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Ausgiebiger Druckerfundtest

Weil es so schön war, habe ich den Drucker heute noch mal genauer unter die Lupe genommen. Vor allem habe ich mal das gute alte originale Printshop geladen und damit diese unglaublich tolle "Greeting Card" erstellt. Wow! Wie Desktop Publishing vor bald 40 Jahren aussah, Wahnsinn! ;-)


Jetzt muss man die nur noch richtig falten und schon hat man Spaß! Also, ich hatte zumindest welchen, als ich dem Ding 7½ Minuten dabei zugeschaut habe, wie es dieses Meisterwerk ausgedruckt hat! ;-)

Danach habe ich dann noch mal die Easyscript-Diskette gesucht und damit einen Text verfasst. Das schöne an diesem Programm war, dass man damit auch richtig formatieren konnte, wenn man wusste, wie das geht. Da ich das natürlich in den letzten 35 Jahren vergessen habe, musste ich die entsprechenden Tastatur-Shortcuts und Escape-Sequenzen erstmal im Internet nachschlagen. Das war, liebe Kinder, nämlich bevor man das Schlagwort WYSIWYG schon wieder 20 Jahre vergessen hatte, da musste man das alles noch von Hand stricken. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn der Text eher noch einer Überarbeitung bedarf:


Hier noch mal die wichtigsten für den Fall, dass ich das wieder vergesse: (Das * ist das invertierte Asterisk, dass man mit F3 erhält.; NN ist eine ein bis zweistellige Zahl; B ist ein booleanscher Wert, also 0 oder 1.)
  • Formatierung:
    • Margin Left: *lmNN;
      (NN gibt hier tatsächlich den Anfang des linken Randes in Zeichen an, also zB 5, nicht die Breite des Randes.)
    • Margin Right: *rmNN;
      (Wie bei lm gibt man den Start des Randes an, also zB 75 bei einem 80-Zeichen-pro-Zeile-Drucker.)
    • Center Text: *cnB;
    • Justify: *juB
  • Tasten-Shortcuts:
    • Load: F1 L
    • Save: F1 E
    • Print: F1 O P
      (...oder V für eine Druckvorschau, die auch gleich Bescheid sagt, wenn was mit den Formatierungszeichen nicht stimmt.)
    • Directory: F4 $
    • Scratch File: F4 s:file
    • Exit Disk Menu: run/stop
Also alles in allem sehr logisch. Ich erinnere mich, dass ich das damals irgendwann alles auswendig wusste, nachdem ich das länger benutzt hatte.

Druckerfund im Gras

Da fahre ich gestern mit dem Rad mal wieder die übliche Runde hinten aus der Stadt raus Richtung Mülldeponie, als aus dem Augenwinkel ein gewisser Beige-Ton mein Auge erreicht. Das kann nur eines bedeuten: Alte Hardware! Habe dann angehalten und umgedreht und mir genauer angeschaut, was ich da gefunden hatte. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen verlassenen Seikosha SL-80VC handelt. Ein Blick auf die Rückseite und es ist klar, dass dieses bestimmt 30 Jahre alte Stück in die Kategorie der Nadeldrucker für 8-Bit-Heimcomputer der Commodore-Varietät gehört. Der unverkennbare IEC-Bus ist da sehr verräterisch.

Da ich das Teil nicht im Regen stehen lassen wollte, aber auch auf dem Fahrrad nicht unbedingt die Transportkapazität dafür hatte, bin ich später abends noch mal mit dem Auto zurück an den Tatort gekommen. Musste eh noch mal los, weil ich ja sowieso einkaufen wollte, aber beim Radfahren die Maske vergessen hatte, weil ich ausnahmsweise mal ohne Fototasche unterwegs war. Mein Arm schmerzte wieder so verdächtig, dass ich da mal in den nächsten Tagen weniger Last auf die Schulter geben wollte.


Als ich dann heute wider Erwarten doch noch ein paar Minuten Zeit hatte, habe ich ihn mir mal vorgenommen. 24 Stunden sollten zum Trocknen ja reichen, die Heizung läuft schließlich und von innen war er eh nicht wirklich nass geworden. Sämtliche Abdeck-Teile waren nämlich dabei, dadurch ist kein Wasser an die empfindlichen Stelle gekommen. Einzig und alleine der Papierauswurfschacht fehlt, sodass bei Verwendung von Einzelblättern der Ausdruck wieder im Einzug landet. OK, kann man mit leben.

Ein bisschen Küchenrolle und Fensterreiniger haben dem wenigen Schmutz schnell den Garaus gemacht. Besonders dreckig war er eh nicht, hatte schließlich schon im Regen gestanden, der den Staub weg gewaschen hatte. Nur etwas vergilbt, wie diesen beigen Gehäuse aus feuerfestem Plastik aus den 80ern ja immer sind. Um das Teil zu testen, habe ich es erstmal in eine Mehrfach-Dose mit einzelnem Schalter gesteckt, damit ich im Notfall einfach den Strom unterbrechen kann, ohne das Gehäuse oder eine Leitung anfassen zu müssen. Nicht, dass ich ernsthaft damit gerechnet hätte, dass sowas passiert.

Und siehe da: Der Druckkopf fährt nach links, die Elektronik sagt "PIEP" und die "Paper Out" LED blinkt rot! Soweit, so gut. Daraufhin habe ich den C64 mal angeworfen und ein kleines Test-Programm geschrieben. Und festgestellt, dass es mit einem CLOSE am Ende nicht getan zu sein scheint, denn das LIST ist auch noch auf den Drucker geleitet worden. Man möge es mir verzeihen, mein Commodore-Basic ist in den letzten 30 Jahren dann doch ein wenig rostig geworden! ;-)


Wie man an dem Scan sehen kann, ist sogar das Druckbild selbst mit dem etwas ausgelutschten Farbband nicht mal so schlecht. Alles ist gut lesbar. Das Ding ist allerdings doch sehr langsam, zumindest verglichen mit heutigen Druckern. Kann mich nicht erinnern, ob mein Drucker der Marke Star ebenfalls so langsam war. Ich mein, am Ende wird es wahrscheinlich hauptsächlich daran liegen, dass es einfach grottenolmlangsam ist, so einen Druckkopf hin und her zu bewegen, das ging auch bei anderen nicht schneller. Einigermaßen leise ist er, soviel kann ich sagen.

Ansonsten kann ich leider nicht über das Gerät in Erfahrung bringen. Es gab wohl auch ein Modell, dass auf IP statt VC geendet hat, aber das ist auch so gut wie der einzige Hinweis, dass es diese Reihe überhaupt gegeben haben könnte. Tja, war noch vor der Zeit des Internets. Muss ich noch mal was suchen, vielleicht lässt sich ja doch ein Handbuch für die Bedienung der DIP-Switches an der Rückseite auftreiben. Außerdem wäre es interessant zu wissen, welche ESC-Sequenzen die Firmware versteht. Und ob es vielleicht auch andere ROMs gab, die zB andere Zeichensätze hatten. Da ist zumindest noch ein Sockel frei...

Schwarz-weiß und analog, Teil 72: Verkratztes Bonn

Film: Fomapan 100 #15, Kamera: Revue 4, Dezember 2020

Navigation: 71, 72, 73

Da ich heute die Kopfschmerzen aus der Hölle habe - gestern wahrscheinlich zu lange mit frisch geduschten und noch feuchten Haaren sowie dem Kopfhörer oben drauf Zombies gejagt; ist ja auch wichtig, mit Freunden in Kontakt zu bleiben, gerade während so einer Pandemie[1] - gibt es heute den zweiten Schwung verkratzter Negative. Die Bilder drauf stammen von einem Bonn-Besuch im letzten Dezember und sind mit der Revue 4 und dem dazugehörigen Industar 61 gemacht. Die Kratzer habe ich dann beim Retten des Films aus der verklemmten Kamera rein gemacht. (Verstehe bis jetzt nicht so ganz, was sich da verklemmt hatte, denn nachdem ich den Film raus hatte, ließ sich die Krone problemlos auf die Rückspulposition drehen und alles klappte ganz hervorragend. Seltsam.) Die Kratzer gehen übrigens auch nicht weg, will sagen: Die Bilder haben alle ähnliche Schäden, hier in der Mitte des Filmes ist es ganz besonders schlimm.

Kommen wir zu den Fotos. Als erstes haben wir da ein Bild vom Rhein mit dem Posttower, einem Ausflugsschiff und dem Siebengebirge. (1/500s, f/8.) Ganz nettes Bild, bei der schnellen Belichtung und der Blende, die schon in den oberen Bereich des machbaren zu verorten ist, haben wir hier ganz viele Wolkenstrukturen im Himmel, was sehr hübsch aussieht. Dafür ist der Vordergrund allerdings etwas kontrastarm: Die 7 auf dem Schild kann man kaum noch erkennen.

Die Fassade der Uni Bonn habe ich hingegen um zwei Blenden heller belichtet, was man auch direkr sieht. (1/500, f/4.) Sehr schön scharf und kontrastreich (und schief). Ein technisch brauchbares Foto, bei dem ich allerdings gehofft hatte, dass die vergoldete Statue in der Mitte stärker zur Geltung kommt. Aber mit dem 50mm war die wohl etwas weit weg.



Unten am Rhein hatte ich vorher noch ein Foto vom Herrn Lenne zu machen versucht. Hier habe ich sehr in den Schatten der Uferbefestigung im Hintergrund hinein fotografiert, weshalb ich hier noch eine Blendenstufe langsamer unterwegs war. (1/250s, f/4.) Das Ergebnis: Der Kopf der Bonner Berühmtheit kommt sehr gut zur Geltung, ohne dass das Bokeh im Hintergrund völlig in Dunkelheit versinkt. Ach ja, auch dieses Foto ist schief, wie man sieht. Die Kamera ist relativ schwer und mit dem kleinen Sucher (und meiner dicken Brille) ist es nicht ganz einfach, die Fluchtpunkte und -linien zu finden. Andererseits ist die Laterne mitten im Bild, hätte mir schon auffallen müssen! Immerhin ist der Kopf schön scharf.

Dazu passend habe ich die moderne Kunst mit ihren Highlights auch direkt mal versucht, die man auf dem Weg vom Rhein hoch zur Uni findet. (1/250s, f/4.) Auch nicht gerade, aber durch die seltsame Form der Plastik fällt das gar nicht so auf. Auch fällt der Kratzer nicht so auf, da es oben rum eh sehr hell ist. Auf jeden Fall eines der besseren Bilder auf dieser Rolle. Besonders witzig fand ich den Kanalreinigungswagen der Stadtwerke im Hintergrund; der war einer der Gründe, weshalb das Bild so schief ist, denn es musste schnell gehen, als die Ampel grün wurde. ;-)

Apropos Kunst: Vor der Galerie in der Stadt habe ich dann dieses Prachtstück erwischt. (1/60s, f/2,8.) Wie man an der Belichtung sieht: Hier zwischen den hohen Häusern war es dunkel. Ich fand aber die Einfassung des Kunstwerks durch den Spruch "in diesen Zeiten" gepaart mit der spärlichen Weihnachtsbeleuchtung auf der anderen Seite sehr witzig. Auch hier ist alles wieder schief, was war denn los, hatte ich an dem Tag irgendwie Innenohrprobleme und wusste nicht, wo unten ist? ;-)

Bei den eScootern fällt das gar nicht so auf, die liegen ja eh kreuz und quer. (1/60s, f/2,8.) Auch hier musste es schnell gehen, der Rewe-Wagen im Hintergrund ("Natürlich frisch", "besser leben.") fuhr schon langsam an, und den wollte ich unbedingt mit im Bild haben. Bei Offenblende ist der gerade unscharf genug, aber ein lichtstärkeres Objektiv mit mehr Unschärfe wäre schon witziger gewesen.


Zum Thema Kunst und Plastiken gibt es dann noch den stilisierten Adler vor der Oper, der auch immer wieder ein beliebtes Motiv ist. (125s, f5,6.) Dieses Mal ist er allerdings sehr kontrastarm geworden. Vielleicht doch lieber f/4? Man weiß es nicht. Vielleicht liegt es auch an den vielen Kratzern. Also, auf der Linse jetzt, obwohl die hier auf dem Negativ auch sehr prominent sind. Wie man sieht, war es auch recht bedeckt an dem Tag, vielleicht liegt es also auch einfach an dem vielen Streulicht.

Die Ananas-Sticker machen sich vor dem grauen Himmel und der unscharfen Brücke (Mit Stadtahn? Oder ist das einer von den langen Bussen, so einer mit Gelenk?) allerdings sehr gut, und das bei gleicher Zeit/Blende. (1/125s, f/5,6.) Besonders die Highlights auf den Aufklebern finde ich gut gelungen.

Mit den Fahnen im Gegenlicht habe ich dann mal wieder ein experimentelles Foto dabei, bei dem ich wirklich nicht abschätzen konnte, was dabei rum kommt. (1/500s, f/8.) Aber das Ergebnis ist erstaunlich brauchbar: Wolken erkennbar, aber auch die Köln-Düsseldorfer unten links im Schatten ist noch durchaus lesbar. Und dabei ausreichend scharf, was ich nicht gedacht hätte. Das Bild ist allerdings vielleicht etwas überladen, hätte mich evtl. auf nur eine oder zwei Fahnen konzentrieren sollen und dann in den Hochkantmodus wechseln sollen.


Die Efeu-Blüten unten an der Rheinpromenade sind ebenfalls etwas experimentell. (1/500s, f/2,8.) Hier hätte ich die schnelle Belichtung gegen ein paar Blenden mehr eintauschen sollen, denke ich, damit die Blüten alle scharf sind. So ist es eher nur mittelmäßig. Aber ich wollte halt wissen, wie unscharf der Hintergrund bei Minimaldistanz werden kann und hier ist die Antwort: Sehr. ;-) Wobei der Blendenblobb leicht links von der Mitte tatsächlich nicht ganz rund ist. Muss mal schauen, ob die Lamellen vielleicht nicht ganz gleichmäßig öffnen und schließen.

Unter die Berühmten Bonner, deren Antlitze man am Rhein findet, gehört auch der Ernst Moritz A., wie er auf den Vater Rhein hinaus blickt. (1/250s, f/8.) Oder guckt er nach Beuel? Hat er da was gesehen, was ihn interessiert? Hier habe ich jedenfalls eine schon recht große Blendenzahl gewählt, weil ich sowohl seine Hand als auch seine Nase scharf haben wollte. Licht hatte ich ja offenbar genug und ich glaube, schärfer als f/8 wird es nicht. Fazit: Bild ganz gut. Kratzer: Scheiße. Wie man sieht, hat der Film hier gegen Ende richtig gehakt und sich gewehrt, da sind richtig Löcher ins Material gerissen. Wo hatte der sich denn da verhakt?


Wenn man schon hier oben ist, kann man gleich noch ein Bild von einer der Kanonen machen, die hier oben stehen. (1/250s, f/4.) Dieses hier sogar mit Beuler Kirchturm. Schön scharf ist es, aber leider sind genau in dem Moment die Menschen, die ich eigentlich hinter der Kanone verstecken wollte, einen Schritt nach rechts gegangen und zack, waren sie im Bild. Mist.

Zuletzt das "7"-Schild, das ich am Anfang schon mal klein irgendwo in der Ecke mit drauf hatte, aber dieses Mal groß und prominent. (1/60s, f/8.) Warum diese Werte? Weil ich nach dem Entfernungs-Messen die Kamera über den Kopf gehalten und blind geschossen habe, weil ich den Winkel so haben wollte, dass noch was Horizont mit drauf ist, und da meine Augen nicht so weit oben sind, zum Nachmessen, lieber mehr Tiefenschärfe riskieren. ;-) Hat sogar beides einigermaßen funktioniert: Das Schild ist einigermaßen scharf, die Berge des Siebengebirges und der Posttower sind gerade so noch mit drauf. Mit 'ner Leiter hätte ich es besser hin bekommen, aber ich nehme, was ich kriege. Sieht ja auch doof aus, wenn man mit der Leiter am Rhein rum läuft! ;-)

Nächstes Mal: Verkratzte Fotos aus Seelscheid! Bis dahin.

[1] Ja, ich habe extra etwas Zeit investiert, um diesen Einschub so zu formulieren, dass er besonders zweideutig wirkt! (...und in zwei, drei Jahrzehnten, wenn wir Corona völlig vergessen haben werden, ganz besonders!) ;-)

VC 20, Teil 2: Tastatur-Reinigung und Test

Wie bereits im letzten Eintrag beschrieben, die alte Tastatur im VC-20 geht nicht. Wie gesagt, die stammt eigentlich aus dem C64 und wurde da jahrelang misshandelt. Deshalb stand heute ein bisschen Säuberung und Reparatur auf der Agenda.

Gestern hatte ich ja schon die Kappen von den Tasten abgenommen, die besonders betroffen (und nervtötend wenn nicht funktionierend) sind, nämlich: Enter und die beiden Cursor-Tasten sowie die daneben liegende Shift-Taste. Die sind wohl logischer Weise auch die Tasten, die am meisten benutzt worden sind. Habe dann ein bisschen um die Plastik-Stempel-Dingse, die den eigentlichen Kontakt herstellen, drum herum geputzt und ein bisschen Kontaktreiniger rein gesprüht, in der Hoffnung, die Tastatur nicht komplett auseinander nehmen zu müssen.


Hat aber nicht geholfen. Muss ich also komplett demontieren und das PCB einmal richtig sauber machen. Dafür muss als erstes die Shift-Lock-Taste befreit werden, die mit zwei Drähten ans Board gelötet ist. Erscheint mir unnötig mechanisch kompliziert zu sein. Da hätte man doch sicher wie am PC eine softwareseitige Lösung finden und dann eine "normale" Taste verwenden können. Aber damals war wohl die Ähnlichkeit zu einer Schreibmaschinen-Tastatur noch ein echtes Verkaufsargument. Deshalb wahrscheinlich diese Taste, die mechanisch einrastet und den Shift-Stromkreis permanent schließt, auch wenn man dafür extra ein teures Loch in das PCB machen und eine teure Mechanik einbauen muss. Das waren noch Zeiten, als Commodore keine Kosten und Mühen gescheut hat!

Also flugs das Löteisen angeheizt und mir die Finger verbrannt, während ich die beiden Drähte aus dem uralten Lot heraus gezogen habe. Erstaunlich schnell ging das, das ist wahrscheinlich noch das gute alte Lot mit viel Blei drin! Darf man heutzutage ja nicht mehr. Blöde Umwelt! ;-)


Danach schnell sämtliche Schrauben aus der Rückseite raus gedreht und schon konnte ich das PCB von den Tasten abnehmen. Zu meiner Verwunderung sind die Kontakte gar nicht mit Kohle abgedeckt sondern liegen frei. Das macht die Sache insofern einfacher, als dass ich nicht drauf achten muss, dass das Putzmittel, das ich verwende, zu scharf ist und das Graphit abrubbelt. So habe ich das ganze PCB einmal mit Alkohol abgerieben und danach mit einem Schuss vom guten, leicht nachfettenden Kontaktreiniger konserviert.

Die Tasten-Stempel (oder wie auch immer man die Teile nennt) habe ich nicht aus der Plastik-Matrix heraus gefummelt, dafür hätte ich alle Tasten abnehmen müssen. Das Plastik ist nach so langer Zeit aber sicher spröde geworden und ich wollte nicht riskieren, dass mir da irgendwas abbricht, was ich nachher nicht wieder geklebt bekomme. Also keine Tiefenreinigung zwischen Tasten und Plastik. Geht auch so.


Auf dem zweiten Foto oben kann man auch deutlich die Mischung aus Abrieb und Dreck sehen, die auf den Kontakten für die Tasten unten rechts klebt. Hat sich aber sehr leicht entfernen lassen.

Statt also die Tasten alle von ihren Pinnchen zu ziehen und alles in Seifenwasser einzuweichen, habe ich die Rückseiten mit den Kontakten ebenfalls einmal mit verdünntem Alkohol abgerieben - hier ist Graphit aufgetragen, also habe ich das möglichst vorsichtig gemacht. Danach habe ich die Tastatur dann wieder zusammengesetzt und erst mal mit nur vier Schrauben fixiert, um mein Werk zu testen:


Scheint geholfen zu haben, wie man sieht! Alle Tasten funktionieren jetzt auch wieder bei normalem Druck, was eine extreme Erleichterung bei der Bedienung darstellt. Außerdem möchte ich nicht so wie früher auf die Tastatur eindreschen, weil - wie gesagt - das alte Plastik das nicht mehr lange mit machen würde. Und eine "neue" Tastatur bei ehBlöd kostet um die 30, 40 Euro! Ne, lass mal. Soweit kommt das noch! Das Geld würde ich dann doch eher in ein SD2IEC oder Ähnliches investieren. (Am Liebsten hätte ich ja so einen kompletten 1541-Emulator bestehend aus einem Pi Zero und dem passenden Header dazu.)

Wie auch immer: Tastatur geht wieder, was ich auch direkt getestet habe, indem ich nach der kompletten Re-Montage des VC-20 ein kleines Hello-World-Programm gehackt habe, das bereits ungefähr ein Drittel des zur Verfügung stehenden Basic-Speichers verbraucht. Ups! ;-)


Sieht gut aus! Also, für ein Test-Programm, jedenfalls. Dieses übliche 10 PRINT "HELLO WORLD!":GOTO 10 ist mir einfach zu blöd, meine Tests müssen schon ein bisschen was her machen! ;-) Wer übrigens meinen Programmierfehler findet - ja, da ist einer, der mir erst aufgefallen ist, nachdem ich das Video hochgeladen hatte -, darf ihn gerne behalten. ;-)

VC 20, Teil 1: Lebenszeichen

Wie bereits angekündigt: Ich habe den VC-20 im Keller gefunden und habe ihn jetzt auch mal auseinander genommen, durchgeschaut, gereinigt, das Netzteil auf die korrekten Spannungen getestet und schließlich auch in Betrieb genommen. Und deswegen gibt es heute einen Blog-Eintrag darüber.

Dieser spezielle VC-20 stammt aus den frühen 1980ern. Auf dem Expansion Port klebt ein Sticker aus der Woche 44/83. Ich nehme also an, dass mein Bruder den damals zu Weihnachten 1983 bekommen hat. Könnte jedenfalls ungefähr stimmen. Das ist jetzt bald 40 Jahre her, deswegen kann ich mich an Details auch nicht mehr erinnern. Ich weiß nur, dass ich von Anfang an davon fasziniert war und immer (oft), wenn er nicht da war, meine ersten Programmierschritte damit unternommen habe. Diese unscheinbare Kiste ist also Schuld daran, dass ich mich eigentlich mein ganzes Leben mit Technik im Allgemeinen und Computern im speziellen beschäftigt habe. Nach dem Atari 2600, der ja nur fertige Software auf Steckmodulen verarbeitet hat, war das ein echter Augenöffner! Endlich konnte man selber kreativ werden! Ach ja, und neben dem Programmieren habe ich natürlich auch ein ganz kleines Bisschen Frogger und Scramble gespielt! Aber nur gaaanz selten! ;-)

Aber ich schweife ab. Das kommt von der Nostalgie! Kann man nix machen. ;-) Das Gehäuse dieses speziellen VC-20 war von 30 Jahren im Keller und davor 10 Jahren von verschiedensten Händen angegrabbelt werden so richtig schön krustig. Aber nichts, was nicht mit ein bisschen Fensterreiniger weg geputzt werden kann. Das Plastik ist allerdings extrem vergilbt in den letzten Jahren, obwohl er eigentlich kaum in der Sonne gestanden hat. Ach ja, und die Tastatur ist nicht original, für alle die sich wundern, dass die so dunkel ist: Die stammt aus meines Bruders (und später von mir in Beschlag genommenen) C64 und ist extrem störrisch, was auch der Grund ist, weshalb ich sie irgendwann mal getauscht habe. Insbesondere Enter und die Cursor-Tasten sind praktisch unbenutzbar.



Ein Blick ins Gehäuse - das übrigens dadurch erleichtert wurde, dass ich nach dem Tastaturtausch nie wieder die Schrauben rein gedreht habe - verrät, dass soweit eigentlich alles OK aussieht. Ja, staubig ist er und die Leichen einiger Insekten liegen darin rum, aber nichts, was man nicht mit einem Bisschen sich schnell bewegender Luft aus einem fönartigen Gebläse los wird (und so im Rest des Hauses verteilt). Ich habe mal ein paar Großaufnahmen vom Board gemacht, vielleicht möchte sich das ja jemand genauer anschauen.

Sogar das Zubehör ist nach 37½ Jahren noch vorhanden: Der RF-Modulator, das Netzteil, die VIC-1111 Speichererweiterung... 16kb! Zusammen mit den 5k, die sich auf dem Motherboard befinden, sind das dann wahnsinnige 21k! Was für eine unglaubliche Menge! Niemand wird je mehr benötigen! :-D (Ich rolle mich dann mal ein bisschen lachend auf dem Boden; ist doch OK, oder?) ;-)


Wie man sieht, die originale Commodore-Datasette ist auch wieder aufgetaucht. Hatte komplett vergessen, dass der die Klappe fehlt. Macht nichts, sollte auch so funktionieren, haben wir damals schließlich auch so benutzt. Somit habe ich jedenfalls drei dieser Geräte hier, eins wird doch wohl funktionieren, oder?

Nachdem ich dann mein Multimeter in den DIN-Stecker des Netzteils gehalten habe, um festzustellen, dass ca. 9,6V auf den 9-Volt-AC-Pins liegt und knapp 5,15V auf den 5-Volt-DC-Pins, habe ich mich dann auch getraut, das Gerät in Betrieb zu nehmen. Wie ich schon beim C64 geschrieben hatte, sollte man bei den alten Trafo-Netzteilen immer erst mal schauen, ob die noch innerhalb der Spannungstoleranzen liegen, weil die wohl gerne mal zu viel liefern, wenn sie alt werden und langsam sterben. Aus diesem Grund habe ich das Netzteil auch vorher etwas vorgeheizt, indem ich es während der Sichtung des Computers bereits eingesteckt hatte. Ohne Last wird es zwar nur moderat warm, aber die Netzfilter-Kondensatoren und sowas sollten trotzdem schon mal etwas Stress kriegen und im Zweifel hoffentlich sofort den Geist aufgeben, bevor ich den Computer anschließe.

Dann aber, der große Moment:


Yay! Funktioniert noch immer! Zuerst hatte ich ein bisschen Zweifel, denn sowohl aus dem RF-Modulator als auch direkt über Composite bröselte das Bild etwas, als ob der Fernseher die Zeilenfrequenz nicht richtig finden könnte, und außerdem hatte ich leichte Farbprobleme - das Weiß flackerte immer mal wieder ins Schwarz. Aber nachdem ich das Board richtig sauber gemacht habe und vor allem sämtliche Kontakte mit dem guten säurefreien Kontaktreiniger bearbeitet hatte, haben sich diese Probleme komplett beruhigt. Ich nehme an, dass da irgendwo so viel Dreck zwischen 5V und Masse war, dass das diese Störungen verursacht hat.

Also wieder aus geschaltet, die Datasette angeschlossen und versucht, die Kassette zu laden, die bereits im Laufwerk lag. Das ist mir dann allerdings wiederum nicht gelungen. Ich nehme an, dass die sich in den letzten 40 so weit entmagnetisiert hat, dass das Signal nicht mehr klar rüber kommt. Auch nachdem ich den Lese-Kopf mit Alkohol sauber gerubbelt hatte, tat sich nichts. Außer seltsamen Zeichen. Hm, könnte natürlich auch sein, dass das genau die eine einzige Kassette mit Programmen für den C64 ist... Wäre natürlich blöd. Wie man sieht, das Label ist irgendwann mal abgefallen, ich habe keine Ahnung, was da drauf wäre, wenn es denn laden würde. Muss ich bei Gelegenheit mal versuchen, die mit dem 64er zu laden.

Ansonsten, die Speichererweiterung funktioniert auch noch immer - nach einem Schuss Kontaktreiniger -, sodass ich theoretisch ein Basic-Programm bestehend aus 19976 Bytes zusammen hacken könnte. Oder ich muss den X1541-Adapter mal wieder ans Laufen kriegen - ich hatte den zwar wieder fest gelötet, aber ich kann auf Grund meiner zunehmenden Blindheit im Lesebereich nicht erkennen, ob ich da was falsch gemacht habe; es wollte jedenfalls beim letzten Test nicht funktionieren -, damit ich böse Software aus dem bösen Internet böse auf eine Diskette kopieren kann. Die 1541 funktioniert schließlich auch am VC20.

Soviel jedenfalls für diesen Eintrag. Nachher hacke ich noch den Artikel zusammen, wie ich dann heute die Tastatur gereinigt habe.