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Zum Discounter und zurück

Wenn man was zu Essen geplant hat, aber dann beim Einkaufen was vergessen hat, muss man halt noch mal los. Aber da ich ja mein Auto zZt eher stehen lassen möchte, bin ich eben zu Fuß los und in die Stadt geschlappt. Jetzt tun mir die Füße weh, weil ich doch recht flott unterwegs war. Wenn ich nicht gerade mal wieder Bilder gemacht habe. Ich hab mal wieder nur das 50er auf die Digitale geschraubt gehabt, weil ich auf dem Rückweg ja eh noch zusätzliches Gewicht mit zurück schleppen wollte.

Die Bilder sind jetzt nicht besonders spannend, zum eine, weil ich den Weg mittlerweile ja schon bestimmt einige dutzend Male abgelaufen bin, mit und ohne Kamera, digital und analog. Zum Anderen war das Wetter eher bescheiden bis bedeckt. Gut, da kann ich die Blende weit auf machen, was ich ja gerne mache. Obwohl ich hauptsächlich bei f/4 geblieben bin, also alles wie immer. ;-)


Nicht nur die Kätzchen blühen, auch die ersten Blütenbüsche sind voller kleiner Blumen. Frühling! Ich kann es kaum erwarten. Dieses Jahr war zum ersten Mal seit langem wieder sehr ausgiebig kalt im Januar. Und weil wir ja zu Beginn der Energiekrise die Heizung um 1½° runter gestellt hatte, ist es drinnen auch nicht immer so richtig warm. Immerhin jucken die Blüten nicht so in der Nase wie die Katzen. (Ein seltsamer Satz, wenn man ihn aus dem Zusammenhang reißt! ;-))


Wie immer die Abkürzung an der kath. Kirche über den Hügel genommen, um schneller zum Bahnübergang zu gelangen. Dabei habe ich auch hier noch mal ein paar Bilder gemacht. In diesem grau-in-grau-Winterwetter haben die eine ganz andere Stimmung als die, die ich im Sommer gemacht habe.

Dann auf dem Rückweg aber die Straße entlang, da ich noch am türkischen Laden Zwischenstopp machen wollte, für J ein paar neue Kürbiskerne kaufen, die sie so gerne hat. Da gab es nur eine einzige Sorte, also hab ich die genommen. Ist das tatsächlich Saisonware? Wir waren da jetzt so ein, zwei Monate nicht mehr, beim letzten Mal war das ganze Regal voll. Oder ist das auch dieses Krisen-Dings, von dem ich oben schon geredet habe? Wer weiß... Gegenüber ist aber auf jeden Fall die Tankstelle, bei der ich das Ausfahrtstor der Waschanlage mal mitgenommen habe, weil: Wenn die es doch wissen, warum tun sie es nicht einfach, statt das auf ein Schild zu schreiben und oben drüber zu nageln?! :-D


Am Ende kam dann doch noch kurz die Sonne raus, aber da war ich dann schon fast wieder zu Hause. Deshalb nur ein paar Bäume unten an der Ecken und ein paar Flusenblumen, wie ich die immer nenne, ach und noch ein paar der besagten Pollenschleudern. Kein Wunder, dass ich schon wieder die ganze Zeit niesen muss, seit ich wieder zu Hause bin. Na, OK, ich hab auch das Pizzagewürz nachgefüllt und der Staub davon ist auch ziemlich aggressiv, davon muss ich ja auch immer, so laut, dass das Dach abhebt! ;-) Also wahrscheinlich eine Mischung aus beidem.

Bagger

Zwischendurch hat ja mal die Sonne geschienen, aber leider war ich da gerade mit Arbeit beschäftigt. Sowas! Unverschämtheit! ;-) Deswegen erst nachmittags raus gekommen und da war schon wieder alles bedeckt, sodass sich keine besonderen Motive ergaben. Dafür stand ein neuer Bagger an der Ecke zum Hundeentwässerungsfeldweg. Wobei, ist es überhaupt ein Bagger, wenn es vorne dran gar keine Schaufel hat? Fragen über Fragen! ;-)


Wie man sieht, ich habe mal wieder sämtliche Details aufgenommen, die ich finden konnte. Die Ästhetik der Maschinerie, sozusagen, im Bild eingefangen. Hätten sich teilweise auch mal wieder gut in s/w auf Film gemacht. So ein bisschen Grain, das fehlt halt hin und wieder! :-D (Ich bin verrückt, aber das war ja bekannt.)

Ansonsten nur den üblichen Gang über den Hausberg gemacht. Unterwegs einen Blick auf den Ölberg erhaschen können, der auf diese Entfernung wie die Blauen Berge aussehen. Bei der Gelegenheit festgestellt, dass weder mit noch J auf die Schnelle der originale Text von den Blauen Bergen einfiel, sondern nur die Veräpplung mit dem Lehrer, der genau so doof wie wir ist. Schlimm, was man alles im Alter aus dem Langzeit-Speicher verliert. Andererseits, bei genauerer Betrachtung des Fotos habe ich dann festgestellt, dass zwischen den Bäumen ja Schnee liegt, also müsste es sich eher um einen weißen Berg handeln. Zuckerhut? ;-)

Wo wir gerade bei der nicht-Farbe Weiß sind: Nebenbei dann noch einen schneeweißen Reiher gesehen. Also nicht nur einen, da flogen mehrere rum, aber diesen einen habe ich auf unglaubliche Entfernung mit dem 200mm einfangen können. Ist halt doch schon weit weg. Wie weiß der wirklich ist, sieht man daran, dass er einen ziemlichen Halo um sich herum hat, in dem das Grün des Hintergrunds ein bisschen überstrahlt wird. Das Ai-Nikkor ist halt doch schon alt und dann doch nicht so hundertzehnprozentig korrigiert, wie es moderne Objektive sind!


Auf dem Heimweg dann noch die fürchterlichen Pollenschleudern an den Bäumen im Wind wehen sehen. Kein Wunder, dass ich wieder die ganze Zeit schniefen muss. Blüht zur Zeit ja alles mögliche. Wobei die Haselkätzchen in Mutterns Garten noch alle fest verschlossen waren. Ist es da oben auf dem Dorf tatsächlich so viel kühler, dass die noch keinen Bock zum Blühen hatten?

Apropos Katzen: Da kam uns dann noch dieser dicke Brummer entgegen. Hat ein bisschen verstimmt in die Kamera geblickt. War sich nicht ganz so sicher, wie es denn jetzt weiter gehen sollte, so mit den hinteren Pfoten noch auf der Mauer und den vorderen schon auf der Auffahrt. Leider kam dann ein Auto und da ist er flüchten gegangen, sonst hätte ich mich noch ein bisschen näher ran geschlichen...

Schwarz-weiß und analog, Teil 196: Asbach

Fomapan 200 #1, September 2022
  • Minolta XG-2, Minolta MC Rokkor-PF 1:1.7 f=55mm
  • Entwicklung: Adonal 1+50, 9:00 Minute, Adofix Plus 1+5, 3 Minuten, Adoflo II 1+200
Im zweiten Teil des ersten selbstentwickelten Fomapan-Films ging es mal wieder nach Asbach in den Outlet-Store, der da auf der grünen Wiese steht. Danach haben wir aber noch dem Dorf einen Besuch abgestattet. Viel los ist da ja nicht, außer der Kirche gibt es hier nur mäßig viel zu sehen. Trotzdem habe ich die Gelegenheit genutzt, mal ein paar Bilder zu machen.

Als erstes haben wir da ein altes Kreuz, von denen man mehrere rechts vom Kirchenhauptportal findet. (1/1000s, f/2.) Bei f/2 macht das 55er Rokkor wirklich ein überragendes Bokeh. Bleibt die Frage, wie ich so viele Fusseln auf den Film bekommen habe, der zudem noch einige Emulsionsdefekte aufweist. Liegt es an meinem eher ruppigen ersten Versuch, einen Film in die Spule einzuspulen, ein Prozess, den ich mittlerweile im Schlaf beherrsche, der damals aber noch eine sehr schweißtreibende Angelegenheit war? Möglich. Will gar nicht drüber nachdenken, wie ich diesen ersten Film misshandelt habe, bis ich ihn endlich in der Entwicklerdose hatte! ;-) Aber zurück zum Motiv: Ganz nett zusammenkomponiert, finde ich. Das Kreuz als Hauptmotiv an der rechten Seite, dass es aus dem Bild heraus schaut, dahinter die unscharfen Kollegen und einige Blendenabbilder in den Laublücken der Tannen. Was mich am meisten stört, ist die Wand des weißen Hauses rechts. Aber ich kann ja schlecht mit der Abrissbirne auf Fotosafari gehen, sag ich immer wieder. ;-)


Vor der Kirche habe ich dann das Kapitell links vom Portal vor die Linse genommen. (1/1000s, f/1,7.) Auch weit offen ist das Rokkor erschreckend scharf. Ich glaube, das ist eine der schärferen Normalbrennweiten, die ich jetzt besitze. Recht kontrastreiches Bild und auch sehr viel weniger Staub als auf dem ersten heute. Auch der Winkel, in dem ich das Motiv eingefangen habe, gefällt mir ganz gut. Schön viele Details erkennbar, die Struktur des Sandsteins kommt richtig gut raus.

Beim Kirchturm habe ich dann komplett manuell belichtet und die kleinstmögliche Blende gewählt, um die seitlich ins Bild ragenden Äste unscharf zu bekommen. (1/1000s, f/2,8.) Das gibt dem Bild eine gewisse Tiefe. Was hier auffällt, sind die seltsam hellen Rämder, bei denen ich den Eindruck habe, dass die Filmtransportlöcher bei der Entwicklung ausgestrahlt hätten. Liegt das an der Art, wie ich den Entwickler in der Dose durchgeschüttelt habe? Bilden sich da Wirbel an den Löchern, die dann mehr frisches Adonal an diese Stellen befördert und dort zu einer stärkeren Entwicklung des Materials führt? Anders kann ich mir das kaum erklären. Das ist mir jedenfalls bei diesem und einigen der folgenden Filme schon aufgefallen, besonders eben bei solchen eher flächigen Bildern mit viel Himmel. Ach ja, und ich dachte immer, dass das Labor diesen einen, immer wiederkehrenden Kratzer in den Film machen würde. Scheinbar sind die aber schon von der Fabrik aus da drin, denn ich hab ihn sofort wiedererkannt! ;-)


Um die Ecke in der Vitrine steht dieser kleine Igel aus Holz. (1/60s, f/5,6.) Wie immer mit der Urban Legend eines Apfels auf den Stacheln. Warum bringen wir unseren Kindern Dinge bei, die gar nicht der Realität entsprechen? Muss dieses Kultur-Dings sein! ;-) Ansonsten ein ganz gutes Bild, wenn auch wieder ein bisschen staubig. Der 200er Foma scheint auch eine ganz brauchbare, auch in Adonal nicht zu aufdringliche Körnung zu besitzen. Ich glaube, das ist eigentlich ein ganz guter Universalfilm für den allgemeinen Einsatz, wenn ein 100er vielleicht nicht ausreicht, ein 400er aber dann doch zu schnell ist. Bedeckte Sommertage oder sowas. Leider war bei meiner letzten Bestellung keiner auf Lager. Aber bei meinem Verbrauch ist es bestimmt bald wieder so weit. (Filme sind allerdings in den letzten Monaten bestimmt gut anderthalb mal so teuer geworden! der 400er Foma kostet jetzt fast 5 Euro, ich habe den bei meiner ersten Bestellung noch für unter 4 bekommen!)

Noch ein altes Kreuz findet man an der Mauer hinter der Kirche. (1/60s, f/4.) Obwohl das hier im Schatten stand, habe ich ein erstaunlich kontrastreiches Bild raus bekommen. Sehr scharf ist es zudem auch, gefällt mir sehr gut. So gut, dass ich kaum was daran auszusetzen habe. Schön, wie das Efeu von oben darüber rankt, der grobe Bruchstein darunter gefällt mir auch, die Natursteinmauer mit ihren Rissen im Hintergrund. Eigentlich perfekt. Ein bisschen Emo vielleicht... ;-)

Das Bild vom Fachwerk ist leider ein bisschen schief geworden. (125s, f/5,6.) Das fällt bei den vielen senkrechten Linien leider sehr auf. Ansonsten ist das Bild ganz OK. Jetzt nicht allzu spannend. Ein Fachwerkhaus halt. Die vielen, prächtig blühenden Geranien (?) waren auch eigentlich der Grund, weshalb ich dieses Bild gemacht habe.


Die Tür gegenüber von Hausnummer 3 ist hingegen schön gerade und macht auch richtig was her. (1/125s, f/4.) Eine schöne alte Haustür, bei der das eine daran verschwendete Foto sicher kein Fehler war. Gerade so in s/w macht das einen sehr schicken Eindruck. Da könnte ich glatt mal versuchen, einen Abzug von zu machen. Oder so eine Weihnachtspostkarte von machen und den Leuten einfach in den Briefschlitz werfen. ;-)

Ach, stimmt, das Weitwinkel hatte ich ja auch dabei, ganz vergessen! Die Kirche ist dementsprechend aus dieser Position ein bisschen verzerrt, aber eigentlich ganz spannend mit dem Flatsch Sonne rechts im Abenddunst. (Beroflex 28mm, 1/250s, f/5,6.) Bei diesem Objektiv bin ich ja auch immer wieder erstaunt, dass es eigentlich ganz gute Fotos produziert. Ich weiß nicht, wie die Beroflexes damals preislich einzuordnen waren; die Objektive waren ja, soweit ich weiß, Importe aus der DDR, was grundsätzlich ja nicht unbedingt was schlechtes war. Die waren also wahrscheinlich für die hier sichtbare Qualität eher günstig. Egal. Ein ganz hübsches Bild, das ich da produziert habe. Wegen des Weitwinkels fällt auch gar nicht so sehr auf, wie schief es eigentlich ist! ;-)

Nächstes Mal: Familienbesuch in Drevenak. Also, das drumherum. Die Familie selber habe ich mit der F601 und einem sehr teuren Ilford Delta 3200 abgelichtet. Davon kommen demnächst auch ein paar Bilder, allerdings welche vom Ende des Filmes, als ich den voll haben wollte, um ihn entwickeln zu können. ;-)

Am und im Huma

Gestern war ein laaaaanger Tag. Wer hätte gedacht, dass Freizeit so anstrengend sein kann. Nachdem ich J zum Arbeiten gefahren und ich keine Kunden vorgesehen hatte, fand ich mich in der Nähe von Bonn wieder, bewaffnet mit meiner relativ neuen Nikon F90x, die noch mit einem Kentmere 100 geladen war - man erinnere ich, das ist der Film, dessen Anfang ich aus Versehen auf ISO 400 belichtet und dessen Rest ich jetzt bei 200 voll gemacht habe. Außerdem hatte ich noch einen Foma 100 dabei, nur für alle Fälle und es war ja besseres Wetter für den Mittag angekündigt. (Für alle, die es noch nicht wussten: Wetterberichte sind auch im 21. Jhd. nicht besonders zuverlässig, wenn es um winterliche Hochdrucklagen geht. Man weiß nie, wo einem Sonne und wo einem Wolken begegnen. Gestern nur Wolken, jedenfalls. Wie soll ich sagen, den Foma habe ich dann auch noch voll gemacht. Wer halt so ein Tag. ;-)

So viel Vorrede und dann das: Kein einziges s/w-Bild! Stattdessen wurde mir dann irgendwann so kalt, dass ich mir gedacht habe, ich muss mich irgendwo aufwärmen. Aber einfach so ganz nach Hause fahren wollte ich dann auch nicht, schließlich kostet der Sprit gerade wieder etwas mehr als er es letztens noch tat und für die Umwelt ist dieses sinnfreie hin und her Gegurke auch nicht gut. Da ich mich bereits bis kurz vor St. Augustin durchgekämpft hatte, habe ich mich dazu entschlossen, einfach die restliche Zeit bis zum Abholtermin am späteren Nachmittag hier zu vertrödeln. Da die Filme ja wie erwähnt beide schon voll waren, habe ich das 50mm E auf die Digitale geschraubt und mit dieser Kombination ein paar Bilder gemacht.


Da drin ist es erstaunlich hell, so hell, dass ich das ISO nicht mal unbedingt auf 400 hätte stellen müssen. Aber für den Seelenfrieden... Es rauscht bei dieser Einstellung ja noch kaum im Pixelwald. ;-) Im Gegensatz dazu habe ich mir dann im großen bösen Elektronikgeschäft mal eine etwas modernere (und extrem schicke) Nikon angeschaut, eine Z fc. Bei der habe ich den ISO-Knopf dann mal auf 25.600 gestellt und so bei f/5,6 und 1/4000s im Laden Bilder machen können, von denen man kaum sieht, dass man die Empfindlichkeit so hoch gestellt hat. Und die hat noch eine offizielle Einstellung schneller (also 51.200) sowie noch zwei unkalibrierte Hi-Einstellungen.Erstaunlich, was sich in den letzten Jahren bei der Entwicklung von CCDs getan hat. bei 25.600 sieht man kaum das Rauschen, ich nehme an, die haben da irgendeinen Glättungsalgorithmus drüber laufen lassen. Leider hatten die die Speicherkartenklappe zugepappt, sonst hätte ich mal Bilder mit hier rein gestellt. Wenn das eine Vollformatkamera wäre und nicht bloß APS-C-Größe, könnte ich schwach werden. ;-)


Ein sehr spannendes Gerät, jedenfalls. Bei der Empfindlichkeit, die der Sensor bietet, kann man auch verschmerzen, dass das Kit-Objektiv bei vollem Zoom (50mm => 75mm KB) nur eine Lichtstärke von f/6.3 hat. Da dreht man halt einfach den Knopf mit den ISO-Zahlen einen Klick weiter. Was mich etwas stört, ich habe kein Focus-Highlighting gefunden. Nur die nikon-typische Einstellung, die mir sagt, welcher Fokussensor gerade per Autofokus scharf gestellt hat. Kann die das gar nicht? Weil, wenn man alte, manuelle Objektive adaptieren wollen würde, wäre das schon hilfreich. Oh, da gibt es ein Video auf der Nikon-Seite, die das erklärt. (Benutzereinstellung d10 ist das Stichwort)! OK, die Benutzerführung von Nikon war ja schon immer etwas absonderlich! ;-)

Ansonsten habe ich mich halt in der Mall rum getrieben und mir mal ausgiebig alle Geschäfte angeschaut sowie einen Blick aus dem Fenster auf den Marktplatz riskiert, der ja schon gefühlt seit Jahren gesperrt ist. Es sieht allerdings so aus, als würden die langsam mal zum Ende kommen.


Da es mir drinnen dann aber irgendwann zu langweilig wurde, bin ich auch noch mal außen rum geschlichen und habe diverse Fotos gemacht, bevor ich gegenüber noch in den Ein-Euro-Laden gegangen bin. Dort habe ich nicht nur ein paar T-Rexen und einige Scheißehäufchen gefunden, sondern auch noch mal eine Stelle zum Aufwärmen Was es da alles gibt, echt erstaunlich. Wundere mich schon, was in China alles für Müll produziert wird, der dann hier für'n Euro verramscht wird! ;-) (Kameras ja leider nicht, die kriegt man nicht für'n Euro. Jedenfalls nicht die, die ich mir da oben angeguckt habe! ;-))


So, und dann musste ich mich auch langsam auf den Weg machen, J wieder einzusammeln. Leider hatte mittlerweile der abendliche Berufsverkehr eingesetzt, sodass ich ein paar Minuten länger als geplant unterwegs war. Ebenso auf dem Heimweg. Dafür war beim Discounter mit dem A nix los, die standen alle noch auf der Straße.

Schwarz-weiß und analog, Teil 195: Gemischte Selbstentwicklung

Fomapan 200 #1, September 2022
  • Minolta XG-2, Minolta MC Rokkor-PF 1:1.7 f=55mm
  • Entwicklung: Adonal 1+50, 9:00 Minute, Adofix Plus 1+5, 3 Minuten, Adoflo II 1+200
Kommen wir heute also endlich mal zum ersten Film, den ich selber entwickelt habe. So im Nachhinein betrachtet habe ich da schon ziemlich mit zu kämpfen gehabt, was man auch an verschiedenen Stellen sehen kann. Da sind nämlich einige Kratzer in der Emulsion und Knicke im Film, die ich da rein gemacht habe, als ich versucht habe, ihn erst mal auf die die Spule drauf zu kriegen und nach dem Entwickeln auch wieder runter zu bekommen. Das ist glaube ich tatsächlich die größte Hürde beim selber Entwickeln von Negativen: Den K*ckfilm, ohne ihn sehen zu können, im Wechselsack in die Spule zu kriegen, ohne ihn ständig anzugrabschen oder zu verbiegen. Naja, aber Übung macht den Meister und ich bin da mittlerweile um einiges besser drin geworden. Deswegen ist es schon fast etwas peinlich, dieses Erstlingswerk hier vorzuzeigen. Aber ich denke, dass das vielleicht anderen Anfängern zeigen kann, dass es eben am Anfang nicht alles perfekt läuft - ich glaube, ich habe diesen Film drei oder vier mal wieder aus der Spule raus fummeln müssen, weil er sich verhakt hatte - und dass man trotzdem nicht aufgeben sollte. Ich hatte zwar meiner Meinung nach reichlich geübt, aber eben a) mit dem im Starterkit mitgelieferten Farbfilm, der sich irgendwie ganz anders anfühlt und mir viel steifer erscheint, als der billige Fomapan, und b) der auch noch ein ganzes Stück kürzer ist, also wohl nur 24 Aufnahmen hatte.

Aber genug Vorrede, hier das Ergebnis. Da die Kamera zu allem Überfluss noch Ladehemmungen hatte, nachdem ich ihre Lichtdichtungen erneuert hatte, sind ein paar Bilder verloren gegangen, sodass ich mich entschieden habe, mit einer Mischung von Fotos aus Siegburg, Seelscheid, Hennef und Mondorf zu beginnen. Das sind jeweils nur so 2 bis 4 Bilder, die wären in einem eigenen Artikel eher ein wenig verloren gewesen.

Den Anfang macht die Krankenhauskapelle in Siegburg. (1/1000s, f/8.) Aufmerksame Leser werden bemerken, dass ich dieses Bild schon mal hier im Blog hatte, nämlich damals im Oktober, als ich angefangen habe, selber zu entwickeln. Da habe ich das nämlich als Beispiel genommen. Deswegen muss ich jetzt glaube ich nicht mehr ganz so viel dazu sagen, ich hatte es ja schon recht detailliert auseinander genommen. Mir gefällt es jedenfalls noch immer ganz gut, trotz der Kratzer in der linken Ecke.

Gegenüber gab es das Parkhaus zu sehen, das gerade wegen Renovierung von oben bis unten eingerüstet war. (1/500s, f/8.) Auch hier habe ich gut weit abgeblendet, was ich sonst ja eher nicht so oft mache, aber wenn es um "Architektur" geht, darf es gerne etwas schärfer sein, finde ich. Das 55mm Rokkor glänzt hier jedenfalls, gerade in dieser Disziplin. So ist zum Beispiel der Zaun oben auf dem obersten Parkdeck so scharf abgebildet, dass man jede Strebe einzeln zählen kann. Ich habe eh den Eindruck, dass die selber entwickelten Bilder nicht nur ein bisschen heller sind, sondern auch schärfer. Ich mein, das ist ja ein 200er Film, aber ich habe den Eindruck, dass er in Sachen Auflösung die bisherigen 100er übertrifft.


Dann mal wieder die ev. Kirche in Seelscheid. (1/500s, f/8.) Vom Friedhof aus ist das halt das spannendste Gebäude, das man sehen kann. Bei f/8 sind auch die ins Bild ragenden Äste und Blätter fast komplett scharf. Nur ganz unten die Hecke verliert sich etwas in einer leichten Unschärfe. Nettes Bild, auf dem man sieht, wie hell es war. Ich glaube, ich sollte mal ein paar mehr ISO 200 Filme anschaffen, die sind ein ziemlich guter Kompromiss aus leicht erhöhter Empfindlichkeit und Auflösung. Oder liegt es eben daran, dass ich den selber entwickelt habe und er einfach ein bisschen heller ist als das, was das Labor gemacht hat?

Zwischen diesem und dem nächsten Bild sind leider eine ganze Reihe Bilder verloren gegangen, weil der Spiegel nicht geklappt hat oder der Vorhang nicht wollte, oder was auch immer die Kamera für Ladehemmungen entwickelt hat, als ich nicht hingeschaut habe. Der Klamottensammelcontainer ist jedenfalls ein bisschen seltsam belichtet. (1/500s, f/8.) Sieht aus, wie ein übertriebenes HDR-Bild, habe ich den Eindruck. Wie das zustande gekommen ist, ich weiß es nicht. Habe ich im Gimp nachträglich zu viel am Gamma gedreht? Oder kam das tatsächlich schon so aus dem Scanner? Wenn meine Filme so lange in der Pipeline liegen, vergess' ich das langsam schon, bevor ich die hier ausstellen kann. ;-) Ist aber an sich schon nicht das spannendste Bild auf dem Film, deswegen, Schwamm drüber!

Was passiert, wenn man den Film in der Spule verknickt, kann man auf dem Bild mit den verwelkten Baumnasen sehen. (1/1000s, f/1,7.) Der Knick geht leider quer durchs eigentlich Motiv, da ist auch nicht viel mit Retouchieren. Wie gesagt, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, ich habe da wirklich noch einiges an Übung gebraucht, bis ich das mit dem Ecken abrunden und einfädeln in die Spule richtig raus hatte. Insgesamt leider ein bisschen Schade, denn das Bild hat was. Besonders die Blendenbälle im Hintergrund finde ich extrem schick; Offenblende bei diesem Objektiv ist extrem!


Auch das nächste Bild ist verknickt und so hat das Bobbycar leider einen bösen weißen Streifen. (1/1000s, f/4.) Auch hier ist es einigermaßen schade um das Foto, denn die Sonne und der Schatten sind schon ganz gut. Da es aber auch ziemlich schief ist, relativiert sich das mit dem "schade drum" dann ach wieder. ;-) Der Kontrast ist richtig gut geworden, so guten Kontrast habe ich bei Laborentwicklungen selten gesehen. Trotzdem hat man noch genug Detail in den dunklen Bereichen.

Es folgt ein Sprung weit ins letzte Drittel des Films, als ich in Mondorf war und nebenbei mal wieder die Fähre fotografieren durfte, wie sie da im Hafen vor Anker lag. (1/500s, f/4.) Auch hier fasziniert mich die Schärfe und der für diese eher schattige Szene ausreichend gute Kontrast. Die Schärfe ist mit dem Rokkor eh superb, auch wenn man mal nicht f/8 nimmt, sondern stattdessen zwei Stufen schneller unterwegs ist. Nettes Bild.


Die Josef Lülsdorf war mein nächstes Opfer. (1/250s, f/4.) Habe hier so weit nach unten gezielt, um die Spiegelung des Namens im Hafenwasser noch einfangen zu können. Der Hintergrund ist mir ein bisschen zu hell geraten, da hätte es auch eine Blendenstufe schneller getan, wie im Bild davor. Ansonsten technisch ganz OK. Der Winkel gefällt mir aber nicht. Vielleicht hätte ich mich stattdessen ganz auf die Reflexion im Wasser konzentrieren sollen, dann hätte ich ein paar Schritte näher ran gehen können und einen völlig anderen Winkel bekommen. Naja, im Nachhinein ist mal bekanntlich immer schlauer.

Das letzte Bild ist ein Portrait der Dame, die da halb nackt und mit freigelegtem Alabaster (also, in dieser billigen Kopie wahrscheinlich Beton oder Gips) im Vorgarten steht. (1/1000s, f/4.) Schöne Hintergrundunschärfe, die das Motiv gut hervorhebt. Dadurch, dass ich das Zentrum des Bildausschnitts mal ausnahmsweise in den Rücken die Dame gelegt habe, wirkt es auch irgendwie ganz interessant. Ich sollte da öfter mal mit experimentieren. Interessantes Bild.

Erstes Fazit: Selber entwickeln ist nicht so schwierig, aber man muss erst die Probleme überwinden, die man als Anfänger unweigerlich haben wird. Über die nächsten Filme hinweg werden wir definitiv eine Verbesserung meiner handwerklichen Geschicklichkeit beobachten können. ;-)

Nächstes Mal: Asbach.