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Schwarz-weiß und analog, Teil 328b: Linz am Rhein

Kentmere 400 #16, 29. November 2025
  • Nikon F801S, Nikkor 35mm 1:2 AI
  • Entwicklung: D-76 Stock #9+#10 21° 16:15 Minuten, Adofix Plus 1+5 #19+#20, 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Warum isset am Rhein so schön? Wegen den Fotos, die ich da mache! ;-) Davon gibt es heute mal wieder ein paar in s/w zu sehen, die ich letztes Jahr im November gemacht habe, als wir in Linz waren.

Ich hatte ja recht willkürlich die Fotos in zwei Teile gestückelt, deshalb beginnen wir hier auch vollkommen zufällig an diesem Briefkasten mitten in der Stadt. (1/2000s, f/4.) Ja, es wurde Nachmittags plötzlich etwas heller, wie man auch direkt an den Belichtungszeiten sehen kann. Hm, vielleicht war meine Trennung gar nicht so willkürlich wie ich dachte, sondern unterbewusst habe ich genau an der richtigen Stelle aufgehört. ;-)

Da unten kurz vor dem Stadttor steht eine singende Person aus Metall und gibt sich alle Mühe, man hört aber trotzdem nichts. ;-) (1/1000s, f/4.) Habe hier versucht, mal wieder ein bisschen Portrait-Bokeh in den den Hintergrund zu bekommen. Vielleicht hätte ich die Blende weiter öffnen sollen, Licht genug hatte ich hier ja.


Überragt wird hier unten ja alles vom Turm über dem ehemaligen Stadttor, durch das wir hinaus zum Rhein wollten. (1/4000s, f/4.) Ja, ich hätte auf f/4 rauf gehen sollen. Ja, es funktioniert trotzdem. Die anderen waren ansonsten so schnell, dass ich jenseits des Turms erst mal weniger Fotos gemacht habe, denn da hätte ich längere Zeit zum Ausmessen der Betonwüste gebraucht und ich bin als Fotograf sowieso schon immer der letzte, der am Ende endlich nachkommt. ;-)

Deshalb haben wir dann auch erst diese in alte Bruchsteine eingefasste Tür wieder, bevor es so richtig zum Rhein runter ging. (1/125s, f/8.) Wie man sieht, ließ das Licht dann auch schon wieder nach und ich musste die Belichtungszeiten entsprechend verlängern. Also, über das drüber hinaus, was ich wegen zwei Blenden mehr eh machen musste.

Nach den ganzen hochkanten Fotos kommt jetzt eine Reihe von "normalen", von denen das erste noch oben aus der Stadt stammt. Ich wollte die halt beieinander halten, weil. Und da steht der Mülleimer-Tonnen-Becher im strahlenden Sonnenschein und wirft einen langen, winterlichen Schatten. (1/8000s, f/2,8.) Na, da haben wir die Kamera ja mal voll ausgereizt was die Geschwindigkeit angeht. Muss ja auch mal sein. Eines der besseren Fotos auf dem Film, finde ich übrigens. Aber ich steh ja auch auf übertriebene Hintergrundunschärfe. ;-)


Dann aber wieder unten am Rhein: Die Fähre fuhr hin und her und natürlich musste ich einmal kurz das Tele drauf machen. (1/500s, f/8, 200mm.) Passt gar nicht mal ganz in den Frame, ich bin jedes Mal erstaunt, wie viel Vergrößerung 200mm tatsächlich macht. Leider ist die Körnung vom Film recht hoch und der Scanner, das übliche Lamentieren, aber in diesem Fall würde mich echt interessieren, was diese Person mittig unten vor dem weißen Fahrzeug im Gesicht hat! Alien? Oder Sturmmütze? Man weiß es nicht!

Als die Fähre dann näher kam und zum Anlegen ansetzte, habe ich wieder das 35er drauf gehabt. (1/500s, f/8.) Hübscher, ganz leichter Weitwinkel-Effekt. Aber ansonsten ist eine Rheinfähre wie die andere, steht nur ein anderer Name an der Seite drauf! ;-)

Sind dann ja noch weiter den Rhein runter und da standen diese Schalen vor dem Basalt-Firmen-Hauptgebäude und ich fand, die waren schon ein Motiv. (1/1000s, f/2.) Habe mit ganz offener Blende noch versucht etwas Unschärfe in den Hintergrund zu bringen, aber so richtig geklappt hat das auf die Entfernung nicht. Man kann nicht alles haben. Dafür gibt das dem ganzen eine eher weiche Winterstimmung. Wobei das 35/2 AI schon extrem scharf ist, selbst weit offen. Ich glaube, das ist eines meiner liebsten AI-Objektive. Kann mich immer nicht zwischen diesem und dem 200/4 entscheiden.


Der Nachteil bei dem 35er ist: Es ist manchmal nicht weit genug, zB wenn man solche Gebäude aufnehmen will, mit dem Rücken aber schon an der Uferpromenade steht, noch ein Schritt und Du fällst runter. (1/125s, f/8.) Macht aber auch nichts, dafür sind Weitwinkel ja eigentlich auch nicht gedacht und es ist ganz böse, die dafür zu benutzen, fragt einen echten Fotografen. Zum Glück mache ich das nur als Hobby und kann daher machen, was ich will! ;-)

zB den Kran an der ehemaligen Verladestelle fotografieren: Steht da ein bisschen verlassen und nur noch als Denkmal gut herum. (~1/125s, f/8.) Ich habe leider keinen Winkel gefunden, in dem der Busch im Hintergrund nicht die Rheinfelsen verdeckt hätte. Naja, geht auch so.


Auf dem Rückweg dann noch die mythischen Wesen vor dem Gebäude mitgenommen. (1/60s, f/4.) Was ist das? Ein Zentauer mit Fischflossen statt Hufen? Watt et nich alles gibt, ich lerne auch noch immer neue Dinge! Dieser hier schleppt jedenfalls Basaltsteine zum/im Wasser, passendes Thema zu der Arbeit, die hier verrichtet wurde.

Letztes Bild aus Linz: Das alte Postamt von 1927. (1/250s, f/8.) Einfach nur, weil es da rum steht und fast 100 Jahre alt ist. Damit ist es für den Rest der Altstadt natürlich eher neu, aber auch schon nicht mehr wirklich jung. Außerdem steht es da ja eher an einer Schmuddelecke und hat mal auch ein bisschen Liebe verdient! ;-)

Nächstes Mal geht es den Berg hoch nach Vettelschoss, wo wir das Little Britain Inn bewundert haben mit seinem Weihnachtsmarkt. Da habe ich dann auch den Film gewechselt, da gibt es also auch wieder einen etwas längeren Eintrag.

Schwarz-weiß und analog, Teil 328a: Linz am Rhein

Kentmere 400 #16, 29. November 2025
  • Nikon F801S, Nikkor 35mm 1:2 AI
  • Entwicklung: D-76 Stock #9+#10 21° 16:15 Minuten, Adofix Plus 1+5 #19+#20, 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Schlechtes Wetter, keine Zeit: Also ein paar s/w-Fotos raus hauen. Da waren wir im November letzten Jahres stehen geblieben, als wir mit C erst in Linz und dann in Vettelschoss waren. Den digitalen Eintrag habe ich ja damals einigermaßen sinnvoll trennen können, diesen analogen eher nicht. Da habe ich eher willkürlich gesagt: Ne, danke, das wars, die restlichen kommen in einen zweiten! Weil: Ich werd ja sonst nie fertig mit Tippen. Ach ja, fast alle Bilder mit der F801 und dem 35/2 AI. Die zwei oder drei mit dem 200/4 AI habe ich entsprechend markiert.

Geparkt hatten wir draußen unter der Bahn, sodass ich da als erstes mal einen der Leitungsmasten mitgenommen habe. (1/4000s, f/4.) Für diese Motive ist der 400er dann doch etwas zu schnell gewesen, ich war zwischendurch immer wieder froh, dass die F801 so schnelle Zeiten kann, dass ich nicht ständig auf f/8 runter musste. Nicht, dass ich das nicht trotzdem zwischendurch immer mal wieder gerne gemacht habe. ;-)

Auf dem Platz, den man als erstes zu sehen bekommt, wenn man die Stadt aus dieser Richtung betritt, steht dieser große alte Baum. (1/500s, f/4) Bäume nehme ich ja fast so gerne mit wie Bahnmasten. ;-) Dieser hier ist daher keine Ausnahme.


Am Anfang stand das Stadttor. (1/500s, f/4.) Man sieht, der Kentmere 400 kribbelt bei dem bedeckten Wetter recht heftig, aber das macht auch was her. Gibt dem ganzen so ein altes Feeling. Wenn die Leute keine moderne Kleidung an hätten, könnte das auch 50 Jahre alt sein, das Bild.

Straßenlaternen sind ein weiteres Hobby von mir. (1/2000s, f/2.) Hier weit offen, damit der Hintergrund schön weich wird. Hat ganz gut funktioniert. Das 35er ist ja doch schon ein bisschen weitwinkeliger, da bekommt man ja nur mit Tricks ein weiches Bokeh: Immer schön nah ran gehen! ;-)

Und dann ist da der Lindwurm. (1/125s, f/4.) Für diese schattigen Motive hatte ich des Wetters wegen den 400er eingelegt. Weil: Mit einem 100er, wäre das schon sehr hart an der Grenze gewesen. Wohl noch möglich, aber ich hätte ungern weiter aufgeblendet, denn dann wären die Zähne wieder nicht mehr scharf gewesen, oder die Zunge. Hübsches Tier, btw.


Die Bänke vorm Laden laden zum sitzen ein, aber, ich fürchte, sind nur für Kunden gedacht. (1/125s, f/4.) So ein typisches Bild für mich. Dass es noch immer leicht schief ist, sei mir verziehen, die Straße geht halt den Berg hoch. Trotzdem, colles Bild, eines der besseren in dieser Auswahl.

Genauso das Rennauto. (1/500s, f/4.) Vor allem mit der unscharfen Gasse im Hintergrund. Gefällt mir gut. Überhaupt stelle ich mal wieder fest, dass das 35/2 AI wirklich extrem hübsche Bilder produziert, gerade auch auf Film, wofür es ja eigentlich mal gedacht gewesen ist.

Für die Madonna habe ich dann tatsächlich mal aufs Tele gewechselt. (1/500s, f/8, 200mm.) Und mehr muss ich da glaube ich nicht sagen, oder? Auch dieses alte AI, das Objektiv, mit dem das Sammeln alter Festbrennweiten mal angefangen hatte, als ich es auf dem Rheinauenflohmarkt fand, macht eigentlich auch in jeder Situation, die ich ihm vor die Füße werfe, einen perfekten Eindruck!


Weihnachtsmann oder Pirat? Man weiß es nicht! (1/500s, f/8,) Jedenfalls klettert er den Mast hinauf. Will wahrscheinlich eine Durchsage machen. "Unartige Kinder bitte in einer Reihe aufstellen, Knecht Ruprecht kümmert sich gleich um euch!" Und die braven Kinder? Schon so gesellschaftlich indoktriniert, dass sie ihn anfeuern, wenn er den Kollegen den Popo versohlt. Oh, das ging jetzt aber in eine dunkle Richtung, sorry! ;-)

Dann lieber schnell das historische Rathaus anschauen. (1/250s, f/8.) Joah, es ist Weihnachten, man sieht es am Baum. Und natürlich kommt genau in dem Moment, wenn ich auf den Auslöser drücke, wer zur Tür raus! Man! :-D

Der Typ am Brunnen erinnert mich ein bisschen an Gandhi, aber das ist glaube ich reiner Zufall. (Wer ist eigentlich dieser Rainer, von dem immer alle reden?) (1/250s, f/4.) Da stehen noch mehr von seinen Kollegen rum, aber die habe ich mal links liegen lassen. Schönes Portrait-Bild.


Auch in historischen Altstädten wimmelt es von deutscher Schilderwut, hier pressefrisch dokumentiert. ;-) (1/2000s, f/2.) Auch hier: Weit offen für den Hintergrund. Kann man machen, den Schildern hat es jedenfalls nicht geschadet.

Das Stadtarchiv ist in diesem Kirchengebäude? Ehrlich? Oder habe ich was falsch notiert? (1/60s, f/11.) Ui, f/11! Da habe ich es aber echt ernst gemeint! Na, OK, gut, wofür hat man sonst einen 400er Film in der Kamera, um nicht auch mal kreativ ganz weit abzublenden?

Apropos Instagram: Da hat sich wohl dieser Straßenkünstler, der weit und breit nicht zu sehen war, auf der Hauswand verewigt. (1/125s, f/4.) Siehste: Wieder dunkel! Deswegen den empfindlichen Film genommen! Jedenfalls kann man da ein gewisses Talent erkennen. Auch wenn ich Möpse ja nicht soooo mag, die armen Tiere.


Hinterm Busch saß ein Bär. (1/125s, f/4.) Und das mitten in der Stadt! Wenn das der Dings wüsste, der damals den Bruno hat abknallen lassen! Sowas, sowas, sowas! Sodium und Go-More-Ah! (Das ist sowas wie Pokemonkarten, nur mir Salzsäulen. :-D) Wo war ich? Bär. Ja, der saß da. Sonst nicht viel zu berichten.

Wenn man in der historischen Altstadt keine Fachwerkhäuser fotografiert, macht mal was falsch. (1/60s, f/8.) zB dieses hervorragend erhaltene Exemplar. Praktisch, wenn das Dorf so klein und unbedeutend ist, dass es im WW2 nicht bombardiert wurde, in den Jahrhunderten davor aber eine gewisse Oberschicht beheimatet hat, die sich hübsche Häuser leisten konnte. Jahaaa, hier bekommt ihr sogar stark verkürzt dargestellten geschichtlichen Kontext! Und der kommt noch nicht mal aus der halluzinogenen KI! ;-)

Das Stadttorturmdings am anderen Ende habe ich natürlich auch mit genommen. (1/125s, f/8.) Leider sehr schief, was durch den Tunnelblick zwischen den Häusern durch noch verstärkt wird. Schade eigentlich. Und wieder kam mir wer isn Bild gerannt. Sach mal, tut datt Not?


Bewacht wird das Tor von diesem Kind aus Bronze. (1/60s, f/4.) Den Tropfen am Kinn hat es natürlich nicht immer, nur im Winter, wenn es feucht ist. Aber ansonsten ein sehr gut gelungenes Portrait. Gefällt mir Auch mal wieder gut.

Dreht man sich um: Alles voller Fachwerk. (1/60s, f/8.) So kam ich zum letzten Bild für heute. Von hier an ging es wieder bergab, wortwörtlich. Denn im nächsten Eintrag gehen wir den ganzen Weg zurück und dann runter an den Rhein, der schon auf uns gewartet hat, mit Fähre und allem. Deswegen: Sei auch DU wieder DABEI, klick die Glocke und den Daumen hoch! ;-)

Ich liebe den Geruch von Entwickler am Morgen

...es sei denn, das Amaloco ist in der Zwischenzeit schlecht geworden und ich muss erst mal eine Tüte Fomadon P anrühren, weil, der muss ja auch mal weg, bevor er mir noch in der Tüte schlecht wird. Ist mir ja noch nie passiert, dabei war aus der Flasche noch gar nicht so richtig viel raus. Ein Glück, dass ich mir ja immer angewöhnt habe, erst mal ein Stück Leader zu testen. Wobei die Farbe, die da aus dem Fläschchen raus kam, schon sehr darauf hin deutet, dass das nicht mehr gut ist.

Am Wochenende war TRM-Orga und ich habe mal wieder im schönen Bockum, oder wie heißt das sauerländische Dorf kurz hinter Sundern noch mal, zwei Filme durch meine F801 gejagt. Weil, man kann ja nie genug Fotos haben. Dieses Mal vor allem völlig ohne Schnee, wenn man mal von dem Reste-Schlotz absieht, der da am Straßenrand vor sich hin schmolz und dabei immer graubrauner wurde. ;-)


Jedenfalls: Während ich dann zwischendurch mal die Wäsche vom Wochenende aufgehängt habe, konnte der Entwickler dann auch ein bisschen abkühlen. Der wird ja bei 40°C angerührt, aber bei 20° benutzt. Gut, dass mein Wasser fürs Zwischen-Spülen und Stoppen eh ein bisschen zu kalt geraten war, da konnte ich das als Wasserbad verwenden. Und dann ab damit in die bereitstehende Paterson-Dose. Sowieso ganz komisches Gefühl: Sonst habe ich diesen Pulver-Entwickler-Kram (egal von welchem Hersteller) immer erst mal so einen Tag oder länger stehen lassen, damit der so richtig gut durchmischt ist und auch die Temperatur stimmt und alles. Jetzt einfach so: "Rein damit, wird schon gehen!" Und die Ergebnisse unter der Dusche sehen auch tatsächlich brauchbar aus:


Hab den Fomadon P eh immer ganz gerne benutzt, weil der im Gegensatz zum ID11 und D76 scheinbar weniger Verlängerungszeiten will. Da steht im Beiblatt nur was von 5% nach dem 5ten Film. Kommt mir ja auch komisch vor, aber ich glaube, ich hatte bisher die letzten Filme tatsächlich gar nicht verlängert, weil ich das Beiblatt beim letzten Mal wohl weg geworfen hatte. Hat auch gut funktioniert. Das Zeugs ist also scheinbar doch nicht genau das gleiche, auch wenn das behauptet wird. Ich mein, ich könnte ja auch einfach mal one-shot damit entwickeln, aber das gibt dann so viel flüssigen Abfall. Einer der Gründe, weshalb ich dein Rodinal-Verschnitt so selten verwende, dass der auch schon ganz dunkel geworden ist. Aber im Gegensatz zum Amaloco funktioniert das letztens noch hervorragend. (Es gibt ja so wilde Storys, dass Leute wohl Rodinal aus den 1950ern noch verwendet haben und das noch ging. Scheint unverwüstlich zu sein, das Zeugs. So riecht es ja auch.)

So, und zu viel mehr bin ich heute nicht gekommen. Nachdem J heute Nacht auch noch den Super Bowl geguckt hat und ich irgendwann nach der Halbzeitshow uns Bett gegangen bin, habe ich so ca. 5 Stunden Schlaf gehabt. Ein Wunder, dass ich überhaupt irgendwas brauchbar entwickelt bekommen habe! ;-)

Samstäglicher Ausflug in die Stadt mit anschließender Filmentwicklung

Da das Paket, auf das ich warte, noch immer nicht versandt ist, musste ich heute nicht den ganzen Tag zu Hause bleiben, um auf die Post zu warten, um unleserlich zu unterschreiben, sondern konnte morgens Besorgungen in der Stadt machen. Habe die Olympus OM-2 Spot/Program mit genommen, einen Foma 400 eingelegt, den Belichtungsmesser auf 800 gestellt und dann einmal quer durchs Dorf fotografiert und den Film direkt ganz voll gemacht mit regnerischer Winterstimmung. You've gotta lean into it, sozusagen: Wenn das Wetter scheiße ist, kann man trotzdem (oder gerade deswegen) spannende Fotos machen, wenn man den Film entsprechend misshandelt. Diesem Motto folgend habe ich ihn dann nachher in Rodinal eingelegt - genauer gesagt in Fomadon R09, weil, das hab ich halt rum stehen, und das, wie ich feststellen musste, schon letztes Frühjahr abgelaufen ist; geht aber noch immer ganz hervorragend. Da habe ich schon Adonal benutzt, das war brauner.


Raus gekommen sind auf jeden Fall Bilder. Ob die so schön grainy geworden sind, wie ich es mir erhoffe, konnte ich beim unter der Dusche trocknenden Film noch nicht feststellen. Ich brauche mal eine Lupe. Aber der erste Eindruck ist schon mal ganz gut. Aber ich glaube, die 11:30 Minuten bei 19,5°C und 1+25 waren doch noch immer ein bisschen zu kurz. Ich hätte es gerne noch knallig-knackigeren Kontrast gehabt. Noch ein bisschen dichter, um die Highlights so richtig poppen zu lassen! Aber ich glaube, man sollte den Foma auch nicht allzu sehr triezen, der ist ja nicht der am besten pushbare Film in meinem Kühlschrank.


Ich hab die Bilder vom Filmstreifen ausnahmsweise mal nicht invertiert und bearbeitet, damit man da einen entsprechenden Eindruck von bekommt, wie das ungefähr aussieht. Ich meine zu sehen, dass das ganz OK wird. Mal sehen, was der Scanner dann dazu sagt. Aber da weiß ich noch nicht, wann ich dazu komme: Morgen ist Spielenachmittag bei D angesagt, da schaffe ich das vorher nicht. Und bald ist schon das Orga im Sauerland. Ich hoffe, da liegt nicht zu viel bzw. viel zu viel Schnee. Letzteres für die Fotos, aber ich weiß noch nicht, ob wir selber fahren und ich hab ja nur noch Ganzjahresreifen...

Schwarz-weiß und analog, Teil 327: Canon T70 im Bonn (hauptsächlich hochkant)

Kentmere 400 #15, 26. Oktober 2025
  • Canon T70, Canon FD 50mm 1:1.8, Tokina 80-200mm 1:4
  • Entwicklung: D-76 Stock #8 21° 15:00 Minuten, Adofix Plus 1+5 #18, 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Mehr Fotos, die ich mit der T70 geschossen habe: Nachdem wir in Mondorf waren, sind wir scheinbar rüber nach Bonn gefahren. Ich weiß gar nicht mehr, was der Anlass war. Ist aber auch nicht so wichtig. Interessanter ist, wie sich die 1980er Canon hier so in der "großen" Stadt geschlagen hat. Langer Rede kurzer Sinn: Lasst uns anfangen!

Geparkt wie immer auf der beueler Seite unter der Brücke, die ich dann auch gleich mal ins Visier genommen habe. (50mm, 1/1000s, f/4.) Die übliche Ansicht des Rheins, die ich ja auch immer mal wieder dabei habe. Die Kamera macht hier alles richtig und die Struktur der Stahlträger unter der Brücke kommt recht gut raus.

Am Anleger der Wasserschutzpolizei waren diverse Fahnen gehisst, die ich auch mal versucht habe, die im Rauschen des Films aber leider ein bisschen absaufen. (50mm, 1/1000s, f/6,7.) Was der schwarze Balken oben im Bild macht, weiß ich allerdings nicht. Habe ich da versucht, wie ich es immer mal wieder tue, mit dem Objektivdeckel das Gegenlicht ein bisschen abzublenden? Dafür ist es aber ein sehr gerader Streifen geworden. Muss also irgendwas anderes vor die Linse


Und dann mussten wir natürlich die Treppe hoch und da habe ich mal das Geländer genauer unter die Lupe genommen. (50mm, unbekannte Werte.) Man beachte unten die leere Amaretto-Flasche (Hmm, Amaretto!) und oben die Person, dick verpackt gegen den Wind! Aber Grundsätzlich mal eine Übung im Fluchtpunktfinden. ;-)

Die Amaretto-Flasche habe ich dann aber noch mal in groß mitgenommen. (50mm, 1/250s, f/8.) Hmmm! Amaretto! Könnte ich auch noch mal ein Fläschchen ran schaffen. Ich trinke ja so gut wie nie Alkohol, aber für Amaretto mache ich gerne eine Ausnahme! Jaja, ich weiß: Pervers! ;-) Besonders diese billige Discounter-Ware. Aber Hauptsache süß und Mandeln!

Dann war da noch das Rathaus. (50mm, 1/500s, f/8.) Wetter war ja nicht so prickelnd, wie man sieht. Trotzdem war der 400er Kentmere vielleicht ein bisschen übertrieben. Der kribbelt so heftig. Aber das ist umgekehrt auch ganz gut so, denn so musste ich die asiatischen Touristen nicht unkenntlich machen. Die beiden waren aber auch wirklich süß, wie sie da standen und mit ihren Handys Selfies mit Rathaus im Hintergrund machten. Aber Hauptsache, ein Andenken mit nach Hause nehmen. Der eigentliche Sinn von Fotos! ;-)


Im Gegensatz zu mir, der wieder seltsame Bilder in seltsamen Winkeln von seltsamen Laternen macht. (50mm, 1/1000s, f/4.) Aber ich bin halt etwas seltsam und mag solche eher abstrakten Bilder. Vor allem, wenn ich sie selber gemacht habe! ;-) Spannender wäre hier allerdings vielleicht eine sehr viel kleinere oder eine sehr viel größere Blende gewesen. in f/4 ist das irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes.

Wenn ich schon hier war, warum nicht auch mal das Geländer am Rathaus selber mitnehmen? (50mm, 1/1000s, f/3,5.) Das ist ganz witzig geworden mit der unscharfen Uni im Hintergrund und vorne auch etwas unscharfem Geländer. Habe ich auch etwas länger dran ausmessen müssen, dass die Säule genau so auf der gleichen Höhe in der Schärfe ist.

Und dann hinter der Uni hinaus auch noch ein bisschen Bilder machen, weil. (50mm, unbekannte Werte.) Gerade scharf genug, dass die Blätter im Vordergrund eben nicht scharf sind. Die Bilder mit dem 50er Canon machen sowieso über alles einen ganz guten Eindruck.


Über dem Einfang zum ehemaligen Studentenbüro (jetzt ist da glaube ich irgendwo die Zahlkasse) findet man diesen Atlanten, der den Balkon hoch hält. (50mm, 1/125s, f/4.) Ist mir früher nie aufgefallen, dass der dieses sanfte Lächeln im Gesicht hat, obwohl er eine eher schwere Last auf dem Rücken mit sich rum tragen muss. ;-)

Quer über den Vorplatz hinweg habe ich dann mal ein Portrait der Uni-Kirche gemacht, gegens Licht und bei der kleinstmöglichen Blendenöffnung, weil ich es kann! ;-) (50mm, 1/125mm, f/22.) Physik ist witzig: Bei f/22 ist das Objektiv deutlich weicher, als man es erwarten würde. Licht ist eine Welle ist ein Teilchen ist eine Welle ist ein Teilchen. Wir leben schon in einer verrückten Welt!

Und dann ist da noch die "Mensa" am Hofgarten. Also, die Container-Sammlung, weil: Deutsches Bildungssystem! (50mm, 1/500s, f/8.) Ist auch nicht besser als der Rest der deutschen Infrastruktur. Wie lang steht dieses Provisorium jetzt schon da rum? Ich weiß nicht, ich glaube, da habe ich noch studiert. Komm, ich fang' gleich wieder an, diese gemeingefährlichen sozialdemokratischen Vorstellungen zu verbreiten!

Dann lieber Maria und ihr Kind angucken. (50mm, 1/500s, f/8.) Regina Pacis. Königin des Friedens. Ich finds aber nett, dass die bei der Renovierungsvorbereitung extra nur für mich ein feinmaschiges Netz davor gehängt haben, damit ich die trotzdem noch einigermaßen fotografieren kann. Ja, wahrscheinlich ist das nur feiner, damit die Kack-Tauben die arme Frau nicht zuscheißen können. Und mal ganz am Rande, ich würde dem Neugeborenen nicht die Weltenkugel als Rassel in die Hand drücken. Würde allerdings den Zustand der derzeitigen globalen Politik erklären.


Vor der Mensa lag auf einem der Lampen-Dingse noch dieser Lappen rum und ich hab mir gedacht, mach'n Foto, schön weit offen, mit den Reihen von Uni-Fenstern im Hintergrund, sieht bestimmt interessant aus. (50mm, 1/1000s, f/2,8.) Und ja: Sieht interessant aus. Was hatten wir da eigentlich für ein Wetter? Das war doch ein 400er, oder? Das sind ja wohl so ungefähr drei bis vier EV von gutem Wetter entfernt! (Ein Fotografenhirn fängt irgendwann an, anders zu denken, stelle ich immer wieder fest!) ;-)

Immer auf der Suche nach dem ungewöhnlichen Winkel und dem seltsamen Subjekt, habe ich dann diesen Starkstromstecker mit genommen, der die Mensaküche mit Energie versorgt, nehme ich an, zumindest. (50mm, 1/250s, f/9,5.) Da waren sie wieder, die f/9,5, die die Halbautomatik so gerne nimmt. Passt aber hier auch ganz gut. Hätte vielleicht sogar noch ein bisschen mehr sein können, denn das unscharfe Kabel stört mich tatsächlich ein kleines bisschen. Aber: Wenn die Auflösung des Films ein bisschen höher wäre, könnte man auch noch lesen, was auf dem Stecker drauf steht, wer den hergestellt hat.

Die Kirche war an jenem Tag ein gern genommenes Motiv, jetzt mal von schräg unten. (50mm, 1/1000s, f/11.) Kurz vor 10? So spät schon? Zusammen mit den Wolken erklärt das auch, weshalb die Belichtungen so sind, wie sie sind. Aber schön eingefasst von Uni-Gebäude und Laub.

Corona ist jetzt schon so lange her, dass die andere Bier-Firma ja eigentlich keine Werbung mehr braucht, aber egal. Wenn da eine Flasche steht, nehm ich sie mit! ;-) (50mm, 1/1000, f/4.) Ich mein, eigentlich war das ja gut, dass das Wetter so bedeckt war, denn so konnte ich wenigstens auf f/4 runter. ich glaube, der 400er war eh Verschwendung, den hatte ich ja eigentlich nur eingelegt, weil ich hin und wieder auch mal das Telezoom benutzen wollte, was ich da nie getan habe.


Noch mal der Kirchturm, dieses Mal mit direkter Sonne im Bild und trotzdem nur mit minimalem Lens Flare. (50mm, 1/1000s, f/16.) Ganz schick so. Erstaunlich, dass das kein Loch in den Film gebrannt hat. ;-)

Das Bild mit den Stühlen hat es tatsächlich in meinen diesjährigen Kalender geschafft. (50mm, 1/250s, f/3,5.) Weiß nicht, ist wieder eines dieser Herbstfotos, die mich einfach ansprechen. Die Geschäftigkeit des Sommers ist vorbei, die Bürgersteige werden hochgeklappt, die Rattanstühle gehen zurück in den Keller. Hätten gerne noch ein paar mehr Blätter rum liegen können.

Und dann verkaufen einem die Bären noch das Münster! (50mm, 1/125s, f/19.) f/19 ist ja schon 'ne eher ungewöhnliche Blende. Aber schon spannend, dass auch bei der kurzen Entfernung (der vordere Bär war scharf gestellt) auch noch das Münster einigermaßen scharf ist. Gut, f/19 ist ja auch echt viel.

Das Münster von der anderen Seite, passt leider nicht komplett in das Sichtfeld des 50ers. (50mm, unbekannte Werte.) Muss auch ziemlich weit geschlossene Blende gewesen sein, denn die Blätter im Vordergrund sind ja schon recht scharf. f/11 vielleicht? Oder irgend was krummes in der Gegend, was sich die Automatik da wieder ausgedacht hat. Ist mir so auch noch nie aufgefallen, dass die da so weit oben noch Natursteine in den Pfeilern verbaut haben... Welche römische Anlage haben die da wohl wieder für recycelt? Kaum zu glauben, dass die mitten im Mittelalter solche Klötze in die Gegend gesetzt haben. Gloria deo! Gloria in excelsis deo! Menschen sind seltsam...


Ich mein, welche anders Spezies käme auch auf die Idee, eine überdimensionierte, wandelnde Handtasche mitten in die Stadt zu stellen? (Kunst!) (50mm, 1/1000s, f/4.) Immer, wenn ich an dem Ding vorbei komme, muss ich einfach ein Foto machen, weil das so surreal ist. Ich mein, in s/w kommt auch diese knallorange Farbe gar nicht rüber! Ich weiß nicht, ob wir hier ein Konsumkritik haben oder nur einfach einen Künstler mit einem seltsamen Sinn für Humor, aber ich bin dabei! ;-)

So, und zum Ende noch mal ein Schild: Andere Seite benutzen, sonst fällt euch die Unirenovierung auf den Kopf! ;-) (50mm, 1/1000s, f/6,7.) Ich weiß ja auch nicht, was ich mit Schildern habe. Ist so ein Ding. Dieses hier ist aber besonders gelungen, finde ich: Schicke Halb-Unschärfe im Hintergrund. Und das Licht der trüben Sonne spiegelt sich im Fußgänger-Verboten. Gut.

Puhja, das ist die Stelle, an der ich normalerweise sage: "Als nächstes..." Ich weiß gerade gar nicht, ich hab noch keinen weiteren s/w-Artikel in die Pipeline gepackt. Ich glaube, der Weihnachtsmarkt und Linz sind als nächstes schon dran. Das Jahr ging rapide zu Ende. Und wir haben jetzt erst Ende Januar, ich habe tatsächlich mal (fast) den ganze Stapel abgearbeitet. Gut, ich habe in '25 scheinbar auch weniger analog fotografiert, als ich sonst schon mal gemacht habe. Merkt man auch an den ganzen, kurz vor'm umkippen stehenden Entwicklerresten im Keller! Naja, schaumama, ob ich in '26 wieder mehr dazu komme. ;-)