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Mondbasis Shackelton

Das dritte von viel Spielen, die wir uns zu Weihnachten geleistet haben, ist die Mondbasis Shackelton. Ach, schon wieder Worker Placement. Ja, ich glaube, mittlerweile ist eine gewisse Richtung erkennbar, in die sich unsere Sammlung bewegt. ;-) Naja, stimmt so auch wieder nicht, ich muss noch das Spiel mit den Hobbits vorstellen, das wir vor einiger Zeit angeschafft hatten, das ist mal was ganz anderes!

Nachdem wir jedenfalls oft genug den Mars besiedelt haben - habe ich tatsächlich nie einen Eintrag zu Terraforming Mars gemacht? Sowas! -, geht es dieses Mal daran, eine florierende Mondbasis zu erschaffen. Diese siedelt sich im Krater Shackelton an und wird von verschiedenen Unternehmen gesponsort, für die man ganz nebenbei noch Aufträge erledigen soll. Diese kann man entweder am Anfang des Spieles randomisieren oder man spielt erst mal zum Lernen die Einführungs-Setups.


Shackelton ist also durch und durch ein kapitalistisches Spiel mit Space-Setting: Am Ende gewinnt, wer den meisten Gewinn (auf der Siegpunktleiste) gemacht hat. Aber wir sind noch nicht mal am Anfang, ganz im Gegenteil: Hat man die Corporations aufgedeckt, wird das Setup des Kraters vollendet, soll heißen: Rund um das zentrale Hex in der Mitte des Plans werden (bei nur zwei der maximal vier möglichen Spieler) zwei "neutrale" Habitate platziert und natürlich die der beiden Spieler. Jedes der Hexes hat dabei mittig das Symbol für "Titan" oder "Seltene Erden", die beiden Ressourcen des Spiels. Jedes Starthabitat bekommt außerdem einen Sonnenkollektor, rund um die zentrale Station werden zudem die Startplättchen der sponsornden Firmen auf die "Kreuzungen" ausgelegt - also so, dass je drei Hexes an diese angrenzen. Dann werden (n+1) - in unserem Fall also drei - Transportfähren gezogen, auf denen die aktuelle Lieferung an Astronauten und Ressourcen aufgezeichnet sind. Jeder Spieler entscheidet sich für eine und die übrig gebliebene geht ins Lunar Gateway, von wo sie später über eine bestimmte Aktion abgerufen werden können.

Und dann geht es auch schon los. Im Großen und Ganzen gibt es nur drei verschiedene Aktionen, die ein Spieler machen kann, die er durch das Einsetzen seiner Astronauten aktiviert: Auf dem Plan kann er entweder mit gelben Astronauten nach Bodenschätzen graben, die sich entlang eines gerade Pfades von seinem Startpunkt aus befinden. Jedes bebaute Hex wirft Ertrag ab, aber Achtung: Hat man auf diesem Hex selber nicht das größte Gebäude, muss man seinen Mitspieler bezahlen! Setzt man hingegen einen blauen Astronauten aus, erhält man die Ressourcen auf den blauen Firmen-Tokens an den Kreuzungen der Hexes. (Im Einführungsspiel sind dies Helium, Touristen-Astronauten oder Forschungstokens.) Setzt man jedoch einen roten Astronauten ein, bekommt man einfach nur Geld. Was auch hilfreich sein kann, wenn man mal wieder total pleite ist. So eine Mondbasis ist im Unterhalt nämlich recht teuer und so muss man nach jeder der Runden einen Upkeep/Maintenance zahlen, je nach Menge und Größe an Gebäuden, die man besitzt. Astronauten im Krater werden übrigens am Ende der Runde in die Basis einziehen - je nachdem, wer die Mehrheit an Gebäuden in dieser Reihe hat - und dadurch weitere Vorteile generieren! Etwa sind gelbe Astronauten im obersten Labor (den zweiteiligen Habitaten) gut, um die Wartungskosten zu verringern!


Die zweite Hauptaktion besteht darin, Astronauten auf die Leisten unten rechts zu platzieren: Hier kann man der Reihe nach von oben nach unten entweder eine neue Struktur auf dem Mond bauen, eine Karte der Corporations kaufen (die weitere Aktionen oder Boni bringen können) oder eben eine Firmenaktion duerchführen (entweder auf den Karten der Firmen selber oder auf einer der gekauften Karten im eigenen Besitz). Wählt man hierfür die richtige Farbe, erhält man zusätzlich noch eine Bonusaktion. Achtung: Wer was bauen will, muss auch immer dafür sorgen, dass das neue Habitat/Labor/etc... genug Strom hat. Ist das nicht der Fall, muss man sich ein Solarpanel anschaffen und auslegen. Überhaupt, der Energievorrat der Basis ist eine weitere Ressource, die allerdings von allen Spielern gemeinsam verbraucht oder erhöht wird. Dafür hat man eine kleine Batterie auf einem weiteren Feld des Planes liegen, die auf und ab wandern kann und anzeigt, wie viele Reserven man zZt in der Basis hat.

Und dann gibt es da noch eine Ansehensleiste, auf der die Spieler untereinander darum wetteifern, wer die meisten Aufträge der Konzerne erledigt hat. Dadurch verbessern sich die Konzernaktionen entsprechend. Wer hingegen am Ende der Runde seine Wartungskosten nicht bezahlen kann, kann hier auch ganz schnell wieder in der Gunst der Firmen fallen! Also immer auf ein ausgeglichenes Budget achten!


Das war jetzt nur ein sehr kurzer Überblick, die Details der Regeln sind sehr viel komplizierter und durch jede Aktion kann man weitere Unteraktionen triggern. Man möchte also möglichst viele Aktionen so timen, dass sie den größtmöglichen Gewinn (Punkte, weitere Aktionen, etc...) abwerfen! Das ist nicht immer gleich ersichtlich und führt dazu, dass man sich doch sehr konzentrieren muss und sehr planvoll vorgehen sollte. Aber da sind ja noch die Mitspieler, die einem auch schnell mal einen Strich durch die Rechnung machen können - wie im echten Leben!

Für wen ist das Spiel was? Spieler, die gerne komplexe Aufgaben lösen und mit Worker Placement vertraut sind. Zum Einstieg in das Thema ist es glaube ich etwas zu kompliziert, da sollte man mit einfacheren Spielen beginnen. Wer hingegen das Weltraumthema mag und gerne seine Arbeiter in die Wüste schickt, um gegen Fremen und Sandwürmer... nein, Moment, das ist ein anderes Spiel! :-D Aber ihr versteht, was ich meine! Dieses Spiel ist nicht einfach, aber abwechslungsreich und hat tolles, sehr knackig buntes Spielmaterial, das - obwohl größtenteils aus Pappe - eine gewisse Wertigkeit hat. Die verschiedenen Konzerne sorgen für Abwechslung, die unterschiedlichen Gebäudetypen bringen sehr unterschiedliche Boni. Alles in allem ein sehr komplexes und kopflastiges Spiel. Wer lieber aus dem Bauch heraus spielt, sollte vielleicht etwas anderes zuerst testen. Wer sich Worker Placement auskennt und gerne drei Schritte im Voraus plant, kann zugreifen, muss sich aber auf ein recht langes Einlesen in die Betriebsanleitung gefasst machen.

Flossenschlag (Finspan)

Da ich ja ein absoluter Fan von Flügelschlag bin ("VÖGELCHEN!") und wir auf der Spiel in Essen sämtliche Zusatzkarten mitgenommen haben und damit dieses Spiel mittlerweile wohl das teuerste ist, das wir im Haus haben, wenn man die ganzen Upgrades und DLCs dazu rechnet, ist das wohl, sagen wir mal vorsichtig: vorerst komplett. ;-) Deshalb habe ich zu Weihnachten dann tatsächlich einen der Nachfolger unterm Weihnachtsbaum gehabt: Flossenschlag. (Es gibt ja noch das andere mit den Drachen, aber das spricht mich weniger an; ich mag meine Tiere gerne realexistierend.)

Was ist Flossenschlag? Nun, im Prinzip ist es das gleiche wie Flügleschlag, nur mit Fischen und unter Wasser. Auch hier gibt es drei Lebensräume, nur dass diese diesmal senkrecht angeordnet sind und jeder Spieler bereits drei Spezies auf seinem Tableau vorgedruckt geliefert bekommt. Das sind sozusagen die Standardfische, mit denen jeder schon mal starten kann. Die drei Lebensräume sind das Riff ganz links, in der Mitte gefolgt vom Freiwasser und rechts außen der Kelpwald. Zudem gibt es als horizontale Unterteilung noch die lichtdurchflutete obere Zone direkt unter dem Wasserspiegel, darunter die Übergangs-Zwielichtzone und ganz unten die ewige Dunkelheit der Tiefsee.


Dann spielt man ähnlich dem bekannten Spielprinzip Fische in diese jeweiligen Zonen, wobei kleinere Fische von größeren überdeckt werden können, wenn einem der Platz ausgeht bzw. man einfach einen viel viel besseren Fisch auf der Hand hat, den man unbedingt los werden möchte. Manchen brauche Eier, manche manche fressen Jungfische, wenn man sie ausspielt, manche können nur in ein bestimmtes Habitat gelegt werden - was wir beim ersten Playtrough mal wieder nicht geschnallt haben, siehe Bild drei, wo ein auf der rechten Seite blau berandeter Freiwasserfisch im Kelpwald liegt. Viele kann man aber auch einfach überall hin spielen. Um Fische zu spielen, Eier zu legen und diese schlüpfen zu lassen, führt man Tauchgänge in den entsprechenden Habitaten durch. Möchte man zB einen neuen Fisch auslegen, taucht man im Riff und für jedes bereits von einem Fisch belegte Habitat in dieser Zone darf man einen Fisch spielen, unter Beachtung der entsprechenden Karten-Voraussetzungen. Ebenso kann man in der Freiwasserzone Eier legen lassen und im Kelpwald vorhandene Eier schlüpfen lassen. Dabei ist zu beachten, dass - sobald sich drei Jungfische auf einem Feld treffen - sich diese zu einem Schwarm vereinen. Schwärme bringen zusätzliche Punkte oder sind ebenfalls für seltene, große Räuber eine Vorbedingung (Futter).

Das war im Großen und Ganzen auch schon alles, was man wissen muss. Kennt man Flügelschlag, ist Flossenschlag relativ schnell und intuitiv zu erlernen. Am Ende wird dann abgerechnet und wer die meisten Kartenpunkte, untergeschobene Fische, Eier, Jungtiere und Schwärme hat, gewinnt.


Lohnt es sich, wenn man eines der Vorgängerspiele bereits kennt? Nun, ich sag mal, das liegt im Auge des Betrachters. Wie oben bereits angedeutet, haben mich die Drachen wegen des Fantasy-Themes nicht so angesprochen, die Fische hingegen sofort. Das liegt zum einen daran, dass die Karten wie bereits beim Vogel-Vorgänger ebenso liebevoll wie bunt gestaltet sind. Die Fische haben viele unterschiedliche und damit abwechslungsreiche Fähigkeiten, sodass es nicht so schnell langweilig wird. Das trifft sicher auch auf Schwingenschlag zu, aber bisher hat mich das noch nicht gereizt. Vielleicht wenn man sich an Vögeln und Fischen sattgespielt hat? Sag niemals nie! ;-) Jedenfalls, zu der Frage, ob es sich lohnt: Für den Preis erhält man wieder eine Menge Material in Form von Karten. Manche Spieler bevorzugen ja eher aufwendige Sets an Spielfiguren und komplizierte Regeln. Beides findet sich hier eher nicht, Flossenschlag ist ein eher gradliniges Spiel, das zwar strategisch ist, aber eben nicht so sehr wie einige der anderen Spiele, die wir in letzter Zeit gespielt haben. Aber man muss auch mal den "leichten" Spielen eine Chance geben, finde ich. Mir gefällt es jedenfalls, nicht zuletzt wegen des Aspekts des Lernens. Und weil die Fische hübsch sind, sagte ich das schon? FISCHCHEN!!!1 ;-)

Men Nefer

Um wenigstens noch eines der vier Spiele vorzustellen, das wir uns gegenseitig zu Weihnachten geschenkt haben: Hier ist ein kleiner Überblick über Men-Nefer. (Oder Mennefer oder Men Nefer oder unter was für Namen man das noch im Internet findet.) Men-Nefer ist die altägyptische Version des griechischen Namens für Memphis. (Das war ein Satz, der viel komplizierter war, als er hätte sein müssen. Will sagen: Das eine ist das andere und umgekehrt. "===", wie der Informatiker in mir sagen würde.) Was ist Memphis? Das altägyptische religiöse Zentrum am Nil, einst Hauptstadt Unterägyptens, heute um die Ecke von Kairo und Gizeh, da wo die Pyramiden stehen. Was ist Men-Nefer? Ein Brettspiel, in dem man Mumien einbalsamiert, Sphinxen (Sphingen? So hab ich das jedenfalls mal gelernt?) meißelt und Priesterinnen Opfergaben im Tempel darbringen lässt. Also total mein Thema: Worker Placement vom Feinsten und das im alten Ägypten der Pharaonen! Was will man mehr?


Die Aufschrift "Experte" auf dem Karton ist dabei Programm: Um den Aufbau durchzuziehen, haben wir mal eben so knapp zwei, zweieinhalb Stunden gebraucht. Also, da hatten wir noch nichts gespielt, nur die Steine aufs Brett gestellt und dann noch die Betriebsanleitung durchgelesen. Also nichts für einen schnellen Einstieg. Keine Angst: Im zweiten und dritten Spiel geht das dann natürlich sehr viel schneller, wenn man nur noch hin und wieder in die Details schauen muss. Während die erste Partie noch gut anderthalb bis zwei Stunden gebraucht hat, haben wir die zweite in gut einer Stunde durchgezogen. Da habe ich allerdings auch haushoch verloren, während ich die erste evtl. knapp gewonnen (oder unentschieden gespielt) hatte (wir wissen es leider nicht ganz so genau, weil wir kleinere Abrechnungsfehler gemacht haben).

Wie funktioniert das Spiel jetzt im Detail? Man spielt drei Mal den Jahreszyklus des alten ägyptischen Kalenders durch: Zur Überschwemmungszeit des Nils wird ausgesät, dann werden die ganzen Arbeiten erledigt (die eigentliche Spielphase) und schließlich wird geerntet und aufgeräumt. Die Überschwemmung im ersten Durchgang wird allerdings übersprungen und durch den Aufbau des Plans ersetzt, der einen mit Startressourcen versorgt. In der Aktionsphase kann man drei mal drei Aktionen durchführen: Man kann seine Lehrlinge in das Lebenshaus schicken, um dort zu lernen und die Aktionen durchzuführen, die man am Anfang (in Form von Aktionsplättchen) zugeteilt bekommen hat. (Jeder Lehrling hat eine solches Aktionsplättchen.) Dies führt in der zweiten Sorte von Aktion dazu, dass die Spieler sich spezialisieren und dadurch bestimmte sekundäre Aktionen zu triggern. Oder man füllt seine Aktionstafeln wieder auf, die die Lehrlinge dann in der nächsten (großen) Runde (Zeitalter genannt) durchführen können. (Je weiter oben aus der Aktionsplättchenauslage man sich eines nimmt, desto teurer wird es, aber desto besser sind auch die Aktionen, die man dadurch zusätzlich ausführen kann, welche am Rand der Auslage markiert sind!) Klingt komplizierter, als es ist. Die Bedienungsanleitung erklärt die einzelnen Aktionen, die Ikonographie und die dadurch getriggerten sekundären Aktionen sehr detailliert und mit Beispielen, sowie einigen kleinen Einschüben, die einem das reale Leben im alten Ägypten näher bringen.


Die sekundären Aktionen enthalten diverse verschiedene Möglichkeiten: Man kann mit seinen Booten den Nil hinauf fahren und in den angrenzenden Städten Handelsverträge einsammeln oder fischen (Nahrung ist eine der "Währungen" oder Ressourcen im Spiel). Man kann an der großen Pyramide arbeiten und dadurch des Pharaos Gunst erwerben oder an den drei kleinen Königinnenpyramiden, die einem durch ein ausgeklügeltes Wertungssystem Punkte bringen. Man kann, wie gesagt, ein Sphinx meißeln oder diese aufstellen, wodurch man verschiedenste weitere Boni abgreifen kann. Genau so kann man eine Mumie in ihren Sarkophag legen und diesen dann schließlich in einer Mastaba bestatten, um direkte Vorteile abzugreifen und des Weiteren ebenfalls wieder in der Rundenwertung Punkte mitzunehmen. Schließlich kann man Waren erwerben und durch die Priesterin in den Tempel bringen lassen, wo sie der Stadtgottheit dargebracht werden. Oder man kann Papyri sammeln und an seinem Totenbuch schreiben. Das alles tut man hauptsächlich, um beim Wiegen von Herz und Maat im Jenseits nicht von Amet gefressen zu werden - spricht: Die hart erarbeiteten Punkte wieder abgeben zu müssen. Es gilt also, auf der Duat-Leiste Herz und Feder möglichst schnell aneinander vorbei bewegt zu bekommen, um stattdessen zusätzliche Punkte zu bekommen!

Ja. Ist kompliziert. Auf den ersten Blick ist das Spiel durchaus überwältigend. Aber je länger man spielt, desto interessanter wird es. Falsche Entscheidungen werden relativ zügig bestraft, aber trotzdem hat man immer auch die Chance, sich wieder aus einer scheinbar ausweglosen Situation, in die man sich selber oder der Gegner einen hinein manövriert hat, zu befreien. Das und die vielen Entscheidungsmöglichkeiten machen das Spiel abwechslungsreich und interessant: Spezialisiert man sich auf eine bestimmte Aktionsart? Oder sollte man alle Fähigkeiten ähnlich weit ausbauen? Wo verstecken die wertvollsten Boni? Macht einem der Gegner einen Strich durch die Rechnung, weil er/sie/es den besten Platz belegt, einem die schönste Votivgabe vor der Nase weg schnappt?


Für jemanden wie mich, der mal ein Semester lang Archäologie, Früh und Vorgeschichte und Ägyptologie gehört hat, bevor er in die Informatik gegangen ist, ist dieses Spiel wie gemacht! Es gibt tatsächlich einige Parallelen zu den realen alten Ägyptern und deren Glaubensystem, natürlich aufgehübscht und spieletauglich verpackt. Aber ich glaube, dass es durchaus das Interesse an dem Thema wecken oder neu entfachen kann. Es ist jetzt nicht auf absolute Authentizität ausgelegt, sondern verpackt Geschichte in ein komplexes und überaus ansprechend gestaltetes Spiel. Für kleine Kinder ist es definitiv zu strategisch - wobei man sich da durchaus überraschen lassen kann, wie weit vorausschauend auch jüngere Blagen planen können -, aber für Jugendliche ab dem Teenager-Alter sollte das Spiel durchaus geeignet sein. Wenn man sie denn mal für zwei Stunden von Fortnite und Social Media weggeschleppt bekommt. Und es lohnt sich meiner Meinung nach, denn sich in alte Kulturen zu versetzen, eröffnet einem neue Horizonte und lässt einen auch die Gegenwart besser verstehen.

Wie man sehen kann, hat mir Men-Nefer sehr gut gefallen. Es steht ganz weit oben auf meiner Liste an Spielen, die ich spiele, nicht um sie unbedingt zu gewinnen - obwohl das natürliche immer das Ziel ist -, sondern einfach weil sie Spaß machen und das richtige Level an Herausforderung bieten. Dazu sei aber nochmals gesagt: Es wird sicher Menschen geben, denen das Spiel zu kompliziert ist, die sich nicht auf so viel Vorbereitung und eine steile Lernkurve einlassen wollen. Das ist durchaus legitim. Aber wer eine Herausforderung sucht, dazu ein antikes Setting mag und die liebevoll gestalteten Spielsteine zu schätzen weiß, kann hier, denke ich, bedenkenlos zugreifen. Selten hat mich ein Spiel direkt am Anfang so in seinen Bann gezogen.

Schwarz-weiß und analog, Sonderausgabe: Tomb Raider Meeting 2025

Fomapan 200 #15, Juni 2025
  • Praktica Super TL1000, Auto Revuenon 1:2.8 f=135mm, Auto Revuenon 1:2.8 f=35mm, Auto Revuenon 1:1.9 f=50mm
  • Entwicklung: Amaloco AM74 1+7 5:00 Minuten 20°C, Adofix 1+5 #15 7:00 Minuten 20°, Adoflo 1+200
Da ich einfach nur den Film durch die Praktica gejagt habe, die U mir mit gebracht hatte, ohne irgendetwas aufzuschreiben, bietet es sich an, das Resultat mal einfach schnell hier zwischen zu schieben. So ist es aktuell und vielleicht von Interesse. ;-) Zu sehen ist hier: Die Kamera hat mal wieder leichte Spiegelprobleme - viele "schnelle" (1/1000s) Bilder sind nur halb belichtet, weil der Spiegel nicht schnell genug aus dem Weg gesprungen ist. Denke ich. Kann auch ein Verschlussproblem sein. Man weiß es nicht. Jedenfalls nichts, was nicht mit ein bisschen Reinigung und neuem Fett zu regeln wäre, denke ich.


Ansonsten habe ich hier hauptsächlich Bilder von unserer Wanderung drin, denn da sind keine Leute drauf. Also, schon, aber ich habe halt nur die hochgeladen, die keine Gesichter haben. Und ich muss sagen, wenn die Kamera denn dann mal funktioniert hat und ich ein ruhiges Händchen hatte und zudem auch noch richtig scharf gestellt habe, dann, ja dann haben wir tatsächlich brauchbare Ergebnisse. Die Objektive, insbesondere das 50er, sind sehr schön und passen gut zu der Kamera. Muss ich also definitiv sauber machen, damit ich die mal richtig benutzen kann.


Leider sind aber halt auch einige dabei, die einfach Kaka geworden sind. Wie gesagt, nicht nur die halben Belichtungen sind störend, es war auch sehr viel Dreck in der Kamera, sodass ich - zumindest am Anfang des Films - sehr viele Fusseln entfernen musste. Oder es eben gelassen habe, wenn das Bild an sich schon nicht so toll belichtet war. Es rächt sich auch, dass ich bei den meisten Bildern die Belichtungszeiten einfach ins Blaue hinein geraten habe. Das wäre ja gar nicht nötig gewesen, wenn ich gemerkt hätte, dass der Zeiger vom Belichtungsmesser tatsächlich Leben in sich hatte. Naja, aber so weiß ich wenigstens, dass ich grundsätzlich auch Sunny 16 noch immer kann. ;-)


Ach ja, am Ende sind auch noch ein paar Bilder von Bad Grund selber mit dran, weil wir ja am Samstagabend doch noch schnell in die Stadt runter gegangen sind. Einmal Nahkauf, Eis essen und zurück. Wobei ich nicht so feudal war und mich in das Eiscafe gesetzt habe, sondern eben ein Wassereis am Stil gefuttert habe. Mehr hätte eh nicht rein gepasst, wir hatten viel zu viel Grillfleisch! Also, eigentlich nicht, es ist gut aufgegangen, aber hallo, mehr hätte echt nicht rein gepasst.


Und am Ende noch eine Vespa. Kann ich ja nicht einfach so dran vorbei gehen, ohne die meiner Sammlung hinzuzufügen! Die stand im heftigen Gegenlicht, daher ist sie nicht ganz so kontrastreich. Aber hübsch.

So, und jetzt habe ich gar keine Ahnung, welche s/w-Bilder als nächstes dran wären, deswegen beende ich diesen Eintrag auch flugs! ;-)

Tomb Raider Meeting 2025 - Einmal ummen Pudding wandern

Kein Besuch im Harz ohne eine ewig lange Wanderung. Dieses Mal hatte C geplant und so sind wir knapp unter 11 Kilometer unterwegs gewesen, um etwas für die Sportlichkeit zu tun. Die Bergziegen vorne weg, sodass ich mal wieder kaum nach gekommen bin, vor allem, weil ich ja an jeder Ecke anhalte und ein Foto mache. Oder zwei oder vierzig! So musste ich mich ein wenig zurück halten, aber das war auch gut so, weil ich nämlich vergessen hatte, einen weiteren Akku einzustecken. Dementsprechend schämte sich die ganze Zeit der Akku. War aber ansonsten ganz praktisch, dass ich nur die kleine Sony mitgenommen hatte, die war ganz gut zu handeln - im Vergleich zur fetten D800.


Es ist übrigens nicht zu Empfehlen, die Viehtrift (so heißt der Weg doch, oder?) hoch zu kraxeln, denn am Ende ist das irgendwie nicht mehr so, wie ich es in Erinnerung hatte. Also, die vielen Brennnesseln und Brombeeren kann ich beim Aufstieg ja durchaus noch ignorieren, aber wenn der R mir entgegen gerutscht kommt, weil kein Weg mehr vorhanden und keine Traktion mehr zu finden ist, dann wirds brenzlig. Vor allem ich mit der Gleitsichtrille, seh doch so schon nie, wo ich hin trete. Prompt in eine dieser Ablaufrillen getreten, die wer quer über den Weg gegraben hat. Ist zwar nur so zwei Zentimeter tief, aber zack: Wadenkrampf!


Bis zum Förderturm sind wir dann leider nicht mehr gekommen, da sind wir vorher rechts abgebogen. Aber auch aus der Weite hat er sich ganz gut gemacht, das kleine Zoom schafft ja immerhin 105mm. Nach ein paar Metern durch die Ausläufer des Dorfs waren wir dann auch schon wieder im Wald. Dafür, dass Bad Grund ja eigentlich ein Kurbad ist, haben die aber ganz schön gammelige alte Wassertretbecken. Müsste vielleicht mal renoviert werden, das sieht ja sehr bröckelig aus. Aber immerhin gibt es hier sowas. Kneipp lässt grüßen.


Und plötzlich standen wir unterhalb des Hübichensteins. Der Geier guckte von oben auf uns herab und hier hätte ich dann tatsächlich gerne das Tele gehabt. Einfach, weil ich ihn mal gerne ganz nah ran geholt hätte, das alte Suppenhuhn. ;-) Das war dann aber schon im letzten Drittel unseres Laufes über die Berge und durch die Wälder von Bad Grund. Wäre ja gerne noch in den Dingsbums-Welt-Wald gegangen, an dem wir kurz vorher vorbei gekommen waren, aber irgendwie war ich da wohl der Einzige.


Am Ende kamen wir dann in der Kurve raus, die wir in letzter Zeit nicht mehr fahren, um ins Dorf zu kommen, wenn wir hier ankommen. Von hier aus waren es dann ja auch nur noch ein paar Meter bis zum Gruppenhaus. Und ich könnte schwören, dass der Wohnanhänger schon letztes Jahr zum Verkauf stand...

Weil uns das übrigens alles noch nicht anstrengend genug war, sind wir dann noch in kleinster Gruppe zum Schwimmen gefahren. Da habe ich mir erst den Ellenbogen am Beton aufgerissen und dann das Knie an der Stufe zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich angeschlagen. Das wird jetzt so langsam blau. Geiles Feeling! Nicht. :-/