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Sonnenuntergang im Siebengebirge

Eigentlich wollten wir diesen blöden Cache ja jetzt endlich mal von der Landkarte tilgen, nachdem wir schon das dritte Mal dafür ins Siebengebirge gefahren sind. Aber irgendwie verfransen wir uns immer wieder und machen nebenbei zu viele Tradis. Und so ging uns heute das Licht aus, bevor wir die letzten beiden noch fehlenden Stationen endlich besuchen konnten. Auf der Plus-Seite habe ich dafür aber ein paar spektakuläre Bilder vom Sonnenuntergang bekommen.

Aber der Reihe nach: Ausgestiegen sind wir unten am Fuß der Begre am Parkplatz Schmelztal. Der war übrigens von den vielen Rodungsfahrzeugen der letzten Zeit - gepaart mit dem Regen der letzten Nach - so durchgematscht, dass ich selbst mit dem relativ guten Profil meiner vorgestern frisch montierten Winterreifen ins Schliddern gekommen bin. Mal ganz davon abgesehen, dass das eine unglaubliche Sauerei ist und ich jetzt mal wieder vor der Frage stehe, wie ich meine Wanderschuhe jemals wieder sauber kriegen soll. Statt vom Glibberschlamm habe ich aber lieber Bilder von Bäumen und Blättern gemacht, die den Hang hoch zu bestaunen waren.



Vorbei an Pilzen und Ruinen ging es immer weiter den Berg hinauf. Unterwegs gab es dann immer wieder diese Markierungen an den Bäumen zu sehen, die ich letztes Mal schon verwundert angeschaut habe: Machen die hier etwa ein Baumrennen?


Obwohl wir gar nicht so spät unterwegs waren, verschwand die Sonne bald schon hinter den Bergrücken. Vorher tauchte sie jedoch die ganze Umgebung in ein goldenes Licht, wie es nur der Herbst vermag.
 
Das bedeutet, ich habe mal wieder von unten angeleuchtete bunte Blätter fotografieren können. Und lange Schatten, die von Bäumen geworfen werden, die von hinten angestrahlt werden.


Rauf und runter und rauf und runter ging es quer durch die Ausläufer des Siebengebirges. Die haben hier aber auch wirklich verdammt viele Berge. Wer hat die eigentlich hier abgestellt und nicht wieder mit genommen? Bestimmt die gleichen Leute, die auch diese Handschuhe hier vergessen haben! ;-)

Die Pilze am Holzstoß sind zwar nicht ganz so scharf geworden, wie ich das eigentlich gehofft hatte - auf Grund der schon wieder so früh einsetzenden Abenddämmerung habe ich, statt das ISO an der Kamera hoch zu drehen, einfach mal die Bende weit auf gemacht und dadurch nur sehr wenig Tiefenschärfe. Aber dafür gibt das mit dem doch relativ günstigen Sigma-Weitwinkel erstaunlich interessante Verzerrungen, besonders was die Vordergrundunschärfe bei den Pilzen rechts angeht.



Gleiches gilt auch für den Ilex: Es war dunkel, ich habe die Blende weit auf gemacht. Der Hintergrund ist dadurch sehr schön cremig geworden. Aber da ich hier wieder auf das 50mm gewechselt hatte, bekommt insbesondere das Pilzbild eine ganz andere Art von Bokeh.

Nach noch ein paar rauf- und runter-Hindernissen kamen wir dann endlich am Leyberg an, dem Minimal-Ziel unseres heutigen Ausflugs, um endlich drei der noch fehlenden Stationen des Multis einsammeln zu können. Unten am Fuße begrüßte uns dort erst mal ein Peace-Symbol, aus Steinen gelegt. Finde ich schon mal gut. Eigentlich wollten wir hier noch einen sehr alten Tradi suchen, aber das Licht war schon so schlecht, dass wir das dann lieber gelassen haben, bevor wir uns zwischen all den Bruchsteinen noch die Hacken verrenken. Stattdessen sind wir den Berg hinauf, dem Mädel hinterher, die sich dort im Schein des Sonnenuntergang niedergelassen hatte, um gemütlich eine zu rauchen


Gemütlich war allerdings nicht, denn keine fünf Minuten später kamen nämlich drei Jungs mit ihrer Bierflasche und setzten sich ebenfalls ins Licht. Da klettert man auf einen der einsamsten Berge mitten im Nichts und hat plötzlich Probleme, die Corona-Sicherheitsabstände einzuhalten, denn so viel Platz ist hier oben auf dem Gipfel ja auch wieder nicht. ;-)


Und dann ging die Sonne unter. Aber sowas von voll krass spektakulär, dass ich mal wieder wie zu besten Dänemark-Strand-Zeiten die halbe Karte voll fotografiert habe! Hier nur eine kleine Auswahl:


Wie war das noch mal: Niemals direkt in die Sonne gucken, vor allem nicht mit dem Tele? Ist wahrscheinlich auch nicht gut fürs CCD, könnte ich mir vorstellen. Vielleicht hat die D100 deshalb so viele kaputte Pixel, weil ich so viele Sonnenuntergänge fotografiert habe...

Aber auch die schönste Abendstimmung geht irgendwann zu Ende. Wir also wieder den Berg runter, da stand da dieses Fahrrad an den Baum gekettet. Wahrscheinlich, nehme ich an, gehörte das einem der Jungs, die da oben ihr Bierchen gepichelt haben. Schön, dass die Jugend zum Saufen in die freie Natur geht, hat Corona ja noch was Gutes bewirkt. :-D


Ansonsten gab es nach dem Sonnenuntergang natürlich einiges an Zwielicht. Mit dem 28mm kann bei bei f/1.8 auch noch gut Fotos machen, wenn die Sonne schon weg ist, aber das Leuchten des Himmels noch etwas Licht auf die Szenerie wirft. Gut, am Ende musste ich die Empfindlichkeit schon ziemlich weit in den rauschenden Bereich drehen; alles jenseits von ISO 1600 ist bei der D610 zwar noch vorhanden und macht auch noch Bilder, aber dann kann ich irgendwann auch einfach das Handy nehmen, das macht dann auch keinen Unterschied mehr. (OK, stimmt jetzt nicht wirklich; die größeren Pixel eines Vollformat-Sensors bekommen dann doch irgendwie mehr Photonen ab als diese winzigen CCDs im Handy, das merkt man schon. Allerdings ist in der Kamera aber auch Technik von 2013 verbaut, oder wann ist die erschienen? Da hat sich ja leider doch schon wieder sehr viel getan, was das Rauschverhalten angeht.)


Als es dann endgültig zu dunkel zum Fotografieren wurde, waren wir noch immer gut drei Kilometer vom Auto entfernt und außerdem noch immer nicht auf dem Himmerich gewesen, auf dem sich die letzten beiden noch fehlenden Stationen für unseren Multi befinden. Also schon wieder unverrichteter Dinge nach Hause fahren müssen. Sowas Blödes, dass wir noch mal wieder kommen müssen, wo die Gegend hier doch so langweilig ist. ;-)

Auf dem Nachhauseweg dann noch schnell beim $Supermarkt gehalten und eine Packung Minipizzas besorgt, denn zum Kochen hatte ich dann heute doch keine Lust mehr. Ich finde, wenn man 24.000 Schritte durch den Wald gerannt ist, darf man auch mal Fastfood zu sich nehmen!

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