Skip to content

Sonnenfinsternis 2026

12.8.2026: Am Mittwoch war Sonnenfinsternnis und wir sind auf den Großen Ölberg gestiegen. Zwischenzeitlich war ja Plan, die Löwenburg zu besteigen, aber das wäre weiter und steiler gewesen und mit dem ganzen Gepäck (Kamera, Objektiv, Stativ und ganz wichtig: Wasser!) war der befestigte Weg zum Restaurant hoch einfach besser geeignet. Das brachte gleich zwei Probleme mit sich: Erst mal war der Laden oben auf dem Berg geschlossen. Betriebsferien. Mist. Also für die: Die hätten wahrscheinlich das Geschäft ihres Lebens gemacht, so viele Leute, wie da oben schon an den Tischen saßen, als wir ankamen.


Und das war das zweite Problem: Die Menschenmengen. Also am Anfang, da waren das ja nur so 10, 15 Erwachsene und ein paar Kinder mit Schutzbrille, die schon ganz hibbelig waren. Aber kurz, bevor es los ging, tauchte dann so eine Schüleraustauschgruppe auf: ~50 Hormonbomben im Alter von 14-16 spanischsprachiger Herkunft mit ihren Begleitern und was-weiß-ich! Da war an Ruhe nicht mehr zu denken. Hatte ja eigentlich gehofft, dass ich hören könnte, ob die Vögel tatsächlich leise werden und dann wieder von Neuem anfangen zu singen, wenn die Sonne wieder kommt, aber das war wohl nix! Satz mit X. Wobei das wahrscheinlich eh nichts geworden wäre, denn aufgrund der furchtbaren Trockenheit sind singende Vögel in letzter Zeit eher dünn gesät.

Egal. Zu den Fotos. Die meisten Sonnenfinsternisfotos habe ich mit dem 400mm f/5,6 Sigma auf der D800 gemacht und dann nachher auf 4k runter gecroppt. Was eigentlich übergroß ist, bei den meisten Bildern hätte auch FullHD gereicht, dann wäre da weniger schwarz drumherum und der Informationsgehalt wäre praktisch der Gleiche. Aber ich habe es aus Konsistenzgründen jetzt halt so gemacht. Geht auch. Da oben das aller erste Bild ist zwei Tage vorher entstanden, als ich mein Equipment getestet habe. Das habe ich mal mit rein genommen, weil man da keinerlei Sonnenflecken sehen kann. Also, zumindest sind mir keine aufgefallen. Im Gegensatz dazu hatten wir am Mittwoch tatsächlich doch ein paar, vor allem oben links zum Rand hin und unten rechts mehr so Richtung Mitte.


So, und wer mich kennt, der weiß, dass das jetzt nicht alle Bilder waren, die ich an dem Tag gemacht habe. 430 oder sowas habe ich mit nach Hause gebracht. Muss die Akkus im Handgriff noch laden, fällt mir dabei ein. Schlimm, jedenfalls. Ich mein, hier ist ja gerade mal der allererste Anfang der ganzen Veranstaltung zu sehen. Mehr Bilder gibt es deshalb im "Erweiterten Eintrag". Wobei das aus Bandbreitengründen eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre, denke ich fast: Durch das viele Schwarz durmherum sind die Bilder recht kräftig zusammengeschrumpft bei der Komprimierung. Naja, aber jetzt habe ich es so gemacht, deshalb: KLICK!
Man soll ja nicht in die Sonne gucken und schon gar nicht mit Teleskop oder sonst einer langen Brennweite, und für den Sensor ist das auch nicht gut, aber ich habe mal zwischendurch ein vollständig abgeblendetes Bild bei minimaler Belichtungszeit gemacht (und habe beim Zielen neben die Sonne geguckt, also an den Rand des Suchers). Faszinierende Blenden-Effekte, voll die Strahlen. Währenddessen flogen/fuhren da einige Heißluftballone durchs Bild, da habe ich die Kamera mal schnell vom 400er abgemacht (das hat ja einen eigenen Stativ-Sockel, das konnte ich also stehen lassen) und habe mit dem 200er AI mal das Tal fotografiert.


Immer zwischen den Bildern habe ich auch das Objektiv brav abgedeckt, damit sich das nicht zu sehr von innen aufheizt. Ich weiß nicht, wie viel Licht die alte Schutzfolie vom D tatsächlich noch abhält, vor allem in den nicht sichtbaren Wellenlängen. Man will sich ja nicht die Linsen und den Tubus verbiegen! Und den Sucher! Und den Rest der Kamera! Deswegen: Immer den Beutel vom Stativ drüber, was bei dem leichten Wind nicht ganz einfach war, weil der immer weg geflogen ist.

Und dann war es auch schon so weit: Die Maximalität kam recht plötzlich, fand ich. (Totalität hatten wir ja nicht. Das ist erst wieder zu Karneval! :-D ;-)) Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass die Sonne und der Mond recht flott unterwegs waren. Wenn man sich das erst mal klar macht, mit welcher relativen Geschwindigkeit sich das da oben alles so bewegt, wird einem ganz schwindelig. Finde ich jedenfalls. Aber ich hab ja auch eine sehr aktive Imagination, sag ich immer! ;-)


Und dann war es auch schon wieder vorbei. Ich weiß nicht, ob ich den Zeitpunkt der maximalen Bedeckung tatsächlich ganz genau abgepasst habe. Die Uhr in meiner Kamera geht auch mal wieder nach dem Mond (und nach Winterzeit, scheinbar), sodass ich das auch anhand der Exif-Daten nicht ganz genau sagen kann. Klar, könnte jetzt anfangen, die Pixel auszuzählen, aber das lass ich dann doch lieber. 88% sollten raus kommen, wenn ich der Webseite vom Argelander trauen darf.

Und es ist schon erstaunlich, wie dunkel das in dem Moment tatsächlich war. Als ob die Abenddämmerung vorweg genommen wäre. 12% ist ja auch schon wirklich wenig. Wobei das durchaus ausgereicht hat, dass man noch alles erkennen konnte. Und es wurde endlich mal angenehm von den Temperaturen her. Waren ja schon wieder 30°C im Schatten oder sowas und mit dem fast schon frischen Wind, der in dem Moment aufkam, war es tatsächlich schön.


Je weiter die Sonne dann wieder freigegeben wurde, desto tiefer sank sie auch Richtung Horizont. Da war es dann sehr viel dunstiger, die Atmosphäre viel dichter und überhaupt, ich hab dann mal das voll abgeblendete (f/32) 200mm genommen und drauf gehalten, siehe unten links. Oben haben ich auch eins mit dem langen 400er gewagt, aber das ist noch ein bisschen sehr über. Spannender sind aber trotzdem die Bilder durch das Filter, denn da kann man toll die unterschiedlichen Luftschichten und die sich auflösenden Abendwölkchen als Streifen erkennen. Da war so ein Flatsch mit ganz hohen Schleierwolken, durch die genau die Sonnenbahn durch ging. Sehr hübsch. Währenddessen brütete Bonn im Tal weiter vor sich hin und da ich das 200er schon mal drauf hatte, habe ich auch davon ein Bild gemacht, wie die zu ca. einem Viertel verdeckte Sonne über dem Horizont hängt. Wenn man weit genug rein zoomt, kann man das auch erkennen, dass die da nicht rund ist.


Und dann ging das ganze Spektakel mit einem noch viel spektakuläreren Sonnenuntergang zu Ende. Die noch leicht angefressene Sonne versank da hinter der Ville, oder was sind das für Hügel hinter Bonn? Ich finde, das sind eigentlich noch viel krassere Bilder als von der eigentlichen Bedeckung. Belichtungstechnisch wurde es nur langsam schwierig, sowohl mit als auch ohne Filter. Das nimmt nämlich so schätzungsweise 10-12 Blendenstufen runter, sodass ich gegen Ende tatsächlich auf ISO 1600 hoch musst. Umgekehrt war die Sonne aber ohne Filter noch immer so hell, dass ich mit Überbelichtung zu kämpfen hatte - besonders, wenn ich vergessen hatte, das ISO wieder auf 100 runter zu drehen, ich Dussel! ;-) Trotzdem, die Untergangsbilder sind schon sehr apokalyptisch-krass. Kann mir schon vorstellen, dass unsere frühen Vorfahren da panisch waren. Nun haben die davon aber hoffentlich nicht zu viel mitbekommen, die durften auch schon nicht in die Sonne gucken. ;-) (Sämtliche Medien waren mal wieder vorher voll gespammt mit "NICHT IN DIE SONNE SCHAUEN!!!!112" Ja, ich weiß! Sollte jeder wissen! Man man man! Aber im Zeitalter der KI-Verdummung muss man das wohl ständig wiederholen, weil ja scheinbar niemand mehr in der Lage ist, für sich selber zu denken! :-/)


Im Afterglow sind wir dann jedenfalls vom Berg gestiegen, wobei es dann leider auch schon schnell dunkel wurde und ich kaum noch weiter Bilder machen konnte. Schade vor allem um die Fledermäuse, die mal wieder hinterm Berg auf uns warteten. Batman hätte seine helle Freude gehabt! ;-) Und als wir zu Hause waren, war es dann auch schon fast 10 und ich musste am Donnerstag früh raus und deswegen gibt es die Bilder jetzt erst. Man möge mir verzeihen, ich hab halt auch noch andere Dinge zu tun! ;-)

Jedenfalls: Die nächste Finsternis ist wohl am 2.8.'27. Dann schaumama, wie komplett die wird. Nordafrika, haben sie in den Nachrichten gesagt. Von Südspanien bis Ägypten, dann runter nach Somalia und über den Indischen Ozean hinweg. Alles zu weit weg für mich. (Luxor hat mit 6½ Minuten gar die längste Totalität im 21. Jhd.!)

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Formular-Optionen

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!