Fünf Jahre
Kaum zu glauben. Als ich dieses Blog angefangen habe, habe ich mir wohl kaum Gedanken darum gemacht, was in fünf Jahren (also heute) wohl sein wird... schon gar nicht, dass wir so ein seltsames Datum haben werden: 09.09.09. Sowas hat man auch nicht alle Tage!
Auf jeden Fall werde ich das mal zum Anlass nehmen, auf die letzten Jahre zurück zu blicken: Was ist passiert? Und umgekehrt natürlich auch, der Blick in die Zukunft. Für diese beiden Aufgaben nehme ich mir fast ein Jahr lang Zeit, man weiß ja nie, das könnte umfangreich sein, wie man schon alleine an dieser Einleitung sehen kann, die einfach kein Ende nimmt und die paar Leser, die ich habe, langsam aber sicher einschläfert!

Bevor man ein Blog startet, sollte man eine gewisse Ahnung haben, worüber man schreiben möchte und was ein Blog eigentlich ist. Ich habe das in den letzten 5 Jahren immer noch nicht herausgefunden; also schreibe ich auf, einfach um des Schreibens Willen: Was geschieht, was bewegt, was ärgert und was freut. Damit fällt mein Blog offensichtlich in die Kategorie der persönlichen (und zum großen Teil irrelevanten) Blogs, wie sie in den unendlichen Weiten der Blogosphäre millionenfach vorhandenen sind - ich weiß es nicht, ich interessiere mich im Allgemeinen nicht für Blogs, was man wohl auch daraus entnehmen kann, dass ich so gut wie nie Trackbacks zu anderen Blogs setzte. (Mal abgesehen davon, dass die meisten Blogs ihre Kommentar- und Trackback-Funktionen auf Grund der Spam-Flut genau wie ich so stark reglementieren, dass es schwierig ist, überhaupt was durch zu bekommen. Ich bekomme schon so etwa 50 Mails mit frisch importierten Luxusuhren und halb-legalen Medikamenten ins Postfach geballert, da muss man sich nicht auch noch extra zur Zielscheibe machen.)
Fünf Jahre sind eine lange Zeit für ein Blog, in dem es hauptsächlich um mich geht. Viele andere, Bekannte und Freunde, haben es versucht und nicht so lange durchgehalten, oder schreiben nur noch sporadisch und über spezifische Themen. Aber ich bin tatsächlich ein wenig stolz darauf, einigermaßen regelmäßig irgendwas von mir zu geben, und wenn es nur Blödsinn ist. Denn Blödsinn ist meistens auch etwas, was nur dem Namen nach blöd ist, in Wirklichkeit aber einen einigermaßen ernsten Hintergrund hat, denn sonst wäre die Pointe ziemlich pointless.
Dass so viele nun aber auch andere Wege der Kommunikation gehen, das liegt auch mit daran, wie stark sich diese so genannten "sozialen Netzwerke" in den letzten Jahren verbreitet haben. Gab es vor fünf Jahren eigentlich überhaupt schon Twitter und Myspace und StudiVZ und und und...? Und wird es die in fünf Jahren auch noch geben, oder ist das eine weitere Blase, die irgendwann platzt? Jedenfalls sind auch da viele Leute unterwegs. Ich nicht, muss ich zu meiner Schande gestehen. Hab so schon keine Zeit.

Und dann sind da noch so Leute wie der Pete, die sich mittlerweile stärker bei Wikipedia engagieren und ihre kreative Schöpfungsakte in produktivere Bahnen gelenkt haben. Ehrenwert, das. Nur bin ich ja stinkig mit der (deutsche) Wikipedia, seit die meinen Artikel über Neko (das Computerprogramm) wegen Irrelevanz gelöscht haben. Jaja, ich bin nachtragend, das gebe ich ja zu...

Zurüch zum Thema. Wir waren stehen geblieben bei "Blödsinn", über den ich schreibe: In diese Kategorie fallen eindeutig auch meine Hasen. Alles begann ganz harmlos, und plötzlich sind es über 100. Tja, so sind Hasen halt, da lässt man die mal fünf Sekunden (Jahre) aus den Augen und schon vermehren sie sich wie die Karnickel. (Ich dachte immer, man schreibt die ohne "h"... hm...) Bei all diesem Blödsinn ist natürlich auch etwas Selbstkritik nicht ganz fehl am Platz. Manchmal schieße ich auch übers Ziel hinaus und das ganze wird einfach nur noch albern. Aber ich liebe albern, und deswegen bleibt es dann meist doch drin.
Die andere große Kategorie neben dem täglichen Wahnsinn ist wohl meine kleine Technik-Ecke, in der ich immer mal wieder ein paar unmotivierte Kommandozeilen-Befehle verewige, meistens einfach nur, um nicht zu vergessen, was ich da gemacht habe. (Ja, ich bin ein Egoist! Dachtet ihr etwa, ich würde das für euch aufschreiben?

Aber ich will ja nicht nur übers Blog selber reden, sondern wie immer: Über mich. Oder zumindest über die Katze. Die ist jetzt auch schon ziemlich alt, für eine Katze, 5 1/2 Jahre, oder sowas ähnliches, genau weiß das ja keiner. (Aber tatsächlich ging es in diesem Blog bereits in über 30 Beiträgen um Neko oder was sie so alles anschleppt.)
Was das Thema zurück- und vorausschauen angeht, dafür eignet sich auch ganz besonders die Technik, die man zur Unterhaltung im Haus hat. Ich hätte ja auch niemals gedacht, dass ich mal zum Konsolen-Spieler werde, wo ich doch immer so ein eingefleischter PCler war. Aber jetzt stehen hier im Haus eine PS3 und eine XBox 360, und eine PSP hab ich auch noch. (Liegt aber wahrscheinlich auch mit daran, dass ich ja irgendwann mal auf ein echtes Betriebssystem umgestiegen bin, es Spiele aber (fast) nur für Windows gibt.)
Nur mein Handy ist noch immer das gleiche wie vor 5 Jahren, das Mistding ist nicht kaputt zu bekommen. Aber: Was soll ich auch mit einem iPhone, mich ruft doch eh keine Sau an. Achsoja, Mobilfunkendgeräte sind ja auch nicht zum telefonieren da, sondern für Fotos, Musik und Videos, hatte ich vergessen. Und zum "twittern"... wie gesagt, habe ich noch nicht ganz verstanden, das Prinzip... Keine Angst, ich bin nicht plötzlich technikfeindlich geworden, manche Dinge wundern mich nur einfach. Vielleicht ist das das Gefühl, das mein Eltern hatten, als es plötzlich Farbfernsehen gab...

Ach ja, auch das Notebook ist noch immer funktionstüchtig, obwohl ich es täglich mit in die Uni schleppe. Was mich zum Vorausblicken anregt: Als ich meines gekauft habe, war das State of the Art, oder zumindest das, was man bekommen konnte, ohne Haus, Hof und Erstgeborenes zu verpfänden; mittlerweile gibt es diese winzigen Netbooks, die "besser" sind, oder diese riesigen Wide-Screen-Monster, von denen man nicht weiß, wie man sie ohne Tieflader überhaupt transportieren soll. Wo das noch hinführen wird... man weiß es nicht. Nur, dass ich in absehbarer Zukunft wohl ein neues brauchen werde, denn alle paar Tage die Kiste aufschrauben und den Display-Stecker wieder auf die Hauptplatine drücken, das geht auf die Dauer einfach auf den Keks.
Und dann ist da meine gute alte Nikon D100. Stand der Technik? Autsch! Kaum viel älter als dieses Blog und schon völlig veraltet. Wann kommt die 400er endlich? Die Gerüchteküche Internet kocht seit Monaten... Aber egal wann, wird sie eh wieder viel zu teuer sein, als dass ich sie mir direkt leisten könnte. Und warten bis sie billiger wird? Dann ist sie ja auch schon wieder veraltet. Dann muss ich halt noch ein paar Jahre mit dem Dreck auf dem CCD leben, was? Gibt Schlimmeres.
Zum Beispiel Dinge, die kaputt gehen: Teure 16-Port Switches, die es gerade bis über die Garantiezeit geschafft haben - immerhin habe ich es dadurch die Aufrüstung auf ein 1000Mbit-Netz geschafft; nur: jetzt sind die meisten Platten (oder der PCI-Bus?) zu lahmarschig, so viele Daten überhaupt durch die Leitung schicken zu können... pervers, das. Oder SD-Karten, auf denen eigentlich nur Straßenkarten fürs Navi abgelegt waren, dann aber aus unerfindlichen Gründen plötzlich einen IO-Error im Sektor 0 haben. Ich weiß nicht, meine CF-Karten werden ständig und ununterbrochen beschrieben und wieder gelöscht, und da muckt bisher nur die ältere von beiden hin und wieder mal. (Interessanterweise scheint das Defekt-Management von den Dingern tatsächlich zu funktionieren: Da war letztens ein nicht lesbarer Sektor, nach der Formatierung ist der wieder weg. Ob man nachschauen kann, wieviele Reserve-Sektoren das Ding noch hat?) Oder Festplatten, Staubsauger, Fahrräder... Ja, wenn nichts kaputt ginge, wer sollte dann die Wirtschaft ankurbeln?
Womit wir bei der Wirtschftskriese wären: Kein Geld, keine Ahnung, wie es weiter gehen soll? Macht nix, wir werfen noch ein paar Milliarden hinterher, wird schon passen... Da kann man nur gespannt sein, ob die Zukunft rosiger wird.
Oder auch bei Politik im Allgemeinen: Zwei mal habe ich dieses Jahr schon mein Wahllokal aufgesucht, in weniger als 4 Wochen ist Bundestagswahl. Kaum zu glauben, dass ich dieses Blog begonnen habe, als wir noch einen Kanzler Schröder hatten. Und dann kam jemand anderes, hat eine interessante Interpretation von innerer Sicherheit mit gebracht, und was haben wir jetzt davon: Biometrische Pässe, kaputte Türschlösser im Internet und das BKA weiß jetzt, mit wem ich wann und wie lange und von wo aus telefoniere. Ob es hilft? Oder ob es uns über Kurz oder Lang in die prä-digitale Steinzeit zurückwirft? Wenigstens waren es dann nicht die Kinderschänder und Terroristen, Ironiedetektoren auf Maximum.
Aber nicht alles ist faul im Staate
Zum Schluss noch was Albernes, denn das da oben war doch eher harte Kost:
Kommentare
Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt