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Übern Berg mit 'ner Canon

Voll das Dilemma: Ich habe da noch Bilder von der Weihnachtsorgie in Wesel, die ich eigentlich noch dieses Jahr raus werfen wollte, andererseits habe ich gestern so schöne Bilder mit Cs alter 400D gemacht, die ich ja heute zurück gebe, die möchte ich eigentlich nicht noch auf einen anderen Tag verschieben! ;-) Ich habe mich also für die aktuellen Fotos entschieden; die anderen sind ja mittlerweile eh veraltet und können somit ruhig noch ins neue Jahr verschoben werden. Fängt das auch gleich richtig besinnlich an! :-D

So, jetzt aber zu den Bildern aus der Canon. Wie ich ja bereits berichtet hatte, sind die eigentlich ganz annehmbar, dafür dass die Kamera ja gerade so ein haarbreit über dem, was ich hier als 4k-Auflösung verkaufe, kann. Also gerade so ausreichend für meine Zwecke. Bei der relativen Lichtschwäche des kleinen EF-S 18-55mm 1:3.5-5,6 habe ich wieder hauptsächlich Offenblendenfotos gemacht. Mit dem Unterschied, dass heute zumindest zeitweilig mal die Sonne hinter den Wolken hervor gekommen ist und ich dementsprechend das ISO auf 100 stellen kann. Das ist der Wert, bei dem man diese Kamera wahrscheinlich verwenden soll. Bis 400 ist OK, 800 geht auch noch, aber alles darüber ist dann doch ein bisschen viel verlangt. Was man auch daran sehen kann, dass die sich ja gar nicht auf noch viel größere Werte einstellen lässt.


Aber wie gesagt, es gab mal etwas Licht, daher sehen die Bilder auch gleich viel kontrastreicher aus. Ich mein, es ist noch immer Winter da draußen, man kann also keine Wunder erwarten. Besonders in den dunklen Ecken ist die Helligkeit manchmal nicht ganz ausreichend und die Bilder wirken wieder ein bisschen fahl und farblos, sodass ich in der Post ein bisschen nachgeholfen habe. Vielleicht, wenn ich mich ein bisschen länger mit dem Ding beschäftigen würde und mal einen anderen Belichtungsmessermodus probieren täte - die Bilder sind alle mittenbetont gemessen, teilweise mit Messwertspeicher -, hätte ich wohl noch was raus holen können. Aber es ist, wie es ist, und für 17 Jahre alte Technik kann man echt nix sagen.


Einzig und alleine das Objektiv ist mit offen ein bisschen zu weich. Nun sag ich da so, als würde Abblenden helfen. Tut es auch - aber eben nur ein bisschen. Vielleicht tue ich dem Ding ja auch unrecht und es liegt am Sensor, kann ja sein, oder die Fokusebene ist vielleicht auch etwas verstellt, oder der Autofokus an sich ist nicht der Beste. Aber alles in allem, für ein Objektiv, dass ja extra für einen Sensor in APS-C-Größe gerechnet wurde, finde ich die Bilder allesamt ein bisschen zu weich, auch für ein kleines Kit-Zoom und gerade bei den veranschlagten Lichtwerten, die da drauf gedruckt sind. OK, vielleicht sind meine Ansprüche auch einfach zu hoch...

Nachdem ich jetzt das Objektiv ein bisschen gedisst habe, könnt ihr ganz entspannt auf den "erweiterten Artikel" klicken. Ich habe nämlich nichts desto trotz 100 Fotos gemacht. Man muss das Wetter ja ausnutzen! ;-)


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Casio SF-4000 Digital Diary

Hatte ich erzählt, dass ich letztens, als wir das Büro vom Chef ausgeräumt haben, noch anderen (technischen) Blödsinn mit genommen habe? Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit! Deswegen möchte ich heute ein faszinierendes Stück altertümlicher Technik vorstellen, über dass sich die Blagen heutzutage wahrscheinlich scheckig lachen würden, wenn ich denen erzähle, dass wir sowas tatsächlich verwendet haben! Die haltend as wahrscheinlich für einen schlechten Witz!

Es begab sich also im Jahre 1987 oder 1988 oder sowas, also sagen wir mal so, vor etwa 35 Jahren. Dinosaurier beherrschten die Erde. Also, nicht ganz, aber Ronald Reagan war noch Präsident und Helmut Kohl hatte noch immer seine Brille aus den 1970ern auf der Nase. Das Wort "Digitalisierung" hatte noch niemand erfunden, aber die Firma Casio, wie es sich für ein japanisches Technologie-Unternehmen gehört, brachte einen Personal Organizer auf den Markt, nannte ihn Digital Diary und gab ihm die Bezeichnung Casio SF-4000.


Ich hab ihn mit genommen. Ich kann sowas ja nicht in den Müll wandern lassen (vor allem nicht mit den drei Knopfzellen, die seit mindestens zwei Jahrzehnten leer sind). Also habe ich ihm vor 'ner Woche oder so die Rückwand abgeschraubt und festgestellt, dass ich keine CR2025 im Hause habe. Die habe ich heute vom Discounter mit dem A mitgebracht und eingelegt. Zack, geht die Kiste wieder! Dass man die Speicher-Verwirrung nur mit dem Reset-Knopf auf der Rückseite beheben kann (RESET), habe ich natürlich erst gemerkt, nachdem ich ihn wieder zusammen gesetzt hatte. ;-)


Man beachte: Das Ding kann offensichtlich Japanisch! Im korrumpierten Telefon-Speicher tauchen ein paar entsprechende Zeichen auf. Ich habe allerdings keine Ahnung, wie man Japanisch eingeben würde, denn hier handelt es sich offensichtlich um die Europäische/Amerikanische Version. Wahrscheinlich waren die Programmierer damals aber schon klug genug (faul), nur eine Firmware zu entwickeln. (Auch das Wort gab es damals noch nicht. Man sollte vielleicht von ROM sprechen.)

Jedenfalls: Man schaltet die Kiste an und sie geht. Faszinierend. Nach den langen Jahren, die es nur in der Ecke gelegen hat. Aber fassen wir erst Mal zusammen, was es kann: Es hat 32 Kilobyte Speicher. Das sollte einem ja schon klar machen, um welches Zeitalter es sich hier handelt. So steht es jedenfalls in der gescannten Betriebsanleitung, die es sicher ganz legal auf den üblichen Manual-Download-Seiten zu finden gibt. Es kann Telefonbucheinträge verwalten (aber nur Nummern, keine Adressen). Es kann einen Kalender anzeigen, der zwischen 1901 und 2099 funktioniert, angeblich. Es kann Termine verwalten. Und es kann Memos, die man natürlich händisch über die nicht besonders brauchbare, viel zu weiche Tastatur eintippen muss. Und das wars auch dann im Großen und Ganzen. Also, wenn man mal vom Taschenrechner absieht.


Telefonbuch und Memo sind mehr oder weniger uninteressant. Wenn man mal von der Verrenkung absieht, die man machen muss, um was einzugeben. Man merkt, dass das Ding gebaut wurde, bevor man sich über sowas wie ein Interface-Design Gedanken machen musste. Soll heißen: Man hat zwar ein normales Tastenlayout (englisch), aber Shift und Space liegen irgendwo am rechten Rand. Und es gibt dedizierte Tasten für die Dateneingabe, aber keine eigentliche Enter-Taste. Verwirrend. Wenn man also einen Telefonbucheintrag machen möchte, muss man erst in den TEL-Modus wechseln, also die entsprechende Taste unter dem Display drücken, dann DATA IN/OUT und widersinnigerweise auf die erscheinende Frage nicht mit Ja oder Nein antworten, sondern einfach mit dem Namen loslegen. Dann SET, um den Namen zu bestätigen, und die Nummer eintragen. Dann wieder SET und die selbe Frage erscheint wieder. Dann kann man mit der DATA IN/OUT Taste die Eingabe beenden. Oder eben den nächsten Namen eintragen.

Bei den Memos geht man entsprechend vor. Bei all diesen Eingaben ist die Tastatur und die Suche nach dem Space das größte Problem. Und dass das Display keinen automatischen Umbruch machen kann. Schon etwas albern, das hätte man 1988 auch schon programmiert bekommen. Sieht dementsprechend etwas seltsam aus, was ich da als Test eingegeben habe. Nur sonst müsste man haufenweise Spaces dazwischen nageln, was dem eh schon geringen Speicherplatz noch mehr aufbürden würde.


Um einen Eintrag in den Kalender zu machen, muss man ebenfalls entsprechend umständlich vorgehen. Das waren noch Zeiten, in denen die Hersteller erwartet haben, dass man die Bedienungsanleitung liest und sich vor allem auch merkt! Nämlich: Um zu einem bestimmten Datum zu springen, tippt man im Taschenrechner-Modus zuerst die Jahreszahl ein. Dabei ist heutzutage zu beachten, dass man diese in vier Stellen angeben muss; gibt man zB nur 23 an, landet man bei 1923. Japp, das stammt noch aus dem letzten Jahrtausend, das Ding! ;-)

Also geben wir 2023 ein, drücken DATE rechts neben dem Display, ebenfalls in der Taschenrechner-Tastatur. Sodann kann man den Monat eingeben und ebenfalls mit DATE bestätigen. Und ja, Sie haben richtig geraten, genau so gibt man auch den Tag ein. Daraufhin rechnet das Teil einem aus, dass es sich mein 31. 12. 2024 um einen Sonntag handelt. Cool. Drückt man jetzt die CALENDAR-Taste, landet man im Kalender genau an diesem Tag. Drückt man jedoch auf SCHEDULE, kann man einen Termin eintragen. Die Eingabeprozedur ähnelt hier der oben für das Telefonbuch. Hat man das erfolgreich geschafft, erscheinen zwei fette Punkte neben dem Datum im Kalender. Cool.

Die meiner Meinung spannendste Funktion ist jedoch die Möglichkeit, die Anzahl der zwischen zwei beliebigen (unterstützen, siehe oben) Datumsangaben vergangenen Tage zu berechnen:


Einfach wie oben beschrieben ein Datum in den Taschenrechner eingeben, dann aber statt CAL oder SCHED einfach das Minus drücken und ein weiteres Datum eingeben. Danach das Gleichheitszeichen und Zack: Ich bin am 29.12. genau 17689 Tage alt. (Götter, lieber nicht drüber nachdenken.) Wie aber jeder Informatiker oder Software-Ingenieur weiß: Datums-Berechnungen können beliebig kompliziert sein! Ich würde dem Ding also nur bedingt trauen. Wer weiß, was die Casioaner sich in den 1980en so an Datums-Bibliotheken selber zusammen gehackt haben. Wahrscheinlich unterstützt das deshalb nur 1901 bis 2099. ;-) (Ist bei den meisten alten PC-BIOSn ja ähnlich.)

Was ich übrigens schwer vermisse, ist eine Uhr! Ich denk die ganze Zeit: "Wie stelle ich denn hier die Real Time Clock?" Und stelle dann fest: Gar nicht, gibt's nicht. Das eine Feature, das das Ding irgendwie sinnvoll gemacht hätte. Dass es einen am 31.12.2023 auch tatsächlich daran erinnern könnte, dass ich die alte EOS 400D mitnehmen muss, um sie C wieder zu geben... Nix! :-D

Fazit: Als es noch keine Handys habe und auch keine PDAs, da war das der Versuch, etwas Ähnliches zu bauen. Damals, als wir alle noch dachten, dass das voll sinnvoll wäre, sowas digital zu verwalten. Es stellt sich raus: Ohne Internet und Cloud, ja nicht mal mit einer Synchronisation mit dem PC, ist das eher eine Spielerei denn einer echten Anwendung. Ja, es mag Menschen gegeben haben, die sowas ernsthaft benutzt haben, aber mal ganz ehrlich: Das waren Yuppies, die eh nix besseres zu tun hatten, oder nerdige Spielkinder, die zu viel Star Trek geguckt haben. (Also, letztere wären dann meine Zielgruppe!) ;-) Denn ein einfacher Kalender aus Papier im Taschenformat ist kleiner, leichter, einfacher zu bedienen, braucht keine Batterien und wenn man ihn verliert, sind nicht hunderte von D-Marken weg. Das Teil stammt aus einer Zeit, als Hersteller noch Geräte entwickelt haben, die innovativ sein wollten, aber nur einen begrenzten Mehrnutzen hatten. Trotzdem haben sich die Teile verkauft und das ist ja jetzt nicht das einzige Beispiel, ganz im Gegenteil. Wenn ich mich an meine Jugend erinnere und die Conrad- und Völkner-Kataloge, da gab es seitenweise diese Geräte von diversen Anbietern. Die hätten die ja nicht gebaut, wenn die keiner hätte haben wollen. Also schon eine sehr seltsamen Geschichte, als wir noch Technik gekauft haben, weil es sie gab und sie spannend war, statt nur aus reinem Nutzen.

Ums Dorf

Gestern noch Nachmittags draußen gewesen, nachdem ich den ganzen Vormittag mit Blödsinn verbracht habe: Der Rechner, mit dem ich jetzt eigentlich immer meine Audioaufzeichnungen machen wollte, hat nicht mehr gestartet. Keine Ahnung, was dem über die Leber gelaufen ist. Dem ist das hin und her rücken beim Büro-Umbau nicht bekommen. Lüfter läuft kurz an, dann geht das Netzteil aus, lässt aber 5V Standby an. Ganz seltsam. Habe dann mal eben dieses Netzteil ausgetauscht, weil mit 11,6V auf der 12V Leitung ein bisschen wenig vorkommt. Jetzt läuft der CPU-Lüfter und die Festplatte wieder durchgehend, aber POST macht er trotzdem nicht. Wahrscheinlich endgültig hinüber. Das war ja der alte von U, in den die Katzen schon ihr Geschäft hinein gemacht hatten. Der hat auch ausgedient, fürchte ich. Ein Fall für den Recycler.

Jedenfalls habe ich dann Js altes Notebook, das mit den gebrochenen Scharnieren man sämtliche Windoof-Updates des letzten Jahres machen lassen und gleichzeitig mal die ganze Bloatware von Lenovo (und Microsoft, niemand will Candy Crush installiert bekommen, wirklich, niemand!) raus geschmissen und jetzt läuft der eigentlich ganz flüssig, wenn man ihn nach dem Booten 10 Minuten in Ruhe lässt. Ist halt nur eine alter 5th Gen i5, aber immerhin, für die Zwecke sollte er reichen. Muss ja nur ein bisschen Audiostream machen und zugleich über Signal ein bisschen Video. Naja, wir probieren das mal, dann sehen wir weiter.


Jedenfalls, wir waren Nachmittags noch an der frischen Luft, die übliche Runde ums Dorf. Die Sonne kam raus, das muss man ausnutzen. Für den Rest des Jahres ist ja wieder Wetter angesagt und da hat keiner Bock drauf. Vor allem nicht die Hochwassergeschädigten im ganzen Land. Entwarnung sieht anders aus.

Das Spannendste, das unterwegs passiert ist, war das Eichhörnchen in einem der alten Bäume an der Hanfbachtalstraße. Gegen's Licht habe ich es mit dem 200mm AI nur mäßig gut drauf bekommen, aber immerhin. Die pinseligen Ohren sind schon ganz niedlich, vor allem im rechten Crop-Foto kann man die gut erkennen. War dann allerdings so schnell weg, dass ich keine weiteren Versuche aus einem anderen Winkel starten konnte und somit bleibt uns nur diese Gegenlichtperspektive.


Danach kam dann nicht mehr viel. Knallerbsen, reflektierende Masten, eine Krippe und die üblichen schmuddeligen Pferde kurz vor zu Hause. Für die Masten habe ich übrigens mal bis zum Anschlag abgeblendet und so ein paar Sterne provoziert. Deswegen habe ich den Kontrast auch ziemlich hoch gedreht, damit man die auch sehen kann. Wirkt dadurch etwas unterbelichtet, das Bild. Außerdem habe ich so auch schon wieder fünf neue Staubflecken gefunden, die auf dem CCD rum lungern. Die habe ich dann mal weg retouchiert. Aber bei Gelegenheit muss ich mal wieder das Reinigungsprogramm laufen lassen. Das scheint bei der Kamera ja ganz gut zu gehen. Besser wäre natürlich, wenn der Staub gar nicht erst da rein käme...

Auf dem obersten Parkdeck - Huma West

Meine Frau kommt ja auf die absonderlichsten Ideen. Zum Beispiel: Am ersten offenen Werktag nach Weihnachten "mal eben" zum Huma fahren! Wir kommen da an, stehen die Fahrzeuge bereits bis draußen auf die Straße. Das hatte mehrere Gründe: Zum Einen war die mittlerer Schranke im Parkhaus defekt, sodass da also schon mal nicht so viele Leute parallel abgefertigt werden konnten. Zum Anderen hatte das Einkaufszentrum extra schon Ordner für die Parkplätze angeschafft - ich mein, das alleine ist schon eine ziemliche Lachnummer: Parkordner im selbsterklärenden Parkhaus -, denen dann natürlich alle brav folge leisteten. Nicht. Weil, es gibt ja immer Leute, die unbedingt gaaaanz unten und genaaaaau vor dem Eingang parken müssen. Die haben dann drei Stunden mit den Ordnern diskutiert, indem sie sich genau in die Mitte der Auffahrt pflanzen mussten, sodass keiner weiter kam, auch nicht die, die völlig ohne Probleme weiter hoch gefahren wären.


Aus reiner Frackigkeit bin ich dann ganz nach oben aufs Dach gefahren. Das wollte ich als Kind ja schon immer, aber den Eltern war das immer zu doof. "Da müssen wir nachher ja die ganzen Einkäufe da hoch schleppen!" Ja, und?! Wenn ihr mich mit zum Kaufhof schleppen könnt, könnt ihr auch die Klamotten aufs oberste Parkdeck schleppen! ;-)

Aber war nicht. Erwachsensein hat auch Vorteile, nämlich dass man endlich mit der alten roten Honda-Möhre auch einfach mal ganz hoch fahren kann, wenn man das will. Und dann auch noch sinnlose Fotos von sinnlosen Dingen machen kann. Nur weil man es kann! So! :-D


Wie man vielleicht am Rauschverhalten und den verwendeten krummen Brennweiten sehen kann, hatte ich zur Abwechslung mal wieder Cs kleine Canon 400D mit genommen. Die hat tatsächlich Vorteile: Sie ist weniger schwer und lässt sich gut in eine kleine Tasche unterbringen, im Gegensatz zu der mit Technik überladenen Nikon D800. Aber der eigentliche Grund war, dass ich mal das indoor-Verhalten testen wollte. Im Saturn war es sehr hell, sodass die Pikatschen und sonstigen Merchandising-Artikel ebenfalls bei ISO 400 machen konnte. Es war somit drinnen genau so hell wie draußen, wo der Winter alles grau in grau erschienen ließ.

Das Ergebnis ist ganz OK. Viel höher sollte man die Kamera allerdings auch nicht drehen. Ist halt Technik, die nicht mehr ganz frisch ist. Gut, rauscht jetzt nicht so mächtig wie meine D100, aber viel fehlt nicht. Wobei ich allerdings den Eindruck habe, dass die schon ein paar bessere Glättungsalgorithmen beherrscht. Farblich waren die Indoor-Bilder allerdings eine Katastrophe! Der automatische Weißabgleich ist ungefähr genau so automatisch wie der an meiner alten Nikon. Also eher nicht vorhanden. Da musste ich schon ganz kräftig an den Farbkurven drehen. Besonders bei dem Bild draußen vor dem Eingang, das mit den kleinen Stühlen und den künstlichen Lebkuchenmännern an der Wand. Hat dem Dynamikumfang nicht besonders gut getan.


Dann, nachdem wir eh nix gefunden hatten außer einem Hoodie mit Flusen für die Frau, habe ich nochmal draußen auf dem Parkdeck zugeschlagen. Mittlerweile war es dunkel - Winter, wie gesagt - und die Beleuchtung im vollen Gang. Da kann man sich dann mal die Kontraste angucken, die das alte CCD so von sich geben kann. Wobei ich sagen muss. der Autofokus hat hier echt Probleme mit den hellen Lämpchen am Stern gehabt, das ist nicht wirklich scharf. Oder liegts am Objektiv? Oder am CCD, dass da bereits seltsames Blooming auftritt? Ich weiß es nicht, aber für Nachtaufnahmen ist die Kamera eher ungeeignet...

So, mal sehen, ob ich noch mehr Bilder mit ihr machen werde. Am Sonntag werde ich sie auf jeden Fall wohl zurückgeben. Aber mit dem Hinweis, dass C die mal selber wieder benutzen sollte, die geht nämlich noch ganz hervorragend. Oder sie sollte sie verscherbeln. Als Einsteigerkamera ist die nämlich noch immer OK. Aber zum Rumliegen in der Schublade eigentlich zu schade!

Schwarz-weiß und analog, Teil 254a: Ein Tag am Rhein - Beueler Seite

Fomapan 400 #12, 5. August 2023
  • Kamera: Olympus OM-2 Spot/Program, Olympus Zuiko MC Auto-S 1:1.8 f=50mm, Olympus OM-System E. Zuiko Auto-T 1:3.5 f=135mm, Auto Makinon 1:2.8 f=28mm
  • Entwicklung: Kodak D-76, Stock (9.) 13:30 (7:30+80%), Adofix 1+5 (8.) 9:00, Adoflo 1+200
Es ist immer wieder ein großes Vergnügen, die Olympus OM-2 S/P aus der Kiste zu kramen und einen Film damit zu verschießen. Die Zuiko-Objektive machen unheimlich klare, kontrastreiche Bilder und haben zudem eine krasse Schärfe. All das kommt auf den s/w-Negativen besonders gut heraus. Da ich die schon länger nicht mehr verwendet hatte, habe ich eben genau diese gegriffen, als wir im letzten August mal wieder ein Trekdinner in Bonn hatten und wir vorher noch am Rhein spazieren gehen wollten. Der Plan war, auf der Beueler Seite zu parken und mit S und J runter in die Rheinauen zu spazieren, dort über die Brücke und dann wieder nach Norden bis zum Especial in der Innenstadt.

Deshalb ist das erste Bild direkt bei den beiden um die Ecke entstanden und zeigt den Sockel der Säule mit dem Adler oben drauf: Kanonen und Musketen! Schon etwas martialisch! Und die Kaiserkrone über allem! Holla, da weiste Bescheid! (50mm, 1/125s, f/4.) Wie man bereits hier an den Belichtungszeiten sehen kann: Es war so richtig schlechtes Wetter! Ich mein, das ist ein 400er Film! OK, hier auf dem Parkplatz zwischen den Häusern ist es ja auch immer etwas schattiger, aber! Aber als Testbild bzw. erster Versuch, von dem man nicht weiß, ob er was wird, ganz spannend.

Der nächste Versuch: Der Geier von seitlich hinten, wie er schützend seine Flügel ausbreitet! (135mm, 1/1000s, f/3,5.) Joah, die Symbolsprache ist schon eindeutig, oder? Kann kaum glauben, dass ich mich in dem Sauwetter damals getraut habe, die Objektive zu wechseln. Schließlich war es praktisch die ganze Zeit am nieseln, nur unterbrochen von dem ein oder anderen heftigen Regenschauer. Immerhin, so gegen den hellen Himmel, kommen wenigstens Zeiten und Blenden dabei rum, mit denen man einigermaßen arbeiten kann. Etwas unterbelichtet, das Ganze, da musste ich nachträglich etwas aufhellen, deshalb ist das Korn so sichtbar.


Aber den Palmen an Deck des Chinesischen Restaurants scheint es nichts auszumachen, das kalt-nasse Wetter dieses Jahr. (135mm, 1/1000s, f/5,6.) Tja, den Laden gibt es ja jetzt auch nicht mehr. Ich hoffe, es kümmert sich wer um die Pflanzen. Mit den Dächern der Stadt im Hintergrund ein ganz nettes Bild, wenn auch etwas klein. Eine längere Brennweite wäre hier nicht falsch, aber ich habe keine für OM.

Die Familie mit Hund, die am Rheinufer steht, war auch ziemlich nass geworden. (135mm, 1/250s, f/5,6.) Aber besonders stolz bin ich ja auf den bemützten Radfahrer im Hintergrund, an dem man das Wetter an jenem Tag sehr gut ablesen kann. Ohne dicke Jacke war nix! Selten so einen wechselhaften und nassen August erlebt wie letztes Jahr. Und gleichzeitig immer wieder so schwül. Naja, wir alle wissen, wovon das kommt. Die drei mit Hund sind da wahrscheinlich eher unschuldig und haben auch kein Problem: Bronze ist recht wetterstabil! ;-)

Auf dem nächsten Bild ist (angeblich) das einzige Teil des Geländers der alten Rheinbrücke erhalten und fristet sein Dasein als Gartentrenner. (28mm, 1/250s, f/2,8.) War tatsächlich die ganze Brücke mit diesen Teilen ausgestattet? Das muss aber schon eine Heidenarbeit gewesen sein, die alle zu schnitzen. Und jetzt ist alles weg. Schade eigentlich. Und nur, weil so ein brauner Schlumpf die Brücke gesprengt hat und nach dem Krieg war eh alles Scheiße. Aber auch das ist ein anderes Thema. Zum Bild selber: Ich glaube, ich habe den Fokus nicht ganz getroffen, die Nadeln im Hintergrund sind ein i-Pünktchen schärfer als die Schnitzereien. Trotzdem bin ich wie immer erstaunt, dass das billige Makinon so hübsche Bilder machen kann.


Den Kiosk habe ich dann auch mal in voller Pracht geweitwinkelt, da ich das Teil eh gerade auf der Kamera hatte. (28mm, 1/500s, f/4.) Leider ein bisschen viel Werbung von Marken, die ich nicht unbedingt unterstützen kann, besonders die von der "Zeitung" im Schaufenster und auf dem Schild neben dem "Durchfahrt-verboten". Ich konzentriere mich dann lieber auf die Blumen auf der anderen Seite, die sind sowieso hübscher. Insgesamt aber ein ganz nettes Foto, das den Ist-Zustand des kleinen Kiosks ganz gut abgebildet hat. (Oder ist es dann ein "War-Zustand", wenn das jetzt fast ein halbes Jahr her ist? Hm...) ;-)

Je weiter man dann in Richtung der Rheinauen vordringt, desto dünner wird die Besiedlung und desto öfter sieht man auch mal einen Spielplatz, so wie diesen, in dem ich dieses Kettcar (Nachbau?) gefunden habe. (28mm, 1/250s, f/4.) Hätte hier durchaus noch einen Schritt näher ran gehen können. Dafür ist auf die Entfernung bei f/4 das ganze Fahrzeug scharf. Leider aber auch der Hintergrund nur sehr leicht ver-gauss-t. Trotzdem, ein ganz gutes Bild. Aus diesem Winkel sieht das Teil ein bisschen aus wie ein Moon-Buggy. ;-)

Kein Besuch im Park ohne nicht mindestens einen verlassenen Regenschirm. (28mm, 1/250s, f/4.) Sehr schönes Bild, bei dem ich nicht mal sonderlich geärgert bin, dass es nicht ganz gerade geworden ist. Passt in diesem Fall ganz gut zum Motiv. Bleibt die Frage, wie man bei dem Sauwetter seinen Schirm vergessen kann!


In den Rheinauen gibt es immer Gänse. (135mm, 1/250s, f/3,5.) Recht hell geworden, dieses Bild, nachdem ich da mal auf manuelle Belichtung gewechselt hatte. (Wegen der Spot-Messung, die einem dann zur Verfügung steht.) Ich mein, ja, das passt schon ganz gut, die Gans ist tatsächlich sehr gut belichtet, nur das Drumherum könnte eine Blende weniger vertragen. Aber ich beschwer mich nicht, bei dem Wetter bin ich froh, wenn die Bilder überhaupt so gut geworden sind. Dumm nur, dass das Tier genau in dem Moment den Kopf gedreht und nach unten geguckt hat.

"Wenn man eh schon nass ist, kann man auch direkt noch eine Rettungsübung machen", dachte sich die Rettungswache am Rhein und hat das Boot schon mal aus dem Schuppen geholt, dessen Antriebsschrauben ich hier aus nächster Nähe und weit offen aufgenommen habe. (50mm, 1/500s, f/1,8.) Kaum zu glauben, dass das auf dem 400er Film geklappt hat, ohne die minimale Belichtungszeit auszureizen! War wirklich sehr bedeckt, ich glaube, das war vor allem gerade so direkt vor oder nach einem der Schauer, die ich oben erwähnt hatte. Jedenfalls glänzen die Schrauben schön in der Sonne. Hübsches Foto!


Wenn ihr glaubt, ich hätte hier die Fahnen fotografieren wollen: Ja, schon, aber im Hintergrund liegt auf der anderen Rheinseite die MS Wissenschaft vor Anker. (50mm, 1/1000s, f/5,6.) Direkt zwischen dem WCCB und dem Langen Eugen hat sich das Schiff auch tatsächlich die beste Stelle für ein Foto ausgesucht. Habe mich hier ganz bewusst für das 50mm entschieden, denn es war ja klar, dass auch mit dem 135er kaum ein besserer Winkel zu realisieren gewesen wäre und so habe ich wenigstens ein bisschen Kontext drumherum. Schönes Bild.

Neben Gänsen gibt es am Rhein auch diverse Enten, die hier an der Stelle im Wasser schwimmen, wo die "Schienen" ins Wasser führen, auf denen die Wache ihre Rettungsboote herunter lassen kann. (135mm, 1/500s, f/5,6.) Problem ist: Wenn sowas eher sowieso schon Schräges im Bild ist, kann ich die Kamera ja offenbar gar nicht mehr gerade halten. Selbst bei dieser kleinen Telebrennweite, sonst habe ich diese Probleme ja eher bei den weitwinkligeren Objektiven. Dafür spiegeln die Wellen hübsch.

"Hochkant" könnte der Titel des nächsten, ebenfalls leicht schiefen Bildes sein. (50mm, 1/1000s, f/5,6.) Hier war der Film dann mal wieder zu empfindlich, hätte die Blende lieber weiter offen gelassen. So ist er Posttower im Hintergrund leider ein bisschen zu scharf und hebt sich kaum von der Stele im Vordergrund ab. Dabei hätte ich problemlos auf f/4 runter gehen können und hätte dabei nur mäßig Details in den Wolken verloren. Hm. Man muss sich halt doch immer wieder entscheiden, was einem wichtiger ist. ;-)


Das letzte Bild für heute zeigt eine Kette mit Schloss, die keinen Sinn hat, auf der Brücke, die über den Rhein führt. (50mm, 1/1000s, f/4.) Was damit wohl mal befestigt war? Jedenfalls wechselten wir an dieser Stelle des Films die Rheinseite und ich finde, das ist ein guter Moment, auch hier den Eintrag zu wechseln. Dann verteilt sich das auch ein bisschen besser. Ich habe in letzter Zeit eh immer recht lange s/w-Artikel produziert, weil ich die Filme meist auch an einem Tag (oder maximal an zweien) durchbelichtet habe. (Wartet mal, bis in naher Zukunft die Fotos von den Classic Cars kommen. Die werde ich glaube ich nicht alle so detailliert beschreiben...)

Nächstes Mal jedenfalls der Weg zurück am Rhein entlang auf der Bonner Seite.