Skip to content

Schwarz-weiß und analog, Teil 70: Rösrath

Film: Fomapan 100 #14, Kamera: Nikon F601, Dezember 2020

Navigation: 68, 69, 70

Es regnet und regnet und regnet, also gibt es direkt mal zwei s/w-Artikel nacheinander. Heute geht es nach Rösrath, weil: Da ist es auch schön und wir waren ewig nicht da. Also, damals, Anfang Dezember.

Am Anfang war das Tor zum Schloss Eulenbroich. (Sigma High-Speed Wide 28mm, 1/125s, f/4.) Ganz hübsches Bild. Nicht das Beste, was ich je produziert habe, aber trotzdem ganz gut. Mit dem Weitwinkel habe ich schon länger keine s/w-Fotos gemacht.

Auf der Brücke zum Tor befinden sich auf beiden Seiten je ein alter Mörser. (Sigma High-Speed Wide 28mm, 1/60s, f/4.) Auch hier macht sich das Weitwinkel ganz gut. Hatte ich das 20mm nicht dabei? Das wäre bestimmt auch nicht falsch gewesen, und dann noch ein ganzes Stück näher ran. Vielleicht hätte ich das Hauptmotiv noch ein kleines Bisschen weiter nach rechts rücken sollen. Aber ansonsten: OK.


Von der Rückseit ist das Schlossgebäude leider sehr zugewachsen, aber im einsetzenden Winter hatte ich einigermaßen Glück, es waren kaum Blätter dran. (Nikon Lens Series E 50mm, 1/500s, f/5,6.) Bei der realtiv großen Blendenzahl sind die Äste allerdings auch relativ scharf geworden, sodass sie dann doch wieder einigermaßen störend sind. Die Äste oben rum sind ja ganz OK aber das rettet das Bild jetzt auch nicht wirklich. Also eher so mittelmäßig.

Baum und Brücke auf der anderen Seite sind als nächstes dran - auch wenn ich das Foto eigentlich als allererstes gemacht habe. (Nikon Lens Series E 50mm, 1/500s, f/4.) Aber die paar Hochkanten, die ich gemacht habe, sollten vielleicht zusammen bleiben. Cooler Baum, die Brücke ist leider etwas klein im Hintergrund, aber dafür spiegelt der Teich ganz schön. Eines der Besseren bei diesem Outing.


Bäume und Schatten bestimmen auch das nächste Foto. (Nikon Lens Series E 50mm, 1/1000s, f/2,8.) Die standen da so am Waldweg rum und ich konnte mich mal wieder nicht zurückhalten. Viel Kontrast. Gefällt mir.

Den Flaschenzug haben wir dann oben auf dem Berg im Dorf gefunden, von dem ich den Namen vergessen habe. ;-) (Nikkor AI 200mm, 1/500s, f/5,6.) Schön scharf, viel Kontrast, trotzdem noch Wokenstrukturen im Himmel und Holz im Schatten. Die Belichtung ist also genau richtig. Motiv in der Mitte, Dach bei ca. ⅓. Bestes Bild, glaube ich.


Auf der anderen Seite des Berges, unten im Tal, habe ich dann dieses Komplett-Bild der Kupfersiefener Mühle in (fast) vollem Sonnenlicht erwischen können. (Sigma High-Speed Wide 28mm, 1/250s, f/4.) Wieder eine gute Gelegenheit für das Weitwinkel. Hätte aber eine Blende heller belichten können, glaube ich, es ist etwas dunkel und kontrastarm geworden. Andererseits habe ich so noch etwas Himmelsstruktur mit einfangen können. Hm, was ist jetzt besser? Ich weiß es nicht.

Und zu guter Letzt noch ein Foto von der Brücke über die Agger. (Nikon Lens Series E 50mm, 1/250s, f/5,6.) Schön scharf, schon kontrastreich, nettes Bild, technisch gesehen, aber ich hatte auf mehr gehofft. Etwas langweilig, oder? Hm. Hätte mich vielleicht was weiter bücken müssen.

Als Bonus-Foto gibt es noch eins von vor der Haustür, von dem ich absolut gar keine Daten aufgeschrieben habe. Ich weiß nur noch, dass ich auch dieses mit dem Series E 50mm gemacht habe. Es war auf jeden Fall dunkel vor der Türe, deswegen - und weil die vordere Ecke von den Backsteinen schon komplett unscharf ist -, tippe ich mal auf Offenblende. Ansonsten: Albernes Bild am Ende des Films, das ich nur gemacht habe, damit ich den Film zum Entwickeln einwerfen konnte. ;-)


So, das war dann schon wieder ein Film, den ich erfolgreich verarbeitet habe. Nächstes Mal gibt es verkratzte Negative aus der Revue 4. Bis dahin! ;-)

Schwarz-weiß und analog, Teil 69: Frostiger Morgen mit Schafen

Film: Fomapan 100 #14, Kamera: Nikon F601, November 2020

Navigation: 68, 69, 70

Während der November langsam zu Ende ging und es zum ersten Mal so richtig kalt wurde, hatte ich noch immer einen s/w-Film in der F601. Gleichzeitig blieb es weiterhin sehr sonnig, die beste Voraussetzung für gute Fotos mit einem ISO-100-Film. Besonders, wenn man morgens bereits kurz nach Sonnenaufgang vor die Tür geht, um Bilder zu schießen, ist ein klarer Himmel hilfreich. Dann ist die morgendliche goldene Stunde besonders ergiebig und die Schatten machen viel Kontrast.

An diesem Morgen des 30. November 2020 hatte es nachts kräftig gefroren, wie man am Rückspiegel meines Honda erkennen kann. (f/4, 1/60s, Nikon Lens Series E 50mm) Die zwei Blendenstufen abblenden lassen die Eisblumen richtig schön scharf erscheinen, während im Hintergrund hübsche Sechsecke auftauchen. Wie man außerdem sieht, bräuchte mein antikes Auto wirklich mal neue Fenster-Dichtungen. ;-) Ansonsten ein ganz hübsches Spiel mit Licht und Reflexionen.

Den Hunde-Entwässerungs-Feldweg hoch hing der Reif in den Bäumen und im Gras. (f/4, 1/1000s, Nikon Series E 50mm) Schönes Bild, mit dem Weg, der zum Fluchtpunkt führt, den Ästen oben, den Baumstämmen links und den klaren Himmel im Hintergrund. Gefällt mir sehr gut, diese Herbststimmung, die besonders in s/w sehr gut raus kommt. Ich sollte mehr hochkant-Fotos schießen.


Das nächste Bild zeigt mal wieder eine Brombeerranke, die sich sehr scharf gegen den verschwommenen Hintergrund abhebt. (f/2,8, 1/2000s, Nikon Series E 50mm.) Besonders schön finde ich die Andeutung von Bäumen und Feldern am Horizont. Vielleicht wäre f/4 oder gar f/5,6 noch besser gewesen, um diese Hintergrundobjekte noch ein ganz kleines bisschen schärfer raus zu holen, aber dann wäre der Schärfe-Kontrast zum Vordergrund nicht mehr so stark und das Licht alleine reicht hier bei einem s/w-Foto glaube ich nicht alleine. Insgesamt denke ich also, viel besser wäre es nicht gegangen.

Während ich den Hausberg weiter hinauf gekraxelt bin, kamen unten im Tal die Pferde auf die gefrorene Weide und warfen extrem lange Schatten, sodass ich schnell aufs Tele gewechselt habe. (f/4, 1/250s, Nikkor AI 200mm.) Ich bin immer wieder über die Schärfe und den Kontrastreichtum bei Offenblende erstaunt, den dieses Objektiv aus den späten 1970ern hinlegt. Außerdem ist ein s/w-Film zusätzlich noch sehr zuträglich, da man hier die chromatischen Aberrationen nicht so sehen kann, die dieses Objektiv nun mal doch mit bringt, trotz einer relativ hochwertigen Vergütung. Tolles Foto jedenfalls, auch wenn die Pferde-Schatten noch ein bisschen kräftiger hätten sein können. Hell genug für 1/500s bei gleicher Blende wäre es schon gewesen, vielleicht hätte das noch mehr Stimmung rein gebracht. Weiter Abblenden würde ich hier nicht, weil sonst der Ast im Vordergrund störend scharf werden würde.

In den Radspuren auf dem Feldweg waren über Nacht außerdem die Pfützen zugefroren. (f/5,6, 1/250s, Nikon Series E 50mm.) Auch wenn dieses Bild total schief und scheel ist, es hat doch trotzdem irgendwas. Das Eis, die Kristalle auf den Grashalmen, die unscharfen Bäumchen im Hintergrund. Und seltsamer Weise auch die Schiefe. Alles zusammen ergibt ein recht stimmiges Bild davon, wie ich bäuchlings im Frost gelegen habe, um diese Perspektive zu erhalten. ;-)


Direkt gegen das Licht habe ich dann die mit Reif überzogenen Brennnesseln fotografiert. (f/4, 1/2000s, Nikon Series E 50mm.) Trotz der tief stehenden Sonne habe ich relativ wenig Flare im Bild und der Kontrast ist ausreichend hoch. Auch unter schwierigen Bedingungen macht das E-Objektiv gute Fotos. Dass der Horizont mal wieder etwas schief ist, macht nicht viel, denn der Berg ist schließlich von sich aus auch nicht ganz gerade. Licht und Schatten spielen jedenfalls schön stimmig miteinander und glitzernde Kristallränder an den einzelnen Blättern sehen fast so aus wie Salzkrusten oder Zucker. Auch ein hervorragendes Bild. Sollte öfter um diese Tageszeit raus gehen. Wenn es doch bloß nicht so schweinekalt wäre und einem die Finger am Auslöser fest frieren würden. Ein Wunder, dass die alte Batterie unter den Bedingungen noch genug Strom liefert.

Auf halbem Weg nach Söven gab es dann Schafe zu sehen, die ich mit dem Tele schön nah ran geholt habe. (f/5,6, 1/500s, Nikkor 200mm.) Hätten ja schon mal den Kopf heben können, was? ;-) Dafür sind sie aber verdammt scha(r)f und kontrastreich mit der tief stehenden Sonne. Insgesamt auch ein sehr stimmiges Bild mit toller Herbststimmung. Der leichte Schattenwurf im Hintergrund gefällt mir besonders und das Gras im Vordergrund gibt ebenfalls etwas Tiefe her, selbst wenn es die Schafe etwas verdeckt.

Diese vielen wolligen Motive konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, deshalb habe ich gleich noch ein Bild mit dem Tele gemacht. (Ebenfalls f/5,6, 1/500s, Nikkor AI 200mm.) Dieses ist fast noch besser. Schafe sind einfach coole Motive, auch wenn sie nicht gucken mögen. ;-) Wenn ich noch etwas Geduld (und einen weiteren Film dabei) gehabt hätte, hätte ich sicherlich auch ein oder zwei Bilder mit Schafsgesicht bekommen! Toll jedenfalls auch hier die Schärfe im mittleren Bereich, während Vorder- und Hintergrund verlaufen, aber nicht zu unscharf werden. f/5,6 war glaube ich genau die richtige Wahl. Ich glaube, das ist bei diesem Objektiv und auf diese Entfernung sowieso der Sweet Spot.

Wie es aussieht, wenn zumindest einige der Schafe dann doch mal hoch und in die Kamera schauen, sieht man dann auf dem dritten Bild dieser Serie, bei dem ich schnell auf das Portrait-Tele gewechselt hatte. (f/2,8, 1/1000s, Nikkor AF 85mm.) Wie man sieht, habe ich hier in die andere Richtung - vom Licht weg - fotografiert, sodass die Schafe vollständig von der tiefen Sonne ausgeleuchtet sind und im Hintergrund jenseits des Horizonts sogar noch ein paar Wolkenstrukturen zu erahnen sind. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Bildern vielleicht sogar etwas zu hell; vielleicht doch f/4 bei gleiche Zeit? Aber wie scharf wäre dann der Hintergrund? Ich liebe ja mein unscharfes Bokeh... ;-)



Eine Weide weiter standen dann die Jungbullen herum und haben unterm Reif nach Gras gesucht. (f/4, 1/500s, Nikon Series E 50mm.) Dass das Bild sooo schief aussieht, liegt nicht nur daran, dass ich mal wieder nicht in der Lage bin, die Kamera gerade zu halten, sondern auch daran, dass das Tier selber schon so seltsam schräg gestanden hat. Nebenbei habe ich den Fokus nicht 100%ig richtig getroffen, also ist es nicht mal richtig scharf. Passiert mir auch, wie man sieht, wenn es schnell gehen muss. Für manuelle Objektive muss man sich halt doch mal etwas mehr Zeit nehmen. Egal, vorenthalten wollte ich es deshalb nicht.

Der zweite Jungbulle ist dafür schon etwas schärfer. (f/4, 1/1000s, Nikkor AI 200mm.) Schönes Foto, gut belichtet, hübscher, leicht unterdrückter Hintergrund. Gefällt mir sehr. (Und wieder habe ich über die guten Bilder am wenigsten zu schreiben. ;-))

Auf dem Heimweg hingen dann noch die Früchte vom Schneeballbusch in der Sonne. Die habe ich dann auch mal meiner Fotosammlung hinzugefügt. (f/4, 1/250s, Nikon Series E 50mm.) Wieder hübsche Sechsecke im Bokeh, das leider etwas unruhiger ist, als ich es gerne hätte: Die vielen, seitlich angestrahlten Äste im Hintergrund sind doch etwas unruhig. Vielleicht hätte ich doch auf f/2 runter gehen sollen, aber dann hätte ich die Früchte wieder aus der Schärfeebene heraus gewackelt, ich kenn mich doch. Ich brauch echt mal ein leichtes Stativ, dass ich mit mir rum schleppen kann!


Auf einem der Zaunpfähle wuchs ein kleines Pflänzchen, das ebenfalls mit Reif überzogen war. (f/4, 1/125s, Nikon Series E 50mm.) Sehr scharf, besonders dieser eine Spinnenwebenfaden, der sich durch das halbe Bild zieht. Auch hier hübsche Sechsecke zwischen den Tannen am Hang im Hintergrund. Hübsches Bild.

Kurz vor der Heimat dann noch am frisch geschmückten Weihnachtsbaum vorbei gekommen. (Keine Daten aufgeschrieben - sieht aber nach Offenblende aus, da keine Sechsecke sondern runde Blendenabbilder. Nikon Series E 50mm.) Ein ganz nettes Bild, aber auch nichts übertrieben Tolles. Da hatten wir am heutigen Tag deutlich bessere, kontrastreichere Fotos. Ganz witzig sind die verschmierten Tannennadeln.

Nächstes Mal, die letzten Bilder von diesem Film: Ein Abstecher nach Rösrath.

Schwarz-weiß und analog, Teil 68: Wahner Heide, F601

Film: Fomapan 100 #14, Kamera: Nikon F601, November 2020

Navigation: 68, 69, 70

Lange keine schwarz-weiß-Bilder mehr vorgestellt, deswegen wird es langsam mal wieder Zeit! Besonders doof ist, dass diese Bilder, die ich heute hier ausstellen werde, am gleichen Tag am gleichen Ort zur selben Zeit und so weiter entstanden sind wie die letzten, nur mit der Nikon F601, und somit eigentlich einen direkten Vergleich ermöglichen zwischen billiger Knipse und Kamera mit (ehemals) teuren Objektiven!

Deshalb ein paar allgemeine Beobachtungen vorweg: Die Bilder, die durch die Nikon-Objektive gemacht wurden, sehen durchweg weniger "glowy" aus. Ich nehme an, die Vergütung des Glases ist einfach viel besser. Von der Schärfe her sind einige von den Knipsen-Bildern tatsächlich schärfer, wohl weil - wenn ich schon die Möglichkeit habe, das zu beeinflussen - eher zu kleineren Blendenzahlen und viel Hintergrundunschärfe tendiere, während die Minolta bei dem vielen Licht wahrscheinlich meist so um f/8 herum fotografieren wird, schätze ich mal. Außerdem kann ich so auch mal wieder zu allen Bildern heute Daten angeben, wie ich sie gemacht habe. Das hat mir bei den letzten Einträgen echt gefehlt, auch wenn es die meisten Leute wahrscheinlich nicht die Bohne interessiert! ;-)

Jetzt aber zu den Fotos: Es war herbstlich-nebelig, da machen sich blattlose Äste im wolkigen Himmel immer gut. (Nikkor AF 20mm, f/4, 1/125s.) Schon ein witziges Foto, gefällt mir, auch wenn eigentlich nichts darauf zu sehen ist außer eines organisch-abstrakten Gemüses. ;-) Gut, ganz so blattlos war das Bäumchen wohl doch nicht, wenn ich genau hin gucke. Aber trotzdem: Herbststimmung pur.

Auch das zweite Bild mit einem anderen Baum bringt genau diese einsame Stimmung der Heide gut rüber. (Nikkor AF 20mm, f4, 1/250s.) Was ich hier besonders interessant finde, auch wenn es vielleicht etwas technisch ist: Wenn man das Objektiv nur um eine Blende abblendet, geht schon direkt einiges an Abschattungen in den Ecken weg. ich mein, da ist noch immer genug übrig, dass es mir gefällt. Ich steh da ja drauf. It's not a bug, it's a feature, ist meine Meinung zu dem Thema. ;-)



Das dritte Bild ist etwas experimenteller: Durch die Vordergrundblätter hindurch einen weiteren Baum und den Weg durch die Heide am unteren Bildrand. (Nikon Lens Series E 50mm, f/4, 1/60s.) Der Baum könnte mehr Kontrast gebrauchen, die Vordergrund-Blätter etwas schärfer sein. Letzteres wäre mit Abblenden und einem Stativ möglich gewesen, ersteres mit dem Fomapan-Film nicht ganz so einfach, vielleicht mit einer Blendenstufe Überbelichtung, was das Statuv noch nötiger gemacht hätte. So ist es halt, wie es ist; man muss mit dem Licht arbeiten, das man zur Verfügung hat. Oder alternativ einen batteriegetriebenen Flutlichtscheinwerfer mit in den Wald schleppen! ;-)

Der Farn auf dem vierten Bild hingegen ist ziemlich krass geworden: Eines der besseren Bilder auf diesem Film! (Nikkor Lens Series E 50mm, f/4, 1/60s.) Schön scharf im Vordergrund, schön unscharf im Hintergrund. Da wäre durchaus auch noch f/5,6 drin gewesen, dann wäre es noch besser, glaube ich; dann wäre der Farn noch schärfer und der Hintergrund hätte vielleicht schon Sechsecke in den Laublücken. Trotzdem: Sehr schöne November-Stimmung!

Es folgen ein Fotos vom Mast auf dem Telegrafenberg, die natürlich alle hochkant sind. Ich mein, der Mast ist schließlich auch hochkant. ;-) Alle drei Bilder sind mit dem Nikon Series E 50mm gemacht. Das erste mit f/4 und 1/250s. Deshalb nehme ich an, die anderen drei sind bei ähnlichen Lichtverhältnissen und Blenden fotografiert, aber ich kann es mal wieder nicht sagen, weil ich für beide keine Werte aufgeschrieben habe. (Es sind solche Bilder, bei denen ich mich dann nachher immer freu, wenn ich sie zwischen den anderen finde; hatte mich vorher nämlich schon gewundert, warum ich dieses Mal nur 35 Bilder auf den Film bekommen hatte, wo es doch sonst meist 38 sind.) ;-)


Alle drei finde ich sehr gut gelungen. Wieder sehr schöne Herbststimmung im Silhouetten-Stil. Der große Vorteil im November bei dem bedeckten Nebelwetter war ja, dass keine Sau unterwegs war und ich so in Ruhe Fotos schießen konnte, ohne dass mir ständig irgendein Coronierter vor die Linse gelatscht kam. Das macht das auch sehr viel einfacher, sich zu konzentrieren. Als wir letztens im März hier waren, war ja die Hölle (oder schlimmeres) los. Aber ich schweife mal wieder ab: Schöne Fotos, darum gehts! ;-)

Weiter geht es mit einer umgestürzten Tanne (oder sonstigem Nadelbaum), der wahrscheinlich auch der Dürre der letzten Jahre zum Opfer gefallen ist. (Nikon Lens Series E 50mm, f/2.8, 1/125s.) Da hatte ich auf ein etwas stimmungsvolleres Bild gehofft, aber im Großen und Ganzen felt da etwas Kontrast. November halt. Hätte mehr Nebel sein können, aber der lichtete sich so langsam.

Der Pilz hingegen ist ziemlich gut geworden, auch wenn er sich zwischen dem Herbstlaub ein bisschen versteckt. (Nikon Lens Series E 50mm, +4 Dioptrien Nahlinse, f/5.6, 1/30s.) Da ich die Kamera hier praktisch auf den Boden stellen konnte, habe ich auch mal einen längere Belichtungszeit mit entsprechender Blende riskieren können. Bei Makro-Aufnahmen mit Nahlinse ist das ja immer Ratsam, denn sonst ist der Schärfebereich so klein, dass man das ganze Motiv überhaupt nicht rein bekommt. Übrigens eines dieser Bilder, bei denen ich froh sein kann, dass ich praktisch alleine in der Heide war: Wenn die Leute mich sonst immer auf dem Boden liegend finden, weiß ich nicht, was die denken! ;-)



An einen der neuen Pfosten, die da in den Boden gerammt im sandigen Teil der Heide stehen, hatte jemand einen Plüsch-Käfer angetackert. (Nikon Lens Series E 50mm, f/4, 1/250s.) Den habe ich dann natürlich auch direkt mal fotografieren müssen, auch wenn eine Blende langsamer nicht falsch gewesen wäre: Der Vordergrund ist etwas zu dunkel geraten. Trotzdem ganz OK.

Der Pfeil auf dem Lüftungsrohr mitten im Birkenwäldchen kommt hingegen sehr gut raus, finde ich. (Ebenfalls Nikon Lens Series E 50mm, f/2, 1/250s.) Habe hier mal fast auf Offenblende hoch gedreht in der Hoffnung, dass die Birken im Hintergrund noch etwas unscharf werden würden, und siehe da, es hat sogar einigermaßen geklappt. Sieht ein bisschen nach einem Wald voller Geister aus! ;-)

Der Beton-Felsen am Sandweg macht sich ebenfalls sehr gut, finde ich. (Nikon Lens Series E 50mm, f/4, 1/125s.) Statt nur in die Knie zu gehen, hätte ich mich auch hier mal wieder bäuchlinks in den Sand werfen sollen, um den Winkel von unten den Hügel hinauf noch stärker zu betonen. Dann wäre der Betonklotz auch vielleicht stärker aus dem Wald hervor getreten. Außerdem hätte ich vielleicht auch auf das 85mm wechseln sollen und etwas weiter nach rechts zielen müssen. Könnte das Bild jetzt natürlich entsprechend zurecht schneiden, aber das wäre gepfuscht! ;-)


Für die aus dem Block heraus stehende Armierung bin ich dann schließlich ganz nah ran gegangen. (Nikon Lens Series E 50mm, f/4, 1/125s.) Cooles Bild. Mehr hab ich nicht zusagen. ;-) Hätte noch etwas mehr Platz zwischen Horizont und Armierung gepasst, aber ansonsten ziemlich gut.

Und zum Abschluss noch ein Gegenlicht-Foto als tatsächlich doch noch die Sonne durch die Wolken brach. (Nikon Lens Series E 50mm, f/4, 1/2000s.) Sieht ziemlich bedrohlich aus, was? Aber gefällt mir richtig gut. Deswegen gibt es auch da nicht viel zu sagen. ;-)

Im nächsten s-w-&-a-Artikel gibt es Bilder von Schafen im morgendlichen Frost. Ich kann es kaum erwarten! ;-)

VC 20, Teil 2: Tastatur-Reinigung und Test

Wie bereits im letzten Eintrag beschrieben, die alte Tastatur im VC-20 geht nicht. Wie gesagt, die stammt eigentlich aus dem C64 und wurde da jahrelang misshandelt. Deshalb stand heute ein bisschen Säuberung und Reparatur auf der Agenda.

Gestern hatte ich ja schon die Kappen von den Tasten abgenommen, die besonders betroffen (und nervtötend wenn nicht funktionierend) sind, nämlich: Enter und die beiden Cursor-Tasten sowie die daneben liegende Shift-Taste. Die sind wohl logischer Weise auch die Tasten, die am meisten benutzt worden sind. Habe dann ein bisschen um die Plastik-Stempel-Dingse, die den eigentlichen Kontakt herstellen, drum herum geputzt und ein bisschen Kontaktreiniger rein gesprüht, in der Hoffnung, die Tastatur nicht komplett auseinander nehmen zu müssen.


Hat aber nicht geholfen. Muss ich also komplett demontieren und das PCB einmal richtig sauber machen. Dafür muss als erstes die Shift-Lock-Taste befreit werden, die mit zwei Drähten ans Board gelötet ist. Erscheint mir unnötig mechanisch kompliziert zu sein. Da hätte man doch sicher wie am PC eine softwareseitige Lösung finden und dann eine "normale" Taste verwenden können. Aber damals war wohl die Ähnlichkeit zu einer Schreibmaschinen-Tastatur noch ein echtes Verkaufsargument. Deshalb wahrscheinlich diese Taste, die mechanisch einrastet und den Shift-Stromkreis permanent schließt, auch wenn man dafür extra ein teures Loch in das PCB machen und eine teure Mechanik einbauen muss. Das waren noch Zeiten, als Commodore keine Kosten und Mühen gescheut hat!

Also flugs das Löteisen angeheizt und mir die Finger verbrannt, während ich die beiden Drähte aus dem uralten Lot heraus gezogen habe. Erstaunlich schnell ging das, das ist wahrscheinlich noch das gute alte Lot mit viel Blei drin! Darf man heutzutage ja nicht mehr. Blöde Umwelt! ;-)


Danach schnell sämtliche Schrauben aus der Rückseite raus gedreht und schon konnte ich das PCB von den Tasten abnehmen. Zu meiner Verwunderung sind die Kontakte gar nicht mit Kohle abgedeckt sondern liegen frei. Das macht die Sache insofern einfacher, als dass ich nicht drauf achten muss, dass das Putzmittel, das ich verwende, zu scharf ist und das Graphit abrubbelt. So habe ich das ganze PCB einmal mit Alkohol abgerieben und danach mit einem Schuss vom guten, leicht nachfettenden Kontaktreiniger konserviert.

Die Tasten-Stempel (oder wie auch immer man die Teile nennt) habe ich nicht aus der Plastik-Matrix heraus gefummelt, dafür hätte ich alle Tasten abnehmen müssen. Das Plastik ist nach so langer Zeit aber sicher spröde geworden und ich wollte nicht riskieren, dass mir da irgendwas abbricht, was ich nachher nicht wieder geklebt bekomme. Also keine Tiefenreinigung zwischen Tasten und Plastik. Geht auch so.


Auf dem zweiten Foto oben kann man auch deutlich die Mischung aus Abrieb und Dreck sehen, die auf den Kontakten für die Tasten unten rechts klebt. Hat sich aber sehr leicht entfernen lassen.

Statt also die Tasten alle von ihren Pinnchen zu ziehen und alles in Seifenwasser einzuweichen, habe ich die Rückseiten mit den Kontakten ebenfalls einmal mit verdünntem Alkohol abgerieben - hier ist Graphit aufgetragen, also habe ich das möglichst vorsichtig gemacht. Danach habe ich die Tastatur dann wieder zusammengesetzt und erst mal mit nur vier Schrauben fixiert, um mein Werk zu testen:


Scheint geholfen zu haben, wie man sieht! Alle Tasten funktionieren jetzt auch wieder bei normalem Druck, was eine extreme Erleichterung bei der Bedienung darstellt. Außerdem möchte ich nicht so wie früher auf die Tastatur eindreschen, weil - wie gesagt - das alte Plastik das nicht mehr lange mit machen würde. Und eine "neue" Tastatur bei ehBlöd kostet um die 30, 40 Euro! Ne, lass mal. Soweit kommt das noch! Das Geld würde ich dann doch eher in ein SD2IEC oder Ähnliches investieren. (Am Liebsten hätte ich ja so einen kompletten 1541-Emulator bestehend aus einem Pi Zero und dem passenden Header dazu.)

Wie auch immer: Tastatur geht wieder, was ich auch direkt getestet habe, indem ich nach der kompletten Re-Montage des VC-20 ein kleines Hello-World-Programm gehackt habe, das bereits ungefähr ein Drittel des zur Verfügung stehenden Basic-Speichers verbraucht. Ups! ;-)


Sieht gut aus! Also, für ein Test-Programm, jedenfalls. Dieses übliche 10 PRINT "HELLO WORLD!":GOTO 10 ist mir einfach zu blöd, meine Tests müssen schon ein bisschen was her machen! ;-) Wer übrigens meinen Programmierfehler findet - ja, da ist einer, der mir erst aufgefallen ist, nachdem ich das Video hochgeladen hatte -, darf ihn gerne behalten. ;-)

VC 20, Teil 1: Lebenszeichen

Wie bereits angekündigt: Ich habe den VC-20 im Keller gefunden und habe ihn jetzt auch mal auseinander genommen, durchgeschaut, gereinigt, das Netzteil auf die korrekten Spannungen getestet und schließlich auch in Betrieb genommen. Und deswegen gibt es heute einen Blog-Eintrag darüber.

Dieser spezielle VC-20 stammt aus den frühen 1980ern. Auf dem Expansion Port klebt ein Sticker aus der Woche 44/83. Ich nehme also an, dass mein Bruder den damals zu Weihnachten 1983 bekommen hat. Könnte jedenfalls ungefähr stimmen. Das ist jetzt bald 40 Jahre her, deswegen kann ich mich an Details auch nicht mehr erinnern. Ich weiß nur, dass ich von Anfang an davon fasziniert war und immer (oft), wenn er nicht da war, meine ersten Programmierschritte damit unternommen habe. Diese unscheinbare Kiste ist also Schuld daran, dass ich mich eigentlich mein ganzes Leben mit Technik im Allgemeinen und Computern im speziellen beschäftigt habe. Nach dem Atari 2600, der ja nur fertige Software auf Steckmodulen verarbeitet hat, war das ein echter Augenöffner! Endlich konnte man selber kreativ werden! Ach ja, und neben dem Programmieren habe ich natürlich auch ein ganz kleines Bisschen Frogger und Scramble gespielt! Aber nur gaaanz selten! ;-)

Aber ich schweife ab. Das kommt von der Nostalgie! Kann man nix machen. ;-) Das Gehäuse dieses speziellen VC-20 war von 30 Jahren im Keller und davor 10 Jahren von verschiedensten Händen angegrabbelt werden so richtig schön krustig. Aber nichts, was nicht mit ein bisschen Fensterreiniger weg geputzt werden kann. Das Plastik ist allerdings extrem vergilbt in den letzten Jahren, obwohl er eigentlich kaum in der Sonne gestanden hat. Ach ja, und die Tastatur ist nicht original, für alle die sich wundern, dass die so dunkel ist: Die stammt aus meines Bruders (und später von mir in Beschlag genommenen) C64 und ist extrem störrisch, was auch der Grund ist, weshalb ich sie irgendwann mal getauscht habe. Insbesondere Enter und die Cursor-Tasten sind praktisch unbenutzbar.



Ein Blick ins Gehäuse - das übrigens dadurch erleichtert wurde, dass ich nach dem Tastaturtausch nie wieder die Schrauben rein gedreht habe - verrät, dass soweit eigentlich alles OK aussieht. Ja, staubig ist er und die Leichen einiger Insekten liegen darin rum, aber nichts, was man nicht mit einem Bisschen sich schnell bewegender Luft aus einem fönartigen Gebläse los wird (und so im Rest des Hauses verteilt). Ich habe mal ein paar Großaufnahmen vom Board gemacht, vielleicht möchte sich das ja jemand genauer anschauen.

Sogar das Zubehör ist nach 37½ Jahren noch vorhanden: Der RF-Modulator, das Netzteil, die VIC-1111 Speichererweiterung... 16kb! Zusammen mit den 5k, die sich auf dem Motherboard befinden, sind das dann wahnsinnige 21k! Was für eine unglaubliche Menge! Niemand wird je mehr benötigen! :-D (Ich rolle mich dann mal ein bisschen lachend auf dem Boden; ist doch OK, oder?) ;-)


Wie man sieht, die originale Commodore-Datasette ist auch wieder aufgetaucht. Hatte komplett vergessen, dass der die Klappe fehlt. Macht nichts, sollte auch so funktionieren, haben wir damals schließlich auch so benutzt. Somit habe ich jedenfalls drei dieser Geräte hier, eins wird doch wohl funktionieren, oder?

Nachdem ich dann mein Multimeter in den DIN-Stecker des Netzteils gehalten habe, um festzustellen, dass ca. 9,6V auf den 9-Volt-AC-Pins liegt und knapp 5,15V auf den 5-Volt-DC-Pins, habe ich mich dann auch getraut, das Gerät in Betrieb zu nehmen. Wie ich schon beim C64 geschrieben hatte, sollte man bei den alten Trafo-Netzteilen immer erst mal schauen, ob die noch innerhalb der Spannungstoleranzen liegen, weil die wohl gerne mal zu viel liefern, wenn sie alt werden und langsam sterben. Aus diesem Grund habe ich das Netzteil auch vorher etwas vorgeheizt, indem ich es während der Sichtung des Computers bereits eingesteckt hatte. Ohne Last wird es zwar nur moderat warm, aber die Netzfilter-Kondensatoren und sowas sollten trotzdem schon mal etwas Stress kriegen und im Zweifel hoffentlich sofort den Geist aufgeben, bevor ich den Computer anschließe.

Dann aber, der große Moment:


Yay! Funktioniert noch immer! Zuerst hatte ich ein bisschen Zweifel, denn sowohl aus dem RF-Modulator als auch direkt über Composite bröselte das Bild etwas, als ob der Fernseher die Zeilenfrequenz nicht richtig finden könnte, und außerdem hatte ich leichte Farbprobleme - das Weiß flackerte immer mal wieder ins Schwarz. Aber nachdem ich das Board richtig sauber gemacht habe und vor allem sämtliche Kontakte mit dem guten säurefreien Kontaktreiniger bearbeitet hatte, haben sich diese Probleme komplett beruhigt. Ich nehme an, dass da irgendwo so viel Dreck zwischen 5V und Masse war, dass das diese Störungen verursacht hat.

Also wieder aus geschaltet, die Datasette angeschlossen und versucht, die Kassette zu laden, die bereits im Laufwerk lag. Das ist mir dann allerdings wiederum nicht gelungen. Ich nehme an, dass die sich in den letzten 40 so weit entmagnetisiert hat, dass das Signal nicht mehr klar rüber kommt. Auch nachdem ich den Lese-Kopf mit Alkohol sauber gerubbelt hatte, tat sich nichts. Außer seltsamen Zeichen. Hm, könnte natürlich auch sein, dass das genau die eine einzige Kassette mit Programmen für den C64 ist... Wäre natürlich blöd. Wie man sieht, das Label ist irgendwann mal abgefallen, ich habe keine Ahnung, was da drauf wäre, wenn es denn laden würde. Muss ich bei Gelegenheit mal versuchen, die mit dem 64er zu laden.

Ansonsten, die Speichererweiterung funktioniert auch noch immer - nach einem Schuss Kontaktreiniger -, sodass ich theoretisch ein Basic-Programm bestehend aus 19976 Bytes zusammen hacken könnte. Oder ich muss den X1541-Adapter mal wieder ans Laufen kriegen - ich hatte den zwar wieder fest gelötet, aber ich kann auf Grund meiner zunehmenden Blindheit im Lesebereich nicht erkennen, ob ich da was falsch gemacht habe; es wollte jedenfalls beim letzten Test nicht funktionieren -, damit ich böse Software aus dem bösen Internet böse auf eine Diskette kopieren kann. Die 1541 funktioniert schließlich auch am VC20.

Soviel jedenfalls für diesen Eintrag. Nachher hacke ich noch den Artikel zusammen, wie ich dann heute die Tastatur gereinigt habe.