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Schwarz-weiß und analog, Teil 186: Bödingen

Film: Fomapan 100 #40, Kamera: Konica Autoreflex TC, Objektive: Konica Hexanon 40mm F1.8 & Konica Hexar 135mm F3.5, August 2022

Jeder Sommer geht mal zu Ende, so auch der letzte. Auch wenn es bis in den September hinein trocken und warm geblieben ist. Aber ich greife vor, in diesem Film befinden wir uns am Ende des Augusts. Ich habe auf einem meiner Streifzüge durchs Internet ja ein Hexar 135mm ergattern können, das jetzt dringend mal getestet werden wollte. Aber auch hier greife ich vor, denn die Gelegenheit bot sich erst in Teil 188, der wohl erst im neuen Jahr erscheint... Ja, ich lebe heute wieder voll in der Zukunft! ;-)

Jedenfalls: Ich hatte die Konica TC eh schon mit einem Film geladen, weil ich die 40mm Brennweite, die dazu gehört, so spannend finde. Außerdem handelt es sich um eine wirklich schnuckelige kleine Kamera. Wenn sie jetzt für den Belichtungsmesser noch normale Alkali-Batterien nehmen würde, ohne dass ich jedes Mal die Spannung messen und den ISO-Wert korrigieren müsste, wäre ich richtig glücklich! Aber OK, einmal am Tag kalibrieren, ist jetzt auch nicht so schlimm. Die Batterie war mittlerweile "eingefahren", die Spannung knapp unter 1,5V gefallen, so konnte ich guten Gewissens den Belichtungsmesser auf ISO 50 stellen, und habe so auf dem verwendeten 100er Foma ziemlich gute Bilder hin bekomme, denke ich.

An diesem bestimmten Augustabend ging es mal wieder hoch nach Bödingen, um eine Runde um die alte Kirche und über die Felder zu drehen, als uns auf dem Parkplatz dort oben als erstes mal ein alter Plymouth begegnete. (40mm, 1/1000s, f/1,8.) Mit der verwendeten Offenblende habe ich hier ein ganz nettes Bokeh in den Hintergrund bekommen. Gut, mit dem relativ weiten 40mm ist das schon einigermaßen schwierig. Aber deswegen wollte ich ja gerade das 135er haben, dessen Bilder ich demnächst hier ebenfalls vorstellen werde, siehe Teil 188! ;-) Das einzige, was mcih an diesem Bild jedenfalls stört, ist dieser schrecklich moderne - ist das ein Golf? Oder ein Hyundai? Ich kenn mich mit dem neumodischen Zeugs nicht mehr aus! ;-) - direkt daneben auf dem Parkplatz! Wenn ich gekonnt hätte, wie ich gewollt hätte, hätte ich den erst mal abschleppen lassen. Der bricht so richtig schlecht den geschwungenen Stil des alten Plymouth!


Von der Seite ist es nicht so schlimm, da steht im Hintergrund nur meine alte Reisschüssel rum - die ist zeitlich wahrscheinlich mittlerweile zeitlich näher an dem Plymouth als an dem Ding, über das ich mich da oben beschwert habe. ;-) (40mm, 1/1000s, f/1,8.) Naja, wahrscheinlich eher nicht, aber gefühlt... :-D Ein hübsches Auto jedenfalls, aus einer Zeit. als man noch nicht jeden Liter Benzin beachten musste, als Design noch nicht von Winschlüpfrigkeit bestimmt wurde, als Elvis noch lebte! ;-) Tolles Auto und in s/w auch ganz stilecht abgelilchtet. Weit offen war hier allerdings evtl ein kleines bisschen zu viel des Guten, das Hood Ornament ist bereits deutlich unscharf. f/2.8 hätte es wahrscheinlich auch getan, oder gar gleich f/4.

Hinter der Kirche habe ich dann mal wieder Nonne und Priester aufgelauert und sie in einem unbeobachteten Moment einfach so mitgenommen. (40mm, 1/500s, f/4.) Wie man sieht, habe ich den Fokus auf das Gesicht der Nonne gelegt, trotzdem ist hier nah am Minimalabstand des Objektivs schon sehr deutlich zu sehen, wie dünn die Fokusebene tatsächlich ist. Sollte man gar nicht denken, aber deswegen mag ich das kleine 40er Hexanon eigentlich richtig gerne!


Auf dem kleine Friedhof habe ich dann mal wieder eine der Gieskannen abgelichtet, das ist ja auch so ein Fetisch bei mir, fast so wie Traktoren und Kaugummiautomaten! ;-) (40mm, 1/1000s, f/2,8.) Anderthalb Blendenstufen abgeblendet bekommt man so noch genug Hintergrundunschärfe, aber zugleich auch eine sehr scharfe Kanne. Ist jetzt nicht das spannendste Bild auf der Rolle, aber es zeigt doch ganz gut die technischen Eigenschaften des Objektivs.

Und ganz am Ende noch ein paar Brombeeren am Busch, gesehen von der Bank aus, auf der ich saß. (40mm, 1/30s, f/8.) Hier kann man auch wieder sehr gut sehen, wie viel Depth of Field man auf diese kurze Entfernung erhält, vor allem, wenn man es mit dem Bild vorher, das mit der Nonne, vergleicht. Man, wenn ich die Beeren sehe, krieg ich direkt Hunger! ;-)

Nächstes Mal: Im Bonner Süden rund um den Haribo-Werksverkauf.

Schwarz-weiß und analog, Teil 180: Bonner Innenstadt

Film: Kentmere 100 #3, Kamera: Olympus OM-2 Spot/Program, Juli 2022

Auch der schönste Film geht irgendwann zu Ende. So ein 35mm Film ist ja auch mit 36 Bildern drauf nicht besonders lang, selbst wenn ich immer 38 oder so drauf bekomme! ;-) Den letzten Teil dieses ganz gut gewordenen Kentmere 100 habe in der Bonner Innenstadt verschossen. Ich glaube, das war vor/nach/während eines der Trekdinner, die wir im Sommer hatten?

Auf dem Markt war jedenfalls gerade Markt, was sonst, und ich habe die Rollen an einigen der Transportkarren mitgenommen, einfach weil ich dachte, dass sie ein ganz nettes Motiv abgeben würden. (Zuiko 50mm, 1/1000s, f/4.) Und tatsächlich, die sehen erstaunlich interessant aus, dafür dass es sich um so einen Alltagsgegenstand handelt. Die Rollen sind schön scharf und die Planen im Hintergrund gerade noch unscharf genug für meinen Geschmack. Licht und Schatten wechseln sich gegenseitig ganz nett ab. Sieht ganz OK aus.

Ebenso faszinierend ist die Detailansicht des Geländers in der Nähe des Uni-Hauptgebäudes. (50mm, 1/1000s, f/2,8.) Gerade mit dem im Schatten liegenden Eingang und der Treppe dahinter macht sich dieses Bild besonders gut, finde ich. Die rechte Ecke an dem Haken, in dem keine Kette steckt, könnte noch ein kleines Bisschen schärfer sein. f/4 wäre vielleicht doch besser gewesen. Ansonsten: Gut.


Da die Marktstände vor dem alten bonner Rathaus ein bisschen im Weg waren, habe ich sie einfach in mein Bild integriert und unten an den Rand geschoben. (50mm, 1/500s, f/8.) Mit dem Obelisken und der Fahne, die nach oben in den leicht bewölkten Himmel ragen, macht sich das eigentlich auch ganz gut. Ich sollte wohl öfter mal nach Bonn kommen, um Fotos zu machen. Gerade im Sommer scheint das eine gute Idee zu sein.

Der Mann, der nach oben schaut und sich dabei das Genick verrenkt, steht im Hofgarten, ganz in der Nähe der Abgusssammlung. (50mm, 1/1000s, f/4.) Da konnte ich mal ein bisschen Portrait-Fotografie am unbelebten Objekt üben. ;-) Außerdem fotografiere ich gerne Kunst im öffentlichen Raum, das ist irgendwie so Meta! :-D Das Grünzeug im dunklen ist leider ein bisschen sehr ähnlich in den Graustufen wie das Gesicht des Motivs, aber immerhin setzt es sich durch das Bokeh ein bisschen ab.


Am Eingang vom Hofgarten habe ich irgendwie Scheiße gebaut, als ich den Topf da fotografiert habe. (50mm, 1/1000s, f/2,8.) Also, entweder hätte ich den Pott mal richtig scharf stellen sollen, oder ich hätte stattdessen f/8 oder f/11 oder sowas wählen sollen, damit Vorder- und Hintergrund scharf sind. Aber so? Ne, das üben wir noch mal. Außerdem: Schief. Also, an dem Bild finde ich gerade leider nichts Gutes.

Die Schatten des Geländers auf dem Telefon-/Strom-Kasten hingegen sind ziemlich gut geworden. (50mm, 1/1000s, f/4.) Hintergrundunschärfe ist OK, Winkel könnte fast noch was spitzer sein, Bildausschnitt hätte dann auch weiter nach rechts wandern können. Aber ansonsten: OK.

Im Hofgarten stehen zur Beleuchtung einige große, kugelförmige Lampen herum. (50mm, 1/1000s, f/4.) Gegen den Baum im Hintergrund fand ich das auch ein ganz nettes Motiv. Ist auch einigermaßen OK geworden. Jetzt nichts besonderes, aber auf jeden Fall besser als der Pott oben.


Dann habe ich, auf dem Weg runter zum Rhein, noch schnell die hässliche Kunst mitgenommen. (50mm, 1/500s, f/4.) Begründung: Siehe oben! ;-) Ich glaube, der Künstler wollte mir was damit sagen, aber was? Beim nächsten Mal, wenn ich hier bei gutem Licht vorbei komme, werde ich mir ein bisschen mehr Zeit nehmen und vielleicht ein paar Details fotografieren. Das kann ja auch nicht schaden und vielleicht verstehe ich dann den Sinn der Übung.

Wie wir von hier zum Münsteplatz gekommen sind, weiß ich gerade gar nicht mehr, aber ich habe wohl ganz offensichtlich ein Foto von der Kirche neben der Uni gemacht, wie er da in der Ferne in den dieses Mal wolkenlosen Himmel zeigt. (50mm, 1/250s, f/1,8.) Wie man an der Belichtung sieht, muss es auch schon was später gewesen sein. Ich nehme also an, nach unserem Trekdinner-Treffen. Der Plan war hier wohl, die Blätter oben am Rand unscharf zu bekommen, sonst hätte ich ja wohl kaum das Objektiv ganz geöffnet. Hat aber nicht geklappt, auf die Entfernung ist da alles noch mehr oder weniger innerhalb des Auflösungsvermögens des Filmes scharf, selbst im originalen 6400dpi-Scan. Trotzdem ein ganz nettes Bild geworden.

Bei den Laternen vor dem Münster-Portal haben wir wieder das gleiche Problem wie weiter oben schon mal: Der Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund ist ein bisschen wenig. (50mm, 1/125s, f/1,8.) Dafür hat hier der Plan mit der Unschärfe sehr viel besser geklappt: Der Hintergrund hat ein schön cremiges Bokeh. Gefällt mir.


Und für das letzte Bild auf dem Film, das meiner Meinung nach auch noch extra-gut geworden ist, habe ich mir den kleinen metallenen Löwen am Fuße der Laterne ausgesucht. (1/60s, f/1,8.) Der ist ziemlich perfekt geworden, wenn ich das mal so sagen darf. Er guckt allerdings ein bisschen traurig aus dem Bild heraus. Hätte ich ihn doch weiter nach rechts nehmen müssen, dass er in das Bild hinein guckt und er mir nicht so leid tut? So frage ich mich echt, was er da gerade so anschaut. Naja, vielleicht liegts ja auch nur dran, dass ihm jemand eine Laterne auf den Hintern gestellt hat! :-D

Nächstes Mal ein neuer Film. Den kann ich glaube ich recht schnell abhandeln, denn es handelt sich um den aus der Minolta XG2, bevor ich die Lichtdichtungen ausgetauscht hatte. Die haben also fast alle einen Lichtschaden, obwohl da ein paar ganz nette Motive dabei waren. Naja, mal sehen, was ich da mache. Vorzeigen wollte ich sie auf jeden Fall, damit man mal sieht, was passiert, wenn Licht durch die Rückwandritzen einsickert und den Film streifig belichtet.

P... p... push the Kentmere

Nachdem das beim letzten Trekdinner so hervorragend geklappt hatte, habe ich mir diesen Monat wieder die Dynax 5 meiner Frau geschnappt und einen Kentmere 400 rein gelegt, in der festen Absicht, den bei 1600 zu belichten und somit um zwei Stufen zu pushen. Ich mein, das Microphen, das ich zu dem Zweck angerührt hatte, wird ja mit der Zeit auch nicht besser. ;-) Gestern also wieder nur mit eben dieser sehr schönen Analogkamera bewaffnet nach Siegburg, um die anderen geekigen Nerds zu treffen. Nerdige Geeks? Sowas oder sowas Ähnliches. ;-)

Rausgekommen sind dabei 36 Bilder, die ich dann heute morgen mal schnell in die passende Suppe eingelegt habe. Das war jetzt auch das erste Mal, dass ich Microphen Stock benutzt habe, das schon mal benutzt war. Ich hatte den Liter Ansatz ja für die letzten drei Filme, die ich damit gemacht hatte, in jeweils ca. 333ml aufgeteilt und darin dann jeden einzeln entwickelt. Danach habe ich die drei benutzten Ansätze wieder zusammengekippt. Daraus ergibt sich hoffentlich die gleiche Lösung, als hätte ich dreimal nacheinander den benutzten Ansatz wieder in den Rest zurück gekippt. Ergo muss ich jetzt rechnen, als würde ich den vierten Film machen - was ich ja auch tue - und nach Anleitung 40% Zeit drauf rechnen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Das Ergebnis gibt mir jedenfalls ungefähr Recht, die Negative sehen sehr gut aus - zumindest soweit ich das ohne Scan sagen kann, die trocknen nämlich noch in der Dusche.



Sieht doch ganz gut aus soweit, oder? Besonders stolz bin ich auf die Stinkefinger-Hand der Schaufensterpuppe, die da im Kaufhof stand (Bild 3). Also, ich war's nicht, ich hab nur das Foto gemacht. Waren wahrscheinlich irgendwelche Blagen. Seit die oben unterm Dach keinen Saturn mehr haben, in dem man seinen Terror-Nachwuchs abladen kann, damit die sich während der Weihnachtseinkäufe mit nicht kaufbaren Playstations abreagieren können, müssen die halt anderweitig Vandalismus betreiben! ;-)

So, jetzt muss ich die Fotos nur noch einscannen. Da trifft es sich gut, dass es die Woche über so kalt bleiben soll, wie es gestern schon war, nur mit dem Zusatz, dass es auch noch anfangen soll zu regnen. Mit anderen Worten: Hallo, Blitzeis! Naja, hier unten im Rheintal wohl eher nicht, da ist wahrscheinlich nur wieder Sauwetter, aber weiter oben auf den Bergen vielleicht schon. Habe mich jedenfalls gestern ernsthaft gefragt, was das alles für unmaskierte Freaks sind, die da bei dieser Eiseskälte auf den Mittelaltermarkt geschlappt sind. (Also, nicht dass ich mich jetzt nicht mit zu den Freaks zählen würde, ich habe mich nämlich selber auch gefragt, was wir da eigentlich wollten! :-D) Das war mir jedenfalls viel zu eng und ich bin so schnell wie möglich wieder hinter meinem Nasenwärmer verschwunden, auch wenn der bei der Kälte recht schnell ein bisschen Kondenswasser angesetzt hat. Aber nach drei Jahren Pandemie ohne jede Art von grippalen Infekt - ja, Kinners, Hände desinfizieren, Maske tragen und vor allem zu Hause bleiben, wenn man krank ist, das wirkt! - habe ich praktisch kein Immunsystem mehr und ich habe keinen Bock, mir von den speckigen kleinen Siff-Blagen, die da herum gewuselt sind, dieses neumodische RS-Virus einzufangen. Ich bin nicht mehr so hip, dass ich jeden neuen heißen Scheiß mitmachen muss! :-D

Aaaaanyways. Wir hatten Spaß und das ist das Wichtigste. Vor allem waren wir vorher mit einem Teil der Trekkies wieder im veganen Cafe unten am Bahnhof. Die Sachen da sind extra lecker. Und da alles ohne Tier ist, können wir da auch die Trekkies von der Vega mit hin nehmen. Insgesamt waren wir leider nur mal wieder viel zu wenige. Früher war irgendwie mehr Lametta...

Schwarz-weiß und analog, Teil 179: Sommerliche Wahner Heide

Film: Kentmere 100 #3, Kamera: Olympus OM-2 Spot/Program, Juli 2022

An dem Tag damals in der Heide sind wir mal in die andere Richtung abgebogen und vom Parkplatz aus nach Südosten gegangen, also erst mal parallel zur Schneise und dann in den Wald hinein.

Da gibt es auf einer kleinen Lichtung diesen Steg über den Bach. (Zuiko 50mm, 1/60s, f/1,8.) Im Wald hätte ich tatsächlich einen empfindlicheren Film brauchen können, da war es doch schon gut schattig. Gut für meine Sucht nach weit offenen Blenden! Aber bei den vielen Blättern wirkt das doch sehr unruhig. Ich hätte hier persönlich doch gerne zwei, drei Stufen abgeblendet, um den Wald scharf zu bekommen. War aber nicht drin. Aber für das, was es ist, ist es dann doch gar nicht so schlecht. Mir gefällt ganz gut, dass das Zentrale des Bildes etwas heller geraten ist als die Ränder.


Bei Motiven, denen man näher auf die Pelle rücken kann - wie diesem Markierungspfahl mit Efeu dran -, funktioniert das mit der offenen Blende hingegen viel besser. (50mm, 1/60s, f/1,8.) Ein ganz gut gelungenes Bild, finde ich. Erstaunlicherweise finde ich, dass hier im dunkeln Wald der Kentmere recht starke Körnung zeigt. Bleibt wieder die Frage: Womit entwickelt das Fotolabor?

Sobald die Sonne durch das Laubdach bricht, braucht man sofort wieder die schnellste Zeit, die die Kamera zu bieten hat, und man muss trotzdem noch eine Blende abblenden. Dadurch werden Bäume und Weg hinter diesem Wanderwegmarker mit Stachekdrahtwindungen drum herum dann nicht ganz so stark unscharf wie oben bei dem mit dem Efeu, aber doch noch ausreichend, um eine gewisse Separation zwischen Vorder- und Hintergrund hin zu bekommen. (50mm, 1/1000s, f/2,8.) Auch dieses Bild gefällt mir ganz gut, auch wenn ich mir wünschen würde, dass der Stacheldraht ein bisschen schärfer wäre. Ich habe da wohl zu sehr auf das Obere des Pfahls geachtet, denn das ist ganz scharf.


Bei der Wurzel im alten Mauerwerk hatte ich erst Angst, dass ich sie zu sehr verwackeln würde, denn die verwendete Belichtungszeit war doch eindeutig mehr als grenzwertig. (50mm, 1/15s, f/1,8.) Aber da kann man direkt mal zwei Dinge sehen: Erstens kann ich, wenn es wirklich drauf ankommt, die Kamera tatsächlich recht stabil halten. OK, das Bild ist natürlich verwackelt, das lässt sich nicht vermeiden, aber doch weit weniger, als ich gedacht hätte. Und zweitens ist es im Wald tatsächlich sehr dunkel, wenn sich ein geschlossenes Laubdach über einem befindet. Insgesamt ein ganz cooles Bild, bei dem das leichte Verwackeln gar nicht so sehr ins Gewicht fällt, sondern im Gegenteil dem Bild sogar noch was besonderes gibt.

Am See war ich dann mal wieder froh, dass die OM-2 auch einen manuellen Modus beherrscht, denn so konnte ich vermeiden, dass die Automatik den Hintergrund dieses Fahradwegweisers "richtig" belichtet hätte, wo ich doch eigentlich den Vordergrund hell haben wollte. (50mm, 1/125s, f/2,8.) Mit ein bisschen Abblenden ist das Schild wirklich richtig scharf geworden, obwohl das nun wirklich bei der Entfernung schon grenzwertig ist. Im Hintergrund sitzt übrigens der Hase auf der Bank. Und die Blendenabbilder sind ziemlich cool geworden, wobei nicht ganz so eckig, wie ich erwartet hätte.

So richtig krass geworden ist das kleine, ferngesteuerte Sportboot zwischen den Wurzeln an Land. (50mm, 1/60s, f/4.) Viel muss ich nicht sagen, ich finde dieses Bild einfach nur gut. Selbst die leichte Schiefheit, die dadurch kommt, dass ich mich doch sehr weit runter beugen musste und ich eine ziemlich verknickte Optik in meinen Augen habe, stört mich nicht weiter.


Sehr cool finde ich auch Schloss und Kette, für die ich endlich mal das 135er auspacken konnte. (Zuiko 135mm, 1/125s, f/3,5.) Auch hier musste ich hart am Limit des Möglichen arbeiten, soll heißen: Weit offen und gerade noch schnell genug für diese Bennweite. Das Ergebnis überzeugt mich! Das Bokeh im Hintergrund würde ich sofort kaufen! ;-) Dazu die immer unschärfer werdende Kette: Rrrr! :-D Ja, sorry, ich bin ein Bokeh-Fanatiker!

Man kann es allerdings auch übertreiben, zB wenn man dann ganz nah an eine Wurzel ran geht, die sich einfach so in die Luft streckt. (50mm, 1/125s, f/2,8.) Der Hintergrund ist leider recht unstrukturiert, da wäre f/4 vielleicht doch besser gewesen. Besonders, weil das Vordere der Wurzel dann vielleicht auch scharf geworden wäre. Leider mal wieder eines dieser Fotos bei dem ich mir denke: Ja, ich sehe, was Du vorhattest, aber is wohl nix geworden, was? ;-) (Immer diese Selbstgespräche.)

Nachher sind wir dann auch ein bisschen aus dem Wald hinaus und am Stadion raus gekommen, dessen Hintereingang (oder ist es ein Notausgang?) ich auch direkt mal abgelichtet habe. (50mm, 1/125s, f/4.) Hier komme ich mal dazu, mittlere Zeiten mit mittleren Blenden zu kombinieren und das Ergebnis ist ganz OK. Mir war klar, dass ich auf diese Distanz zwischen mir, dem Tor und der Tribüne wohl kaum eine ausreichende Unschärfe hinbekommen hätte, weswegen ich mich für das Gegenteil entschieden habe. So ist praktisch das ganze Bild scharf, was auch OK ist.

Weiter hinten raus aus dem Wald gibt es dann noch diese kleine Marien-Gedenkstätte. (50mm, 1/500s, f/2,8.) Die hat bestimmt auch eine Hintergrundgeschichte, aber ich habe sie - wenn ich sie denn je wusste - längst wieder vergessen. Jedenfalls stehen da immer diese Engelchen und Putten und Gedöns und sowohl Maria als auch das Jesuskind gucken so interessiert nach unten, als ob sie da ihre ganz eigene Meinung zu hätten, die aber aus Anstand nicht öffentlich kundtun würden. ;-) OK, ich denk mir wieder Stories aus. Sollte ich vielleicht auch lassen, das irritiert die Leute meist nur.


Ganz besonders gut geworden, finde ich persönlich dann mal wieder, ist das Kreuz aus dieser eher ungewöhnlichen Position von unten mit dem löchrigen Laub dahinter. (50mm, 1/500s, f/1,8.) Hier muss ich glaube ich mal wieder nicht allzu viel sagen, das Bild ist mehr oder weniger perfekt. Die Blendenbällchen sind schön verzerrt und bilden einen Halo um das Kreuz, und zwar genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte! Sehr schön.

Nächstes Mal: Die Bonner Innenstadt. Damit habe ich zum ersten Mal seit Langem einen einzigen Film in vier Artikel aufgespalten bekommen. ;-)

Schwarz-weiß und analog, Teil 178: Abendliches Lanzenbach

Film: Kentmere 100 #3, Kamera: Olympus OM-2 Spot/Program, Juli 2022

Es ist immer schön, eine alte Kamera mit sich herum zu schleppen und hübsche schwarz-weiß-Fotos zu machen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Manchmal ist das auch nur bei einem Spaziergang durchs Dorf. Aber auch, wenn man glaubt, man hätte in 5 Kilometer Umkreis schon sämtliche Motive fotografiert, es gibt doch immer wieder was Neues zu sehen. Und manchmal wachsen auch einfach Neue nach! ;-)

So etwa diese Sonnenblume unten am Ende der Höhenstraße. (Zuiko 50mm, 1/60s, f/2,8.) Wie man sieht, es war nicht besonders hell, es war schon was später am Abend. Manchmal ist eine allzu weit offene Blende auch nicht das Beste, zum Beispiel wenn man so nah an ein Motiv ran rutscht. Aber im Hintergrund hilft es natürlich der Unschärfe. Und Unschärfe im Hintergrund finde ich bekanntlich ja total lecker! ;-)


Und manchmal muss man die Blende einfach voll auf machen, damit der Weg, der von der Bank weg führt, so richtig schön matschig wird. (50mm, 1/60s, f/1,8.) Mit dem 50mm Zuiko funktioniert das eigentlich immer richtig gut. Hatte ja schon öfter gesagt, dass eines meines liebsten Objektive ist. Im Fokus eigentlich immer richtig scharf, aber auch ein sehr hübsches Bokeh.

Das sieht man auch beim Jesus am Kreuz. (50mm, 1/60s, f/1,8.) Besonders schön finde ich ja diese leichten Verzerrungen der Blendenöffnungsabbilder im Hintergrund. Das ist jetzt nicht so ausgeprägt wie bei dem Helios - das ich übrigens auch schon ewig nicht mehr benutzt habe, wird eigentlich mal wieder Zeit -, und daher vielleicht sogar ein bisschen schöner. ;-) Die Belichtung dieses Bilds finde ich ansonsten besonders gelungen, da hilft tatsächlich die Spotmessung extrem, die man im manuellen Modus mit der OM 2 machen kann. Ich glaube, das ist eines der besten Bilder auf diesem Film.

Man kann aber auch ganz andere Bilder machen, etwa Vögel auf der Stromleitung. (50mm, 1/125s, f/4.) Wie der Strommast da so zwischen den Bäumen hervor lugt, das hat auch was. Auch ein gutes Bild, aber ich glaube, der Jesus gefällt mir trotzdem noch ein bisschen besser. Und wie man sieht, wenn man das Objektiv nur ein kleines bisschen abblendet, wird es so scharf, dass der Film einfach nicht mehr ausreicht, um alle Details einzufangen. Würde das wirklich gerne mal an einer Digitalen adaptiert sehen...


Irgendwann wurde es dann aber zu dunkel für die meisten Motive, da blieb mir nur noch mitten in den wolkenverhangenen Sonnenuntergang hinein zu fotografieren. Glücklicherweise lagen da ein paar in Plastik gewickelte Strohrollen rum, die das eigentliche Motiv machen. (50mm, 1/30s, f/1,8.) Die Ecken sind ja schon gan schön schattig geworden, das fällt mir sonst weniger auf. Aber bei diesen Lichtverhältnissen ist das wohl nicht zu erstaunlich.

Und dann noch ein Bild, das ein paar Tage später entstanden ist. Sonnenuntergänge sind in s/w auch immer wieder spannend. (Zuiko 135mm, 1/1000s, f/5,6.) Deswegen ist es auch das einzige, das nicht mit dem 50er entstanden ist. Und das 135er ist auch extrem gut. Würde gerne mal noch ein paar mehr Zuikos aus der Zeit testen, ob die alle so scharf sind. So ein hübsches kleines 35er fehlt mir noch in meiner Sammlung! ;-) Leider liegt das so bei 100€, zu viel für mich. :-(


Nächstes Mal: Der Sommer in der Wahner Heide. Da ist schön. Aber auch warm. ;-)