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Schwarz-weiß und analog, Teil 201: Am Krewelshof

Fomapan 200 #2, Oktober 2022
  • Olympus OM-2 SP, Olympus Zuiko MC Auto-S 1:1.8 f=50mm, Olympus OM-System E. Zuiko Auto-T 1:3.5 f=135mm, Auto Makinon 1:2.8 f=28mm
  • Entwicklung: Adonal 1+50, 9:00 Minuten bei 20,5°C, Adofix Plus 1+5 (2. Benutzung), 3:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Da ich heute den ganzen Tag unterwegs sein werde, hier ein s/w-Eintrag aus der Retorte. Einfach nur Entwickler und Fixierer hinzufügen: Zack! Ein Artikel! ;-) Und da ja Karneval ist, lass ich einfach mal die passende, aber rein zufällig gewählte Uhrzeit eingestellt. (Nicht, dass jetzt einer glaubt, meine Nichtanwesenheit hätte was mit Karneval zu tun. Eher ist das Gegenteil der Fall: Wir flüchten vor den Jecken und Tollitäten und hastenichgesehen ins Sauerland! ;-))

Heute geht es auf den Krewelshof. Der ist hier irgendwo im Niemandsland zwischen Lohmar und Rösrath. Was witzig ist: Während ich diesen Artikel mit Text fülle, sitze ich keine 500 Meter entfernt im Autohaus und warte darauf, dass mein Honda fertig wird. (Natürlich schreibe ich diesen Text wieder im Voraus, dass heißt, dass ich nicht wirklich dort sitze, wenn ich ihn irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft tatsächlich veröffentlichte. Ist sowieso mal wieder witzig: Da ich ja keinen Plan habe, wann der Akku in meinem alten Notebook out-of-power ist - ich habe ihn zwar gestern Abend extra noch mal leer und wieder voll gemacht -, tippe ich das in ein Google Doc, weil das alle paar Sekunden eine Kopie in die Cloud legt! Ist die Raumfahrt nicht wunderbar? ;-))

Jedenfalls! Gar nicht all zu viele Bilder heute, die ich irgendwann im letzten September gemacht habe. Die Bilder sind aber typisch herbstlich und dementsprechend war auch der Hof geschmückt. Die machen da ja immer so besondere Themen-Veranstaltungen. Naja, also, "Veranstaltungen": Die schmücken den Laden halt entsprechend, damit man was zu gucken hat.

Deshalb ist das erste Bild heute auch ein dicker, runder Kürbis. (50mm, 1/1000s, f/8.) Mit der Normalbrennweite? Warum habe ich hier eigentlich nicht das Weitwinkel genommen? Dann wären die Nuppel auf der Kürbishaut sicher noch besser und größer raus gekommen und der Strommast im Hintergrund wäre noch weiter in die Ferne gerückt. Hm, ich erinnere mich nicht. Kam ich nicht näher ran? Hatte ich mal wieder keine Zeit für einen Objektivwechsel? Man weiß es nicht. Interessant ist das Bild trotzdem. Wieder bin ich vom Auflösungsvermögen des billigen Foma 200 erstaunt. Gut, ist jetzt nicht wie ein teurer Film, aber auch nicht schlechter als der normale 100er. Und die Selbstentwicklung hat offenbar auch ganz gut geklappt. Ich mein, die Fliege da in der Mitte unten ist schon wirklich sehr gut erkennbar und nur mäßig verrauscht. Hm, vielleicht hatte ich das Weitwinkel weggelassen, um die Fliege noch zu erwischen, das würde Sinn machen! ;-)


Der Kürbis war übrigens nur Teil einer größeren Installation, wenn man das so nennen kann: Einer gigantischen Kürbispyramide, die mir noch größer erscheint als in den Jahren zuvor. (50mm, 1/1000s, f/8.) Vor allem dieser Riesenkürbis an der linken Bildseite. Man, man, man, das ist ja ein Brummer! Wenn auch nicht Teil der eigentlichen Pyramide. Aber hier kann man gut sehen, wie der Film auf unterschiedliche Farbtöne reagiert. Die Farbpalette reichte hier von weiß über orange und gelb bis hin zu tiefgrün. Am hellsten erscheinen mir mal wieder die rötlichen Kürbisse; Foma ist nur so mäßig panchromatisch, stelle ich immer wieder fest. ;-) Aber für den Preis reicht mir das, das gibt den Bildern zudem ein etwas antikeres Aussehen. Der Kentmere reagiert besser auf Rottöne, habe ich schon festgestellt. Müsste eh mal besseren Film kaufen, aber insgesamt haben die Preise doch deutlich angezogen. Könnte natürlich auch einfach mal weniger davon verschießen! ;-)

Hinterm Laden standen dann diese Kürbistiere rum, ein Luchs zum Beispiel, wie man an den Pinselohren gut erkennen kann. (135mm, 1/1000s, f/5,6.) Ich glaube, das ist eine meiner liebsten Brennweiten und das Zuiko macht wie immer einen hervorragenden Eindruck. Olympus hat zu seiner Zeit tatsächlich sehr gute Optiken gebaut, da bin ich immer wieder erstaunt. Selbst bei diesem um anderthalb Stufen abgeblendeten Bild ist das Bokeh im Hintergrund sehr schön gelungen, obwohl die Wand nicht wirklich weit entfernt war. Das Praktische an den Zuikos ist ja, dass die grundsätzlich eine Abblendtaste integriert haben und nicht darauf angewiesen sind, dass die Kamera sowas kann. Wie schon öfter gesagt, die würde ich alle gerne mal an Digital adaptiert sehen...


Das nächste Bild habe ich damals mit "Giraffe" betitelt, aber vielleicht handelt es sich auch um ein Llama oder was Ähnliches. (135mm, 1/1000s, f/3,5.) Man weiß es nicht. Aber weit offen und mit etwas mehr Abstand zerfließt der Hintergrund ganz hervorragend, so wie ich es am liebsten habe, in eine cremige Brühe aus Unschärfe! (Ja, das war jetzt nicht besonders poetisch, aber. ;-)) Der Baum ist allerdings mit seinem Laub vielleicht ein ganz kleines Bisschen zu unruhig und nervös. Aber die Schatten und Strukturen im Holzgesicht reißen das glatt wieder raus.

Der Bremshebel gehört zum Werbeschild-Anhänger, der weiter Richtung Einfahrt zum Hofparkplatz steht. (50mm, 1/500s, f/5,6.) Rost kommt ja immer gut, aber in diesem Fall finde ich besonders spannend, dass man auch die Reste der letzten Spinnenmahlzeit noch im Netz erkennen kann. Selbst die dünnen Fäden sind noch einwandfrei auszumachen, und das, obwohl der Hintergrund weniger unscharf ist, als ich das normalerweise mache. Leider ist mir der Strommmast im Hintergrund ein bisschen verrutscht, den hätte ich gern etwas prominenter gehabt. Aber geht auch so.


Und zum Letzten heute: Das rechte der beiden angespannten Pferde, die die Kutsche zogen, welche hier die Sonntagsausflügler durch die Gegend karren. (50mm, 1/500s, f/5,6.) Dieses Bild finde ich extrem gut gelungen, mit den Bäumen, Shildern und der Straße mit den Markierungen drauf im Hintergrund, leicht unscharf, dafür den Pferdekopf knackscharf, der Kontrast im Fell und in der Mähne, die Highlights auf dem Leder am Geschirr. Schön. Gefällt mir.

Nächstes Mal: Die Baustelle an der Hanfbachtalstraße, direkt unten um die Ecke. Da hatte ich ja schon digital Bilder gemacht, als die Straße renoviert wurde.

Nikon Z fc

An dieser Stelle einfach mal das Review zur Nikon Z fc, das ich auch im Online-Shop abgelassen habe, falls es jemanden interessieren sollte:

Kamera:
Das größte Argument für diese Kamera ist sicherlich der Hingucker-Effekt, den man aufgrund des Stylings hat. Aber die vielen Drehknöpfe sind durchaus auch funktional und nicht nur zum schön Anschauen. Bedienung ist ansonsten Nikon-typisch etwas unübersichtlich, vieles ist in unterschiedlichen Menüs versteckt. Bildqualität ist für eine eher kleine Kamera mit kleinem Sensor gut.

Pros:
  • Selbst bei den höheren ISO-Werten jenseits von 12800 kann man noch durchaus brauchbare Bilder machen.
  • Kann als Webcam per USB an PC/Mac angeschlossen werden. Bildrate ist dann allerdings eher gering.
  • Mit 4k Videoauflösung und schwenkbarem Display auch für Vlogging und solchen modernen Kram geeignet.
  • Beide Displays sind kräftig hell und kontrastreich. Auflösung des Suchers gut.
Neutral:
  • Menüführung Nikontypisch. Wer's kennt, weiß, was ich meine. Gewöhnungsbedürftig. Gut, dass es die Drehschalter oben gibt!
  • Auflösung von knapp unter 21 MP ist ok, aber manchen vielleicht nicht mehr zeitgemäß. Für Abzüge in A4 sollte es aber reichen, und auch auf großen Monitoren stößt man eher an deren Auflösungsgrenze statt an die der Kamera.
  • "Nur" APS-C Sensor, also Cropfaktor 1,5. Macht das Adaptieren alter Nikon-Objektive vielleicht eher uninteressant, obwohl es den passenden Adapter ja gibt. Der ist mit über 200€ allerdings auch nicht ganz günstig. Dann sollte man aber vielleicht eher zu den vollformatigen Zs greifen.
Kontra:
  • Bei hohen ISO-Werten schlägt die Bildglättung manchmal etwas heftig zu, so verschwinden auch ganze Sterne in meinen Astro-Testbildern. Kann man zwar abschalten, dann rauscht es aber halt mehr.
  • Akku recht schnell leer, weil immer mindestens ein Bildschirm an sein muss. Ist eben eine Mirrorless-Kamera.

Objektive:
Die beiden Objektive haben mich positiv überrascht. Kit-Zooms sind ja meist eher naja. So versprechen die angebenen Lichtwerte auch nicht unbedingt allzuviel. Zudem sind sie beide sehr plastiklastig, was einem alten Hasen wie mir, der noch gerne Vollmetall-Objektive in den Händen hält, direkt auffällt. Das macht sie aber auch extrem leicht und transportabel. Der Trick, dass man sie erst ausfahren und einrasten muss, hält sie zudem kompakt. (OK, das Tele kann man trotzdem eigentlich nicht kompakt nennen, aber sonst wäre es eben noch viel länger.) Erinnert mich ein bisschen an ganz alte collapsible Rangefinder-Optiken. Aber: Die Schärfe, die beide Optiken abliefern, ist schon erstaunlich! Vignettierungen und Verzerrungen konnte ich in normalen Alltagssituationen kaum ausmachen, aber hier wird die Kamera-Elektronik auch entsprechend gegenwirken, nehme ich mal an.

Pro:
  • Großer Brennweitenumfang, von Kleinbild-Äquivalent 24mm (16mm) bei dem kleinen bis hin zu erstaunlichen 375mm (250mm) beim Tele.
  • Gute Stabilisierung, die tatsächlich die versprochenen 4 Blendenstufen zusätzlich bringt. Man muss also gar nicht so sehr das ISO hoch schrauben.
  • Schärfe.
  • Kaum bis keine Aberrationen oder Verzerrungen wahrnehmbar.
Neutral:
  • Bei diesen minimalen Blendenwerten muss man sich schon anstrengen, genügend Hintergrundunschärfe ins Bild zu bekommen. Aber vielleicht geht ja auch diese Mode irgendwann wieder vorbei. ;-) Wegen der Stabilisierung (s.o.) muss man sich allerdings kaum Sorgen machen, dass man aufgrund von zu wenig Licht verwackelt.
Kontra:
  • Plastik. Haltbarkeit, gerade wenn man oft die Objektive wechselt? Mal sehen… Ist aber heutzutage ja normal.

Fazit:
Ein recht gut aufeinander abgestimmtes Paket. Für Einsteiger oder auch für etwas fortgeschrittenere Benutzer brauchbar. Oder als Zweitgerät für Leute wie mich, die eigentlich lieber noch immer eine gute alte Spiegelreflexkamera verwendet, die aber in manchen Situationen doch einfach zu klobig und schwer geworden ist. Man muss ja doch mit der Zeit gehen. ;-) Bisher habe ich den Kauf jedenfalls noch nicht bereut.

Falke

Nachdem ich wieder zu Hause war, schnell noch eine kurze Runde über den Hausberg gedreht, und zwar auf der Suche nach Schafen. Aber zuerst nur einen Pilz gefunden. Und noch mehr Krokusse. Und einen ganz weit entfernten Bussard. Also, glaube ich jedenfalls, der ist selbst in diesem 1:1 Crop noch so klein, dass man ihn nicht wirklich erkennen kann.


Und dann waren da tatsächlich ein paar Schafe: Zuerst konnte man sie hinter dem Bauernhof grasen sehen, dann aber auch auf der Weide an der Abzweigung oben auf halbem Weg. Leider stand die (recht trübe) Sonne dann so tief, dass die im Gegenlicht nur mäßig was geworden sind.

Auf dem Weg zum Bauernhof dann plötzlich diesen Falken gesehen, der da vor uns auf dem Telefonmasten saß. Also, ich glaube, es ist ein Falke, nehme ich an, ich hab ja auch nur mittelmäßig Ahnung. Ich hab die meisten der folgenden Bilder zumindest teilweise ein bisschen beschnitten, damit man das hübsche Tier ein bisschen besser sehen kann.




Als dann das böse, laute Auto vorbei gefahren kam, hat er ja schon irritiert geguckt und ist dann kurze Zeit später aufgesprungen und hat sich erst kurz auf die Straße gesetzt, um dann plötzlich weiter zu fliegen. Hatte er da auf der Straße irgendwas gesehen, was nach Maus aussah? Also, ich hab nichts gesehen. Auch hatte er nichts in den Krallen, als er weg flog. Falls da also was war, hat er es wohl verpasst. Die Belichtungszeit war ein bisschen lang - wie gesagt, es war ein bisschen diesig und ich hatte keine Gelegenheit, am ISO zu drehen - deshalb ist er in Action leider ein kleines Bisschen verwackelt. Bewegungsunschärfe bringt aber auch ein bisschen mehr Schwung ins Bild, oder?

Dann haben wir uns auch relativ schnell wieder auf den Rückweg gemacht, es gab noch Arbeit zu erledigen. Noch kurz dem Reiher im Tiefflug zugeschaut und dann den Trecker vor die Linse genommen, mit dem die Schafe abgeliefert bzw. eingesammelt werden. Was heute der Fall war, konnte ich nicht wirklich sagen, der stand da einfach nur rum und der Schäfer lief auf der Wiese rum.


Und zum Schluss noch ein Silhouetten-Rabe, der sich gegen den hellen Himmel nur als schwarzer Flatsch abhebt. Aber immerhin. Vogel müsste man sein. Nee, nicht wirklich, müsste man sich nur noch von Roadkill ernähren... ;-)

Krokusse und so'n Zeugs

Frühling lässt sein blaues Band... Ich frage mich, ob der Grandmaster M dabei an Krokusse dachte. Die haben damals in der Schule immer behauptet, dass der blaue Himmel gemeint gewesen wäre, aber ich bin mir da langsam nicht mehr so sicher. Ich mein, ich bin mir bei vielem nicht mehr so sicher, was ich einst in der Schule gelernt habe - zB diese ganze Geschichte mit dem Homo "Sapiens" und so -, warum nicht auch dabei? Bin ich heute wieder zynisch? Nein, nicht mehr als sonst auch um diese Jahreszeit. (Es ist Karneval im Rheinland, was erwartet ihr?)

Krokusse. Auf der Wiese stehen die ganzen, sich selbst verbreitenden Krokusse rum und gucken durch das viel zu hohe Gras, das ich letztes Jahr nicht mehr gemäht bekommen habe, weil das Wetter im Herbst relativ überraschend so ekelig wurde. Ich vermute, die Amseln sind schuld. Also, erst mal die Krokusse selber, deren Zwiebeln sich wahrscheinlich irgendwann teilen, die alten Klone, die. Und dann die Amseln, die auf der üblichen Regenwurmsuche immer alles total durchwühlen. Oder die haben sich tatsächlich ausgesäht, wobei ich mir nicht sicher bin, ob diese Zuchtdinger dazu überhaupt noch in der Lage sind. Wobei die ja alles zu haben scheinen, was man dafür braucht.


In den Beeten sind ja nicht mehr so viele übrig, die Mutter kriegt den Garten halt nicht mehr so geordnet, wie sie das früher immer gemacht hat. Und ich mit meinen beiden linken Händen lasse da lieber die Finger von, bevor ich sie mir wieder breche oder mit dem Kantenschneider abschneide oder sowas. Ich kenn' mich ja. Ich habe ja eh so einen unglaublichen grünen Daumen, dass selbst Kakteen vor Angst eingehen, wenn sie mich nur sehen.

Der Haselstrauch blüht nebenbei auch. Die Kätzchen scheinen zwar noch nicht ganz aufgegangen zu sein, zumindest in unserem Garten, aber es liegt ein nicht zu ignorierender Hauch von Haselpollen in der Luft, hapt-schieh! Meine Scheibe am Auto war heute morgen zwar mit ca. 1 cm dickem Eis bedeckt, aber nach dem Auftauen war alles rundrum gelb von Blütenstaub. Dabei war er doch gerade frisch gewaschen...


Besonders spannend in dem Zusammenhang finde ich die weiblichen Blüten, die ja eher unscheinbar klein, dafür aber in einem ganz besonderen Rot-Ton vor sich hin blühen. Schon kaum zu glauben, dass da mal Nüsse draus werden sollen. Wo ist eigentlich das Eichhorn hin? Fällt mir in dem Zusammenhang mal wieder ein. Lange nicht gesehen.

Nebenbei blühen auch noch diverse Schneeglöckchen. Da mir das Wort Schneeglöckchen zu lang ist, werde ich die von jetzt an Schnöckchen nennen. Und wenn sich das noch immer als zu kompliziert herausstellt, nenne ich sie Schnocken. Obwohl das vielleicht ein bisschen zu sehr nach Socken klingt. Oder Schnecken. Schneeglöckchen jedenfalls. Und zwar ein paar ganz hübsche Exemplare, wie ich finde.


Besonders mit dem braunen Laub und dem dunklen Schatten dahinter machen sie sich auf diesen Fotos ganz gut. Schön bunt, wie es sich für den Frühling gehört. Die und die Krokusten scheinen also mit der Hitze und der Trockenheit in den letzten Sommern einigermaßen gut zurecht zu kommen. Immerhin ein Lichtblick.

Ansonsten habe ich noch mal ein bisschen die Gießkannen fotografiert, die Lampe unterm Verandadach und das Werkzeug an seinem Platz. Alles, wo es hin gehört. Immerhin scheinen die Gießkannen dieses Jahr nicht wieder im Winter geplatzt zu sein. Wieder vergessen, die vor dem Frost rein zu holen. Ist man ja auch nicht mehr gewohnt, dass es tatsächlich manchmal kalt wird.


Im Vorgarten ist erstaunlicherweise noch nicht so viel los, obwohl die Sonne da doch viel mehr drauf scheint. Vielleicht zu trocken. Der eine Rhododendron scheint aufzugeben, wie schon einer seiner Azaleen-Kollegen vor ein paar Jahren. Wieder was, was man nur mit der Dynamitstange ausgraben kann, die Viecher bilden ja Wurzeln, das glaubt man kaum.

So, und jetzt noch Bilder vom Abendspaziergang über den Hausberg, nachdem ich wieder zurück war. Aber dafür gibt es einen eigenen Eintrag.

Spaziergang, Filmentwicklung und Gedanken über Canon

Heute nur kurz zur Mittagspause den mittellangen Weg einmal ums Dorf gegangen. Musste den Film noch voll bekommen. Da war wirklich nicht mehr viel drauf frei, nachdem ich gestern ausgiebig Viegzeug in der Waldau fotografiert hatte. Ich glaube, am Ende waren es nur vier oder fünf Bilder, die mich die Canon EOS 10s noch hat machen lassen. Aber dazu gleich unten am Ende des Eintrags mehr.

Vorher erst mal Frühlingsgefühle: Die Schneeglöckchen sprießen aus dem Boden und die Pferde streiten sich drum, wer der größte Alpha in der Herde ist. Viehzeugs, weißte. Fast wie Menschen. ;-)


Die Bank hinten im Wald hat im Winter sehr gelitten. Habe mich ja letztens schon gefragt, ob es am Wetter oder am Vandalismus lag, dass die Bretter teilweise defekt aussehen. Ich vermute ja noch immer Vandalismus, weil ich Menschen ja alles zutraue. Siehe oben. Ich mein, eine Spezies, die Hilfsgüter für Erdbebenopfer anzündet, ist zu allem fähig. :-/

Wie man sieht, ich habe relativ wenige digitale Bilder auf dem Hinweg gemacht und ähnlich verhielt es sich auch auf dem Rückweg. Das Wetter war zwar brilliant, aber die Motive kennen wir ja jetzt alle schon. Ein oder zwei Sachen habe ich dann aber doch noch mitgenommen: Reflektoren und Schatten von Grashalmen.


Was das da für ein seltsamer Schrumpelpilz war, den ich ganz in der Nähe der verlorenen Mütze gefunden habe, frage ich mich allerdings schon. Zuerst dachte ich, das wäre ein verlorenes Amselei, weil der bei bestimmten Lichteinfall so leicht bläulich schimmerte, aber dann fiel mir ein, dass doch irgendwie erst Februar ist und selbst die frühe Amsel wohl noch nicht brütet, oder? Ist der Klimawandel so weit fortgeschritten. Ja, ne, aber es war dann doch nur ein eingetrockneter Pilz, also nehme ich zumindest an.

So, und da ich unterwegs den Film voll gemacht hatte, hier ein paar Previews, wie er in der Dusche hängt und vor sich hin trocknet. Normalerweise mache ich solche Fotos ja mit dem Handy, heute habe ich die Nahlinse auf das 50mm geschraubt. Das funktioniert erstaunlich gut, auch wenn man die Gamma-Kurve schon extrem verbiegen muss, damit man ein bisschen Kontrast rein bekommt. Immerhin kann man die kleinen Schweinchen sogar fast erkennen, selbst in der heruntergerechneten Web-Version! Und die Fotos auf dem letzten Bild kommen verdächtig bekannt vor! ;-)


So, und jetzt noch mal ein kleines Bisschen was zur EOS 10s, die ich für diesen Film benutzt habe: Es muss an meiner jahrelangen Nikon-Indoktrination liegen, dass ich ein bisschen Probleme mit diesem Gerät habe. Grundsätzlich stört mich extrem, dass der An-Aus-Schalter gleichzeitig das Programmwahlrad ist! Ich lasse meine anderen Kameras, ob historisch-alt oder halbwegs-modern eigentlich immer auf der Halbautomatik (Blendenvorwahl, Zeitautomatik) stehen, sodass ich einfach nur den Schalter umlegen muss und sofort loslegen kann. Die Canon hingegen muss ich jedes mal von L wie Lock auf Av drehen und dann auch noch wieder meine bevorzugte Blende von f/4 einstellen, weil sie grundsätzlich bei f/5,6 startet. Das ist nicht nur ein Handgriff mehr, sondern erfordert auch, dass ich die Kamera vom Auge nehme, denn das besagte Drehrad ist links oben auf dem Top Deck, wo ich als Rechtshänder nix gebacken bekomme. Ich habe den Eindruck, dass das echt nicht dafür gedacht ist, dass man die Kamera nach jedem Schuss wieder auf L zurück dreht. Aber wenn ich die wegpacke, macht's nachher noch in der Tasche klick!

Dass das Drehrad vorne am Auslöser ist, ist hingegen eigentlich ganz OK - muss ich mich von meiner F601 oder der F90 zwar umgewöhnen, aber das kriege ich gerade noch so hin. Auch ansonsten habe ich den Eindruck, dass die Kamera recht gut mit diversen Belichtungssituationen zurecht kommt, besser als die F601 manchmal.

Was aber ein echtes Handicap ist: Das fette Sigma Zoom! Gut, das ist zugleich auch ein Vorteil. Das Teil ist echt schön, macht geile Fotos. Selbst in diesem Zustand mit dem lockeren Fokuselement. Aber es ist SCHWER! Richtig sch***e SCHWER! Ich habe ganz vergessen, wie riesig das Teil ist! Das ist der Preis, wenn man ein Zoom baut, das durchgängig f/2,8 hat. Man schleppt sich echt 'n Wolf! Außerdem ist 70mm eigentlich ein bisschen kurz. Brauche doch noch ein Tele dazu, aber die sind ja noch schwerer! ;-)

PS: Ach ja, und was mich an der Canon EOS 10s ein bisschen nervt: Die spult den Film einfach zurück, wenn ich das 36. Bild gemacht habe, ganz egal, ob er dann am Ende ist oder nicht. Die Fomas sind ja definitiv ein bisschen länger, da passen gut 38, manchmal gar 39 Bilder drauf. Kann man das irgendwo umstellen? Machen die das alle so? Was ist, wenn ich nur einen 24er einlege? Fragen über Fragen! (Custom Function 1 könnte das sein, wenn ich gerade mal ins Handbuch schaue.)