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Schwarz-weiß und analog, Teil 169: Graurheindorf

Film: Fompan 100 #37, Kamera: Chinon CP-7m, Objektiv: Auto Chinon Multi-Coated 1:2.8 135mm, Mai 2022

Irgendwann im Mai hatte ich mir ja dieses passende Objektiv zu der Chinon-Kamera gekauft: Ein Auto Chinon Multi-Coated 1:2.8 135mm. Dieses musste ich dann ja auch irgendwann mal austesten, was ich mit diesem Film ausgiebig tue. Auf der ganzen Rolle ist glaube ich nur ein einziges Bild, das mit dem 50mm gemacht wurde.

Im Frühsommer war ich mehrfach in Bonn, so auch an diesem Tag im Mai. Geparkt hatte ich unter der Autobahnbrücke in Graurheindorf, wo ich sofort losgelegt habe, indem ich dieses Graffiti mitgenommen habe. (1/125s, f/4.) Wie man sieht, habe ich es geschafft, trotz der relativ langen Zeit für ein 135mm, nicht zu verwackeln. Ist ja nicht unbedingt eines meiner Spezialgebiete, genau so wie die Kamera gerade halten. Ups. ;-) Aber das Bild selber ist doch ganz gut gelungen und zeigt eindrücklich die Schärfe, die man bei diesem Objektiv erwarten kann. Blöd ist, dass da oben ein Wasserfleck auf dem Negativ ist, die könnten echt mal besser arbeiten im Labor! Von den Kratzern mal ganz zu schweigen. Aber das sind andere Probleme, die nichts mit dem Objektiv zu tun haben, über das ich eigentlich schreiben wollte.

Da das Objektiv mit f/2,8 Offenblende ja recht lichtstark ist, musste ich das hier im Schatten natürlich auch direkt mal austesten und habe mir daher das Boot vorgenommen, das dort schon seit gefühlt Jahren geparkt ist. (1/125s, f/2,8.) Der erste Eindruck ist: Offen ist es nicht ganz so scharf wie oben im ersten, bei dem ich eine Blende abgeblendet hatte. Aber das kann durchaus auch an mir liegen, denn ich habe den Eindruck, dass ich ein bisschen zu weit fokussiert hatte, denn der Zaun im Hintergrund ist verdächtig scharf. ;-) Auf der Motiv-Seite macht das Bild schon was her, es könnte nur ein bisschen heller belichtet sein. Und man muss halt auf Müll stehen. :-D


An der Straße stand dann noch ein alter VW Käfer. (1/250s, f/2,8.) Da kann ich ja auch nicht einfach so dran vorbei gehen. Hier habe ich ebenfalls die Offenblende verwendet und siehe da, es scheint mir um einiges schärfer zu sein als das Boot davor. Schön finde ich, dass der Hintergrund recht unscharf geworden ist, obwohl das doch schon eine recht große Entfernung bis zum Käfer war, wohingegen der Abstand zwischen Käfer und Häuserzeile wahrscheinlich nur halb so groß war. Für Arbeiten mit künstlerischer Unschärfe ist das Ding also bestimmt geeignet. Die Unschärfe sieht auch recht gleichmäßig aus, wobei hier auch recht wenig nervöses Gemüse im Hintergrund steht.

Ist das alte AVZ mittlerweile eigentlich abgerissen oder steht es noch? Dies hier könnte jedenfalls eines der letzten Fotos sein, auf denen es noch existiert und vielleicht sogar das letzte auf analogem Film. (1/500s, f/8.) Schon irgendwie schade drum, auch wenn das Ding ja voller PCB steckte. Muss man das eigentlich nachher gesondert entsorgen? Wie viele Jahre habe ich in einem dieser Räume dort oben gesessen und Informatik studiert...? Jedenfalls hat mich das Außentreppenhaus und die Fenster sehr angesprochen, besonders mit dem Baum daneben, der einen gewissen logischen Kontrast bietet: Links die Natur, rechts das Menschenwerk. So weit abgeblendet ist das Bild extrem scharf, es wirkt fast schon unnatürlich scharf. Wenn man Pixelebene hineinzoomt, kann man gut erkennen, wie scharf es wirklich ist. Wiedermal gilt: Das Auflösungsvermögen des Films endet weit vor dem des Objektivs.


Und noch ein phallisch aufragendes Dingsbums, das mittlerweile wahrscheinlich verschwunden ist: Der ehemalige Sprungturm des Schwimmbads. (1/2000s, f/4.) Sehr gutes Bild, bei dem ich nur eine Blende abgeblendet habe, um den oben links ins Bild ragenden Blattbüschel unscharf zu bekommen. Zur Bewertung der Vordergrundunschärfe ist das bisschen allerdings kaum geeignet. Der Rest des Bildes ist so scharf, dass man sogar noch die Maschen im Netz erkennen kann, das oben auf dem 10-Meter-Brett zwischen den Geländerrohren gespannt ist. Cooles Bild mit evtl. sogar historischem Wert, wenn das Teil jetzt abgerissen ist.

Wenn man sich an dieser Stelle umdreht, kann man den Gasspeicher (?) im Graurheindorfer Hafen sehen. (1/2000s, f/4.) Auch hier wollte ich wieder die Auflösung der Details begutachten: Die Geländer und Gitter oben auf dem Speicher, aber auch am linken Rand auf dem Gebäude dort sind durchweg scharf, obwohl ich auch hier nur f/4 verwendet habe. Wieder reicht die kleine Ecke oben rechts aber nicht, um die Vordergrundunschärfe beurteilen zu können. Insgesamt aber ein recht spannendes Foto.


Und dann am Rhein habe ich eine Dame getroffen, die die Raben gefüttert hat, was ich natürlich gleich genutzt habe, um Fotos zu machen. (Beide 1/500s, f/4.) Im ersten hat er leider genau in dem Moment nach dem Futter gepickt, als ich auf den Auslöser gedrückt habe, weswegen ich das zweite direkt hinterher geschickt habe. Ich handle aber einfach beide gemeinsam ab, sind schließlich nur Sekunden nacheinander entstanden. Die Hintergrundunschärfe ist auch auf diese Entfernung sehr schön und trotz des dieses Mal sehr viel unruhigeren, blättrigen Hintergrunds nicht zu nervös. Für Blendenbälle hat es aber auf diese Entfernung noch nicht wirklich gereicht. Dass das Objektiv scharf ist, haben wir ja in den Bildern vorher schen abgehakt, das werde ich jetzt im weiteren nur noch erwähnen, wenn es besonders erwähnenswert ist. ;-)

Die Rutsche auf dem Spielplatz am Rhein ist glaube ich etwas über. (1/1000s, f/2,8.) Ich habe mir bei diesem Film leider noch nicht mit aufgeschrieben, ob ich ein Bild manuell oder automatisch belichtet habe, ich gehe aber davon aus, dass ich hier die Zeit-Automatik an hatte, wie das meistens der Fall ist. Hat die Kamera wohl eher für den Hintergrund gemessen. Dafür sind die schattigen Bäume im Hintergrund auch entsprechend gut ausgeleuchtet, wie ich es vom Foma eigentlich normalerweise nicht gewohnt bin. Vielleicht sollte ich den doch mal immer eine Drittelblende überbelichten, das habe ich jetzt glaube ich schon öfter gesagt. Einfach nur, um es mal zu testen.


Das Schiff habe ich aus der anderen Richtung fotografiert, dementsprechend ist es nicht ganz so krass im Sonnenlicht. (1/1000s, f/4.) Die Rutsche hat im Vergleich aber auch wirklich stark reflektiert - umso erstaunlicher dass die Kamera eher langsam belichtet hat. Ich glaube, ich bin da meine Nikon gewohnt, die ja eher vorsichtig vorgeht und im Zweifel lieber etwas unterbelichtet. Aber zurück zum Schiff: Das macht sich da am Rhein wirklich ganz hervorragend. Der Fluss ist gerade noch so ein bisschen unscharf. Hätte ruhig auf f/2,8 öffnen können, dann wäre der Effekt noch besser geworden. Wie weit der Tiefeschärfe-Bereich reicht, sieht man ja am Schaukelpferd links im Bild, das schon einige Meter weiter hinten steht aber praktisch noch immer scharf ist. Dafür kann man hier jetzt mal die Vordergrundunschärfe besser beurteilen, als in den Bildern weiter oben, und die ist... erstaunlich OK. Müsste mal ein Bild mit ganz viel Vordergrund finden, um das abschließend zu beurteilen, aber das sieht durchaus brauchbar aus. Habe bessere gesehen, aber das ist durchaus akzeptabel.

Erstes Fazit: Solides Portrait-Tele (das ich zu diesem Zweck noch gar nicht eingesetzt habe). Warum Chinon nicht so einen guten Ruf wie die anderen PK-Objektivhersteller hat, kann ich mir nicht ganz erklären. Sowohl dieses 135mm als auch das 50er, das ich sonst immer benutze, sind einwandfrei für die Preisklasse. Das wird wahrscheinlich der Grund sein: Es sind eben nicht die teuersten gewesen, sind jetzt teilweise richtig billig, und haben einfach nicht den Ruf "echter" Pentax-Optiken. Da ich keine solche besitze, kann ich keinen direkten Vergleich anstellen, aber was nicht ist, kann ja noch werden. (Suche ja noch immer nach einer ME Super, aber die Dinger sind leider selbst im abgenudelt-aber-funktionierenden Zustand zu teuer für meine Budgetvorstellungen. Muss schließlich auch die Filme Bezahlen, die da rein kommen! ;-))

Kentemere 100 in Adonal

Nachdem ich ja jetzt ein bisschen Übung im Einspulen und Entwickeln habe, hatte ich letztes Wochenende beim kleinen TR-Meeting die OM-10 mal mit einem etwas besseren Kentmere 100 geladen. Das Wetter war eigentlich für einen 100er etwas zu schlecht, aber ich hab es einfach mal versucht. Das Ergebnis war, dass ich 35 Bilder oder so in einem Rutsch durch verschossen habe und am Ende nur zwei übrig hatte. Ist mir auch schon lange nicht mehr passiert: Einen ganze Film in einem Rutsch durch belichtet.

Entwickelt habe ich ihn dann am letzten Montag in der üblichen Suppe: Adonal 1+50 für 15 Minuten mit leichter Rotation für 10 Sekunden alle 60 Sekunden. Stoppen/Spülen mit klarem Wasser und Fixen in Adofix 1+5 für 3 Minuten.


Das Ergebnis habe ich dann im Bad zum trocknen aufgehängt. Im hellen Licht dort sah das erstmal gar nicht so schlecht aus: Kontrast ist gut, aber so richtig beurteilen kann man das ja erst, wenn man den Scanner drauf ansetzt. Die Handy-Bilder sagen ja nicht viel aus:


Deswegen habe ich dann auch gleich mal die Negative in den Scanner eingespannt und das Ergebnis ist dann doch sehr interessant: Die ersten beiden Bilder sind die letzten beiden auf dem Film, die eh zu nichts anderem passen. Die sind in St. Augustin bei einigermaßen brauchbarem Wetter entstanden. Das erste zeigt einen Karmann Ghia, ein echtes Vintage Car, das zweite ein Klettergrüst. (Beide 1/500s, f/4, Zuiko 50mm.)

Im Gegensatz zum letzten Mal muss ich wohl nicht mal die Original-Scans vorzeigen, um das Korn zu sehen. Der Kentmere mag Adonal offenbar überhaupt nicht leiden! So grobes Korn erwarte ich bei einem 400er Film, nicht bei einem 100er. Zudem ist er etwas kontrastarm bis milchig, aber das kann auch am Fixierer liegen, der war jetzt schon ein bisschen durch. (Habe den mittlerweile glaube ich etwas zu oft benutzt, hatte ja nur 300ml angesetzt, für meine Tests. Jetzt beim dritten Mal hätte ich ihn wohl eher 4 oder gar 5 Minuten wirken lassen sollen.)


Schon extrem. Hier zum Vergleich ein Bild aus dem Sommer, mit der OM-2 aufgenommen und vom Labor entwickeln lassen. (Ich habe dieses Ausgewählt, weil ich hier das gleiche Objektiv verwendet habe, das Zuiko 50mm f1.8.) Gut, da war es auch sehr viel klareres Wetter, viel weniger Streulicht, aber das kann nur den Kontrast erklären, nicht das sehr viel weichere Korn. Ich mein, das grobe Korn da oben ist ja vielleicht künstlerisch wertvoll, aber mit so viel hatte ich echt nicht gerechnet. Aber Adonal/Rodinal ist ja offenbar bekannt dafür, kräftig zu kornen.


Fazit: Ich habe mal anderen Entwickler bestellt. Und zwar habe ich einmal den Standard D76 von Kodak gekauft. Und außerdem eine Tüte Microphen von Ilford, den ich auch als erstes testen werde, denn ich habe ja noch immer den Delta 3200 rumliegen; der ist mittlerweile dann doch mal voll geworden und wartet jetzt auf seine Entwicklung. Bin gespannt, wann das Paket kommt, damit ich das testen kann.

Schwarz-weiß und analog, Teil 168: Restfotos aus der defekten Kamera

Film: Fompan 100 #36, Kamera: Porst CR-5 computer (defekt), Objektiv: Porst Color Reflex 1:1.6/50mm, Juni 2022

Wie gesagt, zwischendurch wurde es mit den verlorengegangenen Bildern ganz schlimm. Deswegen lohnte sich die thematische Sortierung jetzt irgendwie mehr als eine nach Aufnahmezeit ausgerichtete.

Diese Stahlseilverspannungen, die die Telefon-Masten aufrecht halten, ziehen mich ja immer magisch an, ich weiß auch nicht wieso. (1/1000s, f/4.) Dieses hier habe ich bestimmt auch nicht zu ersten Mal fotografiert, aber dafür ist es dieses mal sehr schön von einer einigermaßen tief stehenden Sonne angeleuchtet worden. Hebt sich jedenfalls gut gegen den Hintergrund ab. Interessantes Bild.

Als ich dann in der Stadt angekommen bin, habe ich mal das alte Schild fotografiert, dass sich gerade voll in der Morgensonne befand. (1/250s, 1/8.) Genauso retro, wie die Kamera, die ich verwendet habe. Aber ich fürchte, in funktionstüchtigerem Zustand. ;-) Gut, bei einer Leuchtreklame auch nicht so kompliziert, da muss man höchstens mal hin und wieder die Lampe tauschen. Schön finde ich aber auch die anderen beiden Schilder im Hintergrund: Bushaltestelle und Wahlplakat sind bei f/8 noch sehr scharf. So man denn den Herrn Wüst scharf findet, das überlasse ich dem geneigten Leser, das auszuknobeln! :-D


Beim Möbelhaus war gerade eine Ausstellung von Gartenmöbeln draußen auf dem Parkplatz und da habe ich dann auch zugeschlagen. (1/500s, f/4.) Sehr einladend, der Stuhl. Überhaupt finde ich auch dieses Bild ganz gut gelungen. Vor allem das Blumenbeetbett im Hintergrund... Witzig.

An dem Zaunpfosten mit dem Stacheldraht dran konnte ich natürlich mal wieder nicht vorbei gehen. (1/500s, f/8.) Kann es sein, dass da doch ein kleines Lichtleck in der Rückwand ist, das man nur bei einem ganz bestimmten Lichteinfall sehen kann, oder was ist das da rechts am Rand? Ist jedenfalls an einer ähnlichen Stelle wie bei Foto #19, nur nicht ganz so ausgeprägt. Das Bild selber finde ich extrem gut gelungen. Ich liebe diese technisch-martialische Kombination aus Stacheldraht und Stahl ja sehr. Besonders bei weit geschlossener Blende. Und ich hätte mal die Fussel wegretouchieren sollen. Warum habe ich eigentlich in Foma-Filmen immer besonders viele Fusseln drin?

Die weiße Hand Sarumans habe ich dann auch noch gesehen! (1/60s, f/f.) Da fragt man sich, ob hinter dem Laternenmast ein kleiner Ork sitzt und nur drauf wartet, um einem in den Rücken zu fallen! ;-) Ansonsten ist das Bild leider einigermaßen langweilig. Oder stressig. Wie man es sieht. Das Gras rechts passt jedenfalls nicht so gut zu der weißen Betonmauer links. Witzige Idee, aber leider keine Zigarre.


Der Licht-/Schattenwurf auf dem Reifen unter dem gelochten Metall hingegen ist richtig gut geworden! (1/250s, f/4.) Einfach nur ein faszinierendes Foto, das man ruhig mal ein bisschen auf sich wirken lassen kann.

Genauso geht es mir mit diesem Fenster. (1/250s, f/1,6.) Wieder bin ich fasziniert von der erreichbaren Schärfe bei Offenblende, da macht es kaum einen Unterschied, ob ich abblende oder nicht. Und die Licht-/Schatten-Wirkung ist auch ganz gut geworden. Das Fenster selber ist leider etwas sehr dunkel, ich hatte gehofft, dass mehr Reflexionen der umgebenen Bäume und Blätter zu sehen wären. Da ist der Foma aber im unteren Bereich wieder nicht empfindlich genug. Aber insgesamt ein gelungenes Bild.


Und ganz am Ende noch ein Bild der Schmalspurbahn im Pleistal, die da in ihrem Käfig gefangen ist und an bessere Zeiten zurückdenkt. (1/125s, f/1.6.) Sehr interessantes Bild mit faszinierender Hintergrundunschärfe. Offenblende mit diesem Objektiv hat was. Mehr brauche ich glaube ich nicht zu sagen, es ist ja bekannt, dass ich ein Bokeh-Fanatiker bin. ;-)

Was uns zum endgültigen Fazit bringt: Ich finde es extrem schade, dass die Kamera leider nicht mehr so läuft, wie sie es sollte. Gerade die schnellen Zeiten fehlen doch sehr, um die unglaubliche Schärfe bei offenen Blenden, die dieses Objektiv bietet, ausnutzen zu können. Muss wirklich ernsthaft über eine Reparatur nachdenken. Wenn es wirklich nur die Kondensatiren sind, die kann ich ja vielleicht selber tauschen, wenn ich was passendes finde. Wenn es aber doch was Mechanisches ist... Ich frage mich, wie viele tolle Shots auf diesem Film nichts geworden sind, weil die Technik mich im Stich gelassen hat.

Schwarz-weiß und analog, Teil 167: Mit defekter Kamera durch Hennef und Umgebung

Film: Fompan 100 #36, Kamera: Porst CR-5 computer (defekt), Objektiv: Porst Color Reflex 1:1.6/50mm, Mai 2022

Heute also Restesuppe. Also, als Vorspeise, denn nach einigem hin und her Überlegen es wird noch einen Eintrag mit Bildern von diesem Film geben, der ist dann (zeitlich) wirklich ganz durcheinander. Aber zumindest passen die Motive so in diesem und in jenem relativ gut zusammen.

Als erstes haben wir hier ein Bild des Feuerlöschers, der mittlerweile überwuchert wird. (1/60s, f/4.) Hier in der Ecke ist es ziemlich dunkel und ich habe ein recht langsame Zeit verwenden können/müssen. Bei f/4 ist auf diese Entfernung natürlich nicht alles scharf, aber die Blüten unter dem Schlauch sind doch schon sehr gut geworden, finde ich. Der Griff / das Ventil könnte besser sein. Trotzdem ein sehr interessantes Bild.


Mr. Creepy Eyes ist leider wieder auf einem Bild gelandet, bei dem der Verschluss schon wieder nicht so richtig wollte. (1/250s, f/4.) Das sind keine 1/250s gewesen! Dementsprechend musste ich hier sehr an der Helligkeit drehen, um überhaupt noch etwas sichtbar zu machen. Was das da links für ein Lichtblitz ist, kann ich leider nicht identifizieren, ist das vielleicht der Moment, in dem der Verschluss endgültig ausgesetzt hat? Ab hier wird es nämlich ganz schlimm...

Da ich das letzte Bild aus Formatgründen vorgezogen habe, kommen aber vorerst noch welche, die besser aussehen: Zum Beispiel mal wieder Jesus am Kreuz, der ja eigentlich auf keinem meiner Filme fehlt. (1/1000s, f/2.) Ist halt eine sehr katholische Gegend hier. Vor dem verknöcherten Baum scheint er schon sehr gut in die natürliche Umgebung eingearbeitet. Dabei steht der doch tatsächlich in Söven direkt an der Straße. Ansonsten: Wäre es besser, hätte ich ihn ganz in die Mitte genommen? Oder noch mehr zu Rand geschoben. Ein bisschen stört mich seine Position, ich kann es aber irgendwie gar nicht erklären, wieso. Oder ist es nur die Tatsache, dass ich die Kamera mal wieder nicht gerade halten konnte?


Apropos Söven: Da war ja noch der Karnevalszug, der auf den Frühling verschoben worden war, ich weiß gar nicht mehr, warum, ob es jetzt Corona war oder was anderen, aber die Bierflaschen standen schon auf den Zaunpfählen, um besser sehen zu können, sturzbetrunken konnten sie sich kaum gerade halten! ;-) (1/250s, f/8.) Witziges Bild, leider sind die Schafe im Hintergrund weniger scharf geworden, als ich es gehofft hatte. Trotzdem: Irgendwie gelungen in seinen Imperfektion. ;-)

Bei einem Besuch am Hanfbach habe ich denn mal wieder den umgestürzten Baum vor die Linse bekommen. (1/250s, f/4.) Was habe ich gewerkelt, bis ich das Loch so im Bild hatte, dass man quer durch den Stamm hindurch schauen kann, Und dann wirkt das Bild nicht mal so, wie ich es mir eigentlich gewünscht hatte. Da merkt man mal wieder: Viel Planung und Aufwand bringen manchmal nichts, wohingegen die Schnappschüsse manchmal echtes Gold sind! Jetzt ist das Bild nicht wirklich schlecht, aber halt auch kein Gold! ;-)

Wo ich dann aber schon mal am Bach war, habe ich einfach mal eine extrem lange Belichtung gemacht, um die rauschenden Wassermassen (höhö) richtig in Szene zu setzen. (1/8s, f/11.) Wie ich das ohne Stativ geschafft habe, ist mir mal wieder ein Rätsel. 1/8s aus der Hand nicht zu verwackeln, gelingt mir eigentlich nur selten. Immerhin konnte ich die Kamera hier auf einen der umgefallenen Baumstämme ablegen, aber auslösen musste ich ja trotzdem irgendwie, und dabei verwackle ich ja am meisten. Wäre eigentlich mal die perfekte Stelle gewesen, den Selbstauslöser zu testen! Aber geht ja auch so. Tolles Wasser, jedenfalls, insgesamt etwas über.


Und zu guter Letzt noch ein schwarzes Pferd vor einem umgestürzten Jagdhochstand. (1/125s, f/4.) Wo wir eben von Planung vs. Schnappschuss gesprochen haben: Man muss dann auch richtig scharf stellen, wenn man schon Schnappschüsse macht! ;-) Ich mein, das Pferd ist jetzt nicht übermäßig unscharf, aber schon merklich. Mein Fehler.

Nächstes Mal: Reste von Resten, dieses Mal mit mehr städtischen Motiven.

Agfa Synchro Box

Im Frühjahr hat Cs Frau D den Keller bei den Großeltern ausgeräumt, wobei zwei uralte Kameras aufgetaucht sind, unter Anderem eine Agfa Synchro Box, Baujahr irgendwann zwischen 1949 und '52. So behauptet zumindest das Internet. Und die hat sie mir am Wochenende mitgebracht, weil ich ja alles zum Fotografieren verwende, was eine Linse hat und nicht bei drei auf den Bäumen ist! ;-)

Nur, ob man das eigentlich als Kamera bezeichnen kann, weiß ich nicht so wirklich! :-D Ich mein, schaut euch das gute Stück mal an:


Faszinierend, was? In der braun belederten Pappkiste - an der leider der Deckel abgerissen ist, weil die Pappe in den letzten 70 Jahren etwas steif geworden ist - findet man einen schwarzen Klotz mit vorne drei Linsen. Fragt man sich schon mal: Warum drei? Das in der Mitte ist das eigentliche Objektiv, wenn man das denn so bezeichnen mag: Es besteht aus einer einzigen Linse und schafft auf diese Art ungefähr f/11. Kein Fokus, aber bei der Blendenzahl ist eh alles scharf, was ein paar Meter vor der Linse steht. (Die Anleitung sagt "ab drei Meter", aber das ist meinen Berechnungen nach doch ein bisschen geschönt. Schließlich macht das Ding 6x9 Negative und hat eine Brennweite von ca. 105mm, wenn man das in die einschlägigen Apps eingibt und annimmt, dass man bis Unendlich scharf haben will, liegt die untere Grenze bei etwa 7½ Metern. Dann wiederum hat man damals wahrscheinlich Kontaktabzüge in der gleichen Größe der Negative gemacht und nicht an riesigen 4k-Monitoren jedes einzelne Pixel angeguckt, was diese Berechnung wieder etwas relativiert.)

Die beiden anderen Linsen gehören zu den beiden Suchern. Denn man kann sowohl "von oben" in einen Sucher hinein schauen als auch von der rechten Seite, je nachdem wie man die Kamera dreht, also entweder im Quer- oder im Hochformat fotografiert. Diese Sucher sind nur auf den ersten Blick genau so primitiv wie das eigentliche Objektiv, denn sie bestehen immerhin aus zwei Linsen und einem Metallspiegel, der das Licht entsprechend ablenkt. Wie man aber auf den nächsten beiden Bildern sehen kann, ist die Bildqualität eher so naja. Immerhin hat man überhaupt einen optischen Sucher: Viele Schnappschuss-Kameras hatten damals nur einen Rahmen, durch den man ungefähr zielen konnte. Nicht, dass das Konstrukt, das wir hier sehen, viel genauer wäre.


Was noch? Die Belichtungszeit - ja, genau, die eine einzige Belichtungszeit - beträgt je nachdem, wen man im Internet fragt, irgendwo zwischen 1/60s und 1/30s. Also sehr, sehr langsam! Die Anleitung sagt, man sollte 21° DIN (entspricht ISO/ASA 1001) Filme verwenden - 120 Rollen, übrigens, das hatte ich noch nicht explizit erwähnt, auch wenn sich das aus dem Negativformat ja eigentlich ergeben sollte -, um Fotos bei Tageslicht - zwischen 3 Stunden nach Sonnenauf- und 3 Stunden vor -untergang -, woraus sich schließen lässt, dass das ungefähr hin kommt. Ich würde, einfach vom Gehör her, auch auf maximal 1/50s tippen. Eher weniger. Die Kiste also bei dieser Brennweite lang genug still zu halten, dürfte schon etwas schwieriger sein. Vielleicht sollte ich ein Stativ verwenden, wenn ich sie teste. Was ich definitiv vor habe.

Über den kleinen Schieber an der rechten Seite (mittig) kann man dann aber immerhin noch eine Blende einschieben, dann hat die Kamera f/16. Für Szenen mit ganz viel Licht und wenn man noch ein Stückchen näher ran gehen will - der Minimalabstand ist dann laut Anleitung 2 Meter, die App sagt dann ungefähr 6. Zieht man diesen Schieber ganz raus, bekommt man sogar noch ein Gelbfilter. Das sorgt effektiv natürlich auch für ungefähr eine Blende weniger Licht. Wenn man auslöst, rotiert eine Scheibe mit Loch hinter dem Schutzglas vorbei und sorgt dafür, dass Licht in die Kamera und auf den Film fällt.

Ansonsten ist man drauf angewiesen, dass der verwendete Film genug Spielraum für Über- und Unterbelichtung bietet. Selbst der billige Foma sollte zwei Stufen nach oben und nach unten Spielraum haben. Da sollte tatsächlich für Tageslichtaufnahmen bei schönem Wetter ein ISO 100er reichen. Bei dem Wetter, das wir heute haben, wäre wahrscheinlich ein 200er oder gar 400er nicht falsch. Sowas Empfindliches gab es damals eher nicht. Die Anleitung spricht zwischendurch sogar von 18° DIN, also ISO 50. Finde ich persönlich dann schon etwas gewagt. Aber wer weiß, wie empfindlich die Filme damals tatsächlich waren.

Apropos Film: Irgendwie muss man den auch in das Teil bekommen. Dafür muss man hinten aufs Gehäuse drücken und dann die Rückklappe öffnen, nachdem man den Vorspulknopf aus dem Gehäuse heraus gezogen hat, der nämlich mit der Aufnahmespule koppelt. Danach kann man das Innenleben aus dem Gehäuse nehmen. Das ist der eigentlich spannende Teil, es steckt sogar noch eine Holzspule auf dem unteren Halter. Der letzte Film wurde also wohl so in den 1960ern damit verschossen. (Das schließe ich auch daraus, dass die andere Kamera, die ich nicht mitgenommen habe, weil der Verschluss leider defekt war, ungefähr so aus der Mitte der '60er stammte.) Später waren Spulen jedenfalls aus Plastik.


Um den Film zu laden, muss man die leere Spule oben und den neuen Film unten einsetzen. Dann einmal hintenrum um das ganze Dingsbums herum ziehen und einfädeln und manuell bis zum ---> Start <--- vordrehen. Danach setzt man alles wieder in das Gehäuse ein, schließt es wieder und dreht bis zur 1 im kleinen Fenster unten links vor. Dann hat man wahnsinnige 9 Aufnahmen. Das ist jetzt wirklich nicht viel, aber so war das damals! ;-)

Wenn demnächst noch mal gutes Wetter sein sollte, nehme ich sie wohl mal mit zu einem meiner üblichen Jagdgründe. Blankenberg oder so, das bietet sich glaube ich an. Da kann ich viele Bilder von Landschaft und Gebäuden bei gebührendem Abstand machen. Zu viel mehr eignet sich das Ding ja auch nicht. :-D Müsste dann noch schauen, wie ich den fertigen Film entwickle, denn ich habe nur 300ml Fixierer angerührt und nur Material für weitere 300, ich will keinen alten und neuen Fixer mischen. Für einen 120er Film brauche ich aber wahrscheinlich etwas mehr, der ist ja nun doch ein ganzes Stück breiter und ragt sonst oben aus der Suppe raus. Naja, muss ich mal abmessen, wie viel ich mindestens brauche. Vielleicht gehts im Jobo-Tank besser, der ist kleiner, aber ich bezweifle, dass ich mit 300mm auskomme. Ansonsten, im Notfall, geht der halt in die Labor-Entwicklung...

Bis es so weit ist, muss ich aber noch testen, ob die Kamera tatsächlich lichtdicht ist. Die hat nämlich einige Beulen. Ist wohl viel benutzt worden. Hinten im Deckel ist eine Kordel als Dichtung eingeklebt, von der ich nicht weiß, ob sie nach all der Zeit noch flexibel genug ist. Ansonsten sehe ich zwar bisher keine größeren Probleme, aber man weiß ja nie.

Fazit: Spannende Technik. Also, eigentlich genau das Gegenteil von Technik, das Ding ist so simpel und bare metal, dass ich mich frage, ob da überhaupt Fotos raus kommen! :-D

1 Zumindest ungefähr. Damals war das alles noch nicht so durchgeeicht und überbürokratisiert wie heute. ISO/ASA wurde auch erst irgendwann Mitte der 1960er so richtig modern.