Nachdem ich ja - wie gesagt - ein paar überflüssige Kilos verloren habe, kann ich auch mal wieder etwas mehr Schrott essen:
Nicht, dass ich während meiner (unfreiwilligen) Diät nicht eh die ganze Zeit Schrott gegessen hätte. Das Ganze war eh mal wieder der typische Fall von Friss die Hälfte. ...oder an manchen Tagen auch gar nichts. Ja, ich weiß, sehr gesund und alles, aber wenn man vor Stress nichts runter kriegt, was willste machen?
Nach so viel Stress die letzten Wochen ist es gar nicht so einfach, mal etwas zur Ruhe zu kommen. Es ist ja nicht so, als würde man nicht trotzdem jeden Tag hin und her fahren...
Deshalb ist mal ein freier Tag mit einem kleinen Spielchen Carcassonne und anschließendem frisch belegtem Burger (oder zwei) mal ganz wichtig. Alleine schon, weil man mal wieder mit anderen Personen interagiert, die wahrscheinlich langsam glauben, sie würden mich gar nicht mehr zu Gesicht bekommen. (Natürlich hat die Frau beim Carcassonne wieder gewonnen, aber das macht nichts, Hauptsache man hat Spaß.)
Also gut, was habe ich die letzten Wochen gelernt? Fassen wir mal zusammen:
Die Sauerstoffsättigung im Blut sollte bei über 95 liegen. Darunter ist nicht gut. Fällt sie unter 90, ist das schlecht. Fällt sie unter 85, ist das alarmierend. Fällt sie noch tiefer, wird die betreffende Person auf der Intensivstation eingesperrt und tagelang mit Sauerstoff über eine Atemmaske versorgt und man wird als Angehöriger mit der Möglichkeit einer langzeitigen Intubation konfrontiert, was einem den Angstschweiß auf die Stirn treibt und Panik macht. (Zum Glück ging es auch ohne!)
Wenn die betreffende Person bereits unter der Chemo 10 Kilo abgenommen hat, hat sie nach 10 Tagen Intensiv, in denen sie einige Tage gar nichts zu sich nehmen konnte, noch mal 10 Kilo weniger und kann sich praktisch gar nicht mehr richtig von A nach B bewegen.
Wenn die Person dann endlich alle vorher noch vorhandenen Muskeln verloren hat, wird sie wieder auf die normale Station geschickt, wo sie den Rest ihrer Pneumonitis auskurieren darf (Kortison, vorsichtshalber noch ein paar Antibiotika, the whole nine yards, sozusagen) und so langsam wieder auf die Beine kommen soll. Was bei dem angebotenen Krankenhausessen nicht ganz einfach ist.
Der Sozialdienst hilft, eine Pflegestufe zu beantragen. Per Eilverfahren. Ach ne, das heißt jetzt Pflegegrad, aber ich bin ja altmodisch. Trotzdem bin ich sehr froh, dass es da auch Menschen gibt, die sich damit auskennen, denn ich habe so schon lang genug mit der Krankenkasse telefonieren dürfen und ich habe absolut gar keine Ahnung.
Die Ausstattung von Krankenhäusern mit Technik ist meist besser als mit Pflegepersonal. Trotzdem - oder gerade deshalb? - geben sie sich alle Mühe, auch wenn es manchmal etwas länger dauert.
Wenn Ärzte so still werden und rum drucksen, ist was im Busch. Wenn sie jedoch fröhlich sind und zu Scherzen aufgelegt, geht es bergauf!
All das geht doch schwer an die Nerven.
Alles in allem eine Erfahrung, die ich so schnell nicht wieder machen möchte. Habe selber auch seit Januar fast 10 Kilo verloren. Wie gesagt, ich dachte immer, ich wäre ein Stressesser, aber das gilt wohl nur für den "normalen", alltäglichen Stress.
Wie auch immer: Kann jetzt bitte alles wieder gut werden. So wie vorher? Ich versprech auch, immer brav zu sein...