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Fed 3 mit Industar 61A

Was ist hübscher als eine alte sowjetisch/ukrainische Sucherkamera aus den 1960ern? Kaum etwas, ist meine Meinung. Bei diesem Exemplar, das ich letzten Samstag auf dem Rheinauenflohmarkt in Bonn habe mitgehen lassen dürfen, handelt es sich scheinbar um das Modell Fed 3b (oder evtl. eine Fed 3L?) mit einem Industar 61 53/2.8 Objektiv dabei. Beides sah sehr gut erhalten aus, nur ein bisschen staubig und jemand hat mal wieder am Belichtungszeit-Knöpfchen gedreht, ohne die Kamera vorher aufzuziehen, weshalb der Pfeil nicht mehr auf die richtige Zeit zeigt, aber ansonsten könnte sie fast schon so gerade vom Band gefallen sein. OK, die Belederung hinten löst sich leicht, an der stelle, an der man das gute Stück unweigerlich anfasst, aber das ist ja normal. Der Sucher mitsamt des Rangefinders funktioniert brauchbar gut, die Bilder passen nicht 100%ig übereinander, aber mehr als ausreichend, um richtig scharf stellen zu können.


Auch von innen sieht das gute Stück sehr gut aus: Der Tuchverschluss (beide) ist lochfrei, was bei dem Alter schon gar nicht mehr so häufig zu sein scheint. Die Mechanik des Filmtransports läuft ziemlich brauchbar. Die Andruckplatte und die Schienen sind sauber und unverkrazt und sogar ohne Fingerabdrücke - noch, ich möchte diese Kamer nämlich tatsächlich auch benutzen, somit habe sie bereits mit einem passenden Foma 200 ausgestattet und auch bereits ein paar Bilder geschossen. Dabei ist mit aufgefallen, dass der Filmtransport manchmal etwas hakelig ist, der Auslöser ist vereinzelt nach einem ganzen Dreh am Transporthebel noch nicht gespannt, sodass ich noch ein kleines Stückchen mehr drehen muss. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob der Hebel überhaupt als "full stroke" ausgelegt ist, oder ob man tatsächlich eigentlich zwei "half strokes" machen sollte. Hm, irgendwo gibt es doch sicher eine Betriebsanleitung. Egal, es scheint jedenfalls alles soweit zu funktionieren und ich bin auf die Bilder gespannt, die ich damit machen werde.


Was kann ich ansonsten über die Fed 3 erzählen? Nunja, nicht viel mehr, als ich aus dem Internet weiß und was man bei genauer Betrachtung des Top Decks sehen kann: Die Belichtungszeiten gehen von B über 1s bis zu 1/500s. Wobei die 1/30s (Blitzsynchronzeit) aus der Skala heraus fällt und zwischen B und 1s liegt. Es gibt das übliche Zählwerk rund um den Spannhebel, den man manuell zurücksetzen kann. Rund um den Auslöser ist eine Krone, mit der man die Walze mit den Transporthaken lösen kann, um den Film zurückspulen zu können - ob man auf diese Weise auch Doppelbelichtungen hin bekommen kann, weiß ich nicht. (Wie war das mit "irgendwo muss es doch eine Anleitung geben?" ;-))

Das Mitgelieferte Industar 61 ist der übliche Tessar-Nachbau, soweit ich weiß, 4 Elemente, 3 Gruppen. Dieses würde sich recht problemlos austauschen lassen, denn die Kamera verfügt über den einigermaßen weit verbreiteten M39-Schraubanschluss - leider wohl nicht ganz Leica-kompatibel, aber wer kann sich die Objektive schon leiste?! Welche Version ich da genau habe, also wie viele Blendenlamellen und Hastenichgesehen, was die Sammler alles unterscheiden, kann ich nicht sagen, ich habe es noch nicht nachgezählt. Hauptsache, ich teste das Teil erst mal. Ich erwarte allerdings die übliche, brauchbare Bildqualität, die ich von diesen Objektiven auf M42 gewohnt bin, schließlich handelt es sich um mehr oder weniger das gleiche Design. Auch das Objektiv scheint übrigens mechanisch in gutem Zustand zu sein, nur habe ich nach der Reinigung einen leichten Schmier auf der Innenseite der Fokuslinse gesfunden, den ich vorher nicht sehen konnte. Hat auf dem Flohmarkt wahrscheinlich zu lange in der Sonne gelegen und das Blendenfett hat sich verflüssigt. Es lohnt sich aber nicht, es dafür auseinander zu nehmen, die Verschmutzung ist nur ganz am Rand und sollte nur minimal den Kontrast beeinflussen. Kratzer habe ich keine gesehen, weder auf der Front- noch auf der Rücklinse.


Ansonsten kann man über diese kleinen aber einigermaßen mächtigen Sucherkameras nicht viel sagen. An sonnigen Tagen einfach auf f/16 stellen, den Fokus kurz vor unendlich, und schon kann man einfach dahin knipsen, ohne sich groß mit irgendwas beschäftigen zu müssen. Oder, man macht das so aufwendig wie ich, und verwendet den eingebauten Entfernungsmesser und weitere Blenden (was bei einem ISO 200 Film und einer minimalen Zeit von 1/500s meist bei f/5,6 endet) und versucht ein bisschen Unschärfe im Bild zu haben. Aber auch in diesem Modus ist die Bedienung kinderleicht. Mehr als Sunny 16 muss man eigentlich nicht wissen, auch wenn ich zur Absicherung und an den dunkleren Stellen unter Bäume oder im Schatten von Häusern dann doch mal das Handy und die Belichtungsmesser-App zücke. Bei einigermaßen gleichbleibenden Lichtverhältnissen hingegen: Einmal einstellen und vergessen.

Die Bedienung geht also schon mal recht leicht von der Hand. Man muss sich nur merken, dass wie so oft bei alten Ostblock-Objektiven die Blende ganz vorne eingestellt wird - wie bei Olympus, was mich immer wieder fragen lässt, wer da von wem abgeschaut hat. Bietet das einen Vorteil, ist das so einfacher zu bauen? Ich weiß es nicht. Solange es funktioniert, sag ich mal, ist alles gut. (Würde mich halt nur mal interessieren.)

Fazit: Insgesamt habe ich hier glaube ich ein ganz hübsches Exemplar in einigermaßen funktionstüchtigem Zustand erworben. Die Bereitschaftstasche war auch dabei und das Leder ist noch einigermaßen geschmeidig und die Nähte reißen nicht auf, was wohl darauf hindeutet, dass diese Kamera auch nicht allzu schlimm gelagert wurde. Also wohl eher kein Dachbodenfunde, der 40 Jahre vergessen in Hitze und Kälte herum gelegen hat. Was ja auch das restliche Aussehen der Kamera bestätigt. Habe ich zu viel bezahlt? Wahrscheinlich sind 40 Euro tatsächlich mehr, als ich bei eBay ausgeben würde, um dieses Modell zu bekommen. Aber hier auf dem Flohmarkt konnte ich mich wenigstens vorher ansehen, ob alles einigermaßen funktionstüchtig ist. Und wenn ich sehe, was die für den laufenden Meter Stand bezahlen müssen, das ist ja schlimmer als die eBay- und PayPal-Gebühren! Werde ich in Zukunft Ausschau nach anderen M39-Objektiven halten? Wenn die Kamera sich als voll funktionstüchtig erweisen sollte, wäre ein Weitwinkel und ein kleines Tele vielleicht tatsächlich interessant!

Blankenberg durch das Auge einer X100T

Als erstes Mal vorne weg: Ich wusste es nicht, aber ich hatte ja schon so ein Gefühl, weil die X100V ja jetzt auch schon wieder vier Jahre oder so alt ist, aberFuji wird tatsächlich am Ende dieses Monats die X100VI herausbringen. Es haben sich also genügend Leute gefunden, die die vorhergehenden Versionen gekauft haben! Das ist sehr shcön, denn nachdem ich diese kleine Kamera jetzt eine Weile benutzt habe, ist sie mir ein bisschen ans Herz gewachsen und ich möchte sie eigentlich gar nicht wieder zurück geben! Werde ich natürlich trotzdem. ;-) Leider habe ich aber keine 1800 Euronen, um die neue zu kaufen, die mir tatsächlich als eine brauchbare Evolution der bisherigen erscheint, mit dem ganzen modernen Schnickschnack, den man heutzutage halt in eine Kamera einbaut. (40MP sind vielleicht ein bisschen übertrieben, würden aber sicher beim Croppen helfen, wenn die Schärfe des Objketivs stimmt - das auf der T ist ja schon ganz brauchbar! Der schwenkbare Bildschirm fehlt mir an der T tatsächlich manchmal, wenn man einen auf Waist Level Finder machen will. Der ganze AI-Kram, der gerade so modern ist, hingegen... ich bin ja schon immer so ein Typ von Fotograf gewesen, der eher klassisch unterwegs ist und mehr auf die eigene Intelligenz als der der Technik vertraut.)

So, aber bevor das jetzt zu einem Werbe-Dings wird - möchte mich die Firma Fuji nicht vielleicht gerne mal sponsorn?! Ich würde auch gerne weiter positive Sachen über diese kleine Kamera sagen! ;-) -, hier meine Bilder und Erfahrungen, die ich letzte Woche in Blankenberg bei eher bescheidenem Wetter sammeln konnte:


Ich habe da mal eine kleine Serie von verfügbaren Filteroptionen gemacht, auch wenn es jetzt im Winter eher nur subtile Unterschiede produziert hat. Es ist gerade eben nicht so besonders bunt draußen. Das müsste ich mal bei mehr Licht machen, wenn der Frühling so richtig ausgebrochen ist. Aber auf dem großen Mosaikbild da oben haben wir die Burg Blankenberg in folgender Reihenfolge: Erste Zeile - Provia/Standard, Velvia, Astia; zweite Zeile - Classic Chrome, Pro Negative High, Pro Negative Low; Untere Zeile - Schwarzweiß, S/W mit Gelbfilter, Sepia. Und ja, da sind tatsächlich kleine Unterschiede zu sehen und wenn man sich noch an die gute alte Zeit der Farbfilmfotografie erinnert, erkennt man die Farben vielleicht sogar wieder. Also, zumindest den unterschied zwischen Provia und Velvia ist durchaus erkennbar. Die S/W-Programme sind mir hingegen nicht kontrastig genug. Hier würde ich gerne, statt oder zusätzlich zu den verschiedenen Farbfilter-Simulationen, eine Option für Push- oder Pull-Effekte sehen. Also z.B. könnte man hier gut den Look eines Ilford Delta 3200 einbauen, mit seiner Grobkörnigkeit und heftigen Kontrasten. (Spätere Kameras der Serie erlauben wohl eigene Profile, aber ob die sowas können, weiß ich nicht.) (Ich seh gerade, die haben zumindest "Filmkörnung" als Option eingebaut. Cool!)


Ansonsten bin ich wieder durchweg bei dem Standard-"Film" geblieben. Ich denke, das passt auch ganz gut zu den Motiven. Die Farben sind satt und nicht zu übertrieben. (Im Zeitalter der digitalen Nachbrarbeitung haben wir uns ja doch sehr daran gewöhnt, das Fotos immer sehr bunt daher kommen und den ganzen Fabrraum ausnutzen. Das war früher nunmal nicht immer so; da konnte das Labor zwar noch ein bisschen bei der Ausbelichtung aufs Fotopapier an den Farben spielen, aber im Prinzip kriegte man nur das, was auf dem Begativ war.) Diese Provia-Einstellung gefällt mir eigentlich ganz gut für die meisten Motive, die ich an diesem Tag eingesammelt habe. Die Christrosen hätte ich vielleicht mal mit dem leicht bunter wirkenden Velvia machen sollen.

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Fujifilm X100T

Keine Angst: Ich habe nicht schon wieder sinnlos Kameras bei ehBlöd gekauft. Nein, diese kleine Schönheiz gehört unserer guten Freundin C, die sich großzügig bereit erklärt hat, mir die für eine unbestimmte Zeit zu leihen. (Die selbe gute Freundin, die mir letztens schon ihre 400D ausgeliehen hatte.) Bei ihr liegt die wohl nur in der Schublade, da geht nur der Akku kaputt. Deshalb werde ich sie jetzt mal ein bisschen misshandeln.


Vor allem, weil C sowas sagt wie, dass ihr die zu kompliziert sei. Und das kann ich direkt mal auf den ersten Blick bestätigen: Die Menüs sind zwar schön aufgeräumt und erinnern mich vom Layout her ein bisschen an die der Canon, aber was die einzelnen Punkte bedeuten, ist nicht immer direkt verständlich. Zudem lassen sich praktisch alle Tasten mit irgendwelchen Shortcuts belegen - also nicht nur der eine kleine Button, der mit Fn beschriftet ist. Dem habe ich jetzt mal "abblenden" zugewiesen, weil ich das tatsächlich hin und wieder mal brauch. Aber auch die Cursor-Tasten sind belegbar, was manchmal ein bisschen hinderlich ist, wenn man aus versehen dran kommt.

Das ist sowieso ein Thema bei dieser Kamera: Von der Größe her ist sie eben eher klein. Also, sehr klein, für meine riesigen Männerpranken. Soll heißen: Bei der Canon verstelle ich mir ja schon unbewusst immer irgendwas, aber hier ist irgendwie so gar kein Platz für meinen rechten Daumen. Ständig hänge ich an irgendeiner Sonderfunktion fest. Hat umgekehrt natürlich den Vorteil, dass praktisch alle Tasten einwandfrei erreichbar sind, man sich also nicht allzu sehr anstrengen muss, um irgendwo hin zu gelangen, bzw. auch nicht den Blick vom Sucher nehmen muss, wenn man erst mal auswendig weiß, was wo ist.

Die eigentlich wichtigste Taste an dieser Kamera scheint mit die mit dem Q für Quick Menu zu sein. Denn hier hat man alle wichtigen Einstellungen auf einmal im Blick. Dann kann man mit rechts/links/oben/unten navigieren und mit dem Drehrad (das meinen fetten Flutschefingern auch ein bisschen zu klein geraten ist) die Einstellung anpassen. Etwa ISO. Rechts und links ist dabei für mich alten Nikonianer mal wieder vertauscht, aber man gewöhnt sich an alles. Lässt sich glaube ich auch umstellen.


Was ich peinlicher Weise etwas länger gesucht habe, war der manuelle Fokus. Der lässt sich vorne am kleinen Schiebeschalter einstellen: M wie manuell, C wie kontinuierliche Messung und S wie Single Fokus. Eigentlich ganz einfach. Natürlich ist der Fokusring nicht "echt", also nicht mechanisch. Stattdessen rattert der Fokusmotor hörbar hin und her und stellt mit einem winzigen, aber dennoch wahrnehmbaren Lagging das Objektiv ein. Auf C hat mich die Kiste ein bisschen verwirrt, weil sie auch bei unbeweglichen Objekten ständig hin und her fokussiert. Warum? Ich nehme an, das ist ein Kontrast-Aotofokus, keine Phasenmessung. Die Kamera weiß also nicht, in welche Richtung sie drehen muss. Ähnliche Probleme habe ich mit meinen "großen" Kameras in Life-View manchmal auch.

Mit dem manuellen Scharfstellen habe ich mich übrigens noch nicht angefreundet, ganz besonders im Nah- bis Makro-Bereich. Das bedarf wohl noch ein kleines bisschen weiterer Übung. Bis dahin verwende ich weiter wie an allen anderen Kameras auch den Single Fokus mit dem Messpunkt in der Mitte. Das funktioniert mit dem Bildschirm auf der Rückseite hervorragend. Da es sich aber eigentlich um eine Sucherkamera handelt, kann man natürlich auch den Sucher benutzen. Und der wartet mit ein paar Tricks auf: Betätigt man den kleinen Hebel vorne an der Kamera, kann man zwischen "nur optischer Sucher", "nur digitaler Sucher" und "gemischt" (s.o., letztes Bild in der unteren Reihe) hin und her schalten. Gerade letzterer Modus hat faszinierende Anwendungsmöglichkeiten und bietet für mich tatsächlich eigentlich alles, was man braucht. Während der optische Sucher ganz normal funktioniert und einem auch alle wichtigen Infos wie Blende, Zeit und vor allem den parallaxen-korrigierten Bildausschnitt anzeigt, wird unten rechts ein Stück des digitalen Suchers eingeblendet, der zur Begutachtung der Schärfe eine Vergrößerung des verwendeten Autofokus-Messpunkts anzeigt. Ziemlich cool!

Was mich dann zum eigentlichen Fotografierten bringt: Man kann die Kamera praktisch in Vollautomatik betreiben, indem man das ISO auf Automatik stellt, dann sowohl die Zeit als auch die Blende auf A dreht. Dann hat man effektiv einen Programmmodus mit Auto-ISO. Und in dieser Betriebsart macht die Kamera gute Bilder, verbunden mit der einfachen Bedienbarkeit, wie man sie in einem Handy hat. Einfach drauf halten und abdrücken - passt. Ich denke, das es sich dann praktisch um eine kleine Spaß-Kamera handelt, die hauptsächlich ein besseres Objektiv zu bieten hat als ein Mobiltelefon, kombiniert mit einem größeren (APS-C) und somit empfindlicheren Sensor. Aber das macht sie eben noch nicht zu etwas Besonderem.


Interessant wird es nämlich erst so richtig, wenn man diese Automatiken der Reihe nach abschaltet: Zuerst mal das ISO, welches bei 200 beginnt (100 unkalibriert) und bis 6400 geht (zusätzlich 12800 bis wahnsinnige 51200 in der Erweiterung). Dann die Blende, die von f/2 bis f/16 reicht, und schließlich könnte man noch in den völlig manuellen Modus übergehen und noch eine Zeit bis minimal 1/4000s wählen. Das ist schön schnell, sodass man auch bei kräftigem Sonnenlicht noch offen fotografieren kann und so trotz der geringen Brennweite von 23mm (Kleinbild-Äquivalent ca. 35mm) noch ausreichend Separation zwischen Vorder- und Hintergrund bekommt, zumindest wenn man nah genug an sein Motiv ran geht. Die Naheinstellgrenze ist recht nah, auch wenn ich jetzt nirgends einen tatsächlichen Wert gefunden hätte. Das ISO-Testbild von der Parkscheibe unten ist auf vielleicht 20cm aufgenommen. Also definitiv ausreichend.

Apropos ISO: Bei 12.800 ist eigentlich noch alle ganz in Ordnung. Das kann man im Zweifel tatsächlich verwenden. Damit sollten Bilder in dunklen Innenräumen (Restaurant, Club) durchaus machbar sein, wenn man nachher mit ein bisschen Rauschen leben kann. Darüber würde ich aber nicht gehen, denn am Ende zerfällt das Bild in einzelne Blöcke von Farbrauschen und kriegt zudem Streifen. (Da kann man dann erkennen, dass der Sensor wohl in rechts-links-Richtung ausgelesen wird. ;-))


Aber bei "normalen" Emfindlichkeitseinstellungen sehen die Bilder durchweg gut aus. Vielleicht ein bisschen zu sehr kontrastig, was leider ein bisschen an den typisch-überschärften Eindruck eines Knipsomaten erinnert. Aber das liegt vielleicht auch an der Standard/Provia-Simulation, die ich für diese Testbilder nicht geändert habe. Das ist nämlich das kleine Ass im Ärmel dieser Kamera: Wenn man das echte Retro-Feeling einer Sucher-Kamera haben will, kann man sich verschiedene Filme simulieren lassen. Das mag eine Spielerei sein, und ich habe mich auch noch nicht damit beschäftigt, aber als witziges Gimmick auf jeden Fall brauchbarer als der bekloppte Sepia-Filter, den so ziemlich jede andere Knipse zu bieten hat. Wenn das Wetter mal etwas besser wird, werde ich mich da mal ausgiebiger mit beschäftigen, denn das ist glaube ich das einzige Argument, das tatsächlich für so eine Kamera spricht. Vor allem sollen die neueren Modelle ja auch noch mehr Möglichkeiten diesbezüglich bieten. (T steht für "third", also die dritte Version, nach S für "second" und der originalen ohne Zusatz. Und danach kamen noch F für "fourth" und weil "fifth" halt auch mit dem gleichen Buchstaben anfängt, hat Fuji sich da für das römische Zahlzeichen V entscheiden. Die haben auch irgendwas geraucht in dem Laden! :-D)

Versteht mich nicht falsch: Die Kamera ist ziemlich gut und für das, was sie ist, finde ich sie eigentlich total geil! Aber rechtfertigt das einen Neupreis von 1200 Euro (UVP) in 2014. Das war damals ein Haufen Geld und gebraucht ist sie auch heute noch gut noch die Hälfte wert. Die aktuelle T100V wird gar für 1500 Öcken neu verkauft! Dafür würde man auch ein Nikon Z 5 bekommen und hätte noch genug Geld für eine passende 35mm Festbrennweite, dann aber mit den Vorteilen einer Vollformat-Kamera mit Wechselbajonett. Finanziell macht so eine Kamera also keinen wirklichen Sinn. Der Coolness-Faktor ist natürlich bei der Fuji höher und die Handhabbarkeit ist vielleicht auch ein Argument, kann man das Ding schließlich einfach in die Westentasche stecken und hat dann eine sehr gute Kamera immer griffbereit. Reicht das, um sich von einem modernen Handy abzuheben? (OK, die Dinger mit anständiger Foto-Funktion sind mittlerweile ja auch schon preislich in Bereichte vorgedrungen, die sich kein vernünftiger Mensch mehr leisten will.) Das muss am Ende tatsächlich der Markt entscheiden. Immerhin baut Fuji diese oder entsprechende Kameras jetzt seit 2011 und es scheinen sich entsprechend genügend Käufer gefunden zu haben.

Ich für meinen Teil werde mein endgültiges Fazit noch hinauszögern, bis ich die Chance hatte, das schnuckelige kleine Stück Hochtechnologie in guten Lichtverhältnissen zu testen. Wenn ich dem Wetterbericht glauben schenken darf, wird das aber noch ein paar Tage dauern. Bis dahin muss ich versuchen, den Deckel immer brav wieder aufs Objektiv zu stecken, denn: Warum hat sich Fuji ausgerechnet das Filtergewinde gespart!? Auf sowas gehört ein UV- oder Skylight-Filter als Schutz drauf! Ehrlich, echt jetzt!

Canon 700D mit EF 50mm 1:1.4

Vor einiger Zeit hat D aus dem Trekdinner Bonn angekündigt, dass er seine Canon EOS 700D abgeben möchte, mitsamt aller Objektive, die er dafür hat. Die Kamera immer mit sich rum zu schleppen, das wäre ihm zu schwer geworden. Kann ich gut nachvollziehen, ich renne ja auch immer mit irgendwelchem Gear durch den Wald. ;-) Jedenfalls hat er sich da vertrauensvoll an die Foto-Begeisterten Mittrekkies gewendet. Und ich nehm ja echt alles. ;-)


Eigentlich wollte ich ja nur das kleine EF 50mm 1:1.4 haben, das er ebenfalls im Angebot hatte. Das passt nämlich ganz hervorragend zu meiner Canon EOS 10s, die ich in meiner Sammlung habe. Was mich dann im Endeffekt dazu verleitet hat, die Kamera gleich mit zukaufen, obwohl die ja "nur" einen Crop-Sensor hat, war der herausragende Zustand! Die Kamera ist gut 10 Jahre alt und sieht aus, als wäre sie gerade aus der Fabrik gekommen. Ich gebe ja schon immer Acht auf mein Foto-Equipment, aber kleine Blessuren passieren ja schon mal. Die hier sieht aus, als ob sich sich wirklich gerade erst aus der Verpackung geschält wäre. Dabei hat sie aber schon ca. 19.500 Klicks hinter sich. Das ist ja eigentlich gerade erst "eingefahren", sollte also bestimmt noch mal 80.000 weitere Klicks halten. Bei meinem durchschnittlichen Foto-Aufkommen also so ca. 5 Jahre. ;-) Ok, ich werde die Nikon jetzt sicher nicht in die Ecke legen und nicht mehr nutzen, aber da die Canon sehr viel kompakter und leichter ist, werde ich sie für bestimmte Dinge sicher bevorzugen, zB im Sommer mit dem Rad und sowas.


Was lässt sich technisch zu der Kamera sagen? APS-C Sensor mit 1,6x Cropfaktor hatte ich ja oben schon angedeutet. Baujahr ca. 2013, also schon etwas älter, kann aber standardmäßig eine Empfindlichkeit von ISO 100 bis 12.800 und wenn es unbedingt sein muss auch noch eine EV schneller, was ich aber mit dem lichtstarken 50mm drauf wohl niemals brauchen werde. Die üblichen Belichtungs- und Motiv-Programme, die ich wohl auch niemals verwenden werde, kann sie natürlich auch. 5 Bilder pro Sekunde ist für mich auch eher uninteressant, ich mache ja hauptsächlich Landschaft und Portraits, keinen Sport. Der Autofokus ist Canon-typisch etwas besser als bei Nikon, habe ich den Eindruck, auch wenn ich da wahrscheinlich demnächst auch auf eine klassische reine Mittenmessung umstellen werde, da habe ich einfach mehr Kontrolle. Der Monitor ist klapp- und schwenkbar, das ist in manchen Situationen sicher hilfreich, aber für mich alten Sucher-Nutzer auch kein Muss. Aber der kann Touch, was zum Navigieren der Schnelleinstellungen ganz hilfreich ist. Mit einer kürzesten Belichtungszeit von 1/4000s ist sie im Mittelfeld unterwegs. Daneben kann sie noch den üblichen Kram wie Full HD Videos und sowas, was aber auch völlig uninteressant für mich ist. Ich mache ja nur Fotos, oder zumindest fast nur. ;-)


Der erste Eindruck ist gut: Die Kamera liegt gut in der Hand, obwohl sie für meine Pranken eher etwas zu klein ist. Der An-Schalter ist Canon-typisch oben neben dem Modus-Rad, wo ich ihn immer verzweifelt suche. Es gibt nur ein Drehrad, sodass man im manuellen Modus zum Einstellen der Blende noch eine zweite Taste als Modifyer mit drücken muss, was ich etwas umständlich finde. Ich weiß allerdings nicht, ich glaube, in der Mittel-Cropsensor-Klasse hatten die Nikons (3000er, 5000er, 7000er Serie) das zu der Zeit auch so. Die Bilder sind knackig bunt, für meinen Geschmack manchmal etwas zu bunt und nicht subtil genug. Im Restaurant gestern tendierten sie etwas stark in die rote Richtung. Das lässt sich aber sicher mit etwas Spielerei am Weißabgleich noch ändern. Jetzt gerade im wolkenverhangenen Garten, als ich die Beauty Shots gemacht habe, sah das ganz OK aus. Ich mein, klar, indoors bei Kunstlicht sind alle Kameras verwirrt, da macht meine D800 meist zu grüne Bilder; das ist also alles relativ. In solchen Lichtsituationen sollte man dann tatsächlich RAW gehen, wenn es drauf ankommt.


Ansonsten finde ich es sehr nett, dass D mir einen extrem fairen Preis für das Bundle gemacht hat. In dem Zustand war das wirklich gut. Ich werde sie jetzt mal immer im Mix mit meiner Nikon benutzen und dann werden wir ja sehen, welche die "besseren" Fotos macht. Das Objektiv ist jedenfalls schon sehr beeindruckend, das macht Klasse Bilder. Da würde ich sagen, dass die Qualität dem Nikkor AF-S 50mm 1:1.8 G sehr ähnlich ist, das ältere AF 50mm 1:1.4 vielleicht ein bisschen schlechter ist. Diese Vergleiche sind allerdings sehr relativ, da ich die Ecken und Kanten nicht wirklich vergleichen kann, da die Canon ja keinen Vollformat-Sensor hat. Das müsste ich mal mit der D5 von C testen, wenn die mich das mal machen lässt. Aber auch so ist es eigentlich perfekt geeignet für mich, denn durch den Crop-Faktor bekomme ich praktisch eine sehr schöne Portrait-Brennweite von ca. 80mm (KB äquivalent). Und das merke ich auch in den Fotos vom Trekdinner. Die ich hier allerdings nicht ausstellen möchte, weil: Leute drauf! ;-) Stattdessen hier noch ein paar Bilder aus dem verregneten Garten:


Wie man sieht, die sehen alle schon ganz ordentlich aus. Gefallen mir durchweg sehr gut. Kann ich auf jeden Fall mit arbeiten. Habe auch recht wenig nachbearbeiten müssen, die Belichtungsmessung bei Canon ist definitiv anders als bei Nikon. ;-) Erinnert mich mehr an die Bilder, die aus der Z fc raus kommen als das, was die D800 und die D610 produzieren. Wie gesagt, es fehlt ein bisschen die Subtilität, die ich an den "großen" Vollformat-Nikons so schätze. Aber das ist wahrscheinlich Geschmackssache und/oder Gewöhnung. Die D100 war auch etwas kräftiger in den Farben und beim Kontrast, was ich da immer auf die ältere CMOS-Technik geschoben habe. Aber vielleicht ist das tatsächlich eine Design Choice von Nikon, dass die neueren und in der Hierarchie weiter oben angesiedelten Kameras eine flachere Kontrastkurve produzieren. (Hier sind wir wieder bei einem inhärenten Problem der Digital-Fotografie angelangt: Was am Ende auf der SD-Karte landet, hat einiges an Processing hinter sich und entspricht nur noch bedingt dessen, was durch die Linse auf den Sensor projiziert worden ist.) Hier noch drei unverfängliche Bilder von gestern, bei denen ich aber noch ganz kräftig an den Farben gedreht habe, bevor sie hier gelandet sind:


Fazit: Schöne Kamera. Wenn man die irgendwo günstig auf einem Flohmarkt oder im Internet findet, kann man recht bedenkenlos zugreifen. Natürlich gelten die üblichen Einschränkungen beim Gebrauchtkauf, aber von der abgelieferten Bildqualität her kann ich mich echt nicht beschweren. Und das sage ich als alter Nikonianer. :-D Bleibt zu hoffen, dass ich mich immer daran erinnere, welche Objektive man in welche Richtung drehen muss! ;-)

Übern Berg mit 'ner Canon

Voll das Dilemma: Ich habe da noch Bilder von der Weihnachtsorgie in Wesel, die ich eigentlich noch dieses Jahr raus werfen wollte, andererseits habe ich gestern so schöne Bilder mit Cs alter 400D gemacht, die ich ja heute zurück gebe, die möchte ich eigentlich nicht noch auf einen anderen Tag verschieben! ;-) Ich habe mich also für die aktuellen Fotos entschieden; die anderen sind ja mittlerweile eh veraltet und können somit ruhig noch ins neue Jahr verschoben werden. Fängt das auch gleich richtig besinnlich an! :-D

So, jetzt aber zu den Bildern aus der Canon. Wie ich ja bereits berichtet hatte, sind die eigentlich ganz annehmbar, dafür dass die Kamera ja gerade so ein haarbreit über dem, was ich hier als 4k-Auflösung verkaufe, kann. Also gerade so ausreichend für meine Zwecke. Bei der relativen Lichtschwäche des kleinen EF-S 18-55mm 1:3.5-5,6 habe ich wieder hauptsächlich Offenblendenfotos gemacht. Mit dem Unterschied, dass heute zumindest zeitweilig mal die Sonne hinter den Wolken hervor gekommen ist und ich dementsprechend das ISO auf 100 stellen kann. Das ist der Wert, bei dem man diese Kamera wahrscheinlich verwenden soll. Bis 400 ist OK, 800 geht auch noch, aber alles darüber ist dann doch ein bisschen viel verlangt. Was man auch daran sehen kann, dass die sich ja gar nicht auf noch viel größere Werte einstellen lässt.


Aber wie gesagt, es gab mal etwas Licht, daher sehen die Bilder auch gleich viel kontrastreicher aus. Ich mein, es ist noch immer Winter da draußen, man kann also keine Wunder erwarten. Besonders in den dunklen Ecken ist die Helligkeit manchmal nicht ganz ausreichend und die Bilder wirken wieder ein bisschen fahl und farblos, sodass ich in der Post ein bisschen nachgeholfen habe. Vielleicht, wenn ich mich ein bisschen länger mit dem Ding beschäftigen würde und mal einen anderen Belichtungsmessermodus probieren täte - die Bilder sind alle mittenbetont gemessen, teilweise mit Messwertspeicher -, hätte ich wohl noch was raus holen können. Aber es ist, wie es ist, und für 17 Jahre alte Technik kann man echt nix sagen.


Einzig und alleine das Objektiv ist mit offen ein bisschen zu weich. Nun sag ich da so, als würde Abblenden helfen. Tut es auch - aber eben nur ein bisschen. Vielleicht tue ich dem Ding ja auch unrecht und es liegt am Sensor, kann ja sein, oder die Fokusebene ist vielleicht auch etwas verstellt, oder der Autofokus an sich ist nicht der Beste. Aber alles in allem, für ein Objektiv, dass ja extra für einen Sensor in APS-C-Größe gerechnet wurde, finde ich die Bilder allesamt ein bisschen zu weich, auch für ein kleines Kit-Zoom und gerade bei den veranschlagten Lichtwerten, die da drauf gedruckt sind. OK, vielleicht sind meine Ansprüche auch einfach zu hoch...

Nachdem ich jetzt das Objektiv ein bisschen gedisst habe, könnt ihr ganz entspannt auf den "erweiterten Artikel" klicken. Ich habe nämlich nichts desto trotz 100 Fotos gemacht. Man muss das Wetter ja ausnutzen! ;-)


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