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Schwarz-weiß und analog, Teil 264: Flugplatz Hangelar

Fomapan 100 #50, 10. Oktober 2023
  • Minolta XD7, Minolta MD W.Rokkor 28mm 1:2.8, Minolta MD Tele Rokkor 1:2.5 f=100mm, Travenar MC Auto Zoom 1:4.5 f=80-200mm
  • Entwicklung: Adonal 1+50, 9:00 Minuten, 20°C, Adofix Plus 1+5 (18.?), 10:00 Minuten, Adoflo II 1+200
So, es ist mittlerweile ein bisschen länger her, dass ich mich mal wieder um die vielen, vielen s/w-Fotos, die ich noch auf Halde liegen habe, gekümmert habe. Ich mache gerade wenige s/w-Bilder, das Wetter ist scheiße, und da vergesse ich scheinbar auch, dass ich noch viel zu viele rum liegen habe, die eigentlich ganz gut geworden sind. Deshalb wird es langsam mal Zeit, die anderen Bilder, die ich mit der Minolta XD7 gemacht habe, hier auszustellen. So geht es dann heute also zum Flugplatz in Hangelar mit seinen kleinen Fliegern und Seglern.

Deshalb ist der erste Blick auch gleich mal rüber übers halbe Flugfeld zu den Segelfliegern, die auf bessere Aufwinde warten. (1/125s, f/8, 80-200mm @ 200mm.) Wenn die Film/Scanner-Auflösung ein bisschen besser wäre, könnte man glatt die Gesichter der Leute erkennen! Das kleine Travenar Zoom scheint also gar nicht so schlecht zu sein. Ich nehme an, das stammt noch aus einer Zeit, in der man auch als Dritthersteller noch Qualität produziert hat. Bei f/8, also um knapp zwei Blendenstufen abgeblendet, macht es jedenfalls einen recht guten Eindruck: Kaum Vignettierung und ausreichend scharf. Schnell ist es jedoch nicht, da muss man schon aufpassen, dass man nicht in den Bereich kommt, in dem man aus Versehen verwackelt. Ich scheine an diesem Tag eine recht ruhige Hand gehabt zu haben! Oder habe ich mich da irgendwo abstützen können? Ich erinnere mich nicht. Gott, das ist ein Dreivierteljahr her!


Schilder dürfen ja nicht fehlen, wenn ich auf Motiv-Jagd gehe. Deshalb kommen jetzt gleich zwei. Das erste ist einfach nur das übliche Landschaftsschutzgebiet, das mich zwischen den Brombeerranken angeleuchtet hat. (1/250s, f/8, 80-200mm @ 200mm.) Auch auf nähere Entfernungen macht das Travenar-Zoom also ganz brauchbare Fotos. Ein Gelbfilter hätte dem Himmel ganz gut getan, glaube ich, dann hätte das noch stärker gepoppt.

Das andere Schild ist die Warnung vor der Einflugschneise. (1/500s, f/4, 100mm.) Das kleine, recht kompakte Tele-Rokkor schlägt sich hier ganz gut. Es ist zwar kein echte Portrait, aber ich finde für meine Portrait-Teles selten Leute, die bereit sind, sich ins Internet stellen zu lassen! ;-) Man sieht aber deutlich, dass das doch noch ein kleines Stückchen mehr Schärfe hat als das Zoom. Und über alles auch ein klareres, kontrastigers Bild liefert. Der Grund, weshalb ich so gerne Festbrennweiten verwende, zumindest im Vintage-Retro-Blabla-Buzzword-Bereich. :-D Nein, ehrlich, diese alten festbrennweitigen Linsen sind einfach superb, da können die Zooms selten mithalten, jedenfalls nicht im Consumer-Bereich.


Am Flugplatz ist natürlich Flugverkehr, den ich in den drei Bildern da oben auch mal festgehalten habe. (Von rechts nach links: 1/1000s (over), f/4, 100mm; 1/500s, f/5,6, 80-200 @ ~175mm; 1/250s, f/11, 80-200 @ 200mm.) Besonders auf letztes Bild bin ich echt stolz, denn bei den alten, komplett manuellen Objektiven bei diesen Brennweiten richtig scharf zu stellen, ist bei gesunden Augen schon nicht einfach. Zum Glück ist der Schnittbildsucher in der Minolta hervorragend und der Fokusring-Wurf an dem Travenar-Zomm sehr schön leichtgängig, aber zugleich trotzdem präzise. Eine richtig gute Kombination, bei der sich der ehemalige Besitzer dieser Kameraausrüstung wohl auch was gedacht hatte. Macht richtig Spaß, damit zu fotografieren. Ich erinnere mich jedenfalls, dass ich mich hier wirklich zurückhalten musste, dass ich nicht den ganzen Film auf einmal verblase!

Aber ein bisschen von der Umgebung wollte ich natürlich auch noch mit nehmen. So zB die Mohnblüte, die dort jemand an den Pfosten einer der Parkbänke gesteckt hatte. (1/125s, f/4, 100mm.) Schon eine ziemlich sämige Unschärfe im Hintergrund. Ich mein, das ist ja schließlich auch genau der Grund, weshalb man sich diese Portrait-Teles damals (und heute) angeschafft hat: Hübsches Bokeh bei krasser Schärfe im Vordergrund. Hübsches Bild, das in bunt wohl ein bisschen besser rüber kommen würde. Das Rot vom Mohn muss man sich hier einfach dazu denken! ;-)

Wenn ich einen Basketball-Korb sehe, wird er fotografiert, das ist wie bei Schildern! (1/1000s, f/4, 100mm.) Hätte noch einen Schritt nach links gehen müssen, um den Hintergrund mehr freigestellt zu bekommen. Ansonsten technisch einwandfrei. Das Objektiv gefällt mir sehr gut!


Hinterm Flugplatz gibt es auch immer ein bisschen Stacheldraht zu fotografieren. (1/125s, f/2,5, 100mm.) Endlich die Gelegenheit, die Blende ganz auf zu machen und das extrem hübsche Bokeh zu genießen. Ich liebe diese alten Linsen. Einfach nur schön, wie weich das Spiel aus Licht und Schatten den Hintergrund auffüllt. Dazu der krasse Kontrast von kratzigem Stacheldraht im Vordergrund. Perfekt. Bestes Bild auf der Rolle bisher.

Hier haben wir dann auch noch eine Kneipe im Container-Flachdach-Format, eine Gelegenheit fürs Weitwinkel. (1/125s, f/5,6, 28mm.) Vor allem aber eine Gelegenheit, im Bild nach den üblichen Weitwinkelverzerrungen zu suchen. Ja, die sind da, bei diesen gerade Linien sieht man sie schon, aber für ein Objektiv diesen Alters durchaus akzeptabel. In den unscharfen Ecken oben werden die Blätter schon ein bisschen lang gezogen, aber, hey, es ist ein Weitwinkel! Das gehört so! ;-) Zugleich ist das eigentlich Motiv bei zwei Stufen abgeblendet auch perfekt scharf. Was will man mehr. Ein durchaus brauchbares Alltagsweitwinkel.


Die Hubschrauberpiloten machte mal wieder einen ihrer Übungsflüge, den ich dann auch gleich mal im Bild festgehalten habe. (1/125s, f/4,5, 80-200 @ 200mm.) Ich habe lange gerätselt, was das für ein dunkler Fleck auf der rechten Seite des Fotos ist, bis mir schließlich irgendwann aufgegangen ist, dass ich hier durch den Maschendrahtzaun hindurch fotografiert habe und die Offenblende des Travenar es nicht schafft, diesen vollständig unscharf verschwinden zu lassen! In der Hitze des Gefechts hatte ich das wohl nicht bemerkt, als ich das Bild geschossen habe. Ich musste mich schließlich beeilen, denn Helikopter sind ja doch recht flott unterwegs, wenn sie wollen. Rauf, runter, links, rechts, alles Mögliche, schon praktisch, so ein Fluggerät!

Die flogen jedenfalls die ganze Zeit die Landebahn rauf und runter, wahrscheinlich um den Tiefflug zu üben. (1/500s, f/4,5, 80-200 @ 200mm.) Jedenfalls macht das Objektiv auch bei 200mm und weit offen einen ganz guten Eindruck. Wobei ich glaube, dass ich hier den Fokus nicht genau getroffen habe, oder kommt es mir nur so vor, als wäre der Hintergrund schärfer als das Fluggerät selber? Man kann sich nie so ganz sicher sein bei dieser Art von Motiv: Die viele bewegte Luft unter den Rotorblättern, gemischt mit Abgasen und Abwärme des Motors sorgen gerne dafür, dass man schon aus physikalischen Gründen keine scharfen Bilder bekommen kann. Lichtbrechung an unterschiedlich dichten Luftmassen und so. Man vergisst ja gerne, dass Luft auch ein optisches Medium ist!


Jedenfalls, das alte Sportflugzeug, dass da fest installiert ist, darf bei einem Besuch hier natürlich auch nie fehlen. (1/60s, f/11, 28mm.) Ja, ich mache manchmal auch die Blende weit zu, hier erschien es mit sinnvoll. Nicht nur, dass ich so testen kann, inwieweit das Bild hier schon wieder unscharf wird, sondern auch, weil ich eben das ganze Flugzeug, von Flügelspitze bis Propeller im Fokus haben wollte. Beides sieht gut aus: Keine oder nur unbedeutende Beugung des Lichts an der Blende und ich glaube, ich hätte durchaus auch noch f/16 nehmen können. Das kleine Weitwinkel-Rokkor kann echt überzeugen.

Auf dem Weg zurück zum Freibad, wo wir geparkt hatten, habe ich dann noch eine markierte Bank mitgenommen. (1/125s, f/2,8, 28mm.) Einfach so als Kontrast habe ich hier die Blende ganz geöffnet und das Ergebnis kann auch hier überzeugen: Auf diese Entfernung bekommt man sogar ein bisschen Unschärfe in den Hintergrund, die gar nicht mal so unflott aussieht. Ich mag ja dieses Spiel des Lichts und des Schattens zwischen den Blättern. Gut, die Eichenhecke ist vielleicht ein bisschen sehr unruhig, aber die war halt da. Die Masern im Holz sind jedenfalls gut raus gekommen und auch das Tag kann man gut erkennen. Nicht so wie sonst bei Foma, wo man manchmal echt Probleme hat, rote Wellenlängen zu sehen. (Ich glaube, das war grüne Farbe, aber ich erinnere mich nicht genau.) ;-)

So, und nächstes Mal: Let's go to the mall! :-D

Gentoo 17.1 -> 23.0

Nachdem ich das ja jetzt lange genug vor mir her geschoben hatte, habe ich die letzten 48 Stunden mal Strom verschwendet und mein Notebook auf den aktuellen Stand gebracht. Da das am Desktop eigentlich ziemlich reibungslos funktioniert hat, hatte ich eigentlich keine größeren Probleme erwartet.

Wenn man sich schon so einen Satz zurecht legt, sollte einem sofort klar sein: Es geht nie ohne größere Probleme! ;-) Die Installation auf dem Notebook ist so steinalt, dass sie bereits von zwei vorherigen Geräten übernommen wurde. Bei dem geringen Durchsatz an Laptops, den ich habe - andere Leute verschleißen ja alle zwei bis drei Jahre eins, während ich noch immer mit dem alten Frist Gen i5 unterwegs bin -, heißt das: Es haben sich mit der Zeit ein paar Karteileichen angesammelt. Vor allem aber hatte ich bereits wochenlang das Update vor mir her geschoben, das hat der Konsistenz der installierten Pakete und deren Abhängigkeiten offenbar auch nicht besonders gut getan.

Jedenfalls lief das emerge mal wieder in eine zyklische Abhängigkeit, wenn es um das Update von mate ging, und gleichzeitig hatte es irgendwie Bock, die eine Hälfte der Pakete für python 3.11 zu bauen, während es die andere mit der aktuellen 3.12 machen wollte. Warum auch immer. Letzteres Problem habe ich erst mal auf die berühmte lange Bank geschoben, indem ich einfach für alle Pakete manuell den Support für sowohl 3.11 als auch 3.12 angeschaltet habe. In einer stillen Stunde, also nicht heute, werde ich dann eines von beidem wieder aus meiner packages.use raus nehmen und mal sehen, ob er es dann konsistent aussortiert bekommt.

Das erste Problem jedoch war gravierender, weil Portage das selber aus Gründen erst mal gar nicht gemerkt hatte und somit schon fleißig die Hälfte der Pakete in @world neu gebaut hatte, bevor mate-settings-daemon auffiel, dass ihm irgendeine library in der korrekten Version fehlte und daraufhin machte es Kawumm und alles brach in sich zusammen. Auch weiteres --skipfirst half nicht, sodass ich das Problem erst mal aussortieren musste. Ich habe dann aus Not zuerst einmal ein normales world-Update gemacht, um wieder ein einigermaßen konsistentes System zu bekommen, dann mate neu installiert und jetzt müsste ich - theoretisch zumindest - noch mal alles in @world neu bauen, um wirklich sicher gehen zu können, dass alle Pakete auch wirklich mit der neuen Toolchain gebaut wurden.

Praktisch stellt sich aber heraus, dass - bisher zumindest - alles einwandfrei funktioniert. Ich sehe das sowieso irgendwie nicht so ganz ein, bei einem Profil-Upgrade immer das ganze System neu zu bauen. gcc und dessen flags haben sich schließlich nicht geändert, der host ist auch gleich geblieben, also sollte da eigentlich nichts inkonsistent sein. (Normalerweise ignoriere ich deswegen auch die Angabe im gentoo-wiki, dass man AuF jEdEn FaLl world neu bauen soll, weil das gerade auf dem alterschwachen Notebook eben zwei Tage braucht. Nur habe ich das aus genau diesen Gründen schon ewig nicht mehr gemacht und war mir dementsprechend nicht mehr so sicher, ob da nicht noch libraries aus der Urzeit, als ich mein erstes 64-bit-Notebook bekommen habe, irgendwo im System stecken, die noch mit gcc-2 gebaut wurden! ;-) (Irgendwo müssen meine sporadischen, inkonsistenten und nicht nachvollziehbaren coredumps ja her kommen. :-D)

So viel zu dem Plan! Konnte der Stress nicht am Desktop sein? Der ist sehr viel schneller, wenn es an das Neubauen des Systems geht. Ist ja auch 15 Jahre neuere Hardware. Mit 3x so vielen Cores/Threads, doppelter Boost Clock und den üblichen Verbesserungen, die sich über die Jahre halt im Prozessordesign angesammelt haben. Von einem Cache, der so groß wie meine allererste Festplatte ist, mal ganz abgesehen. (Pervers, oder? Was sich in 35 Jahren so alles geändert hat?!)

Langer Rede kurzer Sinn: Ich hatte jetzt weder Lust noch Zeit, da mehr Energie rein zu stecken und lebe jetzt erst mal wieder mit einem potenziell inkonsistenten System. Wenn ich mit Geldverdienen fertig bin, kümmere ich mich um den Rest. ;-) Alternativ: Lernen, wie man binary builds benutzt.

Von gejagten Insektenfressern und abgeholzten Hecken

Ich bin so müde, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten kann, aber heute war so ein seltsamer Tag, dass ich das mal trotzdem noch schnell aufschreiben muss. Alles begann damit, dass wieder diese Jahreszeit ist - manche nennen es trotz des vorherrschenden Wetters Sommer -, in welcher die Spitzmäuse außen an der Wand hoch klettern und sich dann nach innen durchs Fenster in unsere Zimmer fallen lassen. Ich habe ja immer der Katze die Schuld gegeben, aber die machen das freiwillig, die Idioten. Wir haben also - durch nur kurze und unruhige Schlafphasen unterbrochen - immer mal wieder die Maus gejagt, die gar keine ist. (Spitzmäuse gehören zu den Insektenfressern, nicht zu den Nagetieren wie echte Mäuse.)

Irgendwann um halb 6 hatte sie sich bis unters Bett vorgearbeitet und quietschte mir dabei laut ins Ohr. Da war ich dann erst mal wieder wach und habe mich wieder auf die Lauer gelegt. Kurz nach 6 hatte ich sie dann in die Ecke gedrängt und mit dem bereitstehenden Spinnen-Glas eingefangen. Spitzmäuse sind ja laut der Wikipedia mit die kleinsten Säugetiere, die es gibt, sodass die bequem in besagtes Glas passte, in dem wir sonst die Keller- und Gully-Spinnen fangen und in die Garage umsiedeln. Und dann hab ich sie zum Fenster raus befördert. Habe allerdings ganz vergessen, ein Foto zu machen. Spitzmäuse sind ja doch irgendwie ein bisschen niedlich, wenn sie mit ihrer rüsseligen Nase so hektisch hinter einem her schnuppern. Das arme Tier hatte voll die Panik, aber besser als irgendwo hinterm Schrank zu verhungern.

Dann auf zur Mutter und der habe ich die Hecke hinterm Haus gestutzt, weil da keiner mehr durch kam. Der Urwald hatte sich bereits halb über die Straße ausgebreitet. Sehr nass, dieses Jahr, da gedeiht alles besonders gut. Jedenfalls zuckt jetzt mein linker Arm, weil ich die ganzen Gebüsche mit der Heckenschere zurück gedrängt habe. Die ist erstaunlich schwer und von unten nach oben gegen den Strich schneiden ist damit nicht ganz einfach. Morgen wahlweise Muskelkater oder Schulterschmerzen, mal sehen.

Jedenfalls dabei festgestellt, dass der Müllwagen bei seiner letzten Kollision endgültig die letzten beiden Zaunteile geschreddert hat. Weil, toter Winkel, komisch schiefe Straße und Fahrer, die die Benutzung von Rückspiegeln für optional halten. Ich mein, hunderte PS hin oder her, wenn man Widerstand spürt, sollte man annehmen, dass man ein Hinderniss getroffen hat! :-/

Das hat jedenfalls auch eine ganze Zeit gedauert. Sodass ich jetzt, da ich ja keine Einträge ohne Fotos mache, gibt es hier noch Fotos vom zusammen gestückelten Abendessen. Eine kleine orientalische Rundreise, die allerdings leider fast nur vom Discounter stammt. Zum Selbermachen hatte ich heute einfach keine Energie mehr.


Deswegen lege ich mich jetzt auch vor den Fernseher und schlafe bei Italien gegen Spanien durch. Fußball eignet sich immer hervorragend zum Schlafen, finde ich. Einheitliches Rauschen aus dem Publikum, ein Erzähler, der was erzählt, was keinen interessiert und eher einem Märchen gleicht, nämlich meist kaum was mit der Realität zu tun hat, und dazu noch ein weiches Sofa. Schön. Gute Nacht! ;-)

Beuel

Heute nur ein paar Bilder aus Beuel. Habe J zur Bank gefahren und zurück und zwischendurch mal die Muttern an den Rädern noch mal fest gezogen. Ich habe den Eindruck, dass die das in der Werkstatt nicht mehr so fest machen, wie sie es früher gemacht haben. Schließlich habe ich schon immer die Muttern - wie man auch immer auf der Rechnung gesagt bekommt - nach 50km nachgezogen, aber irgendwie war da noch nie eine halbe Umdrehung drin! Oder, alternativ, müsste ich mal schauen, ob die überhaupt die richtigen Muttern genommen haben oder die von den Stock-Felgen. Das wäre nämlich eher scheiße!


Jedenfalls nur insgesamt vier Bilder. Zu mehr bin ich nicht gekommen. Und auch zu viel mehr Text habe ich keine Zeit, ich muss noch Dinge erledigt bekommen, bevor nachher noch Besuch zum Fußballgucken kommt. Ob sich das überhaupt lohnt? Nachdem die das erste Spiel gewonnen haben, legen die sich jetzt doch eh wieder auf die faule Haut und fliegen in der Vorrunde raus, so wie beim letzten Mal. ;-)

Aber wenn ich solche Dinge laut sage, werde ich ja wieder gesteinigt und gevierteilt und ans Kreuz genagelt, besonders wenn es am Ende tatsächlich so kommen sollte! :-D Deswegen lieber ein paar hübsche Stiefmütterchen:


Auf dem Heimweg noch bei der Metro das Leergut abgegeben, war mal wieder nötig, weil bestimmte Leute so viel Cola vernichten. Also, nicht die üblichen Verdächtigen, sondern die, die dann den Deckel nicht wieder drauf schrauben. Grmpf! Egal. Jetzt arbeiten. Und dann Staubsaugen. Oder umgekehrt.

Fed 3 mit Industar 61A

Was ist hübscher als eine alte sowjetisch/ukrainische Sucherkamera aus den 1960ern? Kaum etwas, ist meine Meinung. Bei diesem Exemplar, das ich letzten Samstag auf dem Rheinauenflohmarkt in Bonn habe mitgehen lassen dürfen, handelt es sich scheinbar um das Modell Fed 3b (oder evtl. eine Fed 3L?) mit einem Industar 61 53/2.8 Objektiv dabei. Beides sah sehr gut erhalten aus, nur ein bisschen staubig und jemand hat mal wieder am Belichtungszeit-Knöpfchen gedreht, ohne die Kamera vorher aufzuziehen, weshalb der Pfeil nicht mehr auf die richtige Zeit zeigt, aber ansonsten könnte sie fast schon so gerade vom Band gefallen sein. OK, die Belederung hinten löst sich leicht, an der stelle, an der man das gute Stück unweigerlich anfasst, aber das ist ja normal. Der Sucher mitsamt des Rangefinders funktioniert brauchbar gut, die Bilder passen nicht 100%ig übereinander, aber mehr als ausreichend, um richtig scharf stellen zu können.


Auch von innen sieht das gute Stück sehr gut aus: Der Tuchverschluss (beide) ist lochfrei, was bei dem Alter schon gar nicht mehr so häufig zu sein scheint. Die Mechanik des Filmtransports läuft ziemlich brauchbar. Die Andruckplatte und die Schienen sind sauber und unverkrazt und sogar ohne Fingerabdrücke - noch, ich möchte diese Kamer nämlich tatsächlich auch benutzen, somit habe sie bereits mit einem passenden Foma 200 ausgestattet und auch bereits ein paar Bilder geschossen. Dabei ist mit aufgefallen, dass der Filmtransport manchmal etwas hakelig ist, der Auslöser ist vereinzelt nach einem ganzen Dreh am Transporthebel noch nicht gespannt, sodass ich noch ein kleines Stückchen mehr drehen muss. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob der Hebel überhaupt als "full stroke" ausgelegt ist, oder ob man tatsächlich eigentlich zwei "half strokes" machen sollte. Hm, irgendwo gibt es doch sicher eine Betriebsanleitung. Egal, es scheint jedenfalls alles soweit zu funktionieren und ich bin auf die Bilder gespannt, die ich damit machen werde.


Was kann ich ansonsten über die Fed 3 erzählen? Nunja, nicht viel mehr, als ich aus dem Internet weiß und was man bei genauer Betrachtung des Top Decks sehen kann: Die Belichtungszeiten gehen von B über 1s bis zu 1/500s. Wobei die 1/30s (Blitzsynchronzeit) aus der Skala heraus fällt und zwischen B und 1s liegt. Es gibt das übliche Zählwerk rund um den Spannhebel, den man manuell zurücksetzen kann. Rund um den Auslöser ist eine Krone, mit der man die Walze mit den Transporthaken lösen kann, um den Film zurückspulen zu können - ob man auf diese Weise auch Doppelbelichtungen hin bekommen kann, weiß ich nicht. (Wie war das mit "irgendwo muss es doch eine Anleitung geben?" ;-))

Das Mitgelieferte Industar 61 ist der übliche Tessar-Nachbau, soweit ich weiß, 4 Elemente, 3 Gruppen. Dieses würde sich recht problemlos austauschen lassen, denn die Kamera verfügt über den einigermaßen weit verbreiteten M39-Schraubanschluss - leider wohl nicht ganz Leica-kompatibel, aber wer kann sich die Objektive schon leiste?! Welche Version ich da genau habe, also wie viele Blendenlamellen und Hastenichgesehen, was die Sammler alles unterscheiden, kann ich nicht sagen, ich habe es noch nicht nachgezählt. Hauptsache, ich teste das Teil erst mal. Ich erwarte allerdings die übliche, brauchbare Bildqualität, die ich von diesen Objektiven auf M42 gewohnt bin, schließlich handelt es sich um mehr oder weniger das gleiche Design. Auch das Objektiv scheint übrigens mechanisch in gutem Zustand zu sein, nur habe ich nach der Reinigung einen leichten Schmier auf der Innenseite der Fokuslinse gesfunden, den ich vorher nicht sehen konnte. Hat auf dem Flohmarkt wahrscheinlich zu lange in der Sonne gelegen und das Blendenfett hat sich verflüssigt. Es lohnt sich aber nicht, es dafür auseinander zu nehmen, die Verschmutzung ist nur ganz am Rand und sollte nur minimal den Kontrast beeinflussen. Kratzer habe ich keine gesehen, weder auf der Front- noch auf der Rücklinse.


Ansonsten kann man über diese kleinen aber einigermaßen mächtigen Sucherkameras nicht viel sagen. An sonnigen Tagen einfach auf f/16 stellen, den Fokus kurz vor unendlich, und schon kann man einfach dahin knipsen, ohne sich groß mit irgendwas beschäftigen zu müssen. Oder, man macht das so aufwendig wie ich, und verwendet den eingebauten Entfernungsmesser und weitere Blenden (was bei einem ISO 200 Film und einer minimalen Zeit von 1/500s meist bei f/5,6 endet) und versucht ein bisschen Unschärfe im Bild zu haben. Aber auch in diesem Modus ist die Bedienung kinderleicht. Mehr als Sunny 16 muss man eigentlich nicht wissen, auch wenn ich zur Absicherung und an den dunkleren Stellen unter Bäume oder im Schatten von Häusern dann doch mal das Handy und die Belichtungsmesser-App zücke. Bei einigermaßen gleichbleibenden Lichtverhältnissen hingegen: Einmal einstellen und vergessen.

Die Bedienung geht also schon mal recht leicht von der Hand. Man muss sich nur merken, dass wie so oft bei alten Ostblock-Objektiven die Blende ganz vorne eingestellt wird - wie bei Olympus, was mich immer wieder fragen lässt, wer da von wem abgeschaut hat. Bietet das einen Vorteil, ist das so einfacher zu bauen? Ich weiß es nicht. Solange es funktioniert, sag ich mal, ist alles gut. (Würde mich halt nur mal interessieren.)

Fazit: Insgesamt habe ich hier glaube ich ein ganz hübsches Exemplar in einigermaßen funktionstüchtigem Zustand erworben. Die Bereitschaftstasche war auch dabei und das Leder ist noch einigermaßen geschmeidig und die Nähte reißen nicht auf, was wohl darauf hindeutet, dass diese Kamera auch nicht allzu schlimm gelagert wurde. Also wohl eher kein Dachbodenfunde, der 40 Jahre vergessen in Hitze und Kälte herum gelegen hat. Was ja auch das restliche Aussehen der Kamera bestätigt. Habe ich zu viel bezahlt? Wahrscheinlich sind 40 Euro tatsächlich mehr, als ich bei eBay ausgeben würde, um dieses Modell zu bekommen. Aber hier auf dem Flohmarkt konnte ich mich wenigstens vorher ansehen, ob alles einigermaßen funktionstüchtig ist. Und wenn ich sehe, was die für den laufenden Meter Stand bezahlen müssen, das ist ja schlimmer als die eBay- und PayPal-Gebühren! Werde ich in Zukunft Ausschau nach anderen M39-Objektiven halten? Wenn die Kamera sich als voll funktionstüchtig erweisen sollte, wäre ein Weitwinkel und ein kleines Tele vielleicht tatsächlich interessant!