Gestern waren wir auf Pützchen. Das ist ja mittlerweile so eine kleine Tradition, dass wir uns den J schnappen und dann den Rummel unsicher machen. Wobei, ich fürchte, so im Durchschnitt wird das mit uns dreien da eigentlich sicherer. Wenn ich nicht gerade wieder den Körperkevin mache und irgendwen mit ins Verderben reiße. Wie immer hatten wir uns irgendwo verabredet, wie immer haben wir auf dem furchtbar geheimen Wanderparkplatz am Wald geparkt, den offenbar nur die Eingeweihtesten der Eingeweihten kennen - der olle BMW steht da noch immer rum. Aber angemeldet ist der, auch wenn der so aussieht, als wäre der im letzten Jahr nicht bewegt worden. Egal, da habe ich keine Bilder von gemacht. Die ersten von vielen, vielen, viel zu vielen Fotos ist auf dem Weg zum Rattata:
Es sind so viele Fotos geworden, dass ich eigentlich zwei oder drei Einträge draus machen könnte, aber das lasse ich mal. Ich weiß so schon nicht, was ich alles schreiben soll. Deswegen wird das im "erweiterten" Teil dieses Eintrags auch etwas dünn mit dem Text werden.
Bevor wir auf den eigentlichen Rummel sind, haben wir festgestellt, dass wir beide wieder das Wasser im Auto vergessen hatten. Daher schnell noch in den $Supermarkt, der tatsächlich offen hatte, obwohl der Parkplatz wie immer für Besucher der Kirmes reserviert war - mit der üblichen Entlohnung. Ich hatte in den letzten Jahren eigentlich den Eindruck, dass die das Geschäft gar nicht erst auf machen, aber vielleicht habe ich mich auch getäuscht. Jetzt war jedenfalls offen, also noch jeder eine Flasche Wasser gegriffen. Ich kenn das ja: Es ist zwar September und nicht mehr ganz so heiß, wie es das restliche Jahr über war, aber wenn man erst mal diese salzverseuchten Sachen gefuttert hat, kommt auch trotzdem ein gewisser Durst auf.
Immerhin, es gibt mal neue Viecher: Die Labubus werden so langsam von Yaks abgelöst. Und überall Butter! Was das für ein Trend ist, ich habe keine Ahnung. Also, für mich eher ein Yak. Was es noch alles zu gewinnen und zu grabbeln gab, sehen wir dann jedenfalls, wie versprochen, im "erweiterten Eintrag". Von den gefüllten Pizzabrötchen habe ich allerdings vergessen, ein Bild zu machen. Die waren lecker und käsig und wie erwartet: Salzig. Das Wasser hatte sich an dieser Stelle also schon gelohnt. Aber jetzt erst mal weiter im Text: KLICK!
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Kaum ein anderes Ereignis hat wahrscheinlich die Politik und Gesellschaft des frühen 21. Jahrhunderts so sehr beeinflusst wie zwei brennende Hochhäuser in New York, nachdem ein paar Terror-Fanatiker diverse Flugzeuge entführt und gezielt als Waffe eingesetzt hatten. Das ist jetzt tatsächlich schon 25 Jahre her und es kommt mir noch immer vor wie gestern. Das geht wahrscheinlich vielen so, die 2001 miterlebt haben.
Zudem glaube ich fest, dass das wahrscheinlich auch das Ereignis war, mit dem der ganze Kladderadatsch angefangen hat, den wir zur Zeit noch immer ausbaden. Also, nicht wortwörtlich - mein Geschichtslehrer hat schon immer gesagt, dass dieser eine Moment meist nur im Rückblick so erscheint, dass es immer vorhergehende und nachfolgende Entwicklungen gegeben hat. Um mal ein anglophones Sprichwort ein bisschen abzuwandeln: "Rome didn't fall in a day." Aber dies war der Moment, der zu so viel Leid und Hass geführt hat, der die USA und mit ihnen die westliche Welt für die kommenden Jahre geprägt hat. Selbst Corona und die globale Finanzkrise haben meines Erachtens nicht so einen Impakt gehabt, um nur mal zwei der Probleme zu nennen, die wir seitdem hatten.
9/11 hat sich so ins kollektive Gedächtnis eingebrannt, dass es jahrelang das politische Handeln von Profis (Politikern, Wissenschaftlern, Analysten...) wie Laien (aka. der gemeine Wähler) beeinflusst hat. Nachdem in den '90ern das kollektive Feindbild des bösen Sowjet-Russen weg gefallen war, gab es jetzt (endlich) ein neues: Der islamistische Selbstmorattentäter, der hunderte oder gar tausende Menschen mit in den Tod reißt. Ich schreibe bewusst "endlich", denn in den '90ern waren wir schon ein bisschen naiv, dachten, die Welt würde endlich Frieden finden. Hier war etwas, das vereinte und Richtung gab. Und so folgten alsbald die üblichen Reaktionen, die das menschliche Handeln seit wir aus den Bäumen in die Savanne Afrikas hinab gestiegen sind, prägt: Drauf hauen, statt zu reflektieren, wo denn dieser schier grenzenlose Hass auf den Westen her kommt!
Ein paar Kriege später ist die Welt alles andere als rosig und die Aussichten sehen nicht besser aus. Zudem ist der alte Bär im Osten auch wieder auf dem Kriegspfad. Einstige Partner sehen mit Misstrauen über den Teich. Europa ist zerstritten wie nie. Flüchtlinge, Klimakrise, Korruption. Und zwar alles auf einmal in einem News Cycle, der auf Schleudergang steht, verstärkt durch die Techbros und ihre Sozialmedien, bei denen nur die Klicks zählen, gefüttert von einer seelenlosen KI, die Gut und Böse, Recht und Unrecht, "tatsächlich korrekt" und "nur wahrscheinlich" prinzipbedingt nicht unterscheiden kann. (Der Aufstieg der künstlichen Intelligenz hat mich alten Atheisten bald davon überzeugt, dass der Mensch - und so ziemlich jedes andere Lebewesen - doch eine Seele hat. Wenn wir alle doch nur Chemie und Physik wären, die aus unerfindlichen Gründen eine Idee von Ich entwickelt haben, was bedeutet das dann für sinnvoll klingenden Unsinn verzapfende Rechenzentren? Aber das ist eine Frage für Philosophen.)
Was sollten die Lehren aus dem Versagen der Menschlichkeit auf so spektakulär hohem Niveau sein? Mehr Gerechtigkeit auf der Welt zum einen. Mehr Bildung. Mehr Empathie, mehr Kommunikation. Eben mehr Menschlichkeit. Der Ruf nach Rache ist nachvollziehbar, nach Strafe für ein ungeheures Verbrechen. Auch dieses Verlangen ist zutiefst menschlich. Die Lösung kann aber nicht sein, immer radikalere Forderungen zu stellen, immer extremere Extremisten in Macht und Amt zu bringen. Wir alle haben nur diese eine Erde, die wir uns teilen, und nur dieses eine Leben. Es ist zu wertvoll, es mit Hass zu verschwenden! Ein bisschen dieser '90er-Jahre-Naivität würde uns vielleicht allen ganz gut tun und ein bisschen Druck aus dem Kessel nehmen. Wer spirituell veranlagt ist, kann es auch mal mit der altmodischen Vergebung versuchen, wie auch wir unseren Schuldigern vergeben. Aber auch das ist eine Frage für Philosophen.
Viele Wessis denken noch immer: "Och, was die da drüben wählen, geht mich nix an!" Ist aber nicht so. Der Osten der Republik ist uns in gewisser Weise sogar bereits einen Schritt voraus. Das ist eine Tatsache, die wohl auch beim eher merkbefreit agierenden Bundeskanzler und seiner Gurkentruppe aus Quereinsteigern und Trickel-Down-Gläubigen noch nicht angekommen ist.
Ist das ein Grund, rechtsextrem zu wählen?
Nein.
Ganz klare Antwort: Wer in diesen, unseren, schönen deutschen Landen eine tatsächliche Veränderung der Verhältnisse haben möchte, sollte nicht blind immer weiter und extremer rechts wählen. Die blau Partei steht in Wirtschafts- und Sozialpolitik schließlich für den gleichen, wenn nicht sogar einen schlimmeren Kurs als das, was wir im Bund die letzten anderthalb Jahre zu sehen bekommen haben: Stillstand, rückwärts, Politik für die, die es sich leisten können.
Die echte Alternative, der tatsächliche Denkzettel, die Politik, die noch irgendwie an die Zukunft und die Menschen glaubt, steht nicht bei den Extremen, bei denen, die vom Verfassungsschutz als "gesichert" eingeordnet sind, den Demonteuren und Agitatoren. Ausgrenzung, Lager für Andersdenkende und -farbige, Geschichts- und Faktenleugner bringen nur Verderben und gießen Öl ins Feuer.
Die wahre Alternative ist die Demokratie! Die einzige Alternative ist die Freiheit, das zu sein, was man ist, ohne Angst, jeden Tag, da draußen auf der Straße! Ob queer oder konservativ, Öko oder Karnevalist, Raketenwissenschaftler oder Rentner, ob ernst oder albern, und ja, ob weiß, braun, gelb oder schwarz im Gesicht, ob Buddah oder Allah, gepriesen sei sein Name, oder Nachfolger in den Fußstapfen eines Zimmermannssohns: Wählt die Vielfalt! Wählt den Wandel! Wählt die Hoffnung und das Ungewisse!
16.8. (2/3): So, nach diesen vielen langen Einträgen, jetzt erst mal was Kurzes, muss ja auch mal sein. Da weiß ich wenigstens, dass ich mir nicht so viel Blödsinn aus den Fingern saugen muss. Lauter heiße Luft, die ich da wieder produziert habe.
Nachdem wir von den Classic Cars zurück bei C waren und die Sonne schon ein bisschen milchig im Dunst überm Rhein stand, weil in der Eifel ja noch immer die Wälder brannten, haben wir das Endeavor: Die Tiefsee ausgepackt und eine Runde gespielt. J und ich hatten das ja letztens erst auf dem Tisch, da waren uns wenigstens die Regeln noch bewusst. Eigentlich ein ganz cooles kleines Spiel, aber ich würde echt auch gerne mal gewinnen! Hab ich irgendwie noch nie geschafft, auch dieses Mal nicht!
J hat uns mal wieder beide besiegt, wenn auch nur mit einem einzigen Punkt Vorsprung. Die kann das einfach irgendwie. Ich hab mir echt so Mühe gegeben. Aber ich kacke immer ab, wenn es um diese Ziele geht, die in den Szenarien auf dem Plan ausliegen. Ich verlier das irgendwie immer aus den Augen.
Danach hat sich dann noch die "neue" Katze auf dem Tisch geräkelt. (Fällt das auf, dass ich das eine Bild ein bisschen vergrößern musste, nachdem ich C da raus geschnitten habe, wie sie das Tier knuddelt? Ich will ja keine Leute im Internet haben! Nee, oder? Ist eh etwas unscharf-verwackelt, weil das 24-120/G zwar VR kann, aber wenn das Subjekt sich bewegt, hilft das halt auch nicht.) So ein süßes Tier, und irgendwer wollte die wegen Leckage einschläfern lassen. Ja gut, der Teppich ist halt hinüber, aber das gehört sich doch nicht. Wenn die mal alt werden und ins Heim kommen, werden die dann auch zum Tierarzt gebracht, wenn sie mehr als zwei Tenas am Tag brauchen?! Echt jetzt! Geht doch nicht! Arme Katze!
Und das war das. Danach sind wir heim und hatten noch Hunger auf Eis und deswegen am R vorbei und haben noch was aus dem Automaten gezogen, aber auch daraus habe ich noch einen eigenen Eintrag gebaut. Ich bin heute echt effizient! Naja. So oder so ähnlich kriege ich jedenfalls das Wocheende überbrückt, ab dem wir nicht da sind. Ein hoch auf die automatische Veröffentlichung zum eingestellten Termin!
16.8. (1/3): So, Kinners, haltet euch fest, es sind wieder so 50 Bilder geworden. Ich fasse mich dementsprechend kurz! Jedes Jahr kann man sich in Mondorf direkt am Rhein die vintage cars, auf Deutsch auch "Oldtimer" genannt, anschauen, und jedes Jahr sind wir da. Weil, dann ist C nicht so weit, man kann sich treffen, klönen und gleichzeitig haufenweise Fotos schießen und überhaupt, meinen Bruder haben wir auch kurz getroffen. Und es riecht hier immer so lecker nach altem Öl und frischen Abgasen.
Aber, wie man sieht, gibt es zwischendurch auch immer ein paar andere Stände: Dieser hier verkaufte zB frische Erdbeeren. Als Stärkung zwischendurch. Auch nicht falsch. Aber nebenan gab es halt auch noch ein paar Trödel-Stände, dazu aber später mehr.
Apropos Trödel, wie man vielleicht sehen kann, oder auch nicht, hatte ich die D700 dabei. Die ist ja auch schon ein bisschen älter und vom Flohmarkt, passte also hervorragend. Vorne drauf hatte ich allerdings das 24-120/4G montiert, einfach der Einfachheit halber. Dann bin ich nicht die ganze Zeit mit Objektivwechsel beschäftigt und die Verzwerrungen, die das macht, fallen hier bei den Autos nicht so auf. Bzw machen das ganze sogar noch interessanter! (Bräuchte doch mal ein Fischauge.) Nebenbei hatte ich allerdings auch noch die Nikkormat dabei. Ein paar s/w-Bilder von so einer Veranstaltung müssen schließlich auch sein.
"Später" bedeutet natürlich wie immer "im erweiterten Eintrag", also wer sich nicht von einer etwas verlängerten Ladezeit ob der vielen, vielen Fotos abschrecken lässt, der möge klicken! Alle anderen: Was macht ihr hier?! "Classic Cars Mondorf 2026" vollständig lesen