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Vista, die Letzte

So, nachdem ich noch zwei Tage ein paar Programme ausprobiert habe (siehe Liste unten), werde ich das Ding wahrscheinlich nicht noch einmal anfassen. Die Platte kann also endlich in den Besitz von Jana übergehen.

Mein Fazit nach knapp einer halben Woche Vista RC1: Nicht bunt genug, als daß es mich von meinem Linux bekehren könnte. Ein paar nette Ansätze (und ein ganzer Haufen geklauter Ideen - nicht falsch verstehen, Abkupfern ist die höchste Form der Verehrung, oder wie war das noch mal?! ;-)) hat es ja schon, aber einige Knackpunkte, gerade in Bezug auf Kompatibilität, gibt es auch.

Was die Stabilität angeht, bewegt es sich etwa auf gleichem oder vielleicht sogar etwas höherem Niveau als 2000: Habe es nur einmal geschafft, den Explorer zu killen, einen Blue Screen habe ich keinen gesehen. Für "unfertige" Software also gar nich so schlecht, MS scheint dazu zu lernen. Allerdings habe ich auch nicht ernsthaft damit gearbeitet, außer in OO meine Kompatibilitätsliste zu schreiben und wild gemischt Programme zu installieren. (Trotzdem sollte es einem zu Denken geben, wenn man extra erwähnt, daß etwas wie erwartet funktioniert hat!)

Wie gesagt, bekehrt hat es mich nicht. Der Pinguin ist weiterhin mein Freund (hatte auch nciht erwartet, daß sich das ändern würde). Und jetzt, die Liste des Grauens (die HTML-Exports von OO sind übrigens noch immer gruselvoll): "Vista, die Letzte" vollständig lesen

Vista, Tag 2

OK, ich bin gestern offenbar müde gewesen, denn heute finde ich die Einstellung für Menü und Ordneroptionen des Explorers ziemlich auf Anhieb, nämlich versteckt unter "Organisiern"... muß man auch erst mal drauf kommen. Dafür suche ich jetzt nach dem "Ausführen"-Dialog, ich hätte gerne eine Shell! Nagut, unter Zubehör gibts zum Glück immer noch einen Link auf die "Eingabeaufforderung"...

(Hatte ich gestern eigentlich schon über diesen kreisrunden Sanduhrersatz gelästert? Mein erster Gedanke war: "One ring to rule them all!" Aber das nur am Rande... ;-))

Die Dateisuche im Explorer gestaltet sich recht flott, aber auf Grund der neuartigen Verpackung in URLs kann ich aus der Adressleiste des Explorers nicht mehr so einfach den Pfad kopieren, wie ich das früher gemacht habe. Naja, muß ich mich wohl umgewöhnen.

Also auf zum Kompatibilitätstest: F&A geht nicht. War jetzt so auf Anhieb das älteste DOS-Programm, das ich finden konnte. "Broken Sword" verursacht Fehler in der ntvdm, genau so wie "Space Quest 1"... ok, alte DOS-Programme mag das Ding offenbar gar nicht. Dicker Minuspunkt! Muß man also demnächst immer eine dosbox parat haben, die läuft nämlich einwandfrei. Aber Emulation kostet noch mehr Rechenleistung! Kleiner Trost: Zum Glück gibt es noch immer so alte, zum gute alten MS-DOS gehörige Programme wie edit.

Die Version des EXT2 IFS, die ich benutzte, läßt sich nicht installieren. Offenbar hat sich in Vista irgendetwas gegenüber XP/2000 geändert, oder das Installationsprogramm erkennt es einfach nicht als ein NT.

Wenn ich die JRE 1.5 installiere und Firefox zeigt ein Applet an, verträgt sich das nicht mit dem Aero-Gedöns. Soweit, so gut, allerdings gibt Vista dem Firefox die Schuld und stellt die Einstellungen so lange nicht zurück, bis nicht das letzte Firefox-Fenster geschlossen wurde, auch wenn schon längst kein Java-Applet mehr angezeigt wird. Da ist wohl noch etwas Feintuning nötig.

The Gimp geht, zumindest in der Version (2.2.10), die ich hier noch als Installationspaket auf dem Rechner hatte, inklusive aller Oberflächenschnickschnacks, obwohl das GTK+ (2.8.9, hatte ich auch noch hier rum liegen) benutzt. Dafür gebe ich jetzt mal einen Pluspunkt, ich weiß, ich bin wieder großzügig heute. Aber ich bin das von Windows normalerweise gewohnt, daß es genau die Programme, die ich benutzten will/muß, nicht anständig ausführen kann. ;-)

Was mir bei der ganzen Installations- und -test-Orgie aufgefallen ist: Die Installationsprogramme behaupten immer, sie würden nach "C:\Program Files\" installieren, landen tut das ganze dann aber doch in "C:\Programme\". Übersetzungsfehler?

Also, fahren wir das Ding mal wieder runter. So viel bunt tut mir auf die Dauer in den Augen weh! ;-) Nicht ganz nachvollziehbar übrigens, daß MS das allseits bekannte An-Aus-Symbol jetzt im Startmenü für den S1-Schlaf verwendet...

Ach ja, zum Abschluß noch eine Anmerkung: Ist ja nett, daß einen das System jetzt warnt, wenn man Einstellungen ändert, Programme installiert usw. Aber irgendwann fängt man - wie immer - an, den ganzen Kram einfach weg zu kllicken. Bringt also auch nichts, wenn man die Warnungen nicht liest. :-/

Windows Vista RC1

Zu meiner Verteidigung: Mir war langweilig! ;-)

Außerdem muß man ja wissen, was das Feind macht. Und ich habe hier noch immer die umgetauschte 250GB Maxtor-Platte rumliegen gehabt, ohne daß ich die mal überhaupt getestet hätte - war noch orignal eingeschweißt.

Genug der Ausreden, hier mein erster Eindruck: Während Vista installiert, kann man nicht nur Kaffe trinken, man könnte nach Kenia fahren, die Bohnen vom Strauch pflücken, diese trocknen, rösten und mahlen, und so weiter. Ich bin von Windows ja lange Installationssitzungen gewohnt, aber das muß doch irgendwie am Beta-Status liegen, daß das so lange braucht. ...dabei mußte er nur zwei mal neu starten, was ja schon so gut wie ein Rekord ist! Minuspunkt.

Installieren in einem VM-Player ist erst mal gar nicht möglich. Ich weiß nicht, einen Minus-Punkt kann ich dafür ja schlecht geben, aber toll ist das trotzdem nicht...

Echter Rechner also. Hardware wurde komplett korrekt erkannt und eingerichtet. Eigentlich keine Kunst, schließlich ist mein Rechner gut zwei Jahre alt in seinen wichtigsten Komponenten (außer vielleicht der Grafikkarte). Trotzdem gebe ich dafür mal einen Pluspunkt.

Wenn man die etwas langwierige und eintönige Installation hinter sich hat - früher wurde das ja wenigstens durch irgendwelche Intelligenztestfragen wie "Legen sie jetzt eine mit Startdiskette beschriftete Diskette in das Laufwerk ein" aufgelockert -, begrüßt einen eine Oberfläche, die mich ziemlich heftig an eine Mischung aus MacOS und KDE erinnert: Unten eine halbdurchsichtige Startleiste (mit einem netten Effekt, der mit seiner Unschärfe etwas an Milchglas erinnert), rechts eine Applet-Bar, in die man kleine Progrämmchen einbetten kann. Schnuckelig und bunt, aber nicht so ätzend grell wie XP. Die Effekte werden auch hübsch auf ältere, nicht-Vista-Programme übertragen, etwa den Firefox. Pluspunkt.

Wenn man den Explorer öffnet, vermißt man die Menüleiste. Auch nach 10 Minuten suchen habe ich sie nicht wieder gefunden. Auch die Anzeige der Dateiendungen konnte ich nicht aktivieren. Wenn ich schon zu blöd dafür bin, werden es auch viele andere User sein. Minuspunkt.

Das Arbeiten mit dem System ist einigermaßen flüssig. Allerdings denke ich, daß ich das auch nur so gerade schaffe: 1GB Speicher sind zu gut 70% ausgelastet und mein Athlon XP 2800+ hat auch gut was zu arbeiten. Gut auch, daß ich eine einigermaßen flotte Festplatte habe. Punkte? Da enthalte ich mich mal eher, mein Linux läuft flotter, ist allerdings auch nicht ganz so bunt! ;-)

Morgen werde ich mich mal mit der Kompatibilität beschäftigen, besonders was ganz alte Sachen angeht. Dazu hatte ich heute keine Lust mehr. Was neuere Programme angeht: TR Legend läuft auf Anhieb, NFS Underground 2 läßt sich nicht installieren... Unentschieden, also.

Fazit (bis jetzt): Etwas zwiegespalten. Einerseits sieht es um Klassen besser aus als XP, aber das ist auch nicht besonders schwer. Auf der anderen Seite hat es genau so blödsinnige Standardeinstellung...