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Herbst

Statt Mittagspause heute einen kleinen Spaziergang über den Berg gemacht. Habe ich ja schon länger nicht mehr und die herbstliche Stimmung mit viel Sonnenschein hat dazu eingeladen. Vor allem, weil angekündigt war, dass sich die Sonne gegen Abend hinter bösen Regenwolken verstecken würde, die das Tief von Westen bringt. Deshalb hatte ich auch mit einer ziemlich steifen Brise aus Süden zu kämpfen, die den Wolken entgegen eilte.

Wie man auf den Bildern erkennen kann: Es ist Herbst. Da macht man nix, es ist nicht mehr zu verleugnen. Der Baum im Wendekreis unten an der Höhenstraße hat schon wieder seine jährliches Verfärbung - von oben rechts nach unten links fortschreitend - begonnen und an den Sträuchern den Hundeweg hoch blühen die Pfaffenhütchen. Kommt mir vor wie gestern, dass ich die letzten davon hier ins Blog gestellt habe.


Außerdem sind die wilden Rosen mit der Blüte lange durch und stattdessen gibt es diverse Hagebutten zu bestaunen, die in der tief stehenden Herbstsonne sehr kräftig rot geworden sind. Habe heute vor Allem hauptsächlich mit dem 35mm gearbeitet, das ja sowieso einen leichten Farbstich in diese Richtung hat. Unterwegs ist mir dann auch schon wieder das Skylight-Filter ab gegangen, ich muss da wirklich mal was finden, dass das in den ausgefransten Rillen der Fassung bessr hält.

Wie gesagt, es war sehr windig bis leicht stürmisch, sodass am kräftig blauen Himmel federleichte Cirrus-Wolken zu bewundern waren, die durch die Luftdruckunterschiede förmlich zerrissen wurden. Da habe ich dann auch ein paar mal zugeschlagen und ein Bild oder drei gemacht. Toller Kontrast. Zudem habe ich mal bis f/8 abgeblendet, sodass die Vignettierung des Objektivs praktisch komplett verschwunden ist und zudem alles sehr plastisch scharf wird.


Am Ende des Hundeweges habe ich dann mal wieder auf dem Boden gelegen, um Blumen zu fotografieren. Leider ist das Gras extrem nass gewesen und somit ich danach auch. Und Brennnesseln muss ich irgendwo begegnet sein, meine Beine brennen ganz fürchterlich. Ich glaube aber, das war später, denn wie man in den Bildern sieht: Hier oben gab es keine Brennnesseln mehr. Dafür habe ich mal wieder den Telefonmasten fotografiert, der über das frisch geeggte Feld einen langen Schatten warf.

Dann habe ich in der Kurve den anderen Feldweg genommen, der geradeaus weiter geht. Hier gab es Strohballen in Plastikplane verpackt zu sehen und den üblichen Jäger-Hochsitz, aus dessen Fenster man einen tollen Blick auf das Siebengebirge haben muss - ich habe es vorsichtshalber mal nicht getestet, denn ich kenn mich ja, ich fall nur wieder auf die Schnüss.


Der Handschuh lag dann am Ortseingang auf der Verkehrsberuhigung, die - seit der Verkehr hier oben rum umgeleitet wird, weil die Straße an der Sportschule ja wegen Unterspülung gesperrt ist - ja eh hauptsächlich ignoriert wird. Jedenfalls fährt hier von Landwirtschaft über Linienverkehr bis hin zu Schwertransporten zur Zeit alles durch.

Das hat mich auch davon abgehalten, noch mehr Bilder von den physalis-artigen Lampignon-Blumen zu machen. Hatte Angst, dass mit einer von denen den Hintern abrasiert! Auch die Reiterin, die mir entgegen kam, musste zwischendurch schon aufs Feld ausweichen.


Direkt daneben standen dann noch diese hübschen, gefüllten und sehr rosanen Rosen, die ich dann auch gleich noch mit fotografiert habe. So als weiteres Beispiel für all die Herbstfarben, die mir heute begegnet sind. Hübsch.

Beim Bauern am Ortsausgang steht dann noch dieser Trecker auf dem Feld. Der ist neu macht Werbung für den Hofladen. Leider stand der sehr im Schatten, daher sind die Bilder qualitativ nicht so gut, wie sie sein könnten.


Auf dem Heimweg bin ich dann noch an diesem "SLOW"-Männchen vorbei gekommen. Und an dem Verkehrsspiegel, bei dem ich nur ganz kurz warten musste, bis hinter dem Pfeil-Schild noch ein Auto vorbei fuhr.

So, und jetzt warte ich auf einen Telefonanruf. Mal sehen, ob das heute klappt. Bisher habe ich immer nur die gegnerische Mailbox erreicht! ;-)

Schwarz-weiß und analog, Teil 108: Ilford Delta in der Wahner Heide

Film: Ilfort Delta 400 #1 (abgelaufen 2002), Kamera: Nikon F601, Juli 2021

Navigation: 107, 108, 109

Die Wahner Heide ist für den alten, abgelaufenen Ilford Delta dann wahrscheinlich doch etwas hell und kontrastreich gewesen. Was sich teilweise aber tatsächlich als ein Vorteil erwiesen hat. Vor allem, weil ich einfach mal drauf gehalten habe, selbst bei den beklopptesten Motiven, die ich normalerweiser nicht mit Film fotografieren würde.

So zum Beispiel die gammelige Banane auf dem Parkplatz. (Nikon Lens Series E 50mm, 1/500s, f/8.) Hier im Schatten kribbelt der Film so richtig, weil ich nachträglich beim Scannen ganz heftig an den Kurven schrauben musste, damit man überhaupt noch was erkennt. Und im Hintergrund der viele Kies, der sowieso schon sehr unruhig ist. Der andere Müll in dem Bild ist zudem auch noch mit gesellschaftspolitischer Aussage belastet: Don't litter! ;-) Albernes Foto, da darf ich auch eine alberne Beschreibung machen, oder?

Noch schlimmer wird es dann im nächsten Foto, gegen den sich die Silhouetten der abgestorbenen Äste vor dem wolkigen Himmel so richtig gut absetzten. (Nikon Lens Series E 50mm, 1/2000s, f/11.) Ziemlich interessantes Bild, in dem die Reste von Filmempfindlichkeit recht gut beurteilen kann: Viel ist da nicht übrig. Und vom Motiv hier ist leider auch nicht viel los hier. Wobei, so ein bisschen was für depressive Tage! ;-)



Da wie hier in der Heide auch direkt nebenan den Flughafen haben, sind auf jeden Fall auch ein paar Flugzeuge auf dem Film. (Nikkor AI 200mm, 1/2000s, f/8.) Hier sieht man auch noch ganz deutlich ein anderes Problem, das dieser Film über die Jahre der Lagerung entwickelt hat: Er will sich immer wieder in seine Ausgangsposition zurück aufrollen, vor allem wenn es im Scanner schön warm wird. Deswegen die seltsamen Muster am linken Rand. Ansonsten: Schön scharf, das grobe Korn macht das irgendwie nur noch deutlicher, habe ich den Eindruck. Coole Wolken.

Beim zweiten Versuch war ich wohl etwas langsam, denn die Nase vom Flieger ist schon hinter den Bäumen. (Nikkor AI 200mm, 1/2000s, f/8.) Das ist blöd, denn eigentlich ist das relativ gut ausgeleuchtet. Naja, Schwamm drüber.

Aber jetzt kommen vier recht coole Bilder: Ziegen! OK, Ziegen sind immer cool, aber mit dem körnigen Film machen die sich besonders gut. Im ersten stehen sie unter einem großen Baum um Schatten, so habe ich relativ viel Kontrast außen rum, aber nicht so viel in den Ziegen selber. (Nikkor AI 200mm, 1/500s, f/5,6.) Dafür sind die Blätter im Baum ziemlich krass. Schönes Foto. Gefällt mir ziemlich gut.

Das zweite Bild ist etwas näher zum Baum aufgenommen, sodass die Ziegen ein bisschen größer sind. (Nikkor AI 200mm, 1/500s, f/5,6.) Dieses Foto gefällt mir tatsächlich noch viel besser: Gut ausgeleuchtet und super scharf. Und die schönen groben Körnern im Fell der Tiere! Passt gut zusammen.



Beim Dritten kamen die Ziegen dann mal näher ran und ich konnte auf die Normalbrennweite wechseln und mal ein richtiges Ziegen-Portrait machen. (Nikon Lens Series E 50mm, 1/2000s, f/4.) Von den dreien ist dieses definitiv das Beste! Oder? Also, die Ziege sieht jedenfalls so aus, als würde sie mir voll zustimmen! Sogar die Zaun-Strippen finde ich total geil. ;-) Muss ich also nicht noch mehr dazu sagen, oder?

Das vierte und letzte Ziegenfoto ist zwar auch gut, kommt da aber nicht mehr wirklich ran, oder? (Nikon Lens Series E 50mm, 1/2000s, f/4.) Auch wenn die Ziege sehr neugierig guckt, da sie sich in diesem Moment umgedreht hat, ist sie nicht mehr 100%ig scharf. Außerdem ist das Foto mal wieder total schief. Das Filmmaterial hingegen macht es dann doch wieder einigermaßen interessant, wegen des grobkörnig-kontrastreichen Retro-Looks.

Nach den Ziegen musste mal was anderes auf den Film, und da kam mir dieses Gebäude ganz gelegen, in dem wahrscheinlich irgendwelche Flughafentechnik versteckt ist; von außen hat es jedenfalls interessante Graffiti. (Nikon Lens Series E 50mm, 1/2000s, f/5,6.) Die Sprühdose guckt etwas zugedröhnt, die sich ein bisschen wie in einem alten, kribbeligen s/w-Film vorkommt. ;-)


Und dann gab es da noch diesen Wanderwegwegweiser für den Eichenlaubwanderweg. (Nikon Lens Series E 50mm, 1/2000s, f/1,8.) Keine Ahnung, ob der tatsächlich so heißt, aber ich nenn ihn jetzt einfach mal so. Sollen die doch andere Schilder aufstellen! ;-) Hier im Schatten konnte ich jedenfalls mal wieder die Blende gaaaanz weit auf machen und ein bisschen Unschärfe im Hintergrund einfangen. Wobei, durch das viele Kribbeln sieht das gar nicht mehr so unscharf aus. Schöne Foto, das mir mal wieder ganz gut gefällt.

Dann noch runter Richtung Landebahn gegangen, wo ich zuerst an den Tanks vorbei kam, die ich durch den Zaun hindurch fotografiert habe, deswegen wahrscheinlich auch der dunklere Schatten am linken Rand. (Nikon Lens Series E 50mm, 1/2000s, f/5,6.) Mit dem empfindlichen Film war es hier draußen einfach zu hell. Und wie ich ja schon im ersten Artikel festgestellt habe, hätte ich gute eine Blende weiter auf drehen können, dann hätte ich das Problem nicht so sehr gehabt.

Aber das coolste Foto ist wahrscheinlich der landende Flieger unscharf durch den Stacheldraht am Zaun. (Nikon Lens Series E 135mm, 1/2000s, f/8.) Einfach perfekt! Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen! Bestes Bild auf der Rolle!


Der tieffliegende FedEx-Frachter kommt da einfach nicht ran, obwohl er aus diesem Winkel gar nicht so schlecht ist. (Nikon Lens Series E 135mm, 1/2000s, f/8.) Irgendwie irritierend, dass man das Fahrwerk auf der einen Seite gar nicht zu sehen ist! Glücklicherweise war ich dabei und kann sagen: Problemlose Landung! ;-)

Auf dem Rückweg gab es dann noch diese Wellblechhütte zu sehen. (Nikon Lens Series E 135mm, 1/2000s, f/5,6.) Sieht faszinierend aus, sehr krasse Kontraste. Mit dem 135er arbeitet der Film ziemlich gut zusammen, finde ich. Mag motivseitig jetzt nicht so interessant sein, aber ich finds gut. Etwas heller belichtet hätte es sein können, daher komme ich immer mehr zu der Erkenntnis: Eine Blende mehr schadet dem abgelaufenen Film echt nicht.

Zurück am Parkplatz konnte ich dann noch ein Longhorn-Rind fotografieren. (Nikon Lens Series E 50mm, 1/500s, f/4.) Wo kommt bloß der Texaner her? Strange! Mehr PS! MEEEHR PEHHH ESS!!!!112 TUUUUURBOOOOOHHHhhhhh... ;-) OK, geht mir direkt wieder besser. Musste einfach raus! ;-)


Ach ja, unterwegs gab es noch ein paar Isolatoren, an denen kann ich ja auch nie vorbei gehen. (Nikkor 35mm AI, 1/1000s, f/5,6.) Besonders, wenn es so schöne alte sind, die aussehen, als wären sie mindestens aus den 1940ern. Interessantes Bild, viel Unschärfe im Hintergrund, die wieder durch das grobe Korn viel schärfer aussieht, als ich es erwartet hätte.

Und zuletzt noch ein vintage Mercedes. (Nikkor 35mm AI, 1/2000s, f/5,6.) Der sieht auf diesem alten Film auch ziemlich gut aus. Oh, nein, jetzt will ich schon wieder singen! "Oh Lord..." Nein! Bad photographer! BAD BAD BAD! ;-) :-D So, genug Albernheiten. Muss am Wetter liegen, das Tief macht Kopfschmerzen. ;-)

Nächstes Mal: Troisdorfer Rathaus und Bahnhof.

Schwarz-weiß und analog, Teil 107: Ilford Delta am Wahner Schloss

Film: Ilfort Delta 400 #1 (abgelaufen 2002), Kamera: Nikon F601, Juli 2021

Navigation: 107, 108, 109

Heute der erste Artikel von dreien, in denen ich die Bilder, die ich auf einem ungefähr 20 Jahre alten Ilford Delta belichtet hatte, den C mir irgendwann mal in die Hand gedrückt hatte, weil der bei ihr nur rum lag. Den ganzen Film habe ich an einem relativ hellen, aber nicht wirklich sonnigen Tag mit der F601 verschossen, weil ich ja selber auch neugierig war, was da raus kommt. Und bei den Nikon-Objektiven und der Kamera weiß ich ziemlich genau, was ich zu erwarten habe.

Den Anfang machen zwei fast identische Bilder vom Jesus am Kreuz. (1/2000s, f/4 bzw f/5,6.) Das erste ist eine Blende überbelichtet, das zweite mit den Einstellungen, wie die Kamera sie vorgeschlagen hat. Einfach, um zu überprüfen, ob es was bringen würde, denn bei abgelaufenem Material soll das ja helfen. Tatsächlich sieht das erste tatsächlich etwas besser aus, was aber auch am Bild selber liegen mag. Insgesamt ist der Film extrem grobkörnig und auch mit sehr viel weniger Umfang, als ich das von den (frischen) Fomas gewohnt bin. Ich nehme an, dass das hauptsächlich am Alter liegt, kann mich aber auch täuschen: Ich habe ewig lang kein Ilford-Material mehr verwendet.


Vom Parkplatz beim Supermarkt bin ich dann in Richtung der Innenstadt gegangen, wenn man das bei Wahn überhaupt so sagen darf. ;-) Auf dem Weg dorthin kam mir dann dieses Wagenrad unter, das ich auch für ein brauchbares Testmotiv hielt. (1/2000s, f/5,6.) Hier sieht man sehr deutlich das Kribbeln des Korns, der Film ist sehr grob. Wie gesagt, wie viel davon auf das Alter und wie viel auf das Konto des Films selber geht, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber ich denke mal, selbst ein ISO-400-Film ist normalerweise nicht so grob. Ich mein, nicht falsch verstehen, das sieht gar nicht so schlecht aus, aber wundert mich doch sehr.

Die Kirche in Wahn ist ebenfalls sehr kribbelig, aber hier gefällt mir das sogar ganz gut. (1/1000s, f/4.) Habe auch hier etwas reichlich belichtet, um die Strukturen der Dachpfannen etwas besser raus zu kriegen. Was auch geklappt hat. Scharf sind die Bild auch sehr, trotz des groben Korns. In den Wolken ist natürlich dadurch eher wenig Struktur zu sehen. Ganz hübsches Bild.



Im nächsten Bild haben wir einen dieser biegsamen Schläuche, die ich dieses Mal schon wieder an einem Bagger gefunden habe. (1/2000s, f/2,8.) Hier gefällt mir das grobe Korn extrem gut! Weil: In diesem Bild ist eh alles eher etwas abstrakt.

Die Mauer habe ich übrigens etwas zurück gestellt, weil ich das so besser in das Layout integrieren konnte. (1/250s, f/5,6.) Für diese Art von Bildern scheint mir der Film am besten geeignet zu sein: Architektur und ähnliches Gedöns, zum Beispiel dieses Graffiti. Gefällt mir sehr gut.

Und dann habe ich noch eine kleine Belichtungsreihe vom Schloss gemacht. (1/500s - 1/250s - 1/125s, f/4). Das erste Bild ist "normal" belichtet, das zweite mit einer Blendenstufe mehr und das dritte mit zweien reichlicher belichtet. Auch hier gefällt mir das mittlere eigentlich am besten, das letzte ist dann doch zu hell. Durch das Alter fehlt hier auch der Dynamik-Umfang und die hellen Stellen gehen einfach unter und das Laub wird zu unruhig.


Und zum guten Ende noch ein Bild vom Haupteingang zum Schloss. (1/1000s, f/4.) Mal wieder ist das Foto etwas schief geworden. Auch hier macht sich das grobe Korn sehr gut und ich finde, Architektur geht mit diesem abgelaufenen Film auf jeden Fall schon mal.


Fazit: Der Film hat sichtlich gelitten, aber das gibt ihm auch einen gewissen Retro-Charm, und das ist zZt ja gerade irgendwie voll in! ;-) Gerade für architektonische Bilder mit künstlerischem Anspruch eignet er sich ganz gut. Und: Im nächsten Artikel geht es in die Wahner Heide, wo ich viel Grünzeug und einige Flugzeuge fotografiert habe. Soviel vorweg: Geht auch! ;-)

Bunt, in Farbe und analog, Teil 4: Abendstimmung am Hausberg

Film: Kodak Gold 200 #1, Kamera: Olympus OM-10, Juli 2021

Navigation: 3, 4

Auf dem Kodak Gold Farbfilm war nach dem Besuch der Rheinauen mit dem Trekdinner noch ungefähr die Hälfte unbenutzt. Um den Film möglichst schnell in die Entwicklung zu kriegen - schließlich wollte ich die Fotos beim nächsten TD bereits vorzeigen können -, habe ich am nächsten Tag direkt alle Fotos verschossen, während wir einen kleinen Spaziergang über die den Hausberg gemacht haben. Wie sich herausstellte, sind wir genau zur richtigen Zeit unterwegs gewesen, denn die Abendstimmung hat den Fotos diesen gewissen Golden-Hour-Glow verpasst.

Wie immer, wenn ich das Haus verlasse und die Pferde gegenüber des Wendekreises auf der Weide stehen, habe ich drauf gehalten und ein paar sehr schöne Szenen erwischt. Neugierig, wie die Pferde sind, kamen die sofort angelaufen und so konnte ich mal ein Frontalportrait vom Braunen machen. (Zuiko 135mm, ca 1/1000s, f/5,6.) Um zweieinhalb Blendenstufen abgeblendet ist das 135mm so scharf, dass das Pferd praktisch komplett scharf ist, obwohl es sich auf mich zu bewegt hat und ich sehr schnell und daher bestimmt nicht ganz korrekt fokussieren musste. Trotzdem ist der Hintergrund sehr schön unscharf geworden und das Hauptmotiv setzt sich gut vom Rest ab. Ein sehr hübsches Pferd, ein sehr brauchbares Foto.

Damit der Kolleg nicht alleine im Fokus steht, kam dann auch das weiße Schmuddelpferd an und hat geguckt, was ich da mache. (Zuiko 135mm, ca 1/1000s, f/8.) Da es bereits sehr viel näher war, habe ich hier noch eine Blendenstufe weiter abgeblendet. Aber selbst bei f/8 habe ich noch immer tolle Hintergrundunschärfe, während gleichzeitig jedes einzelne Haar an der Pferdeschnauze zu erkennen ist. Das 135mm ist ein wirklich geniales Portrait-Tele. Davon abgesehen sind die wuseligen Haare das perfekte Detail bei diesem Bild, zusammen mit dem hell angestrahlten Auge, in dem man noch sehr gut die Pupille erkennen kann.


Zu dem kleinen Gruppenfoto wollte sich das Weiße dann nicht dazu stellen, sodass hier nur die beiden anderen zu sehen sind. (Zuiko 50mm, 1/500s, f/4.) Dieses Foto ist nicht so spektakulär wie die ersten beiden, aber ich wollte auch eines mit dem 50er machen, um mal die Farbbilder mit meinen sonst immer an dieser Stelle geschossenen s/w-Fotos zu vergleichen. Hätte etwas mehr Baum drauf nehmen müssen, also höher zielen sollen. Ansonsten ist das Bild ganz OK, aber eben auch nicht überwältigend.

Der Weinbergschnecke hingegen habe ich mal einen besonders prominenten Platz in diesem Artikel eingeräumt. (Zuiko 50mm, 1/60s, f/2,8.) Wie man an den Belichtungsdaten sehen kann, es wurde langsam schon dunkler. Aber für die langsam kriechende Schnecke hat es definitiv noch ausgereicht! ;-) Auf dem nassen Teer der Höhenstraße gibt die helle Schnecke mit ihrem filigran gestreiften Häuschen einen guten Kontrast ab. Zudem bin ich immer wieder erstaunt, wie nah das Zuiko fokussieren kann, dass ich am Ende so eine riesige Schnecke auf dem Bild habe. Ich mein, ja, Weinbergschnecken sind schon etwas größer, aber wenn ich das Bild jetzt nach dem Scan sehe und ich mir vorstelle, dass mit einem guten Scanner definitiv noch mehr aus dem Negativ rauszuholen wäre... Wie auch immer, eines der besten Bilder auf dieser Rolle, zusammen mit den ersten beiden Pferde-Fotos oben.


Nachdem ich Tiere fotografiert hatte, war es dann Zeit, ein bisschen Landschaft einzufangen. Der erste Versuch mit den Strommasten ist leider etwas unscharf, was aber sicher an mir und liegt - ich hatte direkt das Gefühl, dass ich hier den Fokusring nicht ganz bis zum Anschlag gedreht hatte. Das merkt man einerseits daran, dass die Blätter der Vordergrundbäume erschreckend scharf sind, andererseits daran, dass ich mir nicht mal die Mühe gemacht habe, die Belichtungsdaten aufzuschreiben. Einzig und alleine, dass das Bild mit dem Zuiko 50mm gemacht wurde, kann ich noch durch meine Aufzeichnungen bestätigen. Aber selbst wenn es scharf wäre, es wäre trotzdem kein besonderes Bild. Meine Idee war hier hauptsächlich der Test der Blautöne im Himmel gegenüber dem Grün unten rum sowie der Schwarzwerte in den Bäumen. Insofern tut es seinen Dienst, mit allen diesen Aspekten, die das Filmmaterial betreffen, bin ich zufrieden. Ansonsten: Schwamm drüber. ;-)

Besser sehen da schon die Strommasten im Sonnenuntergang aus, während im Tal der Nebel wallt und bereits ein bisschen nächtliche Gruselstimmung verbreitet. (Zuiko 50mm, 1/250s, f/8.) Hier habe ich extra weit abgebelndet, um möglichst das ganze Bild scharf zu haben, von den Masten bis zu den Grashalmen weiter vorne. Ansonsten ist es auch ein guter Test der Filmdynamik, die auch nicht so schlecht ist. Ich muss gestehen, um Platz zu sparen scanne ich Farbfilme nur in 24 Bit, sodass hier mit einem besseren Scan vielleicht auch noch mehr raus zu holen wäre. Aber auch so ist in den schattigen und unterbelichteten Bereichen kaum buntes Rauschen zu sehen. Die einzelnen Farbkörner sind relativ klein und nicht zu unruhig. Ähnlich sieht es in dem voll durch belichteten Bereich nahe der Sonne aus. Zugleich bleibt auch etwas der orangen Abendstimmung erhalten. Auch hier bin ich erstaunt, dass der billige Film eine ganz gute Leistung zeigt.

Das sieht man auch im Schattenspiel in den Wolken, die ich auf dem nächsten Bild vorzeigen möchte. (Zuiko 135mm, 1/500s, f/8.) Die einzelnen Halme des Kornfelds sind problemlos voneinander zu unterscheiden und das Licht in den Wolken gibt schöne Muster. Auch hier kann man allerdings wieder sehen, dass alles Blaue etwas flau ausfällt. OK, es war um den Sonnenuntergang herum, somit war der Himmel eher rötlich-gelb, aber trotzdem. (Ich habe versucht, das Scan-Ergebnis relativ nah an den Abzügen zu halten; diese sind im Blaubereich auch nicht so knackig bunt wie rot und grün. Jetzt kann man mir natürlich vorwerfen, dass ich keinen kalibrierten Workflow habe: Weder der Scanner noch mein Monitor sind in irgend einer Form perfekt für Bilder dieser Art. Aber umgekehrt doch irgendwie repräsentativ für das, was die meisten "normalen" Leute zu Hause stehen haben werden.)


Die Disteln auf dem folgenden Foto habe ich dann mal richtig hart am Licht fotografiert. (Zuiko 135mm, 1/250s, f/8.) Hier teste ich eigentlich mehr das Objektiv als den Film: Viel gelbes Licht, das den ganzen Film mit Glühen füllt und die Farben und den Kontrast ziemlich auswäscht. Trotzdem - oder gerade deswegen - gehört dieses Foto mit zu meinen Lieblingsbildern auf diesem Film, denn es gibt die tatsächliche Abendstimmung an jenem Tag sehr gut wieder. Mag seltsam klingen, aber es ist ziemlich genau das dabei heraus gekommen, was ich mit vorgestellt habe, was auch ein Lob an die OM-10 und ihre Belichtungsmessung ist, die in einer solchen Situation sicher nicht ganz einfach war.

Das war dann bereits fast auf dem Rückweg nach Hause, aber noch hatte ich kein Foto von den Schafen. (Zuiko 135mm, 1/60s, f/3,5.) Natürlich kann ich bei solchen Belichtungszeiten und Brennweiten die Kamera nicht mehr so still halten, wie ich sie eigentlich müsste. Daher habe ich hier ein bisschen Verwackelung zu beklagen. Auch hat die Belichtungsmessung es etwas sehr gut gemeint, ich hätte durchaus eine Blende schneller belichten können, dann wäre das mit der Verwackelung auch nicht so schlimm geworden. Das Bild ist nämlich dafür, dass die Szene bereits im Schatten der untergehenden Sonne liegt, doch sehr hell geworden. Insgesamt also ein nicht ganz so gelungenes Foto.

Stattdessen konzentrieren wir uns lieber auf das Flugzeug im Anflug auf Köln-Bonn. (Zuiko 135mm, 1/250s, f/3,5.) Kann mir jemand sagen, was das für eine Fluggesellschaft ist, ich erkenne das Symbol auf dem Leitwerk nicht. Mit den Blättern am unteren Rand gefällt mir das Bild eigentlich ganz gut, auch wenn so tief fliegende Flugzeuge hier in der Gegend ja eher zum Alltag gehören. Die bereits untergegangene Sonne (oder zumindest knapp davor) strahlt den Flieger sehr hübsch an und verleiht ihm ein paar Highlight.

Eine weitere Herausforderung für Film und Optik war der Blick auf den Ölberg, der in der Ferne im abendlichen Dunst liegt. (Makinon 28mm, 1/250s, f/4.) Ein recht hübsches Landschaftsfoto, mit Berg ganz hinten, wallenden Nebeln im Tal in der Mitte, und schließlich dem Kornfeld, dem Strommast und der Straße im Vordergrund. Gut ausgeleuchtet, schön bunt wegen der letzten Sonnenstrahlen des Tages, scharf, was will man mehr?


Noch ein bisschen Nachglühen vom Sonnenuntergang vielleicht? (Zuiko 50mm, 1/250s, f/5,6.) Wie man sieht, hier ziehen bereits die Wolken für den nächsten Tag ins Land und geben der Abendstimmung zusätzlich noch etwas warmes, reflektierendes, Struktur und Licht. Die durch die Bäume brechenden letzten Strahlen der Sonne verstärken das Gefühl eines warmen Sommerabends noch. Nettes Bild.

An dieser Stelle habe ich mich dann einmal ungedreht und das Ortsausgangsschild fotografiert, während die Straße dahinter bereits sehr dunkel und zugleich etwas milchig wegen des aus dem Tal aufsteigenden Dunstes war. (Zuiko 50mm, 1/125s, f/1,8.) Wie man sieht, der Film kommt auch mit wenig Licht ganz gut zurecht. Gut, das Motiv ist jetzt vielleicht nicht so spannend wie manch anderen Dinge, die ich an diesem Tag fotografiert habe, aber ich habe ja ein Faible für Straßenschilder. Normalerweise mache ich diese Art von Bildern zwar mit der digitalen Kamera - Film ist teuer ;-) -, aber als Experiment kann man ja auch mal was Verrückteres machen.

Für die Rosen war es leider schon zu dunkel, weshalb die Automatik der OM-10 hier leider etwas reichlich und lang belichtet hat. (Zuiko 50mm, 1/4s, f/2,8.) Dass hier trotzdem nicht alles total verwackelt ist, liegt wahrscheinlich daran, dass ich die Kamera gut abstützen konnte. Für die Umstände also ein sehr brauchbares Bild, mit dem ich eigentlich gar nicht gerechnet hatte. An dieser Stelle wollte ich eigentlich nur noch den Film voll kriegen, um ihn am nächsten Tag auch direkt in die Entwicklung geben zu können. Die Farben sind hier wirklich sehr poppig geworden - ob das an der langen Belichtung liegt? Sogar das dezente Türkies in den Blenden-Sechsecken im Hintergrund hat einen gewissen pastelligen Wumms, den ich bisher auf dem Film noch nicht gesehen hatte.


Und dann stiegen die Nebel aus dem Tal erst so richtig auf und haben den lauen Sommerabend in eine Szene aus dem Hund von Baskerville verwandelt. ;-) (Zuiko 50mm, 1/125s, f/4.) Das Bild erscheint schon sehr milchig, aber so ähnlich sah es an dem Abend tatsächlich aus. Leider hatte ich die digitale ja gar nicht erst mit genommen, so kann ich keine Vergleichsbilder anbieten. Aber diese Art von Abendstimmung war schon sehr gruselig. Vielleicht eine Vorschau auf das, was uns zwei Tage später erwartet hat: Wasser im Keller!

Und zuletzt nur noch ein quadratisches Bild, das bei der Entwicklung im Labor leider ge-zweidrittel-t wurde. (Zuiko 50mm, 1/30s, f/1,8.) Aber gerade die Tatsache, dass das Schild hier halb durchgeschnitten wurde, macht es noch besonders interessant. Zudem ergibt die weit offene Blende schöne Hintergrundunschärfe, die den Nebel im Tal verschwimmen lässt. Die Aussage des Bildes: "Achtung! Wetter!" ;-) Schade, dass es nur noch halb vorhanden ist, denn es gefällt mir ziemlich gut.



Fazit: Der Kodak Gold 200, obwohl der billigste Farb-Film, den ich bekommen konnte, macht einen sehr guten Eindruck. Die Farbwiedergabe, gerade im roten und grünen Bereich, ist sehr schön und erinnert mich tatsächlich an früher. Mit ISO 200 ist er nicht zu empfindlich, als dass ich ihn nicht auch in den alten Kameras verwenden könnte, deren schnellste Zeit vielleicht nur 1/500s ist. (Die OM-10 geht ja bis 1/1000s, die Nikon F601 ja sogar bis 1/2000s; da muss ich gar nicht mal so viel abblenden und kann auch viel Unschärfe in die Bilder bringen.) Gerade zusammen mit den Zuiko-Objektiven und sogar dem günstigen Makinon Weitwinkel, die ich vorher ja noch nie in Farbe gesehen hatte, bin ich sowohl von Schärfe als auch Farbwiedergabe begeistert - beides Bereich, bei denen ich ja mit den alten Filmen aus den 1980ern und '90ern, die ich in den letzten Jahren immer mal wieder durch den Scanner gejagt habe, nicht unbedingt immer so zufrieden war. Offenbar hätte ich damals doch mal etwas mehr in meine Filme investieren sollen. Das einzige Manko, das ich zu beklagen habe, ist das teilweise etwas flaue Blau, zumindest im Vergleich zu den beiden anderen Primärfarben, die sehr viel besser rüber kommen. Und die Tatsache, vielleicht, dass der Film an manchen Stellen relativ viele Defekte in der Emulsion hat, die sich nachher durch weiße oder schwarze Punkte bemerkbar machen. Wobei ich mir wie immer nicht sicher bin, wie gut das Labor die Filme behandelt - siehe Fusseln...

Weiter geht es bei den analogen Fotos mit einem schon sehr lange abgelaufenen Ilford Delta 400, den C mir in die Hand gedrück hatte, nachdem sie davon noch ein paar beim Aufräumen im Keller gefunden hatte. Die Fotos auf diesem Film sind zwar alle am gleichen Tag entstanden, auf dem Rück wen von Porz, wo ich bei einem Kunden war, aber ich habe ihn trotzdem in drei thematische Bereiche aufgesplittet.

Der Wald bei Süchterscheid

Heute nachmittags mal wieder noch schnell eine Runde übers Dorf gedreht. Ein bisschen bewegen, muss ja auch sein. Dieses Mal fiel unsere Wahl auf den Wald zwischen Uckerath und Süchterscheid. Hier ist es nur ein bisschen hügelig und im Wald auch schön kühl - heute allerdings trotz der vielen Sonne schon fast zu kühl. Der Herbst ist mittlerweile tatsächlich angekommen. Wie man auch an der Natur sehen kann:


Dieses Mal sind wir wieder auf der rechten Seite runter, dann aber mal den langen Weg links rum gegangen. Sehr schönes Wetter hatten wir heute, viel Sonne, und so konnte ich im Wald auch einige hübsche Fotos machen. Zur Verwendung kamen tatsächlich nur zwei Objektive: Hauptsächlich das eine, mit dem alles vor zwei Jahren angefangen hat, das 50mm G, und dazu das 200mm AI. Eigentlich alles, was man so braucht. Nebenbei habe ich mal ein paar Fotos mit der Minolta meines Hasens gemacht. Da steckt seit bald zwei Jahren ein Fomapan 100 drin, der muss irgendwann mal entwickelt werden, bevor er schlecht wird! ;-)


Als die Kirche in Süchterscheid plötzlich sichtbar wurde, wurde uns klar, dass wir falsch abgebogen waren. Allerdings gibt es hier eine dieser modernen und wirklich hervorragenden Liegebänke, sodass wir die Gelegenheit genutzt haben und ein bisschen faul waren. Allerdings wollten wir ja eigentlich ganz unten durchs Tal zurück gehen, weshalb wir - nachdem wir uns wieder aufgerappelt hatten - erst mal ein Stückchen zurück mussten. Denn da unten wartete tatsächlich noch ein Döschen auf uns, das wir heute dann auch tatsächlich heben konnten. Allerdings mussten wir erst mal da hin gelangen.


Unterwegs trafen wir dann noch auf ein paar Kühe mit einem einzelnen Kalb. Ein besonders niedliches Kalb, das sich wohl etwas gestört fühlte, obwohl ich es doch nur mit dem Tele fotografiert habe. Gut, mag auch an dem großen Waldarbeiterfahrzeug gelegen haben, dass gerade in diesem Moment hier durch gekommen ist. Es hat sich dann jedenfalls in sicherer Entfernung bei den größeren Kollegen nieder gelassen.



Weiter ging es dann das Tal entlang und schließlich etwas den Berg hoch bis zur angepeilten Dose. Ganz in der Nähe des Caches gab es dann die nächste Bank - praktisch zum Loggen. Wo die viele Wolle herkam, da habe ich allerdings keine Ahnung. Bei dem Kronkorken ist das schon eher klar. Mit der Nahlinse gibt er ein fast genau so interessantes Motiv wie die Flechte am Ast daneben ab.


Schließlich ging es dann wieder zurück zum Auto. Den Weg aus dem Tal hoch bis zur Straße zwischen Uckerath und Süchterscheid ist schon ziemlich steil. Insgesamt waren es aber nur 12.000 Schritte, erstaunlich wenig. Danach noch ein kurzer Halt beim $Discounter, weil uns unterwegs der Hunger gepackt hatte - und zwar auf ein English Breakfast. OK, am Abend eher nicht so stilecht, aber kann man ja trotzdem machen. ;-)