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Franks Helios 44-2 entpilzt

Beim letzten Trekdinner wurden mir ja zwei Kameras übereignet. Zum einen Js Voigtländer, zum Anderen hatte mir F seine alte Revueflex E mitgebracht, eine umgelabelte, sowjetische Zenit E. Bei der hängt, wie ich glaube ich schon erwähnt hatte, jetzt endgültig der Verschlussvorhang, aber die hatte ja auch noch ein schönes Helios 44-2 vorne drauf. Leider war das etwas pilzig, wie man in den Bilder unten erkennen kann:


Deshalb habe ich mir heute mal eben kurz die Zeit genommen, so ca. eine Stunde, und habe das gute Stück komplett demontiert - also so weit das nötig war, sprich: Die Linsen(gruppen) aus dem Tubus geholt und die Blende schön alleine gelassen - und alles mit Wasserstoff-Peroxid-Lösung behandelt. Leider habe ich ja nur das Zeug aus der Apotheke, mehr als 3% verkaufen die mir hier in Deutschland ja leider nicht. Wie soll man damit den Fungus erfolgreich erlegen? Echt, was die sich wieder denken, als ob ich Bomben bauen wollte! Vor allem mit der Menge an H202, die ich für ein solches objektiv brauch: Ich war ja jetzt schon sehr großzügig, aber die Flasche ist praktisch noch immer voll!

Aber egal, ist halt so, kannste nix machen, außer nach Spanien fahren und da die 30%ige Blondierungscreme kaufen! Aber da hatte ich jetzt heute irgendwie keine Lust dazu und bin lieber zu Hause geblieben und habe das Objektiv sauber gemacht. Habe hinten angefangen, mit dem Zirkel die hintere Linsengruppe gelöst, diese schön mit einem Wattestäbchen gereinigt, dann gegens Licht festgestellt, dass der Pilz auch zwischen die Linsen gekrochen war, also die Gruppe ebenfalls demontiert und dazwischen gereinigt. Zum Glück sind die Gruppen beim Helios ja nicht verklebt wie bei manchen anderen Objektiven. Da hätte man dann wahrscheinlich verloren. (Da fällt mir mal wieder mein Sigma 28mm ein, das mal den Haze aus der hinteren Gruppe entfernt haben müsste. Es soll ja Leute geben, die die Linsen erfolgreich mit Aceton voneinander getrennt bekommen haben, aber ich lasse da lieber mal die Finger davon!)


Nach den hinteren Linsen habe ich mich den Vorderen zugewandt und dort die gleiche Prozedur angewendet: Haltering raus geschraubt, die Linsen entnommen, alle einzeln geputzt und danach gegen das Licht kontrolliert, ob ich alles erwischt habe. Nachdem ich zufrieden war und auch alle Fingerabdrücke wieder beseitigt habe, schließlich alles wieder zusammengesetzt. Kann an dieser Stelle wieder nur hoffen, dass da alles wieder zusammen passt. Die vorderen Linsen werden nur vom Ring ganz vorne gehalten und zentriert. Das ist so extrem simpel, dass man da leicht mal die Lage der Linsen etwas gegeneinander verschieben kann, bevor man den blöden Ring wieder rein geschraubt hat. Das Ergebnis wäre dann wahrscheinlich irgendeine Art von Verzerrung im Bild.

Aber es scheint so, als hätte ich alles wieder richtig zusammengesetzt. Schnell noch die Schrauben des mit der Fokusskala beschrifteten Metalltubus fest gezogen - aber nicht zu feste, sonst schleift er am Fokusring. An der Fokusskala ist der Lack ein bisschen aufgedunsen, ich denke, das Objektiv hatte wohl mal einen leichten Wasserschaden und jetzt Rost im Stahl. Da kann ich leider nicht viel dran machen, ist aber bisher nur ein kosmetisches Problem. Und da die vorderste und die rückwärtige Linse jeweils eh total verschrabbt sind, weil sie in den letzten 50 Jahren wohl das eine oder andere grobe Putztuch verkraften mussten, passt das auch irgendwie wieder zusammen. Ist halt nicht neu und obendrein noch well used.


Aber das gibt dem Objektiv auch ein bisschen mehr Charakter, besonders bei den Testfotos, die ich danach gemacht habe. Leider ist das mit dem billigen chinesischen Adapter an meiner digitalen Nikon nicht auf Unendlich fokussierbar, deshalb musste ich mich mit naheliegenden Motiven zufrieden geben. Das Problem ist, dass das Helios 44 die hintere Linsengruppe sehr weit nach innen in die Kamera hinein fährt, wenn man auf Unendlich stellen will. Da ist beim Adapter dann aber die Korrekturlinse im Weg! Mist!

Trotzdem sehen die Bilder doch ganz gut aus, finde ich. zum Glück lugte gerade ein bisschen Sonne zwischen den Wolken hindurch und ich hatte zumindest etwas Licht im Garten. Viel weiter wollte ich mit dem Objektiv jetzt auch heute nicht rum rennen, es ist nämlich so richtig schweinepopohinternkalt! Irgendwie sowas wie -5°C sagte mein Handy eben noch. Angeblich soll es mittlerweile tatsächlich über Null sein, aber das glaube ich nicht! Mein Auto ist jedenfalls noch immer total eingefrostet. Egal, Bilder:


Wie man sieht, die üblichen Verdächtigen. Habe leider auch kein Swirly Bokeh provozieren können, ich hatte einfach nicht die richtigen Motive in den richtigen Abständen. Hm, nachdem ich das Objektiv eh schon auseinander genommen hatte, hätte ich die Fokussierung vielleicht auch so manipulieren können, dass ich ohne Adapter(-Linse) an der D610 auskommen könnte. Aber das ist eine größere Operation und schwierig wieder rückgängig zu machen. Naja, ich guck mal...

Hanimex Automatic MC 1:2.8 24mm

Vorweg: Man soll ja nicht immer alles glauben, was im Internet steht. Es ist immer gut, sich eine eigene Meinung zu bilden, denn im Internet stehen oft irgendwelche Halbwahrheiten oder gar komplette Lügen. Deshalb ist es immer wichtig, Angaben, die man im Netz findet, zu überprüfen, statt sie einfach nur so zu glauben, weil die gleiche INformaton immer und immer wieder wiederholt wird. Da hat meist Quelle A bei Quelle B abgeschrieben, die ihre Infos von Quelle C hat, welche schließlich wieder von Quelle A als Quelle angegeben wird. ;-)

Nachdem ich das gesagt habe: Manchmal hat das Internet aber auch recht!



Heute möchte ich hier ein kleines Weitwinkel vorstellen, das im Netz teilweise als "das schlechteste Objektiv aller Zeiten" angeboten wird. Ich habe es jetzt nicht unbedingt deswegen käuflich erworben, aber als eine sehr schöne und vor allem sehr viel modernere Nikon, die ich ein andermal vorstellen werde, für einen realistischen Preis vorbei kam, die dieses Objektiv sozusagen als Dreingabe dabei hatte, habe ich zugeschlagen. Denn meine Neugier war geweckt und die Kamera war das eigentliche Objekt der Begierde. Es handelt sich um ein Hanimex Automatic MC 1:2.8 24mm, also eine Brennweite, die ich noch nicht mein eigen nenne, sodass ich gedacht habe: "OK, sollte das Teil doch nicht so schlecht sein, wie alle immer behaupten, kann ich es ja sogar mal benutzen. Außerdem, vielleicht ist es für Nikon F ja auch ein ganz anderes als die Exemplare in M42- oder PK-Version, die man im Netz findet."

Boy, was I wrong! :-D

Schauen wir uns mal einfach die ersten paar Bilder an, die ich mit meiner D610 und diesem Objektiv gemacht habe. Wie immer, wenn ich Objektive vorstelle, habe ich die Bilder farblich nicht nachbearbeitet. Heute habe ich allerdings entgegen der üblichen Gepflogenheiten das Histogramm minimal gestreckt - denn das Wetter ist so scheiße da draußen, dass ich sonst gar keinen Kontrast im Bild gehabt hätte. (Aber ehrlich, nur minimal.) Die Bilder sind wie immer heruntergerechnete JPGs, die ansonsten so aus der Kamera kamen - ich fotografiere bekanntlich ja nicht (oder nur selten) in RAW. Als Motiv habe ich meinen roten Honda genommen, denn der war für mich erreichbar, ohne komplett nass geregnet zu werden. Falls es heute mal irgendwann aufhören sollte mit dem Sauwetter, traue ich mich vielleicht auch noch in den Garten! ;-)




Beispiel-Bilder Hanimex Automatic MC 1:2.8 24mm: f2,8 - f4 - f5,6 - f8
Oben: Resize 1920x1282 - Mitte: Center Crop - Unten: Top Left Corner Crop
Nikon D610, ISO 800, JPG fine, Vignettierungskorrektur mittel

Runtergerechnet und dann auch noch in dieser Briegfmarkengröße sieht f/2,8 auf den erste Blick gar nicht so schlimm aus. Wenn man sich das jetzt in s/w und auf einem 9x13 Abzug vorstellt, könnte man meinen, dass man es eben mit einer sehr alten Optik zu tun hat, irgendwie so aus den 1930ern. Die Vignettierung ist schon brutal - da fehlen zu den Ecken hin bestimmt zwei, zweieinhalb Blendenstufen. Öffnet man dann die Ausschnitte in der zweiten und dritten Reihe, die die der originalen Auflösung entsprechen, kann man mit dem mittleren fast noch leben. Sieht nicht viel schlechter aus als die Bilder, die ich mit dem adaptierten M42 Travenar gemacht habe, das ja extrem unter der billigen chinesischen Korrekturlinse leidet. Wobei das interessantere Farben produziert hat. (Wobei ich zugeben muss, da war auch viel besseres Wetter als heute! [1] [2] [3]) Aber spätestens, wenn man zum Ausschintt aus der linken oberen Ecke kommt - die btw noch die wenigst schlimmste ist - sieht man, wie stark dieses Objektiv unter Verzerrungen leidet. Da ist ja praktisch alles nur noch ein langezogener Matsch, der von der Mitte des Bildes zu den Ecken flüchtet.

Um eine Stufe abgeblendet kann man die Mitte des Bildes schon beinahe verwenden, die Ecken sind aber weiterhin deutlich dunkler und praktisch unbrauchbar. Erst ab f/5,6 hellen sich diese etwas auf und die Verzerrungen gehen auf ein Maß zurück, dass man sagen kann: Ausreichend. Wenn man wirklich einigermaßen scharfe Bilder haben will, muss man aber tatsächlich zu Blende f/8 greifen. Hier erricht man endlich eine Schärfe, die ich mit dem 20mm Nikkor bereits weit offen bekomme. (Das muss ich übrigens ganz dringend noch mal verwenden. Das habe ich die letzte Zeit ein bisschen stiefmütterlich behandelt.)

Wenn man also einen echten Retro-Look sucht, ohne ihn nachher künstlich mit Filtern und Gedöns in ein Bild rein rechnen zu müssen: Hier seid ihr genau richtig! :-D Ich mein, wenn man jetzt nicht unbedingt solche grau-in-grau (mit rotem Auto) Bilder macht, wie die da oben, kann man ganz nette Ergebnisse erzielen:


Aber wirklich tolle Fotos wird dieses Objektiv niemals machen. Ich glaube, das ist die schlechteste Festbrennweite, die ich je gesehen habe. Mein altes 19-35mm Soligor Zoom war das viel besser, und was bringt einem die eine Blende mehr Lichtstärke, wenn man sie nicht benutzen kann?

Wie gesagt, falls das Wetter heute noch mal trockener werden sollte, werde ich mal ein paar Bilder der verklinkerten Hauswand machen, um nach Kissen- und Tonnen-Verzerrungen zu suchen, aber ich habe da keine großen Hoffnungen, dass meine Meinung besser wird. Vielleicht, wenn im Frühling die Blumen raus kommen, werde ich ein Anwendungsgebiet für diese Linse finden. Da muss man auf nahe Entfernungen eh stark abblenden, wegen der Tiefenschärfe, was die Schärfe im Rest des Bildes insgesamt verbessert, und mit einer Naheinstellgrenze von unter 25cm sollte es sich dafür auch eingermaßen eignen.

Positives? Ja, gibt es auch: Das Ding ist aus Metall, nirgends Plastik in sicht. Es liegt gut in der Hand, der Fokusring ist nicht ganz so leichtgängig, aber wahrscheinlich ist das Fett etwas hart geworden mit den Jahren. Besser, als wenn es auf die Blende sifft. Die ist nämlich immerhin frei von Öl und klickt gut. Ansonsten fällt mir nichts Positives ein. Leider. ;-)

Edit 13.01.2023: Heute Vormittag war mal kein Regen, deshalb reiche ich jetzt die Bilder unserer Außenwand nach, die ganz gut geeignet ist, nach Tonnen-, Kissen- und sonstigen Verzerrungen zu suchen.



Beispiel-Bilder Hanimex Automatic MC 1:2.8 24mm: f16 - f8 - f5,6 - f4 - f2,8
Oben: Resize 1920x1282 - Unten: Bottom Left Corner Crop
Nikon D610, ISO 800, JPG fine, Vignettierungskorrektur mittel

Tatsächlich halten sich diese Art von Verzerrungen für ein so weites Weitwinkel doch recht in Grenzen. Ich mein, man sieht schon was, wenn man etwas genauer hinschaut, aber das könnte genausogut auch die Wand selber sein, die nicht ganz gerade gebaut wurde. Für ein 24mm tatsächlich ganz in Ordnung. Ich hatte mit Schlimmerem gerechnet, wenn man sich die Schärfe-Performance dieses Objektivs anschaut.

Dafür ist nämlich die untere Reihe wieder ein gutes Beispiel: Selbst vollständig abgeblendet bei f/16 wird die linke untere Ecke nicht ganz scharf. Der letzte Zipfel ist noch immer leicht matschig-schlierig. Aber f/8 ist durchaus verwendbar, wenn man jetzt nicht bis auf die Pixelebene hineinzoomt. f/5,6 geht vielleicht auch noch, meine Ansprüche sind ja nicht so hoch, aber der Kontrastabfall - bedingt durch Aberrationen und den Verlust an Kantenschärfe - ist hier doch schon recht stark ausgeprägt. Immerhin ist die Bildmitte noch brauchbar. (Vertraut mir, die habe ich nicht noch mal hier eingebaut, so interessant sind die Klinkersteine jetzt wirklich nicht! :-D) Allerdings ist die Vignettierung hier schon wirklich extrem und alle weiter offenen Blenden sind in der Beziehung ist einfach inaktzeptabel.

Was mir noch aufgefallen ist: Der Anschlag bei Unendlich ist ein bisschen zu weit, d.h. einfach auf Unendlich stellen und fotografieren führt zu unscharfen Bildern. Also ungeeignet für Astro Fotografie. OK, hätte jetzt wohl auch niemand ernsthaft versucht, oder? ;-) Ich hatte zuerst die Vermutung, dass es an der allgemeinen Unschärfe liegt, aber tut es wohl nicht. Und weiterhin stört mich, dass der Fokus-Ring in die falsche Richtung gebaut ist: Wenn die Kamera "mehr nach links drehen" anzeigt, muss man tatsächlich nach rechts drehen. Daran erkennt man im allgemeinen Objektive, die für viele verschiedenen Anschlüsse gebaut wurden - Nikon ist bei der Richtung seiner Ringe ja eher die Ausnahme. Ist jetzt also nur bedingt die Schuld dieses Objektivs, aber ich wollte es trotzdem erwähnen.

Fazit: Ich fürchte wirklich, dass das hier das schlechteste Objektiv ist, das ich jetzt in meiner Sammlung habe. Das schließt selbst diese gefürchteten Tokina-Billig-Normal-Zooms aus den 1980ern ein, die man auf jedem Flohmarkt hinterher geworfen bekommt. Die sind wenigstens unter bestimmten Bedingungen durchaus einsetzbar, während dieses Hanimex extrem viel Licht braucht, damit man es um mindestens 3 Stufen abblenden kann, bevor es überhaupt brauchbare Ergebnisse liefert. Und selbst dann wird es nie wirklich richtig gut. Es hat ein paar Pluspunkte: Die Stabilität ist wegen des vielen Metalls ganz OK und für ein Weitwinkel hat es akzeptable Barrel Distortions, aber das reißt es dann auch nicht mehr raus. Es hat einfach ansonsten zu viele Schwächen.

tl;dr: Als Retro-Filter-Objektiv geeignet, wenn man absichtlich verwaschene und vignettierte Bilder machen will. Ansonsten ist mein altes Soligor Zoom eher zu empfehlen, das kostet bei ehBlöd eher sogar weniger als dieses Gewicht.

Yashica FX-I mit Yashica Lens DSB Zoom 70-180mm 1:4.5

Es ist Zeit, noch eine der Kameras vorzustellen, die in dem C/Y-Paket drin waren. Diese hier funktioniert vor allem tatsächlich. Bei der Contax, die ich letztens vorgestellt hatte, gibt es nämlich noch weitere technische Probleme neben den Lichtdichtungen, bei denen ich mir nicht sicher bin, dass ich die selber gelöst bekomme, oder ob ich da einen Profi dran lassen muss. Das habe ich leider erst gemerkt, nachdem ich den Film belichtet und entwickelt hatte.

Diese Yashica FX-I, die ich hier heute vorstellen möchte, funktioniert hingegen ganz hervorragend. Liegt wahrscheinlich daran, dass da viel weniger Technik drin steckt und dafür mehr Mechanik. Allerdings musste ich nach der Entwicklung feststellen, dass die ersten 10 Bilder trotzdem nichts geworden sind. Das war dann allerdings mein Fehler! Man sollte keine Filme zurück in den Kühlschrank stellen, von denen man nicht 100% sicher sein kann, dass sie nicht doch schon beinhaltet sind! :-( (Die Canon-Knipse, die ich vor Ewigkeiten hier vorgestellt hatte und die diese seltsame Ladehemmung entwickelt hat, hat das erste Viertel des Films nämlich offenbar doch noch korrekt gearbeitet, diesen dann aber nur so weit zurück gespult, dass die Lasche noch raus guckte und ich dachte, der Film wäre gar nicht eingezogen worden. Ja, danke auch dafür! Jetzt ist da am Anfang alles doppelt belichtet und die ganzen tollen Schneefotos sind für'n Arsch!)

So viel Vorrede und ich habe noch nicht mal wirklich über die Kamera gesprochen, die ich eigentlich vorstellen will. Dazu kommt, dass das Dezemberwetter wieder nur mäßige Beauty Shots zulässt. Egal, hier das gute Stück von vorne. Das riesige Zoom, das da drauf ist, macht es nicht einfacher, sinnvolle Bilder davon zu machen.


Wie man sieht, von den drei Kameras (und den beiden, die ich mit diesem Eintrag vorgestellt habe), sieht diese hier am besterhaltensten aus. Das heißt nicht viel denn verkratzt und verbeult ist sie trotzdem. Macht mir persönlich aber nichts, wenn sie trotzdem geht. In die Vitrine zum Angucken kommen nur die hübschen Stücke! ;-) Kameras sind nämlich zum Benutzen da, das ist jedenfalls meine Meinung! (Auch wenn ich meine Sammlung vielleicht ein bisschen ausdünnen müsste, denn ich komme ja kaum noch dazu, alle meine Schmuckstücke regelmäßig zu verwenden, da es doch ein paar mehr sind, mittlerweile.)

Was hat die Yashica technisch zu bieten? Nun, es handelt sich hier um die einfachste der drei C/Y-Kameras, die ich jetzt besitze. 1/1000s minimale, 1s längste Zeit, Belichtungsmesser, der mit zwei LR44 gut funktioniert, ISO 12-3200 einstellbar, +/-2 EV Korrektur in Drittelschritten, ein mechanischer Selbstauslöser und zu guter Letzt das, was für mich den Unterschied zwischen einer einigermaßen ambitionierten Amaterut-Kamera und einer Einsteiger-SLR ausmacht: Der Abblendknopf. Ansonsten hat sie einen Stoffvorhang als Verschluss, der aber perfekt Lichtdicht ist.


Die Bilder, die nicht doppelt belichtet waren, sehen auch alle sehr gut aus, kontrastreich und scharf, sodass ich nicht nur dem Belichtungsmesser, sondern auch den beiden Optiken ein gutes Zeugnis ausstellen kann. Das 50mm habe ich ja im Eintrag zur Contax schon genauer besprochen und deswegen nur noch mal die Highlights: 50mm f/1,7, das perfekte Nifty Fifty, zudem scharf und kontrastreich, wie gesagt, und hübsches Bokeh. Schönes Teil.

Das Yashica Lens DSB Zoom 70-180mm 1:4.5 ist hingegen recht lichtschwach und der Grund, weshalb ich einen ISO 400-Film zum Test verwendet habe. Für das 50er wäre das nämlich nicht so dringend nötig gewesen. Aber was die Lichtschwäche wieder wett macht, sind die durchgängig f/4,5. Bei 70mm ist das zwar nicht so beeindruckend, da gibt es schnelleres Glas, aber bei 180mm ist das schon ganz OK und nur eine halbe Blendenstufe langsamer als meine Nikkor 200mm Festbrennweite. Zudem hat es einen erweiterten Makro-Bereich: Wenn man den Schiebe-Zoom-Ring über die minimalen 70mm hinaus zieht, ist der Minimalanstand nicht mehr 150cm, sondern nur noch ein paar wenige Zentimeter. Genaue Angaben habe ich bisher nicht gefunden, aber der Makro-Beriech, den man sich hier erschließen kann, ist beachtlich. Ob man hier bis 1:1 runter kommt, bezweifle ich zwar, aber viel fehlt nicht.


Besonders erstaunlich finde ich, dass das Wort "Makro" an keiner Stelle erwähnt wird. So also ob man es nicht nötig gehabt hätte, das extra drauf zu schreiben, jeder weiß doch schließlich, wie gut C/Y-Objektive sind! ;-) Ist jetzt so eine Vermutung, keine Ahnung, warum tatsächlich nirgendwo erwähnt wird, was für einen erstaunlichen Makro-Bereich das Teil hat. Die von mir gemachten Bilder sind ansonsten völlig unproblematisch. Dass das gute Stück nur eine Einfachvergütung (zweiter Generation) hat (DSB), stört mich bei s/w-Fotografie eher weniger. Müsste ich halt mal in Farbe testen. Ansonsten ist es ein bisschen schwer an dieser eher kleinen Kamera, aber man kann es dafür recht gut mit der linken Hand stützen, die man eh für Zoom und Fokus braucht. Wie bei Schiebeobjektiven üblich, sind beide Funktionen im gleichen Ring integriert.

Aber zurück zur Yashica FX-I. Die macht insgesamt einen recht soliden Eindruck. Ich hatte mal wieder etwas Angst, dass der Filmtransport etwas hakelig sein könnte, da die Fomas doch sehr straff gespannt in ihrer Plastikpatrone stecken. Aber mit regelmäßigen Auflockerungen des Films, indem ich ihn ein bisschen vorsorglich abgewickelt habe - Rückspulkurbel einfach mal hin und wieder gegen die Uhr drehen und dann wieder ein bisschen zurück, dass man sehen kann, dass sie sich beim Aufziehen auch mit bewegt -, scheint geholfen zu haben. Wäre bei einer fabrikneuen Kamera wahrscheinlich nicht nötig, aber bei dieser hier sind die kleinen Zähnchen am Filmtransport halt doch schon etwas runter genudelt. Vorsichtig und langsam Spannen hilft ansonsten eh grundsätzlich bei solchen alten Kameras.


Von der Handhabung her muss ich sagen: Keine größeren Beschwerden. Die Kamera liegt ganz gut in der Hand, nur die Position des Auslösers in der Achse des Spannhebels irritiert mich etwas. Ich habe immer wieder versucht, die Mitte des Zeitwahlrads zu drücken und mich gewundert, wieso nichts passiert. ;-) Das ist aber auch schon das größte Manko dieser Kamera. Ansonsten ist sie vom Design her ein typisches Beispiel der späten 1970er. Ich hab sie gerne benutzt und werde im Sommer mal einen 100er durchschicken, wenn es genug Licht gibt, trotzdem ein paar Bilder mit dem Zoom machen zu können. Insbesondere würde ich dann die Makro-Funktion noch mal genauer unter die Lupe nehmen.

Die Bilder, die ich jetzt im Dezember gemacht habe, kommen dann wahrscheinlich irgendwann im Frühjahr hier an. Ich habe einfach einen unglaublichen Rückstau an Fotos in der Pipeline...

AF Nikkor 35-70mm 1:3.3-4.5

Habe ich eigentlich schon mal von meinem allerersten Objektiv erzählt? Das, das ich damals in den tiefsten Neunzigern in einem der berühmt-berüchtigten Dänemark-Urlaube vom Tisch geworfen habe (mitsamt Kamera) und das daraufhin einen verklemmten Zoom-Ring hatte? Tja, in meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich damals das Teil auseinander genommen und tatsächlich den Zoom-Ring wieder so einigermaßen gangbar bekommen. Nur zusammengesetzt habe ich es nie wieder, denn da waren mir deutlich zu viele Kleinteile entgegen gekommen.

War ich neulich im Keller bei der Mutter und guckste, was ich da zum wiederholten Male in den Händen hielt? Ich habs dann einfach mal mit genommen, nachdem ich geschaut habe, was wie ungefähr wo rein gehört und wie viele Teile fehlen. Wo sind die Kontakte für den Chip, der sich irgendwo in diesem Objektiv befindet?! Das FPCB baumelt da einfach so raus, das Rückteil ist auch vorhanden, aber das Gegenstück mit den Kontakten scheint wohl in den letzten ~30 Jahren verloren gegangen zu sein... Mist!



Egal, ich habe es dann trotzdem einfach mal zusammengesetzt, soweit ich das hin bekommen habe. Einfach nur um zu testen, ob ich a) genug Teile dafür habe und b) um zu schauen, ob das wirklich so naja war, wie ich mich erinnere. In der letzten Zeit habe ich ja einiges an Objektiven geöffnet und gereinigt und nachher wieder zusammengesetzt, da war das eine der leichteren Übungen. Allerdings habe ich mir auch nicht allzu große Mühe gegeben; mein Zeil war eher, das Teil soweit zusammengesetzt zu bekommen, dass ich es an eine Kamera ansetzen und testen kann, ob es sich lohnt, da mehr Zeit rein zu investieren.

Dabei habe ich den Chip-Kontakt einfach weg gelassen und das Schnibbelchen, das da raus hängt, mit Tesafilm angeklebt, damit es nicht an die Kontakte in der Kamera kommt und da irgendwelche falschen Signale aussendet (im schlilmmsten Fall Kurzschluss oder sowas). Außerdem habe ich auch nicht den verstellten Fokusring korrigiert; solange ich irgendwie fokussieren kann, reicht mir das für einen Test. Der Ring ist im Schneckengang mindestens eine Rille zu weit, sodass ich jetzt problemlos über Unendlich hinaus fokussieren kann. (Also, Unendlich ist ungefähr bei der Hälfte der Entfernungsskala. Die Nahgrenze, bei der der Ring anstößt, ist allerdings auch nicht mehr da, wo sie hin gehört, denn ich konnte doch ein ganzes Stück näher an das Schneckenhaus da unten ran gehen, als ich erwartet hätte.)

Hier ein paar Test-Bilder, die ich mit der alten D100 gemacht habe. Ich habe keine Farb- und Kontrastkorrektur vorgenommen, sodass man sehen kann, wie das Objektiv die Realität wiedergibt. An der D100 verhält es sich jetzt wegen des fehlenden Chipkontakts wie ein AI-Objektiv, das heißt: Keine Belichtungsmessung möglich. Das bedeutet aber auch, dass der Autofokus nicht funktioniert, dafür ist der Chip auch nötig. Da ich die kleine Schraube mit dem Zahnrad aber wieder eingesetzt hatte, musste ich die Kamera auf manuellen Fokus stellen, sonst blockiert der Kameramotor den Fokusring.

Wegen des schlechten Wetters habe ich die Schnecke bei Offenblende (also jeweils bei f/3.3, f/4 und f/4.5) aufgenommen, jeweils bei 1/60s, weshalb das am weitesten reingezoomte Bild auch am dunkelsten ist. Achso, und die D100 hat natürlich einen Crop-Faktor von 1,5x. Ich habe aber trotz all dieser Widrigkeiten erst mal die benutzt, weil wenn ich irgendwas ganz furchtbar falsch gemacht haben sollte, geht nicht direkt meine D610 kaputt, die brauche ich noch! ;-)



Dann habe ich die Kamera wie immer in solchen Fällen auf Kughweid' gerichtet und hier mal eine Serie von verschiedenen Blenden (offen bis f/8) gemacht. Dabei habe ich die Belichtungszeit konstant gelassen, also wird es immer dunkler. So richtig scharf wird das Teil allerdings auch bei f/8 nicht. Ob es am verstellten Fokus-Ring liegt oder ob es damals beim Fall vom Tisch noch einen grundsätzlichen Schlag bekommen hat, weiß ich natürlich nicht. Ich meine mich allerdings zu erinnern, dass es auch im Neuzustand schon nicht allzu scharf war. Ich mein, das war noch die gute alte analoge Zeit und die Abzüge waren eh maximal 10x15 cm. Da fällt das nicht wirklich auf. Heutzutage, wenn man die Digitalbilder auf einen riesigen 4k-Fernseher werfen kann... schon! ;-)

Nach dem erfolgreichen Test an der D100 habe ich es auch auf die D610 geschraubt und siehe da, auch hier verhält es sich wie ein AI - wobei die 610 aber auch eine Arbeitsblendenmessung unterstützt, sodass ich nicht unbedingt immer raten muss, was die korrekte Belichtung ist! Als erstes habe ich mal das Windspiel in schwiegermutterns Garten vor die Linse genommen. Im Vollformat und bei Offenblende erhält man sogar sowas Ähnliches wie ein Bokeh, wenn man ganz hinein zoomt. (Die Bilder unten sind wieder bei 35/3.3, 50/4, und 70/4.5 entstanden) An der 610 natürlich alles ohne Cropfaktor, vielleicht wirkt das Objektiv deshalb auch insgesamt etwas schärfer, weil die Fehler nicht so stark vergrößert werden. Beim Pixel-Peeping sieht man dann aber schon, dass das mit der Schärfe so eine Sache ist.



Den Kelch auf dem Gartenarbeitstisch habe ich mir dann als letztes vorgenommen. Auch hier kann man zumindest sowas wie Hintergrundunschärfe erahnen. Insofern ist das Teil vielleicht doch gar nicht so schlecht, wie ich es in Erinnerung habe. Ich werde es also vielleicht dann doch mal versuchen, komplett zu reparieren, falls ich die fehlenden Teile finde. Keine Ahnung, ob man so einen Chipkontakt einzeln organisieren kann. Müsste ich mal bei dem Nikon-Service in Köln anrufen, vielleicht wissen die ja was. Ansonsten kriegt man das gleiche Objektiv ja auch bei eBlöd für n Appel und n Ei hinterher geworfen - wobei die f/3,3-Version aber scheinbar etwas seltener ist als die mit f/3,5 startende. Naja, mal sehen...

Contax 167MT mit Yashica Lens ML 50mm 1:1.7

Ihr wisst ja, ich habe ein Herz für alte, abgeranzte Kameras, die aussehen, als hätte sie jemand mit dem SUV überfahren. Kameras mit Charakter, die einiges hinter sich haben. In diese Katergorie fällt definitiv diese Contax 167MT. Kein Vitrinenstück, ganz sicher nicht.


Die Belederung (also, das Gummi-Zeugs, das in den 1980ern so modern wurde) habe übrigens nicht ich so verhunzt, das kam schon so. Da hat der Vorbesitzer ungefähr eine halbe Tube Uhu drunter gequetscht. Dieser war dann mittlerweile allerdings schon so spröde geworden, dass das auch nicht mehr gehalten hat. Ich habe dann mit dem Dremel erstmal die etwa 2 mm dicke Schicht alten Klebers entfernt, bevor ich es mit doppelseitigem Teppichklebeband versucht habe. Hat aber nicht gehalten, da das Gummi über die Jahre die üblichen Ausdehnungserscheinungen bekommen hat: Soll heißen, es ist jetzt ungefähr einen Millimeter zu lang und steht am Ende über. Ich habs dann wieder mit Sekundenkleber festgepappt, so gut es ging. Ich muss mir da was überlegen, zB ob ich die Gummierung ganz ab mache und durch was anderes ersetze.

Das Yashica ML 50mm 1:1.7, das dabei war, sieht zwar etwas besser aus, hat aber eine fette Delle bei ungefähr 6 Uhr im Filtergewinde. Zum Glück ragt die Delle aber nicht ins Bild hinein. Technisch sind sowohl das Objektiv als auch die Kamera in einwandfreiem Zustand. Naja, in einem akzeptablen Zustand, nach all den Jahren und Misshandlungen. Ich war mir nicht sicher, ob ich die Lichtdichtungen sofort tauschen sollte, aber nach einer genaueren Inspektion habe ich erst mal Abstand davon genommen. (Spoiler: Die beiden anderen in dem Paket hatten es nötiger.) Wie man sehen kann, habe ich einen Foma 400 drin liegen, den ich die Tage bereits voll gemacht habe. Gut, dass ich dran gedacht habe, den zurückzuspulen, bevor ich die Rückwand geöffnet habe, um Fotos zu machen! ;-)


Zur Technik: Es handelt sich hier im eine Kamera aus der Generation, als die Objektive noch völlig manuell waren - also nix mit Autofokus etc. -, die Kameras selber aber bereits sehr stark computerisiert waren. Zeitlich ist sie somit in die Mitte der 1980er Jahre einzusortieren, wo sie sich mit ihren inneren Werten ganz gut macht. Immerhin ist die schnellste Zeit 1/4000s! Das machen meine Digitalen ja gerade so! Zudem hat sie einen Abblendknopf, das ist für mich immer ein Zeichen, dass die Zielgruppe bei den fortgeschrittenen Amateuren lag.

Damals recht neu war die Möglichkeit, den ISO-Wert des eingelegten Films per DX-Codierung zu bestimmen. Manuell geht das aber ebenso, indem man den kleinen ISO-Knopf unterm Display drückt und am Schieber schiebt. Das ist überhaupt eine der interessanteren Eigenschaften dieser Kamera: Es gibt kein Einstellrad für die Belichtungszeit. Stattdessen gibt es rechts neben dem Belichtungskorrekturrad diesen kleinen Schiebeschalter, den man nach links schiebt, wenn man kleinere Werte haben will, und nach rechts für größere. Zusammen mit dem erwähnten ISO- und dem daneben befindlichen MODE-Button kann man so die gesamte Kamera steuern.

Modi gibt es übrigens auch zu Hauf: Neben dem von mir bevorzugten Av für Blendenpriorität und einem vollständig manuellen Modus gibt es noch unter Tv eine Zeitpriorität und zusätzlich drei Programm-Modi, die schnelle, mittlere oder langsame Zeiten bevorzugt. Tv und P lassen sich aber leider mit dem Yashica ML, das dabei war, nicht verwenden; dazu muss das Objektiv mindestens den MM-Standard unterstützen. Das ist ein bisschen schade, weil ich so die Kamera nicht komplett testen konnte, stört mich andererseits aber recht wenig, da ich meist eh mit vorgewählter Blende und automatischer Zeit fotografiere.


Wie man weiterhin auf dem Top Deck sehen kann, gibt es wie erwähnt ein Rad für Belichtungskorrektur für bis zu zwei Blendenstufen über- oder unterbelichtet, und das in Drittel-Schritten. Zusätzlich kann man wohl Belichtungsreihen machen? Nehme ich jedenfalls an, dass dafür die kleineren Drehschalter unterhalb des eigentlichen Korrekturrads sind. Ich sollte mal die Anleitung lesen! Da habe ich jedenfalls die Finger von gelassen, zeigt aber doch, wie fortschrittlich die Technik damals schon war. Cutting Edge, sozusagen!

Auf der anderen Seite kann man noch S für Single Shot, C für Continuous und S-T für Selbstauslöser einstellen. Auch da habe ich die Finger weg gelassen, daher weiß ich jetzt gar nicht, wie viele Bilder pro Sekunde die Kamera machen könnte! ;-) Daneben ist dann das LCD, auf dem alle Werte angezeigt werden, die man einstellen kann oder die gemessen werden. Die wichtigsten Informationen findet man zudem im Sucher, in welchem sich über der Mattscheibe ebenfalls ein LCD befindet. Daher das kleine, längliche Fenster oben im Prismengehäuse - das Display ist zur Batterie-Schonung nämlich mit Umgebungslicht hintergrundbeleuchtet. Wenn es viel zu dunkel ist, geht allerdings zusätzlich noch ein Lämpchen an.

Apropos Batterien: Das Ganze läuft mit einem Satz aus vier AAA Battereien, die sich unter der Bodenplatte verstecken. Das nimmt zwar Platz weg, ist aber praktisch, weil es die Teile überall gibt - im Gegensatz zu so mancher obskuren Lithium-Batterie, die andere Hersteller verwendet haben, und die man heutzutage nur noch bei zweifelhaften Internetversendern bekommt.

Von der Benutzung her muss ich sagen: Als die Kamera neu war, war es sicher eines der Top-Modelle und auch heute noch macht das Fotografieren damit einigen Spaß - mit Abstrichen, die dem allgemeinen Zustand und dem Alter geschuldet sind. Während das Objektiv sehr leichtgängig und präzise ist, also wenig gelitten hat - bis auf die Delle -, sind die Hebel und Räder der Kamera durch starke Nutzung und unsachgemäße Lagerung ein bisschen schwergängig. Ich wollte aber nicht mit dem Kontaktreiniger anrücken, solange es nicht wirklich nötig ist. Die abblätternde Gummi-Belederung hatte ich ja eingangs schon erwähnt - wobei diese ihre Griffigkeit erstaunlicherweise gut erhalten hat; da habe ich schon schlimmeres Gummi in den Händen gehalten, das neuer war. Dieses hier klebt nicht, das ist ein großer Vorteil! Das Aussehen ist recht typisch für die 1980er, weniger futuristisch-klobig als zB die Chinon CP-7m, die ungefähr aus einer ähnlichen Zeit stammt, und liegt mit ihrem vielen Metall im Inneren gut in der Hand, ist aber entsprechend schwer.

Fazit: Für das, was ich bezahlt habe (in einem Paket mit drei Kameras und zwei Objektiven), gar nicht so schlecht. Besser erhaltene Stücke wären wahrscheinlich auch schöner zu bedienen, aber je mehr das Metall unter dem schwarzen Lack zum Vorschein kommt, desto mehr sieht die Kamera nach einem Schläfer aus, der mehr kann, als er nach außen hin zugibt! ;-) Insgesamt eine Kamera, die ich sicherlich noch mal öfter verwenden werde - und sei es nur für einen weiteren Test-Film, wenn sich herausstellen sollte, dass ich die Lichtdichtungen doch noch tauschen muss! ;-)