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Schwarz-weiß und analog, Teil 196: Asbach

Fomapan 200 #1, September 2022
  • Minolta XG-2, Minolta MC Rokkor-PF 1:1.7 f=55mm
  • Entwicklung: Adonal 1+50, 9:00 Minute, Adofix Plus 1+5, 3 Minuten, Adoflo II 1+200
Im zweiten Teil des ersten selbstentwickelten Fomapan-Films ging es mal wieder nach Asbach in den Outlet-Store, der da auf der grünen Wiese steht. Danach haben wir aber noch dem Dorf einen Besuch abgestattet. Viel los ist da ja nicht, außer der Kirche gibt es hier nur mäßig viel zu sehen. Trotzdem habe ich die Gelegenheit genutzt, mal ein paar Bilder zu machen.

Als erstes haben wir da ein altes Kreuz, von denen man mehrere rechts vom Kirchenhauptportal findet. (1/1000s, f/2.) Bei f/2 macht das 55er Rokkor wirklich ein überragendes Bokeh. Bleibt die Frage, wie ich so viele Fusseln auf den Film bekommen habe, der zudem noch einige Emulsionsdefekte aufweist. Liegt es an meinem eher ruppigen ersten Versuch, einen Film in die Spule einzuspulen, ein Prozess, den ich mittlerweile im Schlaf beherrsche, der damals aber noch eine sehr schweißtreibende Angelegenheit war? Möglich. Will gar nicht drüber nachdenken, wie ich diesen ersten Film misshandelt habe, bis ich ihn endlich in der Entwicklerdose hatte! ;-) Aber zurück zum Motiv: Ganz nett zusammenkomponiert, finde ich. Das Kreuz als Hauptmotiv an der rechten Seite, dass es aus dem Bild heraus schaut, dahinter die unscharfen Kollegen und einige Blendenabbilder in den Laublücken der Tannen. Was mich am meisten stört, ist die Wand des weißen Hauses rechts. Aber ich kann ja schlecht mit der Abrissbirne auf Fotosafari gehen, sag ich immer wieder. ;-)


Vor der Kirche habe ich dann das Kapitell links vom Portal vor die Linse genommen. (1/1000s, f/1,7.) Auch weit offen ist das Rokkor erschreckend scharf. Ich glaube, das ist eine der schärferen Normalbrennweiten, die ich jetzt besitze. Recht kontrastreiches Bild und auch sehr viel weniger Staub als auf dem ersten heute. Auch der Winkel, in dem ich das Motiv eingefangen habe, gefällt mir ganz gut. Schön viele Details erkennbar, die Struktur des Sandsteins kommt richtig gut raus.

Beim Kirchturm habe ich dann komplett manuell belichtet und die kleinstmögliche Blende gewählt, um die seitlich ins Bild ragenden Äste unscharf zu bekommen. (1/1000s, f/2,8.) Das gibt dem Bild eine gewisse Tiefe. Was hier auffällt, sind die seltsam hellen Rämder, bei denen ich den Eindruck habe, dass die Filmtransportlöcher bei der Entwicklung ausgestrahlt hätten. Liegt das an der Art, wie ich den Entwickler in der Dose durchgeschüttelt habe? Bilden sich da Wirbel an den Löchern, die dann mehr frisches Adonal an diese Stellen befördert und dort zu einer stärkeren Entwicklung des Materials führt? Anders kann ich mir das kaum erklären. Das ist mir jedenfalls bei diesem und einigen der folgenden Filme schon aufgefallen, besonders eben bei solchen eher flächigen Bildern mit viel Himmel. Ach ja, und ich dachte immer, dass das Labor diesen einen, immer wiederkehrenden Kratzer in den Film machen würde. Scheinbar sind die aber schon von der Fabrik aus da drin, denn ich hab ihn sofort wiedererkannt! ;-)


Um die Ecke in der Vitrine steht dieser kleine Igel aus Holz. (1/60s, f/5,6.) Wie immer mit der Urban Legend eines Apfels auf den Stacheln. Warum bringen wir unseren Kindern Dinge bei, die gar nicht der Realität entsprechen? Muss dieses Kultur-Dings sein! ;-) Ansonsten ein ganz gutes Bild, wenn auch wieder ein bisschen staubig. Der 200er Foma scheint auch eine ganz brauchbare, auch in Adonal nicht zu aufdringliche Körnung zu besitzen. Ich glaube, das ist eigentlich ein ganz guter Universalfilm für den allgemeinen Einsatz, wenn ein 100er vielleicht nicht ausreicht, ein 400er aber dann doch zu schnell ist. Bedeckte Sommertage oder sowas. Leider war bei meiner letzten Bestellung keiner auf Lager. Aber bei meinem Verbrauch ist es bestimmt bald wieder so weit. (Filme sind allerdings in den letzten Monaten bestimmt gut anderthalb mal so teuer geworden! der 400er Foma kostet jetzt fast 5 Euro, ich habe den bei meiner ersten Bestellung noch für unter 4 bekommen!)

Noch ein altes Kreuz findet man an der Mauer hinter der Kirche. (1/60s, f/4.) Obwohl das hier im Schatten stand, habe ich ein erstaunlich kontrastreiches Bild raus bekommen. Sehr scharf ist es zudem auch, gefällt mir sehr gut. So gut, dass ich kaum was daran auszusetzen habe. Schön, wie das Efeu von oben darüber rankt, der grobe Bruchstein darunter gefällt mir auch, die Natursteinmauer mit ihren Rissen im Hintergrund. Eigentlich perfekt. Ein bisschen Emo vielleicht... ;-)

Das Bild vom Fachwerk ist leider ein bisschen schief geworden. (125s, f/5,6.) Das fällt bei den vielen senkrechten Linien leider sehr auf. Ansonsten ist das Bild ganz OK. Jetzt nicht allzu spannend. Ein Fachwerkhaus halt. Die vielen, prächtig blühenden Geranien (?) waren auch eigentlich der Grund, weshalb ich dieses Bild gemacht habe.


Die Tür gegenüber von Hausnummer 3 ist hingegen schön gerade und macht auch richtig was her. (1/125s, f/4.) Eine schöne alte Haustür, bei der das eine daran verschwendete Foto sicher kein Fehler war. Gerade so in s/w macht das einen sehr schicken Eindruck. Da könnte ich glatt mal versuchen, einen Abzug von zu machen. Oder so eine Weihnachtspostkarte von machen und den Leuten einfach in den Briefschlitz werfen. ;-)

Ach, stimmt, das Weitwinkel hatte ich ja auch dabei, ganz vergessen! Die Kirche ist dementsprechend aus dieser Position ein bisschen verzerrt, aber eigentlich ganz spannend mit dem Flatsch Sonne rechts im Abenddunst. (Beroflex 28mm, 1/250s, f/5,6.) Bei diesem Objektiv bin ich ja auch immer wieder erstaunt, dass es eigentlich ganz gute Fotos produziert. Ich weiß nicht, wie die Beroflexes damals preislich einzuordnen waren; die Objektive waren ja, soweit ich weiß, Importe aus der DDR, was grundsätzlich ja nicht unbedingt was schlechtes war. Die waren also wahrscheinlich für die hier sichtbare Qualität eher günstig. Egal. Ein ganz hübsches Bild, das ich da produziert habe. Wegen des Weitwinkels fällt auch gar nicht so sehr auf, wie schief es eigentlich ist! ;-)

Nächstes Mal: Familienbesuch in Drevenak. Also, das drumherum. Die Familie selber habe ich mit der F601 und einem sehr teuren Ilford Delta 3200 abgelichtet. Davon kommen demnächst auch ein paar Bilder, allerdings welche vom Ende des Filmes, als ich den voll haben wollte, um ihn entwickeln zu können. ;-)

Schwarz-weiß und analog, Teil 195: Gemischte Selbstentwicklung

Fomapan 200 #1, September 2022
  • Minolta XG-2, Minolta MC Rokkor-PF 1:1.7 f=55mm
  • Entwicklung: Adonal 1+50, 9:00 Minute, Adofix Plus 1+5, 3 Minuten, Adoflo II 1+200
Kommen wir heute also endlich mal zum ersten Film, den ich selber entwickelt habe. So im Nachhinein betrachtet habe ich da schon ziemlich mit zu kämpfen gehabt, was man auch an verschiedenen Stellen sehen kann. Da sind nämlich einige Kratzer in der Emulsion und Knicke im Film, die ich da rein gemacht habe, als ich versucht habe, ihn erst mal auf die die Spule drauf zu kriegen und nach dem Entwickeln auch wieder runter zu bekommen. Das ist glaube ich tatsächlich die größte Hürde beim selber Entwickeln von Negativen: Den K*ckfilm, ohne ihn sehen zu können, im Wechselsack in die Spule zu kriegen, ohne ihn ständig anzugrabschen oder zu verbiegen. Naja, aber Übung macht den Meister und ich bin da mittlerweile um einiges besser drin geworden. Deswegen ist es schon fast etwas peinlich, dieses Erstlingswerk hier vorzuzeigen. Aber ich denke, dass das vielleicht anderen Anfängern zeigen kann, dass es eben am Anfang nicht alles perfekt läuft - ich glaube, ich habe diesen Film drei oder vier mal wieder aus der Spule raus fummeln müssen, weil er sich verhakt hatte - und dass man trotzdem nicht aufgeben sollte. Ich hatte zwar meiner Meinung nach reichlich geübt, aber eben a) mit dem im Starterkit mitgelieferten Farbfilm, der sich irgendwie ganz anders anfühlt und mir viel steifer erscheint, als der billige Fomapan, und b) der auch noch ein ganzes Stück kürzer ist, also wohl nur 24 Aufnahmen hatte.

Aber genug Vorrede, hier das Ergebnis. Da die Kamera zu allem Überfluss noch Ladehemmungen hatte, nachdem ich ihre Lichtdichtungen erneuert hatte, sind ein paar Bilder verloren gegangen, sodass ich mich entschieden habe, mit einer Mischung von Fotos aus Siegburg, Seelscheid, Hennef und Mondorf zu beginnen. Das sind jeweils nur so 2 bis 4 Bilder, die wären in einem eigenen Artikel eher ein wenig verloren gewesen.

Den Anfang macht die Krankenhauskapelle in Siegburg. (1/1000s, f/8.) Aufmerksame Leser werden bemerken, dass ich dieses Bild schon mal hier im Blog hatte, nämlich damals im Oktober, als ich angefangen habe, selber zu entwickeln. Da habe ich das nämlich als Beispiel genommen. Deswegen muss ich jetzt glaube ich nicht mehr ganz so viel dazu sagen, ich hatte es ja schon recht detailliert auseinander genommen. Mir gefällt es jedenfalls noch immer ganz gut, trotz der Kratzer in der linken Ecke.

Gegenüber gab es das Parkhaus zu sehen, das gerade wegen Renovierung von oben bis unten eingerüstet war. (1/500s, f/8.) Auch hier habe ich gut weit abgeblendet, was ich sonst ja eher nicht so oft mache, aber wenn es um "Architektur" geht, darf es gerne etwas schärfer sein, finde ich. Das 55mm Rokkor glänzt hier jedenfalls, gerade in dieser Disziplin. So ist zum Beispiel der Zaun oben auf dem obersten Parkdeck so scharf abgebildet, dass man jede Strebe einzeln zählen kann. Ich habe eh den Eindruck, dass die selber entwickelten Bilder nicht nur ein bisschen heller sind, sondern auch schärfer. Ich mein, das ist ja ein 200er Film, aber ich habe den Eindruck, dass er in Sachen Auflösung die bisherigen 100er übertrifft.


Dann mal wieder die ev. Kirche in Seelscheid. (1/500s, f/8.) Vom Friedhof aus ist das halt das spannendste Gebäude, das man sehen kann. Bei f/8 sind auch die ins Bild ragenden Äste und Blätter fast komplett scharf. Nur ganz unten die Hecke verliert sich etwas in einer leichten Unschärfe. Nettes Bild, auf dem man sieht, wie hell es war. Ich glaube, ich sollte mal ein paar mehr ISO 200 Filme anschaffen, die sind ein ziemlich guter Kompromiss aus leicht erhöhter Empfindlichkeit und Auflösung. Oder liegt es eben daran, dass ich den selber entwickelt habe und er einfach ein bisschen heller ist als das, was das Labor gemacht hat?

Zwischen diesem und dem nächsten Bild sind leider eine ganze Reihe Bilder verloren gegangen, weil der Spiegel nicht geklappt hat oder der Vorhang nicht wollte, oder was auch immer die Kamera für Ladehemmungen entwickelt hat, als ich nicht hingeschaut habe. Der Klamottensammelcontainer ist jedenfalls ein bisschen seltsam belichtet. (1/500s, f/8.) Sieht aus, wie ein übertriebenes HDR-Bild, habe ich den Eindruck. Wie das zustande gekommen ist, ich weiß es nicht. Habe ich im Gimp nachträglich zu viel am Gamma gedreht? Oder kam das tatsächlich schon so aus dem Scanner? Wenn meine Filme so lange in der Pipeline liegen, vergess' ich das langsam schon, bevor ich die hier ausstellen kann. ;-) Ist aber an sich schon nicht das spannendste Bild auf dem Film, deswegen, Schwamm drüber!

Was passiert, wenn man den Film in der Spule verknickt, kann man auf dem Bild mit den verwelkten Baumnasen sehen. (1/1000s, f/1,7.) Der Knick geht leider quer durchs eigentlich Motiv, da ist auch nicht viel mit Retouchieren. Wie gesagt, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, ich habe da wirklich noch einiges an Übung gebraucht, bis ich das mit dem Ecken abrunden und einfädeln in die Spule richtig raus hatte. Insgesamt leider ein bisschen Schade, denn das Bild hat was. Besonders die Blendenbälle im Hintergrund finde ich extrem schick; Offenblende bei diesem Objektiv ist extrem!


Auch das nächste Bild ist verknickt und so hat das Bobbycar leider einen bösen weißen Streifen. (1/1000s, f/4.) Auch hier ist es einigermaßen schade um das Foto, denn die Sonne und der Schatten sind schon ganz gut. Da es aber auch ziemlich schief ist, relativiert sich das mit dem "schade drum" dann ach wieder. ;-) Der Kontrast ist richtig gut geworden, so guten Kontrast habe ich bei Laborentwicklungen selten gesehen. Trotzdem hat man noch genug Detail in den dunklen Bereichen.

Es folgt ein Sprung weit ins letzte Drittel des Films, als ich in Mondorf war und nebenbei mal wieder die Fähre fotografieren durfte, wie sie da im Hafen vor Anker lag. (1/500s, f/4.) Auch hier fasziniert mich die Schärfe und der für diese eher schattige Szene ausreichend gute Kontrast. Die Schärfe ist mit dem Rokkor eh superb, auch wenn man mal nicht f/8 nimmt, sondern stattdessen zwei Stufen schneller unterwegs ist. Nettes Bild.


Die Josef Lülsdorf war mein nächstes Opfer. (1/250s, f/4.) Habe hier so weit nach unten gezielt, um die Spiegelung des Namens im Hafenwasser noch einfangen zu können. Der Hintergrund ist mir ein bisschen zu hell geraten, da hätte es auch eine Blendenstufe schneller getan, wie im Bild davor. Ansonsten technisch ganz OK. Der Winkel gefällt mir aber nicht. Vielleicht hätte ich mich stattdessen ganz auf die Reflexion im Wasser konzentrieren sollen, dann hätte ich ein paar Schritte näher ran gehen können und einen völlig anderen Winkel bekommen. Naja, im Nachhinein ist mal bekanntlich immer schlauer.

Das letzte Bild ist ein Portrait der Dame, die da halb nackt und mit freigelegtem Alabaster (also, in dieser billigen Kopie wahrscheinlich Beton oder Gips) im Vorgarten steht. (1/1000s, f/4.) Schöne Hintergrundunschärfe, die das Motiv gut hervorhebt. Dadurch, dass ich das Zentrum des Bildausschnitts mal ausnahmsweise in den Rücken die Dame gelegt habe, wirkt es auch irgendwie ganz interessant. Ich sollte da öfter mal mit experimentieren. Interessantes Bild.

Erstes Fazit: Selber entwickeln ist nicht so schwierig, aber man muss erst die Probleme überwinden, die man als Anfänger unweigerlich haben wird. Über die nächsten Filme hinweg werden wir definitiv eine Verbesserung meiner handwerklichen Geschicklichkeit beobachten können. ;-)

Nächstes Mal: Asbach.

Schwarz-weiß und analog, Teil 194: Grünes C in Retro-S/W

Film: Fomapan 100 #41, Kamera: Agfa Silette LK, September 2022

Heute war ein eher fauler Tag, an dem ich nicht viel mehr erledigt bekommen habe, als mein Auto vor der Werkstatt abzustellen, damit die das morgen direkt zum Beginn der Öffnungszeit da stehen haben. Deswegen gibt es zur Abwechslung einen dieser leckeren Instant-Artikel aus der Retorte: Nur noch den Veröffentlichen-Button hinzufügen und zack hat man einen Eintrag im Blog! ;-) (Dies hier war übrigens der letzte s/w-Film, den ich ins Labor gegeben habe, also wird es beim nächsten Artikel dieser Reihe spannend!)

Das Ende des Films habe ich verschossen, als wir mal wieder in St. Augustin in der Mall waren und danach noch ein bisschen durchs Grüne C gestreunert sind. Das bietet sich ja immer an, die Entfernung, die man da vom Parkplatz aus zurückzulegen hat, ist ungefähr genau das, was einem noch zu den täglichen 10.000 Schritten fehlt. ;-) Nicht, dass wir das jetzt so fanatisch beachten würden, aber es ist doch ganz gut, zumindest hin und wieder den Home-Office-Alltag mit den-ganzen-Tag-rumsitzen mal durch etwas Bewegung zu unterbrechen.

Das erste Bild heute ist mal wieder die Kunst, die da kurz hinterm Spielplatz steht: Ein stählernes Pärchen, Männchen und Weibchen der Spezies Rübennase. Oder so ähnlich. ;-) (1/125s, f/5,6-) Wie man an den Werten sehen kann, war das Wetter mal wieder ein bisschen mehr durchwachsen und nicht ganz so hell. Dadurch musste ich nicht so schrecklich weit abblenden, wie in den vorherigen Einträgen, habe aber doch trotzdem eine eher mittlere Blende bevorzugt, damit ich genug Tiefe habe, um beide "Personen" scharf zu bekommen, auch wenn ich die Entfernung geraten habe. (Auch hier hatte ich meinen Ultraschall-Entfernungsmesser zu Hause gelassen; im Feld funktioniert das eh die halbe Zeit nicht.) Das Bild hat trotzdem eine ganz leichte Unschärfe im Hintergrund, aber nicht genug, um das als Bokeh bezeichnen zu können. Die Separation zwischen Motiv und Rest des Bildes geschieht eindeutig durch den Kontrast der beiden vor dem hellen Himmel. Insgesamt ein ganz nettes Bild, finde ich. Ist ganz hübsch geworden. Wenn da jetzt auch irgendwo noch eine Plakette mit dem Namen des Künstlers wäre, würde ich den auch glatt noch erwähnen. Aber zum Glück weiß die Wikipedia mal wieder weiter: "Er und Sie, 2009, Franz Leinfelder". ;-)

Das nächste Bild ist keine Kunst, sondern tut nur so: Alte Container, die am Parkplatz des Freibads stehen und vor sich hin rosten. (1/60s, f/5,6.) Ein ebenfalls ganz interessantes Bild, und wenn es nur aus dem Grund ist, dass man hier den Schärfetiefenbereich ganz gut abschätzen kann, den dieses Objektiv auf eine eingestellte Entfernung von 5 Metern hin bekommt. Die vorderen Ranken, die ins Bild ragen, sind scharf, die Kante des Containers ist sehr scharf und je weiter man von hier aus an der Wand entlang schaut, desto mehr und mehr sieht man, wie die Schärfe nachlässt, bis man schließlich einen recht weichen Baum im Hintergrund findet. Aber selbst der Horizont ist nicht so richtig unscharf-bokehig. Dafür hätte ich dann wohl doch f/4 wählen müssen. Ob das Bild jetzt meinen künstlerischen Ansprüchen genügt, das sei mal dahingestellt, aber ganz schlecht ist es auch nicht. Ein bisschen viel Gemüse, jetzt im Winter sieht das vielleicht interessanter aus, dort an dieser Stelle?


Dann erblickt man auch schon den Christophorus über den Stacheldraht hinweg. (1/300s, f/4.) Hier konnte ich gefahrlos so weit wie möglich aufblenden, denn der Gute steht ja in der Unendlichkeit. So habe ich den Zaun schön unscharf bekommen und man kann die Vordergrundunschärfe beurteilen, die diese Kamera produziert. Mein Urteil: Durchaus brauchbar. Leider ist das Bild mal wieder ein bisschen schief. Ist aber auch wirklich nicht ganz leicht, mit diesem Sucher. Im Allgemeinen sind die Sucher dieser Kameras ja schon grundsätzlich ein bisschen von Verzerrungen an den Rändern geplagt, aber dieser hier, ich weiß nicht, der mag mich einfach nicht. Oder ich ihn. Oder so. ;-) (Ausreden, alles Ausreden! :-D)

Wenn man direkt frontal davor und in einer angemessenen Entfernung steht, hat man das Problem sehr viel weniger. (1/60s, f/8.) Hier dann mal so weit wie möglich abgeblendet, um nicht nur den Herrn C sondern auch die Wolken im Hintergrund scharf zu bekommen. Dazu habe ich die Entfernung einfach auf Unendlich stehen lassen, wie man sieht, das reicht. Vielleicht könnte er ein ganz kleines bisschen schärfer sein, aber die Auflösung des Films ist eh nicht so hoch, als dass man das bisschen Unschärfe nicht da drauf schieben könnte. (Wie war das mit den Ausreden? ;-)) Eni gutes Bild, jedenfalls. Besonders das bisschen Dunkel des Baums am rechten Rand gefällt mir gut.


Dann mussten wir irgendwann auch mal wieder nach Hause, also sind wir durch das Gelände der Fachhochschule zurück zum Parkplatz geschlichen, wo ich noch die Verstrebungen des Hörsaaldaches aufgenommen habe. (1/125s, f/4.) Wie man sieht, das Wetter wurde immer schlechter, sodass ich meine Lieblingsblende f/4 verwenden konnte. Bei dieser Kamera und diesem eher kontrastarmen Wetter wird es dann aber doch schon wieder ein bisschen unscharf, obwohl die Tauben auf der Stange oben durchaus gut zu erkennen sind. Das drohende Wetter obendrüber gibt dem Ganzen aber immerhin ein bisschen Tiefe. Der Weiße Kasten da unten am Rand stört mich allerdings ein bisschen. Ansonsten: OK.


Das letzte Bild gebührt dann mal wieder einem Trecker. (1/60s, f/5,6.) Der hatte da direkt neben mir geparkt - am rechten Rand ist mein Honda zu sehen. Es handelt sich bei dem Trecker zwar um ein eher modernes Stück, also eher nicht mein normales Jagdgebiet, aber trotzdem konnte ich den nicht einfach so unfotografiert lassen! Außerdem konnte ich so noch mal ein Gegenlichtbild machen. Wieder ist nichts von Flares oder Ghosts zu sehen, nur ein bisschen Halo um die Highlights, die aber genauso gut von der Entwicklung stammen können.

Fazit: Eine spannende Kamera, eine Zeitreise um 50 Jahre in die Vergangenheit. Es ist immer wieder was besonderes, Technik zu verwenden, die älter ist als man selber. Werde wohl im Frühling wirklich mal einen Farbfilm einlegen und schauen, was dann raus kommt. Vielleicht habe ich dann ja auch mal einen funktionierenden Entfernungsmesser gefunden, den könnte ich ja auch gut für diverse andere Kameras gebrauchen, die ich mittlerweile in meiner Sammlung habe.

Nächstes Mal: Endlich mal der erste Film, den ich selber entwickelt habe! Hat ja auch nur vier Monate oder so gedauert, bis ich die Pipeline so weit abgearbeitet habe! ;-)

Schwarz-weiß und analog, Teil 193: Hennefer Retro-Schnappschüsse

Film: Fomapan 100 #41, Kamera: Agfa Silette LK, September 2022

Regen, Regen, Regen. Trotzdem habe ich mal den Film in der letztens vorgestellten Vito mal vollgemacht, nebenbei, als wir einkaufen waren. Der kommt morgen in die Suppe, wenn ich Zeit habe. Jedenfalls gibt es deswegen einen Instant-s/w-Pipeline-Eintrag aus der Retorte. Zack, fertig für heute! ;-)

Fangen wir also mal mit Pferden an. (1/125s, f/5,6.) Diese beiden ungleichen Exemplare standen oben am Eingang zum Hexenwald. Wenn ich Ponys sehe, muss ich ja einfach drauf halten. In diesem Fall aber ganz besonders, denn dadurch, dass die beiden so nah beieinander standen, hat man mal einen richtigen Größenvergleich. Die Blätter im Vordergrund sind bei f/5,6 noch leicht unscharf und das ist auch gut so, der Hintergrund ist mir persönlich nämlich etwas zu scharf. Liegt vielleicht daran, dass ich mit einer Einstellung von 10 Metern doch schon etwas zu weit nach hinten gezielt habe, so weit waren die beiden nämlich eigentlich nicht entfernt. Insgesamt aber durchaus ein hübsches Foto.


Nach dem Kurzbesuch im Hexenwald waren wir in Rott, wo ich mal wieder die Kirche fotografiert habe. (1/125s, f8.) Vielleicht ein bisschen zu hell, eine Blende schneller wäre durchaus drin gewesen, aber so kann man die Backsteine alle ganz genau erkennen. Die leichte Unschärfe, die hier beim Hineinzoomen wahrnehmbar ist, rührt wahrscheinlich von meiner obsessiven JPG-Komprimierung her - im Originalscan stellt sich das nicht so flächig dar. Hätte hier wohl ausnahmsweise ein bisschen mehr Qualität zulassen sollen. Naja, aber immerhin kann man tatsächlich jeden einzelnen Backstein ausmachen. Wer also Lust zum Zählen hat... andere Leute zählen ja Schafe, wenn sie nicht einschlafen können, vielleicht geht das ja auch mit Backsteinen. :-D

Hinter der Kirche auf dem Friedhof dann noch schnell den Jesus am Kreuz abgegriffen. (1/60s, f/11.) Habe nicht viel zu dem Bild zu zu sagen, es ist so ziemlich wie alle anderen, die ich auf diesem Film bei f/11 gemacht habe. Gefällt mir gut, recht kontrastreiche Schattenwürfe und nette Wolken im Hintergrund. Gut, ist jetzt nicht das erste Mal, dass ich dieses Grabmal auf Film banne, insofern ist es vielleicht nicht ganz so spannend, aber trotzdem ein gutes Foto.


Die Rosen sind tatsächlich einmal ein Bild, das so richtig unscharf geworden ist. (1/125s, f/8.) Aber auch nur ganz knapp: Die hintere Blüte, die das seitlich raus steht, ist schon ganz OK, und unten lugen ein paar Knospen raus, die sogar scharf sind. Da habe ich wohl doch etwas weniger als den eingestellten Meter vom Motiv entfernt gestanden. Naja, aber für solche Aufnahmen ist eine kleine Sucherkamera ohne Entfernungsmesser ja eigentlich auch nicht gedacht. ;-)

Jetzt folgt der Sprung ganz ans Ende des Films, das ich vorziehen möchte, damit die Bilder da oben nicht so alleine sind. Der Aufbau der Herbstkirmes in Hennef war eigentlich ganz spannend, besonders das Riesenrad hatte es mir angetan. (1/300s, f/5,6.) Hier sehen wir es hinter dem noch geschlossenen Churros-Stand, der gerade von seinem Besitzer aufgebaut wird. Technisch ist das Bild ganz OK, es könnte etwas schärfer sein, besonders die Vordergrundmotive. Habe hier auf Unendlich gestellt, keine Ahnung, wie weit der Stand tatsächlich entfernt war, aber ich dachte eigentlich, dass das bei f/5,6 schon keinen Unterschied mehr macht. Vielleicht aber doch. Naja, egal, in normaler Größe betrachtet ist das Bild OK und es gefällt mir vom Motiv her auch sehr gut. Es fehlt allerdings ein bisschen der Kontrast.


In der Riesenrad-Nahaufnahme haben wir dagegen fast schon zu viel Kontrast! (1/300s, f/5,6.) Seltsam, habe ich doch die gleichen Werte bei so ziemlich gleichen Lichtverhältnissen verwendet. Auch hier kam die Unendlich-Einstellung zum Einsatz, aber dieses Mal ist das viel näher stehende gläserne Treppenhaus eigentlich genau so scharf wie der Hintergrund. Seltsam, warum das oben nicht der Fall war, kann ich mir nicht erklären. Muss wohl tatsächlich eine subjektive Wahrnehmung sein. Bestimmt durch den Kontrast bedingt. Cooles Foto jedenfalls, von dem sich ein Abzug durchaus lohnen würde.

Und dann noch mal so richtig unscharf: Die Schießbude war gerade dabei, ihre Preise aufzuhängen und ich habe wohl nicht die richtige Entfernung eingestellt. (1/60s, f/2,8.) Dabei war das die perfekte Gelegenheit, die Offenblende zu testen. Schade, so sind die Bären komplett unscharf und die Decke des Standes dafür viel zu sehr. Mist! ;-)


Das letzte Foto des Films - aber nicht dieser Serie - habe ich auf der Rückseite des tütkischen Ladens verschossen, wo die Mitarbeiter sich immer mal wieder zur Raucherpause einfinden, weswegen es dort ein paar Stühle gibt. (1/125s, f/4.) Witziges Motiv, leider total schief. Bin hier weit runter in die Knie gegangen und dann hat es mich beim Auslösen fast umgehauen. Wundere mich schon etwas, dass da keine Bewegungsunschärfe drin ist, weil ich mich wirklich tatsächlich fast längs hingelegt hätte. :-D f/4 ist hier gerade so OK, die hinteren Stühle sind schon etwas unscharf.

Nächstes Mal: Schwarzweiße Bilder aus dem Grünen C.

Schwarz-weiß und analog, Teil 192: Retro-Schnappschüsse am Drachenfels

Film: Fomapan 100 #41, Kamera: Agfa Silette LK, September 2022

Heute gab es zwar morgens eine Regenpause und ich habe auch direkt mal 37 Bilder geschossen, aber die sind alle noch nicht entwickelt. Deshalb ist es wiedermal an der Zeit, einen fertigen Artikel aus der Pipeline rauszuhauen. ;-)

Als nächstes habe ich die kleine Silette mit auf den Drachenfels geschleppt. Das Siebengebirge bietet ja immer spannende Motive. Ich glaube, das war der Samstag, an dem wir uns damals mit dem Trekdinner hier treffen wollten, dann aber nur J und S aufgetaucht sind. Japp, passt, die bunten, digitalen Fotos sehen sehr ähnlich aus! ;-) Geparkt haben wir an dem Tag offenbar in Rhöndorf und sind von dort durch das Dorf gegangen, um den Berg hoch zu kommen. Ja, ich erinnere mich, die Zufahrt zu unserem "normalen" Parkplatz war damals gesperrt. Ich glaube, da waren telekomische Arbeiten im Gange und mussten deshalb an der Hauptstraße parken.

So haben wir aber die Möglichkeit nutzen können, den Brunnen mitsamt der daneben aufgestellten Fahne/Wimpel/Wie-nennt-man-sowas unten in der Stadt zu fotografieren. (1/300s, f/5,6.) Die allgemeine Schärfe ist OK, aber ich habe hier wohl ein bisschen zu weit nach hinten geschätzt, als ich den Fokus eingestellt habe. Das Schärfste scheint nämlich der Busch hinter dem Brunnengesicht zu sein. Aber wie gesagt, nicht allzu schlimm; in Normalabzuggröße fällt das kaum auf, erst wenn man hinein zoomt, stellt man fest, dass man das Schild nicht lesen kann und die Beschriftung "Drachenfels-Quelle" ein bisschen unscharf daher kommt.


Die Trecker hingegen sind extrem scharf geworden. (1/60s, f/11.) Das hatte ich jetzt ehrlich gesagt nicht erwartet, denn im letzten Eintrag waren die Bilder, die ich mit f/11 gemacht habe, leicht weichgezeichnet. Vielleicht klappt das mit dieser sehr hohen Blendenzahl auf diese mittlere Entfernung - 7m hatte ich eingestellt - doch irgendwie besser. Das Bild ist jedenfalls schön kontrastreich und scharf geworden. Ach ja, und Trecker! Trecker sind immer ein Foto wert, besonders solche altertümlichen Modelle! Die passen direkt zum Alter der verwendeten Kamera, oder? ;-)

Beim Aufstieg habe ich unterwegs noch eine Fahne gefunden, die direkt fotografiert werden wollte. (1/300s, f/8.) Ich glaube, das war da oben am Ulanen-Denkmal. Wie man sieht, es war gut windig, die Fahne flattert recht heftig. So von hinten hinterleuchtet sieht sie ganz nett aus. f/8 scheint für die Kamera außerdem gut geeignet zu sein, auf diese Entfernung - wieder 7m - völlig ausreichend, um das Motiv in den scharfen Bereich zu bekommen, ohne zu viel Diffraktion zu riskieren.


Beim nächsten Bild musste ich recht lange zielen, bis ich einigermaßen sicher sein konnte, dass ich nur den Obelisken und den Hund auf das Negativ brenne, nicht aber das dazugehörige Herrchen. (1/125s, f/5,6.) So ist nur ein Rucksack mit im Bild. Über Parallaxen zwischen Objektiv und Sucher hatte ich ja im letzten Eintrag schon geredet, viel besser ist es mit einer Sucherkamera also nicht machbar. Insgesamt finde ich dieses Bild von der Komposition her sehr gut gelungen: In der Mitte das eigentliche Motiv, der Obelisk, face-on, sozusagen. Daneben den Hund, der sehnsüchtig schaut, wo er denn sein Geschäft verrichten könnte, oder zumindest eine Markierung setzen könnte. Und im Hintergrund der Bauzaun und die Betonfüße, die dazu gehören. Das alles eingerahmt von bereits leicht unscharfen Bäumen. Gefällt mir.

Dann das nächste Bild erst wieder oben auf dem Drachenfels verschossen. (1/300s, f/8.) War sehr sonnig hier oben. Die 45mm sind für solche Aufnahmen ja nur eher mäßig geeignet, etwas weitwinkliger wäre hier von Vorteil. Anderseits kann man so Details besser heraus arbeiten, etwa diese Abbruchkante der Ruine. Nicht unbedingt ein Postkarten-Motiv, eher einzusortieren unter Architekturfoto. Das Bild ist gut kontrastreich, könnte vielleicht eine Blende langsamer belichtet sein, um die Mauer mehr hervorzuheben, aber dann würde man wohl die interessanten Wolkenstrukturen im Hintergrund verlieren. Diese sind für f/8 und eine Entferungseinstellung von 9m noch extrem scharf. Macht Sinn: Meine Handyapp rechnet mir flugs aus, dass das bereits hyperfocal für Unendlich ist. (Für alles gibt es eine App heutzutage!)

Ebenfalls hier oben auf dem Drachenfels gibt es diesen als Motiv sehr beliebten Bogen. (1/125s, f/8.) Allerdings kriegt man den nie ohne Touristen aufs Bild, zumindest nicht an einem sommerlichen Samstag. So habe ich auch hier sonnenbebrillte Gesichter und behütete Köpfe im Bild. Wie gesagt: Stichwort Parallaxe. Ansonsten ein sehr schönes Bild mit interessantem Schattenwurf. Wenn ich eine Kamera verwendet hätte, bei der ich mit der Scharfstellung ganz auf Nummer Sicher gehen könnte, hätte ich natürlich eine sehr viel weiter offene Blende verwendet, um die Blätter im Vordergrund unscharf zu bekommen. So ist halt alles scharf. Geht auch. Ist ja auch irgendwie passend zum verwendeten Gerät. Früher hätte man die Kamera an einem solchen Tag wahrscheinlich immer auf genau dieser Einstellung stehen gelassen und ohne drüber nachzudenken Bilder gemacht, die zu 90% OK geworden wären. Diese ständige Digitalfotografie lässt einen viel zu viel Wert auf die "richtige" Belichtung legen; Film ist da nicht so fimschig! ;-)


Doch, noch ein Foto habe ich hier oben gemacht: Das Miet-Fernrohr, mit dem man einen tollen Blick auf das Rheintal hat. (1/125s, f/11.) Jupp, sehr hell hier oben. Das Ergebnis ist ein tolles Bild mit Wolken und einem sich in die Unendlichkeit schlängelnden Fluss. Trotz f/11 ist hier definitiv noch Unschärfe im Hintergrund auszumachen; der Fokus war auf 2 Meter gestellt, somit ist das auch nicht so erstaunlich. Etwas schief, aber ansonsten ein spannendes Foto.

Dann ging es an den Abstieg und wir haben uns überlegt, nehmen wir doch die andere Seite, da gibt es auch noch was zu sehen, zum Beispiel die Zahnradbahn. (1/300s, f/8.) Die blöden Baken an der Straße stören mich etwas, ansonsten ist das Bild ziemlich gut geworden, finde ich. 'n bisschen viele Leute vielleicht. Technisch muss ich jetzt glaube ich nicht mehr viel dazu sagen: f/8 macht gute Bilder.


Um das aufziehende Unwetter über der Eifel noch dunkler zu bekommen, habe ich das Bild mit der Drachenburg im Vordergrund gewollt ein bisschen unterbelichtet. (1/125s, f/22.) Außerdem habe ich so auch mal ein Bild dabei, bei dem ich die Blende maximal geschlossen habe! Die sich ergebende Stimmung ist schon extrem! Diese Wolken! Die durchbrechenden Sonnenstrahlen! Das Licht, das durch die Fenster im Turm sickert! Trotzdem hat der Film noch Struktur in der Burg eingefangen, was ich kaum für möglich gehalten hätte. Eigentlich hatte ich nämlich ein reines Silhouetten-Foto geplant. Aber dunklere Dächer und Fenster zeichnen sich tatsächlich noch gut sichtbar ab. Was die Schärfe angeht: So weit abgeblendet muss man definitiv ein bisschen Weichheit in Kauf nehmen, aber erstaunlicherweise auch nicht viel mehr als bei den bisherigen Bildern, die ich bei f/11 gemacht habe. Die Masten oben auf den Dächern leiden definitiv ein bisschen und sehen leicht verwaschen aus - im Originalscan mehr als in dieser heruntergerechneten 4k-Version. Trotzdem: Ein faszinierendes Bild, bei dem sich das Experiment ausgezeichnet hat!

Am alten Ausflugslokal, das noch immer nicht renoviert ist, sondern als Ruine herumgammelt, findet man diese alten Laternen. (1/125s, f/11.) Diese Szene in irgendeiner Form "gerade" einzufangen, war nicht einfach - und ist mit auch nicht hundertprozentig gelungen. Das bisschen, das man vom Horizont sehen kann, ist leider leicht geneigt. Aber man möge es mir verzeihen, denn alles andere in diesem Bild ist von Natur aus schief! Mast, Lampen, Bäume, der Hang selber, ja selbst der Rhein im Hintergrund, alles neigt sich in die eine oder andere Richtung. Technisch ansonsten ein gutes Bild. f/11 gibt dem ganzen wieder eine leichte Retro-Weichzeichnung. Schöne Wolken, die einen guten Hintergrund bilden und nettes Lichtspiel in dem zerbrochenen Glas.


Aus der Nähe habe ich dann auch noch mal ein Bild von der Drachenburg gemacht, das in diese Fall aber eher ungewollt etwas unter ist. (1/125s, f/11.) f/8 wäre hier sicher besser gewesen. So habe ich zwar einen tollen Himmel, aber das Gebäude selber säuft leider ein bisschen ab. Obwohl da doch für einen günstigen Foma recht viel Detail im Schatten auszumachen ist.

Vor dem Haupteingang stand dann noch dieser Eis-Bully herum, leider im Schatten, daher etwas kontrastärmer, als ich es mir gewünscht hätte. (1/300s, f/8.) Jetzt ein Käsekuchen-Waldbeer-Eis! Wie man sieht, alles scharf genug, um es lesen zu können. Auf die Entfernung auch nicht anders zu erwarten. Ganz nettes Bild.

Danach weiter den Berg runter an der Niebelungenhalle vorbei. (1/125s, f/8.) Hier bin ich wieder zur Standardbelichtung zurück gekehrt. Diese macht das Gästehaus auf dem Petersberg im Hintergrund ungefähr gleich scharf wie die Halle selber - hatte das Objektiv auf Unendlich stehen gelassen, erschien sinnvoller, als jetzt zu versuchen, die schätzungsweise 20 Meter irgendwie da einzustellen und dann festzustellen, dass das bei der Blende eh keinen Unterschied macht. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass der Vordergrund leicht schärfer ist. Ich bräuchte mal so eine praktische Lupe, mit der man eigentlich die Schärfe der Körnung bestimmen kann, wenn man das Negativ in einen Vergrößerer einlegt, dann könnte ich das vielleicht mit mehr Sicherheit behaupten. Wahrscheinlich handelt es sich nur um eine optische Täuschung, weil mein Hirn im Gästehaus die gleiche Detailtiefe erwartet wie in der Halle, was aufgrund des mehrere Kilometer großen Abstands einfach nicht drin ist! ;-)


Und ganz zum Schluss noch ein Bild, dass ich auf dem Rückweg nach Röhndorf gemacht habe, als es bereits langsam dunkel wurde - hauptsächlich wegen des Unwetters in der Eifel: Eine alte Pflanzschale. (1/60s, f/4.) Mit relativ offenen Blendenwerten und auf kurze Distanzen bekommt man mit dieser Kamera erstaunliches Bokeh hin! Ein wirklich bemerkenswertes Foto, dafür dass ich es mit einer 50+ Jahre alten Sucherkamera geschossen habe! Würde mich ineressieren, wie das wohl aussähe, wenn ich mich getraut hätte, f/2,8 einzustellen. Wäre ja die Gelegenheit gewesen! Trotzdem: Mit einem zusätzlichen, richtigen Entfernungsmesser ausgestattet, kann ich mir die Kamera durchaus auch für Portraits vorstellen!

Nächstes Mal: Eine Mischung aus einem Spaziergang in Rott und Fotos vom Aufbau der Kirmes in der Innenstadt von Hennef. Jeweils nur vier Bilder, die zeitlich und auch auf dem Film voneinander getrennt sind, aber eigene Einträge hätten sich dann auch irgendwie nicht gelohnt.