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Am Anfang war die Phantasie

Ich bin ja schon nicht fimschig und bin auch der Meinung, dass jeder seine Phantasien ausleben darf, wie er meint, dass es richtig ist und Spaß macht. Und Sätze, die ein "aber" beinhalten, sind mir ja sowieso ein Gräuel. Deswegen sage ich jetzt nichts weiter, sondern lasse Bilder sprechen. Bzw. ein Bild. Viel Spaß damit. ;-)


Insbesondere finde ich die Aussage "nicht für Kinder geeignet" besonders putzig. :-D Sachen gibt's...

PS: Dies ist kein diskriminierendes Post. Wie gesagt, jeder soll machen, was ihm/ihr Spaß macht. Unsere Gesellschaft ist eh viel zu konservativ, insbesondere was Sex angeht. Ich bin nur völlig überrumpelt worden, als ich da im Tacos in Bonn in der Warteschlange zum Waschbecken stand und das im Kondomautomaten gesehen habe... Hat mich schwer beeindruckt! Da setzt mein mir innewohnender Forscherdrang wieder ein, der jetzt gerne wissen würde, wie das Ding funktioniert... ;-)

Viel Smaug um Nix

Da sind wir also gestern noch mal ins Kino gegangen. Also, gefahren. Bei dem Frost möchte man nicht bis Bad Godesberg zu Fuß gehen. Der große Schock mal vorne weg: Zwei Kino-Tickets für eine englische Originalversion, die es dann natürlich nur in 3D gibt, kosten mit Überlänge mittlerweile 27,- Euro[1]. An der Stelle habe ich mir gesagt, dass das wohl das letzte Mal für lange lange Zeit gewesen sein wird, dass ich mit der Frau ins Kino gehe, da ich dafür auch durchaus schon die BluRay für x-beliebig oft zu Hause anzuschauen bekomme. Ich mein, haben die denn den Popo auf? Siebenundzwanzig Euro? Das erste Kinoticket, das ich selber bezahlt habe, hat 5,- Mark gekostet. OK, das war noch in den '80ern, aber hallo?! Muss man sich da wundern? Andererseits, der Laden war sowas von brechend voll, dass wir nicht mal Popcorn bekommen haben, weil wir bei der Schlange trotzt der halben Stunde, die wir vorher da sein mussten, um unsere Reservierung abzuholen, zu spät in den Kinosaal wären gekommen. OK, wir hätten 25 Minuten Werbung durchaus verpassen können, besonders weil Kinos wohl offenbar immer noch der einzige Ort sind, wo man öffentlich gleichzeitig für Alkohol, Autos und Zigaretten (und Eis) werben darf. Ich dachte, das wäre auch mal endlich durch... Naja, egal.

Jedenfalls, zum Film: Die Handlung sollte in groben Zügen ja aus dem Buch bekannt sein. Nachdem wir in den letzten beiden Filmen ja bereits gut 80% des Hobbits verwurstet bekommen hatten (und ein paar Stellen aus den Herr-der-Ringe-Anhängen und - ich denke, lange her, dass ich's gelesen habe - aus dem Silmarillion, weil die paar Hobbit-Seiten einfach nicht genug Handlung hergeben), blieb also für das letzte Werk nur noch die "Schlacht der fünf Heere", wie der Film dann auch passend betitelt wurde. Und tatsächlich, die zweite Hälfte des Filmes wird sich praktisch nur noch geprügelt, angereichert mit ein paar Herzschmerz-Szenen, wenn die Helden fallen, und herumhüpfenden Elben, die gegen die Gravitation Mittelerdes offenbar vollständig immun sind.

Die erste Hälfte war hingegen ganz OK. Thorin hätte von mir aus gerne noch ein wenig vom Gold besessener herüber kommen können, aber gut. Und seine Kumpels, naja, die restlichen Zwerge bis auf zwei, drei Stück waren in den ersten Filme ja auch schon eher bessere Statisten, da hat sich also nicht viel dran getan - OK, die hatten auch im Buch schon ein schweres Leben, dass man sie überhaupt auseinander halten konnte, von daher kein Fehler des Films.

Was in der ersten Hälfte evtl. stört, das sind eher Kleinigkeiten, mit denen der Film etwas aufgemotzt und aufgehübscht wurde. Wer allerdings in einen Peter Jackson Film geht, insbesondere eine Tolkien-Verfilmung, wird sich normalerweise eher weniger daran stören, denn das macht die eher dröge Vorlage überhaupt erst für den Mainstream interessant. Somit auch hier kein Punktabzug.

Und auch das mit der zweiten Hälfte ist alles halb so wild. Schließlich sagt der Titel ja schon, was einen erwartet: Zwerge, Elben, Orks und Menschen, die wild aufeinander eindreschen, dass die Leinwand wackelt. Für meinen Geschmack mal wieder ein kleines bisschen zu viel CGI, aber gut, wer's braucht. Es soll halt EPISCH sein. ;-)

Wenn da nicht die Kleinigkeiten wären: Besonders gestört hat mich zum Besispiel, dass für den Heimweg Bilbos gerade einmal eine Hand voll Szenen verschwendet wurde. Da reist er ab, mit nichts als einem Wizard und den Klamotten, die er am Leibe trägt. Und einen Schnitt weiter ist er schon zu Hause, mit Schild, Mantel, Schwert und einer ominösen Schatzkiste? Na, also, vielleicht hätte uns, dem zahlenden Publikum, vielleicht doch mal einer zeigen sollen, wo er die ausgebuddelt hat - nicht dass wir das seit der Lektüre des Buches wieder vergessen hätten. Bei der lesefaulen Jugend Menschheit heutzutage kann man ja aber nicht davon ausgehen, dass das jeder weiß.

Naja, mal sehen, was die Extended Edition uns noch bringt.

Fazit: Nettes Popcorn-Kino. Insgesamt haben mir die ersten beiden Filme trotz ähnlicher Schwächen besser gefallen.


[1]Im Einzelnen: 11,50€ für das Ticket (mit 3D und Überlänge - 144 Minuten), 1€ Vorverkaufsgebühr, weil ich es vorher schon reserviert hatte, 1€ für die nicht als Sonnenbrille geeignete recyclebare 3D-Brille, die man nicht ablehnen kann, auch wenn man seine eigene mit bringt.

Rattatta!

Es ist wieder so weit: Für mich beginnt die Zeit des Winterschlafes, für den Rest des Rheinlands die Session. Mal sehen, ob ich heute wieder ein paar besoffene Clowns überfahren kann... Ich bin dann mal weg, nich'? ;-)

25 Jahre

Kaum zu glauben, dass es 25 Jahre her ist, dass der Herr Schabowski sich verquasselt hat und unsere ostdeutschen Mitbürger wieder ungehindert in den Westen durften. 25 Jahre sind eine lange Zeit und mein Gedächtnis ist eh nicht besonders gut, weswegen die Ereignisse rund um die Wende in meinem Kopf sowieso alle ein wenig durcheinander sind. Aber diesen Abend vergisst man nicht so leicht. Genau so wie einen Genscher auf dem Botschaftsbalkon und die ersten Trabbis, die plötzlich auch in meinem Dorf durch getackert kamen.

Meine Gefühle waren damals wie heute zwiespältig: Auf der einen Seite konnte ich verstehen, dass ein (halbes) Volk, das seit 28 Jahren praktisch hinter Stacheldraht und Beton eingesperrt war, endlich wieder eines der selbstverständlichsten Rechte wahrnehmen konnte, nämlich sich einfach frei entscheiden zu können, dass man sich jetzt mal in sein Auto setzt und die Nachbarn im nächsten Dorf besuchen fährt. Im Zeitalter von Schengen kann man sich kaum noch vorstellen, wie das war, als man an irgendwelchen Grenzen ständig angehalten und kontrolliert wurde. Zudem war und ist die Mauer nun mal ein Symbol der deutschen und der europäischen Teilung, wenn nicht gar der ganzen Welt in Ost und West.

Andererseits stand da ein dicker Kohl und hat diese Bewegung, die vom Volk in 40 Jahren DDR Stück für Stück erkämpft wurde, so für sich vereinnahmt, dass es mir heute noch schwindelig wird. Jaja, der Kanzler der Einheit und so... Wie würde Deutschland heute aussehen, wenn ein anderer Kanzler gewesen wäre?

Wie auch immer, mit dem Fall der Mauer kam das Ende der DDR und die Wiedervereinigung. Da wird sich gefreut und gefeiert, was das Zeug hält. Immerhin beendete die deutsche Einheit auch den Zustand der Unmündigkeit hier im Westen, der noch aus der der Nachkriegszeit stammte. Gut, der Grad der westdeutschen Unmündigkeit war bei weitem nicht so wie der "drüben", aber ein wirklich freier Staat ist Deutschland erst wieder seit 1990 mit den 2+4 Verträgen.

Da stellt sich unweigerlich die Frage: Haben wir die letzten 25 Jahre als Chance genutzt? Was ist passiert in diesem Vierteljahrhundert? Abwrackprämie und Bankenkrise? Oder doch blühende Landschaften und Fußballweltmeister? Schwer, das alles zu bewerten. Meine zwiespältigen Gefühle sind definitiv nicht weniger geworden. Sind wir ein einig Vaterland oder doch in unseren Köpfen noch immer geteilt in Drachenbrutzüchter und Drachentöter?

45 Jahre

Und noch ein - in diesem Falle - halbrunder Geburtstag. In der Nacht vom 20. auf den 21 Juli 1969 betrat Niel Armstrong als erster Mensch den Mond. (Oder auch nicht, aber ich gehöre ehrlich gesagt nicht zu den Verschwörungstheoretikern, die das anzweifeln. Ich sage immer, "truth is stranger than fiction.")

Ein kleiner Schritt für einen Einzelnen, in der Tat. Aber was haben wir in den 45 Jahren danach geschafft? Die große Weltraum-Euphorie hat sich weitgehend gelegt. Statt Gene Roddenberry haben wir jetzt J.J. Abrahams. Was besser ist, sei jedem selber überlassen. Und in der realen Welt werden Mittel für die Forschung (nicht nur im Weltraum) zusammengestrichen. Die öffentlichen Kassen sind klamm, aber um uns gegenseitig auszuspionieren, dafür haben wir offensichtlich das nötige Kleingeld. Und trotzdem brennt die Welt.

Versteht mich nicht falsch, ich gehöre nicht zu der depressiven Sorte, "früher war alles Besser" und so. Ganz im Gegenteil. Früher war auch Sch***. ;-)

Trotzdem, was uns die Apollo-Missionen deutlich vor Augen geführt haben (sollten) ist, wie verletzlich und klein die Erde, auf der wir alle leben, tatsächlich ist. Wir sollten uns mehr um sie und unsere Mitmenschen kümmern. Gerade jetzt. In der vernetzten Welt von heute ist das sogar leichter als vor 45 Jahren, als der Stand der Nachrichten-Technik ein Fernschreiber war und Computer zum großen Teil noch Magnetkernspeicher hatten. Wir alle haben heute täglich so unvergleichlich mehr Technologie in unseren Händen. Und trotzdem denken und handeln wir noch immer wie die Horde, die durch die afrikanische Savanne streift.

Ein riesiger Sprung für die Menschheit. Was uns Apollo 11 gezeigt hat: Was der Mensch sich vornimmt, kann er auch erreichen. Koste es, was es wolle. Mögen auch Rückschläge dazwischen kommen. Wir müssen uns nur das richtige Ziel vornehmen! Wir haben die freie Auswahl!