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Nikon F-401x

Was haben wir denn hier? Eine neue alte Nikon! Und zwar eine Nikon F-401X (in den USA auch als N5005 bekannt). Und bevor jetzt einer wieder was sagt: 3,50 Euro bei ehBlöd! (Gut, Versand kam noch drauf.) Damit war sie nur unwesentlich teurer als meine F601, die ich für einen 1 Euro bekommen habe. Sie wissen schon, die, die als defekt verkauft wurde und so aussieht, als hätte sie jemand überfahren, die aber trotzdem noch immer einwandfrei Bilder macht.

Warum ein F401? Weil ich hauptsächlich mal testen will, ob da die modernen AF-S G Objektive dran funktionieren. Also, Autofokus wird definitiv nicht gehen, denn die weiß nichts vom eingebauten Motor in diesen modernen Linsen. Aber diese Kamera hat sowohl einen Drehknopf für Zeit als auch einen für Blende: Es müsste/sollte/dürfte also möglich sein, damit korrekt belichtete Bilder zu machen, vor allem im A- und im M-Modus, was die F601 zB nicht richtig kann, bei der ich auf das Programm-Shift zurückgreifen muss, was manchmal etwas blöde ist. Ich muss jetzt allerdings gestehen: Ich habe es noch immer nicht probiert, was passiert, wenn ich zB das 50/1.8 G drauf mache. Und jetzt hab ich einen Film drin liegen, da kann ich das auch nicht so einfach, ohne mindestens einen Frame zu verschwenden! Also später mal testen. Oder wenn am Ende des Films noch ein Bild über ist, einfach mal drauf machen und gucken, was passiert!


Jedenfalls, ich habe als erstes mal das 50/1.4 AF drauf gemacht, das zeitlich recht gut dazu passt. Die Design Language ist da doch sehr passend. Auch wenn es damals wohl eher selten passiert ist, dass jemand so ein teures Semi-Profi-Objektiv auf eine Einsteigerkamera wie diese montiert hat. Aber es funktioniert einwandfrei und das ist ja auch zu erwarten. Macht ja auch Sinn, denn schließlich ist das (u.A.) mal wieder als Referenz in der Anleitung angegeben, wenn es um die verwendeten Blende/Zeit-Kombinationen geht.

Warum ist das nur eine Einsteiger-Kamera? Nun, sie spart sich zB sämtliche LCDs: Weder im Sucher noch oben auf dem Topdeck ist eine solche Anzeige zu sehen. Das bedeutet auch, dass man keine Ahnung hat, welche Werte die Kamera in den (Halb-)Automatik-Modi einspielt. Es gibt nur ein blinkendes + oder -, wenn man drüber ist. Bei manuellen Objektiven (AI und AI-S) gibt es auch als Fokussierhilfe nur einen Punkt, aber keine Pfeile. Diese lassen sich auch nur im M-Modus verwenden ohne Belichtungsmessung, da die Kamera keinen Blendenfühler hat, sondern sich vollständig auf die Rückmeldung über die Kontakte verlässt. Das spart einiges an Kosten am Body, macht die Verwendung solcher Objektive allerdings auch eher unhandlich, da man einen externen Messer benötigt. Aber da diese Kamera zum Einstieg gedacht war und somit wahrscheinlich für Personen, die eh noch keine Objektive aus früheren Zeiten hatten, ist das glaube ich auch OK so. Der Upgrade-Pfad für andere wäre wahrscheinlich eher die 801 gewesen, die aber auch entsprechend teurer ist, oder zB meine 601.


Daneben hat sie auch keine Abblendtaste, was für mich ja immer ein sicheres Zeichen ist, dass es sich um eine Amateur-Kamera handelt. Immerhin gibt es aber einen Auto Exposure Lock Button, neben dem Objektivanschluss, wo ich es zuerst für eine Abblendtaste gehalten habe. Der schaltet auch automatisch von Matrix-Messung auf mittenbetont um.

Ansonsten kommt die Kamera relativ schwer daher und liegt wertig in der Hand, im Gegensatz zu so manch anderer Einsteiger-Kamera. (Die F50, die ja in den 90ern raus kam, wiegt im Vergleich nichts!) Das Gewicht schätze ich bei dieser hier ähnlich ein wie bei der 601 oder der 801. Die Verarbeitung ist hier noch Nikon-typisch: Auch nach 35 Jahren sieht die Kamera aus wie neu, das Bajonett hat nicht mal groß Kratzer. (Aber vielleicht war auch immer nur das Standard-Objektiv verbaut oder eins mit Plastik-Ring.) Die Position der beiden Drehrädchen ist nicht so toll gelöst. Selbst ich mit meinen eher langen Fingern komme da nur schlecht dran und durch die fehlende Anzeige im Sucher muss man öfter mal die Kamera vom Auge nehmen um zu schauen, was man da eingestellt hat. Gut, 90% der Leute werden die eh immer im Programmmodus verwendet haben. Da muss man sich da nicht drum kümmern.


Den stellt man übrigens ein, indem man sowohl die Zeit als auch die Blende auf Automatik stellt. Macht Sinn. Wenn man nur eines der Rädchen auf A oder S stellt, bekommt man eine entsprechende Halbautomatik. Also eigentlich recht logisches Bedienkonzept. Bei den beiden Vorgängern (der 401 und der 401S) war übrigens eine durchsichtige Platte über diesen Rädern angebracht (bei der S bin ich mir nicht ganz sicher), diese hat sich Nikon hier gespart. Dadurch liegen die Räder praktisch frei. Ganz an der Seite befindet sich ein gutes altmodisches mechanisches Zählwerk. Zudem gibt es einen integrierten Blitz, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob der an dieser Kamera noch funktioniert. Ich hätte den mal ohne Film testen sollen; so habe ich irgendwo draußen in der Wildnis gestanden und wollte Aufhellblitzen und ich hatte den Eindruck, dass nichts passiert ist!

Überhaupt scheint die Kamera lange Zeit unbenutzt rumgestanden zu haben, was ihr nicht gut bekommen ist: Da sie mit vier Alkali-AA betrieben wird, kann man diese gerne mal vergessen und dann hat man den ausgelaufenen Siff im Gehäuse. Das hat bei dieser dazu geführt, dass beim Öffnen erst mal die Platte aus Metall, die den einen Kontakt darstellt, aus der Verankerung geflutscht ist und die Feder für den Riegel flöten gegangen ist. Deswegen das Gummiband, das jetzt die Tür geschlossen hält. Außerdem musste ich erst mal die Kontakte richtig reinigen und dann anrauen, damit der Strom richtig fließen konnte. Nebenbei hat der Filmtransport am Anfang ein bisschen gestreikt und wollte die Bilder nach Auslösung nicht vorspulen. Musste ich im Wechselsack den Film erst mal wieder raus pulen und dann habe ich den Transportspulenhaken ein bisschen mit Kontaktreiniger bearbeitet, damit der sich besser dreht und dann testweise meinen Filmrückholfilm zwei mal da durch gejagt. Danach der Verschluss vollständig ausgelöst. Bin jetzt mal gespannt, wie die ersten vier Bilder auf dem Film wohl aussehen, ob ich da jetzt Mehrfachbelichtungen oder überhaupt irgendwas drauf habe. Wir werden sehen.


Fazit: Brauche ich noch eine Nikon aus den 1990ern? Naja, was heißt schon "brauchen"? ;-) Aber dieses Teil ist für mich interessant, handelt es sich praktisch um das kleinere Modelläquivalent meiner 601. Das Laufwerk zB scheint das gleiche zu sein, nur der Funktionsumfang ist etwas billiger gehalten. Der Shutter ist mit 1/2000s brauchbar schnell und auch hier - denke ich - sind die gleichen Teile verbaut wie in der 601. Für 3,50 kann ich auch über die kleineren Probleme hinweg sehen. Mal sehen, was aus dem Film raus kommt. Den werde ich die Tage mal voll machen und dann auch möglichst schnell entwickeln. Habe hier eh noch einen rum liegen, der gemacht werden muss.

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