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Sigma 400mm in Seelscheid (Teil 1 - Entlang der Zeithstraße)

22.1.: Wenn ich ein neues Spielzeug habe, gehe ich manchmal ein bisschen über Bord, wie der Engländer sagt. ;-) So auch, als ich das Sigma Tele bekommen habe. Man muss das ja einfach mal ausprobieren. Daher vorweg eine kleine Warnung: Die folgenden Fotos sind nun nicht unbedingt das perfekte Anwendungszenario für diese Brennweite, aber das sind auch in erster Linie Testbilder. Einfach mal gucken, was das Objektiv kann. Außerdem habe ich ganz ähnliche Bilder mit dem AT-X auf der Sony gemacht, sodass wir hier ein bisschen vergleichen können. Zugegebenermaßen war an diesem Tag, den ich hier heute vorstellen möchte, das Wetter deutlich besser.


Was sofort auffällt: Weniger Vignetierung und besserer Kontrast. Und Schärfe ist auch besser und weniger CA. Das alles erwarte ich aber auch von einem etwa gleich alten Festbrennweiten-Tele. Sigma ist dabei nun aber auch einer der besseren Dritt-Hersteller; Tokina ist zwar OKish, aber halt doch nicht in der gleichen Liga. Was dem Sigma natürlich fehlt, das ist die variable Einsatzfähigkeit; es ist einfach nur eine Tele mit der einen einzigen Brennweite. Und 400mm ist LANG! Man vergisst schnell, wie lang 400 sind. Immerhin das 8-Fache einer 50mm Normalbrennweite. Diese Bilder sind hier also hauptsächlich von der anderen Straßenseite aufgenommen und ich war teilweise noch immer zu nah dran! ;-)


Ein weiterer Vorteil des AT-X ist, dass es einen sehr viel kürzeren Minimalabstand hat. Die Skala des Sigma fängt bei 4 Meter an! Definitiv kein Makro! Und mit 72mm Fiterdurchmesser wird es auch schwer werden, eine passende Nahlinse zu finden! Wer hier irgendwas in Makro machen möchte, braucht wohl einen Verlängerungs-Tubus. Gut, die Dinger sind ja auch nicht so teuer. (Allerdings teurer als das, was ich für dieses Objektiv bezahlt habe. Muss ich da eigentlich zwei Stunden virtuellen Lohn mit einrechnen, die ich eigentlich verdient hätte, während ich diesen Schlodder von Beschichtung von dem Teil runter gewischt habe?)

Weil ich tatsächlich wieder viel zu viele Bilder gemacht habe, trenne ich den Eintrag an dieser Stelle mal wieder auf. Wer also mehr Bilder sehen will oder lesen, wie ich weiter über technische Details daher fabuliere - wofür eine KI benutzen, wenn man selber halluzinieren kann? -, dann bitte auf den "erweiterten Eintrag" klicken. Ach ja, es sind übrigens so viele Bilder, dass ich gleich zwei Einträge gebaut habe. Wie man am Titel auch schon erkennen kann! Einen mit Bildern aus dem Dorf entlang der Zeithstraße, einen mit Bildern vom Friedhof. Immer ein sehr ergiebiges Ziel. Anyways: CLICK! "Sigma 400mm in Seelscheid (Teil 1 - Entlang der Zeithstraße)" vollständig lesen

Schwarz-weiß und analog, Teil 327: Canon T70 im Bonn (hauptsächlich hochkant)

Kentmere 400 #15, 26. Oktober 2025
  • Canon T70, Canon FD 50mm 1:1.8, Tokina 80-200mm 1:4
  • Entwicklung: D-76 Stock #8 21° 15:00 Minuten, Adofix Plus 1+5 #18, 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Mehr Fotos, die ich mit der T70 geschossen habe: Nachdem wir in Mondorf waren, sind wir scheinbar rüber nach Bonn gefahren. Ich weiß gar nicht mehr, was der Anlass war. Ist aber auch nicht so wichtig. Interessanter ist, wie sich die 1980er Canon hier so in der "großen" Stadt geschlagen hat. Langer Rede kurzer Sinn: Lasst uns anfangen!

Geparkt wie immer auf der beueler Seite unter der Brücke, die ich dann auch gleich mal ins Visier genommen habe. (50mm, 1/1000s, f/4.) Die übliche Ansicht des Rheins, die ich ja auch immer mal wieder dabei habe. Die Kamera macht hier alles richtig und die Struktur der Stahlträger unter der Brücke kommt recht gut raus.

Am Anleger der Wasserschutzpolizei waren diverse Fahnen gehisst, die ich auch mal versucht habe, die im Rauschen des Films aber leider ein bisschen absaufen. (50mm, 1/1000s, f/6,7.) Was der schwarze Balken oben im Bild macht, weiß ich allerdings nicht. Habe ich da versucht, wie ich es immer mal wieder tue, mit dem Objektivdeckel das Gegenlicht ein bisschen abzublenden? Dafür ist es aber ein sehr gerader Streifen geworden. Muss also irgendwas anderes vor die Linse


Und dann mussten wir natürlich die Treppe hoch und da habe ich mal das Geländer genauer unter die Lupe genommen. (50mm, unbekannte Werte.) Man beachte unten die leere Amaretto-Flasche (Hmm, Amaretto!) und oben die Person, dick verpackt gegen den Wind! Aber Grundsätzlich mal eine Übung im Fluchtpunktfinden. ;-)

Die Amaretto-Flasche habe ich dann aber noch mal in groß mitgenommen. (50mm, 1/250s, f/8.) Hmmm! Amaretto! Könnte ich auch noch mal ein Fläschchen ran schaffen. Ich trinke ja so gut wie nie Alkohol, aber für Amaretto mache ich gerne eine Ausnahme! Jaja, ich weiß: Pervers! ;-) Besonders diese billige Discounter-Ware. Aber Hauptsache süß und Mandeln!

Dann war da noch das Rathaus. (50mm, 1/500s, f/8.) Wetter war ja nicht so prickelnd, wie man sieht. Trotzdem war der 400er Kentmere vielleicht ein bisschen übertrieben. Der kribbelt so heftig. Aber das ist umgekehrt auch ganz gut so, denn so musste ich die asiatischen Touristen nicht unkenntlich machen. Die beiden waren aber auch wirklich süß, wie sie da standen und mit ihren Handys Selfies mit Rathaus im Hintergrund machten. Aber Hauptsache, ein Andenken mit nach Hause nehmen. Der eigentliche Sinn von Fotos! ;-)


Im Gegensatz zu mir, der wieder seltsame Bilder in seltsamen Winkeln von seltsamen Laternen macht. (50mm, 1/1000s, f/4.) Aber ich bin halt etwas seltsam und mag solche eher abstrakten Bilder. Vor allem, wenn ich sie selber gemacht habe! ;-) Spannender wäre hier allerdings vielleicht eine sehr viel kleinere oder eine sehr viel größere Blende gewesen. in f/4 ist das irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes.

Wenn ich schon hier war, warum nicht auch mal das Geländer am Rathaus selber mitnehmen? (50mm, 1/1000s, f/3,5.) Das ist ganz witzig geworden mit der unscharfen Uni im Hintergrund und vorne auch etwas unscharfem Geländer. Habe ich auch etwas länger dran ausmessen müssen, dass die Säule genau so auf der gleichen Höhe in der Schärfe ist.

Und dann hinter der Uni hinaus auch noch ein bisschen Bilder machen, weil. (50mm, unbekannte Werte.) Gerade scharf genug, dass die Blätter im Vordergrund eben nicht scharf sind. Die Bilder mit dem 50er Canon machen sowieso über alles einen ganz guten Eindruck.


Über dem Einfang zum ehemaligen Studentenbüro (jetzt ist da glaube ich irgendwo die Zahlkasse) findet man diesen Atlanten, der den Balkon hoch hält. (50mm, 1/125s, f/4.) Ist mir früher nie aufgefallen, dass der dieses sanfte Lächeln im Gesicht hat, obwohl er eine eher schwere Last auf dem Rücken mit sich rum tragen muss. ;-)

Quer über den Vorplatz hinweg habe ich dann mal ein Portrait der Uni-Kirche gemacht, gegens Licht und bei der kleinstmöglichen Blendenöffnung, weil ich es kann! ;-) (50mm, 1/125mm, f/22.) Physik ist witzig: Bei f/22 ist das Objektiv deutlich weicher, als man es erwarten würde. Licht ist eine Welle ist ein Teilchen ist eine Welle ist ein Teilchen. Wir leben schon in einer verrückten Welt!

Und dann ist da noch die "Mensa" am Hofgarten. Also, die Container-Sammlung, weil: Deutsches Bildungssystem! (50mm, 1/500s, f/8.) Ist auch nicht besser als der Rest der deutschen Infrastruktur. Wie lang steht dieses Provisorium jetzt schon da rum? Ich weiß nicht, ich glaube, da habe ich noch studiert. Komm, ich fang' gleich wieder an, diese gemeingefährlichen sozialdemokratischen Vorstellungen zu verbreiten!

Dann lieber Maria und ihr Kind angucken. (50mm, 1/500s, f/8.) Regina Pacis. Königin des Friedens. Ich finds aber nett, dass die bei der Renovierungsvorbereitung extra nur für mich ein feinmaschiges Netz davor gehängt haben, damit ich die trotzdem noch einigermaßen fotografieren kann. Ja, wahrscheinlich ist das nur feiner, damit die Kack-Tauben die arme Frau nicht zuscheißen können. Und mal ganz am Rande, ich würde dem Neugeborenen nicht die Weltenkugel als Rassel in die Hand drücken. Würde allerdings den Zustand der derzeitigen globalen Politik erklären.


Vor der Mensa lag auf einem der Lampen-Dingse noch dieser Lappen rum und ich hab mir gedacht, mach'n Foto, schön weit offen, mit den Reihen von Uni-Fenstern im Hintergrund, sieht bestimmt interessant aus. (50mm, 1/1000s, f/2,8.) Und ja: Sieht interessant aus. Was hatten wir da eigentlich für ein Wetter? Das war doch ein 400er, oder? Das sind ja wohl so ungefähr drei bis vier EV von gutem Wetter entfernt! (Ein Fotografenhirn fängt irgendwann an, anders zu denken, stelle ich immer wieder fest!) ;-)

Immer auf der Suche nach dem ungewöhnlichen Winkel und dem seltsamen Subjekt, habe ich dann diesen Starkstromstecker mit genommen, der die Mensaküche mit Energie versorgt, nehme ich an, zumindest. (50mm, 1/250s, f/9,5.) Da waren sie wieder, die f/9,5, die die Halbautomatik so gerne nimmt. Passt aber hier auch ganz gut. Hätte vielleicht sogar noch ein bisschen mehr sein können, denn das unscharfe Kabel stört mich tatsächlich ein kleines bisschen. Aber: Wenn die Auflösung des Films ein bisschen höher wäre, könnte man auch noch lesen, was auf dem Stecker drauf steht, wer den hergestellt hat.

Die Kirche war an jenem Tag ein gern genommenes Motiv, jetzt mal von schräg unten. (50mm, 1/1000s, f/11.) Kurz vor 10? So spät schon? Zusammen mit den Wolken erklärt das auch, weshalb die Belichtungen so sind, wie sie sind. Aber schön eingefasst von Uni-Gebäude und Laub.

Corona ist jetzt schon so lange her, dass die andere Bier-Firma ja eigentlich keine Werbung mehr braucht, aber egal. Wenn da eine Flasche steht, nehm ich sie mit! ;-) (50mm, 1/1000, f/4.) Ich mein, eigentlich war das ja gut, dass das Wetter so bedeckt war, denn so konnte ich wenigstens auf f/4 runter. ich glaube, der 400er war eh Verschwendung, den hatte ich ja eigentlich nur eingelegt, weil ich hin und wieder auch mal das Telezoom benutzen wollte, was ich da nie getan habe.


Noch mal der Kirchturm, dieses Mal mit direkter Sonne im Bild und trotzdem nur mit minimalem Lens Flare. (50mm, 1/1000s, f/16.) Ganz schick so. Erstaunlich, dass das kein Loch in den Film gebrannt hat. ;-)

Das Bild mit den Stühlen hat es tatsächlich in meinen diesjährigen Kalender geschafft. (50mm, 1/250s, f/3,5.) Weiß nicht, ist wieder eines dieser Herbstfotos, die mich einfach ansprechen. Die Geschäftigkeit des Sommers ist vorbei, die Bürgersteige werden hochgeklappt, die Rattanstühle gehen zurück in den Keller. Hätten gerne noch ein paar mehr Blätter rum liegen können.

Und dann verkaufen einem die Bären noch das Münster! (50mm, 1/125s, f/19.) f/19 ist ja schon 'ne eher ungewöhnliche Blende. Aber schon spannend, dass auch bei der kurzen Entfernung (der vordere Bär war scharf gestellt) auch noch das Münster einigermaßen scharf ist. Gut, f/19 ist ja auch echt viel.

Das Münster von der anderen Seite, passt leider nicht komplett in das Sichtfeld des 50ers. (50mm, unbekannte Werte.) Muss auch ziemlich weit geschlossene Blende gewesen sein, denn die Blätter im Vordergrund sind ja schon recht scharf. f/11 vielleicht? Oder irgend was krummes in der Gegend, was sich die Automatik da wieder ausgedacht hat. Ist mir so auch noch nie aufgefallen, dass die da so weit oben noch Natursteine in den Pfeilern verbaut haben... Welche römische Anlage haben die da wohl wieder für recycelt? Kaum zu glauben, dass die mitten im Mittelalter solche Klötze in die Gegend gesetzt haben. Gloria deo! Gloria in excelsis deo! Menschen sind seltsam...


Ich mein, welche anders Spezies käme auch auf die Idee, eine überdimensionierte, wandelnde Handtasche mitten in die Stadt zu stellen? (Kunst!) (50mm, 1/1000s, f/4.) Immer, wenn ich an dem Ding vorbei komme, muss ich einfach ein Foto machen, weil das so surreal ist. Ich mein, in s/w kommt auch diese knallorange Farbe gar nicht rüber! Ich weiß nicht, ob wir hier ein Konsumkritik haben oder nur einfach einen Künstler mit einem seltsamen Sinn für Humor, aber ich bin dabei! ;-)

So, und zum Ende noch mal ein Schild: Andere Seite benutzen, sonst fällt euch die Unirenovierung auf den Kopf! ;-) (50mm, 1/1000s, f/6,7.) Ich weiß ja auch nicht, was ich mit Schildern habe. Ist so ein Ding. Dieses hier ist aber besonders gelungen, finde ich: Schicke Halb-Unschärfe im Hintergrund. Und das Licht der trüben Sonne spiegelt sich im Fußgänger-Verboten. Gut.

Puhja, das ist die Stelle, an der ich normalerweise sage: "Als nächstes..." Ich weiß gerade gar nicht, ich hab noch keinen weiteren s/w-Artikel in die Pipeline gepackt. Ich glaube, der Weihnachtsmarkt und Linz sind als nächstes schon dran. Das Jahr ging rapide zu Ende. Und wir haben jetzt erst Ende Januar, ich habe tatsächlich mal (fast) den ganze Stapel abgearbeitet. Gut, ich habe in '25 scheinbar auch weniger analog fotografiert, als ich sonst schon mal gemacht habe. Merkt man auch an den ganzen, kurz vor'm umkippen stehenden Entwicklerresten im Keller! Naja, schaumama, ob ich in '26 wieder mehr dazu komme. ;-)

Seelscheider Schneereste

15.1.: Dafür, dass ich mit den s/w-Bildern mal langsam hinterher komme, bin ich im Gegenzug mit den "normalen" Digitalbildern mittlerweile schon eine Woche und mehr im Verzug. Deswegen mal schnell noch ein paar, die ich irgendwann an einem Donnerstag in Seelscheid geschossen habe, als auf dem Parkplatz des Discounters mit dem großen A noch die letzten Schneehügel herum lagen. Es war wirklich sehr, sehr kalt in diesem Winter und gleichzeitig auch schneereich, zum ersten Mal seit längerer Zeit. Aber das sagte ich ja schon.


Wie man sieht, hatte ich die Canon noch mal wieder mit, damit die sich nicht langweilt. Ist ja auch wichtig. Und ich habe hauptsächlich bis ausschließlich mit dem 50er fotografiert. Aus dem gleichen Grund: Muss ja auch mal wieder benutzt werden, bevor das einrostet! ;-)


Und das war es auch schon wieder. War wirklich kein besonders ergiebiger Tag. Viel zu dunkel und bedeckt für gute Fotos. Trotzdem wollte ich sie hie reinbinden, bevor ich sie einfach so ins Archiv verschiebe. Da werden sie nur vergessen und keiner guckt sie sich jemals wieder an. ;-) Außerdem muss es ja hin und wieder auch mal einen kurzen Eintrag geben, bevor ich wieder mit diesen Riesendingern um die Ecke komme, die ich in zwei Mal zwei Teile trennen muss. (Hint, hint!)

Schwarz-weiß und analog, Teil 326: Canon T70 am Mondorfer Hafen

Kentmere 400 #15, 26. Oktober 2025
  • Canon T70, Canon FD 50mm 1:1.8, Tokina 80-200mm 1:4
  • Entwicklung: D-76 Stock #8 21° 15:00 Minuten, Adofix Plus 1+5 #18, 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Zur Abwechslung mal wieder eine Kamera, die wir noch nicht hatten: Eine Canon T70. Zu der Zeit, als ich meine ersten fotografischen Gehversuche mit der Revue meiner Eltern gemacht habe, brachte Canon mit der T-Reihe Kameras auf den Markt, die die 1980er und alles, was danach kommen sollte, entscheidend mitbestimmt hat. Und das sag ich als alter NIkonianer. Wer da was als erstes erfunden und dann auch tatsächlich im Massenmarkt etabliert hat, kann man ja durchaus diskutieren. Fakt ist aber, dass diese Kameras und die entsprechenden Modelle der Konkurrenz aus der Mitte der 80er durchaus schon eine kleine technische Revolution darstellten: In den 1970ern waren Kameras zwar schon elektronisch gesteuert, aber doch mehr oder weniger mechanische Geräte. Mit den 1980ern hielt Technik in die Fotografie Einzug, die wir noch heute benutzen: Verschiedene Belichtungsmessmodi (Mittenbetont, Spotmessung...) konnten gewählt werden, LCD-Displays mit Segment-Anzeigen lösten schwingende Nadeln ab, automatischer Filmtransport wurde Standard, die Blende wurde nicht mehr unbedingt am Objektiv sondern durch die Kamera selber eingestellt, womit auch mehr Belichtungs-Modi wie etwa Programmautomatik in verschiedenen Ausführungen möglich wurden. Dabei gibt es auch Kurioses, etwa dass die T70 keine Arbeitsblenden-Automatik mit den damals modernen FD-Linsen kann, sondern nur mit FL-Objektiven aus den 70ern. (...müsste ich mal eins anschaffen, um das zu testen!) Wie auch immer: Die Computerisierung schritt jedenfalls in großen Schritten voran und bevor ich jetzt noch mehr historischen Kontext hier rein quatsche, zeige ich doch einfach mal ein paar Bilder, die ich in Mondorf am Rhein gemacht habe! (Falls nicht anders markiert, sind alle Bilder im Tv-Modus entstanden. Das ist eine ziemliche Umstellung für mich, benutze ich doch normalerweise immer A...)

Als ich da am Hafen ankam, schnatterten mich erst mal ein paar Gänse an, die ich der Reihe nach aufs Korn genommen habe. (50mm, 1/125s, f/4.) Die vordere ist etwas unscharf, aber die hintere zeigt ganz genau, was das 50er kann: Scharfe Bilder machen! Gut, ist bei 50ern ja jetzt nichts Ungewöhnliches. ;-) Das Bild selber ist leider eher nur so mäßig komponiert. Ich hatte mir mehr versprochen vom leicht unscharfen Fluss im Hintergrund.


Das zweite ist dafür sehr viel besser. (50mm, 125mm, f4.) Liegt wahrscheinlich daran, dass die hybride Halbhausgans mich näher ran gelassen hat. Gut, geschnattert und protestiert hat sie trotzdem, aber. Schöne Unschärfe im Hintergrund, gute Zeichnung in den Federn - brauchbares Foto.

Wenn man am Rhein ist und das Wetter ist eh bescheiden, dann muss man der tristen herbstlichen Stimmung entsprechend auch ein paar Schiffe fotografieren. Die "Brienzersee" zog gerade vorbei und ich habe sie tatsächlich gerade hin bekommen, was mir ja eher selten passiert! (50mm, 1/500s, f/4,5.) Gefällt mir recht gut, dieses Bild. Hübsches Schiff, nette kahle Bäume am anderen Ufer, bleiernes Wasser. Ist OK. Kann man mit arbeiten.

Dann mal das lange Objektiv drauf und den Hafen in Graurheindorf fotografiert, dabei aber scheinbar total vergessen, dass man auch scharf stellen muss! Trotz aller Automatisierung ist das keine AF-Kamera! ;-) (80-200mm @ 200mm, 1/250s, f/9,5.) Mist. Ist ein bisschen schade drum, weil ich wegen des Wetters ansonsten mehr oder weniger auf das Tele-Zoom verzichtet habe und daher nur wenige Testbilder davon habe. Das hier eignet sich jedenfalls gar nicht, um irgendwas zu bewerten. Naja, Schwamm drüber, passiert, kommt in den besten Fotorafenfamilien vor. :-D


Fahrräder sind gut, je kleiner, desto besser! (50mm, 1/125s, f/4.) Mit dem Scharfstellen hatte ich es an dem Tag wohl nicht so, was? Naja, ich werde halt auch immer blinder. Trotzdem, in normaler Größe ist es kaum zu erkennen, dass ich hier ein kleines bisschen zu weit nach hinten fokussiert habe. Musste auch schnell gehen: Das zum Rad gehörige Kind inkl. dessen Vaters rückten an und ich wollte nicht, dass ich mich wieder erklären muss! ;-)

Hatte aber den Vorteil, dass der Spielplatz dann verweist war und ich mich dort mal austoben konnte, siehe Rutsche. (50mm, 1/500s, f/2,8.) Die weite Blende hatte ich genommen, um ein bisschen mehr Unschärfe ins Bild zu holen, was vorne auch ganz gut funktioniert hat, aber hinten eher nicht. Hätte noch einen Schritt ran gehen sollen und vielleicht sogar runter auf f/2?

Auf das Bild vom Wal bin ich ganz besonders stolz. (50mm, 1/500s, f/2.) Das ist eigentlich das erste Foto mit dieser Kamera, an dem ich kaum bis nichts auszusetzen habe. Das 50er macht allerdings bei solch weiten Blenden seltsame Dinge mit dem Baum im Hintergrund. Was aber eben auch wieder interessant ist: Nicht alle 50er sind gleich!


Genau wie Fahrräder muss ich auch immer alle Basketballkörbe fotografieren - heute mal von hinten! (50mm, 1/1000s, f/4,5.) Resultat: Erstaunlich gut. Der einheitlich graue Herbsthimmel passt hervorragend zum Metallgestänge und den Kettengliedern. Cool.

Auch die Kilometerschilder nehme ich immer mit, dieses Mal mit Gassigang im Hintergrund. ;-) (50mm, 1/1000s, f/4.) Leider nicht so witzig geworden, wie ich gedacht hätte, dafür sind Frauchen und Wauwau dann doch zu weit weg gewesen. Eher eines der schlechteren Bilder.

Der Delfin hingegen gefällt mir fast so gut wie der Wal weiter oben! (50mm, M, 1/500s, f/1,8.) Mit Tv alleine habe ich die Kamera partout nicht dazu bringen können, die Blende ganz zu öffnen! Deswegen habe ich hier tatsächlich mal was manuelle versucht, ohne (zu diesem Zeitpunkt) zu wissen, ob und wie das überhaupt geht. Aber scheinbar genau so: Kamera auf Tv stellen, Blende von A auf die gewünschte Größe stellen und dann die Zeit dazu einstellen. Klappt. So steht es auch in der Anleitung, die ich vielleicht mal vorher hätte lesen sollen! ;-) Und das Resultat ist auch noch gut geworden.


Und dann noch'n Schiff! (50mm, 1/1000s, f/4.) Sieht gut aus, im Prinzip wie das oben, muss ich also nichts zu sagen. Passt.

Dann mal dieses Ketten-Dings am Fähranleger begutachtet und ich habe noch immer keine Ahnung, wie das eigentlich heißt! ;-) (50mm, 1/125s, f/6,7.) Das Bild ist allerdings interessant geworden und das ist das Wichtigste. Gefällt, obwohl leicht schief, was sich aber nicht vermeiden lässt, wenn man so weit runter knien muss. Irgendwie sehr industrial.


Wie oft habe ich jetzt eigentlich schon das Eistütenminigolfspielschild fotografiert? Ja. (80-200mm @ 200mm, 1/250s, f/6,7.) Hier kam dann zum zweiten Mal das Tele zum Einsatz und ich muss sagen, man kann damit arbeiten, wenn man es denn scharf stellt. Keine größeren Probleme, obwohl das nur ein Dritthersteller-Teil ist. Schärfe: OK. Vignettierung: Keine. Kontrast: Könnte besser sein, aber OK. Scheint im Großen und Ganzen eines der besseren Teile zu sein, die man Anfang/Mitte der 80er kriegen konnte!

Die Fähre lag übrigens im Hafen, wo ich sie dann auch mit genommen habe. (50mm, 1/125s, f/5,6.) War windig, scheints, wie man an den Fahnen sehen kann. Ansonsten das übliche Bild von der Mondorf, wie sie da im seichten Wasser dümpelt. Gefällt mir ganz gut.


Und zum Abschluss des Tages noch ein Fahrrad. (50mm, 1/1000s, f/2,5.) Weiter ging die Blende nicht auf, aber das ist auch gut so, sonst würde man deutlicher sehen, dass ich auch hier den Fokus etwas zu weit nach hinten gesetzt habe. So passt es gerade noch so. Zuerst dachte ich: "Blöder Bügel im Vordergrund." Aber nachdem ich den so hier eingearbeitet habe, geht's eigentlich. Da sieht der sogar ganz passend aus.

Nächstes Mal geht es nach Bonn, um den Rest des Films zu füllen. Da sind erstaunlicher Weise hauptsächlich hochkante Bilder entstanden. Wie so'n Instagrammer, echt eh! ;-)

Space Explorers

Die Space Explorers lagen jetzt auch schon ein bisschen länger im Schrank. Endlich haben wir auch die abgehakt, als bei Js Challenge das S an der Reihe war. Gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Den Pile of Shame verkleinert und die Frau glücklich gemacht. ;-)

Space Explorers ist tatsächlich mal ein Spiel, bei dem ich sagen kann: Ja, das ist meins. Das hatten die vor längerer Zeit in der Buchhandlung in St. Augustin in der Mall, und da hat mich das Artwork direkt angesprochen. War mir aber noch nicht so sicher, ob das was für mich ist und mit weit über 30 Euro (ich glaube, es waren fast 40) für ein recht einfaches Kartenspiel auch nicht ganz billig. Und dann war es weg und ich hab mich geärgert! Weil es dann auch nirgendwo sonst zu kriegen war, jedenfalls nicht in den üblichen Läden, in die wir so gehen. (Das mit dem online bestellen ist ja nicht so unseres. Spiele muss man schon irgendwie in der Hand halten, finde ich, um bewerten zu können: Passt das?) Nun gut, dieses kannte ich dann ja aber schon und nachdem ich mich so geärgert hatte, dass ich es verpasst hatte, hab ich sofort zugeschlagen, als das letztens im Angebot bei einem der Online-Spielehändler zu kriegen war. War das letzte, die wollten das wohl los werden, und so habe ich es für knapp über 20€ bekommen - ein Schnäppchen.


Denn, es stellt sich raus: Das Spiel ist gar nicht so übel! Die Rezensionen im Netz sind der Meinung, dass es zu sehr wie Splendor wäre. Gut, das kenne ich persönlich jetzt nicht, nur eben aus Erzählungen und weil man es mal irgendwo rum liegen hat sehen. Auch haben sich viele über die verwirrende Ikonographie auf den Karten beschwert und da muss ich tatsächlich zugeben, da ist was dran: Die Cheat-Sheets, die extra schon dem Spiel beiliegen, sind unbedingt nötig. So konnte das eigentliche Spielmaterial allerdings sprachneutral gehalten werden, was wahrscheinlich die Produktionskosten verringert. Und sooo schlimm, wie manche das darstellen, ist das auch nicht wirklich. Wenn man es ein paar mal gespielt hat, erinnert man sich zumindest bei den Ressourcen-Symbolen, was welches genau darstellt. Einzig die Karten mit Bonus-Aktionen sind... ja, sagen wir mal: Anspruchsvoll! ;-)

Dabei ist der Rest des Spiels eigentlich nicht zu kompliziert: Man stellt in seinem Raumfahrprogramm verschiedene Experten an (die Karten, von denen zu Beginn sechs Stück aufgedeckt werden und man zusätzlich eine auf die Hand erhält), die einem helfen, bestimmte Projekte zu realisieren (die Plättchen, von denen ebenfalls vier Stück in der Tischmitte ausgelegt werden). Zudem erhält jeder Spieler zu Beginn aus jedem Bereich einen Ressourcen-Token: Ingenieure (blau), Tester (grün), Forscher (gelb), Konstrukteure (rot) und Astronauten (lila). (Das Spiel ist für Farbenblinde sicher nicht ganz einfach, besonders weil die Farben eh alle sehr pastellig rüber kommen! Das passt natürlich gut zum 1950/60er Space-Technics-Theme, macht es aber schon für Normalfarbsichtige schwer.) Jedenfalls kann man nun Experten aus der Tischmitte oder der Hand in die entsprechenden Forschungsbereiche seiner Auslage spielen, indem man die vorhandenen Tokens verwendet oder später auch die Bonus-Fähigkeiten der Experten, die man bereits gespielt hat. (Hierbei bringen die "günstigen" Experten der Punkte-Stufe 0 bis ungefähr 2 meist einfach nur ein oder zwei solcher Ressourcen-Symbole im Feld unten rechts auf den Karten mit, während die teureren komplizierter Bonus-Mechanismen haben.) Für jeden überdeckten Experten in einem Bereich muss man eine Ressource weniger ausgeben, beginnend mit der untersten. (Man arbeitet sich also von unten nach oben durch die Liste der nötigen Ressourcen, die auf der Karte links angegeben ist.) Die Tokens werden übrigens nicht an eine "Bank" oder ähnliches bezahlt, sondern gehen an den linken Mitspieler: Je mehr man also ausgibt, desto mehr hilft man seinem Gegner. Das macht das Spiel zu Beginn, wenn man noch nicht so viele Experten ausliegen hat, relativ ausgeglichen.

...oder man zieht, entweder aus der Mitte oder aus dem verdeckten Nachziehstapel, ohne die Experten direkt auszulegen. Das hat den Vorteil, dass man seinem Gegner einen besonders wertvollen Experten vorsorglich schon mal weg schnappen kann. Außerdem kann man jeden Experten aus seiner Hand auch wieder in die Mitte zurück legen, um beim Auslegen eines anderen in die eigene Auslage zwei Ressourcen einzusparen. So kann man sich auch mal die teureren bereits ganz am Anfang leisten!


Jeder Experte bringt mindestens ein Symbol oben links unter der Punktzahl, die er wert ist, mit. Dieses gibt den Bereich an, in dem dieser arbeitet und in welches Feld er gelegt werden muss. (Es gibt Experten mit unterschiedlichen Symbolen, bei denen man sich dann entscheiden kann, wohin man ihn oder sie spielt.) Hat man genügend dieser Symbole gesammelt, kann man im Weltraum-Wettrennen ein entsprechendes Projekt realisieren, welches einem zusätzliche Punkte bringt. (Hier im Beispiel etwas die Voyager-Sonde (Grand Tour des Sonnensystems, amerikanisch) für 3x blau, 2x grün und 2x rot oder Voskhod (Erster Außenbord-Einsatz eines Kosmonauten, sowjetisch) für je 2x blau, grün, gelb und lila. Wie man an dem Beispiel sehen kann, sind im Spiel sowohl die Kapitalisten als auch die Kommunisten vertreten, das Spiel modelliert eben genau das Wettrennen ins All, das während des kalten Krieges stattfand.)

Am Ende (entweder sind keine Projekte mehr vorhanden oder ein Spieler hat mindestens 12 Experten ausgespielt) wird abgerechnet: Jeder Experte bringt Punkte (0 bis 5, bzw. Punkte in Abhängigkeit von Bedingungen auf den Karten, etwa eine bestimmte Anzahl von Experten in einem Bereich) und ebenso die erfüllten Projekte (3 bis 5). Wer also (zB in einem Spiel zu viert) keine Projekte abbekommen hat, kann dies durch besonders wertvolle Experten ausgleichen.

Und das war auch schon das ganze Spiel. Dafür, dass ich am Anfang etwas skeptisch war, hat es mir sehr gut gefallen. Es ist jetzt natürlich nicht in einer Liga mit den richtig großen Krachern. Aber einmal Terraforming Mars (ähnliches Thema) dauert auch gerne mal zwei bis drei Stunden, während man Space Explorers in gut einer halben Stunde durch hat. Außerdem spielt man hier eine reale geschichtliche Situation nach, was mir tatsächlich besser gefällt. Einfach, weil man tatsächlich recht schnell in das Feeling der 50er und 60er hinein gezogen wird: Wie kann ich am schnellsten den Weltraum erobern, ohne meinem Gegner zu viele Vorteile zu geben? Konzentriere ich mich auf die Basics, um möglichst sofort viele Projekte abgreifen zu können, oder kaufe ich mir teure Experten, um so möglichst viele Punkte zu erhalten? Oder spiele ich so schnell, dass ich 12 Experten zusammen bekomme, bevor die anderen Spieler Zeit hatten, überhaupt irgendwas abzugreifen? Wie nutze ich am günstigsten die Boni der Experten? Dabei spielt das Glück natürlich auch eine Rolle: Welche Karten liegen in der Mitte, was habe ich an Ressourcen angesammelt? Ist Hoarding besser, als einfach alles auszugeben, was man hat?

Fazit: Für eine relativ simple Spielmechanik bekommt man ein einigermaßen kompetitives Deck Building Spiel, das mir persönlich viel Spaß gemacht hat! Es ist einigermaßen günstig - wenn man es noch irgendwo kriegen kann - und lohnt sich alleine deswegen schon. Mich persönlich spricht das Artwork besonders an, schade dass die Karten nicht individueller gestaltet sind! Ich überlege jedenfalls ernsthaft, die Erweiterung dazu zu kaufen.