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On Mars

2.8.: Zwischen all den inflationär-vielen Brettspielen mit dem Thema Weltraum-Strategie und -Besiedelung sticht On Mars noch einmal besonders heraus, aus zwei Gründen: Es ist das komplexeste und wahrscheinlich auch das teuerste! Deshalb waren wir sehr angetan, als wir das letzten Monat für nicht ganz so großes Geld im mehr oder weniger lokalen Handel gefunden haben. Ich mein, das ist echt schon eine Investition. J versucht ja immer, den Preis pro Spiel auf unter 5€ zu drücken, a werden wir hier jetzt eine ganze Weile beschäftigt sein, falls das überhaupt möglich ist... ;-)

Worum geht's? On Mars spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der die Menschheit (mal wieder) dabei ist, den Mars zu besiedeln. Im Gegensatz zu Terraforming Mars handelt es sich hier aber nicht um ein Spiel mit Karten und einem Bisschen hexagonale Kärtchen auf dem Mars Platzieren, sondern um ein Worker Placement mit einem Bisschen hexagonale Kärtchen auf dem Mars platzieren. In sofern erinnert es ein bisschen an Mondbasis Shackelton, was ja thematisch ähnlich ist, aber mit den verschiedenen Companies noch einen ganz anderen, eher kommerziellen Aspekt abdeckt.


On Mars bleibt hier eher wissenschaftlich und versucht nachzubilden, wie man eine Mars-Kolonie aufbauen kann, die sich selbst erhält und deren Bewohner eher Wissenschaftler sind. Natürlich fällt hier nebenbei auch die alltägliche Arbeit an, die sich ganz gut in einem Wirtschaftszyklus zusammenfassen lässt, wie er auch im Handbuch beschrieben ist: In Minen baut man seltene Erden ab, aus denen man dann Batterien für die Stromversorgung bauen kann, die benötigt werden, um Wasser-Kondenser zu betreiben, deren Output man dann zur Zucht von Pflanzen (Nahrung) einsetzt, was schließlich Sauerstoff freisetzt, den die Astronauten (Arbeiter) auf dem Planeten dringen zum Atmen brauchen. Hat man dann weitere Arbeiter angelockt, fängt der Kreislauf von vorne an, denn mehr Bewohner können mehr arbeiten, können mehr Strom produzieren, können mehr Wasser extrahieren,... etc.

Wenn das aber das Einzige wäre, was man zu beachten hat, dann wäre das Spiel ja einfach! Leider (oder zum Glück?) ist das nicht so: Ich habe selten ein Spiel gesehen, das so ein komplexes Regelwerk beinhaltet. Es ist jetzt keine Campaign for North Africa :D, aber es hat dann doch schon eine gewisse Komplexität. Wenn man sich das Player Board nämlich genau anschaut, so findet man dort zum Beispiel die persönlichen Shuttles, die man aus der Produktion (auf der Erde?) in den Hangar verschieben kann. Jedes Shuttle bringt zwei Passagiere (oder einen Passagier und einen Konstruktionsroboter) mit, die man dann für sich einsetzten kann. Die Roboter bauen einem auf dem Mars neue Gebäude auf, also zB Minen oder Unterkünfte für die Astronauten, auf dem Tableau rechts zu sehen; wird hier ein Hex weg genommen und auf dem Mars platziert, erscheinen darunter zwei Slots fürdie Lagerung von gerade nicht verwendeten Astronauten. Man kann zwar mehr Astronauten haben als Schlafplätze, dann muss man aber hin und her jonglieren, wie man diese im Einsatz behält, denn alle, die zu dem entsprechenden Zeitpunkt keinen Platz finden, gehen in den Vorrat zurück. Währenddessen kann man seinen Rover (NICHT zu verwechseln mit den Bau-Bots) über die Oberfläche des Planeten fahren lassen, um dort verstreute Bonus-Plättchen einzusammeln.

Unten findet man sein Rohstofflager. Man kann immer nur so viel Material lagern, wie man auch Unterkünfte auf dem Mars hat plus 1. Kann man etwas nicht einlagern, wenn es nötig wird, verfällt es. Mittig gibt es dann noch eine Forschungsleiste, auf der sich einzelne Technologien weiterentwickeln lassen. Dieser Fortschritt bestimmt unter anderem, wie viele Gebäude eines Typs man auf dem Mars unterhalten kann und man bekommt Boni, wenn man bestimmte Felder auf der Leiste abdeckt. Die Technologien bekommt man übrigens erst im Laufe des Spieles.

Was mich zu einem weiteren, sehr wichtigen Aspekt des Spieles bringt: Bis jetzt haben wir nur über die Mars-Seite des Spiels gesprochen. Es gibt aber auch eine Versorgungsstation im Orbit. Der Spieler selber, repräsentiert durch den größeren Astronauten, kann während des Spieles mit dem Versorgungsshuttle zwischen Oberfläche und Raumstation hin und her fliegen, um verschiedene Aktionen ausführen zu können. Auf der Stations-Seite wäre das zB eine der oben erwähnten Technologien besorgen. Oder, ganz wichtig, Blaupausen für Produktions- und Forschungs-Einrichtungen, die man dann auf der Mars-Seite bauen kann, um Wissenschaftler anstellen zu können. (Zu jeder Sorte Hexes gibt es genau einen Spezialisten, den man anwerben kann. Wer zu spät kommt, geht leer aus.) Die Wissenschaftler kann man auf den verwendeten Blaupausen (also eigentlich im entsprechenden Gebäude) einsetzen, um bestimmte zusätzliche Aktionen ausführen zu können. Dabei ist es egal, ob es sich um das eigene oder das Gebäude eines Konkurrenten handelt. (Insofern hat das Spiel auch eine Coop-Komponente. Gezwungener Maßen müssen die Raumfahrer auch manchmal zusammenarbeiten, auch wenn sie eigentlich in Konkurrenz zueinander stehen. Schließlich geht es dann doch um das gemeinsame Ziel: Nicht nur auf dem Mars überleben, sondern die Kolonie zum Blühen zu bringen!)


Das ist jetzt nur ein sehr kurzer Anriss dessen gewesen, was man noch alles beachten muss. zB fliegt das Shuttle seltener, je weiter das Spiel fortschreitet, sodass man evtl gezwungen ist, mit einer der Fluchtkapseln vorzeitig die Station zu verlassen. (Zur Strafe kann man dann den Rest der Runde halt nichts mehr machen, das ist eine komplette Aktion!) Wer wiederum früher zurück auf die Station will, kann eines der privaten Shuttles verpulvern. (Das kostet dann aber Punkte am Ende, denn jedes Shuttle ist 3 derselben wert.) Zudem lassen sich bestimmte Aktionen boosten, indem man weitere Arbeiter einsetzt, andere hingegen nicht. Genauere Details würden jetzt hier zu weit führen. Ich will hier nicht (und kann auch gar nicht einfach so aus dem Kopf) das ganze Spiel erklären, das wären dann dreißig Seiten Text! Auf die Produktion von Ressourcen bin ich jetzt zB gar nicht eingegangen. Statdessen, kommen wir zum...

...Fazit: Ich finds richtig gut! Ein sehr spannendes Spiel mit vielen Strategie-Komponenten. Schwierig nur im Verständnis der ineinander greifenden Regeln, was kann man wann wo machen. Wenn man die Ikonographie einmal begriffen hat, erklärt sich das Spiel schon beinahe von selber. Das Material ist hochwertig (bei dem Preis aber auch zu erwarten!) und repräsentiert die verschiedenen Klassen von Workern ganz gut. (Chef, Astronauten, Bau-Bots, Rover, Shuttles.) Die Anleitung ist kompliziert, aber verständlich geschrieben und gut übersetzt. Das Artwork ist hübsch anzusehen. Die Spielzeit war bei unserem ersten Durchgang über vier (4) Stunden, also schon auf der langen Seite; wenn man das Spiel aber einmal begriffen hat, so nach der dritten oder vierten Runde, wenn man auf beiden Seiten des Plans mal was gemacht hat und man nicht mehr so häufig in der Anleitung nachlesen muss, dann geht es eigentlich ganz flüssig von der Hand. Mit Übung kann man sicher eine Stunde davon runter nehmen!

Ein sehr schönes Spiel, das mir sehr viel Spaß bereitet hat. Wir haben im ersten Spiel sicher was falsch gemacht, das ist bei diesen komplexen Spielen aber durchaus immer eine Gefahr. Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Durchgang!

Schon wieder Bonn (CSD-Rahmenprogramm)

1.8.: Es war Trekdinner, wir mussten also eh in Richtung Bonn, also sind wir vorher noch kurz in die Stadt, um uns zumindest das Rahmenprogramm vom CSD anzuschauen. Die Parade war ja um 6, wenn wir in der Karawane sein mussten. Wie immer drüben im Wohngebiet geparkt, wie immer wollte J noch ein Spiel kaufen, wie immer sind also die ersten paar Bilder von der anderen Rheinseite. (Wobei, viel Rhein ist da ja nicht mehr.)


Was man auch sehen kann auf diesen Fotos, die übrigens auf dem Rückweg entstanden sind, thematisch aber besser hier her passen. Hier ist auch das eine vom Chinaschiff dabei, das ich letztens vermisst hatte. Wir waren zu oft in Bonn! ;-) Jedenfalls: Kein Wasser. Alles steht auf dem Trockenen, und was noch fährt, fährt nur mit einem Viertel der üblichen Ladung. Alles nicht mehr normal und die Leute sind noch immer dran wie in diesem Meme: "This is fine!"

Hier aber jetzt, bevor ich mich wieder über das Klima aufrege, ein paar Fotos vom CSD-Rahmenprogramm auf dem Münsterplatz, das wir uns auch nur ganz kurz angeschaut haben, weil wir ja noch weiter mussten und es sowieso schon etwas später war als gedacht, siehe Spieleladenbesuch. ;-) Ich hatte übrigens, für alle, die sich wundern, dass es doch so wenige Fotos sind, einen der Sensia Diafilme, die ich vor Ewigkeiten mal vom Flohmarkt mitgebracht hatte, in die Dynax 5 geladen. Vielleicht, je nach dem, wie schlecht der gealtert ist, gibt es also möglicherweise noch ein bisschen mehr auf Film!


Jedenfalls: Das Rahmenprogramm war ganz interessant, aber voll. Die Stände waren echt alle schwer belagert. Wobei, mache mehr, manche weniger. Wo am wenigsten los war, war wohl bei dem von der FDP. Upsi. Das ist auch wieder ein bisschen unfair, denn eins muss man den Liberalen lassen: Sie sind eigentlich immer sehr liberal, auch was das Thema Queerness angeht. Aber die beiden standen da echt auf verlorenem Posten. Ansonsten: Die Grünen und die SPD wussten gar nicht, wohin mit den Leuten. Selbst beim CDA war was los. Und die Stände, die nicht politisch motiviert waren sondern vom Thema der Veranstaltung (was ja irgendwie auch politisch ist), waren eh voll. Währenddessen fanden auf der Bühne Diskussionen statt und am Ende hat auch noch wer gesungen. (Also, "Ende", als wir dann gegangen sind, weil wir weiter mussten.)


Immerhin habe ich einen ganzen Haufen Regenbogenfahnen sammeln können. Und noch andere. Gibt jetzt scheinbar auch Fähnchen für Heteros. Hm, bisher fühlte ich mich jetzt eigentlich nicht unterrepräsentiert. Aber gut, wenn ihr meint! ;-) Bin ja eher der Meinung, dass wir gemeinschaftlich ringen sollten für den Fortschritt der Gesellschaft und nicht jeder für sich, aber das ist ein anderes Thema.

Egal. Mehr vom gleichen Tag gibt es im nächsten Eintrag, in welchem es von Fotos vom Rhein nur so wimmelt, die ich vor dem TD aufgenommen habe. Sehr wenige, scheinbar habe ich auch da eher mit der Dynax drauf gehalten! ;-)

Ohhhhh-dysseus... Oh-oh!

20.7.: Wir waren am Montag (zum ersten Mal in diesem Jahr, für alle die Buch führen) im Kino und haben uns die Odyssee angeschaut. Bevor ich aber zum Film komme, hier ein paar Beobachtungen, was das moderne Kinoerlebnis angeht:

1.) Die Webseite vom Kinopolis in Bad Godesberg ist mittlerweile so mit Werbung überladen, dass man fast nicht mehr seinen Film findet, den man schauen wollte. Wenn das in der Gegend nicht noch immer der einzige wäre, der regelmäßig OV anbieten täte... Das Buchungssystem wird auch jedes Mal undurchsichtiger, finde ich. Vor allem, weil mal am Anfang mit "Montags ab 9,49€" gelockt wird, dann aber ganz am Ende der Buchung erst herausfindet, dass das nur in den Ferien für Schüler und Studenten gilt. Ja danke auch, ich hätte echt Lust, euch den Verbraucherschutz wegen irreführender Werbung auf den Hals zu hetzen. Albern: Man kann dann auch direkt sein Popcorn und die Getränke dazu buchen. Gut, für Kurzentschlossene vielleicht ein ganz nettes Feature, aber wenn ich jetzt 'ne Woche im Voraus buche, eher... albern. ;-)

2.) Im Kino selber kann man ja irgendwie nur noch Karten an irgendeinem Terminal kaufen. Gut, macht man ja eh online, so oder so, und man muss sich nicht mehr in kilometerlange Schlangen einreihen. Trotzdem etwas seltsam. Dann kann man da auch direkt wieder sein Popcorn dazu buchen. Witzig ist schon.

3.) Im Parkhaus steht noch immer das abgemeldete (mittlerweile nicht mehr wirklich) weiße (wegen Staub und Dreck) Auto rum. Das war letztes Jahr schon da, meine ich. Steht vorne links mittlerweile auf der Felge, weil einer die Luft raus gelassen hat. Derweil gibt es keine Schranken mehr und man wird wie überall an der Einfahrt und der Ausfahrt kennzeichengescannt. Diesen Systemen traue ich ja ü-bär-haupt-nicht! Und wenn man am Ende eine Quittung haben will: Nicht auf Papier! Man muss den Bildschirm abfotografieren. Helfen Sie mit, Papier zu sparen! Ja, klar: Deswegen muss man im Kino ja auch so einen kleinen Zettel mit nehmen, auf dem der Rabatt-QR-Code drauf ist, die dann natürlich - mangels Mülleimer vor Ort - alle auf dem Boden vor dem Kassenautomaten rum fliegen. Ihr habt doch alle 'n Ratsch im Kappes!

4.) Der Film ist ja eigentlich in iMax gedreht. Also, so richtig, auf Film, steht sogar im Abspann. (Die Firma Kodak wird es freuen. Wie viele Kilometer haben die wohl verballert für dem drei-Stunden-Streifen?) Anyways: Da es in ganz Deutschland gefühlt überhaupt nur drei iMax-Kinos gibt, haben wir natürlich mal wieder nichts davon gehabt. Ich mein, wenigstens das Seitenformat hätte ich dann gerne, nicht diese geletterboxe. Aber komm, ich reg mich nur wieder auf. Und selbst wenn wir uns nach Köln durchgeschlagen hätten, oder wo auch immer das nächste solche Kino wäre: In Deutschland trotzdem nur digital. Pff... (Dortmund, übrigens, wenn ich das richtig sehe. Das ist mir dann doch ein bisschen weit weg, Kinners.)

So, das ist mein Beef mit der Filmwirtschaft. Nun zum Film selber:

Als kurzes, spoilerfreies und unmaßgebliches tl;dr vorweg: Ja. Kann man sich anschauen. In dieser Version würde ich dem Herrn Odysseus aber mal ganz dringend einen Besuch beim Fachmann andienen, damit er sein PTSD und seine Surviours Guilt irgendwie unter Kontrolle kriegt. Nicht ständig alles in dich rein fressen (wortwörtlich), auch mal ein bisschen reflektieren! ;-)

Ansonsten, interessant geschnitten. Die Erzählung springt immer zwischen dem Herrn auf seiner Irrfahrt und den zu Hause auf ihn Wartenden hin und her, sowohl zeitlich als örtlich. Man muss schon aufpassen, sag ich mal. Man lässt sich so leicht von den epischen iMax-Eindrücken ablenken, die an diversen Schauplätzen in Europa und Nordafrika eingefangen wurden. (Wie gesagt, in tatsächlichem 2:1 - oder was hat iMax noch mal? - wahrscheinlich noch viel überwältigender.) Alles sehr hübsch (oder auch dreckig und beklemmend, je nachdem, wo wir uns gerade in der Handlung befinden).

Und erstaunlich ist auch, dass, wenn man das Drehbuch entsprechend schreibt, das ganze Thema auch nach (n+1)-tausend Jahren noch immer so eine gewisse Aktualität hat. Die Schauspieler sind durchweg überzeugend, die Dialoge manchmal allerdings für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr on the nose. Aber wahrscheinlich muss man heutzutage ja große Plakate hochhalten, auf denen die Motivation der Charaktere aufgemalt ist, damit die ChatGPT-verseuchte Menschheit überhaupt das Hirn anschaltet. Es ist halt kein Fast-Food-Superhero-Blockbuster. (Also, Blockbuster wahrscheinlich schon, aber einer mit teilweise nicht ganz so subtiler Aussage.)

Schauspieler: Haben alle durch die Bank eine gute Leistung angeliefert. Ist bei den Namen, die da verbraucht wurden, aber auch sicher zu erwarten gewesen. Warum die Schneeflocken jetzt alle auf den Barrikaden stehen, weil Helena mal ausnahmsweise nicht von Schneeweißchen gespielt wurde, tja, was weiß ich. Sehe ich nicht so. Ganz im Gegenteil, ich glaube, dass das ihrer Rolle fast noch mehr Tiefgang gibt.

Was mich zu einer etwas tiefergehenden Analyse bringt, die dann aber evtl. nicht mehr ohne Spoiler wäre:

Ich weiß ja nicht, worüber der Herr Nolan so alles nachgedacht hat, während er das Drehbuch schrieb oder schreiben ließ. Aber möglicherweise über einen bestimmten Präsidenten, der zur Zeit ja auch ständig gegen Zeus' Gesetz verstößt und jetzt stehen wir am Ende einer großen Zivilisation, weil wir uns selber zu den plündernden Seevölkern entwickelt haben... Meine Interpretation... Überhaupt dreht sich in diesem Film viel um die Götter und deren Undurchschaubarkeit - also tatsächlich nah an der Vorlage. Odysseus wird zB ständig von Athene verfolgt (und gegen Ende wissen wir auch, wieso), die noch eine Rechnung mit ihm offen hat oder umgekehrt. Seine Frau hat sie ihm schließlich mit gegeben auf seine Fahrt nach Troja und dann guckt er zu, wie... aber ich wollte ja nicht spoilern. ;-)

Besonders wird das Gesetz der Gastfreundschaft (besagtes Gesetz des Zeus) in den Vordergrund geschrieben und dass der Verstoß dagegen Unheil und Verderben bringt. (Die ganzen theologischen Zusammenhänge werden am Rande erwähnt, aber nicht weiter erklärt; das würde wohl auch ein bisschen langatmig werden. Wer sich aber ein bisschen auskennt, wird einige der Aussagen der Agierenden genauer heraus hören und sich vielleicht erinnern, sowas schon mal irgendwo gehört oder gelesen zu haben. Vielleicht bin das aber auch nur ich, weil ich ja schon vor 40 Jahren meinen Eltern die alte Ausgabe von "Götter, Gräber und Gelehrte" aus den Rippen geleiert habe.) Und es wird eigentlich ständig und ununterbrochen dagegen verstoßen: Von den Heiratsanwärtern in der Burg auf Ithaka, von den Griechen, als sie Troja erobern und auf ihrem Heimweg, ja auch von Odysseus selber, ständig und ununterbrochen. Daneben ist, dass man die Gefallenen nicht würdig bestatten kann (oder will), ebenfalls ein wichtiges Plotelement, und alles nur, weil Odysseus eben - gegen besseres Wissen - versucht, zumindest einige seiner Truppen wieder nach Hause zu führen.

Fazit: Ein ziemlich episches Drama, so geschrieben, dass man es durchaus auf aktuelle Probleme der Gegenwart anwenden kann. Aber das ist ja das Spannende an solch altem Stoff: Man kann ihn immer wieder so neu weben (und nachts wieder aufdröseln), wie es einem gerade passt! ;-)

Mehrzweckhalle Meiersheide - A560 Infoveranstaltung

1.7.: Und weil ich mich ja in letzter Zeit doch öfter mal für die Lokalpolitik interessiere, war ich dann am Mittwoch der letzten Woche noch auf der Info-Veranstaltung zum Thema Ausbau des Autobahnendes der A560. Weil, im Gegensatz zu den Windrädern betrifft mich das ja auch tatsächlich direkt, denn ich komm da ja doch öfter mal vorbei. Es hat sich halt so etabliert, dass man beim Bauernhof Jansen den Berg hoch düst, weil man dann die Bahnschranken in Hennef umgehen kann und vor allem auch den Berufsverkehr, der hier ja sehr gerne sehr beständig im Stau steht. Vor allem, wenn beides zusammentrifft, ist richtig geil!


Jedenfalls fand das ganze in der Mehrzweckhalle in der Meiersheide statt, sodass ich mich da mal mit der Kamera so richtig austoben konnte. Jaja, ich mache zu viele Fotos, was sonst gibt es Neues? ;-) Aber man muss die Gelegenheit beim Schopfe packen und wenn ich schon mal da bin, warum nicht ein bisschen Blumen und sonstiges Gemüse mit nehmen, die da stehen?

Ich hatte auch dieses Mal eigentlich den Herrn Bürgermeister erwartet, aber der hatte scheinbar was anderes zu tun. Gut, der kann ja jetzt auch nicht auf jeder Veranstaltung dabei sein, der Mann hat ja sicher auch ein Privatleben. Also, hoffentlich. Wäre traurig, wenn nicht! ;-) So war nur das Tiefbauamt und der Architekt da.


Aber wie man sieht, habe ich mich erst mal sehr lange draußen rum getrieben. Ich war ja auch mal wieder 20 Minuten zu früh da, weshalb ich halt auch Zeit ohne Ende hatte, um alles zu fotografieren. Besonders Insekten auf Blüten, wie man sehen kann. Da wäre mehr Makro auch nicht falsch gewesen. Mehr zur Veranstaltung gibt es jedenfalls im "erweiterten Eintrag". KLICK! "Mehrzweckhalle Meiersheide - A560 Infoveranstaltung" vollständig lesen

Eine kleine Geschichte über Thermodynamik

Eine kleine Geschichte zum Thema Energiehaushalt des Planeten:

Ich bin ja auch kein Heiliger, ich gebe das ganz offen zu. Ich verbrachte recht viel Wasser[1], wenn ich meine Filme entwickle. Früher[2] konnte man davon ausgehen, dass auch im Sommer - wie eigentlich das ganze Jahr über - dieses Wasser so mit 16-18°C aus der Leitung sprudelte. S/W-Filme werden bei 20°C entwickelt, also musste man auch im Sommer ein bisschen warmes Wasser aus der Heizungsanlage hinzufügen, um die korrekte Temperatur zu erreichen.

Heute nicht mehr: Während der letzten Hitzewelle - ihr erinnert euch sicher? Geschmolzene Fugenmasse in den Schienen? Aufgeplatzte Autobahnen? - kam das Wasser mit etwas über 22°C aus der Leitung, was einerseits die Entwicklungszeit natürlich verkürzt, anderseits aber auch sichtbare Veränderungen im Filmmaterial hinterlässt. Wärmer ist halt eigentlich außerhalb der Spezifikation. Gestern Morgen hatte sich der Wert dann wieder eingermaßen normalisiert, so auf knapp unter 20°C, sodass ich das Wasser einfach so verwenden konnte, ohne groß auf die Temperatur zu achten, nachdem ich die Dosen mit Entwickler und Fixierer im Wasserbad abgekühlt hatte. Denn auch der Vorratsraum, der eigentlich für 18°C ausgelegt ist, hat im Sommer eigentlich jetzt immer durchgängig 22-24°C. (Durch die Kühlung der rückwärts laufenden Erdwärmepumpe ist es im Rest des Kellers mittlerweile paradoxerweise kälter als im Vorratsraum.)

Wasserleitungen werden hierzu irgendwo so um die 1 Meter tief verbuddelt. Um also die die Temperatur der Leitung und des darin enthaltenen Wassers um mehrere Grad zu erhöhen, braucht es eine gewaltige Menge Energie. Ich mein, das ist ja nicht mal so ein paar Sekunden warm; wenn ich Filme entwickle, kann das durchaus mehrere Minuten laufen und dann bekomme ich zumindest gegen Ende Wasser, das seeeehr, sehr weit durch das Netz gereist ist, bevor es bei mir ankommt. Irgendwo steht ein großes Vorratsbecken (Wassertürme haben wir hier meines Wissens nicht), wo das nicht mehr ganz so kühle Nass gelagert wird. Sind die auch so warm? Was ist mit unserer Talsperre? Was ist mit dem Uferfiltrat aus der Sieg[3]?


Wasser hat eine ungeheure Fähigkeiten, Wärme aufzunehmen, wie jeder weiß, der schon mal einen Topf Nudeln gekocht hat und dabei auf den Stromzähler geschaut hat. Zu viel Wärme im Wasser führt zu Algenblüten und ist schlecht für Fische und andere Lebewesen. Umso mehr Aufwand muss getrieben werden, das Wasser so aufzubereiten, dass es wieder trinkbar wird. Das alles nur als Information, über die man bei diesen Hochsommer-Temperaturen in Juni nicht wirklich nachdenkt, wenn man nicht plötzlich damit konfrontiert wird, dass das Wasser zu warm ist, um darin einen Film zu entwickeln. Das klingt jetzt vielleicht etwas panischer, als es eigentlich sollte. Ist jetzt aber leider nicht das erste Mal, seit ich wieder angefangen habe, Filme zu entwickeln. Eigentlich gibt es regelmäßig im Sommer eine Zeit, zu der ich gezwungen bin, meine Entwicklungszeiten anzupassen, ob ich will oder nicht. Was halt früher nicht so war. Was eindeutig auf die veränderten klimatischen Bedingungen zurückzuführen ist. Was noch immer von vielen Leuten verharmlost oder geleugnet wird.

So, und jetzt wieder zurück zum normalen Programm. (Ich scanne gerade nebenbei übrigens die sechs Filme, die ich rum liegen habe. Einen habe ich schon! ;-) Nur falls ihr euch fragt, wie ich auf die Idee zu diesem Eintrag kam.)

[1] Im Sinne von "dem Vorrat an sauberem Trinkwasser entnehmen und als aufzubereitendes Abwasser in Richtung der Kläranlage dem Kreislauf wieder zuführen" im Gegensatz zu "dem Vorrat entnehmen und dem Kreislauf vorenthalten, indem ich es verdampfe", wie es die KI-Rechenzentren tun - aber das ist ein anderes Thema.

[2] Als die Dinosaurier die Erde beherrschten - etwa Helumt Kohl.

[3] Quelle: https://wassertemperatur.site/stadt/meerestemperatur-in-deutschland/water-temp-in-hennef-sieg-in-sieg