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Lohmarer Wald

Heute Abend mal eben so 13.000 Schritte durch den Wald gemacht. Muss ja auch mal wieder sein, frische Luft und so. Solange es nicht regnet... Dabei mal wieder ein paar nette Fotos eingefangen, auch wenn das Wetter eher bescheiden war. Nicht genug Licht. Daher alles etwas schattig geworden.


Aber Hauptsache, ich habe überhaupt ein paar Bilder, die man hier rein stellen kann. Vor allem waren wir auch schon sehr lange nicht mehr zu Fuß im Lohmarer Wald. Das letzte Mal war ich vor etwa einem Monat hier mit dem Fahrrad, auf einer dieser tödlichen 35-Kilomater-Torturen...


Witzig war vor allem dieser Köter, der die ganze Zeit mit seinem Ball gespielt hat und dabei den Tümpel unsicher gemacht hat. Will nicht wissen, wie der heute Abend wohl müffeln mag. Nasser Hund, wahrscheinlich. ;-)

Am nächsten See gab es auch nur eine einzige Ente und ein einziger Reiher zu sehen. Sonst gab es hier mal mehr Viecher. Immerhin habe ich ein paar schöne Bilder von der Ente machen können. Das Wasser war heute besonders schwarz und moorig, da sticht die besonders hervor.


Und wie immer habe ich versucht, einen der diversen Käfer zu fotografieren. Heute mal wieder mit dem 35mm. Ausnahmsweise ist der sogar fast scharf. ;-)

So, und jetzt bin ich schon wieder total platt. Nach einer erfrischenden Dusche werde ich dann auch wohl sofort ins Bett fallen...

Schwarz-weiß und analog, Teil 104: Hofen

Film: Fomapan 100 #23, Kamera: Nikon F50, Juni 2021

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Der heutige Artikel, den ich schon vor einiger Zeit verfasst habe und mir jetzt ganz gelegen kommt, weil ich den ganzen Tag in der Ferne unterwegs war, ist ein bisschen kürzer als dieser Einleitungssatz. ;-) Nur fünf Fotos, die ich bei unserem Spaziergang das Rosental hoch bis zur Abzweigung nach und dann in Hofen selber gemacht habe. Außerdem sind alle Bilder außer dem allerersten mit dem Tamron-Zoom entstanden; offensichtlich war ich zu faul, die Objektive ständig durch zu shufflen. ;-)

Auf dem ersten erkennen wir den leicht verwackelten Baumpilz mit Namen "Chicken of the Woods". (Sigma 28mm, 1/30s, f/1,8.) Also, eigentlich nicht verwackelt, nur ein bisschen aus der Fokusebene heraus bewegt, als ich die Kamera in den Winkel gedreht habe, den ich haben wollte. Bei dieser kurzen Distanz und der weit offenen Blende macht ja jedes Millimeterchen schon einen riesigen Unterschied. Da hätte ich dann doch ein Stativ gebraucht. Oder den 400er Film, den ich letztens so erfolgreich getestet habe. Gut, ich hätte dieses Bild auch eine Blende unterbelichten können und der Pilz wäre wahrscheinlich sogar besser raus gekommen, weil so der Hintergrund etwas sehr hell geworden ist. Aber ob das gereicht hätte?


Bild zwei zeigt und den dicken Bullen auf der Weide oben am Ende des Weges nach Hofen. (Tamron 28-80mm bei 80mm, 1/90s, f/5,6.) Ausnahmsweise guckt tatsächlich mal wer in die Kamera. Hier wäre allerdings eine längere Brennweite von Vorteil gewesen, so kann man den ja gerade noch so erkennen, zumindest in der herunter gerechneten Version für's Internet. Im Original-Scan für mein Archiv ist das schon noch einiges raus zu holen, und mit einem anständigen Scanner *hint, hint* könnte man aus den Negativen sicher noch 8k oder so raus holen. Was ich durchaus erstaunlich finde, denn wenn ich mir das mal als Abzug vorstelle, könnte man da tatsächlich Postergröße mit drucken. Und das von einem stinkigen 35mm Negativ?

Aber eigentlich wollte ich ja was über die Kamera schreiben, weshalb ich mal lieber zu besseren Bildern komme, bei denen ich nicht so viel von der Tatsache ablenken muss, dass nicht alles Gold ist, was ich aus der glänzenden Negativ-Tüte hole. ;-) Da wäre zum Beispiele dieser von der goldenen Abendsonne angestrahlte Pferdekopf, von dem ich sagen muss, dass er mir ganz hervorragend gelungen ist. (Tamron 28-80mm bei 35mm, 1/350s, f/3,5.) Sogar das Tamron-Zoom hat mal richtig gut mit gespielt: Bei der Entfernung, Brennweite und Blende ist das Bokeh im Hintergrund tatsächlich richtig gut, und trotzdem ist das Pferd selber schön scharf und kontrastreich geworden.Da ich darauf verzichtet habe, ganz an den unteren Rand des Zoom-Bereiches zu gehen, habe ich auch keine Vignettierung oder Schärfeverluste an den Ecken, diese wurden einfach weg gezoomt. Das Ergebnis ist ein richtig gut aussehendes Pferd, das vielleicht ein ganz kleines bisschen schärfer sein könnte.


Beim nächsten Pferd habe ich das wieder versucht, aber in dem Moment, als ich den Auslöser betätigt habe, hat es vor mir den Kopf gesenkt. (Tamron 28-80mm bei 35mm, ca. 1/250s, f/5,6.) So habe ich immerhin wild bewegte Mähnenhaare. Habe hier zudem ein bisschen abgeblendet, um mehr Pferd scharf zu bekommen, außerdem erschien mir das so hart an der Sonne sinnvoll. Was mich dran erinnert: Auf keinem der Bilder habe ich bisher, egal wie sehr ich in die Sonne fotografiert habe, irgendwelche größeren Flares oder Ghosts gesehen. Das ist bei einem Zoom mit seinen vielen Linsen doch eher ungewöhnlich! Jedenfalls: Nicht das perfekte Bild, aber durchaus interessant. Scchade, dass die Schnauze unten praktisch komplett weg geschnitten ist...

Zuletzt ein paar hinterstrahlte Stiefmütterchen. (Tamron 28-80mm bei 65mm, ca. 1/90s, f/5,6.) Hier mal wieder ein Bild bei minimaler Fokusdistanz: Die Blumen und Blätter sind sehr scharf, der Stein dahinter geht bereits ein bisschen in Richtung Unschärfe, während das Fachwerk im Hintergrund schon sehr unscharf ist. Leider nicht die schönste Unschärfe; ich habe den Eindruck, dass mir dieses Objektiv am Besten bei den weiten, aber nicht ganz weiten Brennweiten gefällt. So im Bereich zwischen 35 und 50mm. Von der Belichtung her ist das Bild OK, die Kamera hat hier keine zu großen Fehler gemacht. Besser gefallen hätte mit eine Blende schneller, dann wären die Blumen sicher besser raus gekommen, aber die Kamera hat halt nur eine mittenbetonte Messung und keine Spotmessung. Dafür ist es eigentlich ganz OK.

Nächstes Mal: Sechs Bilder aus Hennef.

Schwarz-weiß und analog, Teil 103: Bödingen und Umgebung

Film: Fomapan 100 #23, Kamera: Nikon F50, Juni 2021

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Wie ich ja bereits vor einiger Zeit berichtet hatte, war in einem der Überraschungs-Pakete eine Nikon F50 mit drin, die ich nach der provisorischen Reparatur auch erst mal ausgiebig testen musste. Nachdem ich jetzt den Film zurück bekommen habe, bin ich tatsächlich einigermaßen begeistert, was für gute Bilder die macht! OK, natürlich habe ich da das gleiche gute Nikon-Glas dran geschraubt wie an meine F601, die ich sonst benutze, oder auch die Digitalkameras, von daher ist das eher nicht so verwunderlich. Aber andererseits ist die F50 nun wirklich das kleinste Einsteiger-SLR-Modell der 1990er gewesen, als Nikon nun wirklich nicht mehr das Beste vom Besten verbaut hat.

Mit dabei war auch gleichzeitig ein Tamron AF Aspherical 28-80mm 1:3.5-5.6 77D, das ich bei der Gelegenheit auch gleich noch mal mit getestet habe, obwohl ich das ja schon auf den Digitalen gemacht hatte. Ist ja immer gut zu wissen, wie sich so ein kleines handliches Zoom im s/w-Analogen verhält, besonders weil die F50 so klein und handlich ist, dass man sie gut als Zweitkamera mit sich rum schleppen kann.

Wobei mir auffällt, dass ich gar nicht aufgeschrieben habe, in welchem Modus ich die Bilder jeweils gemacht habe. Ich kann aber noch sagen, dass ich fröhlich zwischen den vier Grundbetriebsarten hin und her gewechselt habe, also Programm-, Zeit- und Blendenautomatik ausgiebig getestet habe, und die AI-Objektive funktionieren ja eh nur im manuellen Modus.

Insgesamt hat dieser Film vier Einträge ergeben, von denen der erste glaube ich direkt die meisten Bilder beinhaltet, nämlich 14 Stück. Das liegt daran, dass wir an dem Tag, als ich den Foma 100 in die Kamera eingespannt hatte, nach Bödingen hoch gefahren sind zu einem kleinen Abendspaziergang bei bestem Licht. Da konnte ich mich schwer zurück halten. ;-)

Das erste Bild ist daher auch kurz hinter dem Wanderparkplatz entstanden und zeigt den Telefonleitungsmasten mit seinen diversen Wanderwegwegweiserschildern. (Sigma High Speed Wide 28mm, 1/250s, f/4.) Hier habe ich direkt als erstes mal das einzige Fremdhersteller-Objektiv, dass ich meistens noch immer mit mir rum schleppe, auf der Kamera getestet. Auf der Digitalen hat das ja eine leichte Kurzsichtigkeit, die ich bisher auf der F601 noch nie bemerkt habe. Und so auch hier bei der F50: Das Bild ist einwandfrei scharf. Muss also an dem Autofokus-Sensor in meiner D610 liegen... Hm. Was das Foto angeht: Gut belichtet und guter Bildausschnitt. Und ausnahmsweise sogar mal gerade, was mit der Mattscheibe der F50 gar nicht so leicht ist, weil die keine Linien enthält, wie ich es von meinen anderen Nikons gewohnt bin.

Beim zweiten Bild habe ich dann mal das Tamron-Zoom an dem verfallenen Gebäude um die Ecke getestet. (Tamron 28-80mm, bei 28mm, 1/350s, f/4.) Und ich muss sagen, das Ergebnis gefällt mir auf s/w eigentlich ganz gut: Die Abschattungen und Verzerrungen in den Ecken, die ich bei meinem Digital-Review so zu bemängeln hatte, geben dem Foto den entsprechenden Retro-Charm. Der mittlere Bereich ist sehr scharf und sowohl Vorder- als auch Hintergrund haben ausreichend Unschärfe, um sich vom Gebäude abzusetzen. Schönes Foto.



Als nächstes folgt das blöde Schaf, das genau in dem Moment, als ich auf den Auslöser drücke, den Kopf schütteln muss. (Tamron 28-80mm, bei 80mm, 1/90s, f/5,6.) OK, so habe ich mal ein etwas ungewöhnlicheres Bild erhalten. So einen Schafskopf sieht man ja auch nicht alle Tage von der Unterseite. Mein Test des Tamron bei dieser Brennweite und Entfernung wird dadurch jedoch ein bisschen konterkariert. ;-) Durch die schnelle Bewegung ist da nämlich viel mehr Unschärfe drin, als ich es gewollt hätte. Am Hals hoch kann man nämlich gut jedes einzelne Härchen erkennen, während die Schlabberohren total verwischt sind. Naja, OK, nicht total, aber doch schon so, dass es auffällt. Dafür gibt es im Hintergrund tatsächlich brauchbares Bokeh. Wie schon beim digitalen Test fällt auf, dass es praktisch keinerlei Abschattungen an den Ecken gibt, die sind durchs Zoomen abgeschnitten worden. Die Kamera hat auch hier eine brauchbare Belichtung hin bekommen.

Im Dunklen Wald habe ich dann mal Wurzelwerk und Moose mit dem Weitwinkel weit offen fotografiert. (Sigma 28mm, 1/20s, f/1,8.) Einfach um zu testen, was die Kamera bei solchen Lichtverhältnissen macht. Das Ergebnis ist nicht schlecht, aber vielleicht etwas zu ausgewogen belichtet. Ein halbe bis ganze Blende langsamer hätte es tatsächlich auch getan. Ansonsten hat sie sich hier ganz ordentlich geschlagen. Und die Offenblenden-Effekte des Sigma geben diesem Foto schon irgendwie sehr interessante Hintergrund-Phänomene! ;-)

Zeit, mal ein AI-Objektiv zu testen, und zwar an diesem hübschen Pferd, das da im Tal auf uns gewartet hat. (Nikkor 200mm AI, 1/250s, f/4.) Für die Belichtungsmessung hatte ich zwei bis drei Möglichkeiten, die ich abwechselnd benutzt habe: Hatte ich eh gerade ein AF-Objektiv auf der F50, habe ich einfach mit diesem die Szene ausgemessen; hatte ich hingegen ein AI drauf, habe ich mit der Digitalen gemessen; Oder ich habe teilweise auch einfach geraten, wenn die Szene nicht zu kompliziert war. (Einen einzelnen Belichtungsmesser könnte ich auch mal brauchen.) Das Ergebnis ist jedenfalls ein perfekt belichtetes Pferd mit sehr schön sanftem Bokeh im Hintergrund. Das 200mm Nikkor macht immer wieder erstaunlich schöne Fotos. Und in diesem Fall kann ich zusätzlich noch berichten: AI-Objektive funktionieren auch an einer F50, auch wenn es vielleicht etwas umständlich ist, die Belichtung anderweitig zu raten.


Das kleine Pumpenhäuschen ein paar Meter weiter habe ich dann mal ganz mutig gegen das Licht mit dem "richtigen" Weitwinkel abgelichtet. (Nikkor 20mm AF, 1/250s, f/4.) Bei einer Blende abgeblendet macht das schon relativ wenige Schatten in den Ecken, aber gerade genug, dass es mir noch gefällt. (Ich bin da ja anders als viele andere Leute: Kleine optische Fehler geben den Bildern Charakter. Meine Meinung.) Bleibt festzuhalten: Auch dieses Objektiv funktioniert perfekt an der F50. Warum sollte es auch nicht? Die ist schließlich für AF-Objektive gebaut worden.

Dann war es mal an der Zeit, das einzige Objektiv, das ich bisher nicht anständig an einer analogen Kamera testen konnte, zu benutzen: Das Nikkor 50mm G. Blöd nur, dass ich es hier bei der Ruine eines dieser Pilgerwegs-Häuschen auf Grund des vielen Schattens trotzdem weit offen benutzen musste, denn das geht theoretisch ja auch an der F601. (Nikkor AF-S 50mm G, 1/30s, f/1,8.) Der Nachteil ist: Ich muss es manuell fokussieren, was bei der kurzen Fokusskala und der etwas eigenwilligen Art und Weise, wie sich der Fokusring drehen lässt - immer mit etwas Spiel nach rechts und links, bevor der tatsächlich mal was macht - nicht ganz einfach ist, besonders bei Offenblende. Aber hier habe ich doch recht gut den passenden Punkt gefunden. (Kleines Wortspielchen: Die F50 zeigt zwar kein > oder < an, damit man weiß, in welche Richtung man drehen muss, aber einen Punkt, wenn man richtig liegt, schon.) Insgesamt ist dieses Bild jedenfalls sehr schln stimmungsvoll geworden und ich kann mich nicht beschweren. Experiment gelungen!

Welches hatte ich noch nicht? Das 85er. Die vielleicht nicht ganz so perfekte Gelegenheit bot sich beim eingewucherten Tränke-Anhänger. (Nikkor AF 85mm, 1/90s, f/2,8.) Es war dann nämlich doch schon etwas dunkel und hier vor allem auch noch schattig, und ich habe mich wohl zu viel bewegt: Das ganze ist ein bisschen bewegungsunscharf. Sieht aus, als hätte ich gezittert, dabei war es doch gar nicht so kalt! ;-) Naja, das Wichtigste ist: Auch dieses Objektiv funktioniert an der F50, die Belichtungsmessung ist OK, das Bild ist ansonsten auch ganz nett geworden, nur halt leider etwas zittrig. Mein Fehler.

Und dann war es an der Zeit, das Objektiv zu testen, weshalb ich dieses besagte Paket überhaupt ersteigert hatte: Das 35mm. Leider ist das erste Bild, das ich damit gemacht habe - der Weg, den wir gerade gekommen waren mit einer weiteren Pilgerstätte -, etwas unscharf. (Nikkor 35mm AI, 1/125s, f/2,8.) Liegt wahrscheinlich an meiner Blindheit einerseits und andererseits daran, dass ich vielleicht doch zwei, drei Blenden abblenden hätte sollen; Belichtungszeit war schließlich noch genug vorhanden. Auch mein Fehler.


Weiter den Berg hoch habe ich dann diese Schaufelsammlung fotografiert und mir gedacht, dass ich dafür eigentlich auch noch mal das mitgelieferte Zoom benutzen kann. (Tamron 28-80mm bei 28mm, 1/180s, f/3,5.) Wieder sieht man gut die Abschottungen in den Ecken, aber insgesamt ist das Bild eigentlich genau so geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Schaufeln könnten untenrum etwas schärfer sein, ich habe mich da wohl zu sehr auf diesen Behälter im Hintergrund konzentriert. Ach ja, und dass das so schief ist, liegt ausnahmsweise nicht nur an mir: Der Hang war tatsächlich so. ;-)

Da hier oben sehr viel mehr Licht war als unten im Tal, habe ich das mal zum Anlass genommen, die Blende etwas weiter zu zu drehen, als ich diesen Bagger und seine Schwester, die Raupe - ist das überhaupt eine, wenn die gar keine Kette hat? -, mit genommen habe. (Tamron 28-80mm bei 28mm, 1/180s, f/5,6.) Die Vignetierung geht davon allerdings nicht wirklich weg. Hier wollte ich vor allem testen, wie die Kamera mit krassen Hell-Dunkel-Gegensätzen umgeht. Wie man sieht, sie versucht ihr Bestes, dieses Dilemma aufzulösen: Man kann sowohl im Himmel noch Wolken erkennen als auch die Details in in den dunkleren Bereichen unter den Fahrzeugen. Irgendwann kommt das Filmmaterial natürlich an seine Grenzen, aber insgesamt hat sie doch ein gutes Ergebnis abgeliefert. Natürlich hätte sich der Fotograf hier eigentlich für eines von beiden entscheiden sollen: Entweder Vordergrund korrekt belichtet oder Silhouette. Aber die Automatik macht hier das Beste, was sie kann.

Auch das Bild von der kleinen Backsteinkapelle habe ich dann noch mit dem Tamron gemacht. (Tamron 28-80mm bei ca 45mm, 1/45s, f/5,6.) Hätte etwas weiter nach links zielen sollen, aber ansonsten ein ganz gutes Bild, finde ich. Die Hell-Dunkel-Gegensätze waren hier nicht ganz so schlimm wie im Bild zuvor, was man an einem allgemein etwas besser ausgeleuchten Ergebnis sehen kann. Nettes, etwas schiefes Bild. Technisch aber einwandfrei, die F50 hat hier gut gearbeitet.


Dann habe ich mich noch um 180° gedreht und hinter mir das Gebäude fotografiert, dessen Fenster mich unheimlich an unsere alte Turnhalle an der Schule erinnert hat! (Tamron 28-80mm bei ca 40mm, 1/90s, f/5,6.) Die Häuser rechts stören etwas, aber wie immer gilt: Die Leute reagieren komisch, wenn ich mit der Abrissbirne komme! ;-) Auch hier stimmt die Belichtung ziemlich genau, was kein Wunder ist, denn mit diesem Objektiv gemachte Bilder habe ich ja jetzt bereits diverse hier eingestellt, die alle soweit OK waren. Ich nehme an, dass diese Kamera damals in den 90ern tatsächlich mit diesem Objektiv verkauft wurde und wahrscheinlich niemals was anderes zu Gesicht bekommen hat, bis ich angefangen habe, alles drauf zu schrauben, was nicht bei drei auf den Bäumen ist! ;-)

Ganz am Ende fiel mir dann plötzlich auf, dass ich ja das 135er noch gar nicht getestet hatte; da traf es sich gut, dass wir auf dem Rückweg zum Auto noch dieses Pferd trafen. (Nikon Lens Series E 135mm, 1/180s, f/4.) Sehr gutes Bild geworden! Wenn man den linken Rand ignoriert, da habe ich beim Zuschneiden wohl Scheiße gebaut! Ups! ;-) Auch hier musste ich mit anderen Mitteln die Belichtung bestimmen, aber ich weiß nicht mehr wie. Ich glaube, ich habe hier tatsächlich geraten, die Lichtverhältnisse hatten sich ja nicht entscheidend geändert seit den letzten Bildern. Cooles Foto jedenfalls.

Ein erstes kleines Fazit: Dafür, dass die F50 im Prinzip das günstigste war, was man in der Mitte der 1990er mit dem Namen Nikon kaufen konnte, wenn man eine SLR haben wollte, macht die richtig gute Fotos. Die Kompatibilität ist gut, wenn auch mit Einschränkungen bei alten AI- oder den hochmodernen G-Objektiven. Größtes Manko: Das viele Plastik und der bei meinem Exemplar dadurch abgebrochene Schiebeschalter für den Dummy-Modus. (...den aber eh keiner wirklich braucht, da alle Motivprogramme auch so erreichbar sind, so man die denn unbedingt benutzen wollte.)

Nächstes Mal: Zu Fuß über den Hausberg nach Hofen. Ein sehr kurzer Eintrag, aber trotzdem spannend. ;-)

Heide in der Wahner Heide

Heute war brilliantestes Wetter, weswegen wir uns mal wieder in die Wahner Heide begeben haben, da dort angeblich zur Zeit die Heide blühen soll. Und tatsächlich grüßte uns bereits auf dem Weg vom Parkplatz durch den Wald das erste Heidekraut. Flugs das 35mm drauf geschraubt und mal gaaaaanz nah ran gegangen und die Blende ziemlich weit offen gelassen: Was für ein Meer aus Unschärfe!


An der toten Eiche (glaube ich jedenfalls) war heute ausnahmsweise mal nicht viel los, sodass ich auch da mal ein paar experimentelle Fotos machen konnte. Überhaupt erfreulich wenig Betrieb, trotz des schönen Spätherbst-Wetters. Und den ersten und einzigen Cache des Tages konnten wir so auch perfekt erledigen, ohne dass einer zugeschaut hat.

Weiter in der Heide selber mussten wir dann feststellen, dass da noch immer überall diese "STOP, nicht betreten"-Schilder rum stehen, sodass wir an das eigentlich blühende Meer aus Heidekraut gar nicht ran kamen. Haben dann aber den schmalen Pfad genommen, der durch den lichten Wald führt. Warum gerade dieser Weg nicht gesperrt ist, weiß ich auch nicht. Aber es ist schön hier und deshalb stelle ich jetzt keine Fragen, die die Verantwortlichen dazu bringen könnten, auch hier noch so ein Schild auf aufzustellen.


Bevor ich jetzt noch mehr schreibe: Da es mal wieder ein paar mehr Fotos geworden sind, schiebe ich den Rest dieses Artikels in den "erweiterten Eintrag". Also: KLICK! Alleine schon die Bilder von den Bienchen lohnen sich! "Heide in der Wahner Heide" vollständig lesen

Schwarz-weiß und analog, Teil 102: Des Kunden Canon EOS 10s, Teil 2

Film: Fomapan 400 #2, Kamera: Canon EOS 10s, Mai 2021

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Heute der zweite Teil meines Tests der Canon EOS 10s. Alle Bilder wurden mit dem Canon Zoom Lens EF 75-300mm 1:4-5.6 III USM gemacht, dem anderen der beiden Zoom-Objektive. Um ungefähr ähnliche Verhältnisse zu haben, bin ich zu dieser kleinen Expedition am Folgetag zur gleichen Uhrzeit aufgebrochen. Das Wetter war ähnlich, vielleicht etwas sonniger, aber doch vergleichbar. Die angegebenen Werte sind wie immer das, was die Kamera mir kurz vor dem Auslösen angezeigt hat und ich mir aufgeschrieben habe; gerade die Blende ist bei Zooms mit variablen Blendenzahlen aber wie immer mit Vorsicht zu genießen.)

Das erste Bild ist mal wieder einer der diversen Jesuse, die hier überall herum hängen; diesen speziellen findet man an der Straße, die vom Autobahnende nach Warth herunter führt. (ca 90mm, Av, 1/1000s, f/4.) Das Kreuz und die Blätter drumherum sind sehr schön scharf, trotz der Offenblende, und auch an den Rändern und Ecken sieht alles OK aus. Die Unschärfe im Hintergrund ist auf diese Entfernung - nahe an der Minimaldistanz - auch durchaus brauchbar. Insgesamt ein sehr stimmungsvolles Bild, das mir recht gut gefällt. Die Qualität dieses Objektivs ist also schon beim ersten Test durchaus bemerkenswert.

Als zweites haben wir hier das Autobahn-Wegweiser-Schild von der Rückseite, gesehen von der Bus-Brücke hinter der Gesamtschule aus. (300mm, Av, 1/2000s, f/8.) Wie man an den Daten sehen kann, hat hier voll die Sonne drauf geballert und das Pentagram, was eigentlich meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, ist fast gar nicht zu erkennen. Gelb ist ja immer eine schwierige Farbe in s/w. Die vielen gerade Linien hinterlassen bei mir allerdings einen leichten Pincushion-Effekt: Zu den Rändern biegen sich die LInien nach außen durch. Zuerst habe ich das ja auf meinen Knick in der Optik und die entsprechenden Brillengläser zurück geführt, aber ich habs dann mal mit dem Zentimetermaß im Vollbildmodus nachgemessen und das ist doch schon eine deutliche Biegung. In "normalen" Szenen wird der Effekt weniger auffallen, aber hier kommt er tatsächlich seht sichtbar rüber. Von der Schärfe her ist alles OK, auch an den Rändern. Natürlich hilft es, dass ich auf f/8 abgeblendet habe.


Hinterm Industriegebiet habe ich dann noch die riesige Yucca ins Visier genommen, die direkt vor der weißen Wand stand, die ebenfalls kräftig hell angestrahlt war. (ca 80mm, P, 1/750s, f/11) Hier wollte ich hauptsächlich testen, was die Automatik mit einer solch ungleich verteilten Helligkeit macht: Strahlend weiß im Hintergrund, während das eigentliche Motiv eher dunkel ist und an den Blattunterseiten sogar tiefen Schatten aufweist. Muss sagen, die Belichtung, die das Teil hier gewählt hat, ist durchaus OK. Durch f/11 hat man die Betonplatten im Hintergrund noch so scharf, dass man einzelne Details erkennen kann, gleichzeitig scheint aber noch keine nennenswerte Beugung einzusetzen, die das Vordergrundmotiv weicher erscheinen ließe - zumindest nicht soweit, dass ich das bei dem eh etwas weicheren ISO 400 Film wahrnehmen könnte. Da müsste man den gleichen Test mal mit einer hochauflösenden Digitalen machen. So ist das Bild erstaunlich gut geworden, dafür dass die Yucca selber ja nicht so spannend ist und im Hintergrund ja auch nicht viel passiert.

Von der Industrie bin ich dann ins Siegtal herunter gefahren, wo ich als erstes mal wieder Vögel zu sehen bekommen habe, zum Beispiel diese Raben - perfekt für ein langbrennweitiges Zoom. (300mm, P, 1/750s, f/8.) Auch hier habe ich auf den Programm-Modus vertraut, der die Szene auch relativ brauchbar belichtet hat. Der fliegende Rabe glitzert toll in der Sonne, der sitzende hingegen ist praktisch nur als Silhouette zu erkennen.Persönlich hätte ich vielleicht versucht, den Hintergrund etwas unschärfer zu bekommen - wobei ich den Eindruck habe, dass der Schärfebereich dieses Objektives insgesamt etwas größer ist als bei dem anderen. Bildtechnisch stört mich das große weiße Haus im Hintergrund, aber das wäre schwer gewesen, das vorher abzureißen! ;-)

Die beiden Störche in den Siegauen sind leider etwas kontrastarm geraten. (300mm, P, 1/750s, f/6,7.) Da hat die Belichtungsautomatik zu viel Wert auf einen Ausgleich zwischen Wiese und Wald gelegt und die Vögel praktisch völlig übersehen. Ein bis zwei Blenden weniger wären hier wohl angebracht gewesen. Aber es musste schnell gehen, die beiden waren dabei, hinter dem Hügel zu verschwinden. Leider kein gutes Bild.

Die Gänse hingegen saßen viel näher, sind ansich schon viel kontrastreicher, und ich hatte mehr Zeit und Geduld, die genauer einzumessen. (300mm, Av, 1/1500s, f/5,6.) Habe hier die maximal mögliche Blendenöffnung gewählt und trotzdem hält sich die Unschärfe im Hintergrund doch sehr in Grenzen - selbst bei dieser mittleren Entfernung ist also nicht viel mit Bokeh, trotz der langen Brennweite. Nichtsdestotrotz aber trotzdem ein ganz brauchbares Foto.

Wo wir gerade von Bokeh sprechen: Ich habe dann mal die Gänseblümchen am Wegesrand mit genommen - bei Minimaldistanz und mittlerem Zoom. (ca 180mm, Av, 1/500s, f/5,6.) Auf die Entfernung habe ich um ca. eine halbe Blende abgeblendet, damit die Blümchen scharf sind, was aber möglicherweise gar nicht nötig gewesen wäre: Außer dem vordersten und dem ganz hinten, das sich so im Gras versteckt, sind sie alle scharf. Der Schärfebereich dieses Objektives ist also wirklich etwas größer als beim 70-210. Die Belichtung ist auch einigermaßen OK, die Blüten kommen gut gegen den dunklen Hintergrund raus. Insgesamt also ein gelungenes Experiment.

Von dieser Stelle hat man zudem bereits einen guten Blick auf die Burgtürme von Stadt Blankenberg, die ich als nächstes aufs Korn genommen habe. (300mm, Av, 1/4000s, f/4,5 - irgendeine dieser Angaben stimmt nicht: Bei 300mm sollten das f/5,6 mindestens sein. Habe ich mich auf dem Handy mal wieder vertippt, left-shift um eine Taste? Wäre nicht das erste Mal.) Insgesamt ist dieses Bild etwas überbelichtet, die Wolken gerade noch zu erkennen, der Wald ist etwas hell - hat die Automatik hier die Bäume am unteren Rand als Referenz genommen? Die Schärfe ist gut, die einzelnen Blätter am Baum in der Bildmitte sind (im Original-Scan) gerade noch erahnbar und vermischen sich mit dem Filmkorn.


Die Rundviecher, die unter der Tränke etwas Schatten suchen, waren dann meine nächsten Opfer. (ca 135mm, Tv, 1/500s, f/6,7.) Habe hier noch mal die Zeitautomatik gewählt, einfach um zu testen, was die so macht. Auf diese Entfernung und bei dieser Brennweite ist das ganze Bild praktisch überall scharf. Ist vielleicht nicht unbedingt das, was ich will, aber gut geeignet, um in dieser gerne für Portraits genutzten Brennweite nach Fehlern an den Rändern zu suchen. Da sind allerdings kaum welche: Ränder und Ecken sind praktisch genau so scharf wie der Rest vom Bild und es gibt auch keine Verzerrungen, die ich auf dem Film erkennen könnte.

Das halb rasierte Pferd mit der Bachstelze auf dem Zaunpfahl habe ich bei ähnlichen Bedingungen - Licht, Entfernung, Brennweite - gemacht, aber es kommt direkt ganz anders rüber und gefällt mir deutlich besser. (ca 150mm, Av, 1/1000s, f/5,6.) Richtig gutes Bild, vielleicht das Beste auf der Filmrolle, zumindest was Viehzeugs angeht. Blende weiter offen erzeugt zumindest hier im offeneren Gelände auch gleich zumindest einen Ansatz von Bokeh. Den Moment habe ich auch ziemlich perfekt abgepasst, sowohl Pferd als auch Vogel schauen gerade zu mir rüber. Tolles Bild, das man sich auch als Poster an die Wand hängen könnte, wenn man auf Pferde steht!

Und dann begegneten mir diese beiden Schwäne an der Sieg. (300mm, Av, 1/750s, f/5,6.) Obwohl das Bild theoretisch korrekt belichtet ist, hat es praktisch doch die Vögel total überbelichtet. Außerdem gucken die Mistviecher natürlich genau in dem Moment weg oder stecken den Kopf unter Wasser, wenn ich abdrücke! Also eigentlich wie immer! ;-) Schwamm drüber, ich will ja auch eigentlich was über das Objektiv erfahren. Was ich hier aus diesem Bild - wie auch aus denen davor, die ich bei 300mm gemacht habe - lese: Ja, das Objektiv kann Bilder bei der maximalen Brennweite machen; es lohnt sich in vielen Fällen aber nicht wirklich. Ich habe den Eindruck, ab ca 200 bis 250mm verliert es ein bisschen an Charakter, die Bilder sehen meist einfach langweilig aus. Schärfe ist weiterhin gut, Kontrast ist auch OK, auch der Pincushion-Effekt, den ich ganz am Anfang vorgeführt habe, fällt in "normalen" Bildern nicht auf, aber irgendwas fehlt. Ist es die Unschärfe, die ich in meinen Bilder immer versuche, in den Hintergrund zu bekommen? Ich kann es nicht wirklich an irgendwas fest machen, aber Bilder bei kürzeren Brennweiten gefallen mir sehr viel Besser.

Oder liegt es einzig an der automatischen Belichtung, die nicht genau weiß, was sie tun soll? Das Schloss Allner ist nämlich ziemlich gut gelungen! (300mm, P-verschoben, 1/1000s, f/9,5.) Das Bild hat auch etwas, was ich bei den anderen mit dieser Brennweite bisher vermisst hatte, etwas, was ich nicht wirklich in Worte fassen kann. Vielleicht liegt es ja auch einfach am Fotografen, der mit diesen Brennweiten nicht umgehen kann... Ich bin ja immer bereit, was Neues zu lernen und zuzugeben, dass ich nicht perfekt bin, aber ich weiß echt nicht, woran es liegt. ;-)

Trotzdem: Kürzere Brennweiten gefallen mir im Allgemeinen besser; so auch bei diesem Motorrad, dass ich auf dem Weg zurück noch kurz erwischt habe. (ca 85mm, Av, 1/3000s, f/4.) Trotz Offenblende ist hier wieder nicht viel mit Unschärfe; OK, das Haus ist auch sehr nah und ein Zoom ist auch nicht mit einer Festbrennweite mit vierfacher Maximalöffnung zu vergleichen. Von daher sage ich mal: Ganz passabel. Hätte etwas weiter nach links zielen müssen.



Wir hatten diese Jahr viele Schnecken, vor allem auch immer wieder diese Prachtexemplare! (300mm, Av, 1/750s, f/11.) Bei Nahaufnahmen am unteren Ende der Fokusskala bekommt man dann auch endlich mal etwas Unschärfe ins Bild. die 300mm funktionieren hier auch ganz gut, besser als auf so manchem anderen Foto, das ich damit gemacht habe. Die Belichtung ist mir persönlich etwas zu hell geraten, könnte gerne noch eine Blende dunkler sein, um die Highlights auf dem Schneckenhaus und -Fuß deutlicher abzusetzen, aber davon weiß die Automatik wahrscheinlich nichts. Insgesamt ein gutes Bild, für das es sich gelohnt hat, sich mal wieder auf den Boden zu werfen! ;-)

Um noch ein Bild zu verschwenden, habe ich dann noch dieses Stillleben mit Feuerlöscher und Farbeimer gemacht. (75mm, P, 1/125s, f/5,6.) Ist ganz interessant geworden und man bekommt einen Eindruck von der Abbildungsleistung am unteren Ende des Zoom-Bereichs. Die Ecken sind kaum abgeschattet, obwohl ich den nur um eine Blendenstufe abgeblendeten Vorschlag der Programmautomatik einfach so akzeptiert habe. Auch sind keine Verzerrungen oder sonstige Unschärfen in den Ecken vorhanden. Das Objektiv macht also auch hier einen brauchbaren Eindruck.

Da ich den Film während der kleinen Fahrradtour nicht ganz voll bekommen hatte, folgen jetzt noch vier Bilder, die ich am nächsten Tag beim Spaziergang verschossen habe. Zuerst haben wir da die Sohle eines verloren gegangenen Schuhs, mitten im Matsch auf dem Feldweg ins Nichts. (75mm, Av, 1/1000s, f/5,6.) Nicht ganz einfach, direkt nach unten zu fotografieren, wenn die Minimaldistanz 1,50m beträgt! ;-) Aber sieht alles eigentlich ganz brauchbar aus: Wieder keine Abschattungen an den Ecken, die Ränder sind genau so scharf wie die Mitte, nur ganz leichte Verzerrungen in der linken oberen Ecke.

Dann noch ein etwas künstlerisches Bild: Das Korn auf dem Feld. (ca 150mm, Av, 1/2000s, f/4,5.) Dieses Foto habe ich hauptsächlich als Bokeh-Test gemacht. Auf diese relativ nahe Distanz und bei offener Blende erhält man tatsächlich recht viel davon. Trotzdem bleibt das eigentlich anvisierte Ziel gut scharf - in diesem Fall die Mohnblume ziemlich mittig. Das Gewusel aus einzelnen Halmen und Grannen wirkt auch nicht zu unruhig. Wie gesagt: Bei kurzen und mittleren Brennweiten gefällt mir dieses Objektiv eigentlich ganz gut.



Die Kuh habe ich dann als Portrait-Test gemacht, da mir ein menschliches Opfer mal wieder gefehlt hat. (ca 120mm, Av, 1/1000s, f/5,6.) Auch hier komme ich zu dem Ergebnis: Mittlere Brennweiten, weite Blende, alles gut. Das Objektiv scheint auf diesen Bereich optimiert zu sein, in dem man normalerweise Personen fotografiert.

Und zu guter Letzt: Der schlafende Kater! (ca 200mm, P mit Blitz, 1/60s, f/4,5.) Ganz am Ende fiel mir ein: Du musst auch mal den eingebauten Blitz testen! Ohne Film hatte ich ja schon probiert, ob der überhaupt zündet. Aber ob tatsächlich auch ein Bild dabei rum kommt, weiß man nur, wenn man die Kamera auch lädt. ;-) Was soll ich sagen: Passt! Der Blitz ist sogar relativ ausgewogen und gibt dem Foto nicht zu viel Licht. Manche ein eingebauter Blitz übertreibt es ja gerne mal.

Fazit: Es nervt etwas, dass die Kamera immer wieder auf die Standard-Zeiten und -Blenden zurück springt, wenn man das Programm wechselt, statt sich zu merken, was man zuletzt benutzt hat. Außerdem ist sie sehr leicht und platsik-lastig, sowie teilweise von fragwürdiger Qualität - z.B. Öl auf den Lamellen des Verschlusses, was ich bisher bei noch keiner anderen Kamera, wie alt auch immer sie gewesen sein mag, gesehen habe. Andererseits hat sie einige innere Werte: Gute, solide Belichtungsmessung, die eigentlich immer hervorragende Fotos produziert hat. Der Autofokus sitzt meist zu 100% an der richtigen Stelle und ist durch die in die Objektive eingebauten Motoren sehr fix und leise. Mein einziges Problem: Die Kamera aber bald 30 Jahre alt und man weiß nicht, wie lange die Elektronik noch lebt oder ob der Verschluss nicht irgendwann endgültig zusammen pappt.

Zum Glas: Beide Objektive machen sehr anständige Bilder. Allerdings fehlt mir beim EOS-System grundsätzlich der Blendenring. Warum die Kamera-Hersteller den alle mit den Jahren weg rationalisiert haben, ist mir ein Rätsel. Canon ist da ja nicht alleine. Spart man da wirklich so viel Geld? Die Bilder des kleineren 70-210 haben mir grundsätzlich etwas besser gefallen. Das soll nicht heißen, dass das große schlechte Fotos macht. Ich habe auch lange nicht mehr mit so langen Brennweiten, dazu an einem Zoom, gearbeitet, was eine gewisse Eingewöhnung meinerseits bedingt hat.

Insgesamt: Ein solides System, das man heutzutage bei eBay recht günstig bekommen kann und sowohl für den Einsteiger - durch die vorhandene Vollautomatik - wie auch den Fortgeschrittenen - weil im Zweifel auch alles manuell zu regeln ist - geeignet scheint. Hier liegt dann aber auch das größte Problem, das man hat, wenn man sowas los werden möchte, so wie mein Kunde: Obwohl die Preise für analoge Kameras und Objektive in den letzten Jahren spürbar angezogen haben, ist diese doch noch etwas neu und hat dementsprechend nicht den nötigen Retro-Charm. Zudem ist die EOS 10 ja eher untere Mittel- bis obere Einsteigerklasse, was den Preis nochmal etwas drückt. Nicht zuletzt gibt es diese Teile auch noch wie Sand am Meer, sie sind also nichts Besonderes, mit dem man jetzt bei seinen Hipster-Freunden angeben könnte. ;-) Das Einzige, was diese Kamera hervorhebt, ist das kleine s am Namen, was bedeutet, dass es sich im das amerikanische Modell handelt, das in Europa zumindest etwas seltener ist. Das hebt den Preis auf etwa 50 Euro für das Body an. Die Objektive sind beide ebenfalls nicht selten und werden in einer ab-1-Euro-Auktion wahrscheinlich ähnliche Preise erzielen. Das Set liegt also bei 150 Euro, denke ich mal.

Das fehlende Interesse für diese Kameras ist eigentlich etwas schade, denn sie sind durchaus heute noch konkurrenzfähig. Das Modell, das ich hier getestet habe, ist eigentlich immer gut behandelt worden - zumindest sehe ich keine auffälligen Beschädigungen - und sollte, so keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten, auch noch weitere 20 Jahre funktionieren. 135er-Film wird wohl eher nicht aussterben, so wie andere, exotischere Sorten, sodass man, wenn man die '90er noch mal selber erleben möchte, hier auch auf der sicheren Seite ist. Der Funktionsumfang dieser Kameras ist völlig ausreichend bis teilweise sogar sehr gut: 1/4000s ist verdammt schnell; das einzige, was mir wie immer fehlt, ist die Abblendtaste. Und vielleicht ist man ja sowieso ein Canon-Fotograf und hat moderne, digitale Objektive zur Hand, die man hier - soweit ich weiß - auch verwenden kann, so wie ich es mit meinen Nikkoren auf der etwa gleich alten und ähnlich positionierten F601 mache. (Da funktionieren die modernsten allerdings wegen des fehlenden Blendenrings nicht - dafür müsste ich dann die F50 nehmen, die aber eher im unteren Segment zu finden war.)

Das Alles klingt jetzt so, als wollte ich den Preis etwas hoch treiben, damit wir mehr Geld dafür bekommen, aber das ist tatsächlich meine Meinung! Diese 1990er-SLRS sind alle noch etwas unterbewertet, für das was sie können. Vielleicht ändert sich das in 5 oder 10 Jahren - die Mechanischen aus den 70ern sind schließlich auch irgendwann plötzlich teuer geworden!