Nikon AI-S Nikkor 50mm 1:1.4
Na, was haben wir denn hier? Ein Nikon AI-S Nikkor 50mm 1:1.4! Als ich das vorletztes Wochenende auf dem Flohmarkt am Lutz in einer der Wühlkisten gefunden habe, sind mir erst mal die Augen ganz weit geworden. Als ich es dann für 25 Euro mitnehmen durfte, konnte ich das Grinsen kaum noch aus meinem Gesicht verbannen. Klar, die Blende ist fettig und klemmt und da ist irgendein tropfiger Schmutz im Inneren. Aber. Fünfundzwanzig Euro! Für dieses wunderschöne Objektiv!
Wer ein bisschen was über Nikkore der 1970er weiß, dem ist klar: Das war so ziemlich das Objektiv, an dem sich alle anderen messen lassen mussten, egal ob sie in der gleichen Liga spielten. Mit f/1.4 gehört es zu den lichtstärksten, die Nikon damals im Angebot hatte - schneller waren da nur noch die verschiedenen f/1.2-er, die aber damals wie heutzutage so teuer daher kommen, dass ich sie mir nicht leisten will; vor allem das Noct wäre natürlich krass zu besitzen, aber bei den Sammlerpreisen hätte ich dann Angst, es mit in die Wildnis zu nehmen. Und dann gab es natürlich die f/1.8 oder f/2 Varianten oder die spezielleren Makros, die bei f/2.8 oder zuvor auch f/3.5 anfingen. Aber jenseits all dieser eher speziellen Objektive war das 50/1.4 immer das Referenzmodell, das auch meist in den Betriebsanleitungen der Kameras angegeben war. (Das merkt man auch daran, dass es in verschiedenen Auflagen und Gehäuse-Variationen, aber mit mehr oder weniger unverändertem Innenleben von 1977 (AI) bis 2020 (AI-S) gebaut wurde! Der reine F-Mount-Vorgänger, der schon sehr ähnlich war, startete wohl bereits 1962! Das sind also fast 60 Jahre, in denen diese Optik in beinahe unveränderter Form, wenn man mal von moderneren Beschichtungen absieht, produziert wurde! Wie lang wurde das AF-S G eigentlich noch produziert?) Nebenbei: f/1.4 ist auch wirklich schon nicht einfach, um präzise manuell zu fokussieren, wie ich feststellen musste - ich bin halt ein kleines bisschen sehgeschädigt.
Und darüber hinaus sieht es auch noch verdammt gut aus! Ich mag diese klassischen 1970er[1] Nikkore ja. Vollständig aus Metall und Glas gefertigt, findet sich hier kein neumodisches Plastik. Das macht diese Objektive bei guter Behandlung praktisch unverwüstlich. Dieses hier war offenbar schon einige Zeit außer Betrieb und hat rum gestanden, sodass ich es erst mal komplett auseinander genommen und von innen gereinigt habe, um es im alten Glanz erstrahlen zu lassen. (Dazu gibt es aber morgen einen eigenen Eintrag.) Was es aber bereits weit offen und mit dreckigen Linsen zu leisten vermag, habe ich direkt auf dem Flohmarkt an der Sony (mit zwei Adaptern dazwischen) testen können, indem ich meinen Bruder und seine Frau porträtiert habe: Einfach genial! Schönes, weiches Bokeh und trotzdem recht scharf auf Portrait-Entfernung. (Das mit dem Focus Peaking hat tatsächlich mal ganz gut funktioniert.)
Nach der Reinigung habe ich es zum Test dann mal auf unseren Garten los gelassen, zuerst auf der D100, dann auch auf der großen D800. Als nächstes werde ich es auf der Nikkormat mal mit Film testen, die liegt schon mit einem Kentmere 100 geladen hier neben mir und wartet darauf, dass ich sie mit raus nehme, wenn ich mich nachher aufs Rad setze!
Fazit: Trotzdem, dass ich noch mal eine bis anderthalb Stunden an Arbeit da rein investiert habe, noch immer ein Schnapper! Von der Bildqualität her überragend! Es steht dem moderneren AF 50/1.4, das ich ja auch habe, nur insofern etwas nach, weil das einfach die bessere, neuere Beschichtung und wahrscheinlich auch die präzisere Fertigungsmöglichkeiten der 1980er auf seiner Seite hat! Fehlt mir in meiner Sammlung eigentlich nur noch das AF-S G 50/1.4, das würde ich gerne mal mit dem 1.8er vergleichen, das ich ja tatsächlich Ende der 2010er neu gekauft hatte.
[1] Meine Seriennummer liegt allerdings ziemlich in der Mitte und weist es als AI-S aus; ich schätze also mal ungefähr auf die mittleren bis späteren1980er. (Ich weiß nicht, wie viele davon tatsächlich noch gebaut wurden, nachdem die AF-Modelle raus kamen.)
Wer ein bisschen was über Nikkore der 1970er weiß, dem ist klar: Das war so ziemlich das Objektiv, an dem sich alle anderen messen lassen mussten, egal ob sie in der gleichen Liga spielten. Mit f/1.4 gehört es zu den lichtstärksten, die Nikon damals im Angebot hatte - schneller waren da nur noch die verschiedenen f/1.2-er, die aber damals wie heutzutage so teuer daher kommen, dass ich sie mir nicht leisten will; vor allem das Noct wäre natürlich krass zu besitzen, aber bei den Sammlerpreisen hätte ich dann Angst, es mit in die Wildnis zu nehmen. Und dann gab es natürlich die f/1.8 oder f/2 Varianten oder die spezielleren Makros, die bei f/2.8 oder zuvor auch f/3.5 anfingen. Aber jenseits all dieser eher speziellen Objektive war das 50/1.4 immer das Referenzmodell, das auch meist in den Betriebsanleitungen der Kameras angegeben war. (Das merkt man auch daran, dass es in verschiedenen Auflagen und Gehäuse-Variationen, aber mit mehr oder weniger unverändertem Innenleben von 1977 (AI) bis 2020 (AI-S) gebaut wurde! Der reine F-Mount-Vorgänger, der schon sehr ähnlich war, startete wohl bereits 1962! Das sind also fast 60 Jahre, in denen diese Optik in beinahe unveränderter Form, wenn man mal von moderneren Beschichtungen absieht, produziert wurde! Wie lang wurde das AF-S G eigentlich noch produziert?) Nebenbei: f/1.4 ist auch wirklich schon nicht einfach, um präzise manuell zu fokussieren, wie ich feststellen musste - ich bin halt ein kleines bisschen sehgeschädigt.
Und darüber hinaus sieht es auch noch verdammt gut aus! Ich mag diese klassischen 1970er[1] Nikkore ja. Vollständig aus Metall und Glas gefertigt, findet sich hier kein neumodisches Plastik. Das macht diese Objektive bei guter Behandlung praktisch unverwüstlich. Dieses hier war offenbar schon einige Zeit außer Betrieb und hat rum gestanden, sodass ich es erst mal komplett auseinander genommen und von innen gereinigt habe, um es im alten Glanz erstrahlen zu lassen. (Dazu gibt es aber morgen einen eigenen Eintrag.) Was es aber bereits weit offen und mit dreckigen Linsen zu leisten vermag, habe ich direkt auf dem Flohmarkt an der Sony (mit zwei Adaptern dazwischen) testen können, indem ich meinen Bruder und seine Frau porträtiert habe: Einfach genial! Schönes, weiches Bokeh und trotzdem recht scharf auf Portrait-Entfernung. (Das mit dem Focus Peaking hat tatsächlich mal ganz gut funktioniert.)
Nach der Reinigung habe ich es zum Test dann mal auf unseren Garten los gelassen, zuerst auf der D100, dann auch auf der großen D800. Als nächstes werde ich es auf der Nikkormat mal mit Film testen, die liegt schon mit einem Kentmere 100 geladen hier neben mir und wartet darauf, dass ich sie mit raus nehme, wenn ich mich nachher aufs Rad setze!
Fazit: Trotzdem, dass ich noch mal eine bis anderthalb Stunden an Arbeit da rein investiert habe, noch immer ein Schnapper! Von der Bildqualität her überragend! Es steht dem moderneren AF 50/1.4, das ich ja auch habe, nur insofern etwas nach, weil das einfach die bessere, neuere Beschichtung und wahrscheinlich auch die präzisere Fertigungsmöglichkeiten der 1980er auf seiner Seite hat! Fehlt mir in meiner Sammlung eigentlich nur noch das AF-S G 50/1.4, das würde ich gerne mal mit dem 1.8er vergleichen, das ich ja tatsächlich Ende der 2010er neu gekauft hatte.
[1] Meine Seriennummer liegt allerdings ziemlich in der Mitte und weist es als AI-S aus; ich schätze also mal ungefähr auf die mittleren bis späteren1980er. (Ich weiß nicht, wie viele davon tatsächlich noch gebaut wurden, nachdem die AF-Modelle raus kamen.)















