Skip to content

Zombicide: Monty Python Add-On

And now for something completely different: *nudge nudge* *wink wink* "Know what I mean, know what I mean?" I'm a lumberjack and I'm okay, I sleep all night and I slay zombies at day! But: No-one expects the Spanisch Inquisition! "Stop it! That's silly!" SPAM SPAM SPAM SPAM WONDERFUL SPAM! "This parrot is dead! It ceased to be!"


Nachdem das jetzt aus dem Weg ist: Wir haben gestern endlich mal die Monty Python Erweiterung für Zombicide gespielt. Die lag hier jetzt schon seit einem, zwei, vielleicht sogar drei Monaten auf dem Pile of Shame herum, es wurde langsam Zeit. Und da J ja so eine alberne ("That's silly!") Challenge gestartet hatte, dass wir mal wieder der Reihe nach von A bis Z ein Spiel spielen müssten und wir das auch unbedingt innerhalb der ersten Hälfte des Januars voll kriegen müssten - was weiß ich, ich war nie so der Statistik-Cacher ;-) - und gestern halt endlich Z dran war, bot sich das jedenfalls an. Ich kam also am frühen Nachmittag aus dem Büro gewackelt, nachdem ich alles erledigt hatte und das Wochenende endlich bevor stand und ich mich schon gefreut hatte, dass wir jetzt endliche mal ein bisschen Aufräumen könnten, da stand schon alles aufgebaut auf dem Tisch herum! Na gut, das hatte ich zwar jetzt nicht erwartet ("No-one expects the Spanish Inquisition!"), aber ich habe mich dann breitschlagen lassen und mich auf dem Sofa niedergelassen ("Fetch the comfy chair!").


Und was soll ich sagen: Im Großen und Ganzen ist die Erweiterung erstaunlich spielbar. Dafür, dass die ja durch und durch albern ist ("STOP IT!"), war eigentlich das einzig, was wirklich genervt hat, dass man zwischendurch immer mal wieder eine Runde lang alle Substantive durch SPAM ersetzen muss. ("SPAM SPAM SPAM baked beans and SPAM!") Das führt zwar zu sehr spannenden Konversationen ("Zieh doch Deine Überspammenden in das linke Gespamme. Nee, Spamment, der eine Spammer hat ja gar keine Feuerspam dabei, um die Spam aufzubrechen!"), aber auf die Dauer ist das sehr anstrengend. Zum Glück hatten wir die ganze Zeit über keinen Sichtkontakt zum nackten Organisten. Ich hätte keine Lust gehabt, einen ganzen Zug lang mit verdeckten Augen zu spielen! Und auch der Ritter mit dem Gummihuhn hat nur ein einziges Mal einen seiner Kollegen verkloppt.


Irgendwann hatten wir uns dann auch endlich durch die roten Kisten geplündert, um den untoten Papageien ("He's just resting!") zu finden. ("He just moved!" - "No, he didn't!") Der ist sozusagen der Boss-Gegner, den man nur mit dem lustigsten Witz der Welt besiegen kann! ("Wenn ist das Nunstrück gut und Slotermeyer?") Dessen drei Teile hatten wir glücklicherweise schon recht schnell beisammen. Das einzige Problem war nur, dass durch unser stark angestiegenes Adrenalin so langsam so viele Zombies ("normale", Silly Walkers, Spanish Inquisition ("No-one..." - "STOP IT!"), Hells Grannies etc...) auf dem Plan waren, dass es langsam schwer wurde, sich hin und her zu bewegen. Vor allem, weil wir am anderen Ende der Karte standen - der untote Papagei hatte sich gut versteckt! Zum Glück hat uns die Fähigkeit des Chicken-Knight hier geholfen: Der kam mit seinem Teil des Witzes nämlich quer über die Karte gezoomt, als der Heilbutt-Schwinger irgendwann mal daneben gehauen hat - praktisch!


Nachdem wir den Witz rezitiert hatten, mussten wir nur noch einmal über die ganze Stadt zurück zum Ausgang. Dazu haben wir natürlich die Abkürzung durch die Gebäude genommen, denn nachdem wir wieder alle vereint waren, war auch der Lumberjack mit seiner Axt wieder dabei und konnte uns die Ausgangstür öffnen.

Fazit: Wer Zombicide mag und wer zudem noch in dieser Alterstufe existiert, dass er/sie/es damals noch den Flying Circus im Fernsehen gesehen hat, der kann hier eigentlich nichts falsch machen! Die Figuren der Überlebenden und der Python-Zombies sind in gewohnter Qualität und extrem detailliert - so sehr, dass ich teilweise Angst vor den Kloppen der Grannies hatte! Die schwingen ihre Handtaschen mit Backstein drin, da muss man sich echt in Acht nehmen. Gut, dafür haben die Silly Walkers mehrfach hintereinander eine 1 gewürfelt, sodass sie sich immer weiter in eine Sackgasse zurück gezogen haben. Wir hatten jedenfalls extremen Spaß! Gut gemacht! Ach ja, nur die Musical Mice haben wir die ganze Zeit vergessen auszulegen! Wobei die doch so hilfreich sein können! ;-) ("SQUEEK!")

Mondbasis Shackelton

Das dritte von viel Spielen, die wir uns zu Weihnachten geleistet haben, ist die Mondbasis Shackelton. Ach, schon wieder Worker Placement. Ja, ich glaube, mittlerweile ist eine gewisse Richtung erkennbar, in die sich unsere Sammlung bewegt. ;-) Naja, stimmt so auch wieder nicht, ich muss noch das Spiel mit den Hobbits vorstellen, das wir vor einiger Zeit angeschafft hatten, das ist mal was ganz anderes!

Nachdem wir jedenfalls oft genug den Mars besiedelt haben - habe ich tatsächlich nie einen Eintrag zu Terraforming Mars gemacht? Sowas! -, geht es dieses Mal daran, eine florierende Mondbasis zu erschaffen. Diese siedelt sich im Krater Shackelton an und wird von verschiedenen Unternehmen gesponsort, für die man ganz nebenbei noch Aufträge erledigen soll. Diese kann man entweder am Anfang des Spieles randomisieren oder man spielt erst mal zum Lernen die Einführungs-Setups.


Shackelton ist also durch und durch ein kapitalistisches Spiel mit Space-Setting: Am Ende gewinnt, wer den meisten Gewinn (auf der Siegpunktleiste) gemacht hat. Aber wir sind noch nicht mal am Anfang, ganz im Gegenteil: Hat man die Corporations aufgedeckt, wird das Setup des Kraters vollendet, soll heißen: Rund um das zentrale Hex in der Mitte des Plans werden (bei nur zwei der maximal vier möglichen Spieler) zwei "neutrale" Habitate platziert und natürlich die der beiden Spieler. Jedes der Hexes hat dabei mittig das Symbol für "Titan" oder "Seltene Erden", die beiden Ressourcen des Spiels. Jedes Starthabitat bekommt außerdem einen Sonnenkollektor, rund um die zentrale Station werden zudem die Startplättchen der sponsornden Firmen auf die "Kreuzungen" ausgelegt - also so, dass je drei Hexes an diese angrenzen. Dann werden (n+1) - in unserem Fall also drei - Transportfähren gezogen, auf denen die aktuelle Lieferung an Astronauten und Ressourcen aufgezeichnet sind. Jeder Spieler entscheidet sich für eine und die übrig gebliebene geht ins Lunar Gateway, von wo sie später über eine bestimmte Aktion abgerufen werden können.

Und dann geht es auch schon los. Im Großen und Ganzen gibt es nur drei verschiedene Aktionen, die ein Spieler machen kann, die er durch das Einsetzen seiner Astronauten aktiviert: Auf dem Plan kann er entweder mit gelben Astronauten nach Bodenschätzen graben, die sich entlang eines gerade Pfades von seinem Startpunkt aus befinden. Jedes bebaute Hex wirft Ertrag ab, aber Achtung: Hat man auf diesem Hex selber nicht das größte Gebäude, muss man seinen Mitspieler bezahlen! Setzt man hingegen einen blauen Astronauten aus, erhält man die Ressourcen auf den blauen Firmen-Tokens an den Kreuzungen der Hexes. (Im Einführungsspiel sind dies Helium, Touristen-Astronauten oder Forschungstokens.) Setzt man jedoch einen roten Astronauten ein, bekommt man einfach nur Geld. Was auch hilfreich sein kann, wenn man mal wieder total pleite ist. So eine Mondbasis ist im Unterhalt nämlich recht teuer und so muss man nach jeder der Runden einen Upkeep/Maintenance zahlen, je nach Menge und Größe an Gebäuden, die man besitzt. Astronauten im Krater werden übrigens am Ende der Runde in die Basis einziehen - je nachdem, wer die Mehrheit an Gebäuden in dieser Reihe hat - und dadurch weitere Vorteile generieren! Etwa sind gelbe Astronauten im obersten Labor (den zweiteiligen Habitaten) gut, um die Wartungskosten zu verringern!


Die zweite Hauptaktion besteht darin, Astronauten auf die Leisten unten rechts zu platzieren: Hier kann man der Reihe nach von oben nach unten entweder eine neue Struktur auf dem Mond bauen, eine Karte der Corporations kaufen (die weitere Aktionen oder Boni bringen können) oder eben eine Firmenaktion duerchführen (entweder auf den Karten der Firmen selber oder auf einer der gekauften Karten im eigenen Besitz). Wählt man hierfür die richtige Farbe, erhält man zusätzlich noch eine Bonusaktion. Achtung: Wer was bauen will, muss auch immer dafür sorgen, dass das neue Habitat/Labor/etc... genug Strom hat. Ist das nicht der Fall, muss man sich ein Solarpanel anschaffen und auslegen. Überhaupt, der Energievorrat der Basis ist eine weitere Ressource, die allerdings von allen Spielern gemeinsam verbraucht oder erhöht wird. Dafür hat man eine kleine Batterie auf einem weiteren Feld des Planes liegen, die auf und ab wandern kann und anzeigt, wie viele Reserven man zZt in der Basis hat.

Und dann gibt es da noch eine Ansehensleiste, auf der die Spieler untereinander darum wetteifern, wer die meisten Aufträge der Konzerne erledigt hat. Dadurch verbessern sich die Konzernaktionen entsprechend. Wer hingegen am Ende der Runde seine Wartungskosten nicht bezahlen kann, kann hier auch ganz schnell wieder in der Gunst der Firmen fallen! Also immer auf ein ausgeglichenes Budget achten!


Das war jetzt nur ein sehr kurzer Überblick, die Details der Regeln sind sehr viel komplizierter und durch jede Aktion kann man weitere Unteraktionen triggern. Man möchte also möglichst viele Aktionen so timen, dass sie den größtmöglichen Gewinn (Punkte, weitere Aktionen, etc...) abwerfen! Das ist nicht immer gleich ersichtlich und führt dazu, dass man sich doch sehr konzentrieren muss und sehr planvoll vorgehen sollte. Aber da sind ja noch die Mitspieler, die einem auch schnell mal einen Strich durch die Rechnung machen können - wie im echten Leben!

Für wen ist das Spiel was? Spieler, die gerne komplexe Aufgaben lösen und mit Worker Placement vertraut sind. Zum Einstieg in das Thema ist es glaube ich etwas zu kompliziert, da sollte man mit einfacheren Spielen beginnen. Wer hingegen das Weltraumthema mag und gerne seine Arbeiter in die Wüste schickt, um gegen Fremen und Sandwürmer... nein, Moment, das ist ein anderes Spiel! :-D Aber ihr versteht, was ich meine! Dieses Spiel ist nicht einfach, aber abwechslungsreich und hat tolles, sehr knackig buntes Spielmaterial, das - obwohl größtenteils aus Pappe - eine gewisse Wertigkeit hat. Die verschiedenen Konzerne sorgen für Abwechslung, die unterschiedlichen Gebäudetypen bringen sehr unterschiedliche Boni. Alles in allem ein sehr komplexes und kopflastiges Spiel. Wer lieber aus dem Bauch heraus spielt, sollte vielleicht etwas anderes zuerst testen. Wer sich Worker Placement auskennt und gerne drei Schritte im Voraus plant, kann zugreifen, muss sich aber auf ein recht langes Einlesen in die Betriebsanleitung gefasst machen.

Flossenschlag (Finspan)

Da ich ja ein absoluter Fan von Flügelschlag bin ("VÖGELCHEN!") und wir auf der Spiel in Essen sämtliche Zusatzkarten mitgenommen haben und damit dieses Spiel mittlerweile wohl das teuerste ist, das wir im Haus haben, wenn man die ganzen Upgrades und DLCs dazu rechnet, ist das wohl, sagen wir mal vorsichtig: vorerst komplett. ;-) Deshalb habe ich zu Weihnachten dann tatsächlich einen der Nachfolger unterm Weihnachtsbaum gehabt: Flossenschlag. (Es gibt ja noch das andere mit den Drachen, aber das spricht mich weniger an; ich mag meine Tiere gerne realexistierend.)

Was ist Flossenschlag? Nun, im Prinzip ist es das gleiche wie Flügleschlag, nur mit Fischen und unter Wasser. Auch hier gibt es drei Lebensräume, nur dass diese diesmal senkrecht angeordnet sind und jeder Spieler bereits drei Spezies auf seinem Tableau vorgedruckt geliefert bekommt. Das sind sozusagen die Standardfische, mit denen jeder schon mal starten kann. Die drei Lebensräume sind das Riff ganz links, in der Mitte gefolgt vom Freiwasser und rechts außen der Kelpwald. Zudem gibt es als horizontale Unterteilung noch die lichtdurchflutete obere Zone direkt unter dem Wasserspiegel, darunter die Übergangs-Zwielichtzone und ganz unten die ewige Dunkelheit der Tiefsee.


Dann spielt man ähnlich dem bekannten Spielprinzip Fische in diese jeweiligen Zonen, wobei kleinere Fische von größeren überdeckt werden können, wenn einem der Platz ausgeht bzw. man einfach einen viel viel besseren Fisch auf der Hand hat, den man unbedingt los werden möchte. Manchen brauche Eier, manche manche fressen Jungfische, wenn man sie ausspielt, manche können nur in ein bestimmtes Habitat gelegt werden - was wir beim ersten Playtrough mal wieder nicht geschnallt haben, siehe Bild drei, wo ein auf der rechten Seite blau berandeter Freiwasserfisch im Kelpwald liegt. Viele kann man aber auch einfach überall hin spielen. Um Fische zu spielen, Eier zu legen und diese schlüpfen zu lassen, führt man Tauchgänge in den entsprechenden Habitaten durch. Möchte man zB einen neuen Fisch auslegen, taucht man im Riff und für jedes bereits von einem Fisch belegte Habitat in dieser Zone darf man einen Fisch spielen, unter Beachtung der entsprechenden Karten-Voraussetzungen. Ebenso kann man in der Freiwasserzone Eier legen lassen und im Kelpwald vorhandene Eier schlüpfen lassen. Dabei ist zu beachten, dass - sobald sich drei Jungfische auf einem Feld treffen - sich diese zu einem Schwarm vereinen. Schwärme bringen zusätzliche Punkte oder sind ebenfalls für seltene, große Räuber eine Vorbedingung (Futter).

Das war im Großen und Ganzen auch schon alles, was man wissen muss. Kennt man Flügelschlag, ist Flossenschlag relativ schnell und intuitiv zu erlernen. Am Ende wird dann abgerechnet und wer die meisten Kartenpunkte, untergeschobene Fische, Eier, Jungtiere und Schwärme hat, gewinnt.


Lohnt es sich, wenn man eines der Vorgängerspiele bereits kennt? Nun, ich sag mal, das liegt im Auge des Betrachters. Wie oben bereits angedeutet, haben mich die Drachen wegen des Fantasy-Themes nicht so angesprochen, die Fische hingegen sofort. Das liegt zum einen daran, dass die Karten wie bereits beim Vogel-Vorgänger ebenso liebevoll wie bunt gestaltet sind. Die Fische haben viele unterschiedliche und damit abwechslungsreiche Fähigkeiten, sodass es nicht so schnell langweilig wird. Das trifft sicher auch auf Schwingenschlag zu, aber bisher hat mich das noch nicht gereizt. Vielleicht wenn man sich an Vögeln und Fischen sattgespielt hat? Sag niemals nie! ;-) Jedenfalls, zu der Frage, ob es sich lohnt: Für den Preis erhält man wieder eine Menge Material in Form von Karten. Manche Spieler bevorzugen ja eher aufwendige Sets an Spielfiguren und komplizierte Regeln. Beides findet sich hier eher nicht, Flossenschlag ist ein eher gradliniges Spiel, das zwar strategisch ist, aber eben nicht so sehr wie einige der anderen Spiele, die wir in letzter Zeit gespielt haben. Aber man muss auch mal den "leichten" Spielen eine Chance geben, finde ich. Mir gefällt es jedenfalls, nicht zuletzt wegen des Aspekts des Lernens. Und weil die Fische hübsch sind, sagte ich das schon? FISCHCHEN!!!1 ;-)

Bonn im Schneegestöber (Trekdinner)

Am Samstag war Trekdinner und wir waren mal wieder ein bisschen früher in der Stadt, um noch ein bisschen sinnlos Geld zu verpulvern, solange man noch was dafür bekommt. Scheint ja so, dass wenn man dem Ami das Öl nicht freiwillig gibt, kommt er mit Hubschraubern und Kriegsschiffen, um einen wegen Drogenhandels anzuklagen. Falls man nicht vorher aus irgendeinem Fenster fällt. Ach nee, das war der andere Typ. Aber ähnliches Prinzip. Wir sind also wieder 1950 oder so, da wo die Konservativen ja mit aller Macht wieder hin wollen. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich hatte derweil statt der M14 die Minolta im Anschlag und habe scharf geschossen: Das Tokina AT-X hatte ich ja letztens in Mondorf schon zum Test dabei, da waren aber noch so ca. 9 Bilder am Ende des Films frei, sodass ich die mit geschleppt habe. Im Vergleich zu der kleinen Alpha 7 mit dem 50er, mit der ich 95% der Bilder in diesem Artikel gemacht habe, handelt es sich ja wirklich um einen Klotz! Kaum zu glauben, dass Kameras mal so schwer waren. Aber das ist noch gute, japanische Vorkriegsware! Da ist noch echtes Metall drin verbaut! Nicht dieser Plastik-Scheiß wie heute! ;-)


Da ich, solange es noch einigermaßen hell war, also mit der Dynax 7Xi beschäftigt war, sind die ersten digitalen Bilder bereits bei schlechtem Licht gemacht. Schnell war die Sonne dann auch ganz weg, sodass ich viel mit weit offener Blende und/oder automatischem ISO gearbeitet habe. Besonders bei den Bildern von den Obstständen, wenn es schnell gehen musste. Weil, man will ja nicht zu auffällig sein und die Protagonisten in ihrem natürlichen Habitat stören. ;-) Und dann kam ein Schneegestöber nach dem Anderen und brach über Bonn herein. Auf der Brücke über den Rhein hatte es ja schon kräftig gezogen, aber unterwegs hat es dann so geblasen, dass ich selbst in meinen dicken Merrell, die ich schon extra wegen des Wetters an hatte, kalte Zehen bekommen habe. Und davon, dass ich besser die lange Unterwäsche angezogen hätte, fangen wir gar nicht erst an. Ist aber immer so blöd, wenn man in die Läden geht, da ist es dann nämlich immer zu warm!


Ansonsten hängt in der ganzen Stadt noch die Weihnachtsbeleuchtung rum. Das macht aber auch nicht viel, denn der Weihnachtsmarkt (in klein) ist ja auch noch präsent, wie man auf den folgenden Bildern sehen kann. Finde ich persönlich ja etwas seltsam.

Und dann ist da noch der Kaufhof. Galeria. Wie auch immer das jetzt heißt. Rumpf-Warenhauskette. Irgendwie so. Die machen jedenfalls Werbung für Winterausverkauf, sodass wir da auf der Suche nach Schuhen auch mal rein geschaut haben. Also eigentlich mehr so in den Outdoor-Sportladen im anderen Block, aber da kann man ja durch diesen Glasgang von der einen auf die andere Seite wechseln und so gleich auf beiden Seiten dem hemmungslosen Konsum frönen. Jaja, schön wär's, wenn die ja mal was in unseren Größen, Farben und Formen hätten! Die guten Klamotten sind ja immer schon weg. Und überhaupt: Die Sohlen an den Outdoor-Schuhen werden auch immer wabbliger. Der Typ im Dings meinte, das kommt, weil die immer leichter würden, weil die Leute die ja nicht mehr im Wald anziehen würden, sondern immer mehr in der Stadt! Ja, danke auch für nichts, ich hätte gerne trotzdem gute Schuhe mit stabiler Sohle, die nicht in 5 Minuten abgelaufen ist! (Doch wieder mehr Auto fahren statt zu Fuß gehen, Öl wird ja jetzt billiger und unendlich! Hohohaha!) :-/


Nachdem wir dann alle sinnvollen und auch die weniger sinnvollen Methoden Geld auszugeben durch hatten, sind wir kurz vor dem Bahnhof noch in den Lego-Store rein. Die sind mir ja immer unheimlich, da stehen mehrere Angestellte direkt hinter der Tür! Und begrüßen einen! Ja, nee, das ist... seltsam! Macht mir als deutschem Servicewüsten-Aficionado einfach nur Angst! Die nordisch-dänische Philosophie ist da anders, ähnlich IKEA. (Immer diese Ausländer, die das deutsche Stadtbild verändern wollen! Schlimm! Schlimm, schlimm! :-D ;-)) Da haben wir jedenfalls auch nur die 1701-D angestarrt, aber nichts gekauft.


Dann Trekdinnerm, wofür wir auf die andere Seite des Bahnhofs mussten. Da stand auch einer der Bahnbediensteten an der Tür und hielt uns eben jene auf. Noch ein Herzinfarkt! Sagt man da danke? Ich bin total verwirrt! ;-) Hinterm Bahnhof haben wir uns dann im Mandala den Magen vegan (DiE GrÜnEn!!!1) voll geschlagen. War lecker. Werde allerdings beim nächsten Mal schon wieder vergessen haben, was das beste Essen da ist. Und billig ist es auch nicht! Ich glaube, ich sollte mal eine der Bowls versuchen. Die mit Udon, vielleicht. Wobei die Fusion-Tappas schon geil sind. Aber eben auch teuer...


Da wir das Auto aber in Beuel stehen hatten, sind wir dann zusammen mit J einmal quer durch die Stadt und ich habe noch ein paar Nachtimpressionen eingefangen. Muss man ja dokumentieren, für kommende Generationen, wenn hier alles in Schutt und Asche liegt, weil wir ja nicht genug "Meinungsfreiheit" aber zu viel Öl haben. Und überhaupt viel zu woke sind! Schlimm! Schlimm, schlimm! :-/ Ich frühstücke jetzt erst mal was, solang noch was im Kühlschrank ist...

Men Nefer

Um wenigstens noch eines der vier Spiele vorzustellen, das wir uns gegenseitig zu Weihnachten geschenkt haben: Hier ist ein kleiner Überblick über Men-Nefer. (Oder Mennefer oder Men Nefer oder unter was für Namen man das noch im Internet findet.) Men-Nefer ist die altägyptische Version des griechischen Namens für Memphis. (Das war ein Satz, der viel komplizierter war, als er hätte sein müssen. Will sagen: Das eine ist das andere und umgekehrt. "===", wie der Informatiker in mir sagen würde.) Was ist Memphis? Das altägyptische religiöse Zentrum am Nil, einst Hauptstadt Unterägyptens, heute um die Ecke von Kairo und Gizeh, da wo die Pyramiden stehen. Was ist Men-Nefer? Ein Brettspiel, in dem man Mumien einbalsamiert, Sphinxen (Sphingen? So hab ich das jedenfalls mal gelernt?) meißelt und Priesterinnen Opfergaben im Tempel darbringen lässt. Also total mein Thema: Worker Placement vom Feinsten und das im alten Ägypten der Pharaonen! Was will man mehr?


Die Aufschrift "Experte" auf dem Karton ist dabei Programm: Um den Aufbau durchzuziehen, haben wir mal eben so knapp zwei, zweieinhalb Stunden gebraucht. Also, da hatten wir noch nichts gespielt, nur die Steine aufs Brett gestellt und dann noch die Betriebsanleitung durchgelesen. Also nichts für einen schnellen Einstieg. Keine Angst: Im zweiten und dritten Spiel geht das dann natürlich sehr viel schneller, wenn man nur noch hin und wieder in die Details schauen muss. Während die erste Partie noch gut anderthalb bis zwei Stunden gebraucht hat, haben wir die zweite in gut einer Stunde durchgezogen. Da habe ich allerdings auch haushoch verloren, während ich die erste evtl. knapp gewonnen (oder unentschieden gespielt) hatte (wir wissen es leider nicht ganz so genau, weil wir kleinere Abrechnungsfehler gemacht haben).

Wie funktioniert das Spiel jetzt im Detail? Man spielt drei Mal den Jahreszyklus des alten ägyptischen Kalenders durch: Zur Überschwemmungszeit des Nils wird ausgesät, dann werden die ganzen Arbeiten erledigt (die eigentliche Spielphase) und schließlich wird geerntet und aufgeräumt. Die Überschwemmung im ersten Durchgang wird allerdings übersprungen und durch den Aufbau des Plans ersetzt, der einen mit Startressourcen versorgt. In der Aktionsphase kann man drei mal drei Aktionen durchführen: Man kann seine Lehrlinge in das Lebenshaus schicken, um dort zu lernen und die Aktionen durchzuführen, die man am Anfang (in Form von Aktionsplättchen) zugeteilt bekommen hat. (Jeder Lehrling hat eine solches Aktionsplättchen.) Dies führt in der zweiten Sorte von Aktion dazu, dass die Spieler sich spezialisieren und dadurch bestimmte sekundäre Aktionen zu triggern. Oder man füllt seine Aktionstafeln wieder auf, die die Lehrlinge dann in der nächsten (großen) Runde (Zeitalter genannt) durchführen können. (Je weiter oben aus der Aktionsplättchenauslage man sich eines nimmt, desto teurer wird es, aber desto besser sind auch die Aktionen, die man dadurch zusätzlich ausführen kann, welche am Rand der Auslage markiert sind!) Klingt komplizierter, als es ist. Die Bedienungsanleitung erklärt die einzelnen Aktionen, die Ikonographie und die dadurch getriggerten sekundären Aktionen sehr detailliert und mit Beispielen, sowie einigen kleinen Einschüben, die einem das reale Leben im alten Ägypten näher bringen.


Die sekundären Aktionen enthalten diverse verschiedene Möglichkeiten: Man kann mit seinen Booten den Nil hinauf fahren und in den angrenzenden Städten Handelsverträge einsammeln oder fischen (Nahrung ist eine der "Währungen" oder Ressourcen im Spiel). Man kann an der großen Pyramide arbeiten und dadurch des Pharaos Gunst erwerben oder an den drei kleinen Königinnenpyramiden, die einem durch ein ausgeklügeltes Wertungssystem Punkte bringen. Man kann, wie gesagt, ein Sphinx meißeln oder diese aufstellen, wodurch man verschiedenste weitere Boni abgreifen kann. Genau so kann man eine Mumie in ihren Sarkophag legen und diesen dann schließlich in einer Mastaba bestatten, um direkte Vorteile abzugreifen und des Weiteren ebenfalls wieder in der Rundenwertung Punkte mitzunehmen. Schließlich kann man Waren erwerben und durch die Priesterin in den Tempel bringen lassen, wo sie der Stadtgottheit dargebracht werden. Oder man kann Papyri sammeln und an seinem Totenbuch schreiben. Das alles tut man hauptsächlich, um beim Wiegen von Herz und Maat im Jenseits nicht von Amet gefressen zu werden - spricht: Die hart erarbeiteten Punkte wieder abgeben zu müssen. Es gilt also, auf der Duat-Leiste Herz und Feder möglichst schnell aneinander vorbei bewegt zu bekommen, um stattdessen zusätzliche Punkte zu bekommen!

Ja. Ist kompliziert. Auf den ersten Blick ist das Spiel durchaus überwältigend. Aber je länger man spielt, desto interessanter wird es. Falsche Entscheidungen werden relativ zügig bestraft, aber trotzdem hat man immer auch die Chance, sich wieder aus einer scheinbar ausweglosen Situation, in die man sich selber oder der Gegner einen hinein manövriert hat, zu befreien. Das und die vielen Entscheidungsmöglichkeiten machen das Spiel abwechslungsreich und interessant: Spezialisiert man sich auf eine bestimmte Aktionsart? Oder sollte man alle Fähigkeiten ähnlich weit ausbauen? Wo verstecken die wertvollsten Boni? Macht einem der Gegner einen Strich durch die Rechnung, weil er/sie/es den besten Platz belegt, einem die schönste Votivgabe vor der Nase weg schnappt?


Für jemanden wie mich, der mal ein Semester lang Archäologie, Früh und Vorgeschichte und Ägyptologie gehört hat, bevor er in die Informatik gegangen ist, ist dieses Spiel wie gemacht! Es gibt tatsächlich einige Parallelen zu den realen alten Ägyptern und deren Glaubensystem, natürlich aufgehübscht und spieletauglich verpackt. Aber ich glaube, dass es durchaus das Interesse an dem Thema wecken oder neu entfachen kann. Es ist jetzt nicht auf absolute Authentizität ausgelegt, sondern verpackt Geschichte in ein komplexes und überaus ansprechend gestaltetes Spiel. Für kleine Kinder ist es definitiv zu strategisch - wobei man sich da durchaus überraschen lassen kann, wie weit vorausschauend auch jüngere Blagen planen können -, aber für Jugendliche ab dem Teenager-Alter sollte das Spiel durchaus geeignet sein. Wenn man sie denn mal für zwei Stunden von Fortnite und Social Media weggeschleppt bekommt. Und es lohnt sich meiner Meinung nach, denn sich in alte Kulturen zu versetzen, eröffnet einem neue Horizonte und lässt einen auch die Gegenwart besser verstehen.

Wie man sehen kann, hat mir Men-Nefer sehr gut gefallen. Es steht ganz weit oben auf meiner Liste an Spielen, die ich spiele, nicht um sie unbedingt zu gewinnen - obwohl das natürliche immer das Ziel ist -, sondern einfach weil sie Spaß machen und das richtige Level an Herausforderung bieten. Dazu sei aber nochmals gesagt: Es wird sicher Menschen geben, denen das Spiel zu kompliziert ist, die sich nicht auf so viel Vorbereitung und eine steile Lernkurve einlassen wollen. Das ist durchaus legitim. Aber wer eine Herausforderung sucht, dazu ein antikes Setting mag und die liebevoll gestalteten Spielsteine zu schätzen weiß, kann hier, denke ich, bedenkenlos zugreifen. Selten hat mich ein Spiel direkt am Anfang so in seinen Bann gezogen.