Micro-NIKKOR 55mm 1:3.5
Auf dem Flohmarkt am 20.6. habe ich mir mal wieder eine Kleinigkeit gegönnt. Eigentlich hatte ich ja extra kein Geld mit genommen, damit ich auch keins ausgeben kann, aber leider nehmen die meiste Leute ja heutzutage auch PayPal, Wero, hastenichgesehen. Und so habe ich mal eben schnell 40€ and den Herrn am Stand nebenan überwiesen, der dem eigentlichen Verkäufer dann Bares in die Hand gegeben hat, und ich habe dieses wunderschöne, wenn auch mit leichten Lackschäden daher kommende Micro-NIKKOR 55mm 1:3.5 mitgenommen. Danach suchte ich ja tatsächlich schon was länger, aber bisher waren mir die (mindestens doppelt so hohen) Preise bei eBay nicht genehm. Ich sortiere das Teil also mal wieder in die Kategorie "Schnäppchen" ein, wenn auch bei den eher hochpreisigen!
Außer ein paar Abplatzern im Lack und einem etwas länger nicht benutzten Fokus (der deshalb ein bisschen ungleichmäßig steif daher kommt, was sich aber mit der Benutzung wieder legt) ist es aber völlig in Ordnung. Die Optik ist klar, keine Pilze, kaum Staub, keine Kratzer vom Putzen. Es mag nicht das best erhaltenste Exemplar sein, aber es funktioniert einwandfrei. Hier ein paar Beauty Shots, die ich noch in den Rheinauen gemacht habe:
Mit dem Zoom glüht es in der hellen Sonne ein bisschen, aber man bekommt schon einen recht guten Eindruck davon. Warum habe ich nach diesem eher unscheinbaren Objektiv schon seit etwa einem Jahr oder gar länger Ausschau gehalten? Nun, das Internet ist sich ziemlich einig, dass es eines der besten Makros der 1970er ist. (Seine Vorfahren mit non-AI-F-Mount reichen ja bis an den Anfang der 1960er zurück; dieses hier ist aber ein recht spätes Modell mit AI-Anschluss, wahrscheinlich 1978-79.) Es soll bestechend scharf sein bei allen Entfernungen, mit 1:2 bietet es eine schon fast extreme Vergrößerung (den passenden Zwischenring für 1:1 habe ich ja auch im Arsenal), soll aber gleichzeitig auch im "normalen" Einsatz als Allround-Normalbrennweite ganz gut sein. Das einzig Negative ist die eher geringe Öffnung von f/3,5, aber da ich ja eh meist meine Bilder bei f/4 mache, ist das auch nur so ein bisschen schlecht.
Was es kann, habe ich gleich da im Rosengarten mal ausprobiert. Zu beachten ist, dass hier zwei Adapter zum Einsatz kamen: Auf den Viltrox EF-E Adapter habe ich den F-EF-Adapter aufgesetzt und darauf das Objektiv. Das funktioniert erstaunlich gut, außer dass ich es zuerst falsch angesetzt hatte und es beinahe nicht wieder abbekommen hätte. Die Sony macht gute Fotos, aber über Focus Peaking habe ich mich ja schon öfter mal beschwert. Außerdem ist der Blendenhebel am F-Adapter doof. Mir ist nachher erst eingefallen, dass ich den bei einem Objektiv mit Blendenring ja gar nicht benutzen muss! Mööp! Ich dumm! (Liegt an der Hitze, da ist das mit dem Denken so eine Sache.)
Sehr hübsche Rosenbilder jedenfalls. Das lässt mich hoffen, dass die Fotos, die ich mit einer echten Nikon machen werde, mindestens genauso gut sind. Auch das Übersichtsbild über den Flohmarkt verspricht gutes: Auch bei normaler Brennweite ist das Ding scharf und praktisch frei von Verzerrungen. Erstaunlich! Das Objektiv war damals ja eher so der Einstieg in die Makro-Fotografie; es gab da deutlich teurere Optionen. Und es ist erstaunlich gut gealtert: Auch auf der Sony macht es typische Nikon-Farben, auch abgeblendet hat es ein schönes, sanftes Bokeh. Und bei einem Makro ist es schon wichtig, dass man es wirklich weit abblenden kann: f/32 ist hier die kleinste Öffnung. Dann überwiegt zwar deutlich die Brechung aufgrund der Welleneigenschaft, aber man bekommt schon eine recht große Schärfeebene. Bevor so moderne Dinge wie Focus Stacking erfunden wurden, war das die einzige Art und Weise, möglichst viel Tiefe ins Bild zu bekommen.
Zu Hause im Garten habe ich dann auch noch ein paar Beauty Shots gemacht. Auffallend ist, dass die Frontlinse so weit zurück versetzt im Tubus ist. Ich nehme an, damit schattet das Objektiv schon von sich aus einiges an möglichen Flares ab. (Auch wenn ich bei meinem Test am folgenden Tag keine größeren Gegenlichtprobleme feststellen konnte, kann das im Studio mit vielen Lampen schon ganz anders aussehen.) Außerdem rotiert der Fokusring zwar aber der Tubus fährt unrotierend aus. Scheinbar ist der Fokus auch auf einer doppelten Schnecke gelagert: Der Ring bewegt sich nach vorne, das Frontelement aber noch mehr. So wird wahrscheinlich für optische Fehler korrigiert, die bei bestimmten Entfernungen auftreten. (Hey, ich bin halt auch kein Optikexperte! Ich kann nur nachquatschen, was ich mir hobbymäßig angelesen habe!
)
Jedenfalls: Noch ein Schnäppchen! Zwar eins, das nicht ganz so günstig ist, aber trotzdem eins, das ich länger schon auf meiner Liste hatte und jetzt abhaken kann. Wie der Eindruck beim Einsatz auf meiner D800 war, erfahrt ihr im Folgeeintrag. Aber so viel sei gesagt: Ein Objektiv, das von seiner grundlegenden Konstruktion über ein halbes Jahrhundert alt ist, hat definitiv nicht so unglaublich scharf und genial vielseitig zu sein! Ich weiß nicht, welche schwarze Magie die Nikon-Konstrukteure damals verwendet haben, aber! Wer die Gelegenheit hat, das Ding zu verwenden, sollte es auf jeden Fall mal testen. Das neuere f/2,8 soll ja noch einen Tacken schärfer sein, aber ich frage mich, wie das gehen soll! Bei der D800 mit ihren 36 MP habe ich echt Probleme, das Ding perfekt scharf zu stellen, man sieht sofort, wenn der Fokus daneben gelegen hat, weil es einfach so unglaublich messerscharf ist. Ein Stativ und Windstille sind eigentlich Grundvoraussetzung für den Einsatz als Makro! Darüber hinaus hat es aber auch tatsächlich die versprochene Vielseitigkeit, was ich echt erstaunlich finde. Aber ich nehme zu viel vorweg!
Außer ein paar Abplatzern im Lack und einem etwas länger nicht benutzten Fokus (der deshalb ein bisschen ungleichmäßig steif daher kommt, was sich aber mit der Benutzung wieder legt) ist es aber völlig in Ordnung. Die Optik ist klar, keine Pilze, kaum Staub, keine Kratzer vom Putzen. Es mag nicht das best erhaltenste Exemplar sein, aber es funktioniert einwandfrei. Hier ein paar Beauty Shots, die ich noch in den Rheinauen gemacht habe:
Mit dem Zoom glüht es in der hellen Sonne ein bisschen, aber man bekommt schon einen recht guten Eindruck davon. Warum habe ich nach diesem eher unscheinbaren Objektiv schon seit etwa einem Jahr oder gar länger Ausschau gehalten? Nun, das Internet ist sich ziemlich einig, dass es eines der besten Makros der 1970er ist. (Seine Vorfahren mit non-AI-F-Mount reichen ja bis an den Anfang der 1960er zurück; dieses hier ist aber ein recht spätes Modell mit AI-Anschluss, wahrscheinlich 1978-79.) Es soll bestechend scharf sein bei allen Entfernungen, mit 1:2 bietet es eine schon fast extreme Vergrößerung (den passenden Zwischenring für 1:1 habe ich ja auch im Arsenal), soll aber gleichzeitig auch im "normalen" Einsatz als Allround-Normalbrennweite ganz gut sein. Das einzig Negative ist die eher geringe Öffnung von f/3,5, aber da ich ja eh meist meine Bilder bei f/4 mache, ist das auch nur so ein bisschen schlecht.
Was es kann, habe ich gleich da im Rosengarten mal ausprobiert. Zu beachten ist, dass hier zwei Adapter zum Einsatz kamen: Auf den Viltrox EF-E Adapter habe ich den F-EF-Adapter aufgesetzt und darauf das Objektiv. Das funktioniert erstaunlich gut, außer dass ich es zuerst falsch angesetzt hatte und es beinahe nicht wieder abbekommen hätte. Die Sony macht gute Fotos, aber über Focus Peaking habe ich mich ja schon öfter mal beschwert. Außerdem ist der Blendenhebel am F-Adapter doof. Mir ist nachher erst eingefallen, dass ich den bei einem Objektiv mit Blendenring ja gar nicht benutzen muss! Mööp! Ich dumm! (Liegt an der Hitze, da ist das mit dem Denken so eine Sache.)
Sehr hübsche Rosenbilder jedenfalls. Das lässt mich hoffen, dass die Fotos, die ich mit einer echten Nikon machen werde, mindestens genauso gut sind. Auch das Übersichtsbild über den Flohmarkt verspricht gutes: Auch bei normaler Brennweite ist das Ding scharf und praktisch frei von Verzerrungen. Erstaunlich! Das Objektiv war damals ja eher so der Einstieg in die Makro-Fotografie; es gab da deutlich teurere Optionen. Und es ist erstaunlich gut gealtert: Auch auf der Sony macht es typische Nikon-Farben, auch abgeblendet hat es ein schönes, sanftes Bokeh. Und bei einem Makro ist es schon wichtig, dass man es wirklich weit abblenden kann: f/32 ist hier die kleinste Öffnung. Dann überwiegt zwar deutlich die Brechung aufgrund der Welleneigenschaft, aber man bekommt schon eine recht große Schärfeebene. Bevor so moderne Dinge wie Focus Stacking erfunden wurden, war das die einzige Art und Weise, möglichst viel Tiefe ins Bild zu bekommen.
Zu Hause im Garten habe ich dann auch noch ein paar Beauty Shots gemacht. Auffallend ist, dass die Frontlinse so weit zurück versetzt im Tubus ist. Ich nehme an, damit schattet das Objektiv schon von sich aus einiges an möglichen Flares ab. (Auch wenn ich bei meinem Test am folgenden Tag keine größeren Gegenlichtprobleme feststellen konnte, kann das im Studio mit vielen Lampen schon ganz anders aussehen.) Außerdem rotiert der Fokusring zwar aber der Tubus fährt unrotierend aus. Scheinbar ist der Fokus auch auf einer doppelten Schnecke gelagert: Der Ring bewegt sich nach vorne, das Frontelement aber noch mehr. So wird wahrscheinlich für optische Fehler korrigiert, die bei bestimmten Entfernungen auftreten. (Hey, ich bin halt auch kein Optikexperte! Ich kann nur nachquatschen, was ich mir hobbymäßig angelesen habe!
Jedenfalls: Noch ein Schnäppchen! Zwar eins, das nicht ganz so günstig ist, aber trotzdem eins, das ich länger schon auf meiner Liste hatte und jetzt abhaken kann. Wie der Eindruck beim Einsatz auf meiner D800 war, erfahrt ihr im Folgeeintrag. Aber so viel sei gesagt: Ein Objektiv, das von seiner grundlegenden Konstruktion über ein halbes Jahrhundert alt ist, hat definitiv nicht so unglaublich scharf und genial vielseitig zu sein! Ich weiß nicht, welche schwarze Magie die Nikon-Konstrukteure damals verwendet haben, aber! Wer die Gelegenheit hat, das Ding zu verwenden, sollte es auf jeden Fall mal testen. Das neuere f/2,8 soll ja noch einen Tacken schärfer sein, aber ich frage mich, wie das gehen soll! Bei der D800 mit ihren 36 MP habe ich echt Probleme, das Ding perfekt scharf zu stellen, man sieht sofort, wenn der Fokus daneben gelegen hat, weil es einfach so unglaublich messerscharf ist. Ein Stativ und Windstille sind eigentlich Grundvoraussetzung für den Einsatz als Makro! Darüber hinaus hat es aber auch tatsächlich die versprochene Vielseitigkeit, was ich echt erstaunlich finde. Aber ich nehme zu viel vorweg!















