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Schwarz-weiß und analog, Teil 196: Asbach

Fomapan 200 #1, September 2022
  • Minolta XG-2, Minolta MC Rokkor-PF 1:1.7 f=55mm
  • Entwicklung: Adonal 1+50, 9:00 Minute, Adofix Plus 1+5, 3 Minuten, Adoflo II 1+200
Im zweiten Teil des ersten selbstentwickelten Fomapan-Films ging es mal wieder nach Asbach in den Outlet-Store, der da auf der grünen Wiese steht. Danach haben wir aber noch dem Dorf einen Besuch abgestattet. Viel los ist da ja nicht, außer der Kirche gibt es hier nur mäßig viel zu sehen. Trotzdem habe ich die Gelegenheit genutzt, mal ein paar Bilder zu machen.

Als erstes haben wir da ein altes Kreuz, von denen man mehrere rechts vom Kirchenhauptportal findet. (1/1000s, f/2.) Bei f/2 macht das 55er Rokkor wirklich ein überragendes Bokeh. Bleibt die Frage, wie ich so viele Fusseln auf den Film bekommen habe, der zudem noch einige Emulsionsdefekte aufweist. Liegt es an meinem eher ruppigen ersten Versuch, einen Film in die Spule einzuspulen, ein Prozess, den ich mittlerweile im Schlaf beherrsche, der damals aber noch eine sehr schweißtreibende Angelegenheit war? Möglich. Will gar nicht drüber nachdenken, wie ich diesen ersten Film misshandelt habe, bis ich ihn endlich in der Entwicklerdose hatte! ;-) Aber zurück zum Motiv: Ganz nett zusammenkomponiert, finde ich. Das Kreuz als Hauptmotiv an der rechten Seite, dass es aus dem Bild heraus schaut, dahinter die unscharfen Kollegen und einige Blendenabbilder in den Laublücken der Tannen. Was mich am meisten stört, ist die Wand des weißen Hauses rechts. Aber ich kann ja schlecht mit der Abrissbirne auf Fotosafari gehen, sag ich immer wieder. ;-)


Vor der Kirche habe ich dann das Kapitell links vom Portal vor die Linse genommen. (1/1000s, f/1,7.) Auch weit offen ist das Rokkor erschreckend scharf. Ich glaube, das ist eine der schärferen Normalbrennweiten, die ich jetzt besitze. Recht kontrastreiches Bild und auch sehr viel weniger Staub als auf dem ersten heute. Auch der Winkel, in dem ich das Motiv eingefangen habe, gefällt mir ganz gut. Schön viele Details erkennbar, die Struktur des Sandsteins kommt richtig gut raus.

Beim Kirchturm habe ich dann komplett manuell belichtet und die kleinstmögliche Blende gewählt, um die seitlich ins Bild ragenden Äste unscharf zu bekommen. (1/1000s, f/2,8.) Das gibt dem Bild eine gewisse Tiefe. Was hier auffällt, sind die seltsam hellen Rämder, bei denen ich den Eindruck habe, dass die Filmtransportlöcher bei der Entwicklung ausgestrahlt hätten. Liegt das an der Art, wie ich den Entwickler in der Dose durchgeschüttelt habe? Bilden sich da Wirbel an den Löchern, die dann mehr frisches Adonal an diese Stellen befördert und dort zu einer stärkeren Entwicklung des Materials führt? Anders kann ich mir das kaum erklären. Das ist mir jedenfalls bei diesem und einigen der folgenden Filme schon aufgefallen, besonders eben bei solchen eher flächigen Bildern mit viel Himmel. Ach ja, und ich dachte immer, dass das Labor diesen einen, immer wiederkehrenden Kratzer in den Film machen würde. Scheinbar sind die aber schon von der Fabrik aus da drin, denn ich hab ihn sofort wiedererkannt! ;-)


Um die Ecke in der Vitrine steht dieser kleine Igel aus Holz. (1/60s, f/5,6.) Wie immer mit der Urban Legend eines Apfels auf den Stacheln. Warum bringen wir unseren Kindern Dinge bei, die gar nicht der Realität entsprechen? Muss dieses Kultur-Dings sein! ;-) Ansonsten ein ganz gutes Bild, wenn auch wieder ein bisschen staubig. Der 200er Foma scheint auch eine ganz brauchbare, auch in Adonal nicht zu aufdringliche Körnung zu besitzen. Ich glaube, das ist eigentlich ein ganz guter Universalfilm für den allgemeinen Einsatz, wenn ein 100er vielleicht nicht ausreicht, ein 400er aber dann doch zu schnell ist. Bedeckte Sommertage oder sowas. Leider war bei meiner letzten Bestellung keiner auf Lager. Aber bei meinem Verbrauch ist es bestimmt bald wieder so weit. (Filme sind allerdings in den letzten Monaten bestimmt gut anderthalb mal so teuer geworden! der 400er Foma kostet jetzt fast 5 Euro, ich habe den bei meiner ersten Bestellung noch für unter 4 bekommen!)

Noch ein altes Kreuz findet man an der Mauer hinter der Kirche. (1/60s, f/4.) Obwohl das hier im Schatten stand, habe ich ein erstaunlich kontrastreiches Bild raus bekommen. Sehr scharf ist es zudem auch, gefällt mir sehr gut. So gut, dass ich kaum was daran auszusetzen habe. Schön, wie das Efeu von oben darüber rankt, der grobe Bruchstein darunter gefällt mir auch, die Natursteinmauer mit ihren Rissen im Hintergrund. Eigentlich perfekt. Ein bisschen Emo vielleicht... ;-)

Das Bild vom Fachwerk ist leider ein bisschen schief geworden. (125s, f/5,6.) Das fällt bei den vielen senkrechten Linien leider sehr auf. Ansonsten ist das Bild ganz OK. Jetzt nicht allzu spannend. Ein Fachwerkhaus halt. Die vielen, prächtig blühenden Geranien (?) waren auch eigentlich der Grund, weshalb ich dieses Bild gemacht habe.


Die Tür gegenüber von Hausnummer 3 ist hingegen schön gerade und macht auch richtig was her. (1/125s, f/4.) Eine schöne alte Haustür, bei der das eine daran verschwendete Foto sicher kein Fehler war. Gerade so in s/w macht das einen sehr schicken Eindruck. Da könnte ich glatt mal versuchen, einen Abzug von zu machen. Oder so eine Weihnachtspostkarte von machen und den Leuten einfach in den Briefschlitz werfen. ;-)

Ach, stimmt, das Weitwinkel hatte ich ja auch dabei, ganz vergessen! Die Kirche ist dementsprechend aus dieser Position ein bisschen verzerrt, aber eigentlich ganz spannend mit dem Flatsch Sonne rechts im Abenddunst. (Beroflex 28mm, 1/250s, f/5,6.) Bei diesem Objektiv bin ich ja auch immer wieder erstaunt, dass es eigentlich ganz gute Fotos produziert. Ich weiß nicht, wie die Beroflexes damals preislich einzuordnen waren; die Objektive waren ja, soweit ich weiß, Importe aus der DDR, was grundsätzlich ja nicht unbedingt was schlechtes war. Die waren also wahrscheinlich für die hier sichtbare Qualität eher günstig. Egal. Ein ganz hübsches Bild, das ich da produziert habe. Wegen des Weitwinkels fällt auch gar nicht so sehr auf, wie schief es eigentlich ist! ;-)

Nächstes Mal: Familienbesuch in Drevenak. Also, das drumherum. Die Familie selber habe ich mit der F601 und einem sehr teuren Ilford Delta 3200 abgelichtet. Davon kommen demnächst auch ein paar Bilder, allerdings welche vom Ende des Filmes, als ich den voll haben wollte, um ihn entwickeln zu können. ;-)

Schwarz-weiß und analog, Teil 195: Gemischte Selbstentwicklung

Fomapan 200 #1, September 2022
  • Minolta XG-2, Minolta MC Rokkor-PF 1:1.7 f=55mm
  • Entwicklung: Adonal 1+50, 9:00 Minute, Adofix Plus 1+5, 3 Minuten, Adoflo II 1+200
Kommen wir heute also endlich mal zum ersten Film, den ich selber entwickelt habe. So im Nachhinein betrachtet habe ich da schon ziemlich mit zu kämpfen gehabt, was man auch an verschiedenen Stellen sehen kann. Da sind nämlich einige Kratzer in der Emulsion und Knicke im Film, die ich da rein gemacht habe, als ich versucht habe, ihn erst mal auf die die Spule drauf zu kriegen und nach dem Entwickeln auch wieder runter zu bekommen. Das ist glaube ich tatsächlich die größte Hürde beim selber Entwickeln von Negativen: Den K*ckfilm, ohne ihn sehen zu können, im Wechselsack in die Spule zu kriegen, ohne ihn ständig anzugrabschen oder zu verbiegen. Naja, aber Übung macht den Meister und ich bin da mittlerweile um einiges besser drin geworden. Deswegen ist es schon fast etwas peinlich, dieses Erstlingswerk hier vorzuzeigen. Aber ich denke, dass das vielleicht anderen Anfängern zeigen kann, dass es eben am Anfang nicht alles perfekt läuft - ich glaube, ich habe diesen Film drei oder vier mal wieder aus der Spule raus fummeln müssen, weil er sich verhakt hatte - und dass man trotzdem nicht aufgeben sollte. Ich hatte zwar meiner Meinung nach reichlich geübt, aber eben a) mit dem im Starterkit mitgelieferten Farbfilm, der sich irgendwie ganz anders anfühlt und mir viel steifer erscheint, als der billige Fomapan, und b) der auch noch ein ganzes Stück kürzer ist, also wohl nur 24 Aufnahmen hatte.

Aber genug Vorrede, hier das Ergebnis. Da die Kamera zu allem Überfluss noch Ladehemmungen hatte, nachdem ich ihre Lichtdichtungen erneuert hatte, sind ein paar Bilder verloren gegangen, sodass ich mich entschieden habe, mit einer Mischung von Fotos aus Siegburg, Seelscheid, Hennef und Mondorf zu beginnen. Das sind jeweils nur so 2 bis 4 Bilder, die wären in einem eigenen Artikel eher ein wenig verloren gewesen.

Den Anfang macht die Krankenhauskapelle in Siegburg. (1/1000s, f/8.) Aufmerksame Leser werden bemerken, dass ich dieses Bild schon mal hier im Blog hatte, nämlich damals im Oktober, als ich angefangen habe, selber zu entwickeln. Da habe ich das nämlich als Beispiel genommen. Deswegen muss ich jetzt glaube ich nicht mehr ganz so viel dazu sagen, ich hatte es ja schon recht detailliert auseinander genommen. Mir gefällt es jedenfalls noch immer ganz gut, trotz der Kratzer in der linken Ecke.

Gegenüber gab es das Parkhaus zu sehen, das gerade wegen Renovierung von oben bis unten eingerüstet war. (1/500s, f/8.) Auch hier habe ich gut weit abgeblendet, was ich sonst ja eher nicht so oft mache, aber wenn es um "Architektur" geht, darf es gerne etwas schärfer sein, finde ich. Das 55mm Rokkor glänzt hier jedenfalls, gerade in dieser Disziplin. So ist zum Beispiel der Zaun oben auf dem obersten Parkdeck so scharf abgebildet, dass man jede Strebe einzeln zählen kann. Ich habe eh den Eindruck, dass die selber entwickelten Bilder nicht nur ein bisschen heller sind, sondern auch schärfer. Ich mein, das ist ja ein 200er Film, aber ich habe den Eindruck, dass er in Sachen Auflösung die bisherigen 100er übertrifft.


Dann mal wieder die ev. Kirche in Seelscheid. (1/500s, f/8.) Vom Friedhof aus ist das halt das spannendste Gebäude, das man sehen kann. Bei f/8 sind auch die ins Bild ragenden Äste und Blätter fast komplett scharf. Nur ganz unten die Hecke verliert sich etwas in einer leichten Unschärfe. Nettes Bild, auf dem man sieht, wie hell es war. Ich glaube, ich sollte mal ein paar mehr ISO 200 Filme anschaffen, die sind ein ziemlich guter Kompromiss aus leicht erhöhter Empfindlichkeit und Auflösung. Oder liegt es eben daran, dass ich den selber entwickelt habe und er einfach ein bisschen heller ist als das, was das Labor gemacht hat?

Zwischen diesem und dem nächsten Bild sind leider eine ganze Reihe Bilder verloren gegangen, weil der Spiegel nicht geklappt hat oder der Vorhang nicht wollte, oder was auch immer die Kamera für Ladehemmungen entwickelt hat, als ich nicht hingeschaut habe. Der Klamottensammelcontainer ist jedenfalls ein bisschen seltsam belichtet. (1/500s, f/8.) Sieht aus, wie ein übertriebenes HDR-Bild, habe ich den Eindruck. Wie das zustande gekommen ist, ich weiß es nicht. Habe ich im Gimp nachträglich zu viel am Gamma gedreht? Oder kam das tatsächlich schon so aus dem Scanner? Wenn meine Filme so lange in der Pipeline liegen, vergess' ich das langsam schon, bevor ich die hier ausstellen kann. ;-) Ist aber an sich schon nicht das spannendste Bild auf dem Film, deswegen, Schwamm drüber!

Was passiert, wenn man den Film in der Spule verknickt, kann man auf dem Bild mit den verwelkten Baumnasen sehen. (1/1000s, f/1,7.) Der Knick geht leider quer durchs eigentlich Motiv, da ist auch nicht viel mit Retouchieren. Wie gesagt, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, ich habe da wirklich noch einiges an Übung gebraucht, bis ich das mit dem Ecken abrunden und einfädeln in die Spule richtig raus hatte. Insgesamt leider ein bisschen Schade, denn das Bild hat was. Besonders die Blendenbälle im Hintergrund finde ich extrem schick; Offenblende bei diesem Objektiv ist extrem!


Auch das nächste Bild ist verknickt und so hat das Bobbycar leider einen bösen weißen Streifen. (1/1000s, f/4.) Auch hier ist es einigermaßen schade um das Foto, denn die Sonne und der Schatten sind schon ganz gut. Da es aber auch ziemlich schief ist, relativiert sich das mit dem "schade drum" dann ach wieder. ;-) Der Kontrast ist richtig gut geworden, so guten Kontrast habe ich bei Laborentwicklungen selten gesehen. Trotzdem hat man noch genug Detail in den dunklen Bereichen.

Es folgt ein Sprung weit ins letzte Drittel des Films, als ich in Mondorf war und nebenbei mal wieder die Fähre fotografieren durfte, wie sie da im Hafen vor Anker lag. (1/500s, f/4.) Auch hier fasziniert mich die Schärfe und der für diese eher schattige Szene ausreichend gute Kontrast. Die Schärfe ist mit dem Rokkor eh superb, auch wenn man mal nicht f/8 nimmt, sondern stattdessen zwei Stufen schneller unterwegs ist. Nettes Bild.


Die Josef Lülsdorf war mein nächstes Opfer. (1/250s, f/4.) Habe hier so weit nach unten gezielt, um die Spiegelung des Namens im Hafenwasser noch einfangen zu können. Der Hintergrund ist mir ein bisschen zu hell geraten, da hätte es auch eine Blendenstufe schneller getan, wie im Bild davor. Ansonsten technisch ganz OK. Der Winkel gefällt mir aber nicht. Vielleicht hätte ich mich stattdessen ganz auf die Reflexion im Wasser konzentrieren sollen, dann hätte ich ein paar Schritte näher ran gehen können und einen völlig anderen Winkel bekommen. Naja, im Nachhinein ist mal bekanntlich immer schlauer.

Das letzte Bild ist ein Portrait der Dame, die da halb nackt und mit freigelegtem Alabaster (also, in dieser billigen Kopie wahrscheinlich Beton oder Gips) im Vorgarten steht. (1/1000s, f/4.) Schöne Hintergrundunschärfe, die das Motiv gut hervorhebt. Dadurch, dass ich das Zentrum des Bildausschnitts mal ausnahmsweise in den Rücken die Dame gelegt habe, wirkt es auch irgendwie ganz interessant. Ich sollte da öfter mal mit experimentieren. Interessantes Bild.

Erstes Fazit: Selber entwickeln ist nicht so schwierig, aber man muss erst die Probleme überwinden, die man als Anfänger unweigerlich haben wird. Über die nächsten Filme hinweg werden wir definitiv eine Verbesserung meiner handwerklichen Geschicklichkeit beobachten können. ;-)

Nächstes Mal: Asbach.

Schwarz-weiß und analog, Teil 182: Lichtlecks in Seelscheid und am Flughafen

Film: Fomapan 100 #39, Kamera: Minolta XG 2, Objektiv: Rokkor 55mm f/1.7, August 2022

Auch der zweite Teil des Films, den ich mit der XG-2 gemacht hatte, hat Lichtlecks. Wäre ja auch seltsam, wenn das plötzlich aufhören würde. Aber genauso, wie es um die ersten 20 Bilder schade ist, ist es schade um die restlichen 18. Trotzdem habe ich die Bilder aus Seelscheid und vom Flughafen mal zusammen in einen Artikel getan, denn die müssen ja weg, sonst werden die noch schlecht(er). ;-)

Anfangen werden wir heute mal wieder auf dem Seelscheider Friedhof, auf dem ich eines der Kriegsgräber-Kreuze ganz nah ran geholt habe. (1/1000s, f/1,7.) Das Rokkor macht hier einen sehr guten Eindruck, finde ich. Bestes Bokeh und trotzdem ein knackig scharfer und kontrastreicher Voredergrund! Dass die Kamera selber leider lichtleckig ist, macht mir da gar nicht mal so viel in diesem Bild, denn die hellen Streifen halten sich dezent im Hintergrund. Das Objektiv macht jedenfalls sehr gute Bilder!

Ähnlich sieht es auch bei den Gießkannen aus: Sehr schöner Hintergrund; leider stört hier das Lichtleck sehr, dass sich ein bisschen in den Vordergrund drängt. (1/250s, f/1,7.) Aber man sieht, dass es an diesem Tag auf dem Friedhof unter den Bäumen sehr schattig war, dass ich die Blende ganz aufmachen konnte.


Um die Ecke an der Friedhofskapelle habe ich dann noch die Beleuchtung mitgeommen. (1/125s, f/4.) Auch hier bin ich von der Schärfe dieses Objektivs entzückt! Die Schraubenschlitze zum Beispiel sind wunderbar zu erkennen, ebenso die Lackabplatzungen mit Rost darunter. Und die leichte Unschärfe, die an der Wand entlang langsam zunimmt, richtig gut. Leider auch hier wieder sehr helle Streifen...

Die Kirchentür verschwindet untenrum schon fast im Nirvana, da war wirklich nicht mehr viel zu retten. (1/1000s, f4.) Wie man an den Werten sieht, war das auch wieder in der prallen Sonne. Und auch wieder hochkant, sodass besonders viel Licht durch den Türschlitz einsickern konnte. Schade, denn die Tür ist doch sehr gut getroffen, so mit dem Schatten quer darüber.

Und dann gibt es da noch diesen Grabstein mit der Bronze-Rose drauf. (1/500s, f/4.) Leider auch hier quer über das Bild ein Streifen. Schade drum. Insgesamt scheint aber f/4 eine sehr gute Blende für dieses Objektiv zu sein, dann wirkt alles schon recht plastisch und man hat nicht zu viel Schärfe im Hintergrund.

Bei den Lilien im Schatten mit der Sonne dahinter fällt der Streifen dann wieder kaum ins Gewicht, weil er sich vornehm an den Rändern befindet. (1/60s, f/5,6.) Sieht schon fast wie gewollt aus. Erstaunlich finde ich, dass so hart am Licht doch recht viel Kontrast im Bild verbleibt und auch keine Flares zu finden sind. Die Blenden-Sechsecke im Hintergrund halten sich dezent zurück und sind trotz des für meine Verhältnisse großen Blendenwertes recht unauffällig und sanft. Sehr schönes Bild!

Am nächsten Tag waren wir dann am Flughafen, wo ich als erstes mal die Lampen unter der Decke bestaunt habe, mitsamt der recht brutalen Architektur im Hintergrund. (1/60s, f/5,6.) Da es hier drin ziemlich dunkel war, fallen die hellen Streifen oben und unten noch mal extra auf. Dumm gelaufen, denn ansonsten wäre das nämlich ein sehr interessantes Foto geworden. Diese Art von Architektur mit dem vielen blanken Beton macht sich auf s/w-Bildern meiner Meinung nach ja auch immer besonders gut.

Das Galaxy-Teleskop vor den Flugzeugen im Hintergrund fand ich auch ein sehr gutes Motiv. (1/250s, f/11.) Leider stört der Streifen hier sehr. Aber man kann trotzdem die Performance des Objektivs bei fast völlig geschlossener Blende begutachten. Das Fernrohr war schätzungsweise so 3 bis 4 Meter entfernt und dafür sind die Flieger, die ja bestimmt im Unendlichen stehen, doch sehr schön scharf geworden. Also, genau so, wie ich sie haben wollte, zumindest: Erkennbar, aber doch auch irgendwie nur ein verschwommener Traum. ;-) (Oh man, ich greife wieder gerade mal wieder ganz tief in die Bullshit-Kiste! :-D)


Beim Cola-Automaten macht mir wortwörtlich dann wieder das Lichtleck einen Strich durch die Rechnung. (1/500s, f/2,8.) Trotzdem, dass der doch sehr am Rande ist, stört er mich erheblich. Ansonsten: Mal wieder schief! Man, man, man! ;-) Das Objektiv macht bei f/2,8 allerdings einen recht guten Eindruck: Schön scharf und auch hier im Schatten ausreichend Kontrast, zumindest so viel, dass er sich noch über den Llichtleckschleier hinwegsetzen kann.

Ein ähnliches Schicksal hat den Adenauer zwischen dem alten und dem neuen Terminal erwischt. (1/60s, f/4.) Er ist ein bisschen verschleiert. Wenn seine Partei das wüsste! :-D Aber ein Fazit kann ich aus diesem Bild trotzdem ziehen: Auch als Portrait-Objektiv eignet sich das Rokkor gut!

Draußen dann noch an der alten Zero-G-Maschine gehalten, die hier auf dem Parkplatz rum steht, und ein paar Detail-Bilder gemacht - zB dieses vom Cockpit. (1/1000s, f/8.) Ja, es war hier sehr, sehr hell, das Flugzeug reflektiert kräftig die Sunny Sixteen, die wir an diesem Tag hatten. Das führt offenbar zu extra-Streifen, die man bisher noch gar nicht sehen konnte. Dieses Bild ist dadurch praktisch komplett unbrauchbar.

Beim Triebwerk ist es etwas besser. (1/1000s, f/3,5.) Habe da mal eine halbe Blendenstufe eingestellt; wenn das schon geht, muss ich das auch mal testen! Der Hintergrund wirkt tatsächlich etwas weicher als bei f/4, die ich ansonsten genommen hätte. Das Triebwerk ist auch ziemlich gut belichtet, wenn man sich jetzt mal den allgemeinen Schleier vom Lichtleck und die Streifen weg denken würde.

Weil es besser passt, habe ich dann mal eben das Bild aus dem S-Bahnhof vorgezogen, auf dem ich eine der Lampen verewigt habe. (1/500s, f/5,6.) Man sieht: Sobald weniger Umgebungslicht vorhanden ist, lassen auch die Lichtleckstreifen deutlich nach! Dieses Foto ist praktisch brauchbar. Motivlich sieht es auch gar nicht mal so schlecht aus. Wie gesagt: Architektur und sowas macht sich auf s/w-Film eigentlich immer ganz gut!


Das Streusalzsilo stand hingegen draußen noch im vollen Licht und ist dementsprechend wieder von einem Streifen oder zwei betroffen. (1/1000s, f/4.) Dabei ist das auch leider ansonsten ein ganz gutes Foto gewesen. Mist. Mist, Mist, Mist. Naja, egal, Schwamm drüber. (Da gibt es doch ganz bestimmt irgendsoeine neumodische AI, die mir den Streifen weg rechnen könnte, oder? :-D)

Erstaunlich finde ich, dass das nächste Bild praktisch gar keinen Streifen hat, obwohl es doch sehr viel dunkle Stellen hat, die dafür prädestiniert scheinen, jedes verirrte Photon zu zeigen! (~1/125s, f/16,) Scheinbar habe ich die Kamera hier direkt in die Tasche zurück gesteckt, um sie erst wieder im Kellerbahnhof raus zu holen, wo sehr viel weniger Streulicht war. Cooles Bild, jedenfalls. Vollständig abgeblendet sind sowohl Stacheldraht als auch Schild praktisch komplett scharf. (Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich genau dazwischen fokussiert.)

Die einfahrende S-Bahn musste ich dann auch noch festhalten, ich wollte den Film voll bekommen! (1/1000s, f/5,6.) Bei diesem mäßig-kontrastreichen Bild fallen auch keine Streifen auf. Gegen Ende hatte ich also echt Glück. Insgesamt etwas schief, aber ansonsten ein ganz stimmiges Bild. Das Schattenspiel gefällt mir ganz gut.

Und ganz zum Schluss noch der Kater. (1/4s, f/1,7.) Muss ich nicht viel zu sagen, außer vielleicht: Perfekt! Der arme Schläfer, keiner hat ihm gesagt, dass ich ihn wieder auf Film brenne! ;-)


So, und das war das. Schade im die schönen Fotos, die vom Lichtleck versaut sind. Ansonsten aber gut zu sehen, was für tolle Bilder das Objektiv machen kann, weshalb ich das Paket überhaupt gekauft hatte. Perfekt für die Carena, für die ich es eigentlich vorgesehen hatte.

Schwarz-weiß und analog, Teil 181: Lichtlecks in Schladern

Film: Fomapan 100 #39, Kamera: Minolta XG 2, Objektiv: Minolta MC Rokkor-PF 1:1.7 f=55mm, August 2022

Wie angedroht kommen jetzt die Bilder, die ich mit der Beifang-Minolta XG-2 gemacht habe, als ich noch nicht wusste, dass die nicht mehr ganz dicht ist. Das Problem habe ich dann ja relativ schnell behoben, aber die Bilder waren nun mal gemacht. Deswegen möchte ich sie auch hier vorstellen, auch wenn sie teilweise schwer verdorben sind. Außerdem zeigt sich die Performance des 55mm Rokkors auch so ganz gut! (Spoiler: Ziemlich geiles kleines Objektiv!)

Am Anfang ging es eigentlich noch ganz gut; so ist das kaputte Fenster, das als erstes auf dem Film ist, ganz gut geworden und hat nur einen leichten Streifen vom Lichteinfall mitbekommen. (1/125s, f/4.) Hier kann man also auch fast ganz ungestört die Schärfe und den Kontrast des kleinen 55mm Rokkors genießen. Die Fensterrahmen sind hervorragend zu erkennen, sogar die einzelnen Spinnweben kommen ganz klar raus. Bis in jede Ecke kann man hinein zoomen und es gibt praktisch keinerlei Verzerrungen und nur minimale Unschärfe. Als sie dieses Objektiv gebaut haben, wussten sie offensichtlich ganz genau, was man machen musste, um hervorragende Bildqualität zu erreichen.

Bokeh kann es aber auch: Die Gans vor der Sieg ist knackig scharf, gleichzeitig sind aber die Bäume und der Strommast am Horizont richtig schön unscharf. (1/1000s, f/4.) Leider ist das Bild ansonsten etwas dunkel geworden, die Gans könnte ein bisschen heller sein, finde ich.


Die beiden Bitburger-Flaschen am Mülleimer sind ebenfalls gut scharf, so sehr, dass man fast sogar noch das kleingedruckte lesen kann - da ist dann allerdings des Auflösungsvermögens des Films am Ende. (1/125s, f/2,8.) Aber wie man sieht, auch wenn man die Blende eine Stufe weiter öffnet, ist die Schärfe noch ganz gut. Leider ist der helle Streifen des Lichtlecks hier schon sehr ausgeprägt.

Sehr schöne Blenden-Sechsecke bekommen wir im nächsten Bild zu sehen, auf dem ein verlorenes Kinderspielzeug auf dem Holzgeländer liegt. (1/60s, f/5,6.) Diese wirken sehr stabil, egal in welche Ecke man schaut. Durch die vielen Überlagerungen in der Mitte des Bildes wird es vielleicht etwas unruhig, aber nicht so sehr, dass man das Bild nicht mehr anschauen könnte. Außerdem hält sich das Lichtleck hier vornehm zurück - man kann tatsächlich sehen, wie hell das Umgebungslicht war, als der Streifen entstanden ist, und hier im Schatten war recht wenig.

Auf dem Bild mit dem Lederband zwischen den Pfosten ist er fast gar nicht wahrzunehmen. (1/125s, f/8.) Trotz der recht weit geschlossenen Blende ist der Hintergrund auf diese Motiventfernung schön unscharf. Die Blendensechsecke sind hier nicht ganz so ausgeprägt, aber im Hintergrund waren auch schließlich nicht so viele Blätter, durch die das Licht sickern konnte. Insgesamt ein ganz nettes Bild, finde ich.


Die Zahnräder an der Schleuse sind leider irgendwie nicht ganz so schön rüber gekommen, wie ich mir das erhofft hatte. (1/125s, f/2,8.) Das kann einerseits an dem sehr deutlich erkennbaren Streifen liegen, zum anderen daran, dass ich hier wohl nicht so richtig scharf gestellt hatte. Der Winkel sowie der Bildausschnitt gefallen mir auch nicht. Also keines der guten Bilder.

Und dann wird es so richtig schlimm: Der Blick vom Aussichtspunkt auf den Siegwasserfall ist halbseitig schon extrem vernebelt. (1/125s, f/8.) Schade, denn die unvernebelte Seite ist ganz gut geworden: Schön scharf und kontrastreich. Gut, dass ist bei f/8 ja auch zu erwarten gewesen. Die Strukturen in den Felsen treten jedenfalls gut zu Tage. Wie man nebenbei sehen kann: Viel Wasser war nicht im Fluss, der Sommer war ja bekanntlich viel zu trocken.

Wer das letzte Bild schon schlimm fand, jetzt wirds ganz haarig: Der Trafo ist kaum noch zu erkennen. (1/250s, f/8.) Ich bin mir noch immer nicht ganz sicher, welche Dichtung hier besonders undicht war: Die an der Scharnierseite oder an der Verschlussseite. Aber man kann gut sehen, wie der Film daran vorbei gewandert ist, als ich ihn um einen Frame vorgespult habe. Sehr schade.


Beim Strommast geht es dann wieder etwas besser; der war direkt um die Ecke, da hat der Film offenbar nicht so lange an der gleichen Stelle gelegen. (1/250s, f/8.) Aber man sieht schon, wie hell es war und wie viel Licht hier eingedrungen ist. Ansonten: Ungewöhnliche Perspektive und schöne Abbildungsleistung des Objektivs. Wäre ein gutes Bild geworden.

Die Villa, die sich da zwischen die Bäume drückt, hat selber nicht so viel Lichtleck abbekommen, aber dafür sind die Bäume am Rand leider sehr stark betroffen. (1/250s, f/8.) Leider auch sehr schade, denn insgesamt finde ich diese Bildkomposition mit den unscharfen Vordergrund-Blättern ganz gut gelungen.

Die Hochspannung hat auch mäßig stark was abbekommen, aber trotzdem kann man hier wieder recht gut die Leistungsfähigkeit des Objektivs begutachten. (1/60s, f/2.) Hier habe ich schließlich gerade mal um eine halbe Blende abgeblendet und trotzdem sehe ich eigentlich schärfeseitig keinen Unterschied zu den Bildern, die ich bei f/4 gemacht habe.


Der alte Trecker steht leider ein bisschen im Nebel, aber ansonsten ist er auch ganz gut gelungen. (1/250s, f/4.) Da hier am unteren Rand ganz besonders schlimm das Licht eingeleckt ist, nehme ich fast an, dass tatsächlich die Dichtung an der Scharnierseite der Rückwand besonders stark betroffen war- normalerweise drehe ich die Kamera für Hochkantfotos nämlich so, dass die rechte Hand oben am Auslöser liegt.

Außerdem wickelt der Film beim Transport sich auch in diese Richtung ab, was auch den Streifen auf dem nächsten Foto erklären würde, dass ich ebenfalls auf diesem lichtdurchfluteten Platz gemacht hat. (1/500s, f/4.) Zudem steckt der unbenutzte Film ja auf der Verschlussseite in der Patrone, das wäre dann schon sehr verwunderlich, wenn das das Licht eindringen würde.


Der Brücke über die Sieg haben wir auch noch einen Besuch abgestattet, leider ist auch hier das halbe Bild durchbelichtet. (1/500s, f/8.) Wie man an den Werten sieht - Sunny-Sixteen-Äquivalent -, war es ja auch extrem hell. Habe nach dem Scannen versucht, ein bisschen einen Mittelwert zu finden, bei dem man in allen Teilen was erkennen kann, aber dadurch ist es oben halt auch etwas dunkel geworden.

Schade ist es auch um die sehr industriell wirkenden Gitter und Geländer, die ich auf halbem Weg über die Sieg aufgenommen habe. (1/125s f/5,6.) Hier ist der Streifen leider mitten im Bild. Dadurch sind auch die Spinnweben, die da überall hingen, leider etwas in der Überbelichtung untergegangen.

Sind dann auf der anderen Seite der Sieg zurück gegangen und da habe ich mal wieder auf den rostigen Pfosten draufgehalten, den hatte ich glaube ich schon mal, wenn nicht auf Film so doch zumindest in Digital festgehalten. (1/250s, f/1,7.) Schön kann man im Hintergrund erkennen, wie das Hell und Dunkel zwischen den Blättern sich um die Bildachse dreht. Schade, dass hier die Lichtlecks alles ein bisschen versaut haben, ansonsten wäre das sicher eines der besten Bilder auf dieser Rolle gewesen. Aber immerhin kann man hier das Offenblendenverhalten des Objektivs begutachten.

Das Auto auf dem Dach beim Ausflugslokal habe ich definitiv schon mal auf Film gemacht, ich glaube damals noch mit der Zenit und dem Helios. Könnte ich auch noch mal benutzen... (1/1000s, f/4.) Hier habe ich gewollt um eine Blende überbelichtet, um die Front des Autos, die ein wenig im Schatten lag, besser heraus zu arbeiten. Leider war das wegen der Lichtlecks alles vergebliche Liebesmüh...


Genau so bei der Kurbel. (1/125s, f/5,6.) Spannendes Motiv, gute Aufnahme, alles am Arsch wegen des Streifens, der hier quer durchs Bild geht. Mist.

Die Metallfiguren im Ausflugslokal sind auch ein lohnendes Motiv gewesen, die allerdings ein ähnliches Schicksal ereilt hat. (1/125s, f/4.) Hier geht der Streifen zwar nicht mitten durchs Bild, aber so ist auch nur minimal besser. Schade, schade.

Fazit: Tolles Objektiv, Kamera hat den Test leider nicht bestanden.

Nächstes Mal: Lichtleckige Bilder aus Seelscheid und vom Flughafen. Ich fasse die auch mal zusammen, dann komme ich schneller wieder zu Bildern, die tatsächlich was geworden sind! ;-)

Lichtdichtungen an der Minolta XG 2 ersetzt

Heute, bevor ich irgendwas anderes gemacht (außer Aufstehen und Zähneputzen, natürlich ;-)) habe, habe ich die selbstklebende Schaumstoffmatte, die am Wochenende schon gekommen war, und die Minolta XG 2, bei der ich festgestellt hatte, dass sie undicht ist, genommen und mich damit beschäftigt. Einfach so zum Entspannen. (Das ist wie in der letzten Lower Decks Folge: Wenn die Techniker sich entspannen sollen, bauen sie eine Maschine, die das für sie übernimmt! ;-)) Deshalb schreibe ich das jetzt mal als Referenz für mich selber auf, damit ich nachgucken kann, was ich für Fehler gemacht habe, wenn das Ding beim nächsten Film noch immer nicht dicht ist! ;-) Will sagen: Liebe Kinder, macht das nicht zu Hause nach, es sei denn, ihr wisst, was ihr tut. Der übliche Disclaimer, sozusagen. Ich will nachher niemanden weinen hören, dass meine Anleitung Scheiße ist, denn das hier ist gar keine Anleitung, sondern nur eine Dokumentation dessen, was ich falsch gemacht habe! Schließlich ist das mein allererster Versuch, sowas zu fixen!


Folgende Zutaten habe ich verwendet: Eine Polyurethan-Schaumstoff-Matte mit selbstklebender Beschichtung auf der Rückseite; ein Bastel-Skalpell; ein paar Zahnstocher; ein paar Wattestäbchen; Alkohol; einen Bändel (nicht abgebildet) zum Abmessen; reichlich Klopapier, um das klebrige Zeug irgendwo anzupappen. Die Schere ist nur zum Größenvergleich. ;-) Quatsch, ich dachte, die brauche ich, wenn das mit dem Skalpell nichts wird, aber das hat ganz hervorragend geklappt.

Angefangen habe ich mit den Zahnstochern und der Rückwanddichtung, denn die muss auf jeden Fall getauscht werden. Die hat definitiv bessere Zeiten gesehen. Hat sich in den Jahren in einen zähen Schleim verwandelt. Zum Glück nicht so schlimm wie das Zeug, das ich aus meinen Tapedecks raus gekpult habe, als sich da die Gummis aufgelöst haben, aber doch schon auf dem Weg dahin. Einfach mit dem Zahnstocher so lange drüber gerubbelt, bis der Schleim ab war, und dann an den Ecken den übriggebliebenen Klebestreifen angehoben und abgezogen. Eine Pinzette hätte evtl. hilfreich sein können, weil mit das zwischen meinen dicken Wurstfingern immer wieder abgehauen ist, aber am Ende ging es auch so.


Dann mit Alkohol gut abrubbeln, damit das Metall sauber wird und die übriggebliebenen Klebstoffreste verschwinden. Damit ist die Rückwand schon fast fertig. Hilfreich, übrigens, dass man die aushängen kann. Wenn die fest verbaut wäre, wie sie es an dem Carena-Nachbau der X-300 ist, hätte das definitiv länger gedauert.

Der nächste Schritt war dann, die nicht ganz so schlimm zersetzen Seitendichtungen aus dem Gehäuse zu kratzen. Auch das geht am Besten mit einem Zahnstocher. Ob das wirklich nötig war, weiß ich nicht, die sahen noch ganz OK aus und auf dem Film sah das so aus, als wäre hauptsächlich/nur die Deckeldichtung hinüber. Aber better save than sorry! Etwas hinderlich ist an der oberen Führung der kleine Hebel, der testet, ob die Tür zu ist (und beim Öffnen das Zählwerk zurücksetzt), weil der eben etwas heraus steht und man ihn mit dem Zahnstocher nicht kaputt machen sollte. Aber am Ende konnte ich einigermaßen sauber drumherum arbeiten.


Zum Messen der Länge der neuen Dichtung wollte ich erst das Maßband verwenden, dass man in den Fotos immer wieder im Hintergrund sehen kann. Es stellte sich aber schnell heraus, dass das viel zu Umständlich ist, vor allem, weil es sich um so ein richtig starkes Metallband für Bauarbeiter handelt. Also habe ich einfach einen Bändel geklaut und den in die Führung gesteckt. Es ist viel einfacher, eben diesen abzumessen, als die Führung selber.

Dann ging es ans eigentliche Zuschneiden. Ich habe es geschafft, ein sauscharfes Bastelskalpell zu verwenden, ohne mir auch nur einen einzigen Finger abzusäbeln! Ich bin echt stolz auf mich. ;-) Von der Rückseite habe ich erst gemessen, dann mit dem Skalpell markiert und schließlich zuerst vorsichtig entlang das Lineals die Klebefolie geritzt, bevor ich in einem zweiten Schritt den Schaum geschnitten habe, der sehr viel mehr Wiederstand geleistet hat. Gerade ist es trotzdem nicht geworden. Aber besser als nichts. Meine Fotos werden ja auch nie gerade, also passt das schon! ;-)


Das Ankleben am Gehäusedecke war absolut problemlos und ich habe es sogar einigermaßen gerade hin bekommen, was bei dem schiefen Zuschnitt gar nicht so leicht war. Der Schritt, von dem ich dachte, dass er eigentlich am schwierigsten wäre, ging dann aber ebenfalls ganz einfach: Das Einfädeln und Reinfummeln der dünnen Streifen in die Rückwandführung. Außer, dass sich das immer um sich selber gedreht hat und der Kleber nicht "unten" sondern an den Seiten kleben wollte, ging es ganz gut. Mit den Zahnstochern habe ich dann den Streifen einigermaßen gerade gezogen bekommen. Ich glaube, es war eine gute Idee, dass ich den dickeren Schaum genommen habe, der dünne hätte glaube ich nichts gebracht.

Dann habe ich mir das Ding mal genau angeschaut und mir gedacht: "Du hast jetzt so viel von dem Zeug, mach am Rückwand-Verschluss auch noch einen dünnen Streifen dran." Gesagt, getan. Ob der was bringt oder irgendwie notwendig ist, weiß ich nicht, aber ich habe das Gefühl, dass die Rückwand nicht mehr ganz gerade ist und da ein bisschen weit offen gestanden hat, besonders weil ich den dicken Schaum gekauft hatte und der die ganze Rückwand entsprechend stärker unter Spannung setzt als das Original. Jetzt habe ich jedenfalls ein reines Gewissen! ;-)


Und das ist das Ergebnis. Mal sehen, ich habe eben die Bestätigung bekommen, dass meine Filme heute noch versand werden. Ich werde also voraussichtlich noch diese Woche wieder neues Testmaterial bekommen! Ich habe - dem Wetter draußen entsprechend - mal ein paar 200er Foma bestellt. Gut, der eigentliche Grund war mehr, dass sie die 100er nicht vorrätig hatten! ;-) Aber dann kann ich die auch mal testen. Das Internet hat ja gesagt, dass die eigentlich überflüssig sind, weil sie von der Empfindlichkeit her sehr nah bei den 100ern liegen würden. Mal schauen. Sind jetzt leider ein bisschen teurer geworden, blöde Inflation! :-/