden. Aber es ist ja OK geworden, der Fokus sitzt! Rot kommt, wie man sieht, auch relativ gut raus, neben dem kräftigen Grün. Die Metallteile - Dach und Klinke - scheinen mir allerdings noch etwas über-grün zu sein. Auch hier hätte etwas Weißes im Bild sicher bei der Farbkorrektur geholfen.

Kommen wir nun zu meinen beiden absoluten Lieblingsbildern auf diesem Film: Links haben wir eine rote Wegschnecke, die durch das modrige Unterholz kriecht. (Zuiko 50mm, 1/30s, f/1,8.) Dass ich die bei diesen Lichtverhältnissen unverwackelt und scharf hinbekommen habe, ist in der Tat erstaunlich. Farblich habe ich glaube ich ein ganz kleines bisschen viel Rot rein gedreht, aber so knallt die Schnecke zwischen dem gammeligen Holz so richtig! Perfektes Bild. Also, meiner Meinung nach. Perfekt. Say no more.


Zur Rechten dann ein Büschel Pilze direkt daneben. (Zuiko 50mm, 1/30s, f/1,8.) An dieser Stelle muss ich noch mal erwähnen, dass mir das Zuiko 50mm f/1.8 so gut gefällt, dass ich es fast lieber benutze als meine 50mm Nikons, die ich sonst benutze. Es hat einfach eine unglaublich schöne Farbwiedergabe - sogar auf diesem alten Film - und ein ebenso unglaublich schönes Bokeh, während es sogar bei Offenblende einfach nur rasiermesserscharf ist. Gut, die Tiefe ist natürlich schon etwas eingeschränkt, so konnte ich nicht alle Pilze auf einmal scharf kriegen, aber trotzdem: Dass ich bei diesem miesen Licht mitten im Wald überhaupt so ein Foto hin bekommen habe, liegt zum großen Teil an diesem Objektiv! (Ich kann es nicht genug loben!)

Die nächsten zwei Bilder sind dann eher langweilig: Die Staumauer von oben ist ein gutes Beispiel für den zu erwartenden Kontrast bei Verwendung von 20 Jahre altem Kodak VR, aber halt vom Motiv her eher so typisches Familienausflugsfoto. (Maikon 28mm, 1/250s, f/8.) Wie man sieht, das Makinon hat einen ganz anderen farblichen Charakter als die Zuikos. Außerdem ist in den dunkeln Partien wieder ein ziemliches Rauschen zu sehen. Ich habe seit langer Zeit keinen VR mehr verwendet, kann also gut sein, dass das auch normal ist und nur durch die lange Lagerung verstärkt wurde. Mir ist es aber etwas viel und unruhiges Korn.

Der Blick zum Aussichtsfelsen gegenüber der Staumauer hat leider wieder das gleiche Interferenzmuster wie wir es schon weiter oben hatten: Der Film biegt sich zu stark durch. (Zuiko 135mm, 1/1000s, f/8.) Schade, denn mit den Kormoranen im Vordergrund gefällt es mir eigentlich ganz gut. Farblich ist es auch nicht ganz so bunt, aber schon etwas mehr als die Bilder mit dem Makinon. Allerdings wurde das Wetter auch langsam etwas diesig, was sich auch in dem leichten Lila-Stich in den Wolken bemerkbar macht: Meine Farbkorrekturkünste sind offensichtlich nicht die besten! ;-)


Die letzten beiden Bilder für heute sind noch mal etwas interessanter. Schafe gehen zum Beispiel immer gut. (Zuiko 135mm, 1/1000s, f/8.) Da wir hier praktisch nur Grün im Bild haben, hatte der Film auch so gut wie keine Probleme damit.

Aber besonders gefällt mir noch mal die Vespa, die heute den Schluss bildet. (Zuiko 50mm, 1/125s, f/4.) Sehr schönes Bild, das auch im Italienurlaub entstanden sein könnte. Leider kribbeln auch hier die dunkeln Stellen etwas sehr und ich glaube, eine Blende mehr Licht hätte durchaus nicht geschadet.Trotzdem: Gefällt mir.

Erstes Fazit: Für Experimente OK und durchaus günstiger zu bekommen (weil in diesem Fall geschenkt) als extra Farbfilm zu kaufen, der irgendwelche Effekte hat. Man muss allerdings etwas Zeit in die Farbkorrektur investieren. Scannen ist mechanisch auch etwas schwer, wenn der Film warm wird, beult er sich bis auf das Vorlageglas durch und verspannt sich so im Filmstreifenhalter, dass man ihn nachher kaum wieder raus bekommt.

Nächstes Mal: Die Burg Windeck in bunt!

Bunt, in Farbe und analog, Teil 6: Abendstimmung in Blankenberg

Film: Kodak Gold 200 #2, Kamera: Nikon FE10, 8. August 2021

Der Rest des Farbfilms habe ich in Stadt Blankenberg verschossen. Es war schon extrem dunkel, deshalb ist die Kirche bereits ein bisschen dunkel geraten, während der Himmel sehr bunt geworden ist. (Sigma 28mm, 1/15s, Blende unbekannt.) Ich erinnere mich, dass ich mich an den Torbogen angelehnt habe und ganz heftig die Luft anhalten musste, um hier nicht zu verwackeln. Außerdem ist das Bild tatsächlich mal ziemlich gerade geworden, was bei mir ja nicht so häufig passiert. ;-)


Um die Ecke habe ich dann noch die Stadtmauer entlang fotografiert. (Sigma 28mm, 1/60s, f/2,8.) Ein recht hübsches Foto, finde ich. Aber wie man sieht, es war wirklich schon sehr dunkel, denn die Belichtungszeit ist für einen 200er FIlm schon recht kurz. Aber es erklärt auch, dass ich beim ersten Bild von der Kirche oben mindestens f/5,6 eingestellt hatte. Man sollte auch mal gucken, was man da gerade macht, nur nur aufs Knöpfchen drücken! ;-)

Aber am Besten von den hochkanten Bildern gefällt mir tatsächlich der Turm. (Sigma 28mm, 1/30s, f/1,8.) Mit der weit offenen Blende gibt es nette Vignettierungen in den Ecken, aber so gerade so viel, wie ich es gerne habe. Richtig coole Farben. Gefällt mir richtig gut.

Bei den waagerechten muss natürlich der ein oder andere Post-Sonneununtergang dabei sein. (Nikon Lens Series E 135mm, 1/250s, f/2,8.) Mit dem Tele kommen die Farben zwischen den Wolken richtig gut raus. Ich finde, der Kodak Gold hat ein ziemliches Retro-Feeling in den Farben. Außerdem diese leichte Unschärfe in den Ästen im Vordergrund. Ebenfalls ein ziemlich guten Bild.


Als nächstes kamen wir an den Baggern vorbei, die gerade das Grundstück für den Neubau vorbereitet hatten. (Sigma 28mm, 1/30s, f/1,8.) Das Sigma ist gerade für solche Bilder sehr gut zu gebrauchen, da man beim Weitwinkel eh schon etwas weniger Angst vor'm Verwackeln haben muss, und dann kann es auch noch f/1,8. Außerdem hat es die Wolken recht gut eingefangen und die Burg schön weit in den Hintergrund gedrückt. Die Baustelle im Vordergrund hätte allerdings ein kleines Bisschen heller sein können.

Die Nacht war dann langsam nicht mehr aufzuhalten und so habe ich diese sehr schöne Burgturm- und Bäume-Silhouette hin bekommen. (Sigma 28mm, 1/30s, f/1,8.) Leider ist das Licht, das den Turm anleuchten sollte, noch ein kleines bisschen zu schwach. Trotzdem eines der besseren Bilder zwischen all den hübschen heute.


In die andere Richtung habe ich dann mal die Kamera auf einen der Zaunpfähle abgestellt und eine richtig lange Belichtung gemacht. (Sigma 28mm, 1/8s, f/1,8.) Hätte vielleicht eine Blende langsamer sein können, der Himmel ist etwas hell und die Mauer etwas kontrastarm. Aber die Farben gefallen mir trotzdem sehr gut, auch wenn sie nicht ganz so knackig rüber kommen.

Das letzte, halbe Bild sollte eigentlich den Katharinenturm zeigen, aber zum einen ist das Bild in der Mitte durchgeschnitten, zum anderen sind auch viel zu viele Leute im Bild. (Sigma 28mm, keine Belichtungsdaten notiert.) Naja, es war eh das letzte Bild auf dem Film und deshalb aus der Hüfte geschossen, weil ich mal ein bisschen Action probieren wollte. Ist aber nix geworden. ;-)

Das war der zweite Kodak Gold. Als nächstes gibt es wieder s/w-Bilder, gemacht mit der kompakten Olympus µ. Eine ziemlich geile Kamera, übrigens!