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Space Explorers

Die Space Explorers lagen jetzt auch schon ein bisschen länger im Schrank. Endlich haben wir auch die abgehakt, als bei Js Challenge das S an der Reihe war. Gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Den Pile of Shame verkleinert und die Frau glücklich gemacht. ;-)

Space Explorers ist tatsächlich mal ein Spiel, bei dem ich sagen kann: Ja, das ist meins. Das hatten die vor längerer Zeit in der Buchhandlung in St. Augustin in der Mall, und da hat mich das Artwork direkt angesprochen. War mir aber noch nicht so sicher, ob das was für mich ist und mit weit über 30 Euro (ich glaube, es waren fast 40) für ein recht einfaches Kartenspiel auch nicht ganz billig. Und dann war es weg und ich hab mich geärgert! Weil es dann auch nirgendwo sonst zu kriegen war, jedenfalls nicht in den üblichen Läden, in die wir so gehen. (Das mit dem online bestellen ist ja nicht so unseres. Spiele muss man schon irgendwie in der Hand halten, finde ich, um bewerten zu können: Passt das?) Nun gut, dieses kannte ich dann ja aber schon und nachdem ich mich so geärgert hatte, dass ich es verpasst hatte, hab ich sofort zugeschlagen, als das letztens im Angebot bei einem der Online-Spielehändler zu kriegen war. War das letzte, die wollten das wohl los werden, und so habe ich es für knapp über 20€ bekommen - ein Schnäppchen.


Denn, es stellt sich raus: Das Spiel ist gar nicht so übel! Die Rezensionen im Netz sind der Meinung, dass es zu sehr wie Splendor wäre. Gut, das kenne ich persönlich jetzt nicht, nur eben aus Erzählungen und weil man es mal irgendwo rum liegen hat sehen. Auch haben sich viele über die verwirrende Ikonographie auf den Karten beschwert und da muss ich tatsächlich zugeben, da ist was dran: Die Cheat-Sheets, die extra schon dem Spiel beiliegen, sind unbedingt nötig. So konnte das eigentliche Spielmaterial allerdings sprachneutral gehalten werden, was wahrscheinlich die Produktionskosten verringert. Und sooo schlimm, wie manche das darstellen, ist das auch nicht wirklich. Wenn man es ein paar mal gespielt hat, erinnert man sich zumindest bei den Ressourcen-Symbolen, was welches genau darstellt. Einzig die Karten mit Bonus-Aktionen sind... ja, sagen wir mal: Anspruchsvoll! ;-)

Dabei ist der Rest des Spiels eigentlich nicht zu kompliziert: Man stellt in seinem Raumfahrprogramm verschiedene Experten an (die Karten, von denen zu Beginn sechs Stück aufgedeckt werden und man zusätzlich eine auf die Hand erhält), die einem helfen, bestimmte Projekte zu realisieren (die Plättchen, von denen ebenfalls vier Stück in der Tischmitte ausgelegt werden). Zudem erhält jeder Spieler zu Beginn aus jedem Bereich einen Ressourcen-Token: Ingenieure (blau), Tester (grün), Forscher (gelb), Konstrukteure (rot) und Astronauten (lila). (Das Spiel ist für Farbenblinde sicher nicht ganz einfach, besonders weil die Farben eh alle sehr pastellig rüber kommen! Das passt natürlich gut zum 1950/60er Space-Technics-Theme, macht es aber schon für Normalfarbsichtige schwer.) Jedenfalls kann man nun Experten aus der Tischmitte oder der Hand in die entsprechenden Forschungsbereiche seiner Auslage spielen, indem man die vorhandenen Tokens verwendet oder später auch die Bonus-Fähigkeiten der Experten, die man bereits gespielt hat. (Hierbei bringen die "günstigen" Experten der Punkte-Stufe 0 bis ungefähr 2 meist einfach nur ein oder zwei solcher Ressourcen-Symbole im Feld unten rechts auf den Karten mit, während die teureren komplizierter Bonus-Mechanismen haben.) Für jeden überdeckten Experten in einem Bereich muss man eine Ressource weniger ausgeben, beginnend mit der untersten. (Man arbeitet sich also von unten nach oben durch die Liste der nötigen Ressourcen, die auf der Karte links angegeben ist.) Die Tokens werden übrigens nicht an eine "Bank" oder ähnliches bezahlt, sondern gehen an den linken Mitspieler: Je mehr man also ausgibt, desto mehr hilft man seinem Gegner. Das macht das Spiel zu Beginn, wenn man noch nicht so viele Experten ausliegen hat, relativ ausgeglichen.

...oder man zieht, entweder aus der Mitte oder aus dem verdeckten Nachziehstapel, ohne die Experten direkt auszulegen. Das hat den Vorteil, dass man seinem Gegner einen besonders wertvollen Experten vorsorglich schon mal weg schnappen kann. Außerdem kann man jeden Experten aus seiner Hand auch wieder in die Mitte zurück legen, um beim Auslegen eines anderen in die eigene Auslage zwei Ressourcen einzusparen. So kann man sich auch mal die teureren bereits ganz am Anfang leisten!


Jeder Experte bringt mindestens ein Symbol oben links unter der Punktzahl, die er wert ist, mit. Dieses gibt den Bereich an, in dem dieser arbeitet und in welches Feld er gelegt werden muss. (Es gibt Experten mit unterschiedlichen Symbolen, bei denen man sich dann entscheiden kann, wohin man ihn oder sie spielt.) Hat man genügend dieser Symbole gesammelt, kann man im Weltraum-Wettrennen ein entsprechendes Projekt realisieren, welches einem zusätzliche Punkte bringt. (Hier im Beispiel etwas die Voyager-Sonde (Grand Tour des Sonnensystems, amerikanisch) für 3x blau, 2x grün und 2x rot oder Voskhod (Erster Außenbord-Einsatz eines Kosmonauten, sowjetisch) für je 2x blau, grün, gelb und lila. Wie man an dem Beispiel sehen kann, sind im Spiel sowohl die Kapitalisten als auch die Kommunisten vertreten, das Spiel modelliert eben genau das Wettrennen ins All, das während des kalten Krieges stattfand.)

Am Ende (entweder sind keine Projekte mehr vorhanden oder ein Spieler hat mindestens 12 Experten ausgespielt) wird abgerechnet: Jeder Experte bringt Punkte (0 bis 5, bzw. Punkte in Abhängigkeit von Bedingungen auf den Karten, etwa eine bestimmte Anzahl von Experten in einem Bereich) und ebenso die erfüllten Projekte (3 bis 5). Wer also (zB in einem Spiel zu viert) keine Projekte abbekommen hat, kann dies durch besonders wertvolle Experten ausgleichen.

Und das war auch schon das ganze Spiel. Dafür, dass ich am Anfang etwas skeptisch war, hat es mir sehr gut gefallen. Es ist jetzt natürlich nicht in einer Liga mit den richtig großen Krachern. Aber einmal Terraforming Mars (ähnliches Thema) dauert auch gerne mal zwei bis drei Stunden, während man Space Explorers in gut einer halben Stunde durch hat. Außerdem spielt man hier eine reale geschichtliche Situation nach, was mir tatsächlich besser gefällt. Einfach, weil man tatsächlich recht schnell in das Feeling der 50er und 60er hinein gezogen wird: Wie kann ich am schnellsten den Weltraum erobern, ohne meinem Gegner zu viele Vorteile zu geben? Konzentriere ich mich auf die Basics, um möglichst sofort viele Projekte abgreifen zu können, oder kaufe ich mir teure Experten, um so möglichst viele Punkte zu erhalten? Oder spiele ich so schnell, dass ich 12 Experten zusammen bekomme, bevor die anderen Spieler Zeit hatten, überhaupt irgendwas abzugreifen? Wie nutze ich am günstigsten die Boni der Experten? Dabei spielt das Glück natürlich auch eine Rolle: Welche Karten liegen in der Mitte, was habe ich an Ressourcen angesammelt? Ist Hoarding besser, als einfach alles auszugeben, was man hat?

Fazit: Für eine relativ simple Spielmechanik bekommt man ein einigermaßen kompetitives Deck Building Spiel, das mir persönlich viel Spaß gemacht hat! Es ist einigermaßen günstig - wenn man es noch irgendwo kriegen kann - und lohnt sich alleine deswegen schon. Mich persönlich spricht das Artwork besonders an, schade dass die Karten nicht individueller gestaltet sind! Ich überlege jedenfalls ernsthaft, die Erweiterung dazu zu kaufen.

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