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Bonn für Schuhe

26.7.: Alle Jubeljahre muss auch die M mal neue Schuhe haben. Da das mit dem Internet ja Neuland ist und außerdem kauft man keine Schuhe, die man vorher nicht anprobieren konnte, da gehen wir ja d'accord. (Ich hasse diese Redewendung, btw. ;-)) Also bin ich an einem in mehrfacher Hinsicht durchwachsenen Donnerstag aufs Dorf gezuckelt, habe sie ins Auto geladen und dann sind wir nach Bonn gefahren. Vorher habe ich allerdings die verregneten Kamelien fotografiert:


Auf dem Weg in die ehemalige Bundeshauptstadt haben wir dann noch kurz entschlossen einen Zwischenstopp am Huma in Staugustin gemacht, weil, vielleicht findet man da ja schon Schuhe. Ich mein, die haben ja mindestens zwei Schuhläden und vor Ort haben wir dann festgestellt, dass es sogar den ein oder anderen zusätzlichen Schuhverkäufer gibt. ("Eine dicke Frau kam heute in den Schuhladen..." Toll, jetzt hab ich "Love & Marriage" im Kopf! Danke auch dafür!) Jedenfalls hatte keine dieser Einkaufsmöglichkeiten einen Ecco-Schuh in der passenden Größe, Form oder Farbe zu bieten, sodass wir nach schätzungsweise einer Stunde unsere Weltreise nach Bonn fortgesetzt haben. Da gibt es nämlich einen entsprechenden Laden, der nur vietnamesisch-portugisische Schuhe der dänischen Marke verkauft. (Globalisierung halt.) Der ist da übrigens direkt an der kleinen Ausstülpung vom Münsterplatz, wo die nackigen Damen auf dem Brunnen stehen, siehe Foto.


Danach haben wir einen kleinen Abstecher zum C&A gemacht. (Lauter Markennamen heute, ich sollte dafür bezahlt werden!) Da haben wir uns dann auch mal in der Auslage umgeschaut, aber nicht das gefunden, was sie gesucht hat. Wo verstecken die ihre Trainigsanzüge? Haben die sowas nicht mehr im Angebot?

Danach sind wir einmal quer über den Münsterplatz, weil sie noch beim Sinn gucken wollte, was wir dann wegen einsetzender Fußlahmheit aber nicht mehr getan haben. Selbst im Buchladen waren wir nicht mehr. Eine Schande! ;-)


Auf dem Rückweg haben wir dann noch beim Breuer gehalten (nachdem ich die anderen Läden alle mit Namen genannt habe, kann ich das hier ja auch machen, vielleicht zahlen die ja was). ;-) Weil, die Schwiegermutter hat demnächst mal wieder eine Veranstaltung geplant, sodass wir Blumen brauchten. Wollte noch günstig eine gelbe Phalenopsis mitnehmen, aber die wurde mir förmlich aus den Händen gerissen. War schon weit aufgeblüht und deshalb zum halben Preis. Stattdessen habe ich dann einen kleinen Topf mit Osterglocken mitgenommen, der jetzt hier auf dem Esstisch steht. Geht auch, und wenn die abgeblüht sind, kommen sie in den Vorgarten.

Dann zurück aufs Dorf und schließlich mit Umweg über den Aldi heim. War irgendwie so 10, 11 Stunden und 100 Kilometer unterwegs. Und das bei den Spritpreisen.

Spaziergang mit AI-S, Teil 1: Hanfbachtalhinweg

17.3.: Meine bunten Fotos liegen in letzter Zeit auch ewig auf Halde, es ist echt schlimm. Aber bei den hier nun folgenden handelt es sich sowieso hauptsächlich um Dinge, die ich eh ständig fotografiere. Denn: Ich hatte das "neue" (von mir gesäuberte) AI-S 50/1.4 auf der D800, um das mal ausgiebig zu testen, während ich zu Fuß das Hanfbachtal runter bin. Dabei habe ich es wie immer ein bisschen übertrieben, weshalb ich den Rückweg (über den Hausberg) in einen eigenen Eintrag verschieben muss, denn selnst ein "erweiterter Eintrag" ist für diese Flut an Bildern ungeeignet.

Nun ist es aber zusätzlich auch schon einen halben Monat her, dass ich diese Bilder geschossen habe. Aber ich komme jetzt erst dazu, mal einen Text dazu zu verfassen. Ich werde mich also voraussichtlich kurz fassen, nicht nur wegen der Menge an Bildern, sondern auch, weil ich nicht mehr so genau weiß, warum ich wo wann abgebogen bin und wen ich wie fotografiert habe. ;-) Schaumama.


Wie man sieht, das Wetter war nur so mäßg, eher bedeckt, weshalb das Objektiv nicht seinen vollen Kontrast präsentieren konnte. Aber: Ich finde, es gibt sein bestes, vor allem, wenn man bedenkt, dass da ja noch immer irgendein Schmutz zwischen den hinteren beiden Linsen klebt, den ich nicht weg bekomme, weil ich die beim besten Willen nicht auseinander bekommen habe. Das hat wahrscheinlich einen Grund, die sind wahrscheinlich verkittet und/oder so aufeinander abgestimmt, dass man sie nicht trennen kann. Aber ehrlich gesagt, bei diesem bedeckten Wetter merkt man davon nicht allzu viel. Ich habe kurz darauf auch Fotos bei strahlendem Sonnenschein gemacht, da haben helle Objekte gerne mal einen leichten Halo, was ich auf den Nebel zwischen den Linsen schiebe. Jetzt auch nichts Wildes, aber wenn man drauf achtet, dann sieht man es. Hier ist davon wenig zu spüren. Dabei habe ich schon alle möglichen grell leuchtenden Blüten mitgenommen, es war schließlich das erste kleine Frühlingserwachen. (...schon irgendwie früher als in meiner Jugend, vor dem Klimawandel. Aber das ist ein anderes Thema.)

Das Wetter kam mir insofern entgegen, dass ich auch mal weit offene Bilder machen konnte, oder zumindest nahe dran, ohne die Verschlussgeschwindigkeit mal wieder bis zum Maximum (Minimum?) auszunutzen. Aber bereits bei f/2 ist das Bokeh sehr cremig. Viel weiter aufblenden will man glaube ich gar nicht. Aber es lassen sich durchaus spannende Effekte damit erzielen und die Schärfe ist nicht schlechter als bei dem etwas moderneren AF 50/1.4, das ich sonst benutze. Beide stinken gegen das tatsächich moderner AF-S 50/1.8 G ab, aber das ist zu erwarten. Aber auf den ersten Blick würde ich behaupten: Es gibt optisch wenige bis keine Unterschiede zwischen der AF und der AI-S Version des 50/1.4.


Wie man auch sehen kann, bin ich entlang der Straße Richtung Hennef geschlendert und habe durch die stark gerodeten Seitenstreifen auf die Masten gehalten. Tatsächlich kann ich jetzt mal ganz andere Winkel realisieren, nachdem die Stadt da sämtlichen Wildwuchs entfernt hat. Ja, das hat die wahrscheinlich eher gemacht, damit die Rehe sich nicht mehr so gut verstecken können, bevor sie über die Straße rennen. Oder haben wir auch Wildschweine? Egal, ich denke jedenfalls, das war eher als Maßnahme gegen den Wildwechsel gedacht. Aber ich als Fotograf, der hier ständig die Masten ins Visir nimmt, habe auch einen Vorteil! ;-)

Weiter geht es im "erweiterten Eintrag". Wer also weiter lesen möchte, was ich mir zu den Fotos aus den Fingern sauge, ist herzlich zu einem KLICK eingeladen! ;-) "Spaziergang mit AI-S, Teil 1: Hanfbachtalhinweg" vollständig lesen

Bonner Stadtbummel

16.3.: Warum waren wir noch mal in Bonn? Ich glaube, Klamotten. Man krieg ja nichts mehr, weil die Leute alles im Internet bestellen und die Läden deswegen zu machen. Also, alle, nicht gerade so Ommawäsche anbieten, es gibt noch immer eine Generation, die nichts vom Neuland weiß! ;-) Aber ich bin da ja auch altmodisch und J ja auch, wir möchten gerne die Klamotten angucken, bevor wir sie kaufen, und fühlen und einschätzen, ob das jetzt billiger Müll von Wish oder Temu ist, oder ob das zumindest mal eine Runde in der Waschmaschine überleben würde. Steckt man heutzutage ja nicht drin. Also, in der Waschmaschine sowieso nicht. Hoffentlich. (War das nicht bei Castle so ein Fall, wo die Leiche in der Industrie-Waschmaschine steckte?)


Jedenfalls. Bonn. Wir haben wie immer in Beuel geparkt, um ein paar Meter zu Fuß gehen zu können, weil: Bewegung ist ja auch wichtig. Auf dem Weg zur Brücke habe ich schon die ersten 20 Bilder gemacht. (Heute im Angebot: Sony mit 35-105.) Ich weiß ja auch nicht, ich sehe überall Motive! Es ist eine Manie! ;-) Besonders Fahrräder und andere bewegliche Objekte haben es mir ja angetan. Mit dem kompakten Minolta-Zoom kann man am oberen Ende sogar eine ganz brauchbare Hintergrundunschärfe bekommen, wenn man auf den leichten 80er-Look, den dieses Objektiv ja hat, steht. (Ich hebe dann mal vorsichtig meine Hand. ;-))

Nachdem wir über die Brücke waren, sind wir dann im Kaufhof gewesen. Ich glaube, wir sind die letzten Menschen, die da noch hin gehen. Obwohl, da liefen auch ein paar Blagen rum, so diese typischen Nach-der-Schule-Teens, die den Laden unsicher machten. Wundert mich insofern dann doch ein bisschen, dass die schon wieder pleite machen. Das wievielte mal schließen die jetzt schon wieder Häuser? Dass die überhaupt noch was haben, was sie schließen können! Womit wir wieder bei den Internetbestellern wären, die sich dann wundern, wenn die Innenstädte aussterben.


Egal, nach dem Kaufhof wollten wir noch eine kleine Runde durch den großen Buchladen unten am Markt drehen, J wollte Spiele gucken. Ich habe die Zeit genutzt und habe den Fotoladen unsicher gemacht. Eine Z f liegt derzeit bei ca 1750,- Euro. Muss jetzt aber erst mal mein Auto zur Inspektion/TÜV schieben, das könnte ähnlich teuer werden! :-/ Und dann wollte er mich noch mit dem Voigtländer 50/1.2 locken. Ja, gut, nehme ich gerne, direkt so im Bundle. Also: Geschenkt! Weil, das Objektiv kostet ja noch mal 800 oder so. Ja, nee, dann bleibe ich lieber bei Vintage-Geräten und -Linsen. ;-) Ich mein, wäre schon geil, aber. Meine kleine Sony mit den Minoltas drauf ist eigentlich noch immer schick genug! Und die D800 sowieso!

Nachdem ich mich also genug deprimiert hatte, sind wir noch durch den Spieleladen. Oder, Moment, waren wir da nicht vor dem Kaufhof? Möglich. Auch egal. Wir haben ausnahmsweise mal nichts mit gebracht. Ist auch besser so, der Schrank ist bedrohlich voll und die Statistik, die J führt, sagte glaube ich so eine phantastische Zahl wie 150? Also, da sind auch die kleinen Kartenspiele drin, die Partyspiele und all der andere Scheiß, aber trotzdem! Wann ist das eigentlich passiert?!


Auf jeden Fall sind wir noch ein bisschen durch die Frühlingssonne gelaufen. Haben den Herrn Beethoven begutachtet, der schon wieder eine Taube in den Haaren hatte. Und das Münster. Und die Tische und Stühle stehen auch schon draußen. (Das Zoom macht interessante Flares.) Ach, und Batman war auch schon wieder da. (Wobei, ich meine mich dunkel zu erinnern, dass ich das schon mal fotografiert habe. Ich würde ja Google fragen, aber dann bekomme ich wieder Phantasieantworten von der KI zusammenhalluziniert! Und die Suchfunktion vom s9y ist ja nur so mysql LIKE. ;-))

Dann jedenfalls irgendwann zurück zum Rhein. Das Wetter war noch immer gut und das Licht ging da schon eher in Richtung tief stehende Sonne, alles sehr kontrastreich da auf der anderen Seite des großen Wassers. Habe mal ein paar Kormorane mitgenommen, die da unten auf der Fahnenstange saßen. Ja, das Objektiv vignettiert. Aber das macht nichts, das gehört zum Look. ;-)


Und das war unser Ausflug nach Bonn. Also, ihr Schnubbis: Flogt mir für mehr Shopping-Erlebnisse, klickt den Daumen hoch und vergesst nicht die ver***kte Glocke! (Was ist eigentlich aus der Glocke geworden?) Oder so ähnlich. Ich werde jetzt Unterwäsche-Influencer. Warum nicht? Gequirlte scheiße Quatschen und dafür Geld bekommen wäre man was anderes, als immer nur gequirlte Scheiße quatschen, wie ich das hier so tue! ;-)

Teotihuacan - Stadt der Götter

Eines der Spiele, die wir uns vom Flohmarkt auf der Bonn Spielt mit gebracht hatten, ist Teotihuacan: Stadt der Götter. Das stand zwar nicht ganz oben auf unserer Liste, aber hat uns genug interessiert, dass wir es mit genommen haben. Gebraucht war es auch extrem günstig für die vielen Holzteile, die da drin sind.


In Teotihuacan geht es hauptsächlich darum, die Pyramide in der Mitte des großen Spielplans zu bauen, damit die Götter besänftigt sind. Nebenbei kann man noch einige andere Dinge tun, etwa Häuschen bauen und Verzierungen an den Stufen der Pyramide anbringen. Um das alles zu bewerkstelligen, muss man seine Arbeiter von Ort zu Ort, von Gebäude zu Gebäude schicken, damit diese dort Arbeiten verrichten, etwa Baumaterial sammeln oder Fähigkeiten lernen. Das Ganze muss natürlich auch irgendwann enden, und zwar, wenn zum dritten Mal eine Sonnenfinsternis eingetreten ist. Das passiert immer, wenn der weiße Marker den schwarzen Marker trifft, wobei aber immer nur der weiße bewegt wird, und zwar am Ende einer jeden Runde, wenn alle Spieler einen Zug gemacht haben. (Es gibt auch besondere Ereignisse, die die helle Scheibe weiter ziehen lassen, aber die kommen selten vor, sodass ich sie jetzt mal weg lasse. Ich will hier ja wie immer nicht die Betriebsanleitung nacherzählen, sondern was zum Spielerlebnis sagen.)

Teotihuacan ist kein klassisches Worker Placement, sondern stattdessen laufen die Arbeiter immer rechtsrum im Uhrzeigersinn über den Plan und besuchen dabei verschiedene Orte in der Stadt. Dabei gibt es kein Cool Down, man kann also im nächsten Zug den gleichen Arbeiter wieder bewegen, wenn man möchte. Am Anfang hat man drei Arbeiter, die über den Plan laufen, man kann einen vierten freischalten. Repräsentiert werden diese durch Würfel, deren sichtbare Augenzahl die Stärke oder den Erfahrungswert des Arbeiters angeben. Je höher die Zahl, desto bessere Aktionen können die Arbeiter ausführen, und nach jeder getanen Arbeit können sie ein Level aufsteigen. Wenn sie allerdings bei der 6 angekommen sind, gehen sie ins Jenseits über. Dann kann man seinen Klotz auf der Totenallee bewegen und der Würfel wird - zurückgesetzt auf 1 - wieder auf den Startpunkt im Palast abgelegt, von wo er als neuer, unerfahrener Arbeiter von vorne startet.


In jedem Zug kann ein Arbeiter bis zu drei Orte weiter bewegt werden, sodass man mit einem bestimmten Arbeiter nie alle Orte erreichen kann. Es ist also sinnvoll, sie einigermaßen gleichmäßig zu verteilen und seine Aktionen gut zu planen. Zudem kann man an bestimmten einzelnen Orten die Arbeiter auch auf speziellen Fendern festsetzen, wo sie stehen bleiben, biss man eine gewisse Menge Kakao (die Währung im Spiel) zahlt, um sie wieder frei zu kaufen. Als Belohnung winken hier bestimmte Sonderplättchen, die man sammeln kann (wie Masken, die bei der Finsternis-Abrechnung Punkte bringen) oder die bestimmte Fähigkeiten zur einmaligen Verwendung bieten.

Klingt alles mal wieder komplizierter, als es tatsächlich ist, aber man sollte auch bedenken, dass die Anleitung schon eher ein dickes Heft als eine dünne Packungsbeilage ist. Die Lernkurve ist relativ hoch, auch wenn das eigentliche Spiel nach deren Lektüre recht flott und flüssig von der Hand geht. Strategie ist hier immer wichtig, man sollte immer im Hinterkopf behalten, was man eigentlich gerade vor hatte und wie man die meisten Punkte abgreifen kann. So etwa beim Bau der Pyramide, wo man möglichst viele Symbole passend übereinander legen möchte, um Boni zu erhalten, wie etwa auf den Tempelleisten aufzusteigen, die wiederum ebenfalls Boni (und Punkte) bringen. Gleiches gilt für die Verzierungen, die man an den Aufgängen auf die Pyramide anbringen kann. Nebenbei kann man noch seine Fähigkeiten verbessern, im Palast Dienst tun und Häuser errichten. Alles für Punkte. Am Ende wird abgerechnet und wer die meisten hat, gewinnt.


Soweit grob das Spielprinzip. Wie gesagt: Die Anleitung hat so um die 20 Seiten, da gibt es einiges zu lernen, was ich in so einem kurzen Artikel nicht beschreiben kann und will! Was mich aber zum Material bringt, von dem ich durchweg überzeugt bin: Die Pyramidenteile sind aus Holz und wertig, der Spielplan ist hübsch und dem Thema entsprechend gestaltet und selbst die Papp-Plättchen fühlen sich nicht allzu billig an. Auch die Ressourcen, von denen es Gold, Steine und Holz gibt, sind aus Holz und passen gut in die Hand. Einzig die Kakao-Plättchen sind ein bisschen klein geraten, finde ich. Überhaupt fühlen sie sich während des Spiels ein bisschen wie ein Nachgedanke an, um das Spiel ein bisschen schwieriger zu gestalten. (Mit dem Kakao kann man nicht nur seine Arbeiter aus den Tempel-Ecken freikaufen, sondern muss diese auch am Ende, wenn die Finsternis kommt, bezahlen/füttern.)

Das ändert aber nichts daran, dass das Spiel insgesamt einen gut durchdachten und wertigen Eindruck hinterlässt. Die Regeln mögen kompliziert erscheinen, wenn man sie liest, aber im Spiel ergeben die allermeisten einen logischen Sinn. Man kann halt keine Pyramide bauen, ohne eine gewisse Menge Material beschafft zu haben. (Dabei ist es übrigens immer hilfreich, wenn zwei Arbeiter auf dem gleichen Ort landen, denn die beiden können sich dann gegenseitig helfen und die Belohnung fällt dementsprechend üppiger aus.) Vor allem passen die Regeln sehr gut zum Setting: Eine mesoamerikanische Stadt vor der Kolonialisierung durch die Europäer. Während des Spiels kommt tatsächlich ein gewisses prä-kolumbianisches Feeling auf, auch wenn es natürlich nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben der Bewohner repräsentiert.


Fazit: Mal ein bisschen etwas anderes als unsere üblichen Worker Placements; ein Spiel, dass auf den ersten Blick Ähnlichkeiten mit Men-Nefer hat (antikes Setting, Pyramiden, etc.), sich aber doch anders spielt, weil man immer im Kreis läuft, um bestimmte, wiederkehrende Arbeiten zu verrichten (mehr wie bei Iki). Mir gefällt es sehr gut, weil mich das Thema ja voll anspricht - Archäologie und Vorgeschichte haben mich schon immer fasziniert und Mesoamerika ganz besonders.

Meine Kritikpunkte sind wenige: Die Ikonografie des Spiels ist im ersten Moment überwältigend, dann aber doch nicht konsequent durchgezogen. So wird etwa manchmal mit dem antiken Punkte-Strich-System für Zahlen gearbeitet, dann aber wieder nicht, und es wäre zB witzig gewesen, die Zahlen 1-6 auf den Würfeln nicht durch normale Punkte darzustellen, sondern eben im gleichen System. Wäre aber evtl. für Einsteiger, die sich im mesoamerikanischem Zahlensystem (Basis 20) nicht auskennen doch zu überfordernd gewesen? Ansonsten bin ich eigentlich hin und weg und würde dem Spiel eine eher hohe bis sehr hohe Bewertung geben. Was weiß ich, 4½ von 5 Sternen? Sowas in die Richtung. Vor allem, weil wir es günstig bekommen haben, hat es sich echt gelohnt.

Minolta MD Balgengerät

Da war letztens Trekdinner und der F hat mir schon wieder was aus dem Keller mit gebracht: Dieses hervorragend erhaltene Minolta MD Balgengerät! Wollte ich schon immer mal haben. Also, jetzt nicht unbedingt für Minolta MD, aber das kann man ja adaptieren. Ich habe es dann direkt mal aus der Pappschachtel genommen und ausprobiert. Die Sonne war gerade vorhanden, der Garten war warm, die Dias vom Schwiegervater hatte ich auch letztens erst wieder zusammengeklaubt, als die im Keller den Akku für die PV-Anlage angebracht haben. Beste Voraussetzungen also!


Die Unwissenden unter uns werden sich jetzt fragen: Wozu zum Ficus braucht man ein Balgengerät und was ist das überhaupt. Nun, also, im Allgemeinen verwendet man ein solches, um damit Makro-Aufnahmen zu machen. Also, sehr sehr kleine Teile sehr sehr groß erscheinen zu lassen. Mit gängigen Normal-Objektiven kommt man so ca. auf 50cm an seine Subjekte heran, das ist dann meist sowas wie ein Maßstab von 1 zu 10. Ein 1mm großes Dingsbums wird also auf ein 0,1mm großes Abbild auf der Filmebene (Sensor) projiziert. Normale Makros schaffen vielleicht 1:6 oder 1:4. Teure Makro-Objektive kommen auf 1:1. Das wirkt dann schon riesig, wenn ein Legostein fast das gesamte Bild ausfüllt.

Wem das alles noch nicht reicht oder sich kein teures Makro leisten will, der nimmt einen Makro-Zwischenring: Damit kann man dann näher ran gehen als nur mit dem Objektiv, weil der Abstand zwischen Bildebene und Sensor entsprechend vergrößert wird. Das geht natürlich auf die Lichtwerte, aber im Allgemeinen bewegen sich Dinge, die man makro-fotografieren will, ja nicht. Ein Balgengerät ist im Prinzip auch nichts anderes als ein Makro-Zwischenring, nur dass er eben variable ist und man damit einen entsprechend größeren Brennweitenbereich abdecken kann. Außerdem, wie in diesem Fall, gibt es noch die Möglichkeit, auf der Vorderseite des Objektives einen weiteren Balgen anzuklemmen, der dann in eine Milchglasscheibe mündet, vor der man ein Dia oder ein Negativ platzieren kann. Und, zack, kann man Kopien anfertigen, wenn man das Ding in eine Lilchtquelle (am Besten die Sonne, weil die farblich "neutrales" Licht produziert) hält. Krasse Scheiße! Ja, so wurden früher tatsächlich Kopien angefertigt: Wenn man eine Dia-Show seinen Außendienstmitarbeitern (jetzt nicht unbedingt einem Staubsauger- oder Enzyklopädie-Vertreter, sondern mehr so spezialisiertere Fachbereiche) mitgeben wollte und man brauchte so 24 bis 36 Kopien, dann hat man halt einen ganzen Film voll mit einem Dia fotografiert. Da sich Dias auch nicht bewegen, konnte man dann auch zB den guten, hochauflösenden, aber arsch-langsamen Dokumenten-Film verwenden.


Heutzutage kann man damit einfach und schnell Dias und Negative digitalisieren, wie man hier sehen kann: Sony an den Adapter geschnallt, da den Balgen drauf, vorne ein gutes MD-kompatibles Objektiv drauf, fertig ist die Kopierstation. Mein 55/1,7 MR eignet sich zwar, aber nur bedingt; ich müsste mal suchen, ob ich im Netz oder auf dem Flohmarkt was Passenderes finde. Das hat auf die Entfernung/Vergrößerung schon ein paar Verzerrungen und das Filtergewinde ist recht klein, passt also nur mit Step-Up-Ringen einigermaßen Lichtdicht da dran, und dann musste ich es noch mit Tesa fixieren. Der Strahlengang war dadurch nicht ganz gerade und die Dias schief. Zum Ausprobieren ging es aber trotzdem. Musste ja nicht perfekt sein. Ein paar Beispiele gibt es im "Erweiterten Eintrag".

Fazit: Ein weiteres, extrem praktisches Stück antiker Fototechnik in meiner Sammlung! Danke an F mal wieder. (Ich installiere ihm dafür auf sein altes Notebook ein Mint, damit das nicht weiter mit Win 11 gequält werden muss! ;-)) "Minolta MD Balgengerät" vollständig lesen