Nachruf auf eine Woche
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Fange ich also am Anfang an:
2026 war ja jetzt schon nicht das tollste Jahr aller Zeiten. Mehr so mittelmäßig im Vergleich zu seinen Kollegen seit den 2010ern, sowohl persönlich als auch insgesamt für den Rest der Menschheit. (Ich habe das jetzt mal auf die letzten paar Jahre eingegrenzt, denn wenn wir das mit den goldenen 1990ern vergleichen würden, dem peak development der human race *hust* #Sarkasmus, dann würde 2026 wahrscheinlich irgendwo so im unteren Viertel landen.)
Aber die letzte Woche hat dem Ganzen dann doch mal wieder ein Krönchen aufgesetzt. Wenn man einem Jahr sagt, es soll die Seife aufheben und es fragt nur, wie tief es sich bücken soll, dass das auch alles bequem ist. Es fing damit an, dass ich seit Montag Abend eigentlich schon krank bin. Also, so eine komische Krankheit, im Limbo zwischen "ich will sterben" und "eigentlich hab ich ja nix". Das hat wohl dazu geführt, dass ich das wohl ein kleines bisschen verschleppt habe und jetzt hier rum huste wie ein altes Dampfross auf Entzug. Mein Bronchien klingen wie ein Marder im Wäschetrockner. Mein Knochen, also falsch, eigentlich die paar Muskeln drumherum um die Knochen, schmerzen wie damals, als der Coyote vom Roadrunner mit der Dampfwalze überrollt wurde. Oder war das bei Tom und Jerry? Ich weiß nicht, so schöne gewaltverherrlichende Cartoons gibt es ja nicht mehr. Scheiß Woke! #Sarkasmus Immerhin: Es gibt nichts Effektiveres, um einerseits die Pipeline zu leeren, wie so eine fette Grippe mit 37½ Grad Fieber, bei der man nur noch durch die Gegend torkelt wie so ein besoffener Dackel, und andererseits habe ich bestimmt zwei oder drei Kilo abgenommen, war ja auch mal nötig.
Ich also irgendwo in der Zwischenwelt auf der Suche nach Dante und dann der erste Tiefschlag: Walter Konig ist tot. Kein Pavel Checkov mehr auf der Brücke, kein Bester, der dem Psi-Corps ein leicht faschistisches Gesicht gegeben hat. Mist. Nun bin ich nie so der große Fan von TOS gewesen, meine Liebe zu Star Trek entwickelte sich erst in den frühen 1990ern mit TNG. Deswegen, ja, Ceckov war da, und, hoho haha, "atomm-getrrribbene Krigsschiffe", aber ich fand auch hier immer, seine Rolle als Bester in Babylon 5, die jetzt tatsächlich gar nicht so groß war, hatte doch sehr viel mehr Tiefe und Impakt. Bei TOS ging es ja eigentlich nur immer wieder um Kirk und Spock und seltenst mal um die Nebendarsteller auf der Brücke und wenn doch, dann waren die Drehbücher halt doch noch sehr stereotyp. Ich mein, was hat der Kirk nicht im Namen der Freiheit alles abgeschlabbert, ob die Dame wollte oder nicht?
Aber Bester war halt ein Villain, mit Tiefe und Hintergrund, und Walter Konig konnte erst so richtig zeigen, dass er ein Schauspieler ist. Und dass er sein ganzes Herzblut in eine Rolle hinein legen kann und es auch tut. Hat meine Sicht auf die TOS-Folgen, in denen er mal etwas mehr vorkam, dann auch sehr geändert. Immerhin waren es die 1960er, da war TOS zwar im Vergleich schon sehr tiefgängig, aber halt doch auch unbestritten ein Kind seiner Zeit.
Das war der Tiefschlag Nummer 1, nach dem ich dann eigentlich hätte den Rest der Woche im Bett bleiben sollen. Hab ich aber nicht getan, sondern bin am Donnerstag einkaufen gewesen, habe meinem Neffen den Aygo gezeigt (der aber mittlerweile abgesagt hat, er ist also noch zu haben - der Aygo, der Neffe ist mittlerweile verheiratet!
) und bin dann noch im Autohaus gewesen, um mal zu gucken, was die mir für die Karre geben, da hatte ich ja zwei Wochen auf einen Termin gewartet. Wenn ich gewusst hätte, dass die mir ca. ein Viertel dessen bieten würden, was ich als Schmerzgrenze definiert hatte, hätte ich mir das gespart.
Jedenfalls fummel ich meinen Fahrzeugschein aus dem Portmonee und denk mir: "Irgendwas ist komisch." Komisch war: Die EC-Karte (sorry, debit-Dingsbums) ist weg. Ich PANIK, war bei der Sparkasse, habe das letzte Geld vom Sparbuch (ja, ich bin so alt) aufs Girokonto geschoben, weil Autokauf, und da hatte ich sie noch. Weil ich gerade da war, gegenüber in der Tanke für 1,70 ein Ü-Ei gekauft und mit der neuen Karte, die mir die KSK ja gerade erst zugeschickt hatte, bezahlt, um diese zu aktivieren und die alte, die ich dann offensichtlich verloren habe, zu deaktivieren. Dann flugs die 116116 angerufen, alte Karte sperren lassen. Da redet ja auch nur eine KI-Stimme mit einem. Das ist so zermürbend! Was denken sich die Leute eigentlich bei diesen KI-Telefon-Systemen? Ja, nein, ich passe halt nicht ins Schema F, bitte gebt mir eine echte Person, mit der ich reden kann. Hölle auf Rädern. Die echte Person war dann auch sehr freundlich und hat das sofort gemacht und alles, aber dieser KI-Scheiß? Ich komm mir vor, als würde ich mit einem dieser NPCs auf dem Holodeck reden. "Welcome to Honeywood, traveller!" So nämlich.
Komm ich also völlig geschlaucht und deprimiert nach Hause, fall ins Bett und bin endlich richtig krank, kommt von meinem Vetter die WhatsApp: Patrick Stewart ist tot. Ja danke, Tiefschlag Nummer 2. Und der saß dann auch so richtig.
Ich mein, es ist ja kein Geheimnis, dass ich ein schrecklicher Nerd bin und seit den 1990ern dem Trekkietum verfallen bin, und da spielte Captain Picard nun mal eine entscheidende Rolle. Also, in doppelter Hinsicht: Natürlich einmal wegen seiner Rolle in der Serie, die wahrscheinlich völlig anders ausgesehen hätte, wenn jemand anderes sie übernommen hätte - und ich wage zu behaupten, dann wäre TNG und damit das Franchise auch tatsächlich recht schnell den Weg des Dodo gegangen, denn die Enterprise D ohne Patrick Stewart? Das kann ich mir überhaupt gar nicht vorstellen.
Und natürlich auch, weil hinter der Rolle auch ein Mensch stand, dem man sein soziales Engagement tatsächlich abgenommen hat, der für die Rolle wahrscheinlich die perfekte Besetzung war, weil er eben der Humanist und Shakespeare-Liebhaber ist, den er spielt! Dieses Vorbild von nicht-toxischer Männlichkeit, dem Wissen, dass man noch so sehr in die Scheiße greifen kann, Captain Picard und Patrick Stewart werden immer auf deiner Seite stehen und dir die Hand reichen...
Ich kann jetzt hier die ganzen Dinge aufzählen, die er gemacht und gefördert hat und wie er aufgewachsen ist und etc und pp, aber das haben andere schon zu genüge getan und wir (Marcus und ich) nehmen nachher noch eine Tribute-Folge für unseren Podcast auf, da werden wir das Süppchen auch noch mal durchkochen. An dieser Stelle möchte ich einfach ohne großes Brimborium sagen: Scheiße!
Denn eine Welt ohne Captain Picard, ist das überhaupt eine Welt, in der es sich zu leben lohnt? Und ich mein, mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie den Science Fiction Captain gegeben hat, ist er alle seine Rollen angegangenen. Ob jetzt Professor Xavier oder "A B or not a B" in der Sesamstraße, ob "Die Aunte grigt er nischt!" in L.A. Story oder in der ersten Verfilmung von Dune, oder eben auf der Bühne als einer der diversen Charaktere, die ein gewisser William S. sich ausgedacht hat: Patrick Stewart war immer komplett und vollständig und mit Herz und Seele die Rolle, die er gespielt hat! Und ich kann nicht für andere sprechen, aber ich tu das jetzt trotzdem mal: Wir werden ihn sehr vermissen.
So, war die beschissenste Woche seit langem damit zu Ende? Ich hoffe es. Alles andere ist da ein bisschen in den Hintergrund getreten. All die Kriege und Konflikte und Gier und Unmenschlichkeit in dieser Welt, von der Jean-Luc Picard immer behauptet hat, dass wir das im 23sten Jhd. endlich alles hinter uns gelassen haben. All der Hass und die unerträglichen Kriegstreiber, über die Checkov nur gelächelt hätte und stattdessen eine harmlose Anekdote über Mütterchen Russland erzählt hätte.
Was für eine Woche.
Achso, der Born ist übrigens auf die Zeit zwischen dem 12.-26.11. verschoben worden. And pray I don't change it any further!
2026 war ja jetzt schon nicht das tollste Jahr aller Zeiten. Mehr so mittelmäßig im Vergleich zu seinen Kollegen seit den 2010ern, sowohl persönlich als auch insgesamt für den Rest der Menschheit. (Ich habe das jetzt mal auf die letzten paar Jahre eingegrenzt, denn wenn wir das mit den goldenen 1990ern vergleichen würden, dem peak development der human race *hust* #Sarkasmus, dann würde 2026 wahrscheinlich irgendwo so im unteren Viertel landen.)
Aber die letzte Woche hat dem Ganzen dann doch mal wieder ein Krönchen aufgesetzt. Wenn man einem Jahr sagt, es soll die Seife aufheben und es fragt nur, wie tief es sich bücken soll, dass das auch alles bequem ist. Es fing damit an, dass ich seit Montag Abend eigentlich schon krank bin. Also, so eine komische Krankheit, im Limbo zwischen "ich will sterben" und "eigentlich hab ich ja nix". Das hat wohl dazu geführt, dass ich das wohl ein kleines bisschen verschleppt habe und jetzt hier rum huste wie ein altes Dampfross auf Entzug. Mein Bronchien klingen wie ein Marder im Wäschetrockner. Mein Knochen, also falsch, eigentlich die paar Muskeln drumherum um die Knochen, schmerzen wie damals, als der Coyote vom Roadrunner mit der Dampfwalze überrollt wurde. Oder war das bei Tom und Jerry? Ich weiß nicht, so schöne gewaltverherrlichende Cartoons gibt es ja nicht mehr. Scheiß Woke! #Sarkasmus Immerhin: Es gibt nichts Effektiveres, um einerseits die Pipeline zu leeren, wie so eine fette Grippe mit 37½ Grad Fieber, bei der man nur noch durch die Gegend torkelt wie so ein besoffener Dackel, und andererseits habe ich bestimmt zwei oder drei Kilo abgenommen, war ja auch mal nötig.
Ich also irgendwo in der Zwischenwelt auf der Suche nach Dante und dann der erste Tiefschlag: Walter Konig ist tot. Kein Pavel Checkov mehr auf der Brücke, kein Bester, der dem Psi-Corps ein leicht faschistisches Gesicht gegeben hat. Mist. Nun bin ich nie so der große Fan von TOS gewesen, meine Liebe zu Star Trek entwickelte sich erst in den frühen 1990ern mit TNG. Deswegen, ja, Ceckov war da, und, hoho haha, "atomm-getrrribbene Krigsschiffe", aber ich fand auch hier immer, seine Rolle als Bester in Babylon 5, die jetzt tatsächlich gar nicht so groß war, hatte doch sehr viel mehr Tiefe und Impakt. Bei TOS ging es ja eigentlich nur immer wieder um Kirk und Spock und seltenst mal um die Nebendarsteller auf der Brücke und wenn doch, dann waren die Drehbücher halt doch noch sehr stereotyp. Ich mein, was hat der Kirk nicht im Namen der Freiheit alles abgeschlabbert, ob die Dame wollte oder nicht?
Aber Bester war halt ein Villain, mit Tiefe und Hintergrund, und Walter Konig konnte erst so richtig zeigen, dass er ein Schauspieler ist. Und dass er sein ganzes Herzblut in eine Rolle hinein legen kann und es auch tut. Hat meine Sicht auf die TOS-Folgen, in denen er mal etwas mehr vorkam, dann auch sehr geändert. Immerhin waren es die 1960er, da war TOS zwar im Vergleich schon sehr tiefgängig, aber halt doch auch unbestritten ein Kind seiner Zeit.
Das war der Tiefschlag Nummer 1, nach dem ich dann eigentlich hätte den Rest der Woche im Bett bleiben sollen. Hab ich aber nicht getan, sondern bin am Donnerstag einkaufen gewesen, habe meinem Neffen den Aygo gezeigt (der aber mittlerweile abgesagt hat, er ist also noch zu haben - der Aygo, der Neffe ist mittlerweile verheiratet!
Jedenfalls fummel ich meinen Fahrzeugschein aus dem Portmonee und denk mir: "Irgendwas ist komisch." Komisch war: Die EC-Karte (sorry, debit-Dingsbums) ist weg. Ich PANIK, war bei der Sparkasse, habe das letzte Geld vom Sparbuch (ja, ich bin so alt) aufs Girokonto geschoben, weil Autokauf, und da hatte ich sie noch. Weil ich gerade da war, gegenüber in der Tanke für 1,70 ein Ü-Ei gekauft und mit der neuen Karte, die mir die KSK ja gerade erst zugeschickt hatte, bezahlt, um diese zu aktivieren und die alte, die ich dann offensichtlich verloren habe, zu deaktivieren. Dann flugs die 116116 angerufen, alte Karte sperren lassen. Da redet ja auch nur eine KI-Stimme mit einem. Das ist so zermürbend! Was denken sich die Leute eigentlich bei diesen KI-Telefon-Systemen? Ja, nein, ich passe halt nicht ins Schema F, bitte gebt mir eine echte Person, mit der ich reden kann. Hölle auf Rädern. Die echte Person war dann auch sehr freundlich und hat das sofort gemacht und alles, aber dieser KI-Scheiß? Ich komm mir vor, als würde ich mit einem dieser NPCs auf dem Holodeck reden. "Welcome to Honeywood, traveller!" So nämlich.
Komm ich also völlig geschlaucht und deprimiert nach Hause, fall ins Bett und bin endlich richtig krank, kommt von meinem Vetter die WhatsApp: Patrick Stewart ist tot. Ja danke, Tiefschlag Nummer 2. Und der saß dann auch so richtig.
Ich mein, es ist ja kein Geheimnis, dass ich ein schrecklicher Nerd bin und seit den 1990ern dem Trekkietum verfallen bin, und da spielte Captain Picard nun mal eine entscheidende Rolle. Also, in doppelter Hinsicht: Natürlich einmal wegen seiner Rolle in der Serie, die wahrscheinlich völlig anders ausgesehen hätte, wenn jemand anderes sie übernommen hätte - und ich wage zu behaupten, dann wäre TNG und damit das Franchise auch tatsächlich recht schnell den Weg des Dodo gegangen, denn die Enterprise D ohne Patrick Stewart? Das kann ich mir überhaupt gar nicht vorstellen.
Und natürlich auch, weil hinter der Rolle auch ein Mensch stand, dem man sein soziales Engagement tatsächlich abgenommen hat, der für die Rolle wahrscheinlich die perfekte Besetzung war, weil er eben der Humanist und Shakespeare-Liebhaber ist, den er spielt! Dieses Vorbild von nicht-toxischer Männlichkeit, dem Wissen, dass man noch so sehr in die Scheiße greifen kann, Captain Picard und Patrick Stewart werden immer auf deiner Seite stehen und dir die Hand reichen...
Ich kann jetzt hier die ganzen Dinge aufzählen, die er gemacht und gefördert hat und wie er aufgewachsen ist und etc und pp, aber das haben andere schon zu genüge getan und wir (Marcus und ich) nehmen nachher noch eine Tribute-Folge für unseren Podcast auf, da werden wir das Süppchen auch noch mal durchkochen. An dieser Stelle möchte ich einfach ohne großes Brimborium sagen: Scheiße!
Denn eine Welt ohne Captain Picard, ist das überhaupt eine Welt, in der es sich zu leben lohnt? Und ich mein, mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie den Science Fiction Captain gegeben hat, ist er alle seine Rollen angegangenen. Ob jetzt Professor Xavier oder "A B or not a B" in der Sesamstraße, ob "Die Aunte grigt er nischt!" in L.A. Story oder in der ersten Verfilmung von Dune, oder eben auf der Bühne als einer der diversen Charaktere, die ein gewisser William S. sich ausgedacht hat: Patrick Stewart war immer komplett und vollständig und mit Herz und Seele die Rolle, die er gespielt hat! Und ich kann nicht für andere sprechen, aber ich tu das jetzt trotzdem mal: Wir werden ihn sehr vermissen.
So, war die beschissenste Woche seit langem damit zu Ende? Ich hoffe es. Alles andere ist da ein bisschen in den Hintergrund getreten. All die Kriege und Konflikte und Gier und Unmenschlichkeit in dieser Welt, von der Jean-Luc Picard immer behauptet hat, dass wir das im 23sten Jhd. endlich alles hinter uns gelassen haben. All der Hass und die unerträglichen Kriegstreiber, über die Checkov nur gelächelt hätte und stattdessen eine harmlose Anekdote über Mütterchen Russland erzählt hätte.
Was für eine Woche.
Achso, der Born ist übrigens auf die Zeit zwischen dem 12.-26.11. verschoben worden. And pray I don't change it any further!