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Schwarz-weiß und analog, Teil 300: Objektivtest auf dem Seelscheider Friedhof

Foma 200 #11, September 2024
  • Mamiya DSX 1000B, Helios 44-2 2/58, Vivitar 75-210mm 1:3.8 Close Focusing Auto Zoom (beide von F)
  • Entwicklung: Adonal ca. 1+50 9:00 20°; Adofix 1+50 #16; Adoflo 1+200 1x
Yaaaay!!! Jubiläum! 300 Schwarz-Weiß-Einträge! (Oder zumindest so in der Größenordnung!) Und dabei gibt es heute nur wieder so einen ganz tollen Artikel zum Thema "Test von Objektiven, die wir doch schon längst kennen, an einem Ort, den ich schon 10⁴²-mal fotografiert habe! ;-)

Egal. Stürzen wir uns gleich mal ins Getümmel. Wie wir sehen können, befinden wir uns auf dem Seelscheider Friedhof und ich habe die Schatten der Bäume genutzt, um das Helios ganz weit zu öffnen, um dieses ewige Licht zu fotografieren. (Helios, 1/1000s, f/2.) Das hat direkt mal das entsprechende Bokeh in den Hintergrund befördert, das man von Heliossen (Helii?) ja so gewohnt ist. Alles rund und strudelig. Die Vase im Voerdrgrund sorgt allerdings dafür, dass mir ein ganz kleines bisschen schwindelig wird, je länger ich das Bild anschaue, weil sie sich eben nicht mit dreht. Typisch Helios-44 sozusagen!

Etwas unscharf ist das große Kreuz mit der Bank davor geworden. (Helios, 1/1000s, f/4.) Wobei das eigentlich eher verwackelt aussieht, was bei 1/1000s aber eigentlich völlig unmöglich sein sollte. Keine Ahnung, was da passiert ist. Liegt das auch an dem Swirl, das dieses Objektiv ja immer macht, gefragt oder ungefragt? Aber die Fokusebene ist in den Büschen im Hintergrund, was macht der Vordergrund da also? Keine Ahnung, nicht drüber nachdenken, abhaken als Fehlschuss.


Extrem wird es bei der Reihe von WWII-Kreuzen, die da nebenan stehen. (Helios, 1/1000s, f/2.8.) Ich war mir gar nicht so bewusst, dass das den Hintergrund auch so stark drehen lässt, wenn man es wetterbedingt einen Blende abblendet. Faszinierend, Captain! Spannendes Bild, das aber auch sonst nicht so viel zu bieten hat. Schwindelerregend.

Den Kran neben der Kirche hatte ich dann auch zwischendurch auf dem Kieker. (Helios, 1/125s, f/8.) Schärfer wird es nicht. Und es ist OK. Ob das Motiv jetzt so toll ist, bezweifle ich im Nachhinein, da es in s/w doch eher weniger wirksam scheint, aber hier ist es halt und was soll ich machen? Ich glaube, ein Gelbfilter hätte dem Ganzen gut getan, dann wären die Wolken besser raus gekommen und hätten das Motiv etwas aufgelockert. Aufgelockerte Bewölkung. Hihi. ;-)


Richtig gut - obwohl auch nur s/w - gefällt mir hingegen die Rose, die da an der Seitenwand der Kirche steht. (Vivitar macro, 1/125s, f/8.) Faszinierend, wie groß die Steine im Hintergrund wirken, wenn man ein Tele für sowas verwendet. Könnte noch ein bisschen schärfer sein, die Fokusebene ist zu weit hinten. Aber insgesamt gut. Ich meine, mich zu erinnern, dass das Wetter an dem Tag leicht windig war; wahrscheinlich hat es die Blüte nur mal wieder aus dem Fokus heraus geweht.

Dass das Kran-Pendel so weit ausschlägt, liegt aber nicht am Wind, sondern daran, dass die den gerade neu positioniert haben. (Vivitar @ 75mm, 1/250s, f/8.) Funktioniert. Mehr kann ich da nicht sagen. Sowohl das Motiv ist OK als auch die Technik. Das Objektiv macht gute Bilder, was ich bei f/8 aber auch erwarte.

Um auch mal ein paar andere Brennweiten dieses Zooms zu testen: Das Kirchenfenster. (Vivitar @ ~100mm, 1/250s, f/5,6.) Auch hier: Keine Beanstandungen. Hätte ich auf f/8 hoch gehen können? Wahrscheinlich. Reicht f/5,6 aber auch? Ja. Details und Kontrast sind auf dem billigen Foma ausreichend bis befriedigend, was bei günstigen Teles ja nicht immer gegeben ist.


Am Ende sind die letzten beiden Bilder leider ineinander belichtet worden. So hat die Lampe über dem Haupteingang der Kirche leider einen Teil ihrer Aufhängung verloren. (Vivitar @ ~80mm, 1/125mm, f/3,8.) Schade, denn die Struktur der Lampe und die Verzierungen sind ganz gut raus gekommen, obwohl hier im Schatten ja nicht viel Kontrast zu erwarten war.

Das Stück im Vorgarten gegenüber hat weniger gelitten, da der Himmel eh so hell ist, dass er die Lampenaufhängung überstrahlt. (Helios, unbekannte Werte.) Da hatte ich gedacht, ich hätte das jetzt endlich mal anständig dokumentiert, ist das auch wieder nix. Na, aber egal, ich habe eh zu sehr in die Mitte gezielt; den Klotz weiter unten im Bild wäre besser gewesen.

Fazit: Sowohl das Helios als auch das Vivitar arbeiten wie erwartet. Insbesondere, nachdem ich das Helios komplett auseinander nehmen musste, um es zu entpilzen, sind das erfreuliche Nachrichten. Das Vivitar macht ebenfalls einen guten Eindruck und Spaß beim Fotografieren. Beide nehme ich gerne in meine Sammlung auf.

Schwarz-weiß und analog, Teil 299: Objektivtest rund um Lanzenbach

Foma 200 #11, September 2024
  • Mamiya DSX 1000B, Helios 44-2 2/58, Vivitar 75-205mm 1:3.8 Close Focusing Auto Zoom (beide von F)
  • Entwicklung: Adonal ca. 1+50 9:00 20°; Adofix 1+50 #16; Adoflo 1+200 1x
Nachdem ich beim letzten Mal diese Kombination aus Objektiven und Kamera im Kurpark und am Allner See getestet habe und ich einiges an Spaß damit hatte, habe ich sie mit auf meine üblichen Herbstspaziergänge genommen. Man muss sich ja bewegen. Die Kombination aus relativ lichtstarker Normalbrennweite und Tele-Zoom ist in der Tat recht praktisch und insbesondere das letztere hatte es mir angetan. Das heißt aber nicht, dass ich das Helios nur als Lückenfüller verwendet hätte.

So etwa hier bei den Blumen, die in der Sonne strahlten und die von einem wunderbaren Bokeh begleitet werden. (Helios, 1/250s, f/4.) Wie man sieht, wenn man das Helios ein bisschen abblendet, muss man nicht unbedingt den üblichen Swirl haben, auf den alle so scharf sind. Das funktioniert auch als ganz normales Objektiv. Und mal ehrlich, wer will auch ständig f/2 fotografieren? (Ja, OK, ich will schon, aber es macht manchmal halt auch einfach keinen Sinn.) Hübsches Blumenbild, jedenfalls. Nicht, dass ich nicht schon Millionen hätte. Aber in s/w macht sich sowas direkt immer ganz anders.

Um das Tele zu verwenden, habe ich mir dann ein paar Jungbullen gesucht. (Vivitar @ ~135mm, 1/500s, f/4.) Die standen da mit ihren Eltern herum und grasten friedlich. Kühe strahlen ja immer eine gewisse Gelassenheit aus. Und das Tele macht hier einen guten Eindruck, finde ich. Macht durchaus brauchbare Bilder. Mehr muss ich glaube ich gar nicht dazu sagen.


Es war Herbst, der Mais war reif, dahinter erhoben sich die Masten, da habe ich mir gedacht, ich mache mal ein Bild von aufstrebenden Dingen. (Helios, 1/1000s, f/4.) Hat nicht ganz so gut funktioniert, wie ich mir das erhofft hatte. Die Separation zwischen Vorder- und Hintergrund könnte besser sein. Und ein anderer Winkel vielleicht auch noch. Das üben wir noch mal. In bunt und auf Digital kommt das besser raus, was ich hier versucht habe. Naja, ist ja bald wieder Herbst! ;-)

Aber wenn man schon mal unter den Masten durch wandert, kann man auch mal den Blick nach oben wenden. (Helios, 1/1000s, f/5,6.) Bin erstaunt, dass der Foma 200 hier so gut wirkt, obwohl ich ihn nur im billigen Adonal entwickelt habe. Sollte ich mal wieder öfter machen. Habe in letzter Zeit immer so viele unterschiedliche Entwickler getestet, aber eigentlich ist die alte Stinkesuppe gar nicht so schlecht, wenn man mal eben schnell zwischendurch einen Film durchziehen will. Vor allem hat man dann keinen Ansatz, der langsam vor sich hin gammelt.


Dann zwei Mal Trecker. (Beide: Helios, 1/1000s, f/4.) Ja, es war Herbst und die haben ihr Korn rein geholt. Oder war es besagter Mais? Bei beiden stimmt die Belichtung nicht so ganz, aber das liegt auch daran, dass ich sie mehr oder weniger einfach geraten hatte. Beides sind Schnappschüsse und an der Mamiya ist ja noch immer das Batteriefach abgerostet. Ach Mensch, wenn ich doch nur mal endlich dazu käme, solche Dinge zu fixen! Man hat ja nie Zeit! Dummes Internet! ;-)

Auf das nächste Foto bin ich einigermaßen stolz, denn da habe ich die Pferde sehr schön eingefangen, finde ich doch mal. (Vivitar @ 205mm, 1/1000s, f/4.) Selbst, dass die Masten im Hintergrund mal wieder ein bisschen schief sind, stört mich nur minimal. Sehr stimmungsvoll. Und für diesen Film und meine Blindheit ist das Vivitar ausreichend scharf, auch (fast) weit offen.


Wer auch immer, den Handschuh da so neben das Verbotsschild gehängt hat: Ich bin ja direkt dabei, Verboten den Mittelfinger zu zeigen! (Helios, 1/500s, f/2,8.) (Ich gender, wann immer ich will! ;-)) Jedenfalls auch sein sehr gelungenes Bild, finde ich. Das Helios macht einen guten Eindruck nach der Reinigung.

Schmetterlinge sollte man ja eigentlich in bunt fotografieren, dann findet man sie auf den Brombeerblättern auch besser wieder. (Vivitar @ 205mm, 1/250s, f/5,6.) So konnte ich hier aber mal den auf dem Objektivtubus prominent beworbenen Makro-Modus testen. Gut, sie nennen es "close focus", aber wir wissen ja, was gemeint ist. Sieht gut aus: Die kleinen weißen Pünktchen an den Fühlern kommen richtig gut raus, ebenso die Adern auf den Blätter. Mehr Auflösung hat der Film halt nicht. Auf jeden Fall aber hübsch, so ein Schmetterling!

Da ich den Makro-Modus eh gerade an hatte, gleich nebenan mal die Blüten des bösartigen Springkrauts dokumentiert. (Vivitar @ 205mm, 1/250s, f/5,6.) Auch hier: Erschreckend gut! Die Stärken dieser Optik liegen offenbar im Nahbereich. Hübsch sind die Blüten ja, aber das Zeug verbreitet sich ja wie die Pest! Da können auch schöne Fotos nichts dran ändern!


Die Pferde sind leider unscharf. (Vivitar @ 205mm, 1/500s, f/5,6.) Scheinbar habe ich hier nicht richtig fokussiert. Der Mast und die Blätter im Hintergrund sehen hingegen gut scharf aus. Keine Ahnung, hab ich geschlafen?! Wieder gedacht, dass wir einen Autofokus haben? In der Hitze des Gefechtes nicht verpassen wollen, wenn die Pferde ihren Kopf oben haben? Egal. Dabei wäre das ein brauchbares Bild geworden.

Wer meine Touren kennt, wird feststellen, dass wir an dieser Stelle bereits auf dem Rückweg waren, und so kommt jetzt mal wieder so ein ewiges Licht, das da beim Grabmale-Steinmetz an der Straße steht. (Vivitar @ 205mm, 1/250s, f/4.) Hauptsächlich war hier ein Test des Gegenlichtverhaltens meine Intention. Weil, so direkt in den Schatten hinein mit der Sonne vor einem, das ist schon harter Stoff! Aber so konnte ich das Licht im Glas einfangen. Erkauf wird das Ganze dann aber durch fehlenden Kontrast bzw Überstrahlung im Hintergrund. Aber für ein altes, analoges und vor allem kostenloses Tele-Zoom: Ich beschwere mich nicht! ;-)

Jesus braucht ganz dringend mal einen Satz neuer Nägel, so schief wie der da hängt! (Helios, 1/125s, f/2.) Ja, hier habt ihr es endlich: Swirly Bokeh! Auch wenn davon im Hintergrund nur mäßig viel zu sehen ist, weil der Grabstein die meiste Fläche des Negativs einnimmt. Aber ich bin immer wieder erstaunt, dass die Heliosse (Heliosen? Helisten?) weit offen so scharf sind und gleichzeitig so einen Blödsinn im Hintergrund treiben können! Immer wieder spannend! Aber ein schickes Bild, das auf jeden Fall!


Was macht der... Bagger? Ist das überhaupt ein Bagger? Oder so eine Waldmaschine zum Bäumerücken? ...da mitten auf dem Feld? (Vivitar @ ~170mm, 1/500s, f/5,6.) Musste ich jedenfalls auch mit einpacken. Weil: Alles, was wie Baumaschine aussieht, muss auf den Film oder den Sensor oder was auch immer ich gerade dabei habe! Wie so ein Süchtiger sammel ich die! ;-)

Und dann war da noch die Blindschleiche! (Helios, unbekannte Zeit, f/2.) Erstaunlich, dass die so gut erkennbar ist. Wir haben sie übrigens nach dem Foto möglichst schnell von der Straße weg befördert. Da ist es zwar sehr schön warm in der Abendsonne, aber leider ist hier auch ein wenig mehr Verkehr, als diesen Tieren gut tut!

So, und das war das letzte Bild von unserem Abendspaziergang. Nächstes Mal: Die gleiche Kombination aus Kamera und Optik auf dem Seelscheider Friedhof. Weil, da war noch Platz auf dem Film! ;-)

Schwarz-weiß und analog, Teil 298: Objektivtest im Kurpark

Foma 200 #11, September 2024
  • Mamiya DSX 1000B, Helios 44-2 2/58, Vivitar 75-205mm 1:3.8 Close Focusing Auto Zoom (beide von F)
  • Entwicklung: Adonal ca. 1+50 9:00 20°; Adofix 1+50 #16; Adoflo 1+200 1x
Ich bekomme immer wieder altes Glas vor die Füße gelegt, als wäre ich der Gott der Optik und müsste irgendwie besänftigt werden! ;-) So auch letzten Herbst, als mir F mal wieder ein paar alte Objektive in die Hand gedrückt hat. Mit dabei ein altes Vivitar Tele-Zoom. Muss ich natürlich direkt testen. Bei Durchgängig f/3,8 erwarte ich auf jeden Fall schon mal ein bisschen Vintage-Retro-Feeling. Da ich auch noch immer sein frisch gereinigtes Helios hier rum liegen habe, hab ich gedacht: "Das bietet sich doch an, beide M42-Objektive gleichzeitig zu testen." Die nächstbeste Kamera, die ich da gerade liegen hatte, war die Mamiya, also warum nicht? Nachdem ich da den Aufkleber im Lichtschacht entfernt hatte, sollte die ja auch anständige Bilder machen. Gemessen sind die Bilder alle irgendwie extern, denn den Batteriehalter habe ich natürlich noch immer nicht gefixt. Sowas! ;-)

Zuerst ging es mal wieder in den Kurpark, wo die Enten schon auf mich gewartet haben. (Vivitar @ 205mm, 1/250s, f/3,8.) Direkt sieht man - neben dem Staub und den Flusen: Da dreht sich was! Ich finde das ja immer extrem spannend, wenn vintage Objektive diese altmodischen runden Swirls machen. Somit passt das Vivitar auch gut zum Helios, das macht das ja exzessiv und, meiner Meinung nach, unheimlich schön. Kaum zu glauben, dass das eine Zeit lang verpönt war, weil es eben auf eine schlechte (billige) Optik hindeutet. Ich find's cool!

Ich mein, guckt euch den Köter auf der Mauer an, wie er den Enten hinterher starrt! (Vivitar @ 250mm, 1/250s, f/3,8.) Rrrrr! Der Hund ist scharf wie Nachbars Lumpi (in den '70ern) und das Hintergrund-Bokeh dreht sich, als hätte man es in den Mixer geworfen! Einfach nur exquisit in seiner Imperfektion! Das Bild ist übrigens extra-schief, weil ich die Kamera auf die Mauer abgelegt hatte, um nicht zu verwackeln. Mit 1/250s war ich ja doch schon recht nah am Limit dessen, was ich bei diesen Brennweiten aus der Hand geschossen hin bekomme.


Das dritte Foto ist dann wieder eine Ente. (Vivitar @ 250mm, 1/250s, f/3,8.) Hier merkt man: Wenn der Abstand zwischen Hintergrund und Motiv nicht so ganz genau stimmt, dann dreht es sich auch nicht im Hintergrund. Insgesamt erscheint mir die Ente hier auch nicht ganz so scharf wie in den Bildern davor. Das liegt wahrscheinlich mal wieder an mir und meiner Kurzsichtigkeit. Nach diesen drei Bildern mit dem Tele am Maximum der Brennweite und zudem weit offen lässt sich aber schon mal feststellen: Die Schärfe ist zumindest befriedigend, wenn auch nicht gut. Für das Bokeh muss man Fan sein, so wie ich. Es gibt sicher viele Leute, die das nicht mögen, aber gerade in den letzten Jahren ist es ja wieder modern geworden. Da gibt es ja genügend Beispiele für in Film und Fernsehen. Insofern haben sich die Sehgewohnheiten, gerade der jüngeren Generation, wieder ein bisschen zurück orientiert, nachdem eine Zeit lang ja alles digital glattgeleckt war. (Ein erschreckender Trend, der mit der zunehmenden AI-fizierung nur noch schrecklicher wird: In letzter Zeit begegnen mir immer wieder Stills aus alten Fernsehserien, die einmal mit die künstliche Intelligenz vergewaltigt wurden, um sämtliches Grain und die Persönlichkeit der Schauspieler nachträglich zu entfernen. Schrecklich!)

Bevor ich de Kurpark verlassen habe, habe ich aber auch kurz mal das Helios montiert und eine kleine Entenszene vom Teich gemacht. (Helios, 1/500s, f/4.) Wie man sieht, die Reinigung hat ihm nicht geschadet, es ist scharf, wie ich das von einem Helios gewohnt bin, zumindest bei 2 EV abgeblendet. Ich scheine da alles richtig gemacht zu haben, als ich erst den Pilz umgebracht und dann die Linsen wieder zusammen gesetzt habe.


Weiter ging es dann bis hinten an die Müllverwertung/Kiesgruben kurz vor St. Augustin, wo ich mich in die Brennnesseln gestürzt habe, um mit dem ja doch relativ langen Sowjet-Objektiv das Umspann-Gebäude (oder was geht da drin ab?) ganz drauf zu bekommen. (Helios, 1/1000s, f/4.) Sieht gut aus. Der Schattenwurf vom Mast ist genau so, wie ich mir das gewünscht habe. Die Graffiti sind schön scharf und der Himmel ist stahlblau (also zumindest in meiner Phantasie; ich weiß ja, wie das Wetter an dem Tag war). Gutes Bild, und die Brennnesseln am unteren Rand sind sogar noch ein kleiner Bonus.

Kurz vorm Quadenhofer ist ein Kindergarten, der Buntstifte statt Zaunlatten hat. (Helios, 1/1000s, f/4.) Auch hier habe ich nichts an der technischen Leistung der Optik auszusetzen, nur an mir selber, dass ich es wieder nicht geschafft habe, die Kamera gerade zu halten. Ansonsten: Gutes Bild.

Den Quadenhofer selber habe ich dann auch noch mit genommen, auch wenn der hinter dem ganzen Efeu kaum zu erkennen ist. (Helios, 1/1000s, f/4.) Wie man sehen kann, habe ich, nachdem die Lichtverhältnisse einmal geklärt waren, kaum noch was variiert. Ist halt auch einfacher: Einmal messen, immer fotografieren! Diesen ganzen neumodischen Schnickschnack wie TTL-Messung braucht man ja auch eigentlich gar nicht! :-D Jedenfalls nicht für das richtige Retro-Feeling!


In den Siegauen habe ich dann versucht, den Jesus etwas mit swirligem Bokeh einzurahmen, was aber nur so mäßig geklappt hat. (Helios, 1/250s, f/2.) Ich hatte das mal besser raus, wie viel Abstand man zwischen Motiv und Hintergrund braucht. Wie man aber sieht, bei dunkleren Motiven muss man natürlich ein bisschen nachjustieren, was die Belichtungszeit angeht. Auch wenn das Bild hier im Allgemeinen ein bisschen zu hell geraten ist. Da hätte ich durchaus noch eine Blende runter nehmen können und bei 1/500s belichten sollen.

Nebenan wendete der Bauer gerade sein Heu. (Vivitar @ 205mm, 1/250s, f/5,6.) Eine Gelegenheit, bei mehr Licht mal eine Blende abzublenden. So richtig geholfen hat es nicht, aber ich scheine auch den Wald scharf gestellt zu haben statt des Treckers! Wieder mein Fehler, man muss das ja auch zugeben können. Schnappschüsse mit voll analogen Kameras und ohne AF sind halt auch nicht ganz so leicht. Man sieht aber, die Brennweite ist schon ganz brauchbar. (Was erzähle ich: Sonst würde ich ja nicht so häufig mit meinem Nikkor 200 rumlaufen!)

Was das Teil kann, wenn man es schafft, es richtig scharf zu stellen, sieht man dann schließlich bei der Kuh unterm Baum. (Vivitar @ 205mm, 1/250s, f/5,6.) Scharf (für die 1970er) und insgesamt recht ausgeglichen. Das Bokeh ist auch nicht zu aufdringlich. Gefällt mir gut.


Am Allner See gab es dann noch einen oder mehrere Schwäne; das hier ist Nummer 1. (Vivitar @ ~140mm. 1/250s, f/8.) Habe hier mal ein Bild bei mittlerer Brennweite und gut abgeblendet gemacht, obwohl man Mensch und Tier ja sonst eher bei Blende Vier aufs Zelluloid brennt. Dachte mir, so kann ich mal testen, was die Schärfe sagt, wenn man es eben ein bisschen dunkler einstellt. Uns sie ist gut. OK, bei f/8 wäre alles andere ja auch unverzeihlich. Und auch insgesamt stört es nicht so sehr, dass der Hintergrund relativ scharf geblieben ist, es handelt sich ja nur um die Wasseroberfläche, die sowieso ein nettes Muster mitbringt. Gefälliges Bild.

Auch hier gibt es Stockenten, die ich mit dem Zoom mal wieder maximal heran geholt habe, wegen der Details. (Vivitar @ 205mm, 1/500s, f/8.) Wegen Gegenlicht habe ich eine Blende schneller belichtet, was den Enten aber vielleicht nicht ganz so gut getan hat. Ich vergesse immer, dass der Foma in den dunkeln Bereichen recht wenig Struktur bietet. So sind es schon eher Silhouetten-Enten geworden. Aber da kann das Objektiv ja nichts dafür, nur der Fotograf. Denn die Optik macht auch hier den gleichen brauchbaren Eindruck, wie das Foto oben, das bei f/8 entstanden ist, nur dass eben auf Grund der höheren Brennweite das Wasser eben doch etwas unschärfer rüber kommt.

Auf das folgende Foto bin ich besonders stolz: Gummi-Latschen am Ufer. (Vivitar @ ~110mm, 1/500s, f/5,6.) Statt hier weiter abzublenden, habe ich es bei f/5,6 belassen und stattdessen lieber etwas mehr Unschärfe in den Hintergrund geholt, was die relativ kurze Brennweite ausgleichen sollte. Und das hat meines Erachtens auch sehr gut funktioniert. Ein sehr gutes Foto, das Beste auf der Rolle bisher, finde ich! Sollte ich einen Abzug von machen, wenn die Winterabende wieder länger werden. ;-) Ich bin übrigens erstaunt, dass das Vivitar bei praktisch allen Entfernungen, Blenden und Brennweiten, die ich bisher verwendet habe, kaum bis keine Vignettierung zeigt. Das ist bei einem so alten Objektiv mit durchgängiger Lichtstärke nicht unbedingt immer gegeben. Auch hier scheint sich F damals bei den Drittanbietern um eines der besseren bemüht zu haben.



Um die Brennweiten dann auch tatsächlich mal alle (lol) durch getestet zu haben, hier noch ein Mülleimer am Minimum. (Vivitar @ 75mm, 1/60s, f/3,8.) Ab ins Körbchen! Dabei ist das Bild erstaunlich gut geworden, was ich so gar nicht erwartet hatte. Schließlich bin ich für mein Können schon unter der minimalen Belichtungszeit. (Ich hab ja immer lieber 1/Belichtungszeit*2. Aber hier, beim Mülleimer, der auch nicht einfach so weg laufen kann, hats ganz gut funktioniert, oder? Und auch hier: Keine Vignettierung, was ich bei weit offen am unteren Rand eigentlich erwartet hatte.

Und zum Schluss noch Schwan Nummer 2, der auf dem Wasser dümpelte. (Vivitar, unbekannte Brennweite (lang), 1/1000s, f/8.) Ich nehme an, dass ich das Bild bei oder zumindest knapp vor den maximalen 205mm gemacht habe, denn die Wellen am oberen Rand werden doch schon recht unscharf für f/8. Dass das Objektiv abgeblendet recht scharf wird, sieht man gut an der Schwanzfeder. Auch sonst macht es eigentlich einen ganz abgerundeten Eindruck.

Fazit (vorläufig): Das Helios ist sauber und funktioniert. Das Vivitar war nie dreckig und funktioniert ebenfalls. Macht sogar recht gefällige Bilder. Beides jeweils ein guter Fang. Dank an dieser Stelle noch Mal an F!

Nächstes Mal werden beide Objektive einem Test rund um Lanzenbach unterzogen.

Schwarz-weiß und analog, Teil 296b: Allner See und Rückweg

Foma 100 #53, 14. September 2024
  • Minolta Dynax 300si, Minolta AF Zoom 35-70mm F:3.5(22)-4.5, Sigma DL Zoom 75-300mm 1:4-5.6
  • Entwicklung: Adonal ca. 1+42 8:30 20°; Adofix 1+50 #15 7:00; Adoflo 1+200
Weiter gehts! Wo war ich? Auf dem Stadtfest in Hennef, auf dem Weg zum Allner See. Dafür sind wir kurz über die Hauptstraße, an der sich eigentlich sämtliches Leben in Hennef aufreiht, in Richtung des Horstmannstegs und über diesen drüber.

Auf dem Weg begegnete uns diese bepflanzte Hose. (75-300mm @ ~120mm, Programmmodus.) Albern, ja, aber was man alles aus einer alten Jeans machen kann. Das ist es also, was die mit Upcycling meinen! ;-) Ein paar Meter die Straße runter hat uns dann noch dieses Reh begeistert angeschaut, das dort zum Verkauf stand. (75-300mm @ 300mm, Programmmodus.) Mit dem Tele bewaffnet kann man tatsächlich einigermaßen sneaky sein und Fotos aus dem Hinterhalt schießen. Ich glaube nämlich nicht, dass die verkaufende Person mich bemerkt hat.


Und dann an der Siegpromenade noch eine Stockente erwischt. (75-300mm @ 300mm, Makromodus.) Auch hier bezweifle ich wieder, dass der Kamera groß eine Wahl geblieben ist: Bei der Brennweite und der Filmempfindlichkeit wird ihr kaum was anderes als Offenblende geblieben sein. Ausprobieren wollte ich den Makromodus trotzdem mal und die Ente war so nah, dass ich tatsächlich in den entsprechend markierten Bereich auf der Entfernungsskala des Objektivs hinein gekommen bin. Interessant, wie gut der billige Foma im billigen Adonal die Muster im Gefieder abbilden kann, die zuvor durch ein billiges Telezoom gegangen sind und von einer billigen Kamera gemessen wurde. Man merkt: Es muss nicht immer die allerteuerste Ausrüstung sein. (Auch wenn ich zumindest einen halbautomatischen Modus doch schon schwer vermisse! Oder zumindest ein Programm-Shift! Oder zumindest eine Anzeige im Sucher, welche Blende/Zeit die Kamera denn tatsächlich gewählt hat! Ich bin ja bescheiden! ;-))

Nachdem wir dann die Sieg hinter uns gelassen hatten und am Allner See waren, konnte ich mich ganz auf die Schwäne (und die anderen Wasservögel) konzentrieren. (75-300mm @ ~135mm, Programmmodus.) Die grasenden Schwäne sind ganz gut erwischt, finde ich, so mit der Einrahmung aus Baum und Seeufer und Gebüsch. Frage mich nur, weshalb ich bei dieser Kamera so Probleme habe, die zumindest einigermaßen gerade zu halten. Ich mein, da oben hatten wir ja schon Fotos, die schräg waren, aber das hier? Habe mich zu sehr am vorderen Ufer orientiert, hätte mehr auf die Wellen auf dem Wasser achten sollen!


Und das da in der Mitte ist ein Haubentaucher! (75-300mm @ 300mm, Portraitmodus.) Wieso ich den im Portraitmodus gemacht habe? Ich kann mich nicht erinnern! Wahrscheinlich hatte ich die Kamera bereits auf das Schwanenportrait (nächstes Bild, 75-300mm @ 300mm, Portraitmodus) eingestellt, als ich den Haubentaucher gesehen ahbe. Dafür ist das nämlich der korrekte Modus und da wirkt der auch ganz gut. Besonders der zweite Schwan im Hintergrund, der praktisch die gleiche Bewegung simultan ausführt, aber schon ein wenig unscharf daher kommt, machen das zu einem guten Bild. Der Haubentaucher hingegen war eigentlich viel zu weit weg, auch für die 300mm. Die Auflösung des Films reicht da dann doch nicht mehr, um die feinsten Details sichtbar zu machen. (Ich sag ja nicht, dass Digitalkameras keine Vorteile hätten. Einer ist definitiv die Auflösung. Aber das erkauf man sich halt mit einem recht sterilen Feeling, finde ich.)

Sind dann jedenfalls noch einmal um den See gelaufen, weil wir uns scheinbar noch nicht genug bewegt hatten, und dabei sind mir diese getrockneten Blüten vor die Linse gelaufen. (75-300mm @ ~250mm, Makromodus.) Wäre ein tolles Bild, wenn es nicht verwackelt wäre. So ist es ein hervorragendes Beispiel für das, was so eine Kamera nicht kann: Sehr helle, verteilte Objekte wie diese Blüte vor einem sehr dunklen Hintergrund richtig ausmessen. Da wäre sicher noch eine EV Luft nach oben gewesen, aber ohne eine Möglichkeit zum manuellen Eingreifen muss ich halt mit dem leben, was die Kamera sich ausdenkt. Schlimmer noch: Da sie mir auch keine Anzeige zu Zeit und Blende liefert, weiß ich nicht mal, dass das so nicht funktioniert. Insofern ist sie eben doch nicht intelligenter als jede dahergelaufene Kompakt-Knipse.


Besser klappt es auf jeden Fall mit einigermaßen gleichmäßig beleuchteten Objekten wie dem Schild an der Autobahnbrücke über die Sieg. (75-300mm @ 75mm, Programmmodus.) Am kurzen Ende ist das Telezoom auch sehr viel schärfer und kontrastiger als am langen, habe ich den Eindruck. Vergleiche ich das nämlich zB mit dem Raben auf dem nächsten Foto (75-300mm @ 300mm, Programmmodus), fällt doch eine gewisse Weichheit auf, die ich nur bedingt auf den Film schieben kann. Wobei der Vogel aber an sich ein gutes Motiv abgibt, wie er da so auf dem kahlen Ast sitzt.

Von hier draußen am See hatte man nebenbei auch einen sehr guten Blick auf das Riesenrad, das es zwar schafft, über die Wipfel der Bäume an der Sieg hinauszuragen, aber eigentlich doch recht klein wirkt. (75-300mm @ 300mm, Programmmodus.) Das war jedenfalls mein Gegenlichttest und sowohl Kamera als auch Optik bestehen diesen. Könnte etwas kontrastreicher sein, aber dafür, dass hier ja tatsächlich fast genau in die Sonne fotografiert habe, kann man immerhin sehr viele Details erkennen.


Von hier aus ging es dann zurück über den Horstmannsteg in die Stadt, denn so langsam wollten wir auch mal wieder nach Hause, was vom Allner See ja schon ein ganz schöner Marsch ist. Unterwegs fiel mir dann dieses Bierglas auf und wenn ich verlassene Gläser oder Flaschen sehe, ist das ja fast wie mit Fahrrädern, Vespas oder Schildern: Draufhalten! (75-300mm @ ~135mm, Programmmodus.) Außerdem war hier ja abzusehen, dass ich den Film noch voll bekommen würde, damit ich ihn gleich auch entwickeln konnte.

Unser Weg führte uns dann am Bahnübergang entlang, wo die Bühne aufgebaut war, auf der die Band gespielt hat. (75-300mm @ ~85mm, Programmmodus.) Gesponsort von einem Geldinstitut, wie man sieht. Die haben auch zu viel Geld! ;-) (Ja ach, ist 'ne Bank!) Die haben sich jedenfalls Mühe gegeben. Und sich erstaunlich schnell bewegt: Die Hand des Sängers ist tatsächlich verwischt, weil er gerade auf seiner Gitarre schrummelt. Wobei das Bild auch an sich ein bisschen verwackelt ist. Die Bühne war scheinbar nicht sonderlich hell!


Und schließlich auf dem Heimweg noch den Jesus jenseits der Warth mitgenommen, der damals noch von Blättern umgeben war. (75-300mm @ 75mm, Portraitmodus.) Heutzutage haben die den Baum so gestutzt, dass der Herr fast vollständig im Freien steht. Schade, denn mit den Blättern im Hintergrund ist das viel lockerer! Überhaupt, meine Affinität zu Fotos von Kruzifixen ist auch schon pathologisch. Das ist wie mit besagten Fahrrädern, Schildern und Vespas! ;-) Leider etwas verwackelt, weil doch sehr schattig an der Stelle, selbst für 75mm.

So, das war der Film. Nächstes Mal noch mehr Kirmes. Pützchens Markt stand vor der Tür, da habe ich schon wieder eine Minolta mit genommen. Dieses Mal aber eine alte ohne AF und dafür mit dem anderen Objektiv, das ich vom F aus dem Trekdinner bekommen hatte: Ein Cosina Universalzoom. Nannte man das damals schon Reisezoom? Egal. 28-210mm ist jedenfalls ein verdammt großer Brennweitenbereich!

Schwarz-weiß und analog, Teil 296a: Stadtfest Hennef und Umgebung

Foma 100 #53, 14. September 2024
  • Minolta Dynax 300si, Minolta AF Zoom 35-70mm F:3.5(22)-4.5, Sigma DL Zoom 75-300mm 1:4-5.6
  • Entwicklung: Adonal ca. 1+42 8:30 20°; Adofix 1+50 #15 7:00; Adoflo 1+200
Der Sinn hinter dem heutigen Eintrag: Wie lang habe ich schon gesagt, dass ich auch mal die alte Kamera vom Schwiegervater testen sollte, obwohl das nur so eine schnöde Minolta 300si ist, die außer Programm-Modus gar nichts kann? Ebenso das dazugehörige Kit-Normal-Zoom? Und da traf es sich ganz gut, dass der F vom Trekdinner mir dieses hübsche "kleine" Telezoom von Sigma in die Hand gedrückt hatte, da konnte ich auch das gleich mal testen.

Der Anlass: Stadtfest in Hennef. Da habe ich mir gedacht: Da gibt es sicherlich genug Gelegenheiten, ein paar Bilder zu verschießen. Dabei raus gekommen ist ein ganzer Film! Hatte ich auch nicht mit gerechnet. Aber was solls? Die Bilder sind durchweg interessant geworden. Vor allem bin ich erstaunt, dass die kleine Minolta im Prinzip ähnlich belichtet hat, wie ich das auch getan hätte, wo möglich. Soll heißen: Sie kommt halt nur bis 1/2000s maximal, was aber grundsätzlich ja völlig ausreichend ist und ich mir diesen eher lichtschwachen Objektiven eh nicht ausnutzen kann, selbst bei bestem Licht, insbesondere wenn ich einen 100er Film eingelegt habe.

Aber fangen wir gleich mal mit den Fotos an. Das erste ist von den Töpfen, die zum Schutz auf den Zaunpfählen unten bei den Nachbarn am Ende der Höhenstraße stecken. (35-70mm @ ~55mm. Mehr weiß ich nicht. Die Kamera ist nicht sehr gesprächig und sagt nichts zur verwendeten Zeit oder Blende.) Da wir hier ein einigermaßen weiches Bokeh haben, nehme ich an, dass die Kamera hier nicht zu weit abgeblendet hat. Könnte um f/5,6 sein, aber das ist reine Spekulation. Der Sinn der Übung war aber ja auch eben gerade, dass ich die Kamera genau so verwende, wie sie von meinem Schwiegervater jahrelang benutzt wurde: Im ganz normalen Programm-Modus, ohne eines der anderen vier oder fünf Motivprogramme. Und dafür sieht das doch ganz gut aus, finde ich. Das kleine Normalzoom, das zum Kit gehörte, macht zudem einen erstaunlich scharfen Eindruck. Ich erinnere mich dran, dass die Bilder, die er mit nach Hause gebracht hat, eigentlich auch immer alle durch die Bank OK gewesen sind. Da hat Minolta also damals ein ganz brauchbares Kit-Objektiv zu dieser Einsteigerkamera dazu gelegt, das man vielleicht sogar hätte weiter verwenden wollen, wenn man später auf eine größere Kamera geupgradet hätte. (Nicht, dass da bereits schon das Ende der analogen Zeit abzusehen gewesen wäre und sich viele Leute, die sich 1996 noch für diese Kamera entschieden haben, stattdessen um das Jahr 2000 herum zu einer der ersten Digital-Knipsomaten gegriffen hätten.)


Und dann saß da plötzlich dieser Vogel auf dem Pfosten. (75-300mm @ 300mm.) Da sag ich nicht nein! Gleich das richtige Motiv, um das Telezoom auszupacken. Zu dem muss ich ja auch nicht allzu viel sagen, denn dass das was kann, habe ich mit dem Adapter auf der α7 ja auch schon gezeigt. Das größte Manko ist halt - wie bei all diesen Consumer-Zooms - die geringe Lichtstärke. Aber eines mit f/4 kostet eben auch 4x so viel! Der Vogel jedenfalls macht einen sehr guten Eindruck! Gute Schärfe, nettes Bokeh, gut belichtet. Brauchbar. Das gleiche gilt auch für die Kühe am anderen Ende der Weide. (75-300mm @ 300mm.) Muh! Alles ist gut. Vielleicht ein bisschen verwackelt, aber das ist bei der Entfernung und dem langsamen Film durchaus im Bereich des möglichen.

Jetzt Blätter: Efeu am Strauch. (35-70mm @ 70mm.) Auch am "langen" Ende der Normalbrennweite macht das Objektiv einen ganz guten Eindruck! Ja, die Dinger waren Mitte der '90er gar nicht so unbrauchbar, wie ich immer tue. Schön scharf und zugleich ein brauchbares Maß an Hintergrundunschärfe. (Die Blende scheint ganz rund zu sein, deswegen tippe ich auf weit offen.) Da künstlerische/künstliche Gegenstück ist das Blatt auf dem Garagentor direkt um die Ecke. (35-70mm @ 35mm.) Hier habe ich mal den Weitwinkel-Bereich getestet, um herauszufinden, was die Verzerrungen so zu sagen haben, die man an den geraden Linien durchaus sehen können müsste. Zugegeben, ich stand auch mal wieder nicht wirklich gerade vor dem Garagentor, aber das verstärkt den Weitwinkeleindruck mit seiner Tonnigkeit nur noch mehr. Das Tor ist schon ziemlich bauchig! Irgendwo musste man wohl dann doch sparen, also scheinbar bei der Korrektur solcher "Fehler". Ich mein, ich setze das jetzt mal in Anführungszeichen, denn es ist natürlich auch sehr toll als Stilmittel einsetzbar. Und ansonsten überzeugt mich dieses kleine Stück in Plastik gewickeltes Glas bisher eigentlich durchweg. Ich sollte das mal an die Digitale ansetzen und schauen, was es da so kann!


Irgendwann kamen wir dann endlich in der Stadt an und mussten - wie immer - erst mal an der Schranke warten, bis nach 10 Jahrzehnten endlich mal der Zug kam. (35-70mm @ 70mm, Sportmodus.) Züge sind schnell, deswegen habe ich den Sportmodus aktiviert. Aber selbst offen wundert es mich, dass das Bild auf dem 100er Film so scharf geworden ist. Gut, hier am Bahnübergang fahren die jetzt auch nicht Spitzengeschwindigkeit und da es sich wohl um eine Lokverlegung gehandelt hat, schon mal gar nicht. Also, zumindest nehme ich mal an, dass die bei einem solchen Transport von drei aneinander gehängten Lokomotiven langsamer fahren müssen, weil, die Dinger sind schwer! Ansonsten: Mal wieder leicht schief, also alles wie immer. ;-)

Warum haben wir eigentlich damals keine dieser zu-verschenken-Kisten mitgenommen? (35-70mm @ 35mm, Portraitmodus.) Die hätten hervorragend geholfen, als wir den Schrank demontiert haben! Den Portrait-Modus habe ich in der Hoffnung aktiviert, dadurch etwas Unschärfe in den Hintergrund zu kriegen. Hat nur mäßig funktioniert. Die Kisten selber sind aber wieder schön scharf. Ein paar Meter weiter habe ich dann noch ein beblumenkastetes Fenster mit mitgenommen. (35-70mm @ 35mm.) Auch hier kann man sehen, dass im Weitwinkelbereich die Tonnenverzerrungen schon durchaus sehr sichtbar werden. Könnte glatt ein Fischauge sein! (Nicht ganz.) ;-)


Dann aber endlich Bilder aus der Start vom Fest: Klappliegen.(35-70mm @ ~45mm, Portraitmodus.) Auch hier hat das mit dem unscharfen Hintergrund nicht so ganz geklappt. Die Kombination aus Kamera und Linse ist dafür ja auch tatsächlich eher ungeeignet, zumindest bei den kürzeren Brennweiten. Aber wenn man nichts anderes hat, was soll man machen? Es handelt sich schließlich um einen Testfilm! Das Baustoffmaskottchen hingegen ist schon ganz gut gegen den Hintergrund freigestellt. (35-70mm @ 35mm, Portraitmodus.) Hier hat es geholfen, so nah wie irgend möglich ran zu gehen. Obwohl durchaus noch ein Schritt drin gewesen wäre. Aber es war ja eh schon auf der Flucht! ;-)

Den flatternden Barbershopbarbier habe ich dann mal wieder versucht, sportlich zu nehmen, mit mäßigem Erfolg. (35-70mm @ 70mm, Sportmodus.) Sowohl die Unschärfe im Hintergrund lässt zu wünschen übrig, trotz der langen Brennweite, und zugleich ist seine Flatterhand trotzdem unscharf. Gut, so habe ich die Bewegung eingefangen, was aus künstlerischer Sicht ja ganz OK ist, aber der Test war eben zu sehen, ob ich die Hand eingefroren bekomme. Antwort: Nein. Da sind die Hexen-Besen einfacher: Die bewegen sich nicht. (35-70mm @ 35mm.) Nach den Bildern vom Garagentor und dem Blumenkasten hatte ich hier mit mehr Tonne gerechnet, aber zwischen den vielen aufrechten Stilen geht es eigentlich ganz gut. Ja, gerade sind die nicht, aber es fällt tatsächlich im Gewusel weniger auf.


Stoffviecher müssen auch mal portraitiert werden, wenn die da schon so abhängen. (35-70mm @ 35mm, Portraitmodus.) Ich wusste gar nicht, dass Pikatchu und Minnie Mouse eine Affäre haben! AUF DEM COLDPLAY-KONZERT! (Die Referenz wird in einem Jahr keiner mehr verstehen! ;-)) Aber ansonsten ein gutes Foto, bei dem der Portrait-Modus genau das gemacht hat, was er sollte. Beim Panda hat es auch einigermaßen funktioniert, aber eben nur einigermaßen. (35-70mm @ 70mm, Portraitmodus.) Ich musste jedenfalls nachträglich die Gesichter der Kinder im Hintergrund unkenntlich machen. Die habe ich übrigens mal wieder nicht gesehen, weil der Sucher keine 100% abdeckt und plötzlich standen sie hinter dem Panda! Mist!

Besser klappt das dann schon mit Stitch, auch wenn man auf dem s/w-Foto natürlich die blaue Farbe nicht sehen kann. (35-70mm @ 70mm, Portraitmodus.) Auch hier: Auf die kürzere Distanz kann man auch mit so einem Normalzoom einigermaßen Unschärfe im Hintergrund produzieren. Hübsch, jedenfalls. Nebenan gab es dann auch Flammlachs. (35-70mm @ 70mm, Sportmodus, Blitz.) Und wenn man schon einen eingebauten Blitz hat, kann man ihn auch benutzen. Das hat erstaunlich gut funktioniert! Die Flammen insbesonders kommen richtig gut raus, und auch die Reflexion des Blitzes an der hinteren Wand macht richtig was her. Normalerweise sind Blitzfotos mit eingebauten Aufklappblitzen ja immer eher meehh, aber hier: Gefällt mir gut.


Dann aber wieder zurück zu Plüschtieren, in diesem Fall Faultiere! (35-70mm @ 70mm, Portraitmodus.) Faultiere sind ja auch ziemlich krass. Mist, jetzt, wo ich das so sehe, wünschte ich mir, ich hätte einen mitgenommen! Ahh, noch ein Staubfänger! :-D Vielleicht doch lieber eine Schlange. (35-70mm @ 70mm, Portraitmodus.) Beide Bilder gefallen mir ganz gut, auch hier hat der Portraitmodus sehr gut funktioniert. Gut, der Hintergrund könnte gerne noch cremiger sein, aber auch so: Hübsch!

Dann sind wir irgendwann noch um die Ecke und haben auf dem Parkplatz vom Drogeriemarkt Nessy fotografiert, wofür ich auch noch mal das Tele drauf gemacht habe. (75-300mm @ ~135mm, Portraitmodus.) Hübscher Drache! Auch sowas hätte ich gerne zu Hause, aber ach, kein Platz in der Scheune! ;-) Und damit man weiß, was ich da fotografiert habe, habe ich auch das Nessy-Logo gleich mit genommen. (75-300mm @ 75mm, Programmmodus.) Hat mir die Gelegenheit gegeben, das Tele bei der kürzesten Brennweite zu testen. Für Film reicht das durchaus und wie wir ja schon gesehen haben, auch für die 24 MP Alpha. Bleibt nur die Frage: Warum hat das Logo oben an der Nessy ein M? Ist Nessy eigentlich ein Messy?! :-D


Vor dem Wolleladen in der Querstraße zum Markt stand dann auch noch so ein kleines Kinderfahrrad rum, mit Luftballon am Lenker. (35-70mm @ ~50mm, Portraitmodus.) Ich mag Fahrräder ja, insbesondere die kleinen, da kann ich nie dran vorbei gehen, ohne ein Foto zu machen. Aber warum ist das mit der Nummer 18 eigentlich hier runter hinter die 22 gerutscht? Hm, ich werde meine Gründe gehabt haben! ;-)

Die Fotos in der folgenden Reihe sind jedenfalls noch auf dem Parkplatz vor dem DM entstanden. Der Stern zB gehört glaube ich zum Autoscooter? (75-300mm @ ~135mm, Programmmodus.) Wer alle kaputten Birnchen findet, darf sie behalten. Also, die kaputten. Die braucht ja eh sonst keiner mehr! ;-) Finde aber, dass dieses Lichtspiel ansonsten recht gut auf dem Film wirkt. Wobei ich den Eindruck habe, dass die Belichtungszeit schon ein ganz kleines bisschen zu lang war: Gerade die kleineren Punktlichter scheinen ein bisschen verzogen zu sein. Kann mich nicht erinnern, ob die Kamera mich gewarnt hat. Sollte sie ja eigentlich.


Da ich das Tele schon drauf hatte, habe ich gleich noch ein weiteres Foto vom Riesenrad gemacht; ich habe ja noch nicht genug Gondeln in meiner Sammlung. (75-300mm @ 300mm, Sportmodus.) Bei bewegten Objekten habe ich tatsächlich meistens auf Sport gewechselt, auch wenn ich ja eigentlich glaube, dass das bei dem Tele eh keinen großen unterschied macht. Selbst die normale Programmautomatik wird da nicht drum hin kommen, bei einem 100er Film die Blende möglichst weit zu öffnen. Nebenan habe ich dann noch die coolen Churros mitgenommen, was meine Vermutung auch bestätigt: Das sieht sehr offen aus. (75-300mm @ 250mm, Programmmodus.) Ich mein, was hat das Objektiv bei 250mm für eine Öffnung? f/5 vielleicht? Nach viel mehr sieht das jedenfalls nicht aus. Die unscharfen Lichter im Hintergrund überlager sich leider zu sehr, als dass ich mit Sicherheit sagen könnte, dass die komplett rund sind. Außerdem verzerren die sich zu den Ecken hin schon ein ganzes Stück.

So, und weil mir der Eintrag jetzt langsam zu lang wird, unterbreche ich den hier an dieser Stelle mal. Die restlichen Bilder von diesem Tag, die thematisch nur am Rande dazu gehören, weil wir auf dem Heimweg wieder am Stadtfest vorbei gekommen sind, gibt es in einem separaten Artikel. Muss ich jetzt mal gerade etwas umdisponieren. Egal. Bilder vom Allner See also in einem eigenen Eintrag.