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Minolta MD Balgengerät

Da war letztens Trekdinner und der F hat mir schon wieder was aus dem Keller mit gebracht: Dieses hervorragend erhaltene Minolta MD Balgengerät! Wollte ich schon immer mal haben. Also, jetzt nicht unbedingt für Minolta MD, aber das kann man ja adaptieren. Ich habe es dann direkt mal aus der Pappschachtel genommen und ausprobiert. Die Sonne war gerade vorhanden, der Garten war warm, die Dias vom Schwiegervater hatte ich auch letztens erst wieder zusammengeklaubt, als die im Keller den Akku für die PV-Anlage angebracht haben. Beste Voraussetzungen also!


Die Unwissenden unter uns werden sich jetzt fragen: Wozu zum Ficus braucht man ein Balgengerät und was ist das überhaupt. Nun, also, im Allgemeinen verwendet man ein solches, um damit Makro-Aufnahmen zu machen. Also, sehr sehr kleine Teile sehr sehr groß erscheinen zu lassen. Mit gängigen Normal-Objektiven kommt man so ca. auf 50cm an seine Subjekte heran, das ist dann meist sowas wie ein Maßstab von 1 zu 10. Ein 1mm großes Dingsbums wird also auf ein 0,1mm großes Abbild auf der Filmebene (Sensor) projiziert. Normale Makros schaffen vielleicht 1:6 oder 1:4. Teure Makro-Objektive kommen auf 1:1. Das wirkt dann schon riesig, wenn ein Legostein fast das gesamte Bild ausfüllt.

Wem das alles noch nicht reicht oder sich kein teures Makro leisten will, der nimmt einen Makro-Zwischenring: Damit kann man dann näher ran gehen als nur mit dem Objektiv, weil der Abstand zwischen Bildebene und Sensor entsprechend vergrößert wird. Das geht natürlich auf die Lichtwerte, aber im Allgemeinen bewegen sich Dinge, die man makro-fotografieren will, ja nicht. Ein Balgengerät ist im Prinzip auch nichts anderes als ein Makro-Zwischenring, nur dass er eben variable ist und man damit einen entsprechend größeren Brennweitenbereich abdecken kann. Außerdem, wie in diesem Fall, gibt es noch die Möglichkeit, auf der Vorderseite des Objektives einen weiteren Balgen anzuklemmen, der dann in eine Milchglasscheibe mündet, vor der man ein Dia oder ein Negativ platzieren kann. Und, zack, kann man Kopien anfertigen, wenn man das Ding in eine Lilchtquelle (am Besten die Sonne, weil die farblich "neutrales" Licht produziert) hält. Krasse Scheiße! Ja, so wurden früher tatsächlich Kopien angefertigt: Wenn man eine Dia-Show seinen Außendienstmitarbeitern (jetzt nicht unbedingt einem Staubsauger- oder Enzyklopädie-Vertreter, sondern mehr so spezialisiertere Fachbereiche) mitgeben wollte und man brauchte so 24 bis 36 Kopien, dann hat man halt einen ganzen Film voll mit einem Dia fotografiert. Da sich Dias auch nicht bewegen, konnte man dann auch zB den guten, hochauflösenden, aber arsch-langsamen Dokumenten-Film verwenden.


Heutzutage kann man damit einfach und schnell Dias und Negative digitalisieren, wie man hier sehen kann: Sony an den Adapter geschnallt, da den Balgen drauf, vorne ein gutes MD-kompatibles Objektiv drauf, fertig ist die Kopierstation. Mein 55/1,7 MR eignet sich zwar, aber nur bedingt; ich müsste mal suchen, ob ich im Netz oder auf dem Flohmarkt was Passenderes finde. Das hat auf die Entfernung/Vergrößerung schon ein paar Verzerrungen und das Filtergewinde ist recht klein, passt also nur mit Step-Up-Ringen einigermaßen Lichtdicht da dran, und dann musste ich es noch mit Tesa fixieren. Der Strahlengang war dadurch nicht ganz gerade und die Dias schief. Zum Ausprobieren ging es aber trotzdem. Musste ja nicht perfekt sein. Ein paar Beispiele gibt es im "Erweiterten Eintrag".

Fazit: Ein weiteres, extrem praktisches Stück antiker Fototechnik in meiner Sammlung! Danke an F mal wieder. (Ich installiere ihm dafür auf sein altes Notebook ein Mint, damit das nicht weiter mit Win 11 gequält werden muss! ;-)) "Minolta MD Balgengerät" vollständig lesen

Schwarz-weiß und analog, Teil 333c: Körniges Hennef - Am Bahnhof

Foma 400 @ 800 #17, 31. Januar 2026
  • Olympus OM-2 s/p, Olympus Zuiko MC Auto-S 1:1.8 f=50mm, Auto Makinon 1:2.8 f=28mm, Olympus OM-System E. Zuiko Auto-T 1:3.5 f=135mm
  • Entwicklung: Fomadon R09 1+25 11:30 19,5°C; Adofix 1+5 #22 (?) 7:00 19,5°C; Adoflo 1+200 1x
Vor dem Bahnhof steht der Crepes-Stand. (1/500s, f/8, 50mm.) Den versuche ich ja immer mit zu nehmen, wenn ich hier mit Kamera vorbei komme, aber ich will nicht den Besitzer mit im Bild haben, der da drin vor sich hin werkelt, und auch keine Kunden, sodass ich es dann meistens lasse. Im geschlossenen Zustand, so wie hier auf dem Bild, ist beides kein Problem, aber dafür sieht man halt auch keine Crepes, Nutella-Gläser und Bananen... ;-)

Am Bahnhof angekommen, stand mal wieder eine S19 dumm auf Gleis 3 in der Gegend rum und wartete auf die Abfahrtszeit. Oder war es eine S12? Habe jedenfalls eines der Scheinwerfer-Gehäuse als Andenken mit genommen. (1/125s, f/5,6, 28mm.) Muss man ja mal feiern, wenn da eine der moderneren Bahnen steht und nicht diese alten, abgeranzten Dinger, die sie aus sonstwo wieder re-importiert haben, nachdem die die da nicht mehr wollten.


Der Wartebereich besteht ja hauptsächlich aus Stahlbänken, die Wind und Wetter ausgesetzt sind; überdacht ist hier nur ein kleiner Teil. (1/500s, f/4, 28mm.) Früher(tm) gab es ja mal ein Bahnhofsgebäude, in dem man hätte warten können, aber solche Dinge sind der Deutschen Bahn ja zu teuer geworden im Unterhalt, weshalb da ja jetzt 'ne Kneipe drin ist und die Leute im Regen stehen müssen. Ach ja, der Komfort des ÖPNV...!

Zum Beweis: Das ehemalige Bahnhofsgebäude von Gleis 2 aus gesehen. (1/1000s, f/8, 50mm.) Ein bisschen unterbelichtet. Was hab ich denn da wieder gemessen, hm? Scheinbar den Himmel. Besonders "schön": Im Hintergrund dieses Parkhaus-Einkaufs-Kombi-Gebäude, das zur Hälfte oder mehr leer steht, seit der Saturn während Corona dicht gemacht hat. Da könnte echt mal was neues einziehen, das ist echt scheiße. Vorzugsweise wieder ein Elektronik-Laden, der fehlt mir nämlich echt hier in der Stadt!

Am Bahnhof wird man übrigens ununterbrochen fotografiert, da fand ich es nur fair, einfach mal zurück zu schießen! ;-) (1/500s, f/8, 135mm.) Besonders diese Stacheln überall, dass es sich nur ja keine Tauben wagen, sich irgendwo hin zu setzten und einem auf den Dätz zu kacken. Die armen Tiere! Die sind doch eh schon immer so im Stress. Dürfen die nicht mal mehr ihre Notdurft oberhalb der Passagiere verrichten. :-D


Irgendwann kommt dann auch mal eine Bahn, wenn nicht gerade wieder irgendwer im Gleisbett übernachtet oder Streik ist oder die Hempels in der Chefetage den Fahrplan ausgedünnt haben oder sowas. (Unbekannte Zeit, f/16, 28mm.) Hatte hier die Blende ganz geschlossen, weil ich gehofft hatte, ein bisschen Bewegungsunschärfe in den Zug zu bekommen, aber scheinbar war die Geschwindigkeit schon zu gering und der Film noch immer zu empfindlich. Erstaunlich, dass die Anzeige nicht zerbröselt ist, dafür hat die Belichtungszeit also scheinbar gereicht. Schade, hätte mal drauf achten sollen, wie schnell die tatsächlich war.

Man kann ja nicht den ganzen Tag am Bahnhof rum lungern, also bin ich weiter, zurück zum Auto, am Jugendgehege (wie im Streichelzoo) vorbei, wo dieses halbe Fahrrad am Pinn abghängt. (1/1000s, f/5,6, 50mm.) Das ist ja auch bekannt, das fotografiere ich ja auch alle fünf Minuten. Ist aber immer wieder ein Motiv und in dieser regnerischen Stimmung extra depri. Wie die ganze Anlage da, finde ich. Die Blagen werden da hin verbannt, damit sie ja nicht am Bahnhof abhängen. Wie die Tauben. Fehlt, dass sie auf die nicht überdachten Bänke auch noch Stacheln anbringen, dass die sich ja nicht da hin setzen und ihre schreckliche Rapmusik hören! :-D (Ich übertreibe. Wie immer. Aber nur ein bisschen. Kinder und Jugendliche haben es heutzutage echt nicht leicht und jetzt wollen sie ihnen auch noch das Social Media weg nehmen. Als ob das was an den grundlegenden gesellschaftlichen Problemen ändern würde. Aber ich werde wieder politisch, das wollte ich doch nicht mehr, trlalala, alles ist gut, don't look up...)

Dann lieber Graffiti in die Unterführung sprühen. (1/90s, f/2,8. 50mm.) Glänzt so schön, die Metallic-Farbe. Flackert im 50-Hertz-Takt der eingegitterten Neonröhre. Hach, das ist das echte Heimat-Feeling! ;-)


Am Treppenabgang zur Unterführung dann noch ein weiteres Symbol des Spätkapitalismus: Goldenes M auf Pappe, ca. 2026, mit unverrottbarem Plastikverschluss. (1/1000s, f/4, 50mm.) Aber immerhin sind 0,5 Liter drin. Obwohl: Ist die Kappe mittlerweile auch aus Plastik? Das sieht ja fast so aus. Ich war so lange nicht mehr bei Mac Ds, dass ich das echt nicht weiß. Bestimmt schon, seit die FedCon nicht mehr in D-Dorf ist.

Aber egal, eigentlich sollte man den ganzen Kladderadatsch einfach abreißen, dachte sich die Stadt Hennef, und baut so ein neu-wokes, linksgrünes Fahrradparkhaus auf den Vorpöatz, worüber sich die ganzen Boomer im Internet auskotzen. (1/320s, f/8, 50mm.) Ach nee, Moment, "besorgte Bürger" heißt das ja. Same difference. Wie war das mit "nicht wieder so politisch werden". Ja, war wohl nix. Kann ich aber auch nichts dran ändern, ich habe die Fotos eigentlich gar nicht mit Vorsatz gemacht, sondern einfach nur so, weil ich ja an Baggern nicht vorbei gehen kann. Die gesellschaftlichen Implikationen fallen mir dann immer erst nachher auf. (Gut, dass ich nicht dran gedacht habe, dass der Crepes-Verkäufer sicher auch einen unscharfen Migrationshintergrund hat und dementsprechend ich hör jetzt lieber auf! :-D)

Nächstes Mal: ...ja, weiß ich jetzt gar nicht. Müsste eigentlich schon der Testfilm mit dem 50/1.4 AI-S dran sein, das ich vom Flohmarkt mitgenommen hatte. Echt? Bin ich so aktuell mit meinen s/w-Bildern? Erstaunlich! Das hatte ich ja schon seit Jahren nicht! Gut, die hier sind ja auch aus dem späten Januar und wir haben ja gerade mal Ende März. Das mit den Neujahrsvorsätzen scheint doch mal zu funktionieren! Dafür habe ich jetzt bunte Digitalbilder auf Halde liegen! ;-)

Zwei Flohmärkte an einem Tag - Teil 2: Hit Troisdorf

Und so sind wir dann noch zum Hit gefahren. Hier war ich das letzte Mal vor schätzungsweise 10 Jahren auf einem Flohmarkt. Wahrscheinlich zusammen mit meinem Bruder, denn J sagt, sie war es nicht! Meinen Bruder hatte ich übrigens auch gefragt, der ist ja eigentlich näher an Troisdorf als wir, aber der hat wohl lieber seinen Garten unsicher gemacht. Na gut, muss auch sein, es ist ja Frühling und alles grünt und sprießt und will Aufmerksamkeit. ;-)


Was Fotoapperate und Zubehör angeht, war es hier eigentlich fast interessanter als beim Obi. Natürlich, nichts schlägt die Leicas, die ich da gesehen habe, aber ansonsten war da doch ein recht hoher Anteil an 90er Knipsomaten im Mix. Überdurchschnittlich viel Schrott, finde ich. Während ich hier doch die ein oder andere Kamera gesehen habe, die durchaus noch im Bereich "möglicherweise funktionstüchtig" anzusiedeln gewesen wäre. Zum Beispiel diese Porst compact-reflex OC-N, die mir direkt ins Auge gefallen ist. Nachdem ich sie dann mal hin und her gedreht hatte und die ganzen Macken gesehen hatte, war meine Tendenz dann allerdings schon eher Richtung "das lohnt nicht zu fragen", als der Standbetreiber dann kam und mich in ein Gespräch verwickelte. Am Ende hat er sie mir so gelassen, für lau! Ja, OK, don't mind if I do. Alleine das Objektiv vorne drauf wird sicher 'n Zehner wert sein. Was genau da alles dran kaputt ist, werde ich in näherer Zukunft mal in einem eigenen Artikel aufführen. Spoiler: Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich sie wiederbelebt bekomme...


Nebenbei hat das Licht meines Lebens dann noch drei weitere Spiele eingesackt. Ja, OK, die waren zusammen nur für 15€, aber der Platz im Schrank ist mittlerweile voll, würde ich sagen. Meine Kameras sind zum Glück im Vergleich ja eher kompakt! ;-) Naja, jetzt können wir demnächst noch "Adel verpflichtet" und "Elysium" spielen. Und nebenbei haben wir ein kaum benutztes "Pandemie Legacy" abgegriffen. Da müssen wir mal schauen, was da wie zu fixen wäre, damit wir das von vorne spielen können. Ansonsten machen wir da weiter, wo die Vorbesitzer aufgehört haben! ;-)

Und das war das dann mit den Flohmärkten. Für eine Kamera mit Objektiv und Blitz habe ich gar nichts bezahlt, für ein Revuenon nur 5€ und bei dem Herrn mit den Leicas habe ich noch eine135er-Metall-Patrone zum Nachfüllen im Schutzgehäuse mit genommen (inklusive einem eingespulten s/w-Film), ebenfalls für einen Fünfer. Hat J tatsächlich mehr Geld da gelassen! Sowas! Das geht ja gar nicht! ;-)

Zwei Flohmärkte an einem Tag - Teil 1: Obi Siegburg

Wochenend' und Sonnenschein und dann mit Dir auf dem Flohmarkt, leider nicht ganz so allein, weiter brauch' ich nichts um Glücklichsein. Deswegen am Sonntag mal ausnahmsweise das Auto geschnappt, um zum Obi in Siegburg zu fahren - und das bei dieses Spritpreisen. Aber was tut man nicht alles für ein bisschen Bewegung an der frischen Luft, gepaart mit dem Hobby, alte Kameras anzugucken und natürlich auch all den anderen interessanten Rest, den es auf einem solchen Trödelmarkt alles zu sehen gibt.

Als wir im Industriegebiet an kamen, war erst mal große Parkplatznot angesagt: Allüberall an den Straßenrandplätzen stand schon einer, wo er/sie/es eigentlich gar nicht stehen darf, weil hier überall Parkverbot herrscht - wie ich auch gleich mal dokumentiert habe. Und das hat auch einen Sinn: Bei der wilden Wildparkerei, die hier stattfand, war kaum ein Durchkommen. Ich kann mir kaum Vorstellen, dass das besser wäre, wenn jetzt an einem normalen Werktag auch noch die LKW, die man in einem solchen Industriegebiet unweigerlich einplanen muss, unterwegs wären. Parkverbot macht also Sinn. Und wenn man dann schon scheiße parkt, dann doch wenigstens mit dem ganzen KFZ auf dem Bordstein. Aber Egal. Immerhin war ja Sonntag und die üblichen Regeln daher etwas relaxter, da will ich mal nicht allzu viel nörgeln. ;-)


Auf dem Markt selber haben wir dann wie immer unsere Runden gedreht, auch wenn das hier echt schwierig ist: Der Obi-Parkplatz ist so klein, dass die Stände sich recht dicht drängen müssen, sowohl auf der einen wie auch auf der anderen Seite der Brücke. Zudem hatten wohl einige andere Leute die gleiche Idee, von wegen Wochenend' und Sonnenschein und so. Es war gut was los. Will jetzt nicht sagen, dass das Rheinauen-Dimensionen hatte, aber doch schon nah dran bei dieser Platzgröße und dem Verkehrsaufkommen.

Und was haben wir gesehen? Ich bin ja immer so ein bisschen Technik-Nerd, deswegen hat mich dieses alte Grundig-Mikrophon schon sehr fasziniert. Aber ich kann nicht auch noch alte Audio-Komponenten sammeln, ich bin schon mit Kameras überfordert. Habe das Ding zuerst für einen Rasierer gehalten, muss ich zugeben! Jaja, die Augen! Was Kameras angeht, die EHO Box habe ich Stehen lassen, denn auch wenn sie evtl. historisch signifikant ist, dieses Exemplar war mir dann doch ein bisschen zu rostig und pilzig! Das will was heißen, nehme ich doch sonst alles mit, was nicht bei drei auf den Bäumen ist! ;-)


Die kleine Agfa Optima hatte es mir ja angetan, aber zum Glück bin ich abgelenkt worden, sonst hätte ich die vielleicht mitgenommen. Hatte vor gehabt, am Ende noch mal vorbei zu schauen, aber das hat sich dann erledigt gehabt, nachdem ich mit dem Herrn an dem Stand mit den vielen Leicas, Contaxen und ein paar Rolleis so lange geredet hatte. Besonders schick ist ja diese R4 in der Box mit dem roten Samt, aber da wollte er über 200€ für haben - auch gebraucht noch immer weit außerhalb meines Flohmarkt-Budgets! Leica halt! Aber schon eine ziemlich geile Kamera! Hätte ich für einen kleineren Preis durchaus schwach werden können, aber in dem Zustand mitsamt allem Zubehör war die dann doch sicher auch das wert, was er dafür haben wollte!


Irgendwo an einem der Stände auf der anderen Seite der Brücke habe ich dann doch noch zugegriffen: Da lag ein Revuenon-Speziel 135mm in einer Wühlkiste mit lauter defektem Schrott, das musste ich einfach retten, denn ich weiß ja, wie gut das Teil ist! Total verdreckt, wie es war, konnte ich trotzdem erkennen, dass die Blende schnappig ist und der Schmutz auf den Linsen nur oberflächlich. Im Gegensatz zu den anderen Fotografika, die da in der Kiste vor sich hin schimmelten, schien das noch nicht allzu lang dabei gelegen zu haben. Außerdem hat es eine viel niedrigere Seriennummer als mein bisheriges Exemplar, sodass ich es schließlich für 5 Euro mit genommen habe. Kann man nix falsch machen, dafür geht das auch bei ehBlöd wieder weg, wenn ich mich dazu entscheiden sollte.


Das war dann auch das hier beim Obi. Aber wie der Titel schon sagt: Wir hatten noch nicht genug und es war erst halb 1 und da haben wir uns gedacht, wir fahren tatsächlich noch die 8 Kilometer rüber zum Hit in Troisdorf und schauen mal, was es da noch zu sehen gibt. Es lohnt sich schließlich immer, auch mal ein paar andere Flohmärkte auszukundschaften. Wenn man immer nur auf die gleichen geht, sieht man auch immer nur die gleichen Leute an den gleichen Ständen! ;-)

Rehe im Pleistal, Eichhörnchen im Kletterwald, Hennes hinter Gittern

6.3.: Wie war das? Ich schiebe zu viele digital-bunte Einträge vor mir her? Ja. Kann man so sagen. Anyways: An jenem Freitag vor zwei Wochen (zwei Wochen!) sind wir mal eben ins Pleistal gefahren und dort ein bisschen rum gelaufen, weil. Ich hatte die Sony mit dem Minolta 35-105mm drauf eingepackt, weil ich nebenbei ja noch einen s/w-Film voll zu machen hatte. Ich glaube, das war der in der kleinen Dignette. Die hat meine volle Aufmerksamkeit auf sich gezogen, weil manuell in jeder Hinsicht, und da dachte ich, statt auch noch dauernd Objektive zu wechseln, kann ich auch das kompakte Zoom drauf machen. Jo, hätte ich mal das fette Tele mit genommen, dann hätte ich sicher noch größere Bilder von den Rehen bekommen, die da auf den Felder rum standen.


Dass wir auf dem Weg vom Parkplatz bereits einen Herrn mit Canon und weißen Mega-Tele gesehen hatten (der da hinter der Graffiti-Wand auf den Bänken seine Ausbeute begutachtet), hätte ein Hinweis sein sollen. Ich weiß gar nicht, wie viele Rehe da rum liefen, aber ich sag mal so: Irgendwo zwischen einem halben und einem ganzen Dutzend. Und die haben sich auch recht wenig stören lassen, bis wer seinen freilaufenden Hund nicht unter Kontrolle hatte. Was war noch mal an diesen großen dreieckigen Schildern mit dem Vogel drauf und dem grünen Rand unverständlich? Aber was reg ich mich wieder auf... Bringt ja eh nix... Ich mein, ist ja nicht so, dass da nicht zusätzlich auch noch Schilder rum hingen, die noch mal extra auf die Rehe hinweisen. Harmpf!

Egal. Schwamm drüber. Sind dann mal den langen Weg gegangen, an dem Bahntunneleingang vorbei und oben an den Waldrand. Unterwegs gab es Baumpilze und Wedel im Tümpel zu sehen. Für beides würde ich normalerweise ja die Festbrennweiten verwenden, aber wenn man die nicht dabei hat, geht es auch so. Ich mag das 35-105 ja auch ganz gerne, das hat so einen gewissen Retro-Look, ist zugleich aber trotzdem selbst weit offen brauchbar scharf. Und es deckt halt ein 3x-Blickfeld ohne größere Einschränkungen ab. Ja, das 28-80 von J, das zu ihrem Dynax-5-Kit gehört, ist moderner und knackiger vom Rendering her, aber irgendwie mag ich das hier lieber. Wobei ich das andere eigentlich auch mal öfter verwenden sollte. Einfach nur, weil es da ist. Hat allerdings mit f/5,6 am langen Ende auch deutlich weniger Licht.


Jedenfalls. Wo war ich, bevor die Zeugen an der Haustüre mich mit ihrer Kaltakquise unterbrochen haben? Jesus Christuns ist auch für mich gestorben, wusstet Ihr's schon? (Es ist kurz vor Ostern, 20.3., da ich das hier schreibe.) Ja, danke, aber mir wär's echt lieber gewesen, wenn er hätte weiter leben dürfen und ihm vielleicht auch. Lass diesen Kelch an mir vorüber gehen und so. Aber ich schweife ab in weite Ferne, wo wir die Gebäude sehen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Wohnburgen in Staugustin und Klosterklausen auf dem Michaelsberg. Beides weit weg mit den mickrigen 105mm. Aber erkennbar. Reicht. ;-) (Was für eine Überleitung!)

Dann sind wir weiter den Weg rauf und runter - ist ja hier an den Waldrandausläufern eher hügelig - und am alten Kletterwald vorbei gekommen. Wie lange haben die jetzt eigentlich schon zu? Jahre! Vielleicht sogar Jahrzehnte. Aber es stehen noch immer die Wildschweine im Wald rum. Also, keine echten, sondern die, die sich am Kabel durchs Unterholz ziehen lassen. Zum Leutebespaßen.


Ansonsten: Eichhörnchen! Weil, das rannte da den Baum rauf und runter und ich habe es, so gut ich konnte, gecropt. Süüüüüß! Auch wenn die die Eier aus den Nestern klauen. Schlimmer als Elstern, und die haben ja einen ganz anderen Ruf als dieser vollsuperniedlichkuscheligen Flauschmonster! Wobei, denen möchte ich auch nicht in der Dunkelheit begegnen, die beißen sicher auch. Zähne dafür haben sie ja. Götter, jetzt musste ich wieder an den Killerhamster denken, den ich in den 90ern aus meines Bruders Richtung bekommen hatte. Bissiges Killerbiest!

Apropos Viecher: Die Ente auf dem Entengrützenteich sieht aus, als würde sie durch Eis schwimmen. Ist aber Entengrütze. Wie heißt das Zeug eigentlich wirklich? "Wasserlinsen", sagt die KI. Ja danke, wieder ein Kubikmeter Wasser verheizt, weil ich vergessen habe, -ai an meine Googel-Anfrage anzuhängen! Wichtigster Parameter seit Erfindung des Faustkeils! Das nimmt echt langsam überhand! Keiner braucht das, keiner will das, alle müssen, weil too big to fail. Wo ist das Augenroll-Emoji?


Auf dem Rückweg zum Auto sind wir dann noch am Hennes vorbei gekommen. Also, nicht dem Hennes, sondern einem Hennes. Der steht da eingegittert an der Burg, wo jetzt Gastronomie ist. Ist ja wieder Frühling, da machen die glaube ich sogar schon draußen was. Und die Ziege mit den Schafen stehen da am Parkplatz, wahrscheinlich, damit die Kinderchen mal Eimachen können. (Wie machen Kinder eigentlich Eier? Aber egal.)

Und das war der Ausflug. Man muss sich ja mal bewegen, wenn man den ganzen Tag im Home Office sitzt. (Was mache ich eigentlich im Innenministerium? Leute, die Englisch sprechen, wissen, was ich meine.) ;-)