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Spaziergang mit AI-S, Teil 2: Hausbergheimweg

17.3.: Wo war ich stehen geblieben mit meinem AI-S 50/1.4 auf der D800? Irgendwo unten an der Warth. Was gab es da zu sehen? Spongebob, der mit einer Gans auf einer Wand am alten Schützenhaus aufgesprüht wurde. Beides auf jeden Fall schon mal Motive, für die sich ein Foto lohnt. Die Gänse würde ich ja eh gerne mal alle dokumentieren, die machen ja die ganze nähere Umgebung von Hennef unsicher.


Apropos dokumentieren: Dann war ich unten an der Tankstelle und ich habe mal die Kamera vorsichtig auf das Preisschild gehalten - vorsichtig, weil das Ding geht ja so schon immer kaputt und flackert wirre Sachen vor sich hin, ich wollte es nicht provozieren. ;-) Guck mal, am 17. März war der Sprit ja noch richtig billig! Also, vor allem Diesel ist seitdem ja noch mal so ca 20ct teurer geworden. Juhu! Ich mein, nicht dass ich nicht eh immer der Meinung gewesen bin, dass Benzin viel zu billig ist, aber es ist schon erstaunlich, dass die Leute scheinbar gerne zwei Euro pro Liter für den Krieg eines dementen amerikanischen Präsidenten zahlen, aber nicht, um den verkackten Planeten vor dem Hitzetod zu bewahren! Aber was weiß ich schon?

Von hier aus bin ich dann so langsam Richtung Heimat abgebogen, also links rum. Vorbei am Wegekreuz mit den Stiefmütterchen, vorbei an den Forsithyen-Sträuchern, am Schaltkasten rechts und dann den Berg hoch. Weil, ich hatte mir gedacht, nimm die Scenic Route über den Hausberg. Kannste noch n paar Bilde mehr machen. Hat der Bach da eigentlich einen Namen? Bestimmt. Ahja, bei Google Maps heißt der "Lüppigsbach". Was ist ein Lüppig? Da gibt es in Söven eine Straße, die so heißt... Jedenfalls haben die den vor ein paar Jahren mal ein bisschen renaturiert, wahrscheinlich weil die Stadt Angst hatte, dass da auch irgendwann so ein "Starkregenereignis" alles wegspült, was Stromabwärts liegt, wie das hier im Rosental ja damals passiert ist.


Da dann jedenfalls durch den Wald hoch zur Straße, wo tatsächlich keine Küchenmaschine mehr im Wald liegt. Ob meine Email an die Stadtreinigung das schuld ist? Man weiß es nicht! ;-) Jedenfalls an den Masten vorbei den Berg hoch, die ich alle mit "normalen" Blenden mitgenommen habe. Die f/1.4 habe ich erst wieder ausgepackt, als ich da am Bagger vorbei kam. Und tatsächlich: Ich habe wieder eine gewisse Hintergrundunschärfe bekommen, obwohl der Bagger schon eine ganze Ecke weit weg stand. Ich sag mal, 10 Meter? Und trotzdem ist im Hintergrund noch ein bisschen Blur auszumachen. Gut, der Vordergrund ist auch nicht mehr sooo scharf, als hätte ich jetzt f/8 eingestellt, aber noch immer erstaunlich gut für so ein weites Objektiv, finde ich. Mir fehlt in meiner Sammlung wirklich noch so ein altes f/1.2-Monster, aber die sind ja praktisch unbezahlbar, weil Sammlerstücke. Eigentlich schade, dass diese Schätze in irgendwelchen Vitrinen verstauben, weil sie mittlerweile eher ein Wertanlage darstellen, als dass sie benutzt würden, um damit Fotos zu machen.


So langsam wurde es mir dann hier oben aber auch etwas frisch. Schließlich war nicht das beste Wetter und der Wind blies heftig über die Bergkuppe. Aber für den Blick ins Siebengebirge, speziell zum Großen Ölberg, habe ich gerne noch mal die Kamera ausgepackt.

Danach aber erst wieder im Dorf. Bei dem Licht und der Kälte hat es sich irgendwie nicht gelohnt, die Kamera da draußen auf den Feldern noch öfter zu zücken. War mir ganz ehrlich ein bisschen zu ekelig, da habe ich mich lieber ein wenig beeilt, nach Hause zu kommen. Aber die Osterglocken im Straßengraben haben mich dann doch überzeugt. War nicht ganz einfach, die aus diesem Winkel drauf zu bekommen. Bei einem AF-Objektiv kann man ja auch einfach mal drauf halten, aber hier ist ein Blick durch den Sucher ja praktisch unumgänglich. Zum Glück hilft in solchen Situationen das Live View wenigstens etwas, wenn auch nicht so wie an der Canon oder Sony, bei denen man den Bildschirm drehen und wenden und klappen kann. Die D800 ist in der Beziehung schon noch ein bisschen altmodisch. ;-)


Das letzte Offenblendenbild ist auch insgesamt das letzte in diesem Eintrag: Magnolien! Die haben es mir ja jedes Jahr aufs Neue angetan. Mit dem richtigen Abstand zum Hintergrund ist das Bokeh tatsächlich sehr hübsch, finde ich. Insgesamt denke ich noch immer, dass das Objektiv trotz des Nebels in der hinteren Linsengruppe durchaus die 20 Euro wert war, die ich dafür bezahlt habe. Und wer weiß, vielleicht finde ich ja noch einen Weg, den Schmutz da hinten raus zu kriegen!

Bonn für Schuhe

26.7.: Alle Jubeljahre muss auch die M mal neue Schuhe haben. Da das mit dem Internet ja Neuland ist und außerdem kauft man keine Schuhe, die man vorher nicht anprobieren konnte, da gehen wir ja d'accord. (Ich hasse diese Redewendung, btw. ;-)) Also bin ich an einem in mehrfacher Hinsicht durchwachsenen Donnerstag aufs Dorf gezuckelt, habe sie ins Auto geladen und dann sind wir nach Bonn gefahren. Vorher habe ich allerdings die verregneten Kamelien fotografiert:


Auf dem Weg in die ehemalige Bundeshauptstadt haben wir dann noch kurz entschlossen einen Zwischenstopp am Huma in Staugustin gemacht, weil, vielleicht findet man da ja schon Schuhe. Ich mein, die haben ja mindestens zwei Schuhläden und vor Ort haben wir dann festgestellt, dass es sogar den ein oder anderen zusätzlichen Schuhverkäufer gibt. ("Eine dicke Frau kam heute in den Schuhladen..." Toll, jetzt hab ich "Love & Marriage" im Kopf! Danke auch dafür!) Jedenfalls hatte keine dieser Einkaufsmöglichkeiten einen Ecco-Schuh in der passenden Größe, Form oder Farbe zu bieten, sodass wir nach schätzungsweise einer Stunde unsere Weltreise nach Bonn fortgesetzt haben. Da gibt es nämlich einen entsprechenden Laden, der nur vietnamesisch-portugisische Schuhe der dänischen Marke verkauft. (Globalisierung halt.) Der ist da übrigens direkt an der kleinen Ausstülpung vom Münsterplatz, wo die nackigen Damen auf dem Brunnen stehen, siehe Foto.


Danach haben wir einen kleinen Abstecher zum C&A gemacht. (Lauter Markennamen heute, ich sollte dafür bezahlt werden!) Da haben wir uns dann auch mal in der Auslage umgeschaut, aber nicht das gefunden, was sie gesucht hat. Wo verstecken die ihre Trainigsanzüge? Haben die sowas nicht mehr im Angebot?

Danach sind wir einmal quer über den Münsterplatz, weil sie noch beim Sinn gucken wollte, was wir dann wegen einsetzender Fußlahmheit aber nicht mehr getan haben. Selbst im Buchladen waren wir nicht mehr. Eine Schande! ;-)


Auf dem Rückweg haben wir dann noch beim Breuer gehalten (nachdem ich die anderen Läden alle mit Namen genannt habe, kann ich das hier ja auch machen, vielleicht zahlen die ja was). ;-) Weil, die Schwiegermutter hat demnächst mal wieder eine Veranstaltung geplant, sodass wir Blumen brauchten. Wollte noch günstig eine gelbe Phalenopsis mitnehmen, aber die wurde mir förmlich aus den Händen gerissen. War schon weit aufgeblüht und deshalb zum halben Preis. Stattdessen habe ich dann einen kleinen Topf mit Osterglocken mitgenommen, der jetzt hier auf dem Esstisch steht. Geht auch, und wenn die abgeblüht sind, kommen sie in den Vorgarten.

Dann zurück aufs Dorf und schließlich mit Umweg über den Aldi heim. War irgendwie so 10, 11 Stunden und 100 Kilometer unterwegs. Und das bei den Spritpreisen.

Spaziergang mit AI-S, Teil 1: Hanfbachtalhinweg

17.3.: Meine bunten Fotos liegen in letzter Zeit auch ewig auf Halde, es ist echt schlimm. Aber bei den hier nun folgenden handelt es sich sowieso hauptsächlich um Dinge, die ich eh ständig fotografiere. Denn: Ich hatte das "neue" (von mir gesäuberte) AI-S 50/1.4 auf der D800, um das mal ausgiebig zu testen, während ich zu Fuß das Hanfbachtal runter bin. Dabei habe ich es wie immer ein bisschen übertrieben, weshalb ich den Rückweg (über den Hausberg) in einen eigenen Eintrag verschieben muss, denn selnst ein "erweiterter Eintrag" ist für diese Flut an Bildern ungeeignet.

Nun ist es aber zusätzlich auch schon einen halben Monat her, dass ich diese Bilder geschossen habe. Aber ich komme jetzt erst dazu, mal einen Text dazu zu verfassen. Ich werde mich also voraussichtlich kurz fassen, nicht nur wegen der Menge an Bildern, sondern auch, weil ich nicht mehr so genau weiß, warum ich wo wann abgebogen bin und wen ich wie fotografiert habe. ;-) Schaumama.


Wie man sieht, das Wetter war nur so mäßg, eher bedeckt, weshalb das Objektiv nicht seinen vollen Kontrast präsentieren konnte. Aber: Ich finde, es gibt sein bestes, vor allem, wenn man bedenkt, dass da ja noch immer irgendein Schmutz zwischen den hinteren beiden Linsen klebt, den ich nicht weg bekomme, weil ich die beim besten Willen nicht auseinander bekommen habe. Das hat wahrscheinlich einen Grund, die sind wahrscheinlich verkittet und/oder so aufeinander abgestimmt, dass man sie nicht trennen kann. Aber ehrlich gesagt, bei diesem bedeckten Wetter merkt man davon nicht allzu viel. Ich habe kurz darauf auch Fotos bei strahlendem Sonnenschein gemacht, da haben helle Objekte gerne mal einen leichten Halo, was ich auf den Nebel zwischen den Linsen schiebe. Jetzt auch nichts Wildes, aber wenn man drauf achtet, dann sieht man es. Hier ist davon wenig zu spüren. Dabei habe ich schon alle möglichen grell leuchtenden Blüten mitgenommen, es war schließlich das erste kleine Frühlingserwachen. (...schon irgendwie früher als in meiner Jugend, vor dem Klimawandel. Aber das ist ein anderes Thema.)

Das Wetter kam mir insofern entgegen, dass ich auch mal weit offene Bilder machen konnte, oder zumindest nahe dran, ohne die Verschlussgeschwindigkeit mal wieder bis zum Maximum (Minimum?) auszunutzen. Aber bereits bei f/2 ist das Bokeh sehr cremig. Viel weiter aufblenden will man glaube ich gar nicht. Aber es lassen sich durchaus spannende Effekte damit erzielen und die Schärfe ist nicht schlechter als bei dem etwas moderneren AF 50/1.4, das ich sonst benutze. Beide stinken gegen das tatsächich moderner AF-S 50/1.8 G ab, aber das ist zu erwarten. Aber auf den ersten Blick würde ich behaupten: Es gibt optisch wenige bis keine Unterschiede zwischen der AF und der AI-S Version des 50/1.4.


Wie man auch sehen kann, bin ich entlang der Straße Richtung Hennef geschlendert und habe durch die stark gerodeten Seitenstreifen auf die Masten gehalten. Tatsächlich kann ich jetzt mal ganz andere Winkel realisieren, nachdem die Stadt da sämtlichen Wildwuchs entfernt hat. Ja, das hat die wahrscheinlich eher gemacht, damit die Rehe sich nicht mehr so gut verstecken können, bevor sie über die Straße rennen. Oder haben wir auch Wildschweine? Egal, ich denke jedenfalls, das war eher als Maßnahme gegen den Wildwechsel gedacht. Aber ich als Fotograf, der hier ständig die Masten ins Visir nimmt, habe auch einen Vorteil! ;-)

Weiter geht es im "erweiterten Eintrag". Wer also weiter lesen möchte, was ich mir zu den Fotos aus den Fingern sauge, ist herzlich zu einem KLICK eingeladen! ;-) "Spaziergang mit AI-S, Teil 1: Hanfbachtalhinweg" vollständig lesen

Bonner Stadtbummel

16.3.: Warum waren wir noch mal in Bonn? Ich glaube, Klamotten. Man krieg ja nichts mehr, weil die Leute alles im Internet bestellen und die Läden deswegen zu machen. Also, alle, nicht gerade so Ommawäsche anbieten, es gibt noch immer eine Generation, die nichts vom Neuland weiß! ;-) Aber ich bin da ja auch altmodisch und J ja auch, wir möchten gerne die Klamotten angucken, bevor wir sie kaufen, und fühlen und einschätzen, ob das jetzt billiger Müll von Wish oder Temu ist, oder ob das zumindest mal eine Runde in der Waschmaschine überleben würde. Steckt man heutzutage ja nicht drin. Also, in der Waschmaschine sowieso nicht. Hoffentlich. (War das nicht bei Castle so ein Fall, wo die Leiche in der Industrie-Waschmaschine steckte?)


Jedenfalls. Bonn. Wir haben wie immer in Beuel geparkt, um ein paar Meter zu Fuß gehen zu können, weil: Bewegung ist ja auch wichtig. Auf dem Weg zur Brücke habe ich schon die ersten 20 Bilder gemacht. (Heute im Angebot: Sony mit 35-105.) Ich weiß ja auch nicht, ich sehe überall Motive! Es ist eine Manie! ;-) Besonders Fahrräder und andere bewegliche Objekte haben es mir ja angetan. Mit dem kompakten Minolta-Zoom kann man am oberen Ende sogar eine ganz brauchbare Hintergrundunschärfe bekommen, wenn man auf den leichten 80er-Look, den dieses Objektiv ja hat, steht. (Ich hebe dann mal vorsichtig meine Hand. ;-))

Nachdem wir über die Brücke waren, sind wir dann im Kaufhof gewesen. Ich glaube, wir sind die letzten Menschen, die da noch hin gehen. Obwohl, da liefen auch ein paar Blagen rum, so diese typischen Nach-der-Schule-Teens, die den Laden unsicher machten. Wundert mich insofern dann doch ein bisschen, dass die schon wieder pleite machen. Das wievielte mal schließen die jetzt schon wieder Häuser? Dass die überhaupt noch was haben, was sie schließen können! Womit wir wieder bei den Internetbestellern wären, die sich dann wundern, wenn die Innenstädte aussterben.


Egal, nach dem Kaufhof wollten wir noch eine kleine Runde durch den großen Buchladen unten am Markt drehen, J wollte Spiele gucken. Ich habe die Zeit genutzt und habe den Fotoladen unsicher gemacht. Eine Z f liegt derzeit bei ca 1750,- Euro. Muss jetzt aber erst mal mein Auto zur Inspektion/TÜV schieben, das könnte ähnlich teuer werden! :-/ Und dann wollte er mich noch mit dem Voigtländer 50/1.2 locken. Ja, gut, nehme ich gerne, direkt so im Bundle. Also: Geschenkt! Weil, das Objektiv kostet ja noch mal 800 oder so. Ja, nee, dann bleibe ich lieber bei Vintage-Geräten und -Linsen. ;-) Ich mein, wäre schon geil, aber. Meine kleine Sony mit den Minoltas drauf ist eigentlich noch immer schick genug! Und die D800 sowieso!

Nachdem ich mich also genug deprimiert hatte, sind wir noch durch den Spieleladen. Oder, Moment, waren wir da nicht vor dem Kaufhof? Möglich. Auch egal. Wir haben ausnahmsweise mal nichts mit gebracht. Ist auch besser so, der Schrank ist bedrohlich voll und die Statistik, die J führt, sagte glaube ich so eine phantastische Zahl wie 150? Also, da sind auch die kleinen Kartenspiele drin, die Partyspiele und all der andere Scheiß, aber trotzdem! Wann ist das eigentlich passiert?!


Auf jeden Fall sind wir noch ein bisschen durch die Frühlingssonne gelaufen. Haben den Herrn Beethoven begutachtet, der schon wieder eine Taube in den Haaren hatte. Und das Münster. Und die Tische und Stühle stehen auch schon draußen. (Das Zoom macht interessante Flares.) Ach, und Batman war auch schon wieder da. (Wobei, ich meine mich dunkel zu erinnern, dass ich das schon mal fotografiert habe. Ich würde ja Google fragen, aber dann bekomme ich wieder Phantasieantworten von der KI zusammenhalluziniert! Und die Suchfunktion vom s9y ist ja nur so mysql LIKE. ;-))

Dann jedenfalls irgendwann zurück zum Rhein. Das Wetter war noch immer gut und das Licht ging da schon eher in Richtung tief stehende Sonne, alles sehr kontrastreich da auf der anderen Seite des großen Wassers. Habe mal ein paar Kormorane mitgenommen, die da unten auf der Fahnenstange saßen. Ja, das Objektiv vignettiert. Aber das macht nichts, das gehört zum Look. ;-)


Und das war unser Ausflug nach Bonn. Also, ihr Schnubbis: Flogt mir für mehr Shopping-Erlebnisse, klickt den Daumen hoch und vergesst nicht die ver***kte Glocke! (Was ist eigentlich aus der Glocke geworden?) Oder so ähnlich. Ich werde jetzt Unterwäsche-Influencer. Warum nicht? Gequirlte scheiße Quatschen und dafür Geld bekommen wäre man was anderes, als immer nur gequirlte Scheiße quatschen, wie ich das hier so tue! ;-)

Teotihuacan - Stadt der Götter

Eines der Spiele, die wir uns vom Flohmarkt auf der Bonn Spielt mit gebracht hatten, ist Teotihuacan: Stadt der Götter. Das stand zwar nicht ganz oben auf unserer Liste, aber hat uns genug interessiert, dass wir es mit genommen haben. Gebraucht war es auch extrem günstig für die vielen Holzteile, die da drin sind.


In Teotihuacan geht es hauptsächlich darum, die Pyramide in der Mitte des großen Spielplans zu bauen, damit die Götter besänftigt sind. Nebenbei kann man noch einige andere Dinge tun, etwa Häuschen bauen und Verzierungen an den Stufen der Pyramide anbringen. Um das alles zu bewerkstelligen, muss man seine Arbeiter von Ort zu Ort, von Gebäude zu Gebäude schicken, damit diese dort Arbeiten verrichten, etwa Baumaterial sammeln oder Fähigkeiten lernen. Das Ganze muss natürlich auch irgendwann enden, und zwar, wenn zum dritten Mal eine Sonnenfinsternis eingetreten ist. Das passiert immer, wenn der weiße Marker den schwarzen Marker trifft, wobei aber immer nur der weiße bewegt wird, und zwar am Ende einer jeden Runde, wenn alle Spieler einen Zug gemacht haben. (Es gibt auch besondere Ereignisse, die die helle Scheibe weiter ziehen lassen, aber die kommen selten vor, sodass ich sie jetzt mal weg lasse. Ich will hier ja wie immer nicht die Betriebsanleitung nacherzählen, sondern was zum Spielerlebnis sagen.)

Teotihuacan ist kein klassisches Worker Placement, sondern stattdessen laufen die Arbeiter immer rechtsrum im Uhrzeigersinn über den Plan und besuchen dabei verschiedene Orte in der Stadt. Dabei gibt es kein Cool Down, man kann also im nächsten Zug den gleichen Arbeiter wieder bewegen, wenn man möchte. Am Anfang hat man drei Arbeiter, die über den Plan laufen, man kann einen vierten freischalten. Repräsentiert werden diese durch Würfel, deren sichtbare Augenzahl die Stärke oder den Erfahrungswert des Arbeiters angeben. Je höher die Zahl, desto bessere Aktionen können die Arbeiter ausführen, und nach jeder getanen Arbeit können sie ein Level aufsteigen. Wenn sie allerdings bei der 6 angekommen sind, gehen sie ins Jenseits über. Dann kann man seinen Klotz auf der Totenallee bewegen und der Würfel wird - zurückgesetzt auf 1 - wieder auf den Startpunkt im Palast abgelegt, von wo er als neuer, unerfahrener Arbeiter von vorne startet.


In jedem Zug kann ein Arbeiter bis zu drei Orte weiter bewegt werden, sodass man mit einem bestimmten Arbeiter nie alle Orte erreichen kann. Es ist also sinnvoll, sie einigermaßen gleichmäßig zu verteilen und seine Aktionen gut zu planen. Zudem kann man an bestimmten einzelnen Orten die Arbeiter auch auf speziellen Fendern festsetzen, wo sie stehen bleiben, biss man eine gewisse Menge Kakao (die Währung im Spiel) zahlt, um sie wieder frei zu kaufen. Als Belohnung winken hier bestimmte Sonderplättchen, die man sammeln kann (wie Masken, die bei der Finsternis-Abrechnung Punkte bringen) oder die bestimmte Fähigkeiten zur einmaligen Verwendung bieten.

Klingt alles mal wieder komplizierter, als es tatsächlich ist, aber man sollte auch bedenken, dass die Anleitung schon eher ein dickes Heft als eine dünne Packungsbeilage ist. Die Lernkurve ist relativ hoch, auch wenn das eigentliche Spiel nach deren Lektüre recht flott und flüssig von der Hand geht. Strategie ist hier immer wichtig, man sollte immer im Hinterkopf behalten, was man eigentlich gerade vor hatte und wie man die meisten Punkte abgreifen kann. So etwa beim Bau der Pyramide, wo man möglichst viele Symbole passend übereinander legen möchte, um Boni zu erhalten, wie etwa auf den Tempelleisten aufzusteigen, die wiederum ebenfalls Boni (und Punkte) bringen. Gleiches gilt für die Verzierungen, die man an den Aufgängen auf die Pyramide anbringen kann. Nebenbei kann man noch seine Fähigkeiten verbessern, im Palast Dienst tun und Häuser errichten. Alles für Punkte. Am Ende wird abgerechnet und wer die meisten hat, gewinnt.


Soweit grob das Spielprinzip. Wie gesagt: Die Anleitung hat so um die 20 Seiten, da gibt es einiges zu lernen, was ich in so einem kurzen Artikel nicht beschreiben kann und will! Was mich aber zum Material bringt, von dem ich durchweg überzeugt bin: Die Pyramidenteile sind aus Holz und wertig, der Spielplan ist hübsch und dem Thema entsprechend gestaltet und selbst die Papp-Plättchen fühlen sich nicht allzu billig an. Auch die Ressourcen, von denen es Gold, Steine und Holz gibt, sind aus Holz und passen gut in die Hand. Einzig die Kakao-Plättchen sind ein bisschen klein geraten, finde ich. Überhaupt fühlen sie sich während des Spiels ein bisschen wie ein Nachgedanke an, um das Spiel ein bisschen schwieriger zu gestalten. (Mit dem Kakao kann man nicht nur seine Arbeiter aus den Tempel-Ecken freikaufen, sondern muss diese auch am Ende, wenn die Finsternis kommt, bezahlen/füttern.)

Das ändert aber nichts daran, dass das Spiel insgesamt einen gut durchdachten und wertigen Eindruck hinterlässt. Die Regeln mögen kompliziert erscheinen, wenn man sie liest, aber im Spiel ergeben die allermeisten einen logischen Sinn. Man kann halt keine Pyramide bauen, ohne eine gewisse Menge Material beschafft zu haben. (Dabei ist es übrigens immer hilfreich, wenn zwei Arbeiter auf dem gleichen Ort landen, denn die beiden können sich dann gegenseitig helfen und die Belohnung fällt dementsprechend üppiger aus.) Vor allem passen die Regeln sehr gut zum Setting: Eine mesoamerikanische Stadt vor der Kolonialisierung durch die Europäer. Während des Spiels kommt tatsächlich ein gewisses prä-kolumbianisches Feeling auf, auch wenn es natürlich nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben der Bewohner repräsentiert.


Fazit: Mal ein bisschen etwas anderes als unsere üblichen Worker Placements; ein Spiel, dass auf den ersten Blick Ähnlichkeiten mit Men-Nefer hat (antikes Setting, Pyramiden, etc.), sich aber doch anders spielt, weil man immer im Kreis läuft, um bestimmte, wiederkehrende Arbeiten zu verrichten (mehr wie bei Iki). Mir gefällt es sehr gut, weil mich das Thema ja voll anspricht - Archäologie und Vorgeschichte haben mich schon immer fasziniert und Mesoamerika ganz besonders.

Meine Kritikpunkte sind wenige: Die Ikonografie des Spiels ist im ersten Moment überwältigend, dann aber doch nicht konsequent durchgezogen. So wird etwa manchmal mit dem antiken Punkte-Strich-System für Zahlen gearbeitet, dann aber wieder nicht, und es wäre zB witzig gewesen, die Zahlen 1-6 auf den Würfeln nicht durch normale Punkte darzustellen, sondern eben im gleichen System. Wäre aber evtl. für Einsteiger, die sich im mesoamerikanischem Zahlensystem (Basis 20) nicht auskennen doch zu überfordernd gewesen? Ansonsten bin ich eigentlich hin und weg und würde dem Spiel eine eher hohe bis sehr hohe Bewertung geben. Was weiß ich, 4½ von 5 Sternen? Sowas in die Richtung. Vor allem, weil wir es günstig bekommen haben, hat es sich echt gelohnt.