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Alte Rechner, Teil 9: Vista Revisited

Wochenende, Regenwetter, Corona-Kriese... Was macht der geekige Keller-Nerd in einem solchen Fall? Richtig, alte Rechner schrauben! Wobei dieser Ausdruck heute vielleicht etwas irreführend ist, denn tatsächlich war dieser Rechner schon fertig geschraubt und musste von mir nur mal mit einem neuen Betriebssystem versehen werden.

Und zwar handelt es sich bei dem heutigen Gerät um meinen alten Media-Center-PC, der Jahrelang bei uns unterm Fernseher gestanden hat und über seinen Komponenten-Ausgang ein wunderschönes 60Hz PAL Bild auf den Sony-Röhrenfernseher meines Hasens geworfen hat. Interessanter Weise genau den gleichen Fernseher, der jetzt auch wieder hier draußen im Flur direkt daneben steht. Darin werkelt ein VIA C3 mit 1200 Mhz, fest verlötet auf einem ITX-Board, zusammen mit wahnsinnigen 512 MB SD-RAM. (Muss dringend mal gucken, ob ich ein 1GB Modul finden kann, denn so ist das doch sehr wenig.) Trotz dieser starken Untermotorisierung lief auch hier lange Zeit ein Gentoo. Bis irgendwann die PlayStation (3) ins Haus kam, die alles konnte, was dieser kleine PC konnte, und viel mehr, und vor allem ohne tagelange Installationsorgien. Danach hat er einige Zeit lang noch Server gespielt, bis der Raspberry Pi ihn auch in dieser Position abgelöst hat. Und schließlich hat er so 10 Jahre rum gestanden und vor sich hin gestaubt.


Hübsch ist er ja nicht gerade, wenn der schimmelige alte Belinea-Monitor darauf rum steht. Und vor allem: Was ist das denn? Windows Vista?! OH MEIN GOTT!

Ja, eigentlich wollte ich ein XP drauf machen, aber ich habe beim besten Willen meine Installations-CD nicht wieder gefunden. OK, hätte ich auch aus dem Internet herunterladen können. Gibt es ja wie Sand am Meer. Aber wenn man schon eine Originalversion herum liegen hat... Auf der Suche fiel mit jedenfalls die Vista-CD in die Finger, da habe ich mir gedacht: Microsoft hat doch damals behauptet, dass das auf "jedem PC, der seit 2000 verkauft wurde!" Oder so ähnlich, wie war der Spruch doch gleich? Dann will ich das mal testen!

Ich muss sagen, ich bin ehrlich erstaunt. Ja, es ist unglaublich langsam, aber das liegt daran, dass dieser PC nun mal tatsächlich unglaublich langsam ist! Selbst Windows Vista kann den nicht noch zähflüssiger machen. Das größte Hindernis ist hierbei tatsächlich auch wieder der Speicher, denn selbst ein 32-bit Vista mit nur 512 MB (abzüglich 16 MB für die integrierte Grafik) zu betreiben, das grenzt an Größenwahnsinn! Aber es geht tatsächlich, bis jetzt hat es sich nur einmal so halb aufgehängt, und das lag daran, dass sich die CD im alten Laufwerk verkantet hatte und dieses daraufhin offenbar auf nichts mehr reagiert hat. Aber selbst da konnte ich mich noch abmelden.

Zuerst wollte ich, wie man auf den "Screenshots" oben sehen kann, einen Firefox installieren. Aber nicht nur, dass der Vista nicht mehr mag, auch die Tatsache, dass diese CPU kein SSE2 kann, hat diesen Traum schnell beendet. Daraufhin habe ich das SSE-Build von Palemoon installiert, das kann wenigstens neuere SSL-Verschlüsselung, die auch nötig ist, um die Services Packs runter zu laden. Ja, das ist eine originale Vista-Install-Disk, ohne so fancy Sachen wie ge-slipstream-te SPs. Selbst das hat jetzt nur so 4 Stunden gedauert, um zum SP2 zu gelangen. Dafür, dass da eine 40GB Maxtor IDE-Platte drin werkelt, die nun wirklich nicht zu den Rennern gehört, erstaunlich flott.


Wie immer bleibt die Frage: Was mach ich jetzt damit? In diesem Fall ist das wirklich eine sehr gute Frage, denn: Der S3 Unichrome Chip kann gerade mal DX7, Spielen ist hier also eher nicht so prickelnd. Vista ist dafür eh Scheiße. Aber noch einen Windows 98 PC hätte ich jetzt sicher nicht gebraucht. Gut, 2000 oder XP wären tatsächlich angemessener für diese Hardware. Nur: Wo zum Ficus sind meine Install-CDs? Deshalb, aktiviert ist das Vista noch nicht, vielleicht kommt es auch wieder weg. Mal sehen. Bis dahin: Hat jemand eine PCI-Grafikkarte übrig, die mindestens DX9c kann? Wegen der bunten Oberfläche? Keiner? Naja, war nur eine Frage... ;-)

Cloud

Seit, ich weiß nicht, über 10 Jahren habe ich einen Dropbox-Account. Aber in letzter Zeit bin ich etwas angep***t von denen: Erst die künstliche Beschränkung auf 3 verbundene Geräte - für mehr muss man einen kostenpflichtigen Account kaufen -, dann wird nur noch ext4 unterstützt - meine openSuse-Installationen sind aber meist mit dem heutzutage standard-mäßig vorausgewählten btrfs formatiert - und die Situation unter Windows ist ähnlich trist. Dazu kam, dass seit Monaten das grafische Interface in meinen Gentoo-Installationen nicht mehr wollte; OK, das scheint jetzt gefixt zu sein, aber dafür bin ich nicht mehr eingeloggt und somit stoße ich wieder bei Punkt 1 an. (Bisher angemeldete Geräte blieben erhalten, aber "neue" hinzufügen war nicht, auch wenn diese "neuen" eigentlich "alte Bekannte" sind.)

Das waren alles so Gründe, dass ich jetzt schon etwas länger auf der Suche nach einem Ersatz war. Voraussetzung:
  • Fotos von Androiden sollen automatisch in der Cloud landen
  • Es muss eine Möglichkeit geben, einzelne Verzeichnisse unter Linux und Windows (und möglichste auch MacOS) zu synchronisieren
  • Einigermaßen reichlich Speicherplatz für lau; in der Dropbox hatte ich bisher 10 GB und das war ausreichend, um Handy-Fotos von ca 1-2 Monaten vorzuhalten
  • Der Anbieter sollte jetzt auch nicht irgendwo in Timbuktistan hosten und einigermaßen auf privacy achten; wichtige Dokumente verschlüssel ich allerdings ohnehin jetzt schon selber, bevor ich sie in die Dropbox lege.
Selber hosten per Owncloud wäre zwar sicherlich eine Möglichkeit, aber irgendwie zu viel Aufwand. Ich will ja keine riesigen Datenmengen synchronisieren, meine Fotos backupse ich eh ganz klassisch per externe Festplatte, einmal hier, und einmal per SFTP an der Fritzbox der Mutter als Off-Site Backup.

Langer Rede kurzer Sinn: Für den kommenden Monat werde ich jetzt mal pCloud testen. Auch trotzt - oder gerade wegen - des Namens: Pee Cloud... Diese Schweizer! ;-) Bisher, muss ich sagen, war die Erfahrung eher positiv. Die Android-App wehrte sich etwas, auf meinem Umidigi-Handy das automatische Foto-Upload zu aktivieren, aber nach etwas Überredungsarbeit und drei mal an und ab schalten ging es dann doch. Schön: Von verschiedenen Geräten landen Fotos auch in unterschiedlichen Ordnern, im Gegensatz zur Dropbox, in der ich die Bilder im Nachhinein nie anständig unterscheiden konnte.

Von den restlichen Features her hat das eigentlich alles, was ich gesucht habe, siehe Liste oben. Der Linux-Client ist schnell installiert. Open Source ist das zwar nicht, aber in dem Bereich ist das auch eher schwer zu finden. Unter Windows läuft alles ebenfalls recht reibungslos, bisher. Ich meine, windows-typisch halt.

Also, jetzt erst mal sehen, was sich ergibt. Wenn ich dabei bleibe, werde ich genau so drüber berichten, wie wenn ich zu etwas anderem weiter ziehe...

Alte Rechner, Teil 8c: Stabilität und Spielereien

Ich würde solche Artikel wie diesen heute ja gerne "Die Rache der Selbstisolation" untertiteln, aber das erscheint mir etwas lang. Aber es ist schlechtes Wetter, es ist sogar Regen angesagt gewesen, von dem ich allerdings nichts mitbekommen habe, falls er denn wirklich stattgefunden haben sollte, und deswegen habe ich mich in meine PC-Bastelecke verzogen und versucht, ein wenig den Pentium zu debuggen, den ich letzte Woche zusammengeschraubt habe. Das Problem war ja, dass die Kiste leider etwas instabil läuft und außerdem dass Windows das CD-Rom-Laufwerk irgendwie nicht so richtig wollte.

Letzte Woche hatte ich ja noch einen Lüfter an den Kühler gebastelt - und dabei einen anderen Lüfter erstmal getoastet, weil der wohl nur für 5V und nicht für 12 gedacht war. Hm, hat das lecker geschmurgelt! Der Duft war den ganzen Tag nicht mehr aus der Bude zu bekommen. Aber egal, jedenfalls ist die CPU jetzt nicht mal mehr handwarm. Hat aber nicht geholfen, trotzdem sind im Windoof immer at random irgendwelche Prozesse abgestürzt.


Deswegen habe ich als nächstes mal den RAM getauscht. In den SIMM-Slots steckten 4x 8MB EDO-RAM. Das ist zwar eigentlich sehr era appropriate, aber ich hatte das Gefühl, dass es vielleicht daran liegen könnte. So alter Speicher wird ja auch nicht besser mit den Jahren und vielleicht habe ich auch das Timing im BIOS nicht richtig eingestellt und sowas. Muss ich jedenfalls mal in einem anderen Board testen, habe ja genug davon, und 32 MB EDO sind schon ein ganzer Haufen, wäre schade, wenn das nicht mehr laufen würde!

Leider habe ich keine weiteren SIMMs übrig, jedenfalls nicht in den Mengen. Deswegen habe ich einen von den diversen DIMM-Modulen in das Board gesteckt. Leider habe ich nur welche mit 128 MB aufwärts. Der Chipsatz mag die nicht, erkennt nur 64 MB. Reicht aber auch. (Ich mein, von der Festplatte habe ich ja auch über die Hälfte verschwendet. OK, da liegt jetzt eine SuSE 9 drauf, aber dazu später mehr.)

Und schwupps, die Absturzprobleme waren sofort weg! Habe dann mal ein bisschen was von der Originalsoftware, die zu so einem Windwos 98 dazu gehört, installiert. Auch wenn ich nur 8 der 20 GB auf der Platte benutzen kann, weil das BIOS mehr nicht unterstützt, das ist so viel Platz für ein 98, da kann ich so ziemlich alles drauf werfen, was ich damals so benutzt habe. Unter anderem ein GIMP habe ich installiert. War gar nicht so einfach, eine Version zu finden, die noch unter Windows 98 läuft. Und die, die ich gefunden habe, mochten dann nicht, weil Pentium, nee, datt is mir zu alt! Am Ende wurde es dann eine 2.0.5. Und was soll ich sagen, sieht aus wie immer.


Allerdings weiß ich jetzt auch, warum die neueren Versionen mindestens ein MMX dazu haben wollen. Die PNGs da oben haben ungefähr eine Minute zum Speichern gebraucht! Ach ja, und wie man sieht, mir war ein ganz klein bisschen langweilig, weil, siehe Einleitung, und über die Engländer her ziehen, das ist gerade voll in und überhaupt gar nicht überheblich. (Den gleichen Text könnte man auch direkt in Deutsch und etwas umgeschrieben für hierzulande benutzen.)

So aber zurück zum Retro-Hardware-Gedöns: Wie gesagt, auf den restlichen 22 GB habe ich eine Suse installiert. Das kam so: Da das Windows sich mit dem alten RAM immer wieder schon bei der Installation zerlegt hat oder kurz danach, wollte ich gerne nach jedem Schritt ein Backup ziehen. Der Plan war, einfach eine Kopie von C: zu machen, aber unter DOS gehen dann die langen Dateinamen verloren, was eher schlecht ist. Denk ich mir, nimm doch ein Linux, damit kann ich umgehen, da gibt's ein dd, da kann man schnell uns problemlos Backups von ganzen Partitionen mit machen.

Habe dann in einer freien Minute mal die komplette Installation gemacht. Sagen wir mal so: Viel machen kann man damit irgendwie nicht mehr, weil alles total veraltet ist (Browser kennen alle kein aktuelles SSL) und davon abgesehen ist ein Pentium 133 mit 64 MB Speicher, sagen wir mal, untermotorisiert! ;-)


Wichtig in dem Zusammenhang ist es gut zu wissen, dass man mit ssh -oKexAlgorithms=+diffie-hellman-group1-sha1 root@welpensau auch mit uralten SSH-Servern reden kann. Also, wirklich uralten SSH-Servern! ;-) Die Paketauswahl war damals ja schon irgendwie beschränkt. Es gab nicht mal meinen Lieblings-Editor joe, musste mich mit vim rumschlagen. Gut, mehr als i und ESC :wq brauchte ich nicht, um dem altmodischen X11-Server das Laden des nv-Moduls abzugewöhnen und stattdessen lieber vesa zu benutzen, denn auch eine Grafikkarte mit 4MB und einem Riva 128 Chip sind nicht unbedingt Stand der Technik. Die war ja schließlich auch schon bald 7, 8 Jahre alt, als die Suse 9 raus kam.

Fazit: Genug gespielt mit dem Rechner. Also, "gespielt". Außer etwas Tomb Raider 1 habe ich tatsächlich noch nichts mit dem Ding gespielt... Müsste ich eigentlich mal...

PS: HowToStopTheVirusFromSpreading.doc

Alte Rechner, Teil 8b: Dann halt mit Pentium!

Gestern habe ich das alte Board aus dem Lager geholt und mich nicht getraut, den K6-2 da rein zu stöpseln. Heute habe ich mit verschiedenen Kombinationen von Widerständen versucht, den Strom-Output des Sockel 7 auf diesem Board zu messen, aber irgendwie habe ich immer nur 3,5 Volt gemessen bekommen.

Also habe ich mich wieder ins Lager begeben und aus dem alten Board, von dem ich keine Ahnung habe, wo es her kommt (DELL-Server?) den Pentium 133 runter gepiddelt. Da der nur eine Core-Spannung braucht, nämlich 3,5V, sollte der auf jeden Fall laufen. Also die Jumper praktisch alle völlig umgesteckt (es handelt sich schließlich um eine nicht-MMX P54C CPU, die 2x 66 Mhz für ihre 133 Mhz haben will) und schwupps, datt Ding löppt.


Nachdem es dann jetzt schon mal problemlos lief, habe ich mich schon wieder ins Lager begeben und dort ein altes Gehäuse raus geholt, das Athlon-Board da raus geholt und dieses hier dafür eingebaut. Platte, CD-Laufwerk und Diskettenlaufwerk sind drin geblieben, nur das Netzteil musste ich tauschen, weil, keine Ahnung, Gründe! Keines der anderen Netzteile, die ich getestet habe, wollten mit dem Board funktionieren. Jetzt ist ein völlig überdimensioniertes 420 Watt Netzteil da drin verbaut. Egal. Läuft.


Jetzt habe ich auch endlich mal einen PC mit so einem hochmodernen grafischen BIOS. Total albern, man findet irgendwie nix so wirklich wieder. Besonders dieses wubbelnde Schwänzchen am Mauszeiger! Voll Multimedia, ey! :-D (Leider nicht im Bild zu sehen, weil ich noch keine Maus angeschlossen hatte, als ich das Ding test-gestartet hatte...)

So, und jetzt muss ich das Windows nur noch richtig einrichten. Eine alte 3com PCI 10mbit-Netzwerkkarte habe ich auch schon eingebaut. Nur so richtig stabil ist es nicht. Vielleicht sollte ich der CPU noch einen Lüfter verpassen? Oder mal alle Kondensatoren durch gucken? Wer weiß, für heute waren das erstmal genug aufgerissene Finger. ;-)

LeoScan S3 unter Windows 95

Nachdem ich den Scanner gestern unter Linux getestet habe, habe ich heute mal den alten P90 mit seinem Windows 95 angeworfen und dort die passenden Treiber installiert. Praktischer Weise war die zugehörige Scanner-Karte bereits eingebaut. Natürlich habe ich trotzdem erst mal zwei Stunden danach gesucht. :-/ Was diese Schnittstellenkarte besonders macht: Eigentlich ist das ja ein SCSI-Scanner, aber die Karte ist hauptsächlich seltsam, weil: Kein BIOS, wie man das von einer "echten" SCSI-Karte erwarten würde, und einen Treiber findet man dafür gar nicht. Das Konfigurationstool lässt einen außerdem nur einen IO-Port einstellen. Ich habe den Verdacht, dass das eigentlich nur eine umprogrammierte Parallelport-Karte ist, die alle per Software macht. Aber das war damals so, die meisten Scanner wurden entsprechend ausgeliefert.


Vorher habe ich das Gerät mal auf geschraubt und entstaubt. Die bunten Streifen sind davon besser geworden, die hellen irgendwie nicht. Naja, will ja nichts großartiges damit mehr machen. Wollte ja hauptsächlich testen, ob das überhaupt noch funktioniert.


Was die meiste Zeit gekostet hat, war die Suche nach einem funktionierenden Grafikbearbeitungsprogramm. Konnte kein Gimp finden, das noch unter 95 läuft. Das entsprechende Projekt ist von Sourceforge verschwunden, als die eigentlichen Autoren angefangen haben, zusätzlich auch eine Windows-Version zu bauen. Das ist jetzt wohl schon so ewig her, dass man im Netz keine Überreste mehr davon findet...