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Socke

Während ich das hier schreibe, bin ich noch immer krank. Und ich hab mich gerade am Tee verschluckt. Was mir eigentlich gegen den ständigen Husten helfen sollte, entpuppte sich als ganz fiese Fall! Deswegen gibt es heute nur ein einziges Foto, das glaube ich alles sagt: Die Socke am Fenster, raus starrend ins schöne Wetter, von dem ich nichts mit bekommen! (Das Bild ist schon ein paar Tage alt, aber trotzdem nehme ich das mal als Symboldarstellung meines derzeitigen Gemütszustands!)


Das Moopsie ist sowieso in letzter Zeit sehr anhänglich. Während meiner Krankheit habe ich ja jetzt praktisch ein ganze Woche - mit kurzen Unterbrechungen - auf dem Sofa verbracht, das ich praktisch komplett in Beschlag genommen habe. Einerseits, um mich ein bisschen von J fernzuhalten, um die nicht auch noch anzustecken, andererseits, weil ich mich eh nicht weiter als drei Meter bewegen konnte. Echt, was war das für ein Virus? Corona hatte ich ja noch einen Test im Bad gefunden, das war es jedenfalls nicht! Echte Grippe? Lange nicht so doll Fieber gehabt! ("...in the morning, fever all through the night!")

Jedenfalls. Der Kater kam praktisch jede Nacht und hat sich schnurrend zu mir gelegt. Scheinbar hat der gemerkt, dass es mir nicht so gut ging und ich ein wenig Zuneigung brauchte. Oder er hat sich einfach gedacht: "Cool, ein warmes Plätzchen neben dem glühenden Dosenöffner!" Man schreibt seinen Haustieren ja immer gerne menschliche Eigenschaften zu, weil man sie als Teil der Familie sieht, aber realistisch betrachtet sollte man eher von Reiz-Reaktionsverhalten ausgehen, oder? Ich weiß es nicht. Nun ist das Tier ja eh total auf mich fixiert, was die Behauptung, Katzen könnten ihre Dosenöffner nicht wirklich unterscheiden, doch schon ein Stück weit widerlegt! ;-) Jedenfalls war ich ganz froh, das Stinkerchen neben mir gehabt zu haben. Apropos, da kommt es angewatschelt und hat Hunger! Momeeeent, lass mich mal den Satz zu Ende schreiben! :-D

Flohmarkt Eitorf

Ein paar Einträge habe ich noch, die zumindest schon mal mir Bildern bestückt sind, zu denen ich also nur Text verfassen muss. Gut, wenn man ein bisschen vorgearbeitet hat. Aufgrund meiner derzeitigen, leicht fiebrigen Verfassung wird dieser Text aber nicht unbedingt so richtig sinnvoll werden, fürchte ich. Aber ich versuche es trotzdem mal. (Ich mein, ich habe mir gerade freiwillig Tee gekocht, in der Hoffnung, dass das gegen den Husten und den Nasenschnodder hilft. Ich! Tee! Menschen, die mich kennen, wissen, was das bedeutet!) ;-)

10.5.: Irgendwann, am Anfang des Monats also, da waren wir in Eitorf, weil da Flohmarkt war und wir da tatsächlich, glaube ich, soweit ich mich erinnern kann, vorher noch nie gewesen sind. Eitorf ist ja nun ähnlich groß wie Hennef, von den Einwohnerzahlen her, nur dass das hier stärker konzentriert ist auf die eigentliche Stadt, habe ich den Eindruck, während sich Hennef ja bekanntlich auf hundert Dörfer verteilt. Dementsprechend hoch waren unsere Erwartungen, was das Angebot und die Anzahl an besuchern angeht. Und wir wurden auch nicht enttäuscht: Der Andrang war recht hoch! Nun war allerdings auch das Wetter sehr gut und dementsprechend wurden viele Leute angelockt.


Ich hatte die Sony mit dem kleinen Zoom dabei, wie ich das bei Flohmärkten ja eigentlich immer so machen. Einerseits ist das 35-105er zwar nicht das beste Minolta-Objektiv, das ich in meinem Besitz habe, aber für den Zweck durchaus das Praktischste. Andererseits kann ich mit den diversen Adaptern für die Sony immer gut alte Objektive vor Ort testen und bewerten. Eine gute Kombination, also.

Der Flohmarkt selber hatte nebenbei auch so ein bisschen was von Rummel oder Stadtfest, hatte ich den Eindruck: Da war zB dieser komplett durchgetunte Amischlitten. Und das Karussel und natürlich die üblichen Stände, die man eigentlich mehr auf einem Wochenmarkt verorten würde, die frisches Obst und Gemüse zu Dumpingpreisen verschleudert haben. Wobei das ja selbst auf Flohmärkten mittlerweile inflationsbedingt nicht mehr so günstig ist, wie es noch vor zwei, drei Jahren mal war.


Wie immer lag mein Augenmerk aber mehr auf dem Entdecken alter Photographica. Und ich wurde nicht enttäuscht: Eine (wahrscheinlich) Zeiss-Balgenkamera begrüßte und schon ziemlich am Anfang, eine eher ungewöhnliche Fex-Matic kam als nächstes dazu und schon bald kam auch eine Yashica Electro 35 ins Spiel. Letztere hätte mich tatsächlich auch interessiert, nur leider war dieses Exemplar schon sehr lagergeschädigt und teilverrostet. Da habe ich dann lieber die Finger von gelassen, wie übrigens bei allem an jenem Tag. Habe mir das Geld lieber gespart. (Was angesichts des TÜV-Debakels und dem daraus resultierenden Zwang für ein neues Kfz vielleicht auch ganz gut so war.) Wobei ich ja doch noch immer extrem scharf auf die OM-2 Olympus war, die ich schon auf dem Hennefer Stadtflohmarkt gesehen hatte. Der Preis war allerdings noch immer weit über 100 Euro. Das mag angemessen sein, aber da mich eigentlich nur das 50/1.4 Zuiko interessierte, das da vorne drauf war, mir zu hoch. Dann soll jemand die nehmen, die auch den Rest davon gebrauchen kann. (Die OM-2 ist eine sehr gute Kamera und auch das 28mm, das noch in der Tasche liegt, ist ein schöne Objektiv; nur halt leider für mich eher uninteressant, weil ich beides bereits abgedeckt habe.) Ein paar Stände weiter habe ich mich mal wieder gewundert, was es alles für verschiedene Ausführungen von diesen billigen Plastik-Festfokus-sieht-aus-wie-SLR-ist-aber-gar-keine-Kameras es gibt! Diese hier kannte ich jedenfalls auch noch nicht und auch im Internet ist nichts dazu zu finden. Viel interessanter (und qualitativ hochwertiger) wäre da diese Fujica-DL100-Knipse gewesen, die ich so ca. 1982 einsortieren würde. (1983, sagt das Internet.) Die hätte ich tatsächlich fast mit genommen, aber dann habe ich mich erinnert, dass ich lieber SLRs sammle! ;-)

Danach wurde es etwas dünner, was die Kameras anging. Stattdessen gebrannte Mandeln, die ja mittlerweile auch ein vermögen kosten, selbst im Sommer, wenn eigentlich gar keine Saison dafür ist. Dass es nämlich trotz Anfang Mai schon recht warm war, sieht man zB daran, dass der Hund seinen eigenen Schattenspender bekommen hatte. Man will seine Haustiere ja nicht in der Sonne gar ziehen lassen.


Zum Schluss hin gab es dann doch noch die ein oder andere Kamera: Ein Porst, die sich bei genauerer Betrachtung als eine Fuji entpuppte, die mich auch tatsächlich interessiert hätte, weil ich da ja schon eine von habe, die aber Ladehemmungen hat, deren Objektiv aber superb ist. Aber auch hier habe ich wegen unbekannten Zustands lieber die Finger weg gelassen. Das war so ein Stand, der ansonsten eher modernen Kram verkaufte, keine Ahnung, wo er diese 1970er-Kamera gefunden hatte. Und apropos Porst, da gab es noch diese Lucky, auch nur ein paar Stände weiter. Das ist dann echt richtig rudimentär. Kann auch Spaß machen und alles diese Dinger in dieser Bauart haben ja den Vorteil, dass sie praktisch nicht kaputt gehen können, weil, was ist da schon an Technik drin? Nix! Passend dazu daneben die Porst 16mm Ratsch-Ratsch-Kamera. Ähnlich alt, aber wegen des Filmmaterials eher zu meiden, meiner Meinung nach.

Aber das eigentliche Highlight des Tages kam ganz am Schluss: Diese alte Rolleiflex! Wenn die nicht so total abgeranzt gewesen wäre, wenn wenigstens der Fokus nicht festgesteckt hätte! Aber für ebenfalls über 100€ in dem Zustand? Gut, eine Rolleiflex aus der Zeit ist das wahrscheinlich selbst in dem Zustand noch wert, aber da muss man ja mindestens das Doppelte rein stecken, um sie wieder ans laufen zu kriegen, und das sind die kosmetischen Probleme noch nicht mal behoben. (Die Mattscheibe war übrigens auch gebrochen.) Also habe ich die schweren Herzens stehen gelassen.

Statt nach Hause sind wir dann noch an die Sieg gegangen, einfach noch ein paar Meter rum laufen. Aber dazu gibt es einen eigenen Eintrag.

Neuerliches Update zum allgemeinen Weltgeschehen (Krankheit)

Was bringt man sich von der FedCon mit nach Hause? Merchandising! Und eine fette Erkältung! Man, man, man, die letzte Woche habe ich eigentlich nur rum gelegen und mein Hirn fühlt sich noch immer an wie das weiche Innere eines Champignons. Habe gestern von meiner Uhr eine Warnung bekommen, dass mein Puls für 10 Minuten 120 bps überschritten hätte, obwohl ich mich nicht bewegt habe. So hab ich mich dann auch gefühlt. Ein kurzes Nachmessen mit dem Thermometer hat dann auch jenseits von 38°C angezeigt. Hatte ich auch noch nicht, dass die rote Lampe angeht!


Schön. Schön, schön. Also eigentlich nicht. Musste heute dann tatsächlich mal das Haus verlassen, weil keine Taschentücher mehr vorhanden waren. War ein Fehler: Jetzt schwimmt wieder alles, so schwindlig ist mir. Ich fühle mich ein bisschen so wie damals, 1996, als wir von England nach Dänemark übergesetzt haben bei Windstärke "snor væk". Nur ohne das Kotzen. Das würde glatt noch fehlen! ;-)

In other news habe ich ein Übergangs-Kfz käuflich erworben und wollte es auch bereits angemeldet haben, aber da macht mir die deutsche Bürokratie mitsamt dem Fachkräftemangel einen Strich durch die Rechnung: Das von mir gewählte Fahrzeug ist leider vor 2015 gebaut worden, sodass das noch nicht diesen Sicherheits-Sticker auf dem Fahrzeugbrief hat, mit dem man das online machen könnte. Also muss ich jetzt bis zum 9.6. warten, da war der erste freie Termin in Siegburg zu kriegen.

Es ist dann übrigens der kleine Aygo geworden, von dem ich schon berichtet hatte. Alles andere, was ich mir so angeschaut hatte, war irgendwie nicht nach meinem Geschmack. Ich wollte mir ja den etwas neueren C1 anschauen, der Euskirchen steht: Kommen wir da hin, erst mal totale Apathie seitens des Personals, dann macht er mir rote Kennzeichen da drauf, ich fahr zwanzig Meter vom Hof runter, geht die Motorkontrollleuchte an! Ja, nein, danke, no sale. Deswegen lieber so. Die Dame, die den Aygo vorher gefahren ist, hat fast geheult, als ich ihn dann tatsächlich genommen habe, was glaube ich für die Haltbarkeit des Auto ein gutes Zeichen ist. ;-) Muss ja nur ein halbes Jahr... Wir werden sehen...

Ich jedenfalls geh jetzt wieder ins Bett. Wenn die nächsten Tage keine Artikel hier auftauchen sollten: Ich habe einfach keine Fotos gemacht und im Krankenlager ist es auch langweilig. Ist zwar blöd, diesen jahrelangen Streak zu unterbrechen, aber wenn man krank ist, was willste machen? Vielleicht habe ich noch ein paar Katzenfotos! ;-)

Gevabox (1951) - Innenleben und Ölung

Der Verschluss an dieser Gevabox ist mindestens langsam, wenn nicht sogar ein bisschen asynchron. Wie ich ja bereits gesagt hatte: Wenn man den Auslöser drückt, klappt "hinter" dem Shutter erst mal das ganze Fenster auf (als wäre die Kamera auf B eingestellt), dann löst der eigentliche Verschluss aus, der sich "davor" befinden, und am Ende schließt sich das Fenster wieder. Ein bisschen over-engineered, aber es scheint seine Dienste zu tun - wenn das Öl da drin nicht ausgetrocknet wäre. Deswegen habe ich im Wechselsack als erstes mal den Film entfernt, der da seit Urzeiten drin liegt - der alten DIN-Nummer nach zu urteilen seit den 1950ern!


Dann habe ich mir den Verschluss mal genauer unter die Lupe genommen. Da ich noch immer kein Feinmechanik-Öl habe, habe ich stattdessen mit einem Wattestäbchen ein bisschen vom guten Teslanol da drin verrieben, in der Hoffnung, dass das an die korrekten Stellen kriecht. Das hat neben den Benzinen und anderen Alkanen ja auch ein fettende Wirkung, weil das das Zeugs ist, das eigentlich in die Potis meiner Stereoanlage gehört. Ist wahrscheinlich völlig das Falsche und ich sollte endlich mal ein bisschen nicht kriechendes Feinmenchaniköl ran schaffen, aber. Es ist nun mal das, was ich zur Hand habe.


Und nach dieser Behandlung und mehrfachem Auslösen scheint die ganze Mechanik sich auch etwas gefangen zu haben und jetzt wieder zu funktionieren, wie es gedacht war, damals, 1951! Kaum zu glauben, dass sowas so lange überlebt und dann noch immer (mit etwas Hilfe) wieder zum Leben zu Erwecken ist!

Ansonsten, hier noch ein paar Ansichten vom Innenleben. Sieht jetzt nicht besonders spektakulär aus, aber das war damals ja auch schon keine High Tech. Mehr so untere Consumer-Klasse. Schließlich wollte Gaveart hauptsächlich den Verkauf der eigenen Filme ankurbeln und dafür den Massenmarkt erschließen. Dafür ist das Ding erstaunlich gut verarbeitet. Ich muss mal gucken, ob ich da noch ein bisschen Lichtdichtung anbringe, aber im Großen und Ganzen scheint sie eigentlich dicht zu sein - zumindest, wenn man sie in der Tasche verwendet, sollte kein Licht rein fallen können. Hoffentlich. Wir werden sehen! ;-)


Fazit: Eine meiner leichteren Übungen. Mal sehen, wie lange da dauert, bis das Teslanol verdampft ist und der Verschluss wieder fest steckt! ;-)

Gevabox (1951)

Immer diese Flohmärkte. Schlimm! Schlimm, schlimm! Dieses Mal (also am 3.5. beim Lutz) habe ich mir diese wirklich antike Gevabox mit genommen. Tatsächlich nur, weil die so hübsch aussieht. (Und ich vermute, dass sie funktioniert. Ich mein, was ist an diesen alten Box-Kameras schon dran, was kaputt gehen kann? Der Verschluss, ich weiß. *foreshadowing*)

Meine Augen auf sich gezogen hat dieses Gerät beligischer[1] Machart, soweit ich die Firmengeschichte von Gaveart verstehe, aber eigentlich, weil diese Kamera - im Gegensatz zu so manch anderer Box-Kamera - mit "Features" daher kommt. Während man bei den üblichen Agfa-Boxen einfach mal vielleicht Offenblende (f/11) und eine Stufe abgeblendet (f/16) verwenden kann, kommt diese gleich mit drei verschiedenen Blenden: f/8, f/11 und f/16. Sie hat zwar trotzdem nur eine einzige Verschlusszeit (die ganz vorsichtig mit "etwa 1/50s" im Handbuch angegeben wird, also keine Garantien! ;-)), aber in der Kombination mit den entsprechend unempfindlichen Filmen der damaligen Zeit klingt das nach einer brauchbaren Kombination. Außer, dass man bei diesen Brennweiten, die Mittelformatkameras nun einmal haben, durchaus mit Verwacklern rechnen sollte!


Aber hier kommt ein weiteres Feature ins Spiel: Der Auslöser hat einen Schraubanschluss für einen guten alten Drahtauslöser! Luxus! Das klingt jetzt bösartiger, als ich das tatsächlich meine! Denn im Ernst: Um das Verwackeln beim Auslösen möglichst zu minimieren, ist so ein Drahtauslöser eine total gute Erfindung: Man kann die Kamera entweder auf ein Stativ montieren, dann hat man praktisch null Verwacklung, oder man presst sie ganz feste an den Körper und verreist definitiv nicht, wenn man den recht langen Hub dieses Auslösers schnell durchdrückt. Also definitiv ein Pluspunkt!

Daneben gibt es auch noch eine B-Einstellung für den Verschluss. Wobei das eigentlich gelogen ist: Dreht man das Knöpfchen vorne auf B, bewegt sich der gesamte Verschluss-Mechanismus für die ~1/50s aus dem Weg und es bleibt nur die Klappe übrige, die sich dahinter befindet und die grundsätzlich immer auf geht, wenn man den Auslöser drückt, und sich wieder schließt, wenn man ihn los lässt. Raffiniert!


Aber es gibt noch einen weiteren, deutlichen Unterschied: Andere Box-Kameras sind fest auf irgendwas Hyperfokal-Unendliches eingestellt. Diese nicht: Man kann die Linse drehen und bekommt so die Möglichkeit, richtig zu fokussieren! Wahrscheinlich ist das durch die Blendenöffnung von f/8 auch tatsächlich nötig, denn sonst hätte man wohl kaum den ganzen Entfernungsbereich bis hin zur Portrait-Entfernung abdecken können. Auch wenn das nur ein ganz simpler Einlinser ist, man also eigentlich gar nicht von einem Objektiv sprechen kann, sollte das doch die Qualität (Schärfe) deutlich erhöhen!

Ansonsten gibt es noch einen kleinen Tragegriff oben dran und - wie man auf den Fotos oben sehen kann - eine genähte Kameratsche gleich mit dazu. Ist das Leder? Ist das Kunstleder? Nach 70 Jahren oder mehr macht das kaum noch einen Unterschied, es beginnt zu desintegrieren. So - ist wie meist bei solchen Geräten - die Klappe an der Knickstelle brüchig geworden und nun leider nur noch dabei, aber nicht mehr dran. Ebenso ist der Riemen wohl schon vor langer Zeit verloren gegangen. Ich muss damit mal zu unserem Leder-Menschen unten im Dorf gehen, der auch die Schuhe macht; vielleicht kann der die Klappe wieder annähen und hat passende Lederstreifen, die man als Riemen anbringen kann.


Was macht diese Kamera noch besonders? Der Lademechanismus: Denn während man bei den Agfa-Boxen meist hinten den Filmhalter raus fummeln muss, macht man dies hier seitlich - und mit deutlich weniger Fummelei! Einfach den Knopf an der Seite in die angedeutete Richtung drücken/ziehen/schieben, dann kann man das gute Stück sehr leicht in zwei Teile zerlegen, um den Film zu wechseln.

Apropos, ich weiß nicht, wann diese Kamera das letzte Mal in Einsatz war, aber es befindet sich ein auf Bild 3 vorgespulter Film mit rosa Papierrücken und der alten DIN 4523 B20 darin, 17°/10 DIN, ASA 40 (ich nehme an - wegen des Bruchstrichs -, altes DIN/ASA? Also ungefähr heutiges ISO ASA 80? Das steht übrigens nicht auf dem Film, ich habe das so im Netz gefunden) Keine Ahnung, ob ich die ersten drei Bilder entwickeln soll, oder ob da doch nur Grauschleier bei raus kommt. Ich hab den Film jedenfalls mal in seinem jetzigen Zustand da raus gefummelt und in eine passende 120-Hülse gepackt. Schaumama. ;-)


Und zwar weil ich den Verschluss genauer unter die Lupe nehmen musste. Denn auch, wenn diese Art von Kamera ja praktisch unverwüstich ist, bevor ich damit einen Film belichte und da nachher nur Blödsinn bei raus kommt, möchte ich doch gerne sicherstellen, dass der Verschluss zumindest ungefähr das macht, wozu er designt wurde. Deshalb, im Wechselsack geöffnet, Filmspulen raus gezogen und wieder aufgewickelt. Wir werden sehen. Vielleicht belichte ich den ja auch einfach zu Ende. Was soll schon dabei raus kommen? Nichts?! ;-)

Fazit: Schon wieder ein spannendes Stück Fotografiegeschichte! Ich wusste gar nicht, dass so kurz nach dem Krieg bereits wieder Kameras dieser Art gebaut wurden, vor allem auch noch in internationaler Kooperation (siehe Fußnote 1). Und für die Zeit war das Teil echt gut ausgestattet! Mal sehen, ob sie auch tatsächlich läuft und Fotos macht!

[1] ...oder doch deutscher? Gaveart, damals noch eigentlich ein reiner Chemiekonzern, hat diese 6x9-Box wohl in Wuppertal bei Herrman Wolf bauen lassen, wenn ich das Internet richtig lese.